Sonntag, 28. Dezember 2025

Eigentumsdiebstahl

Eigentumsdiebstahl

Proudhon der anarchistische 
Philosoph prägte den Satz dass
Eigentum Diebstahl sei was 
Zunächst paradox eher klingt

Wie kann die Freiheit etwas als
Eigenes zu besitzen Diebstahl sein
Der als Tatbestand das Eigentum
Vor fremdem Eingriff schützt

Er unterschied dabei Eigentum von
Besitz an lebensnotwendigen Gütern
Den er natürlich gestattete nur die
Herrschaft über ein Recht ist illegitim

Eigentum auszuüben ist für Proudhon 
Ein bloßes Recht des Stärkeren das
Keinem zustände weil die Erde allen
Gemeinsam ursprünglich gehörte

Gleichzeitig schrieb er aber auch
Eigentum sei Freiheit weil es den
Einzelnen vor der Allmacht eines 
Staates so schützen würde 

Es ging Proudhon nicht um den
Kleinen privaten Wohlstand dabei
Sondern die Gesellschaftsordnung
Die soziale Ungleichheit erzeugte

Ist diese Idee noch aktuell oder
Hat sich eine andere Ordnung
Des Eigentums heute erledigt
Wurden Erbsenzähler allmächtig

Die Macht der auch vom Staat
Beschäftigten Controlling Firmen
Wie der globale Sieg des liberalen
Kapitalismus sprechen wohl dafür 

So schien der Sieg des westlichen
Modells amerikanischer Freiheit
Lange als natürlich ausgemacht
Auch in der früheren UdSSR 

Sogar China war kapitalistisch
Nur unter dem Deckmantel der
Diktatur der kommunistischen Partei
Der Sieg der Märkte widerlegte Marx

Doch nun kam eine andere neue
Entwicklung welche den Sieg der
Freiheit für die Dummheit alter
Weißer Männer leichtfertig aufgab 

Die reichsten Männer der Welt
Haben die Demokratie der USA 
Übernommen und verwandeln
Diese in eine autoritäre Oligarchie

Es sind zumeist Männer die im
Silikon Valley reich wurden mit
Fragwürdigem Verständnis für
Demokratie wollen sie den alten 

Staat dem sie nach obskuren
Verschwörungstheorien fürchten
Als deep state gerne beseitigen
Einen effektiven CEO dafür haben

Trump der den dicken dummen
König spielt ist ihr Werkzeug dabei
Ihr Geld finanzierte seine Wahl
Mit der Verbreitung dreister Lügen

Sein Vizepräsident Vance ist ein
Kind von Thiels Gnaden der dem
Früheren Mitarbeiter auch komplett
Den Wahlkampf finanzierte 

Hier nun wird die Idee von Proudhon
Wieder lebendig und zeigt warum wir
All diese Tech-Milliardäre enteignen
Müssen die Freiheit zu verteidigen

Ob die Enteignung von Peter Thiel 
Genügt oder dieser autoritäre Feind
Der Freiheit im Stile von James Bond 
Beseitigt werden muss zeigt die Zeit

Als Gegner der Todesstrafe denke ich
Vollständige Enteignung bis auf das
Zum Leben nötige würde vollkommen
Genügen unsere Freiheit zu sichern 

Wie hoch privates Vermögen in der
Künftig freien Welt noch sein dürfte 
Um ein gutes Leben zu sichern sollen 
Zuständige Kommissionen bestimmen

Aber grundsätzlich gehört die Erde 
Wie alles auf ihr uns allen gleich
Wer Recht am Eigentum will ist
Ein Dieb an der Gemeinschaft

Dass sich diese Philosophie nach
Dem weniger ist mehr Prinzip lohnt
Kann als erwiesen gelten auch wie
Gerecht sie wäre spricht Bände

Es bräuchte nur den Mut einiger
Die Freiheit vom Eigentum über
Die am Eigentum zu stellen um
Unsere Verhältnisse zu ändern

Es klingt nach einer Provokation
Eigentum sei Diebstahl doch wer 
Die auch politische Macht des
Geldes sieht damit Trump sieht

Kann dem Bruder des Grand Orient
Proudhon der bei seiner Aufnahme
In die Loge auf die Frage wie er es
Mit Gott hielte nur knapp antwortete

Ihn zu vernichten nur zugestimmt
Werden es braucht eine andere
Ordnung des Eigentums um die
Freiheit als Schatz zu sichern 

Das Netz gehört allen und nicht
Amerikanische Privatunternehmen
Dürfen dort künftig noch zensieren
Enteignen wir alle großen Vermögen 

Wagen wir endlich weltweit diesen
Schritt ist genug für alle da in dem
Paradies Erde das keiner mehr
Richtung All noch verlassen muss

Eigentum ist Diebstahl bis auf das
Zum Leben und zum Glück nötige
Die Schätze der Erde gehören der
Menschheit nicht obskuren Konzernen

Halte Marx Idee vom Sozialismus 
Für absurd autoritär und gescheitert
Genau wie regellosen Kapitalismus 
Und die Idee vom Eigentum dabei

