Samstag, 27. Juni 2026

Lektürentagebuch 27.6.26

Lektürentagebuch 27.6.26

Schon in der Nacht oder am frühen
Morgen mit Robert Byron weiter in
Der Weg nach Oxania gelesen dem 
Reisetagebuch aus dem Jahr 1933

Es ist der 19. Oktober 1933 von dem
Robert Byron hier aus 1600 Meter 
Höhe in Qala Julk berichtet was nach
Gequältem Joghurt schon klingt 

Von der Landschaft wie dem dort 
Vermeintlichen Verlust ihres Geldes
Berichtet Byron dabei wie den etwas
Panischen Folgen der Entdeckung 

Die sich später als Fehler zeigen als
Sich das Portmonee unter dem Hemd
Irgendwo fand was seltsam klang
Auch von Plagen mit Flöhen in den

Natürlich völlig verschmutzten noch
Unterkünften berichtet er dabei was 
Für alle Leser abschreckend genug
Nie in die Berge zwischen dem Iran

Wie Aserbaidschan zu reisen wo sie
Am 20. Oktober aus Ak Bulagh auf
Auch 1600 Meter Höhe berichten
Wo Christopher besonders leidet

Dessen entzündete Flohstiche werden
Mit Whisky desinfiziert dazu gibt es
Flüssigen schwarzen Honig und 
Opium mehr konnten sie nicht tun

Am 22. Oktober berichtet er aus
Zinjan aus dem Grand Hotel Rathaus
Vom langen mühseligen Weg nach
Mianeh hinunter wie dort ein Junge

Papyrus von ihnen schnorren wollte 
Wohl Papirossa die Zigaretten aus 
Der ehemaligen Sowjetunion meint 
Was im polnischen heute tatsächlich

Als Wort für Zigarette verwendet wird
Der Einfluss der Sowjetunion im alten
Ostblock kennt auch sprachlich keine
Grenzen bis Ostdeutschland spürbar 

Auch in den Teehäusern werden sie
Unterwegs oft auf russisch noch
Angesprochen aber in den Bergen
Fand Byron es seltsam was nicht 

Erstaunt erfasste doch die alte
Sowjetische Ideologie alles ging
Ins private wie ins öffentliche total 
Als eben totalitäre Ideologie dabei

In einem seltsamen Blockhaus wurde
Von Abbas und den Maultiertreibern
Die Mittagspfeife geraucht der Rausch
Gehört zum normalen Alltag dort

Als seien sie vom Himmel gefallen
Wurden sie von Leuten umlagert
Misstrauische Polizisten wollten noch
Wissen was sie unterwegs fotografiert

Für die Nacht bekamen sie eine
Abstellkammer zugewiesen am 
Morgen erwischte Byron in seinem
Schlafsack 16 Wanzen 5 Flöhe wie 

Eine Laus und Christophers Beine 
Waren weiter dick geschwollen so
Reservierten sie einen Wagen nach
Teheran zurück war sehr lohnend

Wie schön dass Byron der britische
Archäologie meine Abneigung gegen
Jede Reise bestätigt wer muss sich
So etwas antun irgendwo zu sein

Rätselhaft bleibt das menschliche Tun
Für vernunftbegabte Beobachter wohl
In ganz vielem was Gefühl braucht 
Wie große Abenteuerlust noch dazu

So scheint das Reisen etwas eher
Triebhaft begründetes was sich nur
Schwer mit Vernunft erklären lässt
Zumal alle Ethik dagegen spricht


Weiter geht es am 16. September 
1802 in Heidelberg von wo das
Ehepaar Gondela auf der Reise
Ins Paradies der Erinnerung erzählt

Hierher war ihre Hochzeitsreise einst
Gegangen wie würden sie es nun
Viele Jahre später als älteres Ehepaar
Auf Reisen wohl erleben fragt sich

Um drei Uhr schon erwacht fuhren 
Sie in Vorfreude auf den Kaffee in 
Heidelberg wie den schönen Weg
Von Adelsheim im Mondschein los

