Samstag, 27. Dezember 2025

Liebesperlen

Liebesperlen

Zahnungsbeschwerden
Linderten Liebesperlen 
Homöopathisch

Viagra hilft nicht
Gegen große Gefühle
Macht nur standhafter

So Liebesperlen
Fehlen wirklich für alle 
Fälle von Gefühl

jens tuengerthal 27.12.25

Glättewarnung

Glättewarnung

Vor Glatteis wurde
Deutlich gewarnt wer trotzdem
Rausgeht ist ein Depp

Dichtet ein solcher
Der es besser wusste doch
Schneller noch hinfiel

jens tuengerthal 27.12.25

Geschafft

Geschafft

Weihnachten geschafft
Wartet Silvester mit dem
Neujahr wiederkommt

jens tuengerthal 27.12.25

Freitag, 26. Dezember 2025

Lektürentagebuch 26.12.25

Lektürentagebuch 26.12.25

Bei Buddenbrooks kehrt der Konsul
Nach seinem Erfolg beim Volk zurück 
In den Sitzungssaal wo die Wirtin den
Herren bereits Bier brachte wie die

Lampen am Tisch entzünden ließ
Die Stimmung ist locker entspannt
Dem Konsul wird gratuliert warum
Es dauert bis er wieder zu seinem

Schwiegervater kommt der hier als
Einziger unverändert schlechter
Stimmung ist und den angebotenen
Arm des Konsuls auf dem Weg

Zum Wagen gerne nimmt dabei
Sich weiter über die Unverschämtheit
Des Volkes noch empörend ringt er
In der Kutsche schon nach Luft 

Bittet den Konsul das Fenster der
Krögerschen Kalesche zu öffnen
Durch das ausgerechnet dann ein
Nur eigroßer Stein hinein fliegt 

Dieser trifft Lebrecht Kröger der
Nichts außer Kanalie zischt kein
Wort mehr spricht bis zur Ankunft
Den Konsul um Hilfe dann bittet 

Schwer an seinem Arm mit schon
Ganz gelbem Gesicht laufen sie
Über den Kies der Auffahrt und
Auf der großen weißen Freitreppe 

Die zum Speisezimmer hinauf führt
Knickten ihm die Beine ein sein Kopf
Fiel auf die Brust und die Kiefer
Schlugen knackend zusammen 

Seine Augen verdrehten sich dabei
Lebrecht Kröger war wie es hier
Treffend elegant Thomas Mann
Schreibt bei seinen Vätern 

Der Tod des Greisen der früher
Ein â la mode-Kavalier noch war
Wurde vermutlich nicht durch den
Stein den irgendwer warf verursacht

Vermutlich flog er im gut gelaunten
Volk einfach launisch durch die Luft
Wie Thomas Mann schon vorher
Das Geschehen abschwächt

Oder war der Schwiegervater des
Konsuls der sich so über den Pöbel
Erregte das einzige kleine Opfer
Der Revolution von 1848 in Lübeck

Eine auch historisch wohl völlig
Harmlos verlaufende Unruhe
Bekommt so ein überraschend
Tragisches Ende was aber der

Typisch mannsche Humor ist
Er versucht den Kontext dabei
Schon vorab abzuschwächen
Damit keiner ein Attentat vermutet

Dennoch wird die Geschichte nicht
Ohne jede Dramatik eingeflochten
Die den später Tod auch irgendwie
Komisch schon wieder machte

Es war einfach eine Koinzidenz
Von Ereignissen mit tödlicher Folge
Die zufällig war und vermutlich war
Keinerlei Absicht dahinter gewesen 

Starb der alte Kröger an seiner 
Aufregung über die Ereignisse
Oder regte er sich nur so auf
Weil er den Tod nah fühlte 

Thomas Mann lässt all dies offen
Am Ende ist es auch völlig egal
Ein Greis starb auf der Treppe
Seines Hauses als es Zeit war

Nicht jeder Tod wird aufgeklärt
Wer nicht mehr ist hat alles damit
Hinter sich was manchmal genügt
Die Sache in Ruhe zu lassen

Denke an den Feuertod meiner
Stiefurgroßmutter der noch viel
Seltsamer eigentlich war der
Dennoch dahinstehen konnte 

Ihr Lieblingsenkel mein Vater
Äußerte zwar den Verdacht
Aber ließ es auch dahinstehen
Forschte nicht weiter nach

Wie sein Tod einfach eintrat
Infolge des bereits schwachen
Herzens womit zu rechnen war
Der Tod kommt natürlich vor 


Wo wir schon beim Thema Tod
Waren sei nun dem Sterben wie
Dem endlich Tod von Joachim
Mit gebotener Ehre beigewohnt

Es ging dann tatsächlich schnell
Wie vom Hofrat angekündigt hatte
Joachim die letzten Tage viel nur
Geschlafen und geträumt

So ganz friedlich entschlief der
Gute Joachim im Dämmerzustand
Dann doch nicht sondern regte sich 
Noch über sein angeschwollenes

Gesicht auf in kurzen Momenten
Des Bewusstseins meinte er dann
Wenn das weg wäre würde alles
Wieder gut werden als zählte das

Die Schwellung hinderte ihn am
Sprechen flüsterte er darum noch
Seiner Mutter zu und bat sie ihn
Aufzurichten um einen Brief

