Freitag, 21. November 2025

Flaneurliebe

Flaneurliebe

Wie liebt der Flaneur
Der sich lieber in Ruhe
Treiben lässt statt einem
Festem Ziel zu folgen

Flaniert und schaut was
Dabei passiert was wohl
Die wenigsten Frauen mit
Männlicher Entschiedenheit

Verbinden muss doch der
Flaneur nicht mal wissen
Was er unbedingt will weil 
Es ihm einfach so geschieht

Der Genuss für ihn zuerst
In der Beobachtung liegt
Könnte es so schwierig werden
Wie Franz Hessel es beschreibt

Besonders weil Frau so gerne
Unbedingt gewollt werden will 
Was dem Flaneur theoretisch
Eher fern liegt zum Glück hilft

Die Natur im Bündnis mit dem
Trieb beiden auf die Sprünge
Warum sich manche Frage
In der Liebespraxis nie stellt 

Aber willenlos lieben um sich
Treiben zu lassen klingt im
Strom der Zeit eher schwierig
Lassen wir es laufen damit die 
Liebe macht was sie will

jens tuengerthal 21.11.25

Lektürentagebuch 21.11.25

Lektürentagebuch 21.11.25

Zum Geburtstag von Franz Hessel 
Den Meister zarter Prosa bei der
Suche nach Frauen in München in
Laura Wunderl im 1. Kapitel begleitet

Wie der Protagonist und Ich-Erzähler
Als junger Student von anderen dort 
Aufgefordert wurde den Mädchen 
Nachzugehen das gehöre sich so

Einer erzählt eine Geschichte von
Der Garderobe wo er mit einer ganz
Süßen anstand und gefragt wurde
Ob sie zusammengehörten also

Die Mäntel auf einen Haken könnten 
Er leider verneint habe und sie dann 
Nie wieder gesehen habe warum er
Nun doch lieber ein Mädchen habe

Ein anderer übernimmt gleich noch
Die Initiative mit einer ganz jungen 
Schneiderin mit der er ihn verkuppeln
Will und wie sie diese dann abholen

Der Abend wird lang aber es passiert
Nichts doch beim nächsten Versuch 
Als er die beiden zusammen aufs 
Sofa setzte kam sie mit zu ihm

Dezent beschreibt Hessel wie sie
Schließlich im Bett landen die Süße
Neben ihm mit wirrem Haar und
Offenem Mund neben ihm schlief

Am Morgen war sie schon vor ihm auf
Schnell im Bad und verschwand dann 
Im Bad um noch vor dem Kaffee zu
Verschwinden er sah sie nie wieder 

Schließlich im Regen unterwegs dreht
Der Wind seinen Schirm um da lächelt
Ihn ein ganz süßes Mädchen an und
Er fragt ob sie nicht mit unter seinen

Schirm wolle und oh Wunder sie 
Wollte gerne und kam mit ihm mit
Ging mit ihm ins Café wo sie sich
Über andere aufgetakelte Damen

Dort lustig machte die neidisch doch 
Alle wären weil sie einen hätte und
Die anderen nicht und nahm ihn dann
Auf langem Spaziergang mit zu sich 

Dort öffnete ihnen eine alte Dame
Mit der sie erstmal ihr Zimmer noch
Aufräumen musste um ihn dann mit 
Den Worten gefällt es dir hier bei der 

Laura Wunderl in ihr ländliches
Zimmer zu ziehen das noch so
Unaufgeräumt wie vorher war
Aber ihm ganz wunderbar gefiel

Sie stand vor ihm und auf dem Hemd 
Das sie trug waren ein T und ein W
Eingestickt das sei von ihrer Mutter
Die Therese hieß und ihm gefiel es

Sie hatte ihr Haar schon geöffnet
Er küsste die Buchstaben was ihr
Gut gefiel die ihm auch ein Hemd gab
Zwischendurch tranken sie noch Milch 

Beim Abschied hatte sie Tränen in
Den Augen und als er fragte was wäre
Meinte sie dass sei schwer zu sagen
Aber lachte dann wieder fröhlich

Zuhause lag er lange noch wach
Von der Aufregung des Abends
Zum Abschied hatte er ihr noch
Einen Taler gegeben für alles 

Sie würde wohl gestern einen 
Anderen gehabt haben und morgen
Wieder einen anderen so eine könnte
Er doch nicht lieben dachte er

Mitleid aber hatte er auch keins
Mit ihr gehabt und nahm sich lieber
Vor sie und solche nicht mehr
Wiederzusehen so endet das Kapitel

Wunderbar fein beschreibt Hessel
Diese Begegnungen wie auch die
Verabredungen zum Sex dabei ohne
Alle Details und doch sinnlich

Absichtslos wie der Flaneur es ist
Geriet er an seine Frauen als doch
Nur Student und nahm es wie es
Eben kam und ging genoss nur

So gibt diese Erzählung noch aus
Studententagen bei der die Grenze
Vom Flirt zu Prostitution verschwamm
Ein Bild des Beobachters im Leben