Gegen fünf bei Sonnenaufgang
Waren sie in Neckarelz schon weil
Die Chausseen im Odenwald wider 
Erwarten sehr gut doch waren

Sie sahen einen Berg den sie für den
Melibokus hielten auf der Höhe liegen 
Am Fuß des steilen Berges kamen 
Sie ins pfälzische Städtchen Mosbach

Sie wanderten dort ein wenig durch
Das herrliche Tal noch dabei steht das
Dunkle innere der Stadt in scharfem
Kontrast zur zart schönen Umgebung

Froh waren sie den Ort zu verlassen
Sie blieben nun bis Neckarelz im Tal
Überquerten in Wimmersbach mit der
Fähre noch den Neckar von da an

Scheint ihm der Weg ganz besonders
Schön über fruchtbare Täler hinweg
Geht der Blick in die so romantische 
Landschaft die Romantiker anzog

Noch bevor diese Epoche eigentlich
Benannt und bekannt fahren zwei
Aufgeklärt kritisch sonst denkende 
Bremer mit romantischen Gefühlen

Durch die wirklich zauberhafte
Landschaft des Odenwalds und
Freuen sich an ihren Erinnerungen
Der eigenen Hochzeitsreise noch

Sobald die Wagen langsamer fuhren 
Wanderten sie in den herrlichen dort 
Wäldern und trafen dabei noch zwei
Elsässer die hinter ihnen fuhren an 

Steilen Stellen das gleiche taten
Von Wimmersbach bis Heidelberg
Waren es noch fünf Stunden als sie
Neckargemünd sahen war es schon

Als würden sie ihre Heimat sehen
Sie lassen am Wirtshaus halten und
Sich Schoppen besten Neckarwein
Zur Feier reichen lese ich und bin

Selbst von lange heimatlicher noch
Erinnerung dort auch gerührt sie
Jedenfalls waren nach einigen dort
Gläsern fröhlich auf dem Weg

Schroffe Felsen wechseln dort mit
Zauberhaften Weingärten sich ab
So wurden die zwei Stunden Weg 
Bis Heidelberg zum Genuss für alle

Gegenwart und Erinnerung sind dort
Ganz innig miteinander verknüpft auf
Dem Weg durchs Neckartal noch lag
Schon bald Heidelberg vor ihnen

Gefühlt nach einer halben Stunde
Schon sahen sie Brücke und die
Ruine des Schlosses am Berg
Wie bekannt war ihnen das alles 

Lese es und denke nur ja wie gut
Kenne ich den Anblick der Stadt
Die wunderbare Romantik die
Heidelberg in Erinnerung weckt

Mit über 25 Jahren Abstand ist
Es eine schöne Erinnerung nur
Statt nie gewollte Qual die es viel
Länger mir noch war auch dort

Sie fuhren durchs römische Tor
Sahen Straßen wieder wie vor 
12 Jahren noch und kehrten auf
Empfehlung dort im Hecht ein

Den hatte ihnen B empfohlen
Von dem sie auch Briefe fanden
Der sie herzlich nach Mannheim
Einlud sie trinken erstmal Kaffee

Dann besuchen sie auf Empfehlung 
Gatterer einen Heidelberger Professor
Wie Oberforstrat noch dazu trafen
Dessen Frau auf dem Weg zu ihm

Dazu gehen sie über die Alte Brücke
Genießen die Aussicht dort um den
Guten Gatterer in seinem Gartenhaus
Mit Frau und Kindern zu überraschen

Sie genießen die Zeit im Garten mit
Blick aufs Schloss mit noch frischen 
Trauben dann kommt noch Hofrat
Medicus den sie schon kannten 

Mit ihm machen sie noch einen
Ausflug zum Schloss sehen dort
Das letzte Licht und violett lagen
Schon die Vogesen tief im Westen

Medicus zeigte ihnen wo etwa 
Konigsbach in den Vogesen lag
Das Ziel ihrer langen Reise am
Haardtgebirge als dessen Fortsetzung