Zur Verlängerung seiner Beurlaubung
Aufzusetzen was bei einem gerade
Sterbenden nicht ohne Ironie ist 
Während seine Mutter sich also

Über ihn beugte seinem Wunsch
Aufgerichtet zu werden gemäß
Für ein Schreiben dessen es nie 
Mehr bedurfte starb er einfach

Seine Mutter wandte sich unter 
Tränen ab so schaute Joachim
Alleine auf dem Verstorbenen
Edel und älter sah er mit Bart aus

Die letzten Wochen war ihm auch
Die Rasur zuviel geworden und
Er hatte sich den Kriegerbart wie
Im Felde einfach stehen lassen

Hans übernahm es darum auch
Die Augen des Verstorbenen zu
Schließen bis Hofrat Behrens kam
Der den Tod offiziell bestätigte

Lobend spricht er über Joachim
Erwähnt natürlich dass er besser
Nicht ins Feld gezogen wäre aber
Würdigt ihn ganz ausdrücklich

Die folgenden Tage kommen dann
Freunde und Tischgenossen von 
Joachim vorbei und erweisen ihm
Im Bett mit Bart aufgebahrt noch

Die letzte Ehre darunter Frau Stöhr
Die ganz gerührt meint am Grab
Dieses Helden müsse nun die
Erotika gespielt werden

Auch Settembrini und Naphta 
Erscheinen zusammen und der
Italiener ist sichtbar gerührt was
Naphta nutzt gegen ihn zu Giften

Sei es aus Erschütterung über den
Tod oder aus Höflichkeit geht aber
Niemand auf dessen kleine Spitzen
Ein auch wenn Hans sie bemerkt

Den Transport Joachims in die Heimat
Nach Hamburg und alles übrige was 
Tod und Sarg betrifft organisiert das
Sanatorium Berghof ganz dezent

Hans war noch lange häufiger bei
Joachim ihm die Ehre zu erweisen
Doch als sich dessen Gesicht zu
Einem Lächeln verzog reichte es

Nun sollte der Vetter ruhig in dem
Sarg verschwinden und im Flachland
Ein Salut mit Degen und Kanone 
Für ihn in Ehren geschossen werden

Thomas Mann schafft es so auch über
Den Tod noch mit der vornehmen
Wie auch liebevollen mannschen
Ironie humorvoll zu schreiben


Humorvoll französisch aber mit viel
Gefühl zugleich schreibt dagegen
Stéphane Hessel über die ersten
Fünf Jahre am Hudson River 

Sein Tanz mit dem Jahrhundert
Gibt überraschend persönliche
Wie dann wieder weltpolitisch
Spannende Einblicke in die Zeit

Erzählt von ihrer Wohnung direkt
Am Central Park in New York wie
Dem ersten Lächeln seiner Tochter
Die auf der Überfahrt entstand

So noch öffentlich auch über die
Zeugung zu plaudern ist typisch
Französisch und passt auch zu
Seiner Mutter Helen Hessel

In den USA in New York geboren
Wurde und von den vielen Besuchen 
Der Freunde im damaligen Zentrum
Einen neuen Welt nach dem Krieg

Um dann zum Thema UNO zu
Wechseln wie seiner wichtigen
Aufgabe bei der Ausarbeitung
Der Erklärung der Menschenrechte 

Wie sie sich mit den Ländern
Absprachen was noch einer
Zustimmung fähig war etwa 
Für die UdSSR unter Stalin

Sie ahnten zwar schon dass 
Es mit der Demokratie dort
Nicht weit her war aber vom
Gulag ahnten sie noch nichts

Auch die sonst eher totalitären 
Zustände in den Volksdemokratien
Des Ostens waren ihnen noch nicht 
Bewusst was er als Schuld sieht

Stéphane Hessel beschreibt
Diese Arbeit für die UNO als
Wichtigste Aufgabe seines
Lebens die ihn bis heute mit

Großem Stolz erfüllte wie er
Voller Begeisterung schreibt 
Was für mich als Leser seiner
Erinnerungen auch spürbar wird

Den Sohn des von mir als Autor
So verehrten Franz Hessel so
Persönlich durch sein Leben zu
Begleiten ist eine doppelte Freude

jens tuengerthal 26.12.25

Überlebensphilosophie

Überlebensphilosophie

Was lässt in Zeiten wie diesen
Geistig noch überleben wenn
Intolerante Dummheit wie Hass
Sich immer weiter verbreiten

Braucht das Leben je ein warum
Oder hat es das eher nie weil Sein
Keinen Grund braucht sondern ist
Ohne sich um Sinn je zu scheren

Sicher lehrt der Aberglaube der hier
Staatlich anerkannt als Religion sein
Unwesen noch treibt es gäbe einen
Höheren Sinn was Unsinn immer ist

Dabei belegt nicht das Kollektiv der
Schafe die der Herde folgen was wahr
Wäre sondern der einzelne dagegen
Genügt zur Widerlegung hier völlig

Den Unsinn des Lebens erkennen
Keine Götter über sich anerkennen
Ist hier heute ohne Strafe möglich
Es sollte endlich normal werden

Will mich nicht über den geistig noch
Zurückgebliebenen mittelalterlichen
Aberglauben des Islam äußern der
Geistig so unwichtig wie alle Sekten

