Freitag, 13. März 2026

Liebesillusion

Liebesillusion

Liebe ist immer
Die schönste Illusion wenn
Zufällig was bleibt

jens tuengerthal 13.3.26

Identitätsillusion

Identitätsillusion

Identität ist 
Eine Illusion über
Heimat irgendwo

jens tuengerthal 13.3.26

Teeidentität

Teeidentität

Liebe Tee sehr weil
Er ähnelt mir im Wesen
Zieht gern in Ruhe

jens tuengerthal 13.3.26

Verantwortungsgeschichte

Verantwortungsgeschichte

Gibt es historische Verantwortung
Wächst aus der Geschichte eine 
Solche ganz natürlich und warum
Manchen mehr anderen weniger

Deutsche Geschichte gibt viele
Gründe vor Scham im Boden
Für immer versinken zu wollen
Auch ohne jede Verantwortung

Was Menschen anderen etwa
Im Namen der Nation antaten 
Bleibt immer eine Schande für
Jene mit Verantwortungsgefühl 

Doch was ist mit den Millionen
Ostdeutschen die nie mit diesem
Gefühl aufwuchsen das westlich
Schon in der Schule gelehrt wurde

Sind alle AfD Wähler damit auch
Geschichtsvergessen oder bloße 
Trotzköpfe deren Entwicklung im
Geistigen pubertär stecken blieb

Gelingt die Integration dieses
Teils der Bevölkerung der sich
Meist benachteiligt fühlt und es 
Mit seiner Wahl offensichtlich ist

Beginnt historische Verantwortung 
Wo wir uns unbequemen Gefühlen
Offen stellen oder ist eine gewisse
Verdrängung natürlich normal

Lebe seit über 25 Jahren im Osten
Von Berlin den viele Ossis aber für
Völlig verwestlicht überfremdet halten
Was sie eher nur unter sich sagen 

Hatte Liebste aus dem Osten wie
Aus dem Westen der Stadt dabei
Des gefühlt geteilten Landes das
Viele Befindlichkeiten sich leistet 

Näher als im Bett kommst du dir nie 
Fremd kannst du dir auch da bleiben
Dazwischen balancieren wir noch
Welche Verhältnisse wir haben

Ob überhaupt eines wird noch von
Manchen bestritten und von anderen
Lieber ignoriert um die hässliche nur 
Wirklichkeit nicht zu nah zu sehen

Wer hat hier welche Verantwortung
Wohin führt Unverständnis aber was
Macht zuviel Verständnis mit uns die
Meist der Herde einfach nur folgen

Kann im Kern geteilt jemals eine
Deutsche Verantwortung entstehen
Oder ist Deutsch eine Illusion nur
Die keine echte Identität mehr hat

Bin ich mehr Bremer im Wesen weil
Da zufällig geboren oder doch ein
Frankfurter Bub geblieben von den
Einmal 15 Jahren dort damals noch

Im letzten Jahrtausend kam ich je
In der Kurpfalz an die einem Teil
Der Familie zur Heimat geworden
Mir trotz Lieben immer fremd blieb

Bin ich nach 25 Jahren endlich ein
Berliner geworden oder bleibe ich
Lieber nur ein Flaneur auch hier
Wo ich immer zu Besuch bleibe

Historische Verantwortung beginnt
Im Kopf natürlich aber braucht sie 
Einen festen Ort gar die Idee einer
Nation oder besser ohne sie immer

Ist Verantwortung immer auch Teil der 
Identifikation die mehr Fragen stellt
Um sich bewusst zu werden was oft
Irgendwem unbequem dann wird

Kann ich wirklich lieben was ich
Nicht kenne und dessen eigene
Geschichte ich dabei verleugne
Um im Kollektiv dazuzugehören

Hier im Osten wird gerade gern
Die Geschichte der DDR noch
Verklärt oder relativiert wer sich
Dem entgegenstellt wird einsam

Enthielte mich als Flaneur gerne 
Um wie immer Beobachter dabei 
Zu bleiben doch wäre das noch
Verantwortlich in diesen Zeiten