Den Abend verbrachten sie dann bei
Gatterers mit weiteren Gästen und
Mussten versprechen morgen schon
Wieder zu Besuch zu kommen

Was wie Henrich Gondela schreibt 
Ihre Pläne etwas durcheinander warf 
Aber wer konnte eine so herzliche 
Einladung noch je ablehnen

So reiste ich in Gedanken wie mit
Erinnerungen mit den beiden in die
Alte Heimat und fand alles dort mit
Genug Abstand ganz wunderschön 


Auch im Jahr 1802 geht es mit Johann Gottfried Seume auf dessen Spaziergang nach Syrakus dem nun
Heute 3. Band der Anderen Bibliothek

Es ging von Triest nach Venedig über
Seinen 39. Geburtstag am 29. Januar
1802 den er mit Fastenessen in Udine
Relativ unfeierlich einfach beging 

Immerhin in netter Gesellschaft einer
Jungen Mutter und ihres Kindes
Bekamen sie gute Pasta mit Fisch
Er unterhielt sich gerne mit dem Kind

Natürlich war er vorher wieder vor
Räubern gewarnt darum zuerst
Nebenwege der Küste folgend 
Gegangen die aber alle wieder

Auf der großen Straße endeten
Der er im weiteren folgte er traf
Noch Wanderer aus Venedig die
In umgekehrter Richtung genauso

Gewarnt worden waren aber die
Präsenz der Polizei wie auch der
Österreichischen Truppen sorgten 
Für relative Ruhe es ging also gut 

In einem Ort gab es keine Herbergen
Oder sie waren überfüllt mit zuviel
An Betrunkenen dass er sie lieber 
Mied bei der Polizei nachfragte

Nach einigen Umständen die ihn 
Zur Hauptwache der Polizei führte
Fand doch jemand ein gutes Quartier
Weil er auf der Wache nichts frei war

Vor der Überfahrt nach Venedig muss
Er seinen Ausweis bei der Polizei dort
Abgeben und soll ihn später abholen
Die Überfahrt wird sehr unterhaltsam

In Venedig logiert er direkt am
Markusplatz besichtigt viele Kirchen
Die sicher alle sehenswert wie auch
Besonders wären zumindest wenn 

Kirchen einen interessieren was
Bei ihm wohl nicht der Fall war
Ansonsten sei außer auf dem
Markusplatz dort nicht viel los

Venedig sei für Besucher mit
Einigen Kirchen schnell erledigt
Besonders gefällt ihm das Kloster
Der Kapuziner mit schönem Garten

Einmal machen ihn zwei junge
Prostituierte wohl an und wollen
Nicht locker lassen schmiegen
Sich schon ganz eng an ihn 

Doch bevor es zu spät ist und
Auch um ihn geschehen wäre
Stampfte er mit seinem Knotenstock
Auf russisch fluchend laut auf

Darauf hätten sie die Flucht
Ergriffen was ihn auch vor
Allen weiteren Nachstellungen
Bewahrte besonders begeistert

Schien er von der Lagunenstadt
Nicht und im übrigen könnte ja
Alles dazu in bekannten Führern
Auch nachgelesen werden

Besonders aber schwärmt er von
Der Figur der Hebe von Canova dem 
Zeitgenossen der inzwischen in Rom
Lebte den er dort besuchen will

Beim Auslösen seines Ausweises
Gab es erst Probleme bis er auf
Französisch mit dem Polizisten
Sprach der darauf freundlich wurde

Die Italiener unter der Besatzung 
Österreichs seien auf Deutsche
Nicht sonderlich gut zu sprechen
Als Franzose wurde er gut behandelt

