Montag, 17. Februar 2025

Rückzugskultur

Rückzugskultur

In Zeiten zunehmender Polarisierung
Mit Hass und Kriegen könnte Rückzug
Das Mittel der Wahl sein zu genießen 
Was uns noch an Leben bleibt statt 
Teil des hysterischen Wahnsinn noch
Länger zu sein und dabei Partei für
Die eine oder andere Seite zu nehmen 
Sich lieber vornehm zurückhalten als
Sich unnötig aufzuregen denke ich
Es braucht weniger von allem auch
An Geschrei was den Wahnsinn nur
Weiter noch wachsen lässt der die
Unerträgliche Situation verursachte
Es ist richtig sich den Extremisten
Als ruhige Mitte entgegenzustellen
Besser noch lassen wir sie ins Leere
Ihrer hysterischen Welten laufen um
Lieber die feine Kultur zu fördern
Gute Bücher schöne Musik wie
Gedichte die uns bereichern so
Eine Perspektive in der Finsternis
Eher geben können was genügt

jens tuengerthal 17.2.25

Antisemitismusbär

Antisemitismusbär

Tilda Swinton erhielt den Ehrenbären
Kam dazu sogar zur Berlinale obwohl
Sie vorher einen Boykottaufruf des BDS
Gegen die Berlinale öffentlich teilte

Damit wurde in Berlin eine bekennende
Antisemitin geehrt denn zum BDS gehören
Hamas und Hisbollah was eine neue
Verletzung der Solidarität zu Israel ist

Es darf nicht normal sein und einfach
Beklatscht werden wenn hier eine
Antisemitische Organisation öffentlich
Unterstützt wird von Gegnern Israels

Wer dies tut und dieser Meinung ist
Mag diese haben und verteilen aber
Nie in Deutschland geehrt werden
Von staatlich finanzierten Festivals

Vor allem anderen bedarf es nun
Eine deutliche Abgrenzung unserer
Regierung wie die Aufforderung den 
Unverdienten Preis zurückzugeben

Solidarität mit Israel ist deutsche
Staatsräson wer dagegen verstößt
Verdient keine öffentliche Ehrung
So gut die als Schauspielerin sein mag

jens tuengerthal 17.2.25

Lektürentagebuch 17.2.25

Lektürentagebuch 17.2.25

Weiter geht die Fahrt durch Berlin
Franz Hessel besichtigt dabei die
Jüdischen Viertel der Stadt zuerst
Das ehemalige das nur sagenhaft

Von Verfolgung wie Vertreibung und 
Rückkehr berichtet wobei der Autor
Ganz nebenbei noch unter
Den Kurfürsten die sie dann doch

Immer wieder und sei es nur des
Geldes wegen gen Berlin oder 
Cölln doch riefen und wie heute
Zur Zeit der Entstehung also vor

Rund hundert Jahren die Juden
Die aus dem Osten kommen zuerst
Im armen Scheunenviertel leben bis
Die Schläfenlöckchen abgeschnitten

Sie angepasst erfolgreich normal
An der Börse meist auch landen 
Berichtet von diesem eigenen wie
Anderen dort Lebensraum noch

Wer im heutigen Berlin so etwas
Seltenes sehen will kann um die
Synagoge in der Rykestraße etwa 
Die Orthodoxen noch beobachten 

Dort bildet die Lauder Foundation
Rabbiner für Osteuropa noch aus
Die in Berlin sonst selten nur mehr
Im Straßenbild zu sehen sind

Spannend ist wie Franz Hesel der
Aus einer reichen jüdischen Familie
Aus Stettin stammte wo der Vater
Bankdirektor gewesen war dies sieht

Ein Autor der während seiner wilden
Münchner Studienjahre sehr eng mit
Franziska zu Reventlow war und im 
Kreis um Stefan George verkehrte

Doch hier geht es zum Glück noch
Um Berlin das Hesel hier verkleidet
Als Tourist erkundet auch wenn er
Bereits mit acht Jahren hierher zog 

So plaudert der Autor über seine
Heimat in der er zur Schule ging
Sehr vertraut mit großer Kenntnis
Wie immer wieder Augenzwinkern


Der große Moment im Zauberberg
Zumindest schien er mir immer so
Auch wenn andere die Schneeszene
Für den Schlüssel zum Werk halten

Ist es als Hans sich den natürlich
Silbernen Drehbleistift von seiner
Verehrten Clawdia Chauchat leiht
Sie dazu die Köpfe zusammenstecken

