Mittwoch, 17. März 2021

Veilchenglück


Veilchenglück

Heute wieder mit Alphonse Karr
In der Reise um meinen Garten
Im nun XIV. Brief unterwegs zu
Neuen Horizonten gewesen die
Nachdem die Gartencenter für
Ungeduldige Gärtner wieder
Geöffnet haben hochaktuell für
Im Grünen engagierte Bürger sind
Auch wenn dies Glück wohl ein
Kurzzeitiges nur werden wird
Es geht um Veilchen mit denen er
Seinen ganzen Rasen mit allen
Bekannten Arten bestückt hat
Im Halbschatten beim Nussbaum
Diese Blume gilt als Symbol für
Unbezwingbare Leidenschaft auch
Wenn sie im deutschen den weniger
Ssinnlichen Namen Stiefmütterchen
In einer Sorte tragen sind sie etwas
Besonderes in ihrem Duft wie der
Pracht ihrer Farben etwa dem Lila
Das so die Bischöfe tragen dazu
Die Art wie ihr Duftstoff quasi
Unerreichbar eingekapselt ist was
Parfumeure lange zwang diesen
Durch eine florentinische Wurzel
Nur ungenügend zu ersetzen gibt
Dieser Blume etwas kostbares
Warum ein Strauß seltener Veilchen
Bei den Damen von Klasse stets sehr
Begehrt ist also für einen Verehrer
Erfolgversprechend sein könnte wie
Auch ein Freund von Karr hoffte
Der sich in eine kokette Dame von
Bezaubernder Schönheit verliebte
Die zwar verheiratet einem Flirt aber
Nicht abgeneigt schien warum er ihr
Einen Strauß sehr seltener Veilchen
Schicken ließ die zwar vielleicht
Nicht so ansehnlich waren wie
Die Blumen mit denen viele gern
Glänzen aber dafür besonders waren
Was die Damen von Klasse ohnehin
Dem vorziehen was alle trugen weil
Sie gerne besonders sein wollen wie
Karr fein beobachtend beschreibt mit
Tiefem Blick für das Wesen solcher
Frauen die Dame genug waren und so
Hoffte der Freund mit Sicherheit die
Von ihm angeschwärmte würde am
Abend wo sie sich auf einem Ball
Wiedersehen wollten als Zeichen
Ihrer Gunst für ihn seinen Strauß
Tragen aber fand sich sodann 
Nachdem er sie dort entdeckte
Bitter enttäuscht weil sie einen
Eher gewöhnlichen Strauß roter
Veilchen trug und so für ihn dem
Antrag eines anderen sichtbar folgte
Er ignorierte sie infolge und tanzte
Eher schlecht gelaunt nur einige Tänze
Wollte bald wieder verschwinden als
Der Mann seiner Verehrten ein wohl
Entfernt Bekannter ihn ansprach wie
Darauf drang er solle später mit ihnen
Eine gemeinsame Kutsche nehmen
Sogar bereit war früher mit ihm vom
Ball aufzubrechen weil es seine Frau
Auch wieder nach Hause zöge 
Warum Karrs Freund keine höfliche
Ausrede fand sich zu entwinden
Als sie dann zu dritt die wartende
Kutsche besteigen wollten musste
Der Gatte der Verehrten noch für
Einen kleinen Moment weg so dass
Die beiden einen Moment allein in
Der Kutsche waren worauf sie ihm
Unter dem Vorwurf er sei ungerecht
Wie undankbar eines seiner rosa
Veilchen zeigte um es noch vor
Der Rückkehr ihres Gatten in ihrem
Dekolleté verschwinden zu lassen
Sie trug seine Blume am Busen
Während der andere Strauß nur
Von einem Freund des Mannes war
Einem jener Männer von dem die
Frauen sagen sie seien bedeutungslos
Ihr Gatte den Strauß des Freundes
Aber schöner fand und darauf bestand
Dass sie ihn nehmen solle was die
Geschichte mit peinlichem Ergebnis
Für den Freund Karrs aufklärte dessen
Blume sie am Busen also Herz trug
Und so wird der Freund wohl einige
Mühe gehabt haben die enttäuschte
Dame wieder zu versöhnen aber diese
Kleine Geschichte um eine Blume
Verrät viel über Frauen wie sie uns
Männer lehrt nie auf den ersten Blick
Oder dem bloßen Anschein nach
Zu urteilen wenn wir lieber unserem
Gefühl vertrauen würden auch wenn
Der erste Blick dagegen spricht
Bringt uns dies oft näher als alle
Stolzen Gedanken danach wie
Wunderbar ist eine Welt in der
Eine Dame ihrem Kavalier zeigt
Sie trug ihn wirklich am Busen
Was Frau wirklich will und meint
Erfahren wir oft erst viel später
Erschließt sich der Vernunft nicht
Ist vielfach auch das Gegenteil
Dessen was es scheint sie wird
Uns ihre Gunst zeigen wenn es
Passt jenseits aller Erwartung
So verkehrt sich manches was
Völlig unmöglich schien auch
Immer wieder mal ins Gegenteil
Hier gelassen abzuwarten statt
Etwas erzwingen zu wollen ist
Wohl die hohe Kunst die ich wie
Der Freund von Karr nur beherrsche
Wenn ich völlig absichtslos bin
Was das überraschendste Glück
Häufiger schenkte als mein Wille
Der auch mit bester Absicht oft
Eher behinderte als näher brachte
Der Blick in den Garten hat mich
So ein Stück über mich aufgeklärt
Um so weniger wir wollen desto
Spannender scheinen wir für Frau
Während Stolz und Absicht meist
Die sichersten Hindernisse sind
Auf dem Weg zum Herzen der
Begehrten der wir besser lauschen
Um sie kommen zu lassen was
Vielversprechender fast immer ist
Natürlich will Frau erobert werden
Zumindest sich begehrt fühlen aber
Wer das offensichtlich tut ist damit
Selten noch spannend dagegen
Wer auf ihre Avancen reagiert ein
Erfolg und Sieg der sie beglückt
Narr wer ihr diese Chance raubt
So machte der Freund wohl einen
Fehler auf dem Ball doch hat dieser
Sie zu einer Offenbarung gebracht
Welche die erotische Spannung so
Sehr erhöhte dass dies den Ball
Mit schlechter Laune sinnlich aufwog
Was zeigt wie verdreht manches
In der Gegenwart von Damen ist
Zumindest Wesen von beschränktem
Verstand wie mir scheinen kann
Warum ich es völlig aufgab darauf
Zu hoffen Frau je zu verstehen
Wo ich sie für Momente glücklich
Machen kann ist es Glück genug
Wozu Gedanken über Veilchen
Im Garten von Karr mich führten
Ist ein Stück Gelassenheit die
Nichts mehr erreichen will sondern
Genießt was kommt und sich zeigt
Wie es der Gärtner auch tut nur ist
Gartenarbeit der Dichter die Minne

