Donnerstag, 9. Oktober 2025

Lustvoll

Lustvoll

Leben voller Lust
Täglich genießen ist wohl
Alles was uns blieb

jens tuengerthal 9.10.25

Ekelhaft

Ekelhaft

Ekel verhaften
Um ohne alles Grauen
Künftig zu leben

jens tuengerthal 9.10.25

Liebesglaube

Liebesglaube

Sie wollte noch an die Liebe glauben
Schrieb mir eine gerade deren Glaube
Für mich nicht völlig irrelevant ist aber
Was heißt an die Liebe glauben noch

Beweisbar ist in der Liebe nichts
Alle Eide auf ewige Liebe hatten 
Bisher nur beschränkte Gültigkeit
Dafür waren die Folgen schmerzvoll

Die Erfahrung lehrte je mehr ich
An die Liebe glaubte desto größer 
War der Schmerz nach ihrem Ende
Alle Vernunft Sprachen spricht dagegen

Weiter an die Liebe zu glauben wenn ich
Künftig Schmerz vermeiden will fraglich
Nur was bleibt vom ihr noch ohne den
Glauben an sie übrig als nichts mehr

Liebe ist nie mehr als Glaube an ein
Gefühl das eigene wie das der anderen
Mit allen Risiken infolge warum es ohne
Diesen keine geben kann was schade wäre

Die Vernunft hilft beim Gefühl so wenig 
Wie Erfahrung etwas lehrt weil gefühlt
Jede Liebe immer ganz anders ist auch
Wem wir immer wieder das gleiche tun

So muss ich wohl auch an die Liebe
Glauben wenn ich sie je erfahren will 
Auch gegen alle Vernunft und Erfahrung
Scheint es am vernünftigen vielleicht
Doch noch Liebe erfühlen zu können 

jens tuengerthal 9.10.25

Mittwoch, 8. Oktober 2025

Lektürentagebuch 8.10.25

Lektürentagebuch 8.10.25

In Lázár von Nelio Biedermann über den
Kriegsbeginn gelesen von dem Lilly nackt 
Im Bad erfährt als sie sich noch die Beine 
Eincremte und Lajos mit der Zeitung kam

Natürlich findet sie es dann unpassend
Nackt zu sein obwohl gerade Krieg ist
Der mit dem Einmarsch nach Polen
Am 1. September 1939 begonnen hatte

Da Lajos ihr gerade meldet dass nun
England Deutschland den Krieg erklärte
Wird es nach dem 3. September 1939
Gewesen sein vielleicht sogar dieser

So hatte Lajos ein Radio und musste
Nicht länger wie sein Vater noch im
Waldschlösschen auf die Zeitungen
Aus Budapest waren er erfuhr es live

Danach ändert sich das Leben etwas
Zunächst nur dadurch bemerkt dass
Der Vater ständig Radio hörte oder
Zeitung las statt seine Arbeit zu erledigen

Mutter Lilly dagegen ermahnte die Kinder
Wenn sie sich stritten dass all dies doch
Im Krieg nun unwichtig sei oder fand
Den Regen passend zur Weltlage

Irgendwann musste sich Lajos melden 
Seinen Dienst als Offizier tun und die
Familie sollte kurzzeitig in ein Haus nah
Der Kaserne in Pécs ziehen was für Pista 

Wie seine Träume von Matilda ein herber
Schlag war wären sie doch sonst in schon
Zwei Wochen wieder nach Budapest
Gezogen was nun erstmal ausfiel 

Die Bedrohung durch die Russen welche
Nun direkt an der Grenze standen schien 
Pista weniger schlimm als die Vorstellung
Nun nirgendwo Matilda wiederzusehen


Passend zum beginnenden Krieg nun
Noch ein Kapitel in Grimmelshausens
Abenteuerlichen Simplicissimus gelesen
Wie dieser sich reich mit Gold bepackt

Vom Bauern der vorbei kam und sie
Angeblich vor dem Korporal mit den 
Sechs Mann warnen wollte lässt er
Sich nach vorheriger Drohung ihn 