Habe keinen festen Plan aber
Viele Gefühle dabei auch historisch
Bedingt was Identität eben ausmacht 
In einer uralten großen Familie

Dem auch künftig verantwortlich
Gerecht werden zu wollen scheint
Wichtige Aufgabe mir beim Thema
Deutschland über das ich lache

jens tuengerthal 13.3.26

Geschichtsmoral

Geschichtsmoral

Wie sollte Geschichte erinnert werden
Gibt es dabei richtig oder falsch
Worauf kommt es zuerst an
Zählt Wirklichkeit dabei mehr 
Oder kommt es auf Gefühl an
Was wir für die Zeit bekommen
Ist dabei die Realität wichtiger 
Als das Erlebnis für eine
Dauerhafte Erinnerung
Gilt für alle das gleiche
Oder ist das individuell
Wie das Zeitgefühl auch
Überlege ich und merke 
Wie die Zeit vergeht
Und ich dabei einschlafe
Das ist die Moral am Ende
Von der Geschichte

jens tuengerthal 13.3.26

Donnerstag, 12. März 2026

Lektürentagebuch 12.3.26

Lektürentagebuch 12.3.26

Der Gang der Weltgeschichte von
Arnold J Toynbee stand lange nur
Im Regal neben anderen Bänden 
Von Zweitausendeins unweit von

Ranke und der Weltgeschichte
Auch der unsägliche Untergang
Des Abendlandes von Spengler
Stand nicht so weit weg davon

Fürchtete diese Weltgeschichte des
Britischen Philosophen Historikers
Ginge in eine Richtung wie der
Dogmatisch jammernde Spengler

Aber weit gefehlt da blickt einer mit
Dem weiten Blick des Empire noch
Welchen der 1889 geboren noch bis
Ins Jahr 1975 lebte auf die Zeiten

Dabei auf Kulturen oder Zivilisationen
Wie er es angelsächsisch nennt mit
Dem Ziel die Nation wie auch den 
Rassismus dauerhaft zu überwinden

Das erinnert vom Geist ein wenig an
Stéphane Hessel den Sohn von Franz
Und Helen der die UNO Gründung 
Nach der Zeit im KZ miterlebte

Auch Toynbee diente England noch
In beiden Weltkriegen und schrieb
Propaganda gegen die Achsenmächte
War in Versailles und Potsdam dabei

Ein Autor der mir trotz seiner teils
Antisemitisch gewerten Sicht auf
Israel die er aber später korrigierte
Als letzter Universal Historiker gefiel

War gespannt auf die Sicht dieses 
Mannes auf Entstehung und auch
Untergang von Kulturen was sich für
Den Weltuntergang dort lernen lässt

Gefühlt erleben wir einen solchen
Mit drei großen autoritären Herrschern 
Die unsere Welt in Kriege führen um
Rohstoffe und imperiale Macht gerade

Europa der frühere Mittelpunkt der
Welt wo diese aufgeteilt wurde unter
Anmaßend oft unkultivierten Fürsten 
Die ganze Völker einst ausrotten

Spielt dabei kaum noch eine Rolle
Scheint es stattdessen trumpfen
Die USA unter Trump mit MAGA auf
Die so ungesund wie Margarine sind

Doch während Spengler noch einen
Linearen Verlauf zum Untergang sieht
Ist Toynbee flexibler und sieht es eher
Nach dem chinesischen Yin und Yang

Aufstieg und Untergang liefen eher
Zyklisch es gäbe Zusammenhänge
Die den Verlauf verändern können
Was realistischer Hoffnung noch lässt

So gelte das Gesetz von Rückzug und
Wiederkehr während Wachstum und
Niedergang auch da würden noch
Schöpferische Individuen auftreten

Die Kulturen ständen zu früheren
In einer Kindschaftsbeziehung und
Seien durch Lösung von Aufgaben
Entstanden welche die Auflösung

Der alten Kultur den ihr unterworfenen
Stellte und nicht notwendig jede Kultur
Wachse es gäbe auch gehemmte die
Einfach stehenbleiben bis neue dann

