Mittwoch, 31. Dezember 2025

Lektürentagebuch 31.12.25

Lektürentagebuch 31.12.25

In Joseph und seine Brüder versucht
Mut weiter Joseph zu verführen und
Kommt ihm dabei während beide nun
Flüsternd nebeneinander stehen

Immer näher und berührt ihn zärtlich
Während Joseph zwar beider Lust 
Zugesteht aber weiter abwehrt sich
Sich auf Ehre und Würde bezieht

Der ihres Mannes und des Hauses
Sofern darüber geredet würde was
Sie beide miteinander taten doch 
Lässt Mut sich nicht überzeugen 

Er sollte seine Angst überwinden 
Sich ganz der Lust hingeben die
Jedes Risiko wert wäre wenn sie
Einander endlich sich hingäben

Er solle lieber Lust und Gefühl
Vertrauen und ihr glauben um
Die Gemeinsamkeit zu genießen
Was er mit Vernunft widerlegt

Wenn ihr Mann ihrer Vereinigung
Im Weg stünde sagt sie nun das 
Weshalb sie sich in der Nacht
Erschrocken auf die Zunge biss

Dann könnte sie ihn umbringen
Was den völligen Wahn ihrer
Leidenschaft offenbarte und Joseph
Erschrocken zusammenfahren lässt

Liebe und Lust die keine Grenze
Mehr kennt sogar den eigenen
Gatten töten würde ist maßlos 
Ein erschütternder Moment

Hier unterbreche ich die Lektüre
Am Scheitelpunkt der Geschichte
Wo Mut bereit ist zu morden mit
Gift das eine ihr anrühren würde 

Es ist Liebe auf Leben und Tod
Die bereit ist zu morden um ihr
Ziel zu erreichen nur verdient das
Noch den Namen Liebe oder

Ist solch kranke Leidenschaft
Nicht näher dem Gegenteil
Kann Liebe genannt werden
Was andere darum töten will

Wie nah der Tod der Liebe liegt
Erzählt uns berühmte Literatur
Immer wieder wissen auch aus
Erfahrung wie schnell das kippt

Der kleine Tod als Gipfel der Lust
Kann verbunden mit großem Gefühl
Die Hölle auch in uns wecken die
Dann keine Grenzen mehr kennt

Theoretisch geht es nur um Sex
Der verbunden mit Gefühl aber
Alle Grenzen der Zivilisation
Umwirft zum Ziel zu gelangen

Nun ganz nah dem Punkt an dem
Die Geschichte zu Lasten von Joseph
Wieder umkippt unterbreche ich die
Lektüre noch 2026 um dann im

Nächsten Jahr weiter zu lesen
Wie der vernünftige Joseph der
An ihr Gewissen appelliert statt
Dem Herz zu folgen bestraft wird

jens tuengerthal 31.12.25


Jahresabschluss

Jahresabschluss

Heute schließen wir das Jahr ab
Manche schießen es sogar ab mit
Böllern und Feuerwerk dazu um 
Mehr als einen Knall zu haben den
Die Knallerei aber allen offenbart
Doch abgesehen von den sicher
Berechtigten Zweifeln an Resten 
Menschlicher Vernunft die hörbar 
Ungerecht verteilt ist weil jene die
Genug haben nie knallen während
Alle mit Mangel daran eben knallen
Weil sie so durchgeknallt halt sind
Könnte sich fragen was Menschen
Mit wenig Geld sich erhoffen wenn
Sie das was ihnen blieb auch noch
In die Luft lieber jagen statt es etwa
In Bücher zu investieren die doch 
Langfristig glücklicher und klüger
Machen was sich zwar häufig eher
Ausschließt doch kann ich völlig
Verständnislos vermutlich besser
Nie über die urteilen welche völlig
Anders sind und lass es darum im
Jahresabschluss lieber mit dem ich
Nun zu einem Abschluss komme weil
Bekanntlich alles ein Ende braucht 
Außer Würsten die genug haben
Sogar vegan aber ganz egal sind
Außer ich bin Wurstfabrikant
Für das was ein Jahr ausmacht
Welches bald endet warum es
Dann egal wird und ein neues
Ohne Chancen für die Mehrheit
Also eigentlich wie immer beginnt
Doch solange sie knallen dürfen
Halten sich alle für frei und froh
Was am Ende keiner wem mehr
Nehmen sollte nur die Versorgung
Der Knallopfer sollte privat erfolgen
Ihre Freiheit ganz anzuerkennen
Wer Feuerwerk kauft ist damit für 
Alle Unfälle infolge nicht versichert
Was es für alle einfach machte
Auch die Ambulanzen leerte wie
Über Auslese vieles erledige
Zum letzten Jahr gibt es so
Wenig Gutes zu sagen im
Öffentlichen Bereich dass hier
Schweigen wohl besser ist noch
Ein gutes Ende zu finden

