Donnerstag, 16. Oktober 2025

Rassismuskeulen

Rassismuskeulen

Rassismuskeulen
Eskalieren den Diskurs
Ganz ohne Gewinn

jens tuengerthal 16.10.25

Liebesbefreit

Liebesbefreit

Keine mehr zu lieben
Schien mir sehr lange
Völlig unvorstellbar

Doch so langsam
Gewöhne ich mich
Daran allein zu bleiben

Es fehlen die Träume
Vom großen Glück wie
Die Sehnsucht nach einer

Dafür kam die Freiheit sich
Nicht mehr zu verbiegen 
Unklar noch ob es lohnt

Erwarte nichts mehr was
Die beste Basis doch wäre
Glücklich zu bleiben

So theoretisch zumindest
Ohne ganz große Gefühle
Dafür befreit ist ja auch was

jens tuengerthal 16.10.25

Lektürentagebuch 15.10.25

Lektürentagebuch 15.10.25

Unter der Überschrift Die Geschwister
Beginnt das 42. Kapitel in Lázár von 
Nelio Biedermann in dem sie zuerst
Vom Waldschloss vertrieben werden

An einem schwülen Spätsommertag
Kamen die Kommunisten die ihnen
Mitteilten sie seien nun enteignet und 
Müssten das Schloss jetzt verlassen 

Zwei Stunden hatten sie ihre Sachen
Zu packen alle Wertgegenstände wurden
Beschlagnahmt und von den Beamten 
Eingesteckt die ihre Koffer durchsuchten 

Sie fuhren mit wenig Gepäck mit dem
Zug nach Budapest wo sich Lajos und
Pista Arbeit suchen mussten was alles
Durch Lajos Beziehungen gut gelang

Pista wird schwermütig dort weil ihn alles
An die verlorene Liebe erinnert aber er 
Mag Gefühl und genießt die Stadt darum 
Bald kommt die politische Polizei wieder

Sie werden zur Feldarbeit gezwungen
Leben zu viert in einem Zimmer mit nur 
Einem Bett und einer Matratze dort
Im Bett die Eltern unten die Kinder

Wenn Eva im Winter fror hatte sie
Die Wahl weiter zu frieren oder sich
An ihren Bruder mit seinem steifen
Glied zu kuscheln das sie spürte

Als einzige der Familie mochte Eva
Das Landleben was auch an Milan lag
Dem schönen jungen Bauern der so
Alt wie ihr Bruder war mit dem sie

Das erste mal Sex hinter der Scheune
Hatte was ihr gefiel sie fühlte sich
Dadurch gut und begehrt ohne von 
Liebe dabei gleich reden zu wollen

Zuvor hatte sie ihren Eltern schon
Beim nächtlichen Sex gelauscht
Der schöne Milan hatte sie gefragt
Und sie wollte es erleben es war gut

Viele Jahre davor war nach dem sie
Die Vergewaltigung des Dienstmädchen
Miterleben musste Sex für sie nur mit
Gewalt und Schmerz verbunden

Nun war es anders für sie und sie
Mochte die Unmittelbarkeit ihres
Ländlichen Lebens ohne Bücher 
Die Arbeit auf dem Feld und Milan

Im 47. Kapitel taucht dann ein alter Mann
Auf der in seiner riesigen Bibliothek nach
Den toten Seelen von Gogol sucht fast
Dabei verzweifelt um schließlich doch

Ins Bett zu gehen wo der misstrauische
Alte Mann das Buch auf dem Nachttisch
Liegen sieht dieser paranoide Alte ist der
Diktator und Massenmörder Josef Stalin

Das erfahren wir Leser aber erst zwei
Kapitel später warum ich hier die Lektüre
In Lázár leicht verwirrt unterbrach wie der
Alte der das Buch doch noch gefunden hat

Diese überraschend eingeführte Figur
Deren Gewaltherrschaft die Sowjetunion
Zum Preis von Millionen Opfern schuf 
Schafft einen historisch neuen Kontext 