Diese politischen Trotzreaktionen
Sind spannend in einer Zeit noch
Bevor es Italien wieder gab kurz
Nach der französischen Revolution

jens tuengerthal 27.6.26



Hitzehass

Hitzehass

Hasse die Hitze
Gegen Kälte kannst du
Etwas mit Vernunft tun
Hitze musst du ertragen
Möglichst bewegungslos 
Was mir wiederum liegt
Der nackt auf dem Diwan
Möglichst nichts tut nur 
Abwartet hinter dem Ventilator
Die Hitze gleicht dem Leben
Musst du auch ertragen
Bis es einfach endet
Dann ist zumindest Ruhe
Was eine gute Aussicht ist
Zumindest am Ende
In sechs Monaten ist
Weihnachten schon vorbei

jens tuengerthal 27.6.26

Menschenhass

Menschenhass

Wenn du schwitzend den totalen
Wahnsinn des Klimawandels erlebst 
Aber die Idioten immer noch weiter
Leben Fliegen Autofahren Reisen
Wie immer als ändere sich nichts
Wäre Menschenhass die vermutlich
Einzig angemessene Antwort
Sollen diese Idioten doch alle
Verrecken in der Katastrophe
Die sie selbst verursachten 
Als sie ihre Wälder fällten
Die Klimaanlagen anmachen 
Damit sie es drinnen kühl haben
Während es draußen infolge noch
Wärmer überall wird dann denkst du
Es geschieht ihnen ganz recht
Wenn sie alle leiden die Idioten
Leider nur leiden die Armen mehr
Geht es den Reichen besser
Die Urlaub am Meer machen
Darum geht es einfach weiter so
Bis alle endlich tot sind die ihr
Paradies zuvor verwüsteten
Hoffentlich sterbe ich vorher
Denke ich dabei nur weil das
Leben unter Idioten unerträglich 
Für jeden mit Verstand ist aber
Es ändert leider auch nichts
So begründet es wohl wäre
Darum kannst du sie auch lieben
Denken es sind halt Idioten
Sie wissen nicht was sie tun
Dann siegt zumindest die Liebe
Am Ende das ist doch was

jens tuengerthal 27.6.26

Sommernacht

Sommernacht 

In einer Sommernacht im Park
Am Helmholtzplatz sitzen die
Lauten Tiere im Gebüsch hören 
Wie die letzten hier anwesenden 
Ruhig auf Bänken plaudernd
Hat eine besondere Stimmung
Verklebt noch vom Tag relative
Kühle dabei genießend am
Metall der Bank zumindest 
Immer wieder Tatütata von
Den großen Straßen hallt
Durch die dörfliche Nacht
Denke an die vielen Dates 
In Corona Zeiten auf einer Bank
Erste Küsse oder Versprechen 
Von ewiger Liebe die mit dem
Nächsten Wind wieder verflog
Als wäre nie etwas gewesen
Wie diese milde Sommernacht
Bald dem heißen Tag weicht
Sitze ich hier ganz allein für mich
Glücklich in der relativen Ruhe 
Gelegentlich noch Spaziergänger
Die heimwärts schwanken doch
Alles leiser nun als vor der
Großen Hitze in Berlin 
Hebe den Blick und sehe
Sterne zwischen den Bäumen
Weibliches Lachen vom Platz
Hinter mir leuchten Laternen
Im milden Ostlicht und
Wieder raschelt es in den
Büschen als feierten die Tiere 
Die kurzen Nächte noch

jens tuengerthal 27.6.26

Liebesentscheidung

Liebesentscheidung

Ist Liebe eine Entscheidung
Die ich treffe oder nicht 
Habe ich überhaupt die Wahl
Ergreift mich die Liebe nicht
Egal was ich will einfach
Wenn sie kommt ganz egal
Was wirklich daraus wird
Könnte die Liebe auch
Stärker sein als jeder Wille 
Dann machte sie willenlos
Was ja gelegentlich vorkommt
Aber sie zu leben könnte eine
Entscheidung füreinander sein 
Was wir dann Beziehung nennen
Musst du schon wollen um es
Miteinander auch auszuhalten
Ob wir also wahr sprechen
Wenn wir sagen wir hätten uns
Füreinander entschieden scheint
Nach allem mehr als fraglich
Warum die Ehe eher nur 
Eine vertragliche Willenserklärung ist
Die emotional relativ wertlos ist
Weil wir nur willenlos wirklich
Tief vermutlich auch lieben
Und so bleibt am Ende alles 
Unklar und wir können uns
Entscheiden wie wir leben
Solange wir nicht lieben 

jens tuengerthal 27.8.26

Mitternachtsmatcha

Mitternachtsmatcha 

Gegen Mitternacht im Crossroads
Angekommen heute statt Riesling
Einen alkoholfreien Matcha Drink
Der ziemlich grün und frisch ist