Aufgaben lösen und alte untergehen
Wofür er verschiedene Beispiele nun
Aufführt bei Eskimos Spartanern den
Osmanen so würden gehemmte

Kulturen in Tierheit zurückfallen die
Wachsenden Kulturen wachsen nicht
Geographisch durch Ausdehnung was
Eher zum Kulturverfall nur führe

Sondern durch Selbstüberschreitung
Verinnerlichung Entstofflichung ihrer
Probleme nicht technischer Fortschritt
Sondern geistige Entwicklung zähle

Verkehrsprobleme werden erst durch
Technische Veränderungen gelöst
Etwa das Auto danach aber wären 
Geistige Aufgaben zu lösen wie etwa

Einhaltung einer Verkehrsordnung
Um Unfälle zu vermindern so sei
Wachstum Selbstbestimmung wie
Fortschritt in diese Richtung wichtig

Auch sei Lösung einer neuen Aufgabe
Durch neue Mittel immer Verdienst 
Einzelner Menschen welche Masse 
Durch Nachahmung nach sich ziehen 

Führer seien stets Menschen die sich
Eine zeitlang zurück zogen um dann
Mit in der Stille gesammelten Kräften
Zurückzukehren und zu verändern

Dies gilt auch für Städte und Völker 
Die in einem bestimmten Stadium die
Führung einer Kultur übernehmen
Wofür globale Beispiele genannt

Wenn die unschöpferische Mehrheit
Bekehrt sei folge eine Phase der 
Ruhe ein kurzes Yin Stadium dabei
Genügt Nachahmung nie dauerhaft

Nachahmung mechanisiere eine 
Ursprünglich schöpferische Leistung 
90 Prozent funktionierte durch bloße 
Nachahmung aber 10 Prozent sollen

Frei bleiben bei 100 % Nachahmung
Sei eine Kultur gehemmt und nicht
Länger auch schöpferisch tätig und
Jede Lösung berge diese Gefahr

Wer sich darauf ausruht entwickelt
Sich nicht mehr weiter was dann zum
Zusammenbuch der Kultur führe wie
Gerade bei deutscher Autoindustrie 

Diesem Schicksal seien auch die
Assyrer einst erlegen und es habe
Sich seitdem vielfach wiederholt
Damit setzt Toynbee für einen 

Zusammenbruch der Kultur früher an
Als dies gewöhnlich geschieht so den
Der Antike beim peleponesischen 
Krieg es begänne häufig bei der

Organisation von Teilstaaten die durch
Wirtschaftliche Bedürfnisse notwendig
Geworden wären er kann bis zum
Völligen Zusammenbruch dann führen

Muss es aber nicht so könnten auch
Kulturen im Kampf gegen äußere
Feinde noch fortbestehen auch wenn
Sie nicht mehr schöpferisch wirken

Sie bliebe dann in einem versteinerten
Zustand bestehen wofür Ägypten ein
Beispiel wäre das mit den Pyramiden
Die Kraft des Volkes überspannt hätte 

Existierte jedoch noch 1500 Jahre
Versteinert weiter bis zur Eroberung
Durch die Perser oder sogar bis zur 
Schlacht von Actium noch weiter

So könnten auch Splitter einer alten 
Kultur als Fossilien weiterleben 
Wenn sie das Mittel der Gewalt 
Aufgeben und dafür Ausweichen

Zerfall sei Spaltung im Geist wie 
In der Gesellschaft wenn die führende
Minderheit vor einer Aufgabe versagt
Nicht mehr schöpferisch tätig ist wird 

Sie zur nur noch herrschenden
Minderheit deren Herrschaft damit
Ihr Recht verliert was die Masse fühlt
Dann nicht mehr freiwillig folgt

Dann wird sie ein inneres Proletariat
Dies sei eher ein Gemütszustand als
Eine äußere Lage es ginge dabei nie 
Um Armut oder Geburt sondern des 

Angestammten Platzes beraubt
Worden zu sein in der Gemeinschaft
Unerwünscht damit heimatlos zu sein
Wie daraus folgendes Ressentiment