Habe mit Max Stirner der einzig Kant
Konsequent zu Ende dachte meine
Welt auf mich gestellt und sage
Darum gut ist alles was mir gefällt 

Mit anderem als dem was ist
Nach der Natur leben zu wollen 
Hieße sich gegen die Natur stellen
Was nur im Märchen erfolgreich war

Der eigene Horizont ist beschränkt
Auf mehr als mich stelle ich nichts 
Doch genüge ich völlig um alle
Götter zu Hokuspokus zu machen

Muss nicht überleben und nicht
Um jeden Preis weiterleben es ist
Das Leben mir sogar herzlich egal
Weil das völlige Freiheit begründet

Zäume also das Pferd des Sinns
Von hinten auf was ich immer mag
Weil es den Horizont erweitert
Gegen den Strom zu denken

Epikur lehrte uns den Tod nicht
Zu fürchten weil er uns nichts
Angeht wir nicht mehr sind wo
Er ist wie er nicht wo wir sind

Die Fähigkeit sich das Leben
Zu nehmen und so aus etwas
Nichts zu machen ist die große
Freiheit von der viele träumen

Dies in Anbetracht aller Umstände
Welche mit zunehmendem Alter
Unangenehm zunehmen spricht
Mehr für als gegen den Freitod 

Doch das einzelne zarte dennoch
Was die Lust am Leben dabei
Größer scheinen lässt ist genug
Illusion mehr als Nichts zu wollen

Das Nichts macht nichts und ist
Völlig egal aber besser als das
Kann nahezu alles noch sein
Denke ich heute mal großzügig

Leben ist Laune der Natur die
Genauso auch belächelt werden
Kann ob sie kommt oder geht
Außer es entscheidet wer darüber

Der Schutz des Lebens vor den 
Launen anderer ist der Kern wie
Die wichtigste Aufgabe aller Staaten
Er allein muss absolut sein

Warum alle Staaten welche noch
Die Todesstrafe praktizieren bloß 
Schurkenstaaten sind die nie ein
Würdiger Partner von Freien sind

Dabei jedoch Leben erst mit der
Durchtrennung der Nabelschnur
Rechtlich beginnen zu lassen ist
Nötig für die Freiheit der Frau 

Wer diese beschränkt weil sie
Nach der Natur schwanger wird
Handelt damit ungerecht was
Stets Unrecht auch sein sollte

Es muss dies sei hier am Ende
Der Überlebensphilosophie noch
Klargestellt niemand überleben aber
Alle die wollen sollen auch können

Ein Staat der hunderte Milliarden
Ohne Aussicht auf Gewinn oder
Einen sicheren Plan versacken lässt
Sollte nie bei den Armen sparen

Diesen Staat wie seine nur durch
Vertrag mit uns gültigen Normen
Wie der contract social uns lehrt 
Können wir uns sonst gleich sparen

Unser Überleben hängt nicht an der
Relativen Ordnung von Staaten 
Sondern allein an der Natur die das
Herz höher schlagen lässt oder nicht

Es ist unsere Freiheit dies zu wollen
Oder auch nicht damit sind wir was 
Uns angeht mächtiger als die Natur
Grund genug sich gut zu fühlen

jens tuengerthal 26.12.25

Feiertagsphilosophie

Feiertagsphilosophie

Liegt die Haltung zum Feiertag
Am Bewusstsein desselben statt
Vom Tag und seinen Ritualen nur
Irgend beeinflusst zu werden

Früher als ich noch ein Kind war
Also auch nominell nicht nur kindisch
War der 1. Feiertag immer der Festtag
Mit der Großfamilie bei Großeltern 

Heilig Abend war dagegen ganz
Intim mit der eigenen Familie nur
Dann haben wir das Familienfest
Auf den 2. Feiertag verschoben

Weil die Mutter meiner Tochter es
So wünschte weil es sonst aus
Berlin kommend stressig war was
Am rituellen Ablauf nichts änderte

Staune immer noch über die große
Flexibilität meiner Familie in so
Bedeutenden Fragen des Rituals
Wäre ja wie Weihnachten im Sommer

So erlebt es der Onkel in Südafrika
Da ist ja alles andersrum auch der
Straßenverkehr beim sexuellen ist
Dazu nichts näheres mir bekannt

An Weihnachten wird auch die Tafel
Rituell für über zwanzig mit Meißen 
Silber und allem Pipapo gedeckt wir
Zeigen dann gern was wir haben

Dies auch wenn sonst Bescheidenheit
Im preußischen Stil als edel gilt wird 
Weihnachten geprotzt nicht gekleckert 
Bürgerliches Balzverhalten halt

Der 1. Mai war traditionell immer
Geburtstag meines Großvaters
Mit dem Tag der Arbeit hatte die
Bürgerliche Familie nichts zu tun

Ostern treffen wir Nichten und Neffen
Uns beim Onkel in Mecklenburg was
Genug Familie für das Jahr wäre
Denke ich der gern für sich ist

Nun wollen wir wohl noch den
Runden Geburtstag meiner Mutter
Die 85 schon wird größer feiern 
Warten wir ab was wirklich wird 

Feiertage sind für mich traditionell
Mit Familienfesten noch verbunden
Die gewohnt rituell ablaufen damit
Auch alles wie immer dabei ist