jens tuengerthal 31.12.25

Jahresgefühlsbilanz

Jahresgefühlsbilanz 

Bilanzen sind was mit Zahlen
Dabei geht es um Geld und Steuern
Nichts mit dem ich mich beschäftige
Der lieber zahllose Gedichte schreibt 
Musen zu verzaubern zumindest
Gelegentlich eine die bleibt dafür
Ganzheitlich also überall verwöhnt
Damit alle glücklicher werden oder
Zumindest die daran beteiligten 
Was schon schwer genug ist
Weil nichts sich leichter noch
Missversteht als dabei so dass
Schon froh sein kann wer nicht im
Ewigen Krieg der Geschlechter
Schwerste Verletzungen davonträgt
Doch zumindest mehr als einmal
Ein ich liebe dich dieses Jahr
Gehört zu haben macht es zu einem
In der Jahresgefühlsbilanz positiven
Denn am Ende zählt nichts mehr
Als die Liebe glücklich zu sein
Ist sie das einzige was bleibt
Auch wenn sie gelegentlich geht
Sich manchmal auch verflüchtigt
Oder seltsam im Nichts auflöst
Ein Jahr mit Liebe ist emotional
Im grünen Bereich neben den 
Ganz normalen Katastrophen 
Wiegt der Ausnahmezustand
Liebe ziemlich viel Mist auf
So gesehen ist die Bilanz positiv
Der Rest wird damit völlig egal
Denn am Ende kommt es ja
Doch nur auf die Zahlen an 
Welche die Liebe nummerieren 
Die Bilanz der Gefühle in den 
Ultimativ positiven Bereich zu ziehen
Insoweit sind wir anscheinend
Doch ziemlich berechenbar

jens tuengerthal 31.12.25

Helmischnee

Helmischnee

Ganz verzaubert vom Schnee
Am allerletzten Tag im Jahr kam
Der Zauber in großen Flocken
Auch wenn schnell wieder grau
Großstadt halt war doch der
Kleine weiße Zauber wie eine
Gute Aussicht auf Kommendes
Als könnte es unschuldig weiß
Einfach voller Zuversicht beginnen
Der nichts was war irgendwas
Anhaben kann weil das weiß
Von oben einfach alles bedeckt
Vielleicht sollten wir manches
Einfach eisig zudecken um
Verzaubert neu zu beginnen
Als würden wir durch das Leben
Wie durch Neuschnee stapfen

jens tuengerthal 31.12.25

Liebeserledigung

Liebeserledigung

Von nichts kommt nichts mehr
So erledigt sich Liebe
Häufiger allein

jens tuengerthal 31.12.25

Aussichtsreich

Aussichtsreich

Aussichtsreich ist noch
Voller Hoffnungen auf das
Was kommen könnte

jens tuengerthal 31.12.25

Allerletzte

Allerletzte

Letzte Tage sind
Wirklich das allerletzte
Hoffentlich endlich

jens tuengerthal 31.12.25

Lektürentagebuch 30.12.25

Lektürentagebuch 30.12.25

In Joseph und seine Brüder vom
Großmeister der Verzögerung
Thomas Mann weiter gelesen
Am entscheidenden Punkt der Lust

Mut die ihre Lust nicht länger mehr
Bezwingen kann gesteht Joseph
Ihre Liebe und fordert ihn auf auch
Seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen

Dieser der sich verzweifelt bedrängt
Von ihr fühlt bemüht sich sie von der
Idee abzubringen dass sie nun ganz
Zusammen liegen sollten was zum

