Dienstag, 21. Oktober 2025

Menschenleben

Menschenleben

Menschenleben sind
Völlig verschieden manche
Erleben ständig

Andere bleiben
Beobachter und leben 
Flanierend im Kopf

Selten bemerken
Die Erlebnishungrigen
Anderes Leben

jens tuengerthal 21.10.25

Lektürentagebuch 20.10.25

Lektürentagebuch 20.10.25

Schon gestern Nacht begonnen weiter
Im Zauberberg zu lesen im berühmten 
Schneekapitel das Thomas Mann so
Meisterhaft dramatisch ironisch schrieb

Hans Castorp steigt auf seinen Skiern
Immer höher gen Himmel der hier mit
Den tief hängenden Wolken eins wird
In der dichten nebligen Suppe um ihn

Nur an von oben fallenden Flocken ist
Noch der Unterschied zu bemerken denn 
Es war überall gar nichts und nirgends
Noch etwas zu sehen wie Mann schreibt 

Während Hans Blick in der weißen ihn 
Blendenden Helle gebrochen wird 
Spürt er sein Herz höher schlagen
Sieht Clawdias Augen im Schnee

Diese von Settembrini herablassend
Tatarenschlitze genannten Augen die
Zugleich an Pribislaw ihn erinnerten
Tauchten grünlich blau im Schnee auf

Dort wo er seine Stöcke tief hinein
In den Schnee steckt werden sie
Für kleine Momente im milchigen 
Nichts des Nebels für ihn sichtbar 

Er steigt hinauf und plötzlich geht es
Rasant wieder hinab ohne dass er
Die Kuppe hatte kommen sehen
Er genießt den Moment der Abfahrt

Als es dann bald wieder aufwärts
Geht macht er am Waldrand der
Ihm im Nebenelmeer noch eine kleine
Orientierung war eine Zigarettenpause

Ein wenig Schokolade hat er dabei wie
Eine kleine Flasche Portwein in seiner
Westentasche als Wegzehrung für den
Auf drei Stunden avisierten Ausflug 

Dazu wird die Nachmittagsliegekur wie
Die Vesper danach geschwänzt was
Seine große Freiheit ihm wert scheint 
Wohin immer sie ihn führen soll

Genieße dieses wunderbare Kapitel in
Kleinen Häppchen diesmal hatte es
Sehr aufregend mit der existentiellen
Naturerfahrung noch in Erinnerung

Über diese lächel ich heute hinweg
Aber genieße dafür noch viel mehr
Die feine Ironie mit der Mann die
Kleine Tour hier riesig ausschmückt

Denke dabei daran dass Familie Mann
Mit Familie Hesse Skifahren ging dort
Katia mit Hermann und den Kindern
Gerne die Hänge hinab raste während

Thomas lieber im Zimmer blieb um
Zu lesen und zu schreiben auch am
Zauberberg etwa der begann als Katia
Selbst mit Tuberkulose in Davos war

Was noch vor dem Weltkrieg war der
Dann national literarisch unterbrach 
Am Ende zur republikanischen Wende
Führte als Mann in Weimar ankam 

Ob dieser Verdacht eine Fehldiagnose
Eher war wie manche Mediziner schon
Mit neuen Gutachten zu beweisen suchten
Lasse ich ahnungslos lieber dahinstehen 

Denke daran wie ich früher auch noch
Mit Skiern Berge hinunter raste bis dies
Tun mir nur noch absurd erschien lieber
Im Lesesessel Thomas Mann genoss

In den frühen Neunzigern noch habe ich
Als Pflegeaushilfe auch auf den Stationen
Mit TBC Patienten teilweise gearbeitet
In der Rohrbacher Thoraxklinik damals

Dort gab es auch noch große Balkone 
Die zur Liegekur wohl geeignet waren 
Sie gingen Richtung Leimen von wo der
Qualm von Heidelberger Eternit kam

Deren Arbeiter wiederum wurden mit
Ihrer Asbesthose auch noch von meinem
Vater in der Klinik untersucht was sicher
Die innere Nähe des Romans erklärt