Passend zu den Enteignungen in Ungarn
Wie der bäuerlichen Zwangsarbeit wird
Der Kopf hinter diesen Maßnahmen als
Alter schon verwirrter Mann vorgestellt

Macht und Ohnmacht nebeneinander
Der größte Massenmörder der Geschichte
Russlands der nach seinem Tod neben 
Lenin einbalsamiert wurde als alter Mann

Diese Einführung des 1953 an einem
Schlaganfall verstorbenen paranoiden
Diktators ist gelungen die löste eine
Politische Entspannung im Ostblock aus

Jener ursprünglich Georgier der nur seinen
Kampfnamen aus dem bolschewistischen 
Untergrund als Namen wählte war der wohl
Größte Verbrecher des 20. Jahrhunderts 

Überragt Hitler und Mao noch gemessen
An der Zahl seiner Opfer ist für die lange
Spaltung Europas zentral verantwortlich
Taucht hier als verwirrter Aller erstmals auf

Das ist ein sehr gelungener Einfall auch
Wenn der noch unbenannte Alte hier
Zunächst nur in feinen Details an den
Realen Diktator und seinen Tod erinnert 

Spannend ist daran zu sehen wie der
Große Verehrer Stalins und Zögling des
Sowjetischen KGB Putin von derselben 
Angst besessen scheint ähnlich brutal ist 

Als wiederhole sich russische Geschichte 
In gleicher Art mit wechselnden Gesichtern
Vermutlich kann sich erst Demokratie in
Russland entwickeln wenn dies alles

Historisch kritisch aufgearbeitet wurde
Damit nicht länger über ein Drittel die 
Sowjetunion noch positiv bewertet 
Sondern als ein Verbrecherregime

Eine der wichtigsten Fragen auch der
Zukunft der Demokratie in Europa wird 
Die Frage sein wie Europa die Feinde
Seiner Freiheit intern bekämpft

Diese sind als von Moskau lange noch
Finanzierte Störenfriede genau wie der
Diktator im Kreml unser größter Feind
Der nun bekämpft werden muss

Fein zeigt der Roman die brutale
Unmenschlichkeit östlicher Regime
Die Menschen massenhaft deportierten
Was dort kaum kritisch aufgearbeitet

Sich dessen bewusst zu bleiben um
Nicht die Erben dieser Diktaturen zu
Verharmlosen als Salon Kommunisten
Wird wichtig für unsere Freiheit


Über die Unordnung auf dem Schreibtisch
Schreibt Wolf von Niebelschütz und meint
Das Thema sei so alt wie der Schreibtisch 
Dabei nimmt sich der Autor selbst nicht aus 

Fragt ob die Unordnung ein Zeichen von 
Liederlichkeit wäre die sich gehen lässt
Oder Ordnung eine Frage der Zeit ist die
Neben vielem anderen uns noch bleibt

Früher hatten nur diejenigen Schreibtische
Die diese auch brauchten heute hätte jeder
Einen solchen und besonders diejenigen
Die ihm nicht brauchen predigten Ordnung 

Dies nennt Niebelschütz philisterhaft wie
Ahnungslos lästig zumal sich gerade die
Unordentlichen mit der Sicherheit eines 
Nachtwandlers bei sich zurechtfinden

Der größte Albtraum aller Unordentlichen
Die an ihren Schreibtischen arbeiten ist es
Dass ein Ordentlicher sie über Nacht nach
Seiner Ordnung einfach aufräumt

Nichts fände er dann wieder zwar sähe
Alles akkurat geschichtet aus aber die
Ihm eigene natürliche Ordnung aus dem
Chaos wäre damit auch verschwunden

Wo alles sorgsam eingeordnet wäre
Verlöre sich auch alles wieder damit
Wäre abgelegt und so vergessen da
Lobt sich der Autor ehrliche Unordnung

Das Mappensystem etwa treibe die Kunst
Der Scheinheiligkeit bis zur Perfektion
Alles scheint als wäre es in bester Ordnung
Und schläft dort selig bis zum Erbfall

Dann müssen sich diese armen Nachfolger
Was Erben rechtlich nunmal sind damit
Bloß nichts einfach enden könnte um alles
Kümmern was nur ordentlich sortiert schien 