Wenige Seiten nur sind es bevor sie
Auf französisch was ich damals bei
Der ersten Lektüre 1989 noch nicht
Verstand die Köpfe zusammenstecken

Der Schlüssel zur erotischen Szene
Die ein kleines süßes Geheimnis bleibt
Scheint mir bis heute ganz zentral
Vielleicht weil ich Rothaarige mag 

Wie wichtig diese Stelle im Werk
Des Thomas Mann wirklich ist
Der Damen weniger reizvoll fand
Als die Knaben was er sich nur 

Literarisch immer wieder gestand
Real auch Katias wegen nie tat 
Auch wenn sich ganze Bücher
Um seine Sexualität heute drehen 

Diese war mir immer so egal wie
Die Neigung zu Knaben eher fremd 
Der ich die Damen verehre wie Mann
Als Literat nicht als Eotiker verehre

Diese eine Stelle deren Vorspiel ich
Heute genüsslich las ist dabei eine
Kleine feine Ausnahme sie bleibt
Erotischste Weltliteratur immer

Dies nicht weil es nun französisch
Wird um das Geheimnis der Lust
In der Sprache der Leidenschaft
Schöner noch zu verkleiden 

Sondern weil der Vollzug dieser
Sich über viele Seiten schon 
Ankündigenden Lust aus einer
Genial inszenierten Spannung kommt

jens tuengerthal 17.2.25

Liebesverloren

Liebesverloren

Die verlorene
Liebe schmerzt immer länger 
Als sie schön je war

Weise ist darum
Wer ohne verlieben lebt
Verliert weniger

jens tuengerthal 17.2.25

Wertlost

Wertlost

Bleibende Werte
Sind Illusionen es reicht
Alles was uns bleibt

jens tuengerthal 17.2.15

Wechselmodell

Wechselmodell

Veränderung bringt
Immer Unruhe mit sich
Kaum Wechsel lohnte

jens tuengerthal 17.2.25

Wiederholungen

Wiederholungen

Leben wiederholt
Immer gleiche Geschichten
Wohlstandsgejammer

jens tuengerthal 17.2.25

Lebensliebe

Lebensliebe

Ist es natürlich das Leben zu lieben 
Oder ist das irrationaler Unsinn nur
Der die Augen vor der Realität die
Wenig rosig nur ist verschießt 

Kann fehlende Liebe zum Leben
Krank genannt werden oder ist sie
Schlicht vernünftig und logisch
Gibt es eine verbindliche Antwort

Vermutlich mal wieder nicht weil es
Um Gefühl geht was immer herzlich
Unverbindlich wie nie beweisbar bleibt
Versuche dazu nur vom Ende künden

Wir sind längst zu viele Menschen
Es bräuchte weniger von uns die
Noch dazu viel weniger Energie 
Wie Lebensraum verbrauchen

Die Aussichten sind bescheiden
Autoritäre Mörder kommen wohl
Straflos davon und die USA regiert 
Ein ungebildeter Vergewaltiger

Immer mehr Menschen bejubeln
Diesen mir fremden Weg will ich
Mit solchen ein Leben teilen oder
Betrachte ich es zu lieblos

Doch gibt es noch gute Bücher
Welche der Lektüre wert sind
Was das Bleiben lohnen könnte
Die Zeit schön zu verbringen

Ansonsten wüsste ich nichts was
Guten Gewissens der Erhaltung
Um jeden Preis noch wert wäre
Vermute eher das Gegenteil

Wir sollten uns nicht mehr
Weiter fortpflanzen unsere
Bloße Existenz zerstört genug
Was ist da noch der Erhaltung wert

Gründe das Leben zu lieben
Wie es zu genießen sehe ich
Schon lange keine mehr was
Aber vermutlich dahinstehen kann

Vernünftige Gründe für Liebe gab es
Noch nie so wenig wie eine logische
Begründung zum Glück manchmal
Nur tun wir es einfach trotzdem

Es lohnt eigentlich nicht
Schadet mehr als es nutzt 
Aber hört dennoch nicht auf
Dann können wir es auch lieben

Zumindest macht die völlig 
Unsachliche wie unlogische
Erklärung der Lebensliebe was
Bleibt scheinbar schöner

Mehr an Gründen gibt es nicht
Wem das nicht genügt dem ist auch
Mit Medikamenten nicht zu helfen aber
Zumindest endet es irgendwann sicher

jens tuengerthal 16.2.25

Sonntag, 16. Februar 2025

Enthaltsamkeit

Enthaltsamkeit

Während sich hierzulande noch
Die Kandidaten in Wahlsendungen
Beschimpfen als müssten sie nicht
Bald zusammenarbeiten übe ich
Lieber Enthaltsamkeit zum Thema