Wie die anderen sieben umzubringen 
Von diesem bist nach Villingen führen
Was dieser gehorsam tat worauf sich
Simplicius dort über den Torwächter 

Beim Stadtkommandanten melden ließ
Von dem er im Tausch gegen sein 
Schwert von dem er ganz  sagenhafte 
Heldengeschichten erzählte einem Pass

Schließlich bekam mit dem er endlich
Weiter zu seiner Frau nach Lippstadt
Reisen könnte wozu er Gold genug 
Vom getöteten Kameraden hatte

Als Simplicius am Abend in der Stadt
Beim Wirt großzügig speist kam ein 
Armer verlauster Bettler der zuerst
An der Tür abgewiesen werden soll

Nachdem Simplicius sich für den Armen
Stark gemacht hatte kam dieser auch
Bettelnd zu ihm dann erkannte er dort
Seinen Herzbruder und sie feierten 

Diesen zu suchen hatte er sich ja nach
Villingen überhaupt führen lassen was
Zum umgekehrt guten Ende nach allem
Chaos im Wiedersehen nun führte

Der Simplicissimus mit seinen teils
Moralischen teils ironisch komischen
Geschichten gibt ein gutes Gefühl für
Den Dreißigjährigen Krieg wie das Leben

Neben und mit diesem in rauen Zeiten
Wie Unrecht gelegentlich doch lohnt
Einen besseren Weg noch zu finden
Wie oft dann der Zufall alles verändert


Von Wolf von Niebelschütz in seinem
Geisterfrühstück über Verse mit denen
Du lebst auch wenn er ‘man’ schrieb 
Wird das hier wie immer  ignoriert

Die Poesie sei ein Zustand des Geistes
Der uns bewusst wird wenn wir das
Fünfzehnte Lebensjahr erreichen weil wir
Da anfingen in Gesellschaft zu gehen

Dann meint Niebelschütz stellten sie uns
Den Damen vor und wir verliebten uns zu
Früh meist noch und schnell kämen dann
Die ersten Katastrophen des Gefühls 

Irgendwann würden wir merken dass ein
Verhältnis was nur auf melancholischer
Sehnsucht des Jünglings aufbaut nicht
Von Dauer sein kann falls wir es merken

Hinterher scheint uns die Herrlichkeit 
Mit der wir die erste Geliebte priesen
Eher etwas viel und wir vermissen das
Erste Entzücken was sie auslöste

Auf die erste die für immer schien 
Folgt irgendwann die nächste die uns
Völlig verzaubern kann und jede auf
Ihre Art des Menschlichen übertreibt

Dazu zählt Niebelschütz verschiedene
Beispiele folgender Enttäuschungen auf
Bis wir merken dass keine dem Ideal
Entspricht auch wenn jede wunderbar

Plaudernd erzählt der Autor wie manche
Dichter ihm zeitweise nah und alles waren
Später viel ferner lagen vielleicht im Alter
In Erinnerung dann wiederkommen

Wie er die Lyrik lieben lernte und sie zu
Seiner dauerhaftesten Liebe wurde der
Er sich unter Beifall aller neun Musen
Dann endlich vermählte um mit ihr

Kinder zu zeugen die er noch immer
Mit dem Feuer der Jugend liebt die sein
Ganzes Denken beherrsche und da sie in 
Versen spricht hätten ihre Worte Ewigkeit 

So fallen ihm egal wo er gerade ist
Diese Worte sind von 1942 also aus
Dem Krieg in dem er Soldat war und
Berichterstatter Verse ein die Heimat sind

Beeindruckend ist der Stammbaum seiner
Liebsten deren Vater der Gott der Träume
Die Mutter die Liebe selbst mit einer nicht
Endenden Reihe großer Ahnen 

Das Unglück zu vollenden wie er anmerkt
Ist ihre Schwester die Musik die genauso
Verführerisch ihm scheint so manche der
Verse für immer in ihm klingen lässt

So blieb die Poesie für immer seine große
Liebe die alle vorigen Abenteuer erledigte 
Wie dankbar glücklich er mit ihr wurde die
Nicht eifersüchtig auf ihre Schwester ist 