Am Werk von Heidelberger Zement
Vorbei radelte ich im Studium noch
Zur Universität aber Hans genießt
Die Einsamkeit nebliger Berge

Wo du nichts siehst also auch niemand
Erkennen kannst im Nebel tiefer Wolken 
Bist du ganz auf dich zurückgeworfen
Warum auch immer Menschen dies tun

Vielleicht brauchen machte Menschen
Solche Naturerlebnisse noch etwas
Fühlen zu können während mir die
Lektüre des Zauberberg völlig genügt

Ob es den einen an Phantasie dafür
Dem anderen an Unternehmungslust
Mangelt muss ich nicht entscheiden
Mit einem völlig zufrieden zu sein 

Der Flaneur beobachtet die Welt
Lieber literarisch und lässt andere
Solche Schneeabenteuer erleben 
Denke ich heute fern von all dem

Doch im Winter 1989 auf 90 noch
War ich einige Tage allein im Schnee
Im Taunus campieren mir zu beweisen
Was für ein toller Abenteurer ich sei 

Es war weder toll bei minus zehn Grad
Im Schnee zu campieren noch hat es
Den Abenteurer weiter gebracht nur mir 
Bewiesen auch das konnte ich mal

Es war wohl auch der Kult um die
Männlichkeit in der Natur den die
Konservativen Familien hoch halten
Der solche Abenteuer suchen ließ

Heute suchen alle solche Erfahrungen
Im Abenteuerurlaub oder im Club wo
Das Abenteuer zwischen Mahlzeiten
Genau passt wie im Zauberberg auch

Es ist unbequem bringt keinerlei
Geistigen Fortschritt zeigt dir nur
Deine natürlichen Grenzen auf
Exklusiv unangenehme Art noch

Etwas das ich mit mir alleine da
Ausmachen wollte während andere
Dafür auf Jahrmärkte gehen oder
Sonst öffentliche Abenteuer suchen

Heute halte ich es lieber mit Thomas Mann
Beobachte alles von Ferne um darüber
Zu schreiben statt daran teilzunehmen
Manche Wege sind doch verschlungen

Bleibe weiter gespannt wohin Hans die
Suche nach Freiheit und Abenteuer führt
Auch wenn ich das Ende kenne wie den
Höhepunkt des Romans für manche

Lasse es darum an dieser Stelle noch
Offen und schließe vorläufig die Gedanken 
Zum Zauberberg ohne schon vom Triumph
Des Lebens über den Tod zu schreiben

jens tuengerthal 20.10.25

Montag, 20. Oktober 2025

Rechtslastig

Rechtslastig

Die CDU will nichts rechts von sich
Entsprechend grast Merz den Rand
Mit Bemerkungen auf NIUS Niveau ab
Nennt diesen Rassismus ganz normal

Ob diese Strategie erfolgreich sein wird
AfD Wähler nicht lieber das Original mit
Echtem Rassismus wählen bleibt offen
Sicher wird Rassismus dadurch normaler

Merkel wusste gut warum sie Merz nie
In einem Amt in ihrer Nähe sehen wollte 
Ein gefährlicher Populist der für seine
Meinung auch jeden Konsens verspielt

Mit der Angst vor Ausländern Politik für
Die Zukunft des Landes zu gestalten
Auch wenn es lächerliches Raunen ist
Könnte langfristig gefährlich werden

Diese reale Angst mancher die auch
Springer noch weiter antreibt ignorieren
Könnte noch gefährlicher werden ob sie
So beruhigt wird scheint eher fraglich

Wenn Konservative die Themen der
Populisten aufgreifen werden diese
Normal was keinem Nutzen kann nur
Wer nichts tut lebt noch gefährlicher

jens tuengerthal 20.10.25

Liebestheater

Liebestheater

Liebe kommt und geht
Stets dasselbe Theater
Manche merken es

jens tuengerthal 20.10.25

Zyklisch

Zyklisch 

Zyklisch geht alles
Seinem Ende entgegen
Außer am Anfang

jens tuengerthal 20.10.25

Ablehnung

Ablehnung

Streng lehnt Merz ab sich
Mit Nazis zu verbünden
Außer sprachlich

jens tuengerthal 20.10.25

Sexuellbefreit

Sexuellbefreit

Die siebziger Jahre kämpften noch
Um sexuelle Freiheit gegen Moral
Welche die Partnerwahl beschränkte
Meist ging es um die Wechsellust
Männlicher Heten die aus der Natur
Begründet doch eher pubertär war 