Es braucht keinen riesigen Staat
Der für Milliarden die enteigneten
Milliarden der Milliardäre umverteilt 
Weniger wäre überall wohl mehr

Wagen wir mehr Freiheit wie endlich
Anarchie statt Kapitalismus könnte es
Allem und vor allem der Erde damit 
Auf Dauer wesentlich besser gehen 

Insofern dies eine Bedingung unseres 
Weiteren Überlebens auch ist sollte 
Nicht länger gezögert werden endlich
Die Idee von Proudhon umzusetzen

Ob dafür Thiel Trump und Musk
Erschossen werden müssen sollte 
Kein Problem für irgendwen sein
Hoffe alle überleben friedlich

Für ein Leben in einer Welt ohne
Staaten Grenzen und Nationen 
Die das Eigentum an alle verteilt 
Weil alles was ist auch allen gehört

jens tuengerthal 28.12.25

Liebesmacht

Liebesmacht

Liebe macht immer
Ohnmächtig gegenüber
Deinen Geliebten

Liebe wagen heißt
Machtlos ausgeliefert den
Gefühlen zu sein

Liebe ist darum
Gefährlichen als alle
Politik könnte

jens tuengerthal 28.12.25

Geldmacht

Geldmacht

Geld mache alles
Möglich glauben Gläubige
Dieser Schuldscheine 

Dabei bleibt ohne
Viel mehr Liebe und Freiheit
Ist unbezahlbar

jens tuengerthal 28.12.25

Verschwörung

Verschwörung

Verschwörung fürchten
Schien lange lächerlich bis
Diese regierte

jens tuengerthal 28.12.25

Liebesperfekt

Liebesperfekt

Wann passt es in der Liebe
So richtig gut zusammen
Nicht nur irgendwo ineinander
Geht ja irgendwie immer
Sondern gefühlt so ganz
Überlege ich und weiß es
Immer noch nicht wirklich
Kenne den Plan der Liebe
So wenig wie ich wüsste
Was sein sollte aber weiß 
Wenn zwei denken sie würden
Sich lieben und sich das noch
So oft wie möglich sagen
Ist alles wunderbar perfekt
Mehr braucht es eigentlich nie 
Gut wäre nur wenn beide das
Wissen zufrieden zu bleiben
Besser wird es nicht mehr
Hoffentlich vergisst es keine

jens tuengerthal 28.12.25

Samstag, 27. Dezember 2025

Nachweihnachtsriesling

Nachweihnachtsriesling

Nach den Feiertagen wieder im
Crossroads auf den ersten Riesling
Nach Weihnachten macht Tino heute 
Die Bar alleine und ist gut beschäftigt

Vor der Bar sitzen Dunja und Melanie
Mit einem Herrn ein Paar am anderen
Ende der Bar und vier weitere um die
Stehtische am Fenster ist es nicht

Überfüllt unten während oben zwei
Gruppen aus der Flaneurloge aber
Unsichtbar nur hörbar deutlich da
Ist die Stimmung gelassen ruhig

Die Musik macht schon etwas Party
Was keinen hier weiter stört so ist
Hier die Stimmung noch ein wenig
Erschöpft von den Feiertagen

jens tuengerthal 27.12.25

Lektürentagebuch 27.12.25

Lektürentagebuch 27.12.25

In den ganz frühen Morgenstunden
Mal wieder einige herrliche Seiten 
In Joseph und seine Brüder gelesen
Wo Thomas Mann seinen Humor zeigt

Zur Frage ob Mut nun schöner ist
Durch ihre Verliebtheit oder als schon
Reifere Dame eher einer Hexe ähnelt
Die gierig nach der Jugend ist

Das formuliert er so wunderbar
Umständlich verklausuliert dass 
Schon darin viel Witz liegt doch
Besser wird es durch Anspielungen

Er bezieht sich hier deutlich auf
Den Faust wenn er ihre Figur mit
Dem vor Lust geschwollenen Busen
Und den Schenkeln für den Besen

Zugleich spielt es mit dem Bild der
Hexe aus den Märchen die als freie 
Kundige Frau ein Schrecken aller
Mächtigen Männer immer war

Nimmt sich als Erzähler mit in die
Geschichte und erklärt so warum er
Ihre Weiblichkeit zu beschreiben
Auf ein Bild seiner Kultur zurückgreift

So fragt er philosophisch hier nach
Dem Unterschied zwischen der
Weiblichen Schönheit und einer
Schönen Weiblichkeit für sie

Das ist wieder ganz vorsichtig
Gefragt und so formuliert dass
Auch keine heutige Feministin
Palmen hinauf klettern müsste 

Doch er wagt es eben doch mit
Feiner Ironie und tiefem Blick
Auf den Charakter von Mut ihre 
Balzende.Lächerlichkeit zu zeigen

Das macht er sehr vorsichtig
Andere würden umständlich
Vielleicht sagen aber dabei mit
Feinem Gespür für die Psyche

Insbesondere die weibliche Psyche 
Wie ihre besondere Empfindlichkeit
Was Fragen ihrer Schönheit betrifft
Für eine balzende mittelalte Dame 

Doch er tut das so vorsichtig als
Sei er Muts heutiger Gatte der
Keinesfalls ihren Zorn erregen will 
Aber dennoch ein wenig spottet 