Bedenken wir dabei dass Hessel in
Studententagen noch mit der 
Berühmten Franziska von Reventlow
Zusammenlebte ist es noch lustiger

Ein Mensch der keine Absicht hat
Die Dinge einfach geschehen ließ 
Zu genießen weiß was sich ergibt
Statt zielgerichtet eine Frau zu wollen

Im zweiten Kapitel dann schicken ihn
Die Freunde zum Karneval wo er sich 
Im Stachus langweilt und gerade weg
Will als ihn ein Domino anspricht

Ob er es auch so langweilig fände 
Worauf er entgegnet nun nicht mehr
Sie tanzen zusammen mit Freude
Landen schließlich in einer Loge

Dort trinken sie einen schrecklichen
Asti Spumante und schließlich küsst 
Ihn Nina die Italienerin ist sogar als
Ihr sein Kuss zu schüchtern war 

Er bringt sie fast bis nach Hause
Dann verabschieden sie sich mit
Einem Kuss in den er nun all seine 
Leidenschaft hineinlegt was wirkt

Sie verabreden sich für morgen
Er holt sie an der Handelsschule ab
Sie kommt mit zu ihm wo sie kräftig
Noch einheizt vor dem ausziehen

Dann erzählt sie ihm ihre Geschichte
Wie sie verheiratet werden sollte aber
Ihr Bruder der sie selbst wollte den 
Bewerber einen Kaufmann verjagte

Wie dieser dem reichen Mann noch
Einen goldenen Knopf vom Frack
Schnitt den er bei Jacob verkaufte
Für den Taler Blumen für sie kaufen

Dann überredete der Bruder sie mit
Zu Jacob zu kommen der funkelnde
Edelsteine hätte und wie dieser ihr 
Wenn sie wieder käme auch einen 

Solchen versprach und wie er dann
Erst sehr lieb war mit dem Kopf in
Ihrem Schoß sogar lag ihr aber dann
Später doch dabei sehr weh tat

Wie sie im Bett danach weinte aber
Dennoch immer wieder hinging um
Schmuck und Edelsteine zu kriegen
Wie sie von da einer nach München

Schließlich mitnahm der versprach
Sie zu heiraten wenn sie nur die
Handelsschule erfolgreich beende
So sei sie nun hier bei ihm gelandet 

Als er am Morgen endlich einschlief
Weckte ihn Nina wieder und kratzte
Ihn mit ihrem gotischen Ring wie den
Langen Fingernägel schmerzhaft

Für die Fingernägel musste er ihr
Seine Nagelfeile schenken mit der sie 
Dann eine Stunde auf der Bettkante
Ihre italienischen Nägel teilte

Was für ein wunderbares Abenteuer
Mit italienisch europäischem Kolorit 
Das den Erzähler als Kenner der
Auch europäischer Damen zeigt 

Wieder schreibt er vom Sex ohne
Darüber zu reden eher indirekt mit
Einer Opfergeschichte die auf das
Mitleid ihres Retters wohl hofft 

Sie packt im wilden Spiel wenn er
Von der Lust bereits erschöpft
Kräftig zu und spielt mit ihm
Der so am Sex auch leiden lernt 

Warum manche Damen dir beim
Sex gerne Rücken oder Brust
Zerkratzen fand ich schon immer
Eher rätselhaft einige mögen es

Die Nähe von Lust und Schmerz
Welche wie alles ihren Preis hat
Ist dabei fein beobachtet wieder
Beschreibt die Lust indirekt

Ein zauberhafter Erzähler ist Hessel
Der seine Protagonisten so ganz
Ohne Absicht in ihre Abenteuer
Geraten lässt die sie ertragen

Dies ist mit Leichtigkeit geplaudert
Die doch zugleich den erfahrenen
Liebhaber offenbart der weiß Frau
Nimmt sich wen sie will was passt

jens tuengerthal 21.11.25

Hesseltag

Hesseltag

Dem liebevoll feinsten Autor der
In deutscher Sprache je schrieb
Franz Hessel an seinem Geburtstag
Gedenken ist so wohltuend wie schön

Am 21. November 1880 wurde Hessel
Im damals deutschen Stettin geboren
Als Sohn eines sehr wohlhabenderen
Jüdischen Bankiers der 1888 verstarb 

Nach dem Tod des Vaters zog die
Mutter mit den Kindern nach Berlin
Dort in die Genthiner Straße 43 im
Alten Westen den er literarisch auch 

In seinem Werk verschiedentlich in
Romanen und Feuilletons ein so
Schönes wie liebevolles Denkmal
Als Flaneur der Großstadt setzte

Zum Studium zog er nach München
Wo er in Schwabing zeitweise mit
Franziska zu Reventlow zusammen
In einer künstlerischen WG lebte

Seine erste Münchner Zeit wie die
Protagonisten dort verewigte er
Literarisch im Kramladen des Glücks
Auch seine Nähe zum George Kreis

Immer wieder auch depressiv was er
In seinem Werk offen verarbeitet
Ist sein Gesamtwerk ein Spiegel
Dieses Lebens für Liebe und Literatur