Ein Prosatext der mit liebevoll lyrischen
Bildern eine Ode an die Lyrik ist die er
Wunderbar kitschig Poesie nennt was
Perfekt zu dieser großen Liebe passt. 

jens tuengerthal 8.10.25

Heimatfrage

Heimatfrage

Wo eigentlich meine Heimat ist
Werde ich manchmal gefragt
Von denen die hören wo ich
In Deutschland geboren bin

Wo danach überall gelebt habe
Bis ich 2000 in Berlin ankam
Da bin ich bis jetzt geblieben 
Ohne es je Heimat zu nennen

Lebe halt hier weil es keine
Wirkliche Alternative je gab
Provinz und Kleinstadt hatte ich
Schon fast zwanzig Jahre

Geboren in Bremen was auch
Echte Stadtkultur hat die ich
Erst viele Jahre später sah 
Als ich schon lange nicht mehr

Dort lebte sondern in Frankfurt
Oder den Dörfern seiner Umgebung
Doch lernte ich es erst schätzen
Als ich schon nicht mehr da war
Den Schaumainkai oder das Städel

Mit sechzehn in die Kurzpfalz deren
Mundart noch immer bei mir eher
Übelkeit innerlich auslöst auch
Wenn ich ganz zauberhafte Damen

Mit dieser auch lieben durfte hab ich
Bis es 2000 nach Berlin ging immer
Mit dieser reichen Gegend gefremdelt
Trotz des guten Weines und der Kultur

Berlin hat irgendwie alles und dort
Wohne ich zufällig in Prenzlauer Berg
Dem armen alten Osten der heute
Irgendwie schick linksgrün versifft ist 

Mit einigen wenigen fremdelnden Ossis 
Die gerne genau darüber nörgeln wie
Überhaupt was ihre Identität halt ist
Wie Fontane die Märker schon im
19. Jahrhundert auch beschrieb

Aber sobald ich Hessel lese der mir
Den Westen literarisch nahe brachte
Fühl ich mich irgendwie falsch hier
Wilmersdorf Schöneberg Charlottenburg
Haben einen ganz anderen Charme

Hier am Berg ist vieles nur Fassade
Zuhause und Heimat fühle ich nur 
In meiner Bibliothek dann egal wo
Nun steht sie eben am Helmholtzplatz

Geht es nach mir ändert sich nichts
Weil Veränderung immer lästig ist
Aber wer weiß was am Ende wird

Berlin bleibt hässlich dreckig und grau
Nur besser als jede Alternative sonst
Also bleibt einfach alles wie es ist

Und ich heimatloser Heimatdichter
Flaniere durch Berlins Dörfer
Mehr muss nicht mehr

jens tuengerthal 8.10.25

Schutzreflex

Schutzreflex

Liebe Europa als Garanten unserer
Freiheit und lebendigen Kulturraum
Der achtsam seine Bürger verteidigt
Das miteinander vor Nationen schützt

Manchmal aber schüttel ich nur den
Kopf wie heute wenn Verbraucher vor
Angeblicher Verwirrung geschützt werden
Im Sinne der kranken Fleischindustrie 

Veggie Burger und Fleisch sollen nach
Beschluss der konservativen Fraktion
Im Europa Parlament nicht länger mehr
So heißen dürfen weil sie verwirren

Frage mich ob das künftig auch für
Kinderschokolade gelten wird die auch
Selten nur Teile von Kindern enthält
Oder der Kaiserschmarrn verboten wird

Sollte nicht viel eher endlich der schon
Lange nachweislich schädliche Konsum
Von Fleisch in der EU verboten werden
Wem nutzen solche Beschlüsse jemals

Vorangetrieben von den Lobbyisten der
Französischen Bauern und unter denen
Besonders die Viehzüchter wie wohl die
Fleischfachverbände diese Entmündigung 

Aller Verbraucher die danach angeblich
Nicht lesen können weiter vorantreiben
Zeit das Selbstverständnis zu ändern
Damit Tiere töten zur Ausnahme wird