Sitze in der Flaneurloge weil draußen
Alles noch voll besetzt war es sind
Tino und Selma da vor der Bar noch
Martha Melanie Volker und Christoph

Am Ende der Bar noch zwei Damen
Beide ganz für sich draußen noch
Einiges sommerliches Volk das von
Hier nicht genauer erkennbar ist

Gelegentlich kommen sehr leicht
Bekleidete Damen hier vorbei
Was zumindest die Luft bewegt
Wie das Auge noch freut

Volker und Christoph plaudern der
Hitze entsprechend matt dagegen
Martha und Melanie sehr engagiert
Hier ist es warm und alles fließt

Tino ist ständig mit Drinks beschäftigt
Selma trägt volle Tabletts es brummt 
Auch wenn alle etwas ermattet die
Stimmung entspricht dem Wetter

jens tuengerthal 27.6.26

Freitag, 26. Juni 2026

Lektürentagebuch 26.6.26

Lektürentagebuch 26.6.26

Mit Franz Hessel geht es heute zum
Spazieren in Berlin zum Glück nur als
Lektüre zu altbekannten Orten dort
Was am Charlottenburger Tor beginnt 

Dieser zu protzige scheinbare Torbau
Stammt real aus dem Jahr 1907 was 
Hessel ganz dezent hier nur bemerkt
Es sind halt heimatliche Gefilde für ihn

Der ab 1888 dem Dreikaiserjahr in
Berlin lebte in dem erst Wilhelm I
Der noch ein Sohn von Königin Luise
Dann sein Sohn Friedrich III nur 90

Tage Kaiser war bis ihn der Krebs
Auffraß wovor der Bart nicht schützte
Wie der peinliche Sohn Wilhelm II
Dem wir viel leider verdanken kamen

Denn eigentlich ist dieses 1938/39
Nochmal verbreiterte Tor das ein
Pendant zum Brandenburger ist
So schlimm wie der Berliner Dom

Kann weg würde ich hier wie Franz 
Beim Dom konsequent noch sagen
Auch wenn der Dom dringender wäre
Wenn Kirche Schinkels Version dort

Doch beim peinlichen Tor das noch
Eine Liebesgeschichte erzählt ist
Der Hessel großzügig und so auch ich
Ausnahmsweise und fahre weiter 

Er über die große Kreuzung auf der
Noch Straßenbahnen verkehrten
Bevor der Westen sie in dummer
Blinder Auto-Ideologie zurückbaute

Wäre da sowohl zu Fuß wie mit
Dem Rad schon viele male lieber
Dem schönen Einsteinufer gefolgt
An Kanal und Spree zum Schloss

Seine Rundfahrt führt ihn so durch
Das alte Charlottenburg zum auch
Namensgebenden Schloss dass noch
Friedrich I für seine Charlotte baute

Nebenbei plaudert Hessel über die
Sommerfrische welche die Siedlung
In ursprünglich Lietzow noch war
Bevor es nach Charlotte benannt

Dann wurde die Sommerfrische zur 
Geschwisterlichen Großstadt die sich 
Kunsthochschule und Technische Uni
Ganz geschwisterlich selbst nahm

Doch wenig später dafür 1920 dann
In Großberlin eingemeindet wurde 
Worüber Hessel teils nur in kleinen
Andeutungen noch nebenbei plaudert

Auf seiner Rundfahrt kommt er nun
Vorm Schloss Charlottenburg an und
Schwärmt uns eine Runde vor bis
Auf den Kaiser Friedrich davor