jens tuengerthal 17.3.21

Büchertod


Büchertod

Las gerade ein Buch zu Ende
Bei dem die Erzählerin vom Tod
Ihres Vaters in der Leihbibliothek
Die er im Ort leitete beim Auspacken
Der Bücher die er nach gusto aussuchte
Im vollkommenen Glück des Büchernarren
Ganz seiner Bücherleidenschaft hingegeben
Als er mit seinem Holzbein zu schnell zum
Telefon stürzen wollte die Kisten umriss
Welche ihn erschlugen auf der letzten Seite
Erzählt und dachte dies Ende ist wunderbar
Unter Büchern begraben für die er lebend
Alles tat sogar stehlen und lügen war das
Einem Sammler angemessene Ende
Liege vor der Anderen Bibliothek die
Sich neben mir im Regal auftürmt
Der meist liebsten Lektüre und denke
Unter ihnen begraben zu werden
Wäre nicht das schlimmste Ende
Auch wenn es eher unwahrscheinlich
Kaum zur freien Wahl stehen wird
Machte dies Unglück zutiefst zufrieden
Besürzte nicht sondern ließ mich lächeln
Manches Ende passt zum Leben
Auch wenn dann alles egal ist
Weil nichts von uns bleibt kann
Der passende Abgang dem Stück
Was wir alle hier spielen noch die
Krone der Vollendung aufsetzen
Denke ich und lächle die Bücher
Im leicht zu mir geneigten Regal
Glücklich und zufrieden an