Jedes Stück Fleisch sollte künftig mit
Ökologischer und gesundheitlichen
Warnhinweisen auch versehen werden
Bald belehrt der EuGH das Parlament 

jens tuengerthal 8.10.25

Liebeswandel

Liebeswandel

Liebe verwandelt
Sich von unverzichtbar zu
Bald völlig egal

jens tuengerthal 8.10.25

Gelassenheit

Gelassenheit

Gelassenheit schenkt
Friedliches GIück ewiger
Ruhe gleicht dem Tod 

jens tuengerthal 8.10.25

Wiederholung

Wiederholung

Leben ist ständig
Wiederholung eigentlich
Völlig langweilig

Herzschlag für Herzschlag
Gefühl für Gefühl alles
Schon da gewesen 

Die es bemerken
Dürfen in Ruhe gehen
Stehen zu bleiben

jens tuengerthal 8.10.25

Liebesgeduld

Liebesgeduld

Geduld in der Liebe
War bisher nicht mein
Größtes Talent wollte 
Eher alles auf einmal

Sowohl in der Liebe wie
In der Lust drängte ich
Um sich ganz zu genießen
Statt kommen zu lassen

Bis nachlassende Kräfte
Wie Übersättigung auch
Vieles alleine erledigten 
Es verliert sich so einiges

Mit dem Alter was dir vorher
Noch unverzichtbar erschien
Wenn dann überraschend
Ein alter Schwarm auftaucht

Bist du plötzlich geduldig
Denkst was passt findet sich
Wenn nicht eben nicht was
Auch kein Drama mehr scheint

Doch könnte die Geduld sogar
Der Schlüssel zum größten Glück
Werden das kein Kampf noch je
Hätte erringen können weil willenlos

Kann sich was ist frei entfalten
Dann findet sich was passt
Der Rest verweht von allein
Bis dahin bin in ich geduldig

Denke ich mit allem zufrieden
Was das größte Glück mir scheint
Mag kommen und bleiben was will
Der Rest verweht in Herbststürmen

jens tuengerthal 8.10.25

Wandelfreude

Wandelfreude

Es gibt noch gute Nachrichten
Dachte ich als ich las das nun
Endlich erneuerbare Energien
Die Kohle anteilig überschritten

Spannend dabei ist dass diese 
Positive Entwicklung sich zum
Größten Teil Indien und China
Verdankt nicht etwa Europa

Hier stagniert es inzwischen auch
Dank des völligen Versagens 
Der Regierung Merz dabei wie
Den noch zu langsamen Ausbau

Die USA unter Trump sind ohnehin
Klimapolitisch wie demokratisch ein
Russland vergleichbarer Totalausfall
Dennoch treibt Asien die Welt voran 

Europa hatte bei erneuerbaren Energien
Der einzig effektiven Technik mit Zukunft
Lange einen ordentlichen Vorsprung
War auf dem Weltmarkt überlegen

Diese Überlegenheit wird dank der
Bemühungen der Kohle und Öl Lobby
Leichtsinnig gerade wieder verspielt wie
Es die deutsche Automobilindustrie beim

Thema Elektromobilität erfolgreich tat 
Wie wahr erweisen sich die Mahnungen
Von Wirtschaftsminister Habeck nun da
Seine Nachfolgerin weiter verzögert 

Die Welt aber wandelt sich endlich zum
Positivem nun braucht es nur dringend
Weniger Menschen wie mehr Bäume
Dann lösen wir schneller viele Probleme

Europa sollte endlich schneller werden
Bei der Umstellung auf Erneuerbare was
Kosten spart die Zukunft sichert wie die
Tödliche Verbrennung endlich beendet

Zu sehen wie die kluge Welt endlich
Die Umstellung beschleunigt ist eine
Gute Nachricht dagegen ist tragisch
Wie sehr Konservative verzögern was 

Eine mehr als traurige Entwicklung ist
Die leider schon Tradition hat weil die
Vermeintlichen Kulturbewahrer dem 
Wandel noch nicht begriffen haben