Der könne gerne weg dafür schlurft
Hessel in Pantoffeln durchs Schloss
Erzählt von Königin Luise wie dem 
Ostflügel den Friedrich II anbaute

Das Schloss lohne trotz Pantoffeln
Zur Besichtigung zumindest wenn
Genug Zeit zuvor für Park und die
Museen gegenüber blieb sage ich

Die beiden Stüler Bauten heute
Genannten waren früher Kasernen 
Und sind dennoch schön wie auch
Hessel staunend lobend erwähnt 

Schöner noch als der ganze Kitsch
Im Schloss sind die beiden Museen 
Die heute dort wohnen sofern sie
Nicht gerade wieder saniert werden

Wie das Museum Berggruen mit
Der klassischen Moderne aus der
Sammlung dieses Galeristen noch
Den ich einmal dort treffen durfte 

Picasso bis Klee in einem kleinen
Feinen Museum das derzeit eine
Baustelle leider nur ist während
Die Sammlung um die Welt tourt

Gegenüber im anderen identischen
Stülerbau der nur ein wenig noch
Ausgebeult wurde wie so vieles in 
Berlin ohne alle Bescheidenheit

Ist heute die surreale Sammlung 
Scharf-Gerstenberg die ganz viele
Wunderbare Werke von Goya über
Max Ernst und andere dort vereint

Nach dem Krieg waren dort die
Alten Ägypter wie Nofretete noch
Zu sehen die heute wieder im
Neuen Museum auf der Insel ist

Spuren davon sind noch durch
Ein ägyptisches Tor im Erdgeschoss
Heute sichtbar das dann zur auch
Spannenden surrealen Sammlung 

Aus der Nationalgalerie führt doch 
Davon war zu Hessels Zeit also vor
1930 hier noch nichts zu sehen wir
Begleiten ihn noch in den auch

Wunderbaren Schlosspark von
Charlottenburg der schon eine
Reise für sich wert wäre auch
Mit Luise Mausoleum darin 

Hier bemerkt auch Hessel der
Ursprüngliche Bau noch nach
Entwürfen von Schinkel war schön 
Der heutige ist es eher weniger

Vom Gang durch diesen ganz
Zauberhaften Park berichtet Hessel
Leider wenig er lohnt schon allein
Der wunderbaren Bäume dort wegen 

Das Belvedere im nordöstlichen Ende
Erwähnt Hessel nur weil dort noch
Friedrich Wilhelm III vor seiner
Geliebten der Gräfin Lichtenau kniete

Zu seiner Zeit waren dort noch
Beamtenwohnungen heute ist es
Ein KPM Porzellanmuseum wie ein 
Langhansscher Aussichtspunkt

Vom Park aus geht die Fahrt weiter
Zur großen Tangente die bis zum
Brandenburger Tor führt jedoch sie
Biegen vorher gen Süden ab 

Vorbei geht es an der Hochschule
Der Künste und der Technischen
Universität in der Hardenbergstraße
Was Hessel sehr liebevoll bemerkt

Als der Führer dann die nahe Kirche
Deren Namen er nicht ausspricht wie
Paul Auster Trump nur No 47 nannte 
Die wohl schönste Deutschland nennt 

Reicht es ihm und er steigt lieber aus
Um ins benachbarte Romanische 
Café zu gehen und Freunde aus
München und Paris dort zu treffen

Die Kirche deren zu langen Namen
Hessel nicht nannte war die heute
Glücklich zerbombte Kaiser Wilhelm
Gedächtniskirche die heute nur als 

Ruine noch übrig ist während dafür
Einer der elenden Eierkartons von
Egon Eiermann den Platz bekrönt
Der innen zumindest schön ist

Hessel wünschte sich die KWGK
Würde für den vorher dort noch
Wunderschönen Baum verschwinden 
Dem schließe ich mich gerne an

Das Romanische Café war eine
Zeitlang der Künstlertreff in Berlin
Heute steht statt seiner das auch aus
Christiane F bekannte Europa Center 

Hier entdeckte unter anderem
Franz Hessel Mascha Kaleko es
Gab dort ein Nichtschwimmer Becken 
Für das breite Publikum und den Rest