Dennoch nicht traurig sondern nur
Leicht melancholisch schaut er auf
Die Vergangenheit wie durch die Zeit
Die er sie als Flaneur durchquert 

Ab 1907 bis kurz vor Ausbruch des
Ersten Weltkrieges lebte er in Paris
Was auch Gegenstand zahlreicher
Erzählungen und Romane wurde 

Dort lernte er seine spätere Frau
Die große blonde Berlinerin 
Helen Grund kennen die Malerei
Studierte später auch selbst schrieb

Helen liebte Franz den sie 1913 auch
Heiratete wie dessen besten Freund
Pierre Henri Roché worüber letzterer 
Den Roman Jules und Jim schrieb

Alle drei verarbeiteten diese Liebe
Zu dritt auf unterschiedliche Art auch
Literarisch immer wieder was einen
Intimen Blick uns darauf auch gibt

Hessel arbeitete nachdem sein so
Großes geerbtes Vermögen nach
Dem Krieg verloren ging als Lektor
Für den da Berliner Rowohlt Verlag

Als solcher blieb er auch nach 1933
Fertigte zahlreicher Übersetzungen
Aus dem französischen an bekannt
Seine Proust Übersetzung die er mit

Walter Benjamin zusammen noch in 
Berlin anfertigte wie auch von Balzac
Stendal und Casanova war zugleich
Der Entdecker von Mascha Kaleko

Erst auf intensives Zureden seiner
Frau Helen verließ Franz Berlin 1938
Wo er während Helen mit Pierre in 
Paris lebte Doris von Schönthan liebte

Letztere schloss sich in Paris wie
Franz der ältere Sohn von Helen
Und Franz Stephan Hessel dort der
Resistance noch überzeugt an 

Am bekanntesten sind seine feinen 
Feuilletons Spazieren in Berlin die
Eine Philosophie des Flaneur erst
Schufen der zwischen Zeiten geht

Sein Werk ist immer liebevoll auch
Wenn sein Blick auf die eigene teils
Depressive Kindheit als jüdischer
Junge in Berlin schwer erträglich ist

Auch sein Blick auf die Versuche in
Der Liebe mit Franziska Helen und
Doris am Ende wieder Helen sind
Sehr fein liebevoll zärtlich mutig

Die Hessels und Roché wagten
Neue Beziehungsmodelle die aus
Den gewohnten Mustern fielen
Auch literarisch zu thematisieren

Eine große Ehrlichkeit wie dabei
Noch feiner Humor der immer
Zwischen den Zeilen schimmert 
Zeigt im Werk den realen Franz

Fast vergessen und lange schon
Nicht mehr neu verlegt ist sein 145.
Geburtstag eine gute Gelegenheit
An diesen feinen Geist zu erinnern

Hessel starb nach Schlaganfall im
Lager 1941 in Sanary-sur-Mer an
Den Folgen der Lagerhaft noch
In Gegenwart seiner Frau Helen

jens tuengerthal 21.11.25

Liebeswirklich

Liebeswirklich

Wie wirklich ist die Liebe je
Womit kann ich sicher sein
Diesmal richtig zu liegen bis
Es wieder endet wie immer 

Überlege ich und frage mich
Wann die virtuelle Liebe ganz
Real wird ob es dazu auch
Den Vollzug braucht was

Bei der Ehe juristisch der
Beischlaf der Ehegatten war
Vielleicht normativ noch ist
Nur einklagbar ist der Vollzug

Heute nicht mehr was auch
Ein komisches Element hätte 
Wenn einerseits die eheliche 
Vergewaltigung endlich ein

Straftatbestand wurde aber
Der Beischlaf gegen den Willen
Einklagbar wäre es ohne noch
Noch Schadensersatz gäbe 

Mit Liebe aber hat die Ehe
Wirklich nichts mehr zu tun
Sie regelt nur Familienrecht
Als Keimzelle des Staates

Dennoch denken viele sie
Würden aus Liebe heiraten
Die sie dann schmerzlich 
Bald wieder vermissen in 

Der real existierenden Ehe
Als Verwahranstalt für die
Verlorenen Träume einmal
Verliebter Gatten die sich

Irgendwann immer seltener
Nur noch begatten wollen
Ist das dann die Wirklichkeit
Der Liebe oder Beziehung

Insofern Liebe ein Gefühl ist
Braucht es nichts als dieses
Sex Nähe Alltag kann sein
Macht es aber nicht realer

Eher ist dieser wie die Ehe
Eine Prüfung der Liebe die
Diese an reale Grenzen führt
Schöner liebt sich ohne diese

Wirklich grenzenlos lieben 
Ohne an die Schranken der
Eigenen Unfähigkeit zu stoßen
Kann am besten wer sich fern bleibt

Ob dies lohnender dabei wird
Als der erträumte Vollzug scheint
Nach aller Erfahrung nicht fraglich
Dennoch liegt Nähe mir näher

So ist die Liebe in ganz vielem
Widersprüchlich wie inkonsequent 
Was ihre Wirklichkeit besser erfasst
Als alle Knabenmorgenblütenträume