Die feine vorsichtige Ironie von
Thomas Mann die das Wesen
Seiner Figuren genau erfasst
Ist dabei nie bösartig herablassend

Es wird sich über das deutlich
Sexuelle Bedürfnis der älteren
Dame für den schönen Knaben
Wie die Folgen lustig gemacht

Doch bei allem Humor der in
Dieser Beschreibung steckt
Taucht immer noch Verständnis auf
Dieser Autor liebt seine Figuren

Der hier tiefe Blick eines Mannes
Auf den weiblichen Körper wie die
Vergängliche Schönheit bemüht sich
Noch verständnisvoll um Mut 

Hier wird wieder der Unterschied
Zu Bruder Heinrich deutlich der
Meist schlichtere Charaktere schuf 
Die darum im so Film gut ankamen

Dagegen taucht Thomas Mann
Hier ganz tief in die Untiefen der
Weiblichen Psyche beim Thema
Schönheit und tut das mit Humor

Jenes Feld das Männer mit genug
Erfahrung besser meiden lotet er 
Hier im Licht sexueller Bedürfnisse
Ganz tief aus was lehrreich ist

Denke immer noch Thomas Mann
Ist ein großer Ironiker wie der Autor
Mit dem feinsten Humor immer den
Leider viele nie wirklich erkennen

Das sind keine lauten Witze zum
Schenkelklopfen sondern vielmehr 
Ein immer höflicher Humor der nie
Auf Kosten anderer bösartig wird

Ein auf Bunte Niveau nach stets
Neuen Skandalen fischender Illies
Wird dieses Niveau vermutlich nie
Nachvollziehen können fürchte ich

Zwar wird es angesichts dessen
Was bevorsteht immer schwerer
Für Mut noch Verständnis zu haben
Dennoch bemüht sich Mann darum

Das ist so große literarische Kunst
Wie zugleich ein feiner Schalk der
Ihm immer im Nacken noch sitzt
Was im Ergebnis komisch wird 

Würde sogar sagen Thomas Mann
Ist der humorvollste deutsche Autor
Dabei auch sich selbst immer noch
Ironisch indirekt verspottend

Der Knabe Joseph wie der noch
Junge Mann ist auch was Mann 
Selbst reizte er nur Katias wegen
Nie auslebte aber er spielt damit

Wer nun weiß wie Thomas Mann
Seine Werke im werden stets der
Familie vorlas und dabei nach den 
Aussagen auch der Kinder Mann 

Immer herzlich und viel gelacht
Wurde sieht auch bei der Lektüre
Des biblischen Josephsroman 
Einen fein witzigen Menschen

Was von den Autoren zu halten ist
Die dafür einen bloß verklemmten 
Schwulen entdecken oder einen
Familientyrann zeigt sich hier

Mann ist immer witzig auch noch
Im Angesicht des Todes ironisch
Auf bürgerlich vornehme Art die
Seine eigene Inszenierung blieb 

In den Buddenbrooks nun bei
Herrn und Madame Grünlich am
Rand von Hamburg zu Gast an 
Einem nebeligen Januarmorgen

Mit Freude am Detail wie auch
Der hier wieder feinen Ironie 
Beschreibt Mann die Szenerie beim 
Ersten Frühstück des Ehepaares

Schon die Stühle am Tisch haben
Jeder 25 Courantmark gekostet
Diese Währung war vor allem in
Der norddeutschen Hanse gängig

Die Courantmark oder Lübbische
Mark war eine seit dem Mittelalter
Gängige Silbermark zwischen den
Nordischen Hansestädten meist

Der Nebel ist so dicht im Januar
Des Jahres 1850 also ein Jahr und
Zwei Monate nach dem Tod von
Lebrecht Kröger das er alles

Jenseits der Fenster verschluckt
Während Familie Grûnlich mit ihrer
Tochter am vornehmen Tisch sitzt 
Die das Mädchen bald mitnimmt

Grünlich frühstückt Englisch was
Seine Frau Tony zwar sehr vornehm
Aber zugleich auch widerlich findet
Wie so manches an ihrem Gatten

So schneidet dieser mit seinen 
Goldgelbfrisierten Favories sein
Nur leicht gebratenes Kotelett und
Trinkt dazu Rotwein aus der Karaffe 

Tony dagegen zieht das gewohnte 
Frühstück mit Brot Ei und Tee vor
Der schon anfängliche Ekel hat sich
Also weniger relativiert als potenziert

Mit feinem Blick für die Verhältnisse
In einer Ehe beschreibt Mann der
Während er Buddenbrooks schrieb 
Noch unverheiratet war hier wieder

Das ganze natürlich mit dem so
Typisch mannschen Humor der
Zugleich seine Figuren vorstellt
Wie die Leser wieder lächeln lässt

Tony möchte gerne eine weitere 
Bediente für ihre Tochter und eine
Kutsche um nach Hamburg zu
Kommen was doch üblich sei 

Sie käme aus guter Familie und
Könne dies doch wohl erwarten
Schließlich habe sie doch auch
Ganze 80.000 Courantmark mit