Heute wissen wir die weibliche Potenz 
Ist der männlichen weit überlegen was
Nach der Menopause noch exponentiell 
Zunimmt während es bei Männern ab
Mitte fünfzig ähnlich stark abnimmt also
Sich umgekehrt proportional verhält

Warum männliche Sexualforscher einst
Den G-Punkt für Frau ohne jede Prüfung
Neurologischer Evidenz behaupteten ist
So unklar wie viele sexuelle Märchen auch
Warum der nervus pudendus vielen bis
Heute noch unbekannt immer blieb

Stattdessen blühte im sexuellen Bereich
Der Aberglaube stärker als sonst was 
Meist nur auf das gute Geschäft derer 
Hindeutet die diesen gern beschwören
Ohne die damit verbundene Unfreiheit
Die sich von Natur abwendet zu offenbaren

Bedenke ich welchen Unsinn ich schon tat
Um an Sex zu gelangen wie bereitwillig ich
Dafür auch die emotionale Freiheit aufgab 
Kann ich nur kopfschüttelnd darüber lachen
GIück gehabt dass nie mehr passierte ich
Von bleibenden Schäden verschont blieb

6 Strophen mit je 6 Zeilen schaffen hier
36 Verse zur sexuellen Befreiung die
Aus heutiger Sicht viele hundert Versuche
Später am ehesten in der Onanie liegt
Die zumindest nur sich alleine dient und
Nichts sonst damit erreichen mehr will 

jens tuengerthal 20.10.25

Liebeskultur

Liebeskultur

Liebe das bunte Berlin in dem
Viele Kulturen nebeneinander leben 
Sich tolerieren und alle nach ihrer
Fasson glücklich werden können

Für viele Ostdeutsche ist das bis
Heute unvorstellbar sie fürchten
Durch Fremde ihre Kultur zu verlieren
Weil die DDR sie genau das lehrte

Die Mauer bewahrte vor allem Fremden
Hieß antifaschistischer Schutzwall was 
Die Frage nach dem totalitären Wesen 
Der DDR für viele damit erledigte

Das ist eines der großen Probleme
Zwischen verschiedenen Kulturen
Die im Wesen unvereinbar sind
Spannend jedoch wird es mit Liebe

Die unsägliche Alice Weidel von der
Rassistischen Hetzpartei AfD lebt mit
Einer Frau aus einer anderen Kultur
So fragt sich was sie dann verbindet

Das multikulturelle hat seinen Reiz in
Zeiten hoher sexueller Aktivität der sich
Beim längeren Zusammenleben relativiert 
Weil kulturelle Nähe dafür eher fehlt

Bei den mehr als drei Frauen die ich
In meinem Leben liebte und all denen
Mit denen ich sonst nah war gab es
Mehr kulturell ferne als Nähe je 

Was bräuchte es sich auch jenseits
Sexueller Attraktion zu verstehen wie 
Sich etwas zu erzählen zu haben was
Die gleiche Sprache dabei spricht

Natürlich ist der Liebe all dies egal
Wohin sie fällt möchte sie bleiben
Braucht es dafür auch eine geteilte 
Kultur um sich wirklich zu verstehen

Was ist uns in einer Verbindung auf
Dauer wirklich wichtig und wo bleibt
Nur eine konventionelle Maske um
Erwartungen dabei gerecht zu werden

Früher wurde mir nachgesagt ich stände
Auf blonde Walküren und es gab auch
Fälle die dies zu bestätigen schienen doch
Waren die großen Lieben eher zierlich 

Solange ich zierliche kleine liebte waren
Üppige für mich besonders attraktiv wie
Umgekehrt die Sehnsucht wieder wuchs
Nach weniger was mir mehr dann schien 