Doch wie wirklich fühlt sie sich an 
Wenn wir verliebt diesen folgen
Weil nichts näher dann uns liegt 
Wenn es einfach ist was es ist 

Dann wird alles andere völlig egal
Wie wirklich die Wirklichkeit ist
Fragt nie wer wirklich verliebt

Und was sollte zählen als die
Liebe die wirklich bleibt oder ist 
Was vermutlich unwirklich klingt

jens tuengerthal 21.11.25

Donnerstag, 20. November 2025

Lektürentagebuch 20.11.25

Lektürentagebuch 20.11.25

Auf die Drohung mit analphabetischer
Dunkelheit die Settembrini aussprach
Reagiert Naphta in Fortsetzung des
Streitgesprächs im Zauberberg

Diese humanistischen Angst eines
Hanswurst von einem Literaten der
Meine ohne Lesen und Schreiben
Herrsche Dunkelheit teile er nicht

Naphta erinnert an den größten
Dichter des Mittelalters der auch
Analphabet war weil lesen unfein 
War also Wolfram von Eschenbach

Ob da Walter von der Vogelweide 
Nicht bedeutender war scheiden
Sich wohl die Geister auch einen
Geoffrey Chaucer gab es ja noch

Es sei das Merkmal der Vornehmen
Wie des einfachen Volkes gewesen
Nicht lesen zu können was doch nur
Knaben lernten die Geistliche wurden

Der Humanist könne sicher lesen aber
Sonst verstünde er die Welt gar nicht
Sei nur ein latinistischer Windbeutel
Der das Leben anderen überlasse

So habe er auch aus der Politik einen
Beutel voll Wind gemacht voller bloß
Rhetorik und Literatur was Parteien 
Dann die Demokratie nennen würden

Allzu kühn nennt Settembrini dessen
Geschmack für inbrünstige Barbarei
Da ohne Liebe zur Literatur keine
Menschlichkeit mehr möglich sei 

Vornehm sei einzig ein edler Luxus
Die generosità die der Form einen 
Menschlichen vom Inhalt völlig
Unabhängigen Eigenwert gebe

Er verkenne völlig den notwendigen
Zusammenhang von Kunst der Rede
Die Humanisten aus der Antike erst
Bargen und damit die Kultur auch

Hans Castorp machte ob all dessen
Ein Gesicht voller Vorbehalt und
Widerspenstigkeit aber sagte nichts
Dachte nur menschlich sei die Mitte 

Immer weiter schwingt sich darauf
Settembrini hinauf nennt Thor wie
Hermes Trismegistos als den schon 
Ägyptischen Heiligen der Worte

Diesen wiederum nennt Naphta
Einen afrikanischen Affengott eher
Als Pavian mit einer Mondsichel auf
Dem Kopf sei er eher lächerlich

Ein Erzzauberer sei das der schon
Im kabbalistischen Mittelalter zum
Vater der hermetischen Alchemie
Geworden sei Hokuspokus also

Weiter preist Settembrini die Literatur
Als Mittel zur höchsten Veredelung
Der Menschheit als höchstes Ziel
Was wieder sehr freimaurerisch klingt

Da wird der Tempel der Humanität
Der aus den Menschen gebaut wird
Die an sich dafür arbeiten sichtbar
Das Herz freimauerischer Philosophie

Auch Hermes Trismegistos wird in
Hochgraden der Freimaurerei gern 
Als einer ihrer Großen verehrt was
Der Spitze Naphtas Schärfe gibt

So steigern sich beide immer weiter
Naphta verteidigt das echte Leben
Gegen die bloße Rhetorik was ja
Populisten bis heute zu gerne tun 

Naphta wirft Settembrini vor wer
Die Leidenschaft verdamme wolle
Das reine Nichts dessen Reinheit 
Nur Leere sei als Nihilismus dann

Damit leugne er Gott das Absolute
Mit seinem Todespazifismus der sich
Dabei noch fromm dünke und so
Verkehrte Naphta den Lobgesang 

Auf Literatur und Humanismus ins
Diabolische und stellte sich selbst
Als Bewahrer der Liebe dar was
Zeige wo Gott und wo der Teufel sei

So ging es noch weiter hin und her 
Doch Hans hörte nicht mehr zu und
Dachte mehr an Joachims Fieber
Von dem dieser vorher sprach

Darauf brach er mitten in einer neuen
Replik auf um mit Joachim zurück 
Zum Berghof zu gehen wo sie dann
Die Schwester verständigen wollten 