Ob den Feiertag darum gerade die
Wiederholung heiligt oder diese nur
Den festlichen Charakter betont
Scheint mir heute fraglicher als je

Interessant ist für mich dass die
Feiertage der Familie stets viel
Heiliger bei uns waren als jene
Die als gesetzliche Feiertage gelten

Sollte was der Staat oder sonst wer
Von uns zu wollen wagt mit den 
Familientraditionen kollidieren wurde 
Sich eben darüber gestellt

Ruhe sei die erste Bürgerpflicht ließ
Graf Schulenburg 1806  nach der Niederlage von Jena gegen Napoleon
Als Flugblatt in Berlin verteilen 

Auch wenn die Sicht des damaligen
Kommandeurs von Berlin uns heute
Absurd erscheint wurde der Spruch
Durch den gleichnamigen Roman

Von Willibald Alexis fünfzig Jahre
Später erst wirklich berühmt doch
Auch wenn der Staat mir nichts mehr
Zu sagen hat bleibt es spannend

Ob in der heutigen Demokratie
Noch Ruhe die erste Bürgerpflicht
Sein könnte oder schon nach dem
Grundgesetz natürlich nicht mehr

So besagt das Widerstandsrecht
Aus Artikel 20 IV das Recht jedes
Deutschen zum Widerstand gegen
Alle die diese Ordnung beseitigen

Aber die BRD nach dem GG ist
Eben rheinischer als preußisch
Da ist der Aufstand statt der Ruhe 
Geregelt die andere lieber hätten

Auch um den eigenen Geburtstag
Wurden in der Familie gerne noch
Feiertage mit schönen Festen dazu
Geplant zu zeigen was wir können

Übergehe diesen Tag seit Jahren
Lieber dezent was mit genug Übung
Inzwischen schon ganz gut gelingt 
Feste werden völlig überschätzt

Ein Feiertag ist für mich heute eher
In Ruhe ohne jeden äußeren Druck
Den Gäste immer mit sich bringen
Zeit zum lesen und Tee trinken

Entsprechend der Philosophie des
Weniger ist mehr die das spurlose
Verschwinden zur höchsten Kunst
Erhebt was im Sinne der Umwelt passt

Sich für weniger bedeutend halten
Lieber stillschweigend abtauchen
Tut der Welt besser als all die eitlen
Pfauen wie Trump oder Musk 

Entsprechend Feiertage am liebsten
Für sich haben um nicht noch das
Dumme Geschwätz anderer zu hören
Lebte Robinson Crusoe im Paradies

Wem das seltsam oder depressiv
Scheint muss sich wohl weiter im
Freizeitpark vergnügen statt gute
Kluge Bücher in Ruhe zu lesen

Diese Menschen tun mir leid aber
Sie gehen ja freiwillig noch auf
Jahrmärkte und Volksfeste an
Den üblichen Freitagen ich nicht

Dafür schlafe ich an Feiertagen
Gerne am Tag und dichte dafür
Nächte durch wenn ich nicht lese
Weil ich dann meine Ruhe hab 

Wäre für eine stärkere Freiheit
Bei Feiertagen und Ferien damit
Nicht Kollektive gleich einfallen
Sondern jeder für sich bleibt

Warum eine Feiertagsphilosophie
Für alle vermutlich schwierig wäre
Und manchmal feier ich auch gerne
Wenn andere lieber Ruhe haben

jens tuengerthal 26.12.25

Weihnachtsliebe

Weihnachtsliebe

Liebe Weihnachten
Die gleiche Liebste wie sonst
Stört uns nicht weiter

jens tuengerthal 26.12.25

Weihnachtsalbern

Weihnachtsalbern

Christi Geburtstag
Feiern ohne Glaube ist
Halt herrlich albern 

jens tuengerthal 26.12.25

Weihnachtshaiku

Weihnachtshaiku

Oh du fröhliche
Stille Nacht oh Tannenbaum
Rieselt es leise

jens tuengerthal 26.12.25

Donnerstag, 25. Dezember 2025

Lektürentagebuch 25.12.25

Lektürentagebuch 25.12.25

Mit Kapitel 3 im IV. Teil der großen 
Buddenbrooks begonnen wo es erst
Revolutionär und dann Platt wird im
Wilden Oktober 1848 in Lübeck

Es beginnt mit dem Gang des Herrn
Konsul Buddenbrook zur Sitzung
Der Bürgerschaft der Hansestadt
Auf dem er den Makler Gösch trifft

Hier entfaltet Thomas Mann wieder 
Sein großes Figurentheater auf der
Überschaubaren Bühne des Ratssaal
Werden Charaktere deutlich gezeigt

Auch dieses Kapitel über den leider
Vergeblichen Versuch Deutschland
Demokratischer zu machen ist eine
Schaubühne Mannscher Erzählkunst

Es beginnt schon mit der humorvollen
Beschreibung des Maklers Sigismund 
Gosch des Junggesellen von vierzig
Jahren mit grauen Haaren schon

Als ich die Buddenbrooks mit 17 noch
Das erste mal las uns so vieles aus
Der Familie wiedererkannt schien 40
Ein mir noch ganz fernes Alter

Graue Haare mit vierzig wunderten 
Den nicht mal zwanzigjährigen nicht
Während es mir heute mit Mitte 50
Eher etwas übertrieben schon scheint