Für keinen will der Autor Partei ergreifen 
Doch käme Mal ein Fürst des Geistes der
Seinen Schreibtisch arbeitend nutzt und
Dennoch Ordnung hielt möge er ihn lehren

Mit feiner etwas alltväterlicher Ironie
Erzählt Niebelschütz hier vom eigenen
Chaos was der Zeit geschuldet wäre
Aber seinen guten Zweck auch hätte 

Das ist nach den Dramen um die Lázárs
Eine schöne literarische Erholung die
Auch an meinen Vater denken lässt
Der ein echtes Genie im Chaos war

Als sein Erbe hoffentlich nicht nur darin
Pflege ich mein Chaos sorgsam es so
Wenig wie möglich zu verändern damit
Alles sich irgendwo wiederfindet

Ob dies nun am familiär verbreiteten
ADHS Syndrom liegt oder jenseits aller
Psychologischen Schubladen einfach
Teil mancher Naturen ist dahingestellt

Möchte nie behaupten dass ganz
Ordentliche Menschen nie kreativ
Gar genial sein könnten es ist wohl
Eine Frage der Prioritäten immer

Manche räumen regelmäßig auf
Putzen die Wohnung zu ganz festen
Terminen regelmäßig andere tun nur
Das nötigste weil anderes wichtiger ist

Wie schön wenn beide Welten sich
Quasi kongenial ergänzen können
Alle das tun was ihnen besonders liegt 
Sich dabei miteinander zurecht finden

jens tuengerthal 15.10.25

Mittwoch, 15. Oktober 2025

Helmiherbst

Helmiherbst

Ein Herbstspaziergang um den
Wunderbar bunten Helmholtzplatz
Bot bei ausnahmsweise Sonne
Den Flaneur viele wunderschöne
Bunte Herbstblicke während ich
Durch das raschelnde Laub die
Runde um unseren schönen Platz
Drehte und mich an der buntesten
Jahreszeit hier freuen durfte
Wie gut tun doch die Bäume
Der großen Stadt und wie dankbar
Bin ich dies erleben zu dürfen

jens tuengerthal 15.10.25

Buchflaneur

Buchflaneur

Die Flanerie in Büchern habe ich 
Nicht etwa bei Franz Hessen oder
Walter Benjamin auch nicht bei
Baudelaire zu lieben gelernt 

Vielmehr war es Montaigne der
Als Bibliotheksbewohner diese Art
Unsteter Lektüre nach Laune wie
Entsprechend dem Kontext betrieb 

Aufgewachsen und erzogen es sei
Unsere Aufgabe im Leben etwas zu
Erledigen las ich lange auch so wollte 
Bestimmte Bände erledigt dafür haben

Was für ein Unsinn denke ich heute
Wo ich mit Büchern nach Laune lebe
Lese was mir gerade einfällt oder das
Denken nach Laune dabei anregt

Muss keinen Band zurückgegeben
Oder fristgemäß erledigt mehr haben
Die Schule liegt seit 27 Jahren hinter mir
Lese nur nach Lust und Laune täglich

Oder auch mal tagelang gar nicht
Falls es gerade so passender ist
Doch mehr als zwei Tage ohne Lektüre
Würden mich schon nervös machen

So ziehe ich auch aus den über 200
Bänden der Anderen Bibliothek einen
Nach Laune und lese dann so lange
Wie der Text mich noch fesseln kann

Damit flaniere ich zugleich durch die
Welt wie die Kulturgeschichte in der ich
Spannende Entdeckungen dabei mache 
Auch wie unterschiedlich Texte wirken

Es ist dies auch die dem Buchflaneur
Am ehesten entsprechende Form des 
Reisens die ich allein schätze weil nur
Irgendwo hinfahren zu gewöhnlich ist 

Der Buchflaneur lebt meist sofern die
Möglichkeiten dazu gegeben sind in 
Einer eigenen Bibliothek und genießt
Wie Montaigne Freiheit und Rückzug 