Es vertrüge sich das innere
Proletariertum auch mit dem Besitz
Materieller Mittel wie wir auch hier
Bei vielen reichen Proleten sehen 

Vielleicht aber ist es ein Schlüssel
Um den Zuspruch für Radikale die 
Keinen Gewinn bringen zu erklären 
Sie suchen bei Außenseitern Heimat

Zu dem inneren Proletariat geselle
Sich ein äußeres gebildet aus den 
Primitiven zu denen solange die 
Kultur wachse die Grenze noch

Unscharf gegenüber umwohnenden
Primitiven sei weil sie sich durch die
Nachahmung nach allen Seiten
Verbreitet als eine noch Einheit

Diese Einheit löst sich mit dem
Verfall auf nun verbreitet sich die
Technik vor allem die militärische
Schneller als die politische Form

Schneller auch als die geistige
Kultur und so übernehmen die
Barbaren die Militärtechnik einer 
Kultur verschmähen aber den Geist 

Dafür die herrschende Minderheit
Als Tyrannen hassen und darum
Bekriegen dann werden Mauern
Statt verbindender Grenzen gebaut

Das kommt mir alles gerade wie
Aus der Geschichte bekannt vor
Was die naheliegende Frage stellt
Ob wir im kulturellen Umbruch sind

Wachsende Kulturen zeigen stets
Ein unterschiedliches Bild da neue
Aufgaben nach Lösungen suchen
Der Ablauf sei differenziert dabei

Zerfallende Kulturen stehen immer
Wieder vor derselben Aufgabe der
Ablauf des Zerfalls sei standardisiert
Nach dem Zusammenbruch folgen 

Unruhen für eine Zeit unterbrochen
Durch gewaltsame Lösungen bei
Zeitweiser kleiner Erholung bis eine
Macht Ruhe schafft durch Gründung

Eines Universalstaates wie es Rom 
In der hellenistischen Kultur tat die
Sie lange selbst angenommen hatten
Nach langen Kriegen herrschte Rom 

Über das gesamte Kulturgebiet das
Auf Kosten der Barbaren und fremder
Kulturen erweitert wurde auch dort
Schuf dann Augustus wieder einen

Universalstaat der noch bis 200
Eine trügerische Scheinblüte hatte
Was er analog für verschiedene
Kulturen auch noch nachweist 

Dies scheint Sprengler zu ähneln 
Doch wird dabei der Gegensatz am
Deutlichsten weil die schöpferische
Kraft auch zerfallend nicht erlischt

Sie besteht in drei Gruppen fort in
Der herrschenden Minderheit würden
Philosophien entstehen und durch
Gebildete Beamte dann realisiert

Nur wenn nicht einmal in dieser
Herrschenden Minderheit genug
Schöpferische Kraft vorhanden ist
Kommen fremde Kulturen zum Zug

Dafür wäre das Reich der Osmanen
Im orthodoxen Christentum also das
Östliche Rom ein Beispiel dagegen
Erzeugte das äußere Proletariat nur

Kriegsbanden und entwickelt daraus
Heldensagen deren Götter selbst eine
Überirdische Kriegsbande bilden wie 
Die Olympischen der Griechen

Manchmal nähmen diese auch eine
Religion an die es nicht selbst noch
Geschaffen hat die aber vom der
Herrschenden Minderheit abweicht

So wurden die Germanen Arianer
Dagegen bildet das innere Proletariat 
Eine höhere Religion aus die wie das
Christentum einer anderen Kultur

Ursprünglich noch entstammt aber
Dann wie beim Universalstaat eine
Universalkirche entwickeln was aus
Rom zu gut bekannt ist durch diese

Beiden hängt die zerfallende Kultur
Mit den neuen zusammen die quasi
Ihre Kinder dann sind so wurden 
Nach einem kulturarmen Interregnum

Aus der griechischen Kultur die zwei
Christlichen östlich und westlich
Geboren doch verbindet eine höhere
Religion oft mehrere Kulturen noch

Diese stehen dann nebeneinander
So sei im Stadium des Zerfalls die
Einzelne Kultur nicht mehr ein für
Sich isolierbares Studienobjekt