Ihrer Aussteuer eingebracht was
Grünlich schnell abtut worauf sich
Der Streit weiter steigert und sie ihn
Fragt ob er sie überhaupt noch liebe 

Worauf er tunlichst nicht antwortet
Was sie nutzt sich zu beschweren
Er vernachlässige sie was er mit
Sie ruiniere ihn beantwortet

Darauf folgt kurze Aufregung seitens
Tony die auf die guten Verhältnisse 
Aus denen sie kommt verweist ihr
Vater wäre ein reicher Mann

Grünlichs knapper Einwurf sie solle
Mit dem dritten Mädchen noch warten
Bis dieser Reichtum ihnen nutzte führt
Zur nächsten Aufregung bei Tony

Ob er Vaters Tod wünsche fragt ihn
Die sichtlich empörte Tony worauf
Grünlich kauend lieber schweigt aber
Dazu überlegen distanziert lächelt

Dieses stille Lächeln wiederum macht
Seine Frau verrückt die darauf nach
Kurzer Beruhigung weiter fragt wie
Es denn um ihre Verhältnisse stünde

Sie fragt ob er vielleicht schlechte
Geschäfte gemacht hätte doch noch
Bevor Grünlich antworten kann 
Klopft es und Kesselmeyer tritt ein

Der Bankier und Freund von Grünlich 
Steht am Ende des vorletzten Kapitels
Dieser Ehe und erfüllt so manche
Zeittypische antisemitische Klischees

Zwar war Thomas Mann wohl kein 
Antisemit wofür auch die Wahl wie
Treue zu seiner Frau Katia spricht
Die aus reicher jüdischer Familie kam

Doch bedient er leider dennoch
Manche noch übliche Klischees
Tut dies allerdings mit viel Humor
Der jeden Verdacht zerstreut

Es ist wieder großartig wie Mann 
Hier mit Details und Andeutungen
Die bürgerliche Welt mit all ihren
Sitten genau zeigt und karikiert

Doch auch hier wieder tut er dies
Allem Spott und aller Ironie zum Trotz
Liebevoll mitfühlend aufmerksam
Mit genug Schalk noch dabei


Nach zweimal Mann wieder in die
Welt der UNO eingetaucht über den
Tanz mit dem Jahrhundert von
Stéphane Hessel der dort dafür

All seine Illusionen erstmal verlor
Weil sich im Sicherheitsrat nun die
Antagonisten Russland und USA 
Weitgehend in fast allem blockierten 

Zusätzlich schien es ihm dass dort
Viele nur für einen einträglichen 
Posten waren ohne die Ideale der
Organisation wirklich zu teilen

Ob das nur Genörgel eines wirklich
Begeisterten Fan ist hier schwer zu
Überprüfen aber für einen Diplomaten 
Außergewöhnlich deutlich dabei

Dennoch hielt er sie für unentbehrlich
Als er zum Quai d'Orsay zurückkehrte
Wurde er Frankreichs Botschafter für 
Menschenrechte bei den UNO

In dieser Zeit arbeitete er zwischen
Paris New York und Genf vertrat aber
Nun Frankreich bei der Organisation
Wurde so immer kritischer im Blick

Die erforderliche Einstimmigkeit der
Fünf ständigen Mitglieder blockierte 
Den Sicherheitsrat vollständig bis
Dag Hammarskjöld kam als Retter 

Dieser Ökonom und schwedische
Staatssekretär war von 1953 bis
Zu seinem Tod 1961 noch einer der
Ganz wichtigen Generalsekretäre

Seine Stabilität war im unruhigen
Jahr 1953 mit all seinen Krisen so 
Wichtig auch nach Stalins Tod bei
Unklarheit über dessen Nachfolge

Der nach seinem Tod durch einen
Unaufgeklärten Absturz im Kongo
Noch mit dem Friedensnobelpreis
Ausgezeichnete Generalsekretär

Schaffte der Organisation eine 
Neue funktionierende Struktur
Was einem neuen Enthusiasmus
In der ganzen Entwicklung brachte

Am Ende erzählt Hessel noch wie
Er ein besonderes Lob für diesen
Generalsekretär in die Rede des
Französischen Ministerpräsidenten

Einbaute was Stéphane Hessel aus
Der Familie genialer Autorinnen noch
In seine Erinnerungen wörtlich einbaut
Natürlich um seine Kollegen zu loben 

Lasse es so stehen und halte die
Vereinten Nationen auch für eine
Der allerbesten Gründungen nach
Ende des 2. Weltkrieges 

jens tuengerthal 27.12.25



Enthaltsamkeitslust

Enthaltsamkeitslust

Enthaltsamkeit klingt erstmal
Weniger nach Lust als nach
Mangel der keinem gut tut
Denke ich und merkte aber
Nach vielen Jahren wilden 
Lebens tat fast ein Jahr der
Enthaltsamkeit meiner Lust
Besser als noch mehr davon
Konnte am Ende wieder mehr
Genießen weil weniger mehr
Im Bewusstsein mir wurde 
Die Abkehr vom Konsumzwang
Brachte mehr Genuss am dann 
Weniger was noch übrig blieb
Es ist das Weniger erst was
Mehr genießen lässt weil es
Die Konzentration statt bloß
Willkürlicher Zerfaserung fördert 
Sich voller Lust zu fragen 
Was brauche ich im Leben
Wirklich und wie genieße ich
Was bleibt mehr als vorher
Ist was besser tut als alles
Eher kranke Wachstum
Für das kein Platz mehr
Auf unserer Erde ist
Warum Enthaltsamkeit
Lustvoll genießen allen
Besser tut in allem werdet
Endlich einfach weniger 
Verschwindet spurlos
Und freut euch daran
Denn nichts produziert
Größere Helden als ein
Endlich weniger überall
Verzicht macht Mut 