Jenseits von Gut und Böse in diesen 
Wichtigen Fragen stelle ich fest wie
Sehr geistige Nähe wichtiger wurde 
Die kulturelles Verständnis braucht

Frauen mit denen ich nicht über
Literatur und Kulturgeschichte 
Reden kann langweilen mich meist
Nach dem ersten Sex sehr schnell

Doch die Praxis hat all dies längst
Widerlegt auch wenn es mit viel
Abstand betrachtet unvernünftig war
Mindert dies nie die Gefühle dabei 

Frage mich manchmal ob es eine
Eigene Liebeskultur gibt auf die ich
Nun von jenseits zurückblicke warum
Alles dazu mir schnell absurd scheint

Abstand davon zu haben finde ich
Spannender als kopflos beteiligt sich
In den nächsten Unsinn zu stürzen 
Wobei die Kultur als Hindernis hilft

Was wäre wenn nun eine käme die
Egal ob sie alle kulturellen Kriterien
Guter Kommunikation erfüllte mich
Dennoch emotional völlig verzauberte

Hätte eine die kulturell perfekt passte
Auch ohne Zauber die besten Chancen
Weil die Vernunft lehrt was halten kann
Zum Glück muss ich es nicht entscheiden

Sehe meine natürlichen Grenzen dabei
Klarer vor mit liegen als irgendwo Land 
In emotionaler oder sexueller Hinsicht
Warum das Gedicht besser endet

jens tuengerthal 20.10.25

Sonntag, 19. Oktober 2025

Lektürentagebuch 19.10.25

Lektürentagebuch 19.10.25

In Lázár streift Pista in den Tagen nach
Der Niederschlagung des Aufstandes
Durch die sowjetischen Truppen durch
Budapest um Ákos zu finden

Er will seine Schwester rächen die sich
Gewünscht hatte er würde bei ihr bleiben
Den früheren Freund umbringen und zuvor
Die Augen auskratzen und ihn quälen

Schlaflos läuft er ständig durch die Stadt
Sein schlechtes Gewissen zu beruhigen 
Seine Schwester nicht beschützt zu haben
Sieht überall Scharfschützen lauern

Leichen die noch überall herumliegen
Dreht er um ob eine Ákos sein könnte
Doch er weiß dass die Suche vergeblich
Sein wird und läuft nur im Wahn weiter

Nach dem Sieg der sowjetischen Truppen
Wird der Ministerpräsident abgesetzt wie
Trotz des Versprechens von freiem Geleit
Verhaftet und nach Rumänien gebracht

Pista zog zeitweise zu seiner Freundin
Kati aus Angst verhaftet zu werden denn 
Wieder ziehen die Männer mit den langen
Schwarzen Mänteln durch die Stadt

Ihre Familie plant die Auswanderung nach
Amerika sie haben keine Hoffnung mehr
Nach einiger Zeit vermisst Pista seine
Familie zu sehr und kehrt zurück

Vor seiner Rückkehr verstand er nun
Seinen Vater und hatte Mitleid mit ihm
Wollte ihn umarmen was aber wieder
Unterblieb wie immer in dieser Familie

Eva und Pista besuchen dann ihren
Großonkel Imre in der Villa für die
Psychisch Kranken in der er nun lebt
Zuerst sitzt er nur schweigend da

Als sie sich verabschieden wollen
Beginnt er zu reden was alles etwas 
Verrückt dabei bleibt aber vielleicht war
Die Flucht in den Wahnsinn nur vernünftig

In den letzten Kapiteln geht es um die
Flucht von Pista und Eva aus Ungarn
Die über Jugoslawien was es da noch gab
Die Geschwister in die Schweiz führen soll 

Das ist spannend und schön geschrieben
Auch mit einer Prise Ironie dabei noch
Mehr sei über das Ende nicht verraten
Wie den Traum vom Zürcher See

Ein schöner Roman geht zu Ende
Was ich ja immer eher bedaure aber
Es warten ja noch stapelweise andere
Auf die ich mich nun freuen kann