jens tuengerthal 17.3.21

Coronasophie XXXII


Strategiereflexe

Politik wenn sie gut ist plant langfristig
Verwaltet strategisch statt reflexartig
Damit die Verwaltung berechenbar bleibt
Für Zuverlässigkeit mehr sorgt als jedem
Populären Knochen hinterher zu laufen
Wie es in Demokratien gern geschieht
Daran gemessen ist die Politik der Länder
Zu Corona gerade schlecht und kurzsichtig
Öffnung um jeden Preis vor Sicherheit
Zeigt keine Strategie sondern blinde
Reflexe die zur Kehrtwende zwingen
Sobald die Zustände sich ändern was
Bei einer Pandemie ständig erfolgt
Der Gegensatz von Strategie und Reflex
Ist es der Größe ausmacht die sich
Trotz ständig nötiger Anpassung einer
Langfristigen Strategie verpflichtet die
Einer berechenbaren Grundlage folgt
Wie sie das Kanzleramt uns zeigt was
Seit Beginn dieselbe Linie vertritt die
Wo konsequent angewandt wie etwa in
Neuseeland wirklich erfolgreich war
Auch hier zu klarer Eindämmung führte
Wie wir letzten Frühling erleben durfen
Während das Wechselspiel der Länder
Von Öffnung zu großer Strenge logisch
Zweifel bei vielen weckte die nicht mehr
Wussten was wann richtig wäre aber
Alles so gut wie möglich machen wollten
Dennoch zur Gewohnheit tendierten was
Nur allzu menschlich ist aber keinerlei
Langfristige Strategie mehr trägt eben
Reflex auf die konkrete Situation ist
Politik als Leitung der Verwaltung sollte
Deren Beständigkeit garantieren um
Langfristig glaubwürdig auch zu sein
Da haben einige Länder zu lernen
Es geht bei einer Strategie in einer Krise
Darum Klarheit wie eine dauerhafte
Perspektive zu schaffen die nicht erst
Als Reflex wieder zurückrudert wie nun
Erwartbar einige Länder schon bald
Weil kommt was genau so angekündigt
Ob von Politikern regierte Länder im
Wahljahr die in Konkurrenz stehen
Dies erkennen wollen oder nicht
Eine Pandemie den Regeln allein
Der Wissenschaft folgt und nur so
Auch berechenbar sein kann während
Eine Veränderung der Zahlen zur
Potenzierung des Ergebnisses führt
Auf das dann im Reflex reagiert wird
Weil etwas getan werden muss statt
Einer vernünftigen Strategie zu folgen
Wie sie Merkel von Beginn an ausgab
Die Situation wäre längst eine andere
Hätte das Land strategisch gehandelt
Statt nur parteipolitisch reflexhaft
Die große Mehrheit ginge da mit
Politik ist wie ein Schachspiel
Zwar gibt es unerwartete Züge
Aber ohne Strategie ist es verloren
Warum es nach vielen falschen
Reflexen Zeit für eine Strategin ist
Die immer reflektiert handelte ohne
Sich noch profilieren zu müssen
Wir wären die Krise bald los ob aber
Die Demokratie das jemals kann
Scheint eher zweifelhaft noch

jens tuengerthal 17.3.21

Dienstag, 16. März 2021

Liebesspiegel


Liebesspiegel

Liebe spiegelt unser Sein wie
Den Weg in dem sie kommt
Über ihre ganze Geschichte

Manche kommt überraschend
Wie ein plötzliches Unwetter
Das alles um uns erschüttert

Andere wächst ganz langsam
Aber kommt um zu bleiben
Ist irgendwann einfach da

Wo die Liebe richtig knallt
Alles erschütternd auftaucht
Knallt es auch häufig heftig

Was überraschend kommt
Verschwindet genauso wieder
Was völlig fassungslos macht

Wer sich ganz langsam fand
Weiß was es miteinander ist
Erlebt keine Überraschungen

Mag die ruhige Liebe lieber
Ohne stetes auf und ab wie
Es große Leidenschaft bringt

Was verlässlich ist tut gut
Während dauernder Wechsel
Viel zu viel Kraft immer kostet

Den zuverlässig besten Sex
Wie das intensivste Erleben
Gab es mit ruhigem Vertrauen

Suche darum nichts mehr
Warte ab was bleibt um zu
Genießen was ein Genuss

jens tuengerthal 16.3.21

Impfstopp


Impfstopp

Über den Impfstopp wird viel geredet
Auch viel Unsinn wie so oft derzeit
Sogar von eigentlich kompetenter Stelle
Die Politik ist reichlich genervt von der
Schon wieder Verzögerung aber warum
Frage ich mich der Wissenschaft vertraut
Wenn plötzlich überdurchschnittlich viele
Hirnvenenthrombosen auftreten ist es
Ein gutes Signal den Prozess anzuhalten
Um zu prüfen ob es einen Zusammenhang
Zur Impfung geben kann um einen Fall
Wie bei Contergan zu verhindern was
Nichts mit dem Thromboserisiko bei
Einnahme der Pille zu tun hat die
Andere Fälle betrifft und freiwillig
Als Verhütungsmittel genommen wird
Was eigentlich schlimm genug ist
Wenn die Politik hier schnell reagiert
Wie der Expertise von Fachleuten
Vertraut ist dies gut so und schafft
Vertrauen für Impfungen in Zukunft
Mit wohl weniger AstraZeneca was
Deren Lieferschwierigkeiten entspricht
Der Impfstopp für einen Impfstoff ist
Kein Drama sondern schafft Vertrauen
Wer nun anderes schwätzt sollte über
Die Konsequenzen vorher nachdenken
Ein staatliches Institut prüft aufmerksam
Die Verträglichkeit eines Impfstoffs
Wo es Probleme gibt rät es zum Stopp
Der Staat reagiert sofort und das ist
Auch gut so wer wollte es anders
Natürlich verzögert das alles etwas
Aber wenn es Leben rettet und nötig ist
Ist es gut so also freue ich mich doch
Lieber über einen aufmerksamen Staat
Wie den zuständigen Minister statt sich
Über mehr Sicherheit zu ärgern die
Das Vertrauen in die Impfung stärkt
Normalität wird noch lange dauern