jens tuengerthal 27.12.25

Rechtsruck

Rechtsruck 

Gegen den weltweiten Rechtsruck
Auf rechte Positionen setzen ist so
Verlorene Liebesmüh wie weiter
Links blinken wenn die Mitte hier
Schwächelt in der Hoffnung noch
Ein Gegengewicht zu sein wenn
Stabilität im Gleichgewicht der
Ausgewogenen Mitte nur geht
Braucht es weniger Radikale 
Als vielmehr ruhige Vernunft
Um nicht zwischen den Polen
Schwankend aufgerieben
Statt dessen zu werden denn 
Die Lehre aus Weimar war
Weniger wäre politisch mehr 
Der Rand bringt kein Glück

jens tuengerthal 27.12.25

Liebesperlen

Liebesperlen

Zahnungsbeschwerden
Linderten Liebesperlen 
Homöopathisch

Viagra hilft nicht
Gegen große Gefühle
Macht nur standhafter

So Liebesperlen
Fehlen wirklich für alle 
Fälle von Gefühl

jens tuengerthal 27.12.25

Glättewarnung

Glättewarnung

Vor Glatteis wurde
Deutlich gewarnt wer trotzdem
Rausgeht ist ein Depp

Dichtet ein solcher
Der es besser wusste doch
Schneller noch hinfiel

jens tuengerthal 27.12.25

Geschafft

Geschafft

Weihnachten geschafft
Wartet Silvester mit dem
Neujahr wiederkommt

jens tuengerthal 27.12.25

Freitag, 26. Dezember 2025

Lektürentagebuch 26.12.25

Lektürentagebuch 26.12.25

Bei Buddenbrooks kehrt der Konsul
Nach seinem Erfolg beim Volk zurück 
In den Sitzungssaal wo die Wirtin den
Herren bereits Bier brachte wie die

Lampen am Tisch entzünden ließ
Die Stimmung ist locker entspannt
Dem Konsul wird gratuliert warum
Es dauert bis er wieder zu seinem

Schwiegervater kommt der hier als
Einziger unverändert schlechter
Stimmung ist und den angebotenen
Arm des Konsuls auf dem Weg

Zum Wagen gerne nimmt dabei
Sich weiter über die Unverschämtheit
Des Volkes noch empörend ringt er
In der Kutsche schon nach Luft 

Bittet den Konsul das Fenster der
Krögerschen Kalesche zu öffnen
Durch das ausgerechnet dann ein
Nur eigroßer Stein hinein fliegt 

Dieser trifft Lebrecht Kröger der
Nichts außer Kanalie zischt kein
Wort mehr spricht bis zur Ankunft
Den Konsul um Hilfe dann bittet 

Schwer an seinem Arm mit schon
Ganz gelbem Gesicht laufen sie
Über den Kies der Auffahrt und
Auf der großen weißen Freitreppe 

Die zum Speisezimmer hinauf führt
Knickten ihm die Beine ein sein Kopf
Fiel auf die Brust und die Kiefer
Schlugen knackend zusammen 

Seine Augen verdrehten sich dabei
Lebrecht Kröger war wie es hier
Treffend elegant Thomas Mann
Schreibt bei seinen Vätern 

Der Tod des Greisen der früher
Ein â la mode-Kavalier noch war
Wurde vermutlich nicht durch den
Stein den irgendwer warf verursacht

Vermutlich flog er im gut gelaunten
Volk einfach launisch durch die Luft
Wie Thomas Mann schon vorher
Das Geschehen abschwächt

Oder war der Schwiegervater des
Konsuls der sich so über den Pöbel
Erregte das einzige kleine Opfer
Der Revolution von 1848 in Lübeck

Eine auch historisch wohl völlig
Harmlos verlaufende Unruhe
Bekommt so ein überraschend
Tragisches Ende was aber der

Typisch mannsche Humor ist
Er versucht den Kontext dabei
Schon vorab abzuschwächen
Damit keiner ein Attentat vermutet

Dennoch wird die Geschichte nicht
Ohne jede Dramatik eingeflochten
Die den später Tod auch irgendwie
Komisch schon wieder machte

Es war einfach eine Koinzidenz
Von Ereignissen mit tödlicher Folge
Die zufällig war und vermutlich war
Keinerlei Absicht dahinter gewesen 

Starb der alte Kröger an seiner 
Aufregung über die Ereignisse
Oder regte er sich nur so auf
Weil er den Tod nah fühlte 

Thomas Mann lässt all dies offen
Am Ende ist es auch völlig egal
Ein Greis starb auf der Treppe
Seines Hauses als es Zeit war

