Donnerstag, 9. Januar 2020

Liebesdialektik

Erwartung ist der Tod
Der Liebe weil sie sich
Niemals erfüllen kann
Immer enttäuscht wird
Wenn wir aus Träumen
Wieder einsam erwachen
Warum ich vorab gerne
Jede Erwartung vermeide
Der Liebe mehr Raum zu geben
Sich ihrer Natur nach zu entfalten
Nur frage ich mich nüchtern
Wie immer das für wen auch ist
Was Liebe überhaupt je war
Außer Gefühl voll Sehnsucht
Die nach Erfüllung sich drängt
Wie diese ohne eine Erwartung
Von Glück jemals sein könnte
Wie tödlich unerfüllte Liebe ist
Weiß wer Liebeskummer hatte
Der alles Leben aus dir auffrisst
Keine Perspektive uns mehr gibt
Sich nach dem Ende sehnen lässt
Alle Schönheit damit relativiert
Während verliebt voller Hoffnung
Alles paradiesisch uns erscheint
In jeder Hoffnung aber steckt
Nach ihrer Natur auch Erwartung
Die auf Erfüllung natürlich hofft
Damit logisch sichere Enttäuschung
Weil nichts wird wie geträumt doch
Wollen wir dies Glück auch leben
Wird Existenz ohne zur Hölle uns
Während miteinander Paradies ist
An das wir vernünftig nie glaubten
So schwankt das Sein verliebt
Zwischen vernünftiger Natur die
Anziehung hormonell begründet
Und dem Aberglauben an Magie
Der Liebe gerne absolut sieht
Über allem zu schweben scheint
Wo wir auch nach dem Vollzug
Weniger ernüchtert als verliebt
Weiter schweben wollen wird
Gefühl groß genug sein uns
Zu tragen wo wir es hüten
Vielleicht ist diese Dialektik
Aller Zauber der Liebe
Ihrer Natur nach

jens tuengerthal 9.1.20

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