jens tuengerthal 16.2.21


Literanetze


Literanetze

Liebe es wenn meine Literatouren
Netze zwischen Welten spannen
Die sich ergänzen um so zu einer
Eigenen literarischen Welt zu werden
Die Geist und Erinnerung verbinden
Was jede weitere Lektüre zu einem
Stück Aufklärung macht die geistig
Weiterträgt und mein Netz noch
Engmaschiger macht in dem ich
Immer neue Verbindungen finde
Während ich zwischen Büchern wie
Zeiten frei springe um zu verstehen
Was unsere Welt zusammenhält
Dem faustischen Streben literarisch
Durch die Epochen gerne folgend
Heute spannte es sich von Humboldt
Dessen viel bewegten Leben ich folgte
Wie es Frank Holl mit vielen Zitaten
Sehr anschaulich beschreibt bis er
Mit Georg Forster zur Reise aufbricht
Warum ich nach der Biografie zu den
Ansichten vom Niederrhein griff dort
Ein wenig las was Forster über Aachen
Schreibt während Holl schon beschrieb
Wie der junge Alexander in London
Depressive Zustände bekommt trotz
Vieler spannender Kontakte dort was
Zum grünen Fürst von Pückler-Muskau
Als nächstes greifen ließ der gerade
Auf der Suche nach einer reichen Braut
In dem Band Glücksritter von Peter James
Bowmann durch England reist und mehr
Freude an den Studien der dort Parks
Als an der Frauensuche hat die er als
Lästige nötige Pflicht nur absolviert
Um dann wieder zum Ehepaar Gondela
Zu springen die in Braunschweig weilen
Auf die Reparatur ihrer Kutsche wartend
Den dortigen gerade Markt besuchen der
Viel kleiner als der Bremer Freimarkt sei
Aber erstaunlich viele Waren bietet wie
Senator Gondela neidlos feststellt um
Das französische Theater zu loben aber
Über die Restaurants wie die etwas
Mühsame Eroberung eines Tisches dort
Zu lästern und wer wollte schon nach
Braunschweig aber die allte Kaiserstadt
Lag gut an Handelsrouten und war so
Um 1800 bedeutender als Hannover
Was bis heute eine gerne Konkurrenz
Der Niedersachsen noch ist die im
Fußball mit großer Antipathie ausgetragen
In welcher Liga wer auch immer weilt
Bei der Reise ins Paradies noch keine
Rolle spielt doch bildet sich aus den
Verschiedenen Blickwinkeln auf die
Welt und das in ihr unterwegs sein
Ein eigenes neues Bild der Zeit die
Zwischen französischer Revolution und
Beginnender Industrialisierung zu neuen
Ufern aufbricht und wie die Menschen
Sie wahrnehmen es knüpft an viele
Vorige Lektüre an die das ganze zu
Einem Portrait einer Epoche im Umbruch
Machen und die Zeit verstehen lassen
In der Bürger wie Forster Humboldt oder
Goethe fasziniert nach Frankreich schauen
Während England reich an Kolonien
Sich auf die Wirtschaft konzentriert eine
Industrie für die Zukunft aufbaut die
Denker wie Adam Smith vordachten
Die zu großer Ungleichheit führte weil
Einige sehr reich wurden während viele
Für viel zu wenig schuften mussten
Dachten in Deutschland Kant und der
Physikerphilosoph Lichtenberg in Göttingen
Wo die Humboldt Brüder zuerst studieren
In Erinnerung auch die Enzyklopädisten
Welche das Wissen zur Freiheit sammelten
Ungefähr 50 Jahre aber zuvor westlicher
Was die Jesuiten noch verhindern wollten
Die schon die Folgen richtig voraussahen
Und so bin ich lesend stets ein Wanderer
Zwischen den Welten die sich zu einem
Netz in mir immer mehr verbinden was
Die Zusammenhänge verständlich macht
Wie bei der Lektüre von Montaigne stets
Der Lukrez im Hinterkopf ist der damit
Das große humanistische Netzwerk spannt
In dem auch König Henri IV. den Michel
Wie seine Vorgänger beriet wie mit ihm
Die Hugenotten und ihre Geschichte
Bis zur Vertreibung durch Ludwig XIV.
Die dank des Großen Kurfürsten die
Basis für das später starke Preußen mit
Französischer Raffinesse in sandig
Märkischer Provinz legten die Familie
Eines Fontane in die Mark brachte
Wo er der große Wanderer wurde
So verbinden sich in meinem Kopf
Gedanken und Erinnerungen an die
Lektüre zu jenem Netz das leicht
Zwischen den Zeiten springen lässt
Den Verlauf der Geschichte in einen
Zusammenhang stellt der Heimat wird
Als Mensch der dort gerne wandert
Wie die Welt verstehen will mit dem
Wenigen was ich wissen kann oder
Ahne und wenn auch vieles noch
Spekulation bleibt auch etwa der
Tatsächliche Hintergrund der alten
Schöpfungsgeschichten ist es spannend
Zu Joseph und seine Brüder auch den
Gilgamesch Epos im Hinterkopf zu haben
Und so hängt eines am anderen wie die
Bücher einer Bibliothek nebeneinander
Stehen und erst verbunden ein Netzwerk
Im Kopf der Leser bilden das die Welt
Uns mit jeder Lektüre neu beleuchtet
Weil wir in der Tiefe lesend verstehen
Es Teil unserer geistigen Welt wird
Was in Raum und Zeit surfen lässt
Ohne Tempo oder Ort zu wechseln

