Sonntag, 12. Oktober 2025

Preußenausflug

Preußenausflug

Heute einen wunderbaren Ausflug nach
Preußen oder in die Geschichte gemacht
Dazu bei schönstem Herbstwetter durch
Die bunten Alleen der Mark gefahren

Am Helmholtzplatz von einem ebenso
Historisch interessierten Freund zum
Ausflug abgeholt worden der zuerst ins
Brandenburg Preußen Museum führte 

Dieses ist ein Privatmuseum das von 
Dem Privatbankier Erhardt Bödecker
Im Jahr 2000 gegründet wurde das er
Bis 2013 selbst leitete aber 2016 starb

Der Gründer steuerte für den Anfang
Selbst 200 Objekte aus seiner privaten
Sammlung bei geriet aber wegen teils
Antisemitischer Aussagen in die Kritik

Das Museum geht inzwischen mit der
Eigenen Gründungsgeschichte kritisch
Wie offen um nachdem 2013 der Sohn
Andreas Bödecker die Leitung übernahm 

Seit 2020 leitet Christian Arpasi das 
Museum der vorher Bereichsleiter in
Schloss Sanssouci war es kooperiert 
Heute auch mit vielen Schulen 

Sein Schwerpunkt liegt dabei in der
Museumspädagogik die gut durch die
Preußische Geschichte unter dem Haus
Hohenzollern von Mittelalter bis 1918 führt

Viele anschauliche Objekte verdeutlichen
Mit verständlichen Texten den Weg von der
Mark Brandenburg nach Preußen das erst 
Nur der Name einer östlichen Provinz war

So geht es um die Geschichte der Mark
Brandenburg die ein Kurfürstentum war
Wie es christianisiert wurde und erst nach
Auflösung des Deutschen Ordens auch

Ostpreußen das später den Namen des
Ganzen Königreiches bestimmte weil die
Könige von Preußen erst nur Könige in 
Preußen waren was sich einst noch der

Großvater von Friedrich II. genannt der
Große teuer erkaufte worüber der Enkel
In seiner Geschichte deutlich lästerte
Doch Friedrich selbst wurde der erste

König von Preußen was erst durch die
Polnische Teilung mit Landeverbindung
Zur östlichen Provinz erreicht wurde
Also einen eigentlich illegalen Raub

All dies wird durch Texte und Objekte
In der gerade nur im Obergeschoss
Befindlichen Ausstellung erläutert während
Das sonst zentrale Erdgeschoss gerade 

Zum Aufbau einer neuen Ausstellung
Für Besucher gesperrt ist und aber
Dennoch vom sehr zuvorkommenden
Personal kurz als Baustelle gezeigt wurde

Es wird die preußische Geschichte mit
Ihrem industriellen Aufstieg gezeigt wie
Die Ideen genialer Erfinder die erst den 
Aufstieg der Provinz zur Weltmacht zeigen 

Dazu gehört auch die Revolution von 1848
Wie der schlesische Weberaufstand und
Die Bedingungen der Spielzeugproduktion 
Vielfach noch durch Kinderarbeit auch

Auch der Untergang dieser Weltmacht mit
Abdankungsurkunde von Wilhelm II. wie
Einem im 1. Weltkrieg verstümmelten 
Soldaten sind Teil dieser Geschichte

Die Erläuterungen zeigen auch wie dann 
Preußen zur Republik wurde durch die
Doppelte Ausrufung dieser welche
Ein Friedrich Ebert noch nicht wollte

Völlig fehlt leider eine Erwähnung des
Freistaat Preußen des größten Landes
Im Bundesstaat der Weimarer Republik
Was einen Teil preußischer Geschichte

Damit völlig ausblendet auch kam der 
Widerstand gegen Hitler vielfach aus
Alten preußischen Familien was zur
Positiven Geschichte Preußens gehörte

Wann Preußen wirklich endete ob mit
Dem Alliierten Kontrollratsbeschluss im
Jahre 1947 oder kulturell nie weil die 
Idee einer preußischen Kultur lebt 

Ein lehrreicher und schöner Besuch
Dennoch in einem Museum das die
Preußische Geschichte gut erläutert
Auch kritisches nennt zu empfehlen ist


Vom Preußen Museum ging es über
Wunderbare herbstliche Alleen nach
Bad Wilsnack zur Wunderblutkirche
Einer im Mittelalter ganz wichtigen

Station auf dem Jakobsweg wie mit
Seinem Bluwunder einer der drei
Wichtigsten Pilgerorte für eine Zeit
Die 1383 mit einem Feuer begann war

So soll der Ritter Heinrich von Bülow
Das Dorf Wilsnack abgebrannt haben
Die Bewohner fanden Zuflucht noch in 
Groß Lüben als der Legende nach

Der Pfarrer eine Stimme hörte die ihn 
Zur Rückkehr aufforderte um in der völlig
Zerstörten Kirche eine Messe zu lesen
Worauf er drei blutige unversehrte Hostien 

Auf dem Altar von Sankt Nikolai fand
Die bald eine der größten Wallfahrten
Für das Santiago des Nordens auslöste
Gläubige aus ganz Europa dabei anzog

Ob diese blutigen Hostien nun wirklich
Das Blut Christi zeigten wie Gläubige
Überzeugt waren oder Wahn Wichtigtuerei
Wie wirtschaftliches Kalkül zeigten war