Sich nicht aufregen zu lassen was
Nie eine vernünftige Entscheidung
Gebracht hat und gewinne dabei
Gelassenheit die weit mehr lohnt
Als alle Versprechen für egal wen 

Politik ist die Kunst des Machbaren 
Bei der Leitung der Verwaltung
Der natürlich enge Grenzen durch
Natur Gesetze Europa gesetzt sind
Wo radikale Wechsel drohen ist

Der Schaden größer als der Gewinn
Wie es die USA der Welt zeigen
Möge uns dies erspart bleiben
Wo Politik unauffällig verwaltet 
Erfüllt sie ihre Aufgabe gut

Übe mich darum lieber nun in
Politischer Enthaltsamkeit bis
Nächsten Sonntag achtzehn Uhr
Den Irrsinn gut zu überstehen
Was ich wähle weiß ich längst

Schon der gute Michel de Montaigne 
Hielt sich aus den Glaubenskriegen
Seiner Zeit weitestgehend heraus
Um Könige neutral zu beraten sein
Denken blieb uns in Erinnerung

Auf Philosophen zu hören könnte
Helfen der Polarisierung besser
Zu entkommen statt unnötig noch
Weiter gefährlich zu zündeln

jens tuengerthal 16.2.25

Lektürentagebuch 16.2.25

Lektürentagebuch 16.2.25

Die vierzehnte Geschichte im alten
Indischen Papageienbuch von der
Liebe der Lust und ihren Tricks mit
Viel Freude wieder gelesen

Es ging um die Ehefrau die ihren
Mann ständig verspottet und betrügt
Wie er sich darüber bei ihren Verwandten
Beschwert was sie wiederum zurückweist 

Behauptet einfach dreist wie es die
Erfahrenen Betrüger gerne tun das
Gegenteil und unterstellte ihrem Mann
Sie ständig mit allen zu betrügen

Es wird beschlossen nächste Nacht
Solle entschieden werden wer lügt
Was sie nicht am ausgehen hindert
Als ihr Gatte eingeschlafen ist

Dieser erwacht und bemerkt dabei
Die Abwesenheit seiner Frau worauf
Er aufsteht und die Tür verriegelt 
Damit er sie überführen könne

Als sie frisch gevögelt dann heimkehrt
Kann sie nicht ins Haus und setzt sich
Vor die Tür und beklagt laut ihr Schicksal
Verkündet sich umbringen zu wollen

Dazu wolle sie sich in den Brunnen
Stürzen geht auch zu diesem nimmt
Einem schweren Stein den sie mit
Lautem Schwung hinein wirft

Dies hört der erschrockene Mann
Läuft aus dem Haus zum Brunnen
Was sie nutzt ins Haus zu schlüpfen
Wie die Tür von innen zu verriegeln

Als er nun verzweifelt zurückgekehrt
Findet er die Tür verschlossen als sie
Auf sein Klopfen öffnet fallen beide
Sich glücklich versöhnt in die Arme

Damit war der Streit durch weibliche
List gelöst worden und keiner der beiden
Konnte ein reines Gewissen haben aber
War um das geteilte Glück bemüht

Wieder eine der typischen Geschichten
In denen starke kluge Frauen ihrer
Körperlichen Lust folgen um so alles
Was sie wollen frei zu genießen

Die Männer sind naive Narren die
Mit Macht um ihre Liebe kämpfen
Was selten zielführend ist doch sie
Als hoch emotional dabei offenbart

Wie sehr dieses Bild das die hier
Klassischen Geschlechterrollen 
Frech umkehrt realer ist sei als
Betroffener lieber dahingestellt

Jedenfalls lohnen die Geschichten
Als kleine erotische Häppchen aus
Einer alten Kultur sehr als Genuss 
Für die gemeinsame Lektüre

Wer sich dabei besser erkannt fühlt
Könnte viel über die Chancen es gut
Miteinander auszuhalten offenbaren
Falls das jemanden noch interessiert 


Der Arabische Diwan führte mich heute
In die Welt von Antara ibn Schaddâd ein
Des schwarzen Ritters wie ihn ein
Zeitgenössisches Comic gerade nannte

Als Sohn einer afrikanischen Sklavin wie
Eines arabischen Adeligen vom Stamme
Der Abs kämpfte er sich erfolgreich nach
Oben in der Stammeshierarchie 