jens tuengerthal 16.3.21

Rassismusnormalität


Rassismusnormalität

Mit Deb Haarland wurde die erste
Ureinwohnerin der USA Ministerin
Las ich im Deutschlandfunk gerade
Noch dazu als Innenministerin auch
Für Angelegenheiten der Ureinwohner
Zuständig also das was früher Indianer
Wie Reservate hieß was heute zurecht
Als rassistischer Terminologie gilt die
Minderheiten unterdrückt wobei wohl
Die Frage warum Ureinwohner zur
Rassisch unterschiedenen Minderheit
Werden konnten vieles offenbart wie
Die Betonung ihrer Herkunft vom
Stamm der Laguna Pueblo eine Form
Der rassischen Unterscheidung ist
Die solange sie uns nötig erscheint
Vor allem zeigt wie fern uns eine
Gesellschaft ohne Rassismus bleibt
Was an Umdenken noch nötig ist
Wieviel mehr Sensibilität nötig wird
Weil uns nicht mehr bewusst ist
Was natürliche Unterscheidung noch
Sein kann die Identität begründet
Wo sie ins rassistische schon kippt
Welche Muster andere verletzen
Die im eigenen Denken noch fest
Verwurzelt ohne jede böse Absicht
Da wird manchmal übertrieben wohl
Es dauern bis zur normalen Balance
Aber es ist ein guter nötiger Weg
Der eigene Grenzen auch aufzeigt
Die erst die Zeit mit uns überwindet
Wenn endlich normal ist was heute
Noch einer Meldung wert ist weil
Einzelne zählen nicht Rassen die
Eine rassistische Erfindung sind
Welche es zu überwinden gilt um
Frei miteinander zu leben

jens tuengerthal 16.3.21

Montag, 15. März 2021

Liebeserfüllung


Liebeserfüllung

Genieße den knackenden Kamin
Der flackert als wäre er echt und
Nicht nur elektrisch betrieben
Trinke warmen feinen Tee dazu
Glücklich mit meinen Büchern
Zufrieden auf dem Diwan liegend
Lesend dichtend unaufgeregt
Denke ich wie gut alles ist
Wie in der besten aller Welten
Im Leben schön für sich ohne
Spannungsreichen Traum von
Einer Beziehung die immer nur
Auf und ab sicher bietet aber
Nie soviel ruhige Kontinuität
Wie eine Bibliothek die alles
Bietet was Leben schön macht
Dazu Gelassenheit schenkt wie
Momente hingebungsvoller Liebe
Zu Büchern wie Geschichten
Manchmal auch Leidenschaft
Freue mich aufs Lesen die
Treueste Liebe meines Lebens
Es mit einer Liebsten ohne
Jede Aufregung zu teilen ist
Sicher der schönste Traum
Doch steht das Risiko dabei
Opfer der Leidenschaft zu
Werden in keinem Verhältnis
Zum summarischen Gewinn
Was Kants freies Leben immer
Erstrebenswerter mir macht
Es kommt erwartungsgemäß
Muss keiner anderen genügen
Ist mit sich völlig zufrieden
Gelegentliche Zärtlichkeiten
Finden sich schon wie alles
Übrige sonst zwischen Seiten
Ein glückliches Leben bleibt
Zwischen Seiten gebunden
Alles übrige ist vergänglich
Wie die männliche Potenz
Setze lieber auf bleibende Werte
Restliches Leben zu genießen