Noch deutlicher würde dies bei der
Betrachtung der Spaltung des Geistes
Den Toynbee hier Seele nennt worauf
Philosophisch korrekt verzichtet wird

Aus dieser entsteht erst die Spaltung
Der Gesellschaft auf die Ansprüche
An diesen können entgegensetzte
Antworten gegeben werden also

Eine aktive und eine passive Antwort
Diese wechseln sich in primitiven
Gesellschaften rhythmisch ab in
Wachsenden sind sie harmonisch 

Dabei zusammen werden dadurch 
Schöpferisch erst in zerfallenden
Werden sie unversöhnlich zu dann
Gegensätzen im geistigen Leben

Ausleben und Selbstbeherrschung
Sind ein Beispiel für den Gegensatz
Auf der einen Seite die Feindschaft
Gegen alle Gesetze um sich dafür

Fallen zu lassen und der Lust ganz 
Hinzugeben auf der anderen jede 
Art von Akese zu der dann auch die 
Saure regelmäßiger Arbeit gehört

Wenn sie nicht als notwendig nur
Hingenommen sondern als Zweck
Des Lebens gepriesen wird auch
Fahnenflucht und Märtyrertum

Sind ein verwandter Gegensatz
Tiefer noch ist das zunehmende
Elendsgefühl zerfallender Kulturen
Zwischen Fanatismus und Sünde

Dies unterscheidet sich jeweils
Danach ob die Ursache außerhalb
Oder innerhalb des eigenen Geistes 
Gesucht wird der keine Seele hier ist

jens tuengerthal 12.3.26

Liebeshimmel

Liebeshimmel

Der Liebeshimmel
Scheint verlockend solange
Keine Beziehung

Beginnt das Ziehen
Verziehen sich Gefühle
Lieber schnell wieder

jens tuengerthal 12.3.26

Weltuntergang

Weltuntergang

Der Weltuntergang
Ist verlockend verglichen
Mit der Wirklichkeit

jens tuengerthal 12.3.26

Teeerinnerung

Teeerinnerung

Grüne Vanille
Erinnert immer an den
Schoss einer Liebsten 

jens tuengerthal 12.3.26

Anarchimperativ

Anarchimperativ

Lässt sich die Philosophie des 
Individual Anarchisten Max Stirner
Mit der Moral von Kant verbinden
Der das allgemeine Gesetz sucht 

Nach Kant sollen wir so handeln
Dass unser Handeln zum allgemeinen
Gesetz für jedermann werden könnte
Damit dieses moralisch sein kann

Nach Stirner der seine Welt allein
Auf sich gestellt hat ist die Freiheit
Also ein ohne Gesetz sein erst die
Voraussetzung moralischen Handelns

Ist das Jedermanns Gesetz eine
Norm also das Gegenteil dessen 
Was Stirner für moralisch hielt oder 
Offenbart sie als Näherungswert nur

Wie untauglich alle Gesetze stets sind
Sich aus der selbstverschuldeten
Unmündigkeit jemals zu befreien um
Dem Gewissen folgen zu können

Wer den kategorischen Imperativ im
Lichte der Anmerkung was Aufklärung
Sei liest wird bemerken dass dieser
Das Gewissen über jede Norm stellt

Er gibt damit jedem Gesetz nur eine
Relative Gültigkeit vor dem Gewissen
Außerdem sei dieses der einzig
Taugliche Maßstab sofern aufgeklärt 

Moralisch handelt danach nur wer 
Den Mut hat sein Gewissen als Maß 
Des kategorischen Imperativ zu sehen
Sich dazu selbst mündig machte

Sehen wir Stirners Einzigen nun im
Lichte des Gewissens als Maßstab
Hat er Kant nur zu Ende gedacht
Was ein preußischer Professor da

So nicht offen äußern konnte aber
Ein Junghegelianer einfach wagte 
Nicht Hegel dachte Kant weiter
Es war sein Schüler Max Stirner

Der dessen Buch sein früherer
Kommilitone Karl Marx nicht mal
Mit einer Kritik der Rheinischen 
Zeitung noch würdigen wollte