Wie ein Schwimmerbecken mit etwa 
Zwanzig Tischen für schon bekannte
Künstler und Intellektuelle die Liste ist
Lang und zählt alle bekannten auf

Verzichte hier wie Franz Hessel auch
Der einfach nur in sein Stammcafé 
Ging auf jede Namensnennung wer
Neugierig geworden wird weiter lesen 

Wenn schon in Künstlerkreisen in 
Berlin unterwegs geht es nun weiter
Mit Cassirer und dem Durchbruch des
Impressionismus mit dem Essay 

Eine Verlängerung der Rue Laffitte in
Berlin über das Handelsnetzwerk von 
Paul Cassirer das Josephine Klinger
Zur gerade Ausstellung schrieb

Klinger erzählt zunächst auch vom
Ökonomischen Hintergrund der aus
Breslau stammenden Familie Cassirer
Die in Berlin von Ost nach West 

Zogen was ihren sozialen Aufstieg
Dokumentiert so war Pauls Onkel
Max Cassirer erfolgreich als
Unternehmer wie politisch aktiv

Der Onkel wie Cassirers Brüder 
Hugo und Alfred waren später
Kunden des Kunstsalons es gab
Ein potentes Netzwerk um ihn 

Die beiden Cousins kamen über
Julius Meier-Graeffe den Cassirer 
Als Unterstützer der Zeitschrift Pan
Kannte mit Paul Durand-Ruel dem

Wichtigsten Händler der Werke der
Impressionisten in Paris in Verbindung 
Was sich etwa bei Rodin teilweise
Auch als kompliziert noch zeigte

Max Liebermann war für die Brüder
Auch mit seinen Kontakten in der
Secession besonders wichtig wurde 
Darum Teil der ersten Ausstellung

Hier werden einzelne Kontakte zu
Sammlern und Künstlern die über
Liebermann zustande kamen gezeigt
Auch in der Berliner Secession

So machte Liebermann Paul zum
Sekretär der Secession was das
Netzwerk noch erweiterte auch
Wenn es Konflikte infolge gab 

Wichtig war Tschudi als Direktor
Der Nationalgalerie bis er im Konflikt
Mit dem Kaiser gehen musste doch 
Zog er ein ganzes Netzwerk mit sich

Unter den Sammlern waren sowohl
Das Ehepaar Bernstein wie auch
Eduard Arnhold bedeutend und der
Künstler Liebermann als Sammler 

Er übernahm etwa einen Cézanne 
Den Tschudi bei Cassirer kaufte der
Vom konservativen Kaiser aber nicht
Genehmigt wurde ist heute New York 

Die Hamburger Kunsthalle unter 
Lichtwark und das Frankfurter Städel
Unter Swarzenski waren wichtige 
Kunden für die Moderne der Zeit

Der direkte Draht nach Paris war
Dabei essentiell dabei ist besonders
Paul Durand-Ruel zu nennen der von 
Gurlitt zu Cassirer wechselte

Der Kontakt war für beide erfolgreich
Besonders mit Monet und Manet 
Konnte gutes Geld verdient werden
Doch gab es auch andere Kontakte

Darunter die Galerie Bernheim-Jeune
Oder Ambroise Vollard der durch eine
Ausstellung mit Cézanne bekannt war 
Von ihm stammt das Zitat des Titels

Wonach Cassirers Galerie eine
Verlängerung der Rue Laffitte wäre
Dort im 9. Arrondissement hatte er
Wie andere Händler ihre Galerien

Später verkaufte er nicht nur in 
Kommission sondern handelte
Auch als Partner etwa beim Kauf
Von 35 Manets für eine Millionen

Cassirer durfte als erster dabei
Anbieten und verkaufte etwa die
Familie Monet an Arnhold oder
Die Nana an Behrens heute Hamburg

Als der alte Renoir Tilla Durieux 1914
Im Auftrag von Cassirer malte dieser
Das Bild aber wegen Kriegsausbruch
Nicht noch feucht mitnehmen konnte 