Nicht jeder Tod wird aufgeklärt
Wer nicht mehr ist hat alles damit
Hinter sich was manchmal genügt
Die Sache in Ruhe zu lassen

Denke an den Feuertod meiner
Stiefurgroßmutter der noch viel
Seltsamer eigentlich war der
Dennoch dahinstehen konnte 

Ihr Lieblingsenkel mein Vater
Äußerte zwar den Verdacht
Aber ließ es auch dahinstehen
Forschte nicht weiter nach

Wie sein Tod einfach eintrat
Infolge des bereits schwachen
Herzens womit zu rechnen war
Der Tod kommt natürlich vor 


Wo wir schon beim Thema Tod
Waren sei nun dem Sterben wie
Dem endlich Tod von Joachim
Mit gebotener Ehre beigewohnt

Es ging dann tatsächlich schnell
Wie vom Hofrat angekündigt hatte
Joachim die letzten Tage viel nur
Geschlafen und geträumt

So ganz friedlich entschlief der
Gute Joachim im Dämmerzustand
Dann doch nicht sondern regte sich 
Noch über sein angeschwollenes

Gesicht auf in kurzen Momenten
Des Bewusstseins meinte er dann
Wenn das weg wäre würde alles
Wieder gut werden als zählte das

Die Schwellung hinderte ihn am
Sprechen flüsterte er darum noch
Seiner Mutter zu und bat sie ihn
Aufzurichten um einen Brief

Zur Verlängerung seiner Beurlaubung
Aufzusetzen was bei einem gerade
Sterbenden nicht ohne Ironie ist 
Während seine Mutter sich also

Über ihn beugte seinem Wunsch
Aufgerichtet zu werden gemäß
Für ein Schreiben dessen es nie 
Mehr bedurfte starb er einfach

Seine Mutter wandte sich unter 
Tränen ab so schaute Joachim
Alleine auf dem Verstorbenen
Edel und älter sah er mit Bart aus

Die letzten Wochen war ihm auch
Die Rasur zuviel geworden und
Er hatte sich den Kriegerbart wie
Im Felde einfach stehen lassen

Hans übernahm es darum auch
Die Augen des Verstorbenen zu
Schließen bis Hofrat Behrens kam
Der den Tod offiziell bestätigte

Lobend spricht er über Joachim
Erwähnt natürlich dass er besser
Nicht ins Feld gezogen wäre aber
Würdigt ihn ganz ausdrücklich

Die folgenden Tage kommen dann
Freunde und Tischgenossen von 
Joachim vorbei und erweisen ihm
Im Bett mit Bart aufgebahrt noch

Die letzte Ehre darunter Frau Stöhr
Die ganz gerührt meint am Grab
Dieses Helden müsse nun die
Erotika gespielt werden

Auch Settembrini und Naphta 
Erscheinen zusammen und der
Italiener ist sichtbar gerührt was
Naphta nutzt gegen ihn zu Giften

Sei es aus Erschütterung über den
Tod oder aus Höflichkeit geht aber
Niemand auf dessen kleine Spitzen
Ein auch wenn Hans sie bemerkt

Den Transport Joachims in die Heimat
Nach Hamburg und alles übrige was 
Tod und Sarg betrifft organisiert das
Sanatorium Berghof ganz dezent

Hans war noch lange häufiger bei
Joachim ihm die Ehre zu erweisen
Doch als sich dessen Gesicht zu
Einem Lächeln verzog reichte es

Nun sollte der Vetter ruhig in dem
Sarg verschwinden und im Flachland
Ein Salut mit Degen und Kanone 
Für ihn in Ehren geschossen werden

Thomas Mann schafft es so auch über
Den Tod noch mit der vornehmen
Wie auch liebevollen mannschen
Ironie humorvoll zu schreiben


Humorvoll französisch aber mit viel
Gefühl zugleich schreibt dagegen
Stéphane Hessel über die ersten
Fünf Jahre am Hudson River 

Sein Tanz mit dem Jahrhundert
Gibt überraschend persönliche
Wie dann wieder weltpolitisch
Spannende Einblicke in die Zeit

Erzählt von ihrer Wohnung direkt
Am Central Park in New York wie
Dem ersten Lächeln seiner Tochter
Die auf der Überfahrt entstand

So noch öffentlich auch über die
Zeugung zu plaudern ist typisch
Französisch und passt auch zu
Seiner Mutter Helen Hessel

In den USA in New York geboren
Wurde und von den vielen Besuchen 
Der Freunde im damaligen Zentrum
Einen neuen Welt nach dem Krieg

Um dann zum Thema UNO zu
Wechseln wie seiner wichtigen
Aufgabe bei der Ausarbeitung
Der Erklärung der Menschenrechte 

Wie sie sich mit den Ländern
Absprachen was noch einer
Zustimmung fähig war etwa 
Für die UdSSR unter Stalin

Sie ahnten zwar schon dass 
Es mit der Demokratie dort
Nicht weit her war aber vom
Gulag ahnten sie noch nichts

Auch die sonst eher totalitären 
Zustände in den Volksdemokratien
Des Ostens waren ihnen noch nicht 
Bewusst was er als Schuld sieht