So endet ein großartiger Streit der
Beiden konträren Geister im Nichts
Statt schon wie gedacht im Duell
Das sich noch etwas gedulden muss

jens tuengerthal 20.11.25

Seinsfrage

Seinsfrage

Sich zum Welttag der Philosophie
Fragen was ohne sie bliebe im Sein
Das sich nicht mehr hinterfragt
Könnte wichtig sein während
Aberglaube um Aufmerksamkeit
Überall lautstark buhlt ob als
Religion oder sonst Sekte
Sollten uns alle verdächtig sein
Die sichere Antworten auf die
Fragen des Seins bieten oder
Dir noch einen Sinn versprechen 
Den Sein weder braucht noch
Für alle hat weil nur die Philosophie
Uns die Freiheit schenkt unser 
Sein jenseits aller Dogmen
Zu sehen um zu erkennen
Was dich glücklich macht
Statt nur der Herde zu folgen
Warum die Philosophie uns 
Den Schlüssel zum Tor gibt
Das uns in die Freiheit führt
Wenn wir den Mut haben
Selbständig zu denken was
Sapere aude darum zum
Motto der Aufklärung machte 
Nutzen wir sie um was bleibt 
Bewusst genießen zu können

jens tuengerthal 20.11.25

Tyrannenmord

Tyrannenmord

Entschlossen zum Tyrannenmord
Beginnt Schillers Bürgschaft mit
Den so bekannten Versen die
Viele noch auswendig lernten

Zu Dionys dem Tyrannen, schlich
Damon den Dolch im Gewande,
Ihn schlugen die Häscher in Bande.
Was willst du mit dem Dolche, sprich!
Entgegnet ihm finster der Wüterich.
Die Stadt vom Tyrannen befreien
Das sollst du am Kreuze bereuen.

Am Ende dieses nur versuchten
Tyrannenmordes stirbt keiner auch
Der Freund des Damon nicht der 
Für ihn bürgte der Tyrann meint 

Drauf spricht er: Es ist euch gelungen,
Ihr habt das Herz mir bezwungen,
Und die Treue, ist kein leerer Wahn –
So nehmet mich zum Genossen an,
Ich sei, gewährt mir die Bitte,
In eurem Bunde der Dritte.

Ist der Tyrannenmord legitim wenn
So die Demokratie gerettet wird wie
Eine Oligarchie der Milliardäre noch
Verhindert werden kann fragt sich

Doch wie ist es wirklich damit geregelt
Gibt es den Paragraphen 211a für
Den straflosen Tyrannenmord etwa 
Oder wagt kein Staat so etwas je

Wer zöge die gesetzliche Grenze
Ab wann die Ermordung eines
Anderen als gerechtfertigt gilt
Oder gilt für Mord logisch immer

Lebenslänglich um dem Morden
Eine natürlich enge Grenze zu ziehen
Damit es nicht hier wird wie in den 
USA oder Russlands Grauem gar

Eher sehr restriktiv legt das Bundesverfassungsgericht den 
§ 211 StGB aus schon seiner
Lebenslänglichen Strafe wegen

So zumindest erinnere ich es noch
Dunkel aus dem Jurastudium danach
Brauchte es für Mord neben der Tat
Die im Gesetz detailliert beschrieben

Eine besondere Verwerflichkeit der
Beweggründe die dazu noch niedrig
Sein müssten Mord zu bejahen was
Beim Tyrannenmord wohl nie so wäre

Einen Tyrannenmord gibt es also
Nach der Definition im deutschen
Recht nicht fraglich nur was gilt
Wenn einer zu morden wieder wäre

Beim letzten Tyrannen hier von den
Linken SED Tyrannen mal abgesehen 
Also Hitler ist der Versuch leider noch
Mehrfach misslungen wir erinnern uns

Doch wäre Stauffenberg ein Mörder 
Gewesen in der Wolfsschanze noch
Bei der Operation Walküre mit einer 
Bombe als gefährlichem Werkzeug

Oder Georg Elser am 8. November 39
Im Münchner Hofbräuhaus auch mit
Einer gefährlichen Bombe sind beide 
Vom Tyrann zu Tode verurteilt worden

Lange debattierte auch der Kreisauer
Kreis mit Helmuth James Moltke und 
Peter Yorck die Frage der Legitimation
Auch als Offiziere der Wehrmacht

Als solcher hatten alle Offiziere ihren
Eid auf Hitler geschworen waren also
Im Widerstand logisch ungehorsam 
Wenn der Tyrannenmord gelang

Sie alle wurden vom Tyrannen Hitler
Hingerichtet wie Millionen andere die 
Gehorsame Deutsche bestialisch zu
Ermorden stets gerne bereit waren 

Dies hielten auch nach dem Krieg
Noch viele für legitim weil ja alles
Ordnungsgemäß im Auftrag des
Staates mit Stempel dazu ablief

Wenige gingen in den Widerstand
Die meisten liefen einfach still mit
Wollten hinterher nichts gewusst
Haben von dem was geschah 

Es dauerte auch nach 1945 noch
Bis Widerstand gegen den Staat
Für Deutsche heldenhaft wurde 
Nur hinter dem antifaschistischen

Schutzwall haben es viele bis
Heute nicht verstanden während
Die alte BRD da viel noch der
Gräfin Marion von Dönhoff verdankt 

Doch noch immer würden Deutsche
Nach der gesetzlichen Erlaubnis erst
Fragen um sich zu vergewissern ob
Ihre Tat auch wirklich legitim ist

Nichts braucht je eine gesetzliche 
Erlaubnis alles was nicht ausdrücklich
Verboten ist wäre damit erlaubt was
Im Straßenverkehr normal erscheint