Wem Europa nicht ganz bald von
China und Indien abgehängt werden soll
Muss es im Energiesektor investieren wer
Gegen Erneuerbare ist hat keine Zukunft 

Die weitere Verbrennung von in der Erde
Lagernden Kohlenwasserstoffen ist weder
Eine Antwort noch eine Lösung sondern 
Teil des zu beseitigenden Problems 

Die Zukunft gestaltet nur wer Alternativen
Fördert und stärkt um damit den Wechsel
Zu beschleunigen statt zu verzögern wie 
Die Merztruppe beim Verbrennungsmotor

jens tuengerthal 8.10.25

Dienstag, 7. Oktober 2025

Opfergedenken

Opfergedenken

Das Opfergedenken sollte den Opfern
Wie ihrem Leid zuerst gedenken allein
Um sie geht es dabei was aber nur dann
Wirkung hat wenn Täter bestraft werden

Der Opfer des 7. Oktober gedenken
Ist wichtig um nie zu vergessen wie
Unmenschlich die Terroristen der Hamas
Menschen behandeln von welchem 

Hass und welcher Menschenverachtung
Diese Islamisten getrieben werden das
Singen ihrer Lieder wie auch jede Form
Der Verbreitung ihrer Parolen ist Terror

Wenn heute Menschen in Berlin den 
Tag als einen der Befreiung feierten
Gehört jeder einzelne von ihnen
Als Terrorist verhaftet und bestraft

Mit der nächsten Maschine abschieben
Sagt das Gerechtigkeitsempfinden was
Zum Glück keine Entscheidung hier trifft
Sondern der Rechtsstaat wird es regeln 

Auf diesen zu vertrauen um künftig
Miteinander in Frieden zu leben ist
In Zeiten des Populismus wichtiger
Als Gefühle von Zorn oder Wut

Nie darf in Deutschland auch nur eine
Demonstration genehmigt werden die
Dieses Massaker als Sieg feiern möchte
Vielmehr sollte keiner dies sagen dürfen

Es bleibt zu hoffen dass nun endlich
Wege zum Frieden gefunden werden
Damit sich Juden und Palästinenser
Wieder versöhnen können in Zukunft

Dies klingt angesichts der Massen die 
Lange der Hamas zujubelten so schwer
Wie die Versöhnung zwischen Israel und
Deutschland nach der Schoa war

Es wird nur ohne die Prediger des Hass
Die den 7. Oktober als Befreiung feiern
Möglich sein und wenn wir diese alle
Konsequent bestrafen und isolieren

Die Hamas verfolgt das Ziel Israel als
Staat zu vernichten und alle Juden
Bestialisch zu ermorden wer sich dazu
Bekennt ist als Terrorist zu verurteilen 

Wer Mord Entführung und Vergewaltigung
Bejubelt sollte als Mittäter gelten und mit
Lebenslanger Freiheitsstrafe rechnen
Was schnell dies Thema erledigte

Dies sind wir den über 1000 Opfern wie
Den immer noch Entführten schuldig um
Auch in Zukunft den 7. Oktober würdig 
Für die Opfer hier zu begehen

jens tuengerthal 7.10.25

Lektürentagebuch 6.-7.10.25

Lektürentagebuch 6.-7.10.25

Eine wunderschöne Liebesgeschichte
Zwischen Pista und Matilda die ganz
Klassisch in Briefen beginnt genossen 
Gestern und heute Nacht noch in den

Frühen Morgenstunden vorm Einschlafen 
In den Kapiteln 26 bis 29 des vielfältigen 
Roman Lázár der von großer Sehnsucht
Zum kleinen Kitsch torkelt ohne sich dabei

An das eine oder andere ganz zu verlieren
Doch beides tief dabei auslotet mit dem
Glaubwürdig schüchternen Gefühl erster 
Liebe noch zu Schulzeiten zwischen dem

Sonderling der sich durch Liegestütze und
Mehr Körper stärkende Maßnahmen einen
Schutz gegen ständiges verprügelt werden 
Langsam erfolgreich antrainiert hat und