Stéphane Hessel beschreibt
Diese Arbeit für die UNO als
Wichtigste Aufgabe seines
Lebens die ihn bis heute mit

Großem Stolz erfüllte wie er
Voller Begeisterung schreibt 
Was für mich als Leser seiner
Erinnerungen auch spürbar wird

Den Sohn des von mir als Autor
So verehrten Franz Hessel so
Persönlich durch sein Leben zu
Begleiten ist eine doppelte Freude

jens tuengerthal 26.12.25

Überlebensphilosophie

Überlebensphilosophie

Was lässt in Zeiten wie diesen
Geistig noch überleben wenn
Intolerante Dummheit wie Hass
Sich immer weiter verbreiten

Braucht das Leben je ein warum
Oder hat es das eher nie weil Sein
Keinen Grund braucht sondern ist
Ohne sich um Sinn je zu scheren

Sicher lehrt der Aberglaube der hier
Staatlich anerkannt als Religion sein
Unwesen noch treibt es gäbe einen
Höheren Sinn was Unsinn immer ist

Dabei belegt nicht das Kollektiv der
Schafe die der Herde folgen was wahr
Wäre sondern der einzelne dagegen
Genügt zur Widerlegung hier völlig

Den Unsinn des Lebens erkennen
Keine Götter über sich anerkennen
Ist hier heute ohne Strafe möglich
Es sollte endlich normal werden

Will mich nicht über den geistig noch
Zurückgebliebenen mittelalterlichen
Aberglauben des Islam äußern der
Geistig so unwichtig wie alle Sekten

Habe mit Max Stirner der einzig Kant
Konsequent zu Ende dachte meine
Welt auf mich gestellt und sage
Darum gut ist alles was mir gefällt 

Mit anderem als dem was ist
Nach der Natur leben zu wollen 
Hieße sich gegen die Natur stellen
Was nur im Märchen erfolgreich war

Der eigene Horizont ist beschränkt
Auf mehr als mich stelle ich nichts 
Doch genüge ich völlig um alle
Götter zu Hokuspokus zu machen

Muss nicht überleben und nicht
Um jeden Preis weiterleben es ist
Das Leben mir sogar herzlich egal
Weil das völlige Freiheit begründet

Zäume also das Pferd des Sinns
Von hinten auf was ich immer mag
Weil es den Horizont erweitert
Gegen den Strom zu denken

Epikur lehrte uns den Tod nicht
Zu fürchten weil er uns nichts
Angeht wir nicht mehr sind wo
Er ist wie er nicht wo wir sind

Die Fähigkeit sich das Leben
Zu nehmen und so aus etwas
Nichts zu machen ist die große
Freiheit von der viele träumen

Dies in Anbetracht aller Umstände
Welche mit zunehmendem Alter
Unangenehm zunehmen spricht
Mehr für als gegen den Freitod 

Doch das einzelne zarte dennoch
Was die Lust am Leben dabei
Größer scheinen lässt ist genug
Illusion mehr als Nichts zu wollen

Das Nichts macht nichts und ist
Völlig egal aber besser als das
Kann nahezu alles noch sein
Denke ich heute mal großzügig

Leben ist Laune der Natur die
Genauso auch belächelt werden
Kann ob sie kommt oder geht
Außer es entscheidet wer darüber

Der Schutz des Lebens vor den 
Launen anderer ist der Kern wie
Die wichtigste Aufgabe aller Staaten
Er allein muss absolut sein

Warum alle Staaten welche noch
Die Todesstrafe praktizieren bloß 
Schurkenstaaten sind die nie ein
Würdiger Partner von Freien sind

Dabei jedoch Leben erst mit der
Durchtrennung der Nabelschnur
Rechtlich beginnen zu lassen ist
Nötig für die Freiheit der Frau 

Wer diese beschränkt weil sie
Nach der Natur schwanger wird
Handelt damit ungerecht was
Stets Unrecht auch sein sollte

Es muss dies sei hier am Ende
Der Überlebensphilosophie noch
Klargestellt niemand überleben aber
Alle die wollen sollen auch können

Ein Staat der hunderte Milliarden
Ohne Aussicht auf Gewinn oder
Einen sicheren Plan versacken lässt
Sollte nie bei den Armen sparen

Diesen Staat wie seine nur durch
Vertrag mit uns gültigen Normen
Wie der contract social uns lehrt 
Können wir uns sonst gleich sparen

Unser Überleben hängt nicht an der
Relativen Ordnung von Staaten 
Sondern allein an der Natur die das
Herz höher schlagen lässt oder nicht

Es ist unsere Freiheit dies zu wollen
Oder auch nicht damit sind wir was 
Uns angeht mächtiger als die Natur
Grund genug sich gut zu fühlen

jens tuengerthal 26.12.25

Feiertagsphilosophie

Feiertagsphilosophie

Liegt die Haltung zum Feiertag
Am Bewusstsein desselben statt
Vom Tag und seinen Ritualen nur
Irgend beeinflusst zu werden

Früher als ich noch ein Kind war
Also auch nominell nicht nur kindisch
War der 1. Feiertag immer der Festtag
Mit der Großfamilie bei Großeltern 