Ließ er es bei Durand-Ruel der es
In seinem Auftrag bei Franz Hessel
In der Rue La Boétie abholen und
Verwahren sollte dort blieb es

Bis in die Zwanziger Jahre noch
Weil durch den Krieg alle Kontakte
Wie finanziellen Transfer zeitweise
Unterbrochen worden waren

Eine der bedeutendsten wie auch
Ökonomisch dazu noch lukrativsten 
Entdeckungen Cassirers war aber
Das Werk von van Gogh das er

Über die den Nachlass verwaltende
Schwägerin van Goghs bekam so
Zeigte er in seinen Galerien zehn
Ausstellungen mit dessen Werken 

Es ist Cassirers Verdienst dass
Sich ein erheblicher Bestand der
Werke van Goghs in deutschen
Sammlungen befand und ist

Sein weit verzweigtes Netzwerk 
Zeigt sich in den Wegen der Werke
Bis nach Australien Japan oder in 
Die USA sogar nach Südamerika

Seine Reichweite und Wirkung als
Kulturpolitischer Unternehmer ist bis
Heute in zahlreichen Sammlungen
Auf der ganzen Welt noch sichtbar

jens tuengerthal 26.6.26

Verantwortungsbewusstsein

Verantwortungsbewusstsein

Gerne reden wir heute vom nötigen 
Verantwortungsbewusstsein dessen
Mangel weiter zu begründen wie es
Eine Politik ohne Rezepte für eine 
Zukunft die nur Ausreden sucht macht

Das Vorbild politischer Führung führt
Zur Vernachlässigung persönlicher
Verantwortung was nur das Chaos
Stiftet das weiter zerstört statt noch 
Kreativ etwas irgend zu gestalten 

Menschen fliegen aus Spaß weiter
Durch die Welt weil der Kanzler 
Wie seine Politik ein Vorbild dafür sind
Kerosin weiter noch subventionieren
Keiner übernimmt hier Verantwortung

Die Bundesregierung mit den nur
Dollarzeichen in den Augen setzt 
Auf Wachstum obwohl ganz dringend
Von allem weniger gebraucht wird
Wird weiter abgelenkt und ignoriert 

Verantwortungsbewusstsein hieße
Komplex zu denken und endlich die
Konsequenz aus der Entwicklung
Von Klima und Natur zu ziehen
Ressourcen als endlich zu erkennen

Davon bräuchten wir dringend mehr
Statt den Wahnsinn noch weiter mit
Falschen Mitteln zu beschleunigen
Die wie jeder längst wissen kann
Mörderisch für viele sein werden

Jeder von uns ist verantwortlich
Es gibt keine Rechtfertigung für
Ein weiter so mehr weil alles neu
Und anders gedacht werden muss
Darauf dies zu merken kommt es an

Verantwortungsbewusstsein macht
Alle Gesetze entbehrlich weil es aus
Dem Gewissen sich selbst regelt
Mehr davon wäre ein Anfang um
Die Welt nochmal zu retten

jens tuengerthal 26.6.26

Versiegelungsmeister

Versiegelungsmeister 

Deutschland leidet unter der Hitze
Die noch weiter steigen wird weil
Weiter versiegelt wird statt endlich
Mehr Bäumer zu pflanzen was die
Einzige Rettung in der Klimakrise 
Soll der Bau von Autobahnen nun
Als von überragendem öffentlichen
Interesse geschützt werden damit
Schützt diese Bundesregierung noch
Weiter die falsche Politik einer 
Fortschreitenden Mobilität und dafür
Versiegelung der Landschaft dabei ist
Jeder gefällte Baum einer zuviel
Diese Bundesregierung aus alten
Uneinsichtigen Männern verkennt
Was notwendig und geboten ist
Verschärft die Probleme statt sie 
Endlich zu lösen redet sie vom nur 
Wetter auf das sie keine Antwort hat
Merz stoppen heißt damit auch
Leben retten in Deutschland

jens tuengerthal 26.6.26