Dieses Glück im Leben zu haben
Ist der größte Reichtum für mich
Nichts käme dem je gleich allein schon
Unendlicher Lesestoff macht zufrieden 

Auf dem Diwan liegend oder im Sessel
Genieße ich die Lektüre gerne bei Tee
Mit angenehmer Trinktemperatur dabei
Muss sich daran nie etwas ändern

So reist der Flaneur in der Horizontalen
Der einzig aufrechten Lebenslage wie
Schon Hans Castorp im Zauberberg ist
Ein literarischer Weltreisender für sich

jens tuengerthal 15.10.25

Enthaltsamkeit

Enthaltsamkeit

Lange habe ich mitgespielt
Diskutiert und gestritten um
Eine Meinung zu vertreten die
Auch das Gegenteil sein konnte 

Als Flaneur übe ich mich lieber
In völliger Enthaltsamkeit um so
Meine Welt allein auf mich zu stellen
Wie Max Stirner im Einzigen schrieb

Zumindest vom Markt der Meinungen
Habe ich mich völlig zurückgezogen
Sonstige Drogen nach Laune sofern sie 
Nicht die Beobachtungsgabe stören 

Der Flaneur muss nichts aber kann alles
Hält sich nur tunlichst bei allem zurück
Um sich als Beobachter weiter zu fühlen
Der logisch kein Beteiligter sein kann

Wie das bei Sex und Liebe funktioniert
Habe ich noch kein Muster gefunden
Das mir vorbildlich genug erschien 
Danach als Flaneur lustvoll zu leben 

Enthalte mich nach Überfluss vorher
Darum weiterhin bis eine mir zufällig
Nach der Natur das Gegenteil beweist 
Was das Leben in allem sehr entspannt

Entspannt Pornos online zu schauen
Wäre einem Flaneur wohl würdig als
Form zeitgemäßer Sexualität macht
Dazu nachhaltig unabhängig auch

Von den Launen der eigenen Natur
Wie jener der Damen die bis heute
Mit keiner Formel berechenbar sind
Mal zyklisch dann azyklisch tanzen

Enthaltsamkeit ist keine Qual die den
Verzicht unter Leiden von mir verlangt 
Sondern entspannte Konsequenz von 
Über fünfzig Jahren Lebenserfahrung

Es scheint dabei wahr zu werden dass 
Weniger wirklich mehr wird und sich
Keine Qual lohnt im lustvollen Leben 
Was zu genießen alles sein sollte

jens tuengerthal 15.10.25

Hinrichtungslage

Hinrichtungslage

Die Hamas richtet wieder Menschen hin
Nutzt den Waffenstillstand um Feinde 
Unter palästinensischen Stämmen zu töten
Trump der sie entwaffnen wollte nennt es

Gut so weil die noch schlimmer wären derweil er weiter angebliche Dealer aus
Venezuela im Golf von Mexico tötet wie
Putin seine Feinde eleganter vergiftet 

Ist alle Macht natürlich mit Mord wie
Vernichtung aller Gegner verbunden
Ginge das nicht auch rechtsstaatlich
Wie mit einem schlichten Parteiverbot

Putin führt Krieg gegen Europa wie
Der BND eine scheinbar blinde Politik
Nun auch offiziell unterrichtete womit
Stegner und Genossen Landesverrat

Als mindestes in ihrer linken Blindheit
Wohl begingen dafür reißt die Union
Nun die Brandmauer zur AfD den 
Braunen Dienern des Kreml ein

Völlig unnötige Provokationen die uns
Im besten Europa aller Zeiten wie beim
Ersten Weltkrieg noch wie Schlafwandler
In den nächsten Weltkrieg stolpern lässt

James Bond müsste gäbe es ihn wirklich
Gerade einige alte weiße Männer töten
Um noch den Frieden zu retten doch
Wer könnte es wollen und auch tun 

Alle diese Mörder die andere töten lassen
Verdienten gerechterweise den Tod auch
Wenn es die guten Menschen damit zu
Mördern für nur Gerechtigkeit machte 

Kann das wirklich wer wollen oder ist es
Zeit die Zeit anzuhalten um einfach die
Wichtigsten Figuren weltweit nahezu alle 
Erstmal aus dem Spiel zu nehmen