Heilig Abend war dagegen ganz
Intim mit der eigenen Familie nur
Dann haben wir das Familienfest
Auf den 2. Feiertag verschoben

Weil die Mutter meiner Tochter es
So wünschte weil es sonst aus
Berlin kommend stressig war was
Am rituellen Ablauf nichts änderte

Staune immer noch über die große
Flexibilität meiner Familie in so
Bedeutenden Fragen des Rituals
Wäre ja wie Weihnachten im Sommer

So erlebt es der Onkel in Südafrika
Da ist ja alles andersrum auch der
Straßenverkehr beim sexuellen ist
Dazu nichts näheres mir bekannt

An Weihnachten wird auch die Tafel
Rituell für über zwanzig mit Meißen 
Silber und allem Pipapo gedeckt wir
Zeigen dann gern was wir haben

Dies auch wenn sonst Bescheidenheit
Im preußischen Stil als edel gilt wird 
Weihnachten geprotzt nicht gekleckert 
Bürgerliches Balzverhalten halt

Der 1. Mai war traditionell immer
Geburtstag meines Großvaters
Mit dem Tag der Arbeit hatte die
Bürgerliche Familie nichts zu tun

Ostern treffen wir Nichten und Neffen
Uns beim Onkel in Mecklenburg was
Genug Familie für das Jahr wäre
Denke ich der gern für sich ist

Nun wollen wir wohl noch den
Runden Geburtstag meiner Mutter
Die 85 schon wird größer feiern 
Warten wir ab was wirklich wird 

Feiertage sind für mich traditionell
Mit Familienfesten noch verbunden
Die gewohnt rituell ablaufen damit
Auch alles wie immer dabei ist

Ob den Feiertag darum gerade die
Wiederholung heiligt oder diese nur
Den festlichen Charakter betont
Scheint mir heute fraglicher als je

Interessant ist für mich dass die
Feiertage der Familie stets viel
Heiliger bei uns waren als jene
Die als gesetzliche Feiertage gelten

Sollte was der Staat oder sonst wer
Von uns zu wollen wagt mit den 
Familientraditionen kollidieren wurde 
Sich eben darüber gestellt

Ruhe sei die erste Bürgerpflicht ließ
Graf Schulenburg 1806  nach der Niederlage von Jena gegen Napoleon
Als Flugblatt in Berlin verteilen 

Auch wenn die Sicht des damaligen
Kommandeurs von Berlin uns heute
Absurd erscheint wurde der Spruch
Durch den gleichnamigen Roman

Von Willibald Alexis fünfzig Jahre
Später erst wirklich berühmt doch
Auch wenn der Staat mir nichts mehr
Zu sagen hat bleibt es spannend

Ob in der heutigen Demokratie
Noch Ruhe die erste Bürgerpflicht
Sein könnte oder schon nach dem
Grundgesetz natürlich nicht mehr

So besagt das Widerstandsrecht
Aus Artikel 20 IV das Recht jedes
Deutschen zum Widerstand gegen
Alle die diese Ordnung beseitigen

Aber die BRD nach dem GG ist
Eben rheinischer als preußisch
Da ist der Aufstand statt der Ruhe 
Geregelt die andere lieber hätten

Auch um den eigenen Geburtstag
Wurden in der Familie gerne noch
Feiertage mit schönen Festen dazu
Geplant zu zeigen was wir können

Übergehe diesen Tag seit Jahren
Lieber dezent was mit genug Übung
Inzwischen schon ganz gut gelingt 
Feste werden völlig überschätzt

Ein Feiertag ist für mich heute eher
In Ruhe ohne jeden äußeren Druck
Den Gäste immer mit sich bringen
Zeit zum lesen und Tee trinken

Entsprechend der Philosophie des
Weniger ist mehr die das spurlose
Verschwinden zur höchsten Kunst
Erhebt was im Sinne der Umwelt passt

Sich für weniger bedeutend halten
Lieber stillschweigend abtauchen
Tut der Welt besser als all die eitlen
Pfauen wie Trump oder Musk 

Entsprechend Feiertage am liebsten
Für sich haben um nicht noch das
Dumme Geschwätz anderer zu hören
Lebte Robinson Crusoe im Paradies

Wem das seltsam oder depressiv
Scheint muss sich wohl weiter im
Freizeitpark vergnügen statt gute
Kluge Bücher in Ruhe zu lesen

Diese Menschen tun mir leid aber
Sie gehen ja freiwillig noch auf
Jahrmärkte und Volksfeste an
Den üblichen Freitagen ich nicht

Dafür schlafe ich an Feiertagen
Gerne am Tag und dichte dafür
Nächte durch wenn ich nicht lese
Weil ich dann meine Ruhe hab 

Wäre für eine stärkere Freiheit
Bei Feiertagen und Ferien damit
Nicht Kollektive gleich einfallen
Sondern jeder für sich bleibt

Warum eine Feiertagsphilosophie
Für alle vermutlich schwierig wäre
Und manchmal feier ich auch gerne
Wenn andere lieber Ruhe haben

jens tuengerthal 26.12.25