Viele haben Angst vor dieser
Großen Freiheit wie der schlichte
Dogmatiker Marx der erkannte
Wie gefährlich der Gedanke war

Genau das meinte Kant mit dem
Sapere aude am Ende seiner
Definition was Aufklärung sei
Weil dann kein Gesetz mehr gilt 

Wer aufgeklärt moralisch handelnde
Bürger will ob in Preußen das nicht
Mehr mehr als eine Erinnerung ist
Oder anderswo ist also Anarchist

Nur diese Haltung die auch jeden 
Aberglauben vor dem Gewissen
Damit ablehnt ist erst wirklich frei
Also fähig moralisch zu handeln

Haben wir endlich den Mut uns 
Aus der Unmündigkeit zu befreien
Kant im Sinne Stirners auszulegen
Es könnte wirklich moralisch werden

jens tuengerthal 12.3.26

Seelenlos

Seelenlos

Habe keine Seele
Nicht weil ich sie wie einst 
Der Doktor Faust dem Teufel
Verkauft hätte an den ich
So wenig glaube wie an 
Gott oder eben die Seele
Sondern weil die Annahme
Einer solchen und der mit ihr
Verbundene Aberglaube meine
Freiheit beschränkte der seine 
Welt mit Max Stirners Einzigen
Auf sich gestellt hat was erst
Freiheit bedeutet die uns so 
Aus der Unmündigkeit befreit 
Also erst moralisches Handeln
Im Sinne des kategorischen
Imperativ uns ermöglichte
Keine Seele zu haben macht
Erst frei und ermöglicht allein
Die Grundlage moralischen
Handelns was die Seele als
Nur alberner Aberglaube der
Sich auf höherer Mächte beruft 
Ausschließt weil sie logisch
Unfrei macht wie behauptet
Es gäbe ein Sein über der 
Nur Natur in der keine Seele 
Nachweisbar ist warum sie nur 
Unfreier Aberglaube ist von
Dem Mensch sich besser
Befreite frei künftig zu leben 
Natürlich menschlich zu sein
Was Grund genug wäre den 
Albernen Aberglauben an eine
Seele endlich aufzugeben um
Natürlich Mensch zu sein

jens tuengerthal 12.3.26



Mittwoch, 11. März 2026

Versgedanken VI

Versgedanken VI

Montaigne denkt an die Frauen des
Königreichs Pegu in dem diese sich 
Mit nichts als einem vorne noch weit
Geschlitzten Tuch bedecken so dass

Bei ihnen mit jedem Schritt den sie
Tun alles ganz zu sehen ist was nur
Der Form halber noch Schicklichkeit
Wahrt sich aber real immer offen zeigt 

Diese behaupten zwar sie seien auf
Diesem glücklichen Einfall gekommen
Die Männer von ihrer Vorliebe für sich 
Wie sie dort üblich sei abzuhalten 

Montaigne meint dass sie damit mehr
Verlieren als gewinnen da der volle
Hunger heftiger wirke als jener der
Durch die Augen vorgesättigt wurde

Wie obigen Indianerinnen erging es
Auch Livia die meinte für eine ganz
Tugendhaften Frau sei ein nackter
Mann nicht heißer als kalter Marmor

Die Spartanerinnen dagegen meint 
Montaigne die noch jungfrâulicher
Als ihre Jungfrauen waren sahen 
Die jungen Männer noch täglich

Nackt ihre Leibesübungen verrichten
Bedeckten ihre Oberschenkel auch
Nicht weiter weil sie sich ihrer Tugend
Auch so sicher genug noch waren

Während bei ihnen heute die
Reifröcke das Tugendwächteramt
Erfüllen sollten das jede körperliche
Annäherung damit ausschlösse

Welch Illusion und welch naives
Vertrauen in bloße Förmlichkeiten
Einen weibliche Formen betonenden
Reifrock als Tugendwächter zu sehen

Dagegen glaubten jene besonders
An die Verführungskraft der Nacktheit
Die es wie der heilige Augustinus für 
Möglich hielten dass am Tage des 