Enteignete die Tech-Milliardäre alle um 
Dem Geld die Macht wieder zu nehmen
Löste alle Nationalstaaten auf um dafür 
Einen postnationalen Bund zu gründen

Das wären schöne friedliche Aussichten
Doch sind wir ohnehin viel zu viele ein
Weltkrieg löste hört einige Probleme
Auch die massive Überbevölkerung

Weniger Menschen schaden dem Klima
Damit gleich viel weniger und machten 
Weitere Versiegelung völlig unnötig was
Eine positive Perspektive zumindest wäre

Vielleicht muss ich niemanden töten 
Dies nichtmal wollen sondern kann es
Der Zeit ganz gelassen überlassen die
Gerade alle Katastrophen beschleunigt

Global gedacht für das Leben auf Erden
Wäre die Selbstzerstörung der Menschen
Für die meisten Arten wünschenswert
Vielleicht müssen wir größer denken

Dann bleibe ich was ich am liebsten bin
Ein unbeteiligter Flaneur des Lebens
Der freundlich lächelnd wie Franz Hessel
Beobachtet und beschreibt was ist

Denke diese Position einer neutralen
Beobachters gefällt mir sehr weil sie
Ohne jede Gewalt dabei auskommt 
Und sterben wir dabei ist es gut so

Beobachten was ist und beschreiben
Statt moralisch zu bewerten entspannt
Das Leben ganz ungeheuer vor allem
Wenn es auf dich nicht mehr ankommt

Sage es mir täglich laut und deutlich
Noch habe ich etwas Hoffnung es
Vielleicht eines Tages zu verstehen
Wie entsprechend gelassen zu leben

jens tuengerthal 15.10.25

Märchenliebe

Märchenliebe

Märchen von Liebe
Glauben alle zu gerne
Darum bleiben sie

jens tuengerthal 15.10.25

Zurückgezogen

Zurückgezogen

Zurückgezogen
Leben erspart so vieles
Denke ich für mich

jens tuengerthal 15.10.25

Schwarzbecher

Schwarzbecher

Liebe ja schwarze
Teebecher lassen vieles
Unsichtbar bleiben

jens tuengerthal 15.10.25

Bücherliebste

Bücherliebste

Früher hatte ich Liebste und las Bücher
Heute lebe ich mit Büchern ohne Liebste 
Bin wesentlich entspannter dadurch
Erspare mir ganz viele Diskussionen

Habe viel mehr Zeit zum lesen und
Muss diese vor niemanden rechtfertigen 
Bin in Gesellschaft meiner Liebsten
Mit denen ich mich noch nie stritt 

Gefällt mir eines zufällig nicht
Lege ich es zur Seite bis dies sich 
Sei es auch nur für Momente ändert
So lese ich Proust seit 30 Jahren

Wollte erst über Monogamie in der
Bücherliebe schreiben aber merkte 
Noch rechtzeitig das wird Unsinn 
Bei einem der 100 Bände parallel liest 

Dennoch ist es so geworden seit ich
Nur noch Bücher liebe werden mir
Menschen immer gleichgültiger die
Selten so viel Gutes zu sagen haben

Mit Büchern glücklich zufrieden erspart
Viele überflüssige soziale Kontakte
Beschränkt das Leben auf die mir 
Liebsten Kontakte zu Büchern

Frauen können wundervoll sein
Begehrenswert klug liebenswert
Wenn auch selten alles zusammen
Schöne Bücher sind mir immer alles

Habe mich nie mit Büchern gestritten
Noch um irgendwas miteinander noch
Gekämpft wir genießen einander nach
Laune manchmal auch wiederholt

Kann mir nicht mehr vorstellen
Was schöner sein soll als gute Lektüre
Was ein größerer Genuss je wäre
Bleibe bei dem was mir gut tut

