Lektürentagebuch 13.10.25
In Lázár drei Kapitel von der Flucht gelesen
Wie sie mit Pferd und Wagen im eisigen
Dezember aus dem Waldschloss flohen
Sich dem Treck gen Westen anzuschließen
Einfühlsame Bilder des Elends auch derer
Die am Wegesrand blieben um zu erfrieren
Der jungen Mutter die Eva in den Hermelin
Von ihrer Mutter gehüllt beobachtete
Stoisch schob diese den Kinderwagen
Durch Schnee und eisige Kälte bis sie
Zu schreien begann sich Haare ausriss
Ihr totes Baby aus dem Wagen nahm
Wie sie zusammenbrach und der Treck
Anhielt sie auf einen Wagen gesetzt wurde
Es immer weiter ging weil die Russen
Nun immer näher zu kommen drohten
Die meisten noch nicht wussten wo sie
Über Nacht bleiben konnten während
Die Lázárs von befreundeten Grafen
In ihrem Schloss erwartet wurden
Lajos und Graf Pėter fahren dann in der
Nacht zum Waldschloss den großen
Wagen zu holen Pista der mit will wird
Befohlen auf die Frauen aufzupassen
In der Nacht aber kommen dann die
Russen zum Schloss ein junger Soldat
Nahm ihn und seine Schwester mit
In den Salon wo alle nun waren
Das Personal und die Mädchen waren
In die Küche gesperrt worden als nun
Der Offizier von der Gräfin eine Frau
Für seine Soldaten als Beute forderte
Pista völlig hilflos sorgt sich um seine
Schwester die Baronin sitzt gerade
Auf ihrem Platz und die Gräfin geht
In die Küche und kommt mit einer
Diese opfert sich und nacheinander
Verschwinden die Soldaten im Zimmer
In dem sie anfänglich noch jammert
Als die Lust gestillt ist wollen sie weiter
Eigentlich sollte es zum Waldschloss
Nun gehen Pėter und Lajos zu töten
Da kam der Befehl der sie zum Kampf
Um Budapest rief als letzte Rettung
Lázárs kehren ins Waldschloss zurück
Verbringen eine arme Weihnacht für die
Lajos noch eigenhändig den Baum fällte
Mit jedem Schlag gegen seine Wut haut
Denke an die Geschichte vom Treck
Die meine Großmutter aufschrieb die
Mit ihrer besten Freundin zusammen
Mit den letzten Pferden von Bülows
Gen Westen floh was mein Großvater
Noch organisiert hatte bevor er zurück
Zur Truppe nochmal musste sein Freund
Der Güstrower Bülow war ja schon nach
Dem 20. Juli 1944 hingerichtet worden
Der Grotepater genannte Großvater war
Angeklagt worden weil er auf den Listen
Von Goerdeler stand doch konnten sie
Ihm nichts nachweisen warum er dann
An die Ostfront geschickt wurde bis sie
Zerbrach und wie sich dann tatsächlich
Die Großeltern auf der Flucht fanden
So gab es wohl in vielen Familien solche
Geschichten von Flucht und Vertreibung
Wie die Angst vor den brutalen Russen
Denen meine Großmutter noch entkam
Heute erzählten die Frauen die aus der
Ukraine kamen diese Geschichten und
Nichts an dieser männlichen Herrschaft
Die Frauen missbrauchte änderte sich
Sehr einfühlsam und sensibel wird das
Elend der Flucht und die kurzzeitige
Rückkehr ins Waldschloss beschrieben
Aus verschiedenen Perspektiven dabei
Nelio Biedermann fühlt sich in den Baron
Mit seiner Wut seiner Scham wie den
Schuldgefühlen gegenüber den Juden
So sehr ein wie in die Kinder und Lilly
Ohne zu sehr in Gewalt und Brutalität
Zu schwelgen oder die Vergewaltigung
Durch die Russen zu verharmlosen wie
Grass es in der Blechtrommel noch tat
Mit feinem Gespür für das sagbare das
Dem Strom der Erzählung auch dient
Geht der Autor mit dem komplexen
Historischen Stoff dabei noch um
Als vorher Beteiligte am Schrecken des
Krieges wie der mörderischen Herrschaft
Scheint die Vertreibung gerecht doch wer
War schuldig wer widerwillig Mitläufer
All dies findet sich in der Familie Lázár
Es wird sich der Verantwortung gestellt
Mit der eigenen Feigheit gehadert wie
An der Lieblosigkeit der Familie gelitten
Dieser seltsame Stolz der es sich verbietet
Große Gefühle in zu zeigen oder gar Liebe
War auch in preußischen Familien noch
Weit verbreitet kenne ich teilweise gut
Genau damit endet auch das Kapitel
Vom Weihnachtsfest im Waldschloss
Als Lajos Lilly weinen sieht aber lieber
Rauchend in der Bibliothek bleibt
Die Frage an sich was von der Liebe
Ihnen nach allem noch blieb stellt sich
Lajos als er zu Lilly ins Bett kriecht
Immerhin umarmt er sie zärtlich
Diese zärtliche Liebe kannte ich
Von den väterlichen Großeltern
Die ihre große Liebe feierten auch
Wenn die Söhne dressiert wurden
Der eigene Großvater war so teils
Ein cholerisch gewalttätiger Mann
Der durch die Liebe der Großmutter
Gezähmt wurde wie es üblich war
Andererseits ein zärtlicher Liebhaber
Ein Mann der Frauen liebte mit einer
Großen Liebe für Frankreich der so
Gebildet wie belesen auch war
Das Erbe der Familie setzt sich fort
Irgendwann bemerkst du die gleichen
Eigenschaften auch bei dir wie sich
Lajos und Pista mit Selbstzweifeln quälen
Fein ist dieser Roman über Generationen
Zwischen wechselnden Regimen mit
Noch völlig ungewisser Zukunft dabei
Konstruiert und beschreibt einfühlsam
jens tuengerthal 13.10.25
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