jens tuengerthal 15.3.21

Naturstaunen


Naturstaunen

Bei der Lektüre Alexander von Humboldts
Über sein offenes Staunen über die Wunder
Der Natur mich gefreut wie er ganz offen sich
An der Vielfalt erfreut und wie wenig wir noch
Von ihr wissen was es dort im Kleinen zu
Entdecken alles gibt während er gerade
Vom Sammeln von Wurzeln und Flechten
Wie Moosen aus dem Tiergarten kommend
An einen Freund schrieb und wie er auch
Selbst lange die Botanik langweilig fand
Solange sie nur theoretisch gelernt statt
In der Natur deren große Vielfalt erkundet
Die ihn plötzlich begeisterte wie auch
Bescheiden machte und hoffnungsvoll
Wenn er schreibt wie wenig wir bisher
Von ihrer vielfältigen Wirkung wie ihrem
Blick für das große Ganze erkannten
So wird früh schon sein Blick für die
Ökologie wie ihr Zusammenspiel geweckt
Was ihn später auf seinen Reisen auch
Fehler und Ausbeutung erkennen lässt
Die er im Bergbau für frevelhaft hält
Wie Brandrodung kritisiert die Urwald
Als Lebensraum und Ökosystem zerstört
Schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts
Weil er den staunenden Blick für alles
Behielt statt Teile herauszunehmen
Die gerade genutzt werden sollen
Wie wir es heute noch mit Öl tun
Wie Kohle deren Verbrennung unseren
Gut ausgewogenen Lebensraum aus
Dem Gleichgewicht gebracht hat
Die wir schnell überwinden müssen
In dieser Freude am Kleinen wie dem
Aufmerksamen Blick für Zusammenhänge
Liegt seine bleibende Bedeutung denke ich
Zu erkennen wie großartig die Natur ist
Wie sie in allem zusammenspielt wo
Der Mensch es nicht stört beruhigend
Nur sie wird auch uns überleben um
Neues hervorzubringen wenn wir den
Eigenen Lebensraum zerstörten wie
Natur längst wo nicht zurückgehalten
Verlassene Siedlungen wieder erobert
Dieses Staunen behalten um sich in
Mehr Bescheidenheit zu üben ist ein
Großes Glück wie Aufgabe für die
Zukunft in der wir wieder lernen dürfen
Mehr zu genießen was ist statt etwas
Erobern zu wollen weil die Zeit der
Eroberungen vorbei ist wenn wir alle
Gut überleben wollen und dazu so
Handeln wollen dass unser Handeln
Niemand anderem schadet oder wie
Kant es abstrakter ausdrückte es zum
Gesetz für jedermann machen könnten
Was Greta Thunberg beeindruckend
Als junge Frau konsequent vorlebte
Die in kein Flugzeug stieg aus Prinzip
Oder wie Peter Wohlleben uns lehrte
Wie sehr wir den Wäldern schaden
Wenn wir nur fremde Sporen vom
Einen zum anderen Kontinent tragen
Warum wer irgendwo Urwald besucht
Vielfältig der Natur schadet nicht nur
Durch die Reise auch durch da sein
Was wieder zu Humboldt führt der
Dies miteinander erstmals dachte
Auch wenn er ahnungslos darob noch
Durch die Welt reiste allerdings dabei
So langsam dass er wenig schadete
Mit dem Segelboot noch oder mit
Pferd und Wagen wogegen keiner
Ökologisch etwas haben muss doch
Zum Staunen über die Natur genügt es
In den nächsten Wald zu gehen um
Sich an Moos und Flechten zu freuen
Sogar der Tiergarten wäre schön genug
Die Wunder zu bestaunen ohne dabei
Die Natur aus dem Gleichgewicht zu
Bringen denke ich lächelnd und so
Bringt der Weltreisende Humboldt
Das Gute nah liegende uns nah
Öffnet den Blick für Zusammenhänge
Wir müssen nirgendwo hin um das
Wunder der Natur zu genießen
Wie den Zusammenhang zu erfahren
Dies große Glück zu genießen
Ein Kant sah nichts von der Welt
Aber erkannte besser als alle
Was sie im Kern zusammenhält wie
Sich frei und glücklich leben lässt
Was ihn mit Humboldt und Montaigne
Geistig auch vereint ihn mir so
Naheliegend innerlich macht