Schon bald unter Theologen umstritten
Was den Schwarm der Pilger nicht aufhielt
Die Echtheit wurde aus Rom mit einer
Urkunde dazu noch belegt was genügte

Schließlich übergab der protestantische
Pfarrer welcher der erste nach der
Reformation dort war 1552 die Hostien
Dem Feuer den Spuk zu beenden

Dafür bekam dieser großen Ärger da
Die Stadt durch Gastronomie und Hotels
Reich geworden war und nur ungern
Auf die Einnahmen durch Pilger verzichtete

Heute kann der Besucher der Kirche
Die evangelisch blieb den Hostienschrein
Leer in einer durch rote Fenster lebendig
Inszenierten Kapelle betrachten ohne

Das Wunder passieren oder noch zu
Erwarten wären was wie die Kirche selbst
Ein kulturhistorisch lohnender Besuch ist
Oder zum jährlichen Pilgerfest kommen 

Die Kirche selbst ist evangelisch nüchtern
Hat aber einen wunderbaren Altar mit den
Zwölf Aposteln in drei goldigen Etagen 
Wie zahlreichen alten Figuren auch

Bad Wilsnack bestand im 16. Jahrhundert
Vorwiegend aus Gasthöfen und Herbergen
Was häufiger Fürsten oder Städtetage 
Brachte und die Stadt so reich machte

Die Fenster der wieder errichteten Kirche
Sollen den wertvollsten mittelalterlichen
Glasbestand in Brandenburg zeigen die
Gastronomie ist nicht der Rede mehr wert

Wir stärkten uns dort mit Flammkuchen
Wie Borscht in einem weniger Restauranta
Das nicht weiter der Rede wert ist wohl
Keine großen Pilgerströme anlockte

Weiter ging es auf dem Rückweg der
Noch mehr preußische Ziele hatte zum
Franziskaner Kloster in Kyritz das
Derzeit eine verhüllte Baustelle ist

Gegründet wurde dieses bereits 1275
Eine Urkunde im Rathaus belegt den
Bau der Klosterkirche für 1225 was 
Nur 15 Jahre nach Ordensgründung wäre

Urkundlich wurde das Kloster von dem
Nur ein Flügel ein Garten und einzelne
Rippen der Kirche übrig sind 1303 erstmals
Es gehörte zum Bistum Havelberg

Das Kloster lag an der Stadtmauer
Direkt am Hamburger Tor fiel mir der
Reformation an die Stadt welche die
Kirche zur Garnisonskirche machte

Das Kloster wurde zunächst ein
Armenhaus aber verfiel zunehmend
Künftig soll dort ein Kulturzentrum
Mit Bühnen und mehr entstehen

Über dieses wie den Umbau einer
Anderen Fabrik in eine Bücherei
Erzählen zahlreiche Tafeln im Ort
Den wir bis zum Marktplatz erkundeten

Ein sehenswertes Rathaus wie einige
Auffallend schöne Fachwerkhäuser
Entschädigten für die Klosterbaustelle
Die zumindest künftig hoffen lässt

Der Markt auf dem Weg dahin war
Wie solche in der Provinz eben sind
Die Kirche war leider verschlossen
Dafür erzählte uns eine noch etwas

Über das Denkmal mit der weinenden
Gerechtigkeit im Gewand der Justitia
Davor das an Opfer des Ersten Weltkrieges 
Eng was nicht mehr lesbar ist


Wenn schon in der Geschichte Preußens
Unterwegs lag es nahe auch noch das
Denkmal der Schlacht bei Fehrbellin zu
Besuchen die Preußen groß machte

Damals war es noch die Mark und der
Kurfürst kämpfte gerade im Elsass mit
Dem Kaiser gegen die Franzosen die
Unter Ludwig XIV das Elsass wollten 

Darauf waren die Schweden unter Wrangel
Plündernd in die Mark eingefallen um die
Märker erstmal anderweitig abzulenken
Worauf Friedrich Wilhelm heim eilte

Viel gäbe es zu dieser Schlacht noch
Zu erzählen mit ihren großen Namen
Am Ende schlugen die Preußen dabei
Zahlenmäßig überlegene Schweden

Dies gelang ihnen obwohl sie teilweise
Getrennt marschierten weil einige länger 
Vom Süden brauchten und nicht vereint
Schlugen bis zu Moltke waren es noch

Fast zweihundert Jahre aber die dort
Siegessäule ist sehenswert auch der
Weg die Treppe hinauf lohnte sehr
Mit Blick über das weite Land dort

Auf der Spitze dieses Hügels hatten
Die Preußen die sich noch Märker nannten
Ihre Kanonen klug positioniert dazu was 
Tausende Schweden das Leben kostete

Dagegen fielen in dieser Schlacht nur
Um die 500 Brandenburger was auch
Ein Grund ist warum der Kurfürst von 
Brandenburg danach der Große hieß

Zur Stärkung nach schwindelerregendem
Aufstieg genossen wir noch einen Wein
In der benachbarten sehr preußisch dazu
Bebilderten Waldwirtschaft was okay war

Der Heimweg in der inzwischen schon 
Dämmerung führte wieder durch schönste
Alleen zur schließlich Autobahn die ohne
Alle preußische Romantik heim führte

jens tuengerthal 11.10.25

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