So ist die wiederholte Lektüre eines
Großen Roman sehr lohnend dies 
Insbesondere auch beim Blick auf
Einen sich wandelnden Autor 

Thomas Mann war Mitte zwanzig 
Als er die Buddenbrooks schrieb 
Da scheint vierzig noch alt was 
Heute mit 55 eher jung scheint 

In den Sitzungssaal der sonst 
Zu einer Tanzwirtschaft gehört
Gelangen sie durch eine enge
Kleine Tür die Flucht erschwert

Dort werden bekannte Figuren
Wie sein Schwiegervater der
Vornehme Lebrecht Kröger aber
Auch neue Figuren mit sich 

Wiederholenden Wendungen
Vorgestellt die Teil ihres Charakters
Werden den Mann mit viel Humor
So karikiert dass es eine Freude ist

Die mögliche Flucht durch die Luke
Im Dach in der aber korpulentere
Senatoren fürchten stecken zu 
Bleiben ist so ein Ereignis

Einige Mitglieder der Bürgerschaft
Schnacken schon Plattdeutsch was
Mann schon wundervoll spielerisch
Aufnimmt in dieser Szene

Draußen skandiert die Menge hier
Sprüche der Revolution während
Drinnen Sorge und Aufregung über
Die problematische Situation wachsen

Senator Buddenbrook setzt sich
Nachdem er Bekannte begrüßte
Zu seinem Schwiegervater den 
Das Geschehen merkbar aufregt

Als dieser nach Hause will und
Fragt wo sein Wagen bleibt die
Vierspännige Kalesche mit der
Tony gen Travemünde führt

Entschließt sich der Konsul
Dem Theater ein Ende zu machen
Mit den Leuten vor der Tür zu reden
Dabei begleitet ihn der Makler Gosch

Während letzterer auf ein Drama hofft
Schnackt der Konsul mit seinen dort
Arbeitern auf Platt über ihre ihm
Albern erscheinenden Forderungen

Dies zumal Lübeck auch ohne eine 
Revolution die neue Verfassung mit
Dem allgemeinen Wahlrecht hatte
Damit also eine Demokratie war

Es wird damit einerseits noch die
Revolution aus bürgerlicher Sicht 
Verspottet und lächerlich gemacht
Wie auch das Parlament in der

Paulskirche als bloße Versammlung
Von Professoren verspottet wurde
Mit denen Großbürger wie es die
Buddenbrooks und Manns waren

Lieber nichts zu tun hatten und
Der herablassende Ton gegenüber
Allen Revolutionären ist mir auch
Aus meiner Familie nicht unbekannt

Stolz war meine Großmutter noch
Dass Hindenburg ihr Nachbar war
Irgendwo in Hannover nahe der
Eilenriede die heute inmitten liegt

Sie waren Deutschnational noch
Aber keinesfalls Nazis und später
In Bremen zog die Großmutter die
Jahrgang 1911 noch war einmal

Die deutsche Fahne schwarzrotgold
Am Bremer Kippenberg am 1. Mal ein
Um schwarz weiß rot aufzuhängen
Der Urgroßvater regelte dann alles

Der Schuldirektor war Clubkamerad
Der Urgroßvater verdienter Offizier
So etwas regelte die Klasse unter
Ihresgleichen ohne große Skandale

Daran denke ich wenn ich den
Konsul Buddenbrook mit seinen
Arbeitern reden hören dabei im
Platt quasi auf einer Ebene

Tatsächlich gab es in Lübeck
Am 9. Oktober 1848 wohl eine
Protestversammlung vor der hier
Bürgerschaft die reaktionär war

Dort wurde sich für die Beibehaltung
Des Ständewahlrechts stark gemacht
Aber sie war so erfolglos wie alle die
Sonst Versuche der Revolution dort 

Thomas Mann drehte also den realen
Historischen Kontext um macht aber
Die Revolutionäre zu ungebildeten
Arbeitern die das Bürgertum besiegt

Spannend ist auch weiter des Konsuls
Schwiegervater sich noch im damals 
Vornehmen französisch über die
Canalie draußen aufregt voller

Herablassung des Großbürgers der
Gerne vierspännig vorfährt und nun
Nervös mit den Edelsteinen auf seiner
Weste spielte als a la Mode Cavalier

Die Revolutionäre werden von ihrem
Chef im Alltag beruhigt und auch
Ein wenig bloßgestellt um sie dann
Gelassen nach Hause zu schicken 

Großes bürgerliches Theater was
In vielem dem entsprach was ich
Von meinen Großeltern noch über
Die Revolution in Deutschland erfuhr

Das wurde nicht ernst genommen
Großbürger waren kaisertreu noch 
Sozialdemokraten waren Gegner
Galten als Proleten wie im Untertan

Dieser etwas schlicht plakative
Roman von Bruder Heinrich ist
Zwar eher einer Karikatur des
Bürgertums aber teils treffend

Spannend ist beide schrieben
Ihre Werke parallel in Rom und
Werden sicher beim Vino oder
Cappuccino geplaudert haben

Dies in der eigenen Familie auch
Erkennen zu können die selbst
Tief im Standesdenken verfangen
Schafft eine spannende Position

Es hält die Buddenbrooks aktuell
Die zwar über hundert Jahre alt
Doch zu aktuellen Konflikten bis
Heute lehrreich komischer sind