Das Lied Antaras um Liebe Kampf
Aufstieg und Erfolg ist eines der wohl
Berühmtesten der arabischen Lyrik
Das sogar der Prophet schon lobte 

Über die reale Figur ist wenig bekannt
So werden die Sagen um ihn wie die
Geschichte aus seinen Versen als
Quelle zu seinem Leben genommen

Ein offensichtlich dunkelhäutiger der
Von Geburt her ein Sklave wäre hat
Durch Intelligenz und Mut sich das
Vertrauen des Vaters erarbeitet

Noch unfrei verliebte er sich in eine
Kusine die unnahbar fern ihm war 
Doch sein Erfolg als Krieger in den
Stammeskriegen wie als Dichter

Brachte die Wende im Leben
Was ihn der Liebe Glück bescherte
Ein wunderbar verwobenes Gedicht
Was auch Goethe lobte und liebte 


Eine kleine feine Skizze von Franz Hesel
Unter den Titel Filmbörse wiederum aus
Persönliches über Sphinxe gelesen wie
Seine feine Beobachtung bewundert

Mit der frisch aus Bulgarien nach
Berlin gekommenen Pekka geht
Der Erzähler zur Filmbörse wo die
Rollen der Zukunft verteilt werden

Erfährt von der guten Frau die alle
Persönlich und mit Rollen kennt
Räumlich getrennt sitzen dort die
Männer und Frauen und warten

Einige spielen auch wartend noch
Ihre Rolle weiter erzählen welch 
Große berühmte Diva sie waren
Wie sie sich nun auch bemühten 

Dann kommt ein Regisseur mit
Assistenten suchte welche und
Zwei sehr spezielle wollte er
Der Rest ging wieder leer aus


Ein wenig in das erste Kapitel
Der Walter Benjamin Biografie
Von Lorenz Jäger hineingelesen
Das von seiner Herkunft erzählt

Vom jüdischen Elternhaus zur
Ersten Erzählung als Fragment
Vom wohl jüdischen Händler
Ordnet Jäger die Herkunft ein

So Benjamins Abneigung gegen
Die nur Geldgeschäfte des Vaters
Nach Verkauf seines Anteils am
Kunst-Auktionshaus als Privatier

Wo ist hier das Vorurteil real das
Benjamin an seiner Herkunft mit
Scham auch zweifeln ließ oder
Soll er zur Widerlegung werden


Kurz noch in Franz Hessels ein
Flaneur in Berlin eingetaucht um
Mit ihm durch das Nikolaiviertel
Zu flanieren wie zu lernen 

Von der angeblich ältesten Kirche
Die Sankt Nikolaus geweiht wurde
Steht von 1380 nur ein wenig des
Granit im Fundament des Turms 

Ob darum Sankt Marien die wenig
Weiter am Alex steht diesen Titel
Für sich beansprucht ist unklar
Spielt für Hessel keine Rolle

Denke an die geliebte Architektin
Welche mir davon einst erzähle aber
Das wäre ein anderes Kapitel wohl
Als Franz Hessel heute erzählte

Das alte noch mittelalterlich geprägte
Nikolaiviertel hatte einige der ältesten
Wie kleinsten Häuser Berlins noch
Heute sind es verkleidete Plattenbauten

Schöne Anekdoten und Sagen erzählt
Der noch immer auf Stadtrundfahrt sich
Befindende Erzähler und Autor hier die
Jede schön die Lektüre für sich lohnte 

Die Fortsetzung der Fahrt nun nach
Neu-Kölln wie es bei Hessel heißt das
Über die Inselbrücke am Damm erreicht
Werden kann verwirrte heutige Berliner 

Es ging dort ins heutige Kreuzberg
Wo nur noch einige der hier schön 
Beschriebenen Bauten noch zu finden
Sind doch dafür lohnt die in Lektüre

Hessels Blick auf seine Berlin das er
Als Tourist neu betrachtet ist fein
Geht vom Grundriss zum Detail das
Zu den alten Sagen uns führt

Was davon ist Kindheitserinnerung
Welche Geschichten hörte er noch
In der Schule im Kaiserreich was
Ergänzt er durch neue Lektüre

Unerkennbar verschlüsselt der Autor
Seine Quellen als Flaneur in Berlin
Legt sogar verwirrende Fährten noch
Aber unterhält dabei ganz wunderbar

Warum wurde ich lieber Dichter statt
Als Historiker unter Quellen mich zu
Begraben denke ich der wie Hessel
Zu gern Sage und Phantasie mischt