Dem jüdischen Mädchen das es wagte
Dem blassen Baron einen Liebesbrief
Zukommen zu lassen der beider Leben
Verändert die Liebesgeschichte beginnt 

Zauberhafte Zeilen über das schüchterne
Schreiben noch mit dem alles beginnt
Das erste Treffen und ein Spaziergang
Der im Park noch verlängert wird bis

Er sie bis vor die Tür nach Hause bringt
Wo sie sich einen ersten Kuss nimmt wie
Sie das Tempo und alles bestimmte die
Nur dabei leider beobachtet wurde

Die brutalen Folgen der strengen Mutter 
Welche jeden möglichen Kontakt künftig
Unterbinden will und alles dafür tut die
Macht über das Herz ihrer Tochter

Notfalls mit aller Gewalt wieder zurück
Zu erobern womit für beide eine Zeit
Dunkler Leiden beginnt bei der beide
Dem Genuss des Lebens entsagen

Eine letzte Umarmung bevor Pista an
Ostern nach Héviz und von dort dann
Ins Waldschloss bis zum Herbst fuhr
Eine unerträglich lange Zeit für Liebende

Gestattet ihr Dora die alte Küchenhilfe der
Strengen Mutter noch und dann beginnt
Ja bald schon der Weltkrieg mit all seinen
Grausamen Folgen für die Juden denke ich

Im Sommer 1938 war der Anschluss von 
Österreich wie die Nazis es nannten der
Lilly und Kurt noch eben in die Schweiz
Gezwungen hatte womit das folgende

Ostern schon 1939 ist das Jahr in dem
Am 1. September der Zweite Weltkrieg
Mit der Judenvernichtung begann das
Leben nicht mehr normal wieder wurde 

Rasant schien mir das Tempo des
Erzählers Biedermann noch als es
In den vorigen Kapiteln von den
Frühen dreißigern bis 1938 ging

Doch wie wunderbar langsam aber
Voller Gefühl geht es vom März 1938
Dem Anschluss Österreichs bis zum
Frühling des Jahres 1939 weiter

Der letzte Frühling im Frieden noch
In einer Welt deren Untergang schon
Mit dem Ersten Weltkrieg begann aber
Nach 1945 in zwei Blöcke sich teilt

Gibt es noch ein Wiedersehen der
Beiden Liebenden Pista und Matilda
Verweht dieser Kindertraum einfach
Im großen Krieg dann zu nichts 

Das ist fein beobachtet und auch
Gut aufmerksam beschrieben was
Immer davon auch wirklich passierte
Ist diese Inszenierung geradezu genial

Was überlebt diese unruhigen Zeiten
Gibt es etwas das stärker noch ist als
Die Gewalt der Geschichte kann ein
Nur Gefühl noch weiter tragen

Die großen existenziellen Fragen der
Menschheit werden hier im Kleinen
Mit genauer Beobachtung erzählt was
Eine echt historische Biographie wird 

Finden sich zwei noch bevor dann der
Gulasch Kommunismus in Budapest 
Dem Ostblock ein anderes Gesicht gab 
Als es die urdeutsche DDR je konnte 

Diese persönlichen Fragen neben dem
Dramatischen Weltgeschehen halten
Den Roman weiter spannend schaffen
Eine historisch persönliche Stimmung

Dies alles ohne jede Ironie sondern
Mit Respekt vor den großen Gefühlen
Die wichtiger scheinen als alle Politik
Die das weiterleben unmöglich machte

So kritisch und flach mir manches schien 
Wie hier auch die Beschreibung der
Onanie von Pistan oder die Mutter von
Matilda die schwanger werden wollte

Als ihr der angetraute Ehemann dies
Verweigert dessen besten Freund nur
Mit dem Pelz bekleidet aufsuchte warum
Ihr Mann ihr nie mehr etwas verweigerte 

So fein ironisch wird er überraschend hier
Bei dieser kleinen Ausführung zu den so
Starken jüdischen Frauen die noch immer
Bekommen was sie unbedingt wollen

jens tuengerthal 7.10.26