Hier rasen die Massenmörder auf
Vier Rädern immer noch ohne die
Nötige Begrenzung durchs Land weil
Sie das für deutsche Freiheit halten

Hunderte fallen ihnen jährlich zum
Opfer was klaglos hingenommen wird
Während ein Opfer eines verrückten
Muslim sie von Diktatur träumen lässt

Was eine interessante Sicht zeigt
Der ungeregelte Verkehr mit allen 
Tödlichen Folgen ist Freiheit aber
Der Tyrannenmord muss erlaubt sein

Während Deutschland also weiter
Auf die Erlaubnis zum Tyrannenmord 
Wartet fragt sich was in den USA gilt
Wo ein Krimineller die Macht hat 

Selbst wenn für Deutschland sogar
Aus dem Widerstandsrecht schon 
Ein solches ableitbar wäre aus dem
Grundgesetz bleibt vieles unklar

Dies gilt auch und erst recht für
Einen Unrechtsstaat wie die USA 
Der noch die Todesstrafe vollzieht
Wer Trump tötet riskiert also was

Bei Hitler argumentieren einige
Seine Ermordung hätte noch mehr
Menschenleben gerettet was aber
Für die Legitimation irrelevant ist

Leben ist nie gegen anderes Leben
Aufrechenbar warum auch die bloß
Mögliche Rettung von Millionen
Nicht die Tötung legitimieren kann

Der Tyrannenmord wäre danach
In Deutschland zwar vermutlich
Kein Mord aber auch durch die 
Zahl der Opfer nicht legitim

Es ist nach aller Erfahrung mit
Der deutschen Geschichte auch
Besser die Tötung anderer nicht
Zu legalisieren es offen zu lassen

Wer also einen Tyrannen wie Trump
Einen Massenmörder wie Putin oder
Andere Kandidaten tötet tut Gutes nur 
Ist dies Handeln nie gerechtfertigt

Geboten wäre es etwa bei Putin
Dennoch schon lange um die Welt
Von einem brutalen Tyrannen zu
Befreien nur erlauben kann es keiner

Der Tyrannenmord bleibt damit immer
Natürlich lebensgefährlich sowohl für
Das Opfer wie die heldenhaften Täter 
Besser sind Zeiten die es ersparen

jens tuengerthal 20.11.25

Schamhaft

Schamhaft

Warum schämen wir uns
Wann genau wofür dann 
Nach unserer Natur oder 
Als Zeichen unserer Kultur
Wäre es schamlos besser
Oder fehlte dann etwas das
Der gerne auch behaarten
Scham erst ihren Reiz gibt
Die ganz nackt beschämt
Zumindest in unserer Kultur 
Die Nacktrasur noch feiert 
Ohne sich dabei zu schämen
Für die Pädophilie darin
Aber gibt es überhaupt eine
Ganz ohne Scham und was
Bliebe an Kultur ohne wie
Die Diplomatie erledigt wäre
Schamlos ohne alle Regeln
Wäre es nicht gut wenn sich
Mehr für ihre Geschichte noch
Schämten statt ganz schamlos 
National wieder sein zu wollen
Ist dann die kultivierte Scham 
Etwas Gutes während sie beim
Sex unter der Bettdecke nervt
Wo ist es gut schamlos zu sein
Wie ein amerikanischer Präsident
Der für Geld gerne alles tut und
Sichtbar keinen Geschmack hat
Warum ist Scham in den damit 
Kulturell zurückgebliebenen vom 
Islam religiös geprägten Kulturen 
Etwas anderes als in Europa wie
Wirkt Scham in Diktaturen noch
Etwa in China und Russland wie
Zurückgeblieben sind die USA 
Wo Religion die Scham bestimmt
Ist völlig schamlose Sexualität
Etwas wundervoll freies oder
Nur reizlos viehische Natur
Lebt Kunst vom Spiel mit der
Scham als belebendes Element
Ist sie ganz natürlich doch um
Die Fortpflanzung spannend
Zu halten oder ist das Kultur
Die gern vom Gegenteil redet 
Auch wenn es eigentlich doch 
Am Ende immer um Sex geht
Der besser nur der Lust diente
Statt vorgeschobener Vermehrung
Was die Frage stellt ob die Lust
Wie das natürliche Streben nach
Ihrer Befriedigung beschämend 
Oder schamlos schön einfach ist
Wenn sich alles Denken nur noch
Um den Schambereich dreht was
Zu erforschen lustvoll schön wohl
Sein könnte Grund genug wäre
Diese Verse hier zu beenden

jens tuengerthal 20.11.25

Liebeslügen

Liebeslügen

Liebe lässt uns Lügen
Gerade vor den Liebsten
Besonders wenn es uns
Ernst ist mit der Liebe

Als erstes belügen wir uns
Indem wir wirklich glauben
Diesmal werde alles anders 
Mit hälftig gleichen Beteiligten

Dann in der Hoffnung diese
Möge nie enden obwohl wir 
Wissen wie unendlich lang
Für immer dann auch wäre