Drahtseilakt für den Sklaven Joseph
Gegenüber seiner Herrin wird der
Alles noch versucht sie beide aus
Der misslichen Lage zu befreien

Er argumentiert wohl bedacht
Mit Vernunft versucht er ihre
Leidenschaft zu bremsen sie
Dagegen sieht es mit Gefühl

Beginnend mit einem Spiel
Bei dem sie in Gedanken mehr
In ihrem Unterleib der sie treibt
Zu siegen meint aber Unsinn spielt

Aus dem er sie dann rettet wie
Die Schuld für die Situation ganz
Übernimmt was sie sogleich
Für ihr emotionales Spiel aufnimmt

Im Gespräch danach legt sie sich
Während des Geständnisses ihrer
Liebe und Lust auf seinen Arm
Den sie mit der Zunge umspielt

Dabei versucht sie ihn zu locken
Gestattet ihm seinen Gefühlen
Wie der Lust freien Lauf zu lassen
Während er sich intellektuell windet

Sagt sie beschützen und retten
Zu wollen aus der unmöglichen
Lage in die ihr Antrag sie beide
Mit Sicherheit bringen würde 

Natürlich falle es ihm schwer
Ihren Reizen noch zu widerstehen
Argumentiert er und baut ihr so eine Brücke aus der Situation zu kommen

Sie nutzt diese anders und meint
Aus der Tiefe ihres Gefühls er solle
Doch seinem Gefühl nachgeben
Was er unbedingt verhindern will

Sie ist von Gefühl und großer
Leidenschaft getrieben während er
Versucht es vernünftig zu klären
Sie beide dabei zu beschützen

Er zieht die Vorhänge zu damit
Keiner sieht oder hört was sie tut
Will sie damit vor sich schützen
Wie sich aus der Situation befreien

Sie ist ganz Gefühl und Trieb kann
Keines seiner Argumente einsehen
Widerlegt ihm auch argumentativ 
Getragen von ihrer großen Liebe

So fürchtet Mut weder den Blick 
Der anderen noch die Konsequenzen
Ist dafür verliebt völlig blind sondern 
Deutet sein Handeln als Bestätigung

Hört ein wir darin und unterstellt er
Hätte die Vorhänge zugezogen um 
Mit ihr ganz für sich zu sein weil er
Sie endlich nehmen nun wolle

Die Herrin bettelt den Sklaven um
Liebe und Sex an und gesteht ihm
Ihre tiefe Liebe damit auch er über
Seine ganz offen reden könne

Wie soll der verzweifelte Joseph
Darauf noch angemessen reagieren
Erklärt ihr seine natürliche Liebe
Als seiner Herrin die ihn zwinge 

Auf sie aufzupassen damit sie
Nichts unvernünftiges täten was
Nur zeigt er ist bloß vernünftig
Aber nicht emotional beteiligt

Die deutlich ältere Herrin ist Opfer
Ihrer Triebe und ihrer Gefühle hier
Geworden und sieht alles nur durch
Die Brille ihrer Verliebtheit

Großartig wie fein diese biblisch
Nur knappe Stelle in genauer 
Kenntnis der Charaktere hier von
Mann weiter entwickelt wird

Wir Leser werden mit dem Autor
Zu Flaneuren eines Dramas das
Bekanntermaßen tragisch endet
Aber auch dabei verzweifeln lässt


Ein wenig von Stéphane Hessel
Über die Vereinten Nationen wie
Seine Aufgaben dort gelesen als er
Ministerialdirektor für Frankreich wird

Dabei ging es um Berichte wie die
Rechtfertigung der Organisation
In Situationen in denen ihnen
Politisch Vorwürfe gemacht wurden

Das informiert interessant über die
Interna der UNO stellt diese jedoch
Mehr als eine Organisation dar die
Einen starken Korpsgeist hat

Das hat sicher alles auch seine
Gute Berechtigung ist aber leider
Auch Art politisch geprägt und
Ähnlich langweilig zu lesen

Wie nahezu alle Erinnerungen von
Politikern entbehrlich sind gilt dies 
Für Erinnerungen von Diplomaten
Auch da wird es dann langweilig