Damit glücklich zufrieden zu sein
In einer kleinen Bibliothek zu leben
Genug zu lesen für den Rest Leben
Habe ich alles mir mögliche erreicht

jens tuengerthal 15.10.25

Antisemitismusmesse

Antisemitismusmesse

Früher liebte ich die Buchmesse 
Zwar war Leipzig schon peinlich
Aber Frankfurt hatte doch was
Von Buchkultur immer noch

Dann sollte tatsächlich der neue
Literaturnobelpreisträger eine Rede
Zur Eröffnung in Frankfurt halten was
Spannend und aufregend doch klang 

Dieser hatte aber besseres zu tun
Statt dieses Vereinstreffen der 
Buchhändler und Verleger mit
Seiner Anwesenheit zu krönen

Das ist schade für alle aber viel
Schlimmer und peinlicher für die
Ganze Buchbranche ist der Ersatz
Eine hamashörige Antisemitin sprach

Da wählt ein Branchenverband eine
Rednerin aus die offensichtlich nicht
Die Tragweite ihrer Worte begreift
Öffentlich Hamas Propaganda betreibt

Diese Hetze sollte in Deutschland
Besser strafbar sein und schadet
Gerade jetzt noch mehr weil sie in
Greta Manier Öl ins Feuer gießt

Erwähne diese Person nicht mal
Namentlich doch die früher stolze
Frankfurter Buchmesse wurde zur
Antisemitismusmesse der Hamas

Wer immer dafür verantwortlich war
Sollte ganz schnell zurückzutreten
Um weiteren Schaden zu vermeiden
Zumindest Verantwortung zu übernehmen

jens tuengerthal 14.10.25

Dienstag, 14. Oktober 2025

Lektürentagebuch 14.10.25

Lektürentagebuch 14.10.25

Vom Schrecken des Krieges erzählen die 
Kapitel 39 bis 42 mit Vergewaltigungen von
Allen Frauen in Budapest und Plünderung
Nach der Freigabe zum Raub durch den

Russischen Marschall Malinowski der
Die Truppen in der Stadt wüten ließ wo
Männer verschleppt und die Frauen alle
Schwangere Kinder missbraucht wurden 

Während Budapest in Schutt und Asche
Noch lag wurde in München Stadelheim 
Edmund Pontiller zur Hinrichtung in den 
Raum mit dem Fallbeil inmitten geführt 

Wie er diesen letzten Moment erlebt
Überlegt ob nun sein ganzes Leben
Nochmal an ihm vorbei ziehen sollte
Was dann im letzten Moment passiert

Als er schon festgebunden dort liegt
Auf das Fallbeil wartet und die Augen
Schließt sieht er alles vor sich von der
Kindheit bis zur Lektüre von Proust

Mehr erfahren wir nicht vom Schrecken
Mit dem Pontillers Leben endet der sich
Vorher die präzise deutsche Technik noch
Genau ansieht deren Effizienz bewundert

Vom platzierten Zinkeimer für den Kopf
Bis zur Blutrinne am Rand war alles hier
Perfekt konstruiert schnell zu töten sein
Letztes Blut flösse direkt in den Abfluss

Diese technische Beschreibung davor
Wie die letzten Gedanken mit dann
Geschlossenen Augen genügen das
Geschehen ganz fühlbar zu machen 

Im nächsten Kapitel fahren Lajos und
Pista der darauf bestand mitzukommen
Nach Budapest ihr Haus am Fluss
Wieder herrichten zu lassen

Die Stadt lag noch in Trümmern keine
Brücke stand mehr und sie mussten um
Nach Buda zu kommen den Fluss mit
Einem Schiff noch überqueren 

Kurz bevor sie ankommen merken sie
Dass die Kirche die sie immer besuchten
Nicht mehr steht was Pista erschüttert
Plötzlich fehlte etwas was immer da war

Auf dem Weg vom Schiffsanleger zu ihrer
Villa dachte er nur an Matilda die plötzlich
Wieder überall präsent ist und überlegt
Wie sie nun mit 21 wohl aussieht

Pista fragt sich ob sie Jungfrau blieb 
Oder es getan hatte mit irgendwem
Es noch vor dem Tod zu erleben aber
Schon der Gedanke ließ ihn taumeln