Weiter mit Thomas Mann aber
Nun in Davos im Zauberberg
Der in den Zwanzigern vollendet 
Noch vor dem Weltkrieg spielt 

Hier tauche ich wieder in das
Sterben des Leutnant Joachim
Hans Castorps Vetter mit ein
Das unaufhaltsam nun kam

Lese wie Luise Ziemßen die
Pflege ihre Sohnes übernahm
Mit eifersüchtiger Energie wachte
Schwester Berta die eigentlich

Alfreda Schildknecht hieß hatte 
So eine Menge Zeit noch auf dem
Korridor zu stehen war mehr der
Stattlichkeit wegen bestellt worden

Auch das können wir uns am leisten
Für unseren Sohn ist uns nichts 
Zu teuer was noch retten kann dabei
Ging es nur um Zerfallsverwaltung

Die protestantische Diakonissin war
Eher nüchtern und war imstande 
Mit Joachim oder Hans allein im
Zimmer echte Knaller loszulassen

So etwas dass sie sich nicht träumte
Einen der Herren noch einmal zu
Tode zu pflegen was war wie es war
Auch wenn Hans ihr danach drohte

Sogar Hofrat Behrens machte den
Angehörigen keine Hoffnung auf
Heilung mehr meinte es könnte
Sich nur noch um Stunden handeln 

Hans Castorp fasste das Phänomen
Sachlich ins Auge trotz Trauer und
Brachte Betrachtungen dazu in die
Gespräche mit seinen Lehrern

Während er Naphta und Settembrini 
Über Joachims Zustand berichtete
Bekommt dabei einen Verweis für
Seine Sicht auf das Gute als gesund

Von einer idyllischen Herzaffäre
Spricht dagegen Hofrat Behrens
Während er die Hand der Mutter
Luise Ziemßen dabei in seinen hält 

Ungeheuer lieb sei ihm der kardiale
Verlauf den das ganze nimmt denn
So blieben Joachim viele Schikanen
Erspart das Herz ließe rapide nach

Er bekäme noch Kampferspritzen
Das wäre alles was sie tun könnten 
Ohne noch viel Aussicht dabei ihm
Noch Weitläufigkeit zu geben 

Er würde viel schlafen und zuletzt
Freundlich träumen glaubt er schon
Versprechen zu können wird einen 
Unmerklichen Übertritt dann haben

Ziemlich egal wird der Tod ihm sein 
Darauf könnte sie sich verlassen
Er kenne den Tod und sei quasi ein
Alter Angestellter von ihm

Dieser würde meist überschätzt
Es sei fast gar nichts damit los
Was schmerzt und litt lebe noch
Vom Tode käme keiner wieder

Es wüsste keiner was uns davon
Zu erzählen weil du ihn nicht erlebst
Wir kämen aus dem Dunkel und
Gingen in das Dunkel mehr nicht

Dazwischen liegen die Erlebnisse
Aber Anfang und Ende also auch
Geburt und Tod würden nicht erlebt 
Hätten keinen subjektiven Charakter 

Als Vorgänge fielen sie in das Gebiet 
Des Objektiven und so meinte der
Hofrat Trost zu spenden darauf kann 
Hier nur mit Vernunft gehofft werden

So neige ich mit eigener
Todeserfahrung bei einem
Herzstillstand nach Unfall dazu
Dem Hofrat Recht zu gehen

Von Nichts kommt nichts mehr
Entsprechend gibt es auch keine
Erinnerung an den Tod oder die
Momente ohne Herz und alle

Die anderes erzählen haben die
Träume von Geistersehern oder
Sonst einen Wahn auch wenn
Dieser sich Religion nennt

Vor Nichts aber müssen wir uns
Nie fürchten wie Epikur schon so
Richtig wie nüchtern feststellte 
Der Tod geht uns nichts an 


Vom Durst auf das Leben der
Nach der Zeit im KZ bei ihm nie
Gestillt wurde erzählt dagegen 
Stéphane Hessel in seinen so

So spannenden Erinnerungen dem
Tanz mit dem Jahrhundert der nun
In Kapitel 11 über seine Zeit bei
Den Vereinten Nationen erzählt

Er hätte die 50 Jahre nach seinem
Überleben intensiv von Tag zu Tag
Gelebt als würde sich die Zeit über
Ihn dabei einfach neu ergießen

Das seiner Mutter Helen gegebene
Versprechen glücklich zu sein
Sah er als wichtigen Beitrag
Eines jeden zum Glück aller

Er hatte die Offenheit für 3 Sprachen
Also 3 Poesien wie 3 Kulturen deren
Zusammenwirken ihn nie völlig
Mittellos oder einsam sein ließ 

Dies Gepäck und dieses Bedürfnis
Hätte ihm durch sein langes Leben
Geholfen sagt er heute mit achtzig
Darüber möchte er uns erzählen

Dann ein rasanter Sprung in das
Jahr 1995 zum 50. Geburtstag
Der Vereinten Nationen die er 
Von Anfang an mit begleitet hätte 

Staunte erst etwas war doch
Gerade noch die Reise nach
China als Diplomat geplant wie
Nur ein Zwischenstopp in New York 

Diesen hatte sich seine Frau auf
Dem Hinweg als Bedingung noch
Erbeten und er hatte zugestimmt
Erstaunt wie wenig sie widersprach