Natürlich vor den Liebsten
Immer wenn wir niemals
Weh tun wollen und lieber
Verschonen von manchen

Wer das Gegenteil behauptet
Hat entweder keine Erfahrung
Oder schon lange kein Gefühl
Mehr das bedingungslos ist

Schließlich aus tiefer Liebe
Die der anderen lieber unsere
Schlechtesten Seiten erspart 
Wer will wirklich alles wissen

Am Ende auch um es sich
Mit dem bisschen was bleibt
Noch irgendwie schön zu machen
War Grund genug zu Lügen ist

Wer wirklich liebt und meint
Darum die Liebsten niemals
Belügen zu können sollte mal
Anfangen ehrlicher zu sich zu sein

Ganz ehrlich gesagt hat Wahrheit
Keinen moralischen Wert in der
Liebe während Lügen um es sich
Schöner zu machen gut tun

jens tuengerthal 20.11.25

Mittwoch, 19. November 2025

Lektürentagebuch 19.11.25

Lektürentagebuch 19.11.25

Mit einem kleinen zeitlichen Sprung
Von etwas über sieben Wochen was
Nach Maßstäben des Sanatoriums
Berghof nichts ist geht es weiter

Im ewigen sprachlich rhetorischen
Duell zwischen Settembrini und 
Naphta nun vor dem Kurhaus in
Davos Platz im warmen Oktober

Joachims leichte Erkältung mit etwas
Husten und Heiserkeit machen Hans
Sorgen wie der Blick in dessen sonst
Doch so tiefe dunkle Augen dabei

Settembrini scherzt intellektuell auf
Italienische Art über die erwartete
Rückkehr von Clawdia Chauchat 
Die er als Hans Beatrice bezeichnet

So hoffe er doch sehr dass Hans 
Neben seiner Führerin durch alle
Kreisenden Sphären des Paradies
Seinen Virgil nicht ganz verschmähe

Auf Naphta anspielend ergänzt der
Gut gelaunte Humanist noch dass 
Der Ekkletist wohl zustimmen werde
Dass die Welt der medio evo nicht 

Komplett sei wenn zu franziskanischer
Mystik nicht auch noch etwas an 
Thomasischer Gelehrsamkeit noch 
Zur Vollständigkeit hinzukäme

Damit brennt Thomas Mann über
Settembrini ein ganzes Feuerwerk
Literarischer Anspielungen aus dem
Bildungsbürgerlichen Kosmos ab 

Bei diesem Gespräch sind auch noch
Ferge und Wehsal neben Hans und
Joachim als Zuhörer zugegen wobei
Zumindest Ferge nicht alles versteht

Beatrice Portinari war die literarische
Lebenslang eher fiktive als wohl je
Reale Geliebte von Dante Alighieri 
Also höchster literarischer Adel

In Dantes Göttlicher Komödie wird
Der Ich-Erzähler also Dante von
Virgil dem römischen Dichter der
Aeneis geführt der Vergil auch heißt

Der Ekkletist ist derjenige der die
Kunst der Auslegung beherrscht
Was dem Theologen Naphta
Gegenüber ein netter Scherz ist

Die östliche Schönheit der so
Eigenen Clawdia Chauchat als 
Franziskanisch dunkle Mystik
Zu bezeichnen ist wieder eine

Der zahlreichen Anspielungen
Im ewigen Diskurs von Settembrini
Mit Naphta als gelehrten Kirchenmann
Demgegenüber dann die thomasische

Gelehrsamkeit steht die sich auf den
Kirchenlehrer Thomas von Aquin
Bezieht der die antike Philosophie
Besonders Aristoteles einführte 

All diese kleinen Andeutungen spielen
Mit der humanistischen Bildung die 
Das Bildungsbürgertum so gerne 
Anspielungsweise noch hochhält

Damit verspottet Thomas Mann auch
Sich und seine Herkunft wie es sein
Bruder Heinrich auf grob platte Art
Politisch im Untertan auch tat 

Doch während Henrich noch den 
Untertan in Rom mit vielen platten
Scherzen vollendete schrieb sein 
Bruder die feineren Buddenbrooks

Beides sind humorvolle Bücher die
Sich über die eigene Herkunft wie
Deren Sitten witzig lustig machen
Der eine ein Brüller der andere fein 

Dies zeigt sich auch im Zauberberg
Dieser feinen Kulturgeschichte der
Europäischen Bildung die mit vielem 
In Andeutungen lachend spielt

Lachend schob auch der hier mit
Literarischen Anspielungen fein 
Verspottete Hans Castorp seinem
Virgil das Wermutglas entgegen

Doch erstaunlich war was sich
Aus diesem kleinen Scherz dann
In einer Stunde entwickelt spielt
Thomas Mann hier mit der Zeit

Gutmütig von Dante sei es gewesen
Diesen mittelmäßigen Versiflex so
Hoch zu würdigen schießt darauf
Naphta mit tiefer Abneigung zurück 

Er unterstellt Settembrini sogleich
Virgil eine wohl allzu freimauerische
Bedeutung noch zu geben denn viel
Bedeutung hätte diesem sonst nicht