jens tuengerthal 15.3.21

Notbremsennot


Notbremsennot

Die dritte Welle Corona ist da
Überall steigen die Zahlen nun
Dafür wurde eine Notbremse
Zwischen Bund und Ländern
Ausgehandelt die gelten soll
Wenn die Inzidenz steigt soweit
So logisch und einfach leider
Nur halten sich die Länder
Nicht an die Verabredungen
Lassen die Kreise auslegen
Wann welcher Lockdown gilt
Womit der Plan hinfällig ist
Eine Bremse die nicht bremst
Taugt nichts und kann weg
Es braucht keine Vereinbarung
Wenn keiner sich daran hält
Insofern dies Handeln Leben
Gefährdet ist es notwendig
Dass der Bund handelt jenes
Föderale Kasperletheater endlich
Beendet weil die Länder deutlich
Nicht fähig sind das Problem
Angemessen zu lösen wie wir
Zum wiederholten mal sehen
Wer weiter verantwortungslosen
Stellen Verantwortung gibt handelt
Mindestens grob fahrlässig was
Die Kanzlerin nicht zulassen sollte
Ersparen wir uns weitere unsinnige
Konferenzen von Bund und Ländern
In der Pandemie muss nun endlich
Konsequent und klar gehandelt werden
Der Schutz des Rechtsgut Leben steht
Über dem Föderalismus als einer bloß
Funktionalen Ordnung des Staates die
Durch Konkurrenz nur Unheil stiftet
Für eine weltweite Pandemie wie ihre
Bekämpfung ist der Bund allein zuständig
Sollte dies striitig sein ist zumindest seit
Einem Jahr der Nachweis für die lokale
Unfähigkeit der Länder erbracht worden
Leben hat hier Vorrang vor politischer
Konkurrenz und es muss gehandelt
Werden um schlimmeres zu vermeiden
Die Entwicklung kommt wie angekündigt
Der Fehler ist bekannt und wird wiederholt
Als hätten wir nicht ein Jahr Erfahrung
Im Umgang mit der Pandemie gemacht
Beenden wir es sofort und lassen die
Kanzlerin durch die Krise führen
Die kann es wie bereits bewiesen
Lag mit allen Ankündigungen richtig
Wären wir ihr gefolgt hätten wir keine
Dritte Welle in diesem Ausmaß
Vor allem konkurriert sie mit niemand
Tritt nach den Wahlen ohnehin ab
Lassen wir bis zum Ende der Krise
Das Kanzleramt im Notstand regieren
Damit das Theater ein Ende findet
Was schon zu viele Leben kostete
Es geht um keine Diktatur auf Zeit
Sondern eine effektive Verwaltung
Die einheitliche Regelungen umsetzt
Was nach aktueller Aussetzung eines
Impfstoffes dringend nötig ist weil es
Den Prozess noch weiter verzögert
Lasst es endlich Mutti allein machen
Sie kann es und weiss was nötig ist
Die Notbremse die es jetzt braucht
Muss der Bund alleine ziehen damit
Endlich konsequent bekämpft wird
Es braucht keine weiteren Beweise
Regionaler Inkompetenz mehr
Jeder Tag kostet mehr Leben
Lernen wir von Neuseeland die
Den Virus erfolgreich besiegten
Politik ist nur Verwaltung und die
Soll funktionieren statt sich noch
Selbst ständig zu profilieren
Es gibt eine einfache Lösung
Nutzen wir sie retten wir Leben

jens tuengerthal 15.3.21

Liebesheimat


Liebesheimat

Liebe ist Heimat um anzukommen
Miteinander wie beieinander endet
Liebend jede Suche für immer um
Da zu sein als gekommen um zu
Bleiben träumen wir uns gefühlvoll
Was selten je Realität wird außer
In Momenten nach der Lust doch
Ist die erfüllt zufriedene Sehnsucht
Keine mehr warum fraglich ist ob
Sie je glücklich machen kann aber
Zumindest beschäftigt die Suche
Danach uns ein Leben lang noch
Außer wir bleiben da wo wir einst
Ankamen glücklich zufrieden nur
Wer kann das ein Leben lang
Dazu noch zusammen als Paar
Mit unendlich vielen Gründen
Des Scheiterns wie der Ablenkung
Denke ich und wundere mich warum
Wir so etwas unwahrscheinliches
Als Ideal noch haben statt mit dem
Möglichen so glücklich wie möglich
Zu kommen um zu bleiben lieber uns
Lebenskürzlich zu vegnügen aber
Weiß es gibt nie eine Antwort mehr
So ist die Liebe eine Heimat die
Zeitweise schönstes schenkt
Aber keine Antwort kennt auf
Die ewigen Fragen nach dem
Grund wie was oder warum