In New York aber stellte sein
Schwiegervater ihn Henry Laugier vor
Dem Stellvertreter des norwegischen
Generalsekretärs der neuen UN

Diese 1945 gegründete Organisation
Arbeitete zu dieser Zeit noch im 
Keller erinnert leeren Fabrikhalle 
Auf Long Island mit 50 Nationen 

Es war der Anfang und der Aufbruch
Dieser Organisation die so viele
Leben weltweit schon rettete die
Opfer trumpscher Missachtung ist

Er schildert wie Laugier ihn für die
Idee gewinnt die genau dem auch
Entsprach wovon er träumte als er
1945 aus dem KZ nach Paris kam

Diesen Traum hat er sich erfüllt
In verschiedenen Rollen wie
Aufgaben auch wenn auf Kosten
Der Karriere am Quai d'Orsay 

Stéphane Hessel plaudert so 
Ganz nebenbei wie ihn sein
Schwiegervater zur UNO so
Brachte der es lehrte was

Zu seiner bescheidenen
Dabei ganz natürlichen Art 
Passt die wirklich großes
Nonchalant eben macht

jens tuengerthal 25.12.25

Bibliotheksfrieden

Bibliotheksfrieden

Auf dem Diwan inmitten der
Kleinen Bibliothek heute um
Halb vier erholt erwacht weil
Bibliotheken so friedlich sind 

Schon ihrem Wesen nach ist
Eine Bibliothek als ein Ort der
Ruhe friedlicher als andere auch 
Gespräche sind gedämpft zu führen

Es geht dort um Lektüre zuerst
Was alle mit sich allein ausmachen
Wozu keiner schwätzen muss
Warum Lesungen nicht für Leser sind

Diese bedienen nur das schlichtere
Eben eventgeile Publikum das gern
Etwas erleben möchte mit Büchern
Aber nicht wirkliche Leser je

Eine frühere Geliebte die selbst auch
Buchhändlerin war riet mir mal doch 
Solche zu besuchen um Frauen dort 
Zu treffen doch nichts liegt mir ferner

Sie veranstaltet solche heute was mir
Ferner liegt aber halt was mit Büchern
Ist was manchen genügt dafür auch
Die Lektüre zu unterbrechen

Zwar mag die Wahrscheinlichkeit
Höher sein dort Menschen auch
Zu treffen die Bücher lieben und
Frauen die arme Poeten mögen

Doch ist der Preis dafür die Ruhe 
Der heimischen Bibliothek für einen
Bücher Jahrmarkt aufzugeben mir 
In Relation deutlich zu hoch

Bücher liebende Leserinnen fand
Der Flaneur auch der Liebe nie dort
Wo das Buch zum Happening wird
Sondern wo welche wirklich lesen

Leserinnen finden den Dichter und
Verlieben sich in seine Verse der
Rest ist keiner Mühe wert war das
Credo zumindest theoretisch dabei

Zeiten der Einsamkeit weichen 
Natürlich jedes Dogma auf doch 
Wenig bereute ich schneller als
Sex ohne geistige Welten zu teilen

Die Leere danach lässt das Echo
Aller noch lustvollen Stöße davor
Im Universum intellektuellen Nichts
Einfach spurlos nur verhallen

Wer meine Verse kennt weiß wie
Gerne der Dichter mit Worten seine
Muse liebkost und zugleich verehrt
Das liebt sie sehr oder ist egal

Aber hier geht es ja nicht um Frauen 
Um die es natürlich immer geht denn
In Wirklichkeit denken ja alle immer
Nur an das eine außer lesend

Sondern um den Frieden den mir
Bibliotheken schenken wie gute
Lektüre die meiner Natur näher
Liegt als jeder andere Traum je

Im Reich der Geschichten gibt es
Alles was ich nur träumen kann
Warten immer neue Geschichten
Auf den neugierigen Leser noch

Diese am besten in der eigenen
Bibliothek mit Hingabe zu genießen
Ist das schönste vorstellbare Glück
Das ich nun für mich genießen will 

Außer die bücherliebende Liebste
Kommt zufällig vorbei und wir lesen
Auf dem Diwan gemeinsam einander
Gegenüber irgendwann danach halt

In diesem Bibliotheksfrieden leben
Wie das Glück auch zu teilen wäre
Der zugegeben unwahrscheinliche
Traum vom perfekten Leben als Leser

jens tuengerthal 25.12.25

Büchergeschenke

Büchergeschenke

Schenke am liebsten Bücher
Was es an Weihnachten schon
Manchmal schwerer macht im
Gepäck aber mir entspricht

Ein gutes Geschenk ist das
Was du am liebsten selbst
Behalten möchtest steht auf
Einer Tafel am Buchladen hier

Nichts kommt Lesern so nah
Wie ein Buch das Stellen in
Uns berührt an die nur Hände 
Nie kommen in all ihrer Tiefe 

Gute Bücher können unser
Denken nachhaltig verändern
Werden damit wirklich intim
Wirken auch unsichtbar weiter

Ob das die Empfänger meiner
Mit Liebe ausgesuchten Bücher
Genauso sehen bleibt offen
Manche sehen nur den Ballast

Behaupte heute aber nicht mehr
Wer nicht liest sei nur eine quasi
Lightversion von Mensch aber wir
Sprechen verschiedene Sprachen