Jüngsten Gerichts die Frauen als
Männer auferstehen um uns auch so
Entrückt noch zu verführen ob darum
Frauen falls sie einmal beginnen zu

Theoretisieren in diesen Dingen dann
Meinen dass Männer sich genauso in
Frauen verwandeln können ist noch
Offen zu Montaignes Zeiten während

Unsere darüber nur lachen können
Wie die Schriften des Augustinus
Ernsthaften Menschen nur als ein
Witz eines Mystikers vorkommen

So versuchten wir mit allen Mitteln
Sie zu ködern und scharf zu machen
Reizen ihre Phantasie ohne Ende und
Schreien dann Zeter und Mordio

Besser meint Montaigne gestehen wir
Die Wahrheit dass kaum wer unter 
Uns der die Schande die ihm durch
Fehltritte seiner Frau droht nicht 

Stärker fürchtet als die durch sein
Eigenes Verhalten verursachte dem
Es dabei weitaus mehr um die 
Reinheit des Gewissens seiner Gattin

Geht als das eigene je zu bedenken
Lieber Dieb und Mörder wäre oder der
Gatte einer solchen gar als dass sie
Nur irgend weniger keusch wäre

Während die Frauen lieber noch ihr
Geld verdienten oder auf dem Feld
Ruhm ernteten in der Schlacht statt 
Ständig auf der Hut sein zu müssen

Glaubt ihr sie sähen nicht wie sich 
Jeder zu gerne in dieses Vergnügen
Noch stürzte alles dafür riskierte
Fragt Montaigne die Männer nun

Die Zuordnung der Laster sei einfach
Ungerecht so gäbe es tausende viel
Schändlichere Verfehlungen noch als
Die Sinneslust natürlich auszuleben

Doch bewerteten wir die Laster nicht
Nach ihrer Natur sondern allein nach
Eigennutz daher bekommen sie die
Vielen ungleichen Ausprägungen

Unsere Moral mache die Hingabe
Der Frauen zu einem schwereren
Laster als es nach der Natur ist
Beschwört darum Folgen herauf 

Die schlimmer sind als ihre Ursache
So fragt er sich ob die Taten von 
Caesar und Alexander an Härte je
Der Standhaftigkeit einer jungen Frau

Gleichkommen die auf diese Art
Erzogen wurde im reizvollen Treiben 
Der Gesellschaft sich ungerührt zeigt
Um ihre Reinheit zu bewahren

Es gäbe kein dornenreicheres Tun
Als dies keusche Nichtstun er fände 
Ein Leben lang eine Ritterrüstung 
Tragen leichter als Jungfernschaft 

Das Gelübde der Keuschheit sei
Von allen das härteste da am
Schwersten einzuhalten so sagte 
Hieronymus der Teufel liege in 

Den Lenden wo er sich teuflisch
Wohl zu allen Zeiten fühlte was 
Beim Ausblick dort verständlich
Aber stets ein weites Feld ist

So hätten wir zweifellos noch die
Mühsamste und am meisten Kraft 
Erfordernde aller menschlichen 
Pflichten den Damen aufgebürdet 

Doch sollten sie daran festhalten
Weil es doppelten Nutzen böte
Sie könnten uns widerstehen und
Moralischen Vorrang beanspruchen

Was ihnen meint Montaigne nicht nur
Höchste Achtung einbringen würde 
Sondern auch mehr Liebe am Ende
Was taktisch sehr klug klingt

Doch fragt sich der heutige Leser
Und wieviel mehr vermutlich noch
Die heutige Leserin wie sind solche
Ratschläge moralisch zu bewerten

Wird ein ritterlicher Mann abgewiesen
Gibt er darum keineswegs auf falls es
Um Sittsamkeit und nicht um Rivalen
Willen geschieht denn wir mögen 

Noch so sehr drohen fluchen jammern
Alles Lüge denn wenn wir lieben dann 
Lieben wir Frauen darum um so mehr
Wie sie uns ein wenig widerstehen

Was in heutigen Zeiten doch eher
Fraglich erscheint in denen nur ja
Ja heißen soll und alles andere als
Belästigung ausgelegt werden kann

