Mittwoch, 12. Februar 2020

Mondkultur

Wie prägte der Mond unsere Kultur
Seit wir einen Sonnenkalender haben
Warum ist der Mond hier männlich
Dafür die Sonne sprachlich weiblich
Während die Lateiner wie ihre Erben
Um das Mittelmeer es umgekehrt halten
Liegt es an der vorchristlichen Dominanz
Der germanischen Frau als Hausherrin
Was nominell wieder vom Herrn spricht
Aber die Sonne möge dahinstehen wie
Fröhlich strahlen während uns viel mehr
Unser Trabant der Mond interessiert der
Männlich die weibliche Erde vielfältig
Nicht nur grammatisch auch bewegt
So werden Ebbe und Flut zugleich
Von des Mondes Kraft ausgelöst
Bleibt es ein Kommen und Gehen
Ob die weibliche Regel natürlich
An den Mond gebunden wäre lässt
Sich hormonell schon verschoben
Nicht mit letzter Gewissheit sagen
Eine meiner Liebsten die auch gern
Die Sterne betrachtete hatte ihren
Zyklus genau nach Vollmond gestellt
Womit der Blick nach oben schon
Den nach unten entbehrlich machte
Ein- und Ausgang dann wechselten
Schlafwandler lassen sich im Traum
Vom Mond aus dem Bett sogar locken
Folgen ihm gerüchteweise auf Dächern
Im Nachthemd balancierend was aber
Vermutlich eher nur ein Gerücht ist
Habe ich doch auch als jahrelanger
Nachtwanderer durch Berlin nie einen
Solchen wie die Sage besagt gesehen
Manche halten sich dennoch für sehr
Mondfühlig und schlafen in Nächten
Mit Vollmond anders oder schlechter
Unklar ist wissenschaftlich dabei ob
Es am mehr an Licht liegt da ein sonst
Einfluss nicht nachweisbar ist warum
Die Macht des Mondes sagenhaft bleibt
Wir wissen nicht so genau was wirklich
Auf Menschen dabei wirken könnte was
Den Geschichten endlose Weite öffnet
Die sie bis heute sagenhaft füllen was
Mehr über unsere Phantasie verrät als
Kenntnis über den Mond zu offenbaren
Der wie manches Kleines was zeitweise
Um uns kreist viel mehr Einfluss hat
Als seiner Größe angemessen scheint
Was aber offensichtlich eine Täuschung
Vieler noch ist die ihre Größe gerne noch
Überschätzen um von oben auf Kleinere
Herabzuschauen was selten wem gut tat
So könnte der Mond noch manches wohl
Bewirken von dem wir nichts ahnen doch
Wie immer beim spirituellen Wissen war
Der Glaube größer als der reale Inhalt
Solange ich nicht weiß wie sehr mich
Der Mond in allem beeinflusst bin ich
Relativ frei vom Aberglaube glücklich
Wie frei gewesen was zu ändern ich
Dem Mond nicht zugestehen möchte
Warum ich dem Mond seit Jahren schon
So wenig Zugeständnisse mache wie
Den Sternen der Astrologen jemals
Die große Mondkultur als Humbug
Schlichtweg ignoriere um frei zu sein

jens tuengerthal 12.2.20

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