Das macht die Verständigung dann
Unnötig schwer warum es weiser
Sein kann darauf zu verzichten 
Lesend seine Ruhe zu genießen

Wen ich wirklich liebe bekommt
Bücher von mir der Rest nichts
Was alles einfacher macht und
Manche halt Kochbücher dann

Was heißen könnte dass ich sie
Zum Fressen gern habe oder mir 
Literarisch nichts einfiel als das
Gerade passende Rezept noch

Inwieweit Liebe bei Büchern auch
Durch den Magen geht weiß ich
Nicht zu sagen aber manche die
Nur vernascht wurde bekam Verse 

Dazu kommt am Ende noch das
Schöne Bücher schenken auch
Eine sinnliche Freude mir ist dies
Also lustvolle Geschenke sind 

Wer also Bücher bekommt weiß
Es kam wirklich mit Liebe während
Schmuck Autos Häuser nur für die
Durchschnittlichen Huren sind

jens tuengerthal 25.12.25

Mittwoch, 24. Dezember 2025

Weihnachtsruhe

Weihnachtsruhe

Weihnachten ist für ganz viele
Mit enormen Aufwand verbunden
Besuch Festessen Geschenke
Maximal festliche Stimmung

Die Aufregung davor führt oft zu
Typischen Weihnachtskonflikten
Weil sich alle so sehr bemühen
Wie genervt und enttäuscht sind

Paare mit Kindern ohne Zoff 
An diesem Tag sind selten weil
Alle da so gerne heilig tun was
Selten menschlich noch wird 

Verbringe es dieses Jahr allein 
Es kam ein Virus dazwischen
Genieße aber die Ruhe sehr
Mehr als alle großen Feste

Vielleicht weil ich ein Eremit bin
Der in seiner Bücherhöhle lebt
Einfach gerne für mich bin als
Einsamer Wolf im Winterwald 

Habe mit dem Hokuspokus des
Aberglauben nichts am Hut aber
Finde Stille an Weihnachten sehr
Passend um Festtage zu genießen 

Zeit zum Lesen und Dichten bei
Feinem Tee zum Spätstück ist die
Würdigste Begehung dieser Tage
Denke ich besinnlich für mich

Feste mit Verwandten wären doch
Im Sommer viel angenehmer als
In dunkler Zeit denke ich und sehe
Der Himmel ist noch hellblau heut

Ruhige Weihnachten für sich sind
Gegen alles was ich die letzten
55 Jahre gewohnt war aber es ist
Geradezu magisch gelassen 

Statt schon Heilig Abend in Gedanken
Das große Fest vorzubereiten nur
Spärlich essen und keine Zeit weil
Mit irgendwas dauernd beschäftigt

So redet der Dichter sich die reale 
Einsamkeit schön und lache mich
Auch dafür aus obwohl es mir viel
Besser gefällt als früher gedacht

Besinnlichkeit fängt bei dir an 
Wird mit anderen immer schwer
Dafür umso bemühter künstlich
Mit Deko als Ersatz hergestellt 

Das gemeinsame Singen fehlt
Weil es so befreiend schön ist
Außer für jene neben mir die des
Flaneurs atonalen Gesang hören

So gesehen ist es also für alle
Wohl entspannt besser so und 
Damit das gerade beste aller
Denkbaren Weihnachten wie

Candide es wohl sagen würde 
Um in Ruhe der Geburt dessen 
Zu gedenken der für andere ein
Heiland ist oder auch nicht

jens tuengerthal 24.12.25

Festlust

Festlust

Zum Feste mal wieder richtig
Feste vögeln am besten noch
Unterm Baum der gerade mal 
In der Stube steht wo’s wärmer
Was der Lust immer förderlich
Ist so naheliegend wie dabei
Längst abgelutscht auch was
Sich nicht auf oralen Sex hier
Bezieht sondern allein meint
Der Witz ist etwas abgestanden
Alte weiße Männer Niveau eher
Seid lustvoll und genießt es
Steht nicht in 1. Mose 1,28
Dort ist von fruchtbar und der
Vermehrung die Rede welche
Bald infolge die Lust dann 
Schrumpfen lässt was alle
Aus Ehen gut kennen die
Der Tod von Liebe und Lust
Zu allen Zeiten real waren
Doch sind wir längst genug
Sollten eher weniger werden
Statt uns noch zu vermehren 
Dafür mehr die Lust genießen
Ohne nervige Kinder wie ihr
Ewiges Geplärre zu haben
Auch wenn Kinder wunderbar
Wie immer eine Bereicherung sind
Ist weniger heute mehr sollten sich
Höchstens wenige hochbegabte
Akademiker ohne krankes Erbgut
Noch vermehren den Rest braucht
Die Welt eher dringend weniger
Aber so vernünftig das auch wäre
Die Aussichten auf Vernunft im
Gebiet der Lust sind doch eher 
Bescheiden warum es einfach
Eine Philosophie des weniger
Was natürlich mehr wäre
Braucht glücklich zu werden
Durch Sex der nichts sonst
Mehr will als einander von
Allen Seiten zu genießen
Und dabei schützt zumindest
Von hinten vorm mehr werden
Mehr als vieler anderer Unsinn
Der Hormone sich einflößt
So gesehen wäre vermutlich die
Festlust am besten für den
Arsch nur aufgehoben gut

jens tuengerthal 24.12.25