jens tuengerthal 15.3.21

Sonntag, 14. März 2021

Wahllau


Wahllau

Das Ergebnis der Wahlen heute fiel
Relativ erwartungsgemäß aus was
Wenig für das Land verrät aber zeigt
Die Zeit der Experimente endet wie
Bestechung kostet etwas Stimmen
Die Verluste sind weder so drastisch
Dass es ein klares Signal wäre noch
Unbedeutend genug sie zu ignorieren
Die Linke genannten Erben der SED
Haben im Westen keine Heimat der
Rechte Rand bröckelt langsam die
FDP profitiert von der Schwäche
Der CDU zumindest ein wenig
Die Grünen werden noch stärker
Keine Revolution eher ein lauer Wind
Weht nun Richtung Bundestagswahl
Die CDU hat nun etwas zu tun um
Das Verdienst von Merkel als die
Regierungspartei zu verteidigen
Wieder Vertrauen zu gewinnen
Die Grünen müssen sich großen
Aufgaben künftig stellen um so
Bundesweit mehrheitsfähig zu sein
Was die Republik verändern könnte
Aber eine Kretschmann Mehrheit
Ist noch keine im ganzen Land
Es lässt sich vieles dazu sagen
Aber auch das Gegenteil wohl
Also lasse ich es dahinstehen
Froh in keiner Partei zu sein
Lauer Wind ist angenehm
Es gewinnt wer die Mehrheit
In der Mitte erobern kann was
Dem Land besser tut als alle
Radikalen Ränder die aber
Trotz Krise nur verloren
Was beruhigend ist

jens tuengerthal 14.3.21

Literatürenheimat


Literatürenheimat

Bei guten Büchern fühle ich mich zuhause
Sie sind seit meiner Kindheit mir Heimat
Der ich als Kind schon häufig umzog
Mit den Eltern wie später auch seltsam
Genug alleine noch einige male auch
Wenn für Bücherliebhaber Sesshaftigkeit
Ein ganz natürliches Bedürfnis eher ist
Fand ich jede Ortsveränderung eher
Befremdlich denn erstrebenswert auch
Weil meine Bibliothek meine Heimat ist
Sie mir überall anders fehlte und damit
Der Bezug zu meinen geistigen Wurzeln
Von denen aus ich die Welt erst sah was
Vermutlich nie versteht wer Bücher nur liest
Während ich mit diesen Leben teile
Sie wie eine Partnerin meine Gedanken
Wie Gefühle intensiv mitbestimmen je
Nach gewählter Lektüre näher kommen
Als die meisten Frauen mir je waren 
Egal ob es dabei Sex gab lasse ich die
Bücher tief in mich hinein warum auch
Das Zusammenspiel von gutem Buch
Nach Inhalt wie Form mir wichtig ist
Gehe nicht mit hässlichen Bänden ins
Bett sondern achte auf ein gepflegtes
Äußeres mich wohl zu fühlen warum
Es nahezu nur gebundene Bücher gibt
So kaufe ich meine Jeans bei Aldi aber
Die Bücher als edle Delikatessen gern
Im dafür Feinkostgeschäft immer nach
Verlagen und Ausgaben und möchte
Ein gutes Gefühl in der Hand haben
Natürlich ist auch der Inhalt wichtig
Gute Literatur ist zentral für schlechte
Nehme ich mir keine Zeit solange ich
Bessere Bücher um mich habe denn
Wer Bücher liebt weiss auch das
Haptische Erlebnis der Berührung
Als sinnliche Erfahrung zu schätzen
So ähnelt die Lektüre dem Sex der
Wo er gut ist tief Innen berührt ein
Weiterwirkendes Beben auszulösen
Was bleibende Verbindung schafft
In dieser tief sinnlichen Beziehung
Lebe ich mit guten Büchern woran
Wenig anderes je reichen kann so
Ist gute Literatur in schönen Büchern
Die Tür zu der Heimat in der ich mich
Ganz gehen lassen kann um so alles
Nur denkbare zu genießen also Glück
Warum ich in einer kleinen staubigen
Bibliothek glücklich leben kann
Es ist wohl Liebe zur Heimat

jens tuengerthal 14.3.21