Nichts wirkt verlockender noch als
Gelassene Selbstsicherheit die sich
Hinter keiner kalt abweisenden Miene
Noch verschanzen muss so sei es

Würdelos und dumm weiter gegen
Verachtung und Hass anzudringen
Doch eine tugendhafte Haltung lädt 
Mit Wohlwollen zum Wettstreit ein

Frauen dürften ohne ihrer Ehre damit
Abbruch zu tun unserem Werben bis
Zu einem gewissen Grad schon auch
Erkenntlich zeigen uns fühlen lassen

Dass sie uns nicht gering schätzen 
Warum sollten sie uns auch kein
Gehör schenken solange es sich in
Den Grenzen des Schicklichen hält 

So sagte eine kluge Königin unserer
Tage sich jeder Annäherung von
Vornherein zu verschließen sei ein
Zeichen von Schwäche und zeige nur

Die eigene Verführbarkeit wie eine
Frau die ihre Keuschheit noch keiner
Bewährungsprobe aussetzte sich
Dieser auch nicht rühmen dürfte

Die Grenzen der Ehrbarkeit seien 
Nie so eng gezogen dass sie keinen
Spielraum böten denn sie gehen in
Einen Streifen Niemandsland über

Diesen zu nutzen sei noch keine
Übertretung während ein Mann der
Eine Frau in den innersten Gürtel
Ihrer Festung treibt ein Dummkopf sei

Der Wert eines Sieges bestimme 
Sich nach der Schwierigkeit wer 
Wissen will wie tief der Eindruck war
Den er bei einer Frau hinterließ 

Der messe von ihrer Tugendhöhe aus
So gibt manche mehr die weniger gibt
Der Wert einer Gunst bemisst sich 
Allein nach ihrem Beweggrund noch

Alle anderen Umstände besagen
Nichts da sie zufällig unwesentlich
Sind weniges kostet eine mehr als
Andere ihr alles dass sie leicht gibt

Wenn irgendwo meint Montaigne
Seltenheit über den Wert einer Sache
Entschiede dann hier seht darum nie
Darauf wie wenig ihr nur bekommt

Schaut lieber wie wenige es haben
Wie sich der Wert einer Münze je
Nach Prägung und Beizeichen ändert
Seltenheit eben kostbar macht 

Egal was verbitterte Männer auch
Vorbringen würden an Verleumdung
Tugend und Wahrheit würden doch 
Stets siegen so habe er erlebt 

Wie junge Frauen allein durch große 
Standhaftigkeit also Nichtstun sich
Ihren guten Ruf zurück eroberten 
Nachdem sie als anrüchig galten

Als Platon gesagt wurde die Leute
Redeten schlecht über ihn meinte
Er lass sie reden er werde so leben 
Dass sie ihren Ton bald ändern

Heute jedoch verfällt Montaigne am
Ende in das Jammern alter Leute über
Die schlechten Zeiten sollten Frauen
Gottesfurcht und Tugend zeigen was

Ein zu lächerlicher Maßstab ist ihn
Zu kommentieren doch findet er die 
Verkommenheit der Zeit schlimmer
Noch als sie in seiner Jugend waren

Es ist das typische klagen alter Leute
Über die schlimme Jugend vor dem
Wegzulaufen meist klüger ist was zu
Montaigne eher überhaupt nicht passt

Was früher von Liebschaften ganz
Geheim nur dem besten Freund
Erzählt wurde sei heute eher ein
Öffentliches Thema geworden 

Alle brüsteten sich öffentlich mit
Der ihnen von dieser oder jener
Erwiesenen Gunst wovon sich
Kluge Frauen besser enthielten

Zwar ist dem Schluss der Enthaltung
Am Ende zuzustimmen aber die
Begründung war dünn peinlich das
Kann der kluge Franzose besser

jens tuengerthal 11.3.26

Liebesbedarf

Liebesbedarf

Es braucht immer mehr 
Liebe als Hass um glücklich
Leben zu können 

jens tuengerthal 11.3.26