Auch durch uralte Quellen belegbare
Sagen sind nichts als Produkte der
Reichen Phantasie immer auch was
Manche wenn belegt vergessen

Historikerinnen protokollieren nur was
Autoren leben und tanzen lassen
Die mir näher liegende Tätigkeit ist
Sich eine eigene Welt zu machen

jens tuengerthal 16.2.25

Teeverliebt

Teeverliebt

Liebe meinen Tee
Am Morgen über alles
Noch horizontal

jens tuengerthal 16.2.25

Todestag

Todestag

Russland bleibt weiter
Stalinistischer Terror 
Ganz ohne Freiheit

jens tuengerthal 16.2.25

Vorstellungsvermögen

Vorstellungsvermögen

Vermögen wir uns
Vorzustellen weiss jeder
Danach wer wir sind

jens tuengerthal 16.2.25

Verschoben

Verschoben

Tage die morgens
Erst enden sind ganz seltsam
Danach verschoben

jens tuengerthal 16.2.25

Lustlächerlich

Lustlächerlich

Wie lächerlich machen wir uns
Beim Bemühen um Lust und
Ist der Vollzug nicht noch komischer
Überlege ich während ich hier noch
Das Bemühen umeinander beobachte
Was nach sich wiederholenden Schemen
Immer abläuft die sich beim Vollzug 
Naturbedingt noch mehr ähneln
Dennoch scheint es uns sobald
Der Virus der Lust uns infiziert
Als völlig natürlich wie zugleich
Das dringendste auf der Welt
Auch wenn ich meinen Großvater
Heute noch mehr zustimmen muss
Der einst lachend zu mir sagte 
Im richtigen Moment sitzt das Hirn
Im Hintern und hilft schieben was
Die ganze Lächerlichkeit unseres
Tuns dabei treffend offenbart aber
Vielleicht hilft es darüber zu lachen
Wir sind dabei komische Tiere die
Ihrem Verstand vorher abgaben
Und wenn es uns dann befriedigt 
War wohl alles gut so und mehr
Bleibt vom Sex danach selten

jens tuengerthal 16.2.25

Liebesbuhlen

Liebesbuhlen

Liebe buhlt um Aufmerksamkeit
Für ein Gefühl was keiner der
Nicht emotional beteiligt ist je
Wirklich verstehen kann

Selig sind wir dabei wo uns
Geliebte diese schenken aber
Schnell vom zuviel genervt
Wenn das Ziel einmal erreicht

Ob das Buhlen allein uns die
Andere viel wichtiger finden lässt
Schöner interessanter besser
Fragt sich nie wer verliebt

Es scheint uns was nur auf
Gefühl berührt schlicht wahr
Gerne noch mit objektiven
Gründen für unser Empfinden

Alles tun wir attraktiv zu wirken
Betreiben eine lächerliche Show
Die wir für gutes Marketing halten
Über die nur nicht lacht wer verliebt 

Viel attraktiver wären wir dabei
Zurückhaltender irgendwie cool
Warum Desinteresse erfolgreich ist
Intensives Bemühen eher nie

Wem dies reizvoll erscheint
Die wollten vorher schon werden
Auch davon nicht abgeschreckt
Was wir uns ungern eingestehen

Der Erfolg scheint den Unsinn
Der dabei veranstaltet wird noch
Zu bestätigen und ist doch meist
Nur ein dennoch keine Folge 

Die Buhlerei scheinen wir als
Prüfung für schlechtere Zeiten
Eher überstehen zu müssen
Sind aber vom Gegenteil überzeugt

So beruht viele Liebe auf großen
Irrtümern zu unserer Attraktivität
Solange sie diese übersteht kann
Der schlechte Anfang helfen

Wer sogar das eher lächerlich
Offensichtliche Balzverhalten der
Zweibeiner übersteht könnte so
Aussicht auf Kontinuität bieten

Ob es hilft sich bewusst zu machen
Dass wir eher trotzdem geliebt werden
Könnte vermutlich fraglich sein doch 
Darüber lachen können macht attraktiv 

So ist die Buhlerei um Liebe meist
Eher lächerlich aber vielleicht nötig
Die nervigen Seiten auszuhalten
Wer wen womit erobert bleibt unklar

Sitze im der Bar und beobachte es
Lache grinsend in mich hinein
Froh diesmal unbeteiligt zu sein
Am Theater um die Liebe hier

jens tuengerthal 16.2.25