Würde ihn als Lektüre empfehlen auch
Wenn manches noch im Nichts endet
Ist es literarisch gut gemacht wie ein
Schönes Einbuchen in eine andere Welt

Die Protagonisten gehören zur Generation
Der Eltern und Großeltern für mich so sind
Die beschriebenen Zeiten mit noch aus
Deren Erzählungen präsent und aktuell

Insofern der Autor etwas jünger ist als
Die eigene Tochter verschiebt sich für
Diesen die Generation noch um eine
Was kulturhistorisch spannend bleibt


Wo es schon um Kulturgeschichte ging
Lag es nahe gleich einen der besten
Autoren in diesem Bereich zu lesen
Der quasi griffbereit daneben lag 

In seiner Kulturgeschichte der Neuzeit 
Schreibt Egon Friedell ganz wunderbar
Über das Theater von Versailles das
Bis zum kleinsten Detail geplant war

Geometrisch wie Schloss Gärten und
Brunnen die danach Mode in Europa
Wurden war auch das Leben mit wie
Um den König in allem organisiert

Das Beispiel des Menuett eines völlig
Künstlichen verkrampften Tanz der
Dabei vollendet leicht künstlerisch wirkt
Dient Friedell als Sinnbild für den Hof

Wie diszipliniert Ludwig XIV dieses
Theater um seine Person 54 Jahre
Die genau geplant waren mitspielte
Es für jeden Scheiß ein Amt gab 

Wie jeder Tag als König im Dienst
Vom Aufwachen bis zum einschlafen
Genau geregelt und organisiert war
Sogar der Stuhlgang einen Aufseher hatte

Friedel beschreibt von den Mätressen 
Bis zu den Mahlzeiten und den vielen
Kindern die dieser König zeugte alles
Was den europäischen Geist lang prägte

Beschreibt auch die robuste Konstitution 
Des Königs welche ihm half die Strapazen
Über 54 Jahre als König zu überstehen
Für den das ganze Theater gespielt wurde

Es ist sehr lehrreich so mit Friedell in
Das Leben am französischen Hof den
Herrscher in ganz Europa imitierten
Einzutauchen ein Gefühl zu bekommen

Woher stammen bestimmte Sitten die sich
In abgewandelter Form erhalten haben
Was bedeutet ein Leben als absoluter
Herrscher damit ohne jedes Privatleben

Allein das tägliche Mittagessen aus vier
Verschiedenen Suppen einem Fasan auf
Den Rebhuhn folgte und Hammelfleisch
Schinken und Backwerk wie Obst war viel

Doch gibt der Blick in das alltägliche Leben
Bei Hofe ein Gefühl für eine Entwicklung
Die erst mit der französischen Revolution
Ein Ende findet von der aber vieles blieb

Kulturgeschichte so kennenzulernen gibt
Ein Gefühl für die Zeit und lässt viele der
Bis heute gültigen höflichen Sitten besser
Verstehen und kritisch hinterfragen

jens tuengerthal 19.10.25

Kulturgeschichtsmuseum

Kulturgeschichtsmuseum

Gestern beim Gang durch das Museum
Für Kunstgewerbe was schon ein völlig
Verfehlter Name mir schien trotz aller
Begeisterung für die ausgestellten Objekte

Kam der erste Gedanke zu einer nötigen
Vereinigung der Museen um so endlich
Die Kulturgeschichte zu erzählen statt sie 
In Teilbereiche verschiedener Häuser 

An verschiedenen Orten zu beleuchten
Die ganze Kulturgeschichte zu vereinen 
Ein umfassendes Bild endlich zu geben
Was den meisten Menschen noch fehlt 

Geschichte wird nur im Zusammenhang
Verständlich weil sie das Leben erzählt
Auch herausragende Werke entstanden
Immer erst im Kontext ihrer Epoche

Warum manches über sie hinausragt
Wie die Dinge im Kontext entstanden 
Macht die Geschichte erst lebendig
Statt Werke nur solitär zu betrachten 

Aus der Geschichte lernen kann nur
Wer Zusammenhänge versteht um
Nicht immer die gleichen Fehler in
Der Geschichte zu wiederholen