Rechtfertigungsorgien braucht
Kein Mensch und bringen eher
Unwillen und Zweifel gegenüber
Der UNO bei mir zumindest hervor 

So spannend Hessel bisher kulturell
Wie auch historisch schrieb so sehr
Wird er als bloßer Apologet der UNO 
Zum überflüssigen Parteipolitiker

Fand Parteilichkeit noch nie sehr
Spannend für egal wen warum
Dies Denken mir eher fern liegt
Egal wie gut ich es inhaltlich finde

jens tuengerthal 30.12.25

Dienstag, 30. Dezember 2025

Liebeshandel

Liebeshandel

Liebe handelt mit
Hoffnung auf Ewigkeit für
Schnelle Gefühle

jens tuengerthal 30.12.25

Einkaufen

Einkaufen

Einkaufen für das
Besaufen erheitert schon
In Vorstellung uns

jens tuengerthal 30.12.25

Dunkelheiter

Dunkelheiter

Erwachen noch im
Dunkeln ermöglicht einen
Sonnenaufgangsblick 

jens tuengerthal 30.12.25

Montag, 29. Dezember 2025

Liebeslektionen

Liebeslektionen 

Liebe lehrt noch im
Alter Lektionen ohne
Hoffnung auf Ende

jens tuengerthal 29.11.25

Konsequenz

Konsequenz

Konsequenz ist nur
Konsequent eine echte
Alternative

jens tuengerthal 29.12.25

Alternativlos

Alternativlos

Alternativlos
Heißt ganz ohne Phantasie
Schade eigentlich

jens tuengerthal 29.12.25

Anarchismuss

Anarchismuss

Sind Regeln Teil unserer Natur
Oder kennt diese natürlich keine
Weil ihr Wesen frei ist und alle
Grenzen bloß künstlich sind

Wir reden von Naturgesetzen
Denen die Natur folgte weil es
Ihrem Wesen entspricht sich 
Regeln entsprechend zu verhalten 

Doch fragt sich ob der eigenen
Natur zu folgen noch Regeln 
Befolgt oder nur natürlich ist
Von der Regel zum Wesen führt 

Folge ich etwa meinem Gefühl
Ob ich es Herz oder Bauch nenne 
Meine ich meiner Natur zu folgen
Auch wenn sie Naturgesetzen folgt

Wenn die Befolgung von Regeln
Natürlichen Bedürfnissen entspricht
Wie atmen essen und trinken stünde
Nichtbefolgung im Gegensatz zur

Eigenen Natur auch wenn ich den
Willen dazu fassen kann werde ich
Natürlich alles tun mich wohl zu fühlen
Weil dies Streben natürlich ist

Anders ist es mit allen Regeln die
Außerhalb meiner Natur liegen nur
Weil beschlossen und verkündet
Von allen befolgt werden sollen

Befolgen kann ich Regeln aber nur
Wenn ich die Freiheit habe auch
Willentlich anders zu handeln also
Eine Handlungsalternative besteht

Ethischen Wert hat eine Handlung
Nach dem kategorischen Imperativ
Nur dann wenn ich was ich tue am 
Eigenen Gewissen geprüft habe

Diesem ist also jede andere Regel
Unterzuordnen und nur bedingt gültig
Was die moralische Überflüssigkeit 
Aller Gesetze damit leicht belegt

Im Gegenteil schadet jede Norm
Der moralischen Verantwortung
Erzeugt das Gegenteil des damit
Gewollten entmündigt deantwortet

Alle autoritären Regelungen einer
Gemeinschaft richten moralisch damit 
Mehr Schaden natürlich an als sie
Ihrem Wesen nach schützen können

Sich dieses seit über zweihundert
Jahren bekannte Wissen bewusst
Wieder zu machen hilft uns als
Gemeinschaft zusammenzuleben

Plötzlich wird deutlich warum mehr
Regeln mehr moralische Unordnung
Erzeugen wie der Aufklärung eher 
Schaden als irgendwen zu schützen

In Konsequenz dieses Denkens das
Kant ernst nimmt und zu Ende denkt
Was Max Stirner schon formierte ist
Anarchie moralisch gesehen ein Muss 

jens tuengerthal 29.12.25