Ihr Haus war außer dem Dach dass die
Artillerie zerstört hatte noch unversehrt
War auch nicht geplündert worden doch
Noch bevor sie aufschließen konnten 

Kam ein Nachbar und lud sie zum Schnaps 
Dieser erzählt ihnen ewig wie es war auch
Die Ermordung der Juden am Ufer der
Donau durch die Pfeilkreuzler besonders

Erzählt von einem Priester der dabei ganz
Eifrig mitgemacht hätte und wie keiner den 
Juden geholfen hätte und Pista überlegt
Was sein Vater im Krieg wohl getan hat 

Natürlich wusste er in welche Richtung
Es wohl ging aber gesprochen wurde 
Darüber nie er musste es ja tun hatte
Keine andere Wahl gehabt dabei

Nach einem Moment des Schweigens
Erhebt sich Lajos bedankt sich sehr
Höflich und verabschiedet sich während
Pista über den Unterschied nachdachte 

Zwischen einer Erklärung und einer
Entschuldigung für ein Verhalten endet
Dieses Kapitel mit der nicht formulierten
Schuldfrage die Lajos sich schon stellte 

Am nächsten schwülen Tag macht sich
Lajos allein auf die Suche nach Matilda
Muss sich erst neu orientieren bis er
Endlich schwitzend den Weg findet

Vor ihrer Haustür wo sie ihn erstmals
Küsste will er gerade die Klingel suchen
Als eine elegante Frau vor ihm steht
Ihn fragt ob er dort etwas suche 

Die Telkes teilt sie ihm mit wohnten
Nicht mehr dort gibt ihm aber die
Neue Adresse der Haushälterin
Ohne ihn dabei anzusehen 

Diese könnte er ab acht Uhr dort
Antreffen und fragen ob sie etwas
Wüsste dann ging die Dame weg
Ohne ihn nochmal anzusehen

Pista verbringt den Tag in der Stadt
Isst etwas und trinkt Bier und ärgert 
Sich über die junge Kellnerin die ihn 
Anlächelt was er unpassend findet

Ganz ist er in Gedanken bei Matilda
Da störte ihn dieses Lächeln nur
Erwiderte das nächste Lächeln so
Grimmig und streng wie er konnte 

Will seiner großen Liebe auch noch
Nach Jahren treu sein ohne auch
Nur zu wissen was sein könnte
Verscheucht Gedanken ihrer Untreue 

Er kommt dann natürlich etwas früh
Zu dem Haus in dem Dora arbeitet
Er wird seines Namens wegen trotz
Verschwitzten Aussehen eingelassen 

Dora erzählt ihm die ganze Geschichte
Wie das Vermögen der jüdischen Familie
Beschlagnahmt wurde worauf Pista erst 
Begriff dass Matilda ja Jüdin war

Wie sie an gefälschte Schweizer Papiere
Kamen und so schließlich im Glashaus
Des Schweizer Botschafters unterkamen
Dort von Pfeilkreuzlern erschossen wurden

Pista erhob sich schloss den Knopf seines
Sakkos bedankte sich und ging hörte noch
Dora hinter sich schluchzen er ging weinte
Landete auf einer Bank und übergab sich

So endet der Traum vom Wiedersehen
Mit der Liebe die ihn in Gedanken durch
Den Krieg begleitet hatte im Nichts sie
Waren einfach erschossen worden

Diese Geschichte ist groß geschrieben
Auch ohne die Taube die ihm vor seinem
Besuch noch verletzt vor die Füße fiel
Nach dem Besuch verschwunden ist

Will darum auch hier nicht beurteilen
Ob das eigentlich kitschig zu viel ist
Die schlichte Schönheit zerstört da es
Nach wirklicher Geschichte klingt

Wie soll dieser völlige Zusammenbruch
Nach dem Verlust jener Liebe die ihn
So lange im Waldschloss begleitete
Noch überstanden werden überlege ich

Aber es geht einfach weiter das Leben
Auch wenn alles verloren ging nichts
Noch irgendeinen Grund zu haben scheint
Im Buch sind es nun noch 75 Seiten

jens tuengerthal 14.10.25