Friedell beschreibt das großartig
In seiner Kulturgeschichte die ein
Leitfaden dabei sein könnte wie
Zeitgemäß interpretierbar wäre

Kulturgeschichte mit Geschichten
Neu zu erzählen wie diese damit
Im großen Zusammenhang endlich
Verstehen zu können wäre wichtig

Museen wären nicht länger nur die
Orte zur Verwahrung toter Objekte
Aus der Vergangenheit sondern
Machten unsere Kultur verständlich

Wie dies langfristig zu gestalten ist
Bedarf der Forschung wie auch der
Praktischen Experimente womit Museen 
Wieder zu Wunderkammern würden 

So könnte die Geschichte auch die
Zukunft wie unser Denken über
Die Zeit aktiv mitgestalten damit den
Wert ihrer Schätze deutlich erhöhen

Mehr Kulturgeschichte wagen um so
Aus der Vergangenheit zu lernen ist
Das Beste was wir aus unserer langen 
Geschichte gemeinsam machen können

jens tuengerthal 19.10.25


Flaneurphilosophie

Flaneurphilosophie

Manche Menschen machen Geschäfte
Verdienen sich eine goldene Nase dabei
Andere denken über das Leben nach
Ohne auf einen Gewinn dabei zu hoffen

Der Flaneur als Beobachter des Lebens
Sollte dieser seiner Berufung mit seinem
Ganzen Talent und Engagement folgen 
Statt ein nur Geschäft daraus zu machen

Die Tendenz den Erbsenzählern heute
Allmacht zu geben statt den Philosophen 
Machte das ganze Leben zum Geschäft
Wie das Sein damit schmuddelig wertlos

Es ist an uns diesen Wahnsinn wieder
Umzukehren und dies beginnt mit dem
Unbezahlten Nachdenken über die Welt
Was wieder kostbarster Schatz wird 

Das scheint völlig unvorstellbar noch
Dann wird es um so mehr Zeit sich nun
Endlich von der Herrschaft des Geldes wie
Der Allmacht der Rechnung zu befreien 

jens tuengerthal 19.10.25

Demokratiefrühling

Demokratiefrühling

In den USA erwacht endlich die
Demokratie aus dem Trump Schlaf 
Landesweit gingen Menschen für 
Freiheit und Republik auf die Straße

Zwar verunglimpfen die Republikaner
Noch die No King Bewegung als
Marxistisch antifaschistisch anarchistisch 
Doch verhallt dies Lob gegen die Masse 

So holen sich die Amerikaner endlich
Ihre Demokratie zurück und beenden
Hoffentlich auch den Missbrauch des
Begriffes Boston Tea Party wieder

Trump verkündete nur er sei kein König
Wozu ihm auch alles wohl fehlte was
Bei der Würde schon beginnt von einer
Ritterlichen Tradition ganz zu schweigen

Ein mafiöser Krimineller hat es zwar
Ins höchste Amt geschafft aber die
Amis zeigen ihm endlich Grenzen
Wer braucht mit Trump einen Staat

So sehe und verfolge ich als Anarch 
Diese Bewegung mit Freude weil sie
Die Grenzen des Staates uns zeigt
Der Freiheit unnatürlich beschränkt

Es braucht weder Führer noch Staaten
Um als Mensch glücklich zu leben die 
Demokratie ist nur ein schlechter
Kompromiss auf Zeit anstatt dabei

Wenn Menschen sich im Herbst der
USA daran erinnern und den Staat
Wieder zum Diener der Menschen wird
Wäre das ein guter Frühling wieder

jens tuengerthal 19.10.25

Liebesgeschichte

Liebesgeschichte

Die Geschichte der
Liebe endet meist eher
Traurig alleine

jens tuengerthal 19.10.25

Unternehmer

Unternehmer

Unternehmer sind
Gerne unterwegs bleibe
Lieber in Ruhe

jens tuengerthal 19.10.25

Sonntagsruhe

Sonntagsruhe 

Verbote sind was
Schreckliches Sonntagsruhe
Dagegen herrlich

jens tuengerthal 19.10.25