Nennt Virgil einen bloß julianischen
Speichellecker und Prunkrethor ohne
Einen Funken von Produktivität der
Kein Dichter je gewesen sei

Settembrini spottet wie denn ein
Lateinlehrer die römische Kultur
So sehr verachten wie verkennen 
Könne und scherzt noch weiter

Vergebens riefe Settembrini noch
Die Alten zu Hilfe vor denen die
Kirchenlehrer schon warnten um 
Sich nicht mit Virgil zu beflecken

Gerade jetzt wo wieder ein Zeitalter
Zu Grabe getragen würde und ein
Proletarische Morgen tage sei die
Zeit günstig diese eher bürgerliche

Beschäftigung mit Virgil zu Grabe
Zu tragen um bedeutendes zu sehen
Es sei an der Zeit diese endlich als
Überholt erledigt zu betrachten

Über diesen proletarischen Ansatz
Der los werden will was ihn erst
Groß machte kann Settembrini nur
Laut lachen was er aus Höflichkeit

Allein dann doch nicht tut so werde
Ein Europa das sein Ewigkeitsgut
Zu wahren wisse sicher über die
Proletarische Apokalypse siegen 

Dann werde in aller Gemütsruhe
Wieder zur Tagesordnung klassischer
Vernunft übergegangen dem Naphta 
Entgegnet über die Tagesordnung

Entscheide die Geschichte selbst
Und nicht der bildungsbürgerliche
Konservativismus eines Settembrini 
Da sollte er aufmerksam bleiben

Settembrini den großen Vorkämpfer
Des Fortschritts einen Konservativen
Zu nennen war sehr unverschämt
So zeigte auch dieser sich getroffen

Naphta legt noch kräftig nach vom
Bürgerlich humanistischen Denken 
Einer Klassengesellschaft die keine 
Zukunft in Gleichheit mehr habe

Mit Gruseln denke ich noch an die
Diskussionen in der Bildungspolitik
Die in den Siebzigern alles irgend
Klassische an Bildung verdrängte

Selbst Opfer dieser Schulen noch
Verdanke ich die geringen Spuren
Von klassischer Bildung eher dem 
Elternhaus als der Schule je wie

Der Eigeninitiative zur Lektüre um
Die großen Werke zu verstehen
An den geistigen Wert proletarischer
Revolution konnte ich nie glauben

In der Mischung aus Revolution
Und Dunkelmännertum die Naphta
Hier den Zuhörern kredenzen
Erwiderte Settembrini endlich

Überwiege der obskurantistische 
Beisatz in unschmackhafter Weise 
Natürlich sorge sich Naphta vor der
Aufklärung des Volkes dem es eher

Um Instinkte eben Glauben gehe 
Der Volk und Welt zu gerne in
Analphabetischer Finsternis hülle
Damit sie nicht kritisch dächten

Hier unterbreche ich den scharfen 
Hochintellektuellen Streit zwischen
Settembrini und Naphta ihm noch
Endlich online stellen zu können

jens tuengerthal 19.11.25



Diktatur-ABC

Diktatur-ABC

Eine Diktatur zeichnet sich durch
Bestechliche Machthaber aus die
Persönliche Interessen mit ihrer 
Staatlichen Aufgabe vermischen

Um dabei ungestört zu bleiben
Werden Oppositionelle oder gern
Auch Journalisten bedroht oder
Falls nötig auch mal beseitigt

Wunderbar führte der noch Präsident
Der USA genau dies heute alles in
Einer Pressekonferenz mit dem
Saudiarabischen Kronprinzen vor

Wer noch Zweifel daran hatte dass
Der ungebildete mafiöse Verbrecher 
Donald Trump eine Diktatur führt
Bekam es heute öffentlich gezeigt

Eine Journalistin von ABC wurde
Bei der Pressekonferenz mit einem
Mörder für berechtigter Fragen mit
Entzug der Sendererlaubnis bedroht 

Damit hat auch der letzte Idiot der
Noch Republikaner wählen wollte
Sehen können Trump ist ein Diktator
Gegen ihn ist Widerstand geboten

Wer diesen lächerlichen Donald nun
Erschießen sollte verdiente als ein
Verteidiger der Freiheit einen Orden 
Wie beim Kronprinzen und Putin

Die Demokratie gegen ihre Feinde 
Notfalls mit Gewalt zu verteidigen
Ist nun das Gebot der Stunde auch
Wenn ich leider nicht schießen kann

jens tuengerthal 19.11.25

Liebestage

Liebestage

Wie wunderbar beginnen Tage
Mit zärtlichen Worten der Liebe
Küsse und Zeichen der Liebsten
Sei es auch nur aus der Ferne
Denke ich lächelnd beim Blick
Auf mein Telefon das noch die
Realen Zärtlichkeiten ersetzt 
Aber die Botschaft der Liebe
Wunderbar gefühlvoll trägt das
Wirklich wird was virtuell weil 
Echte Gefühle deinen Tag 
Voller Liebe beflügeln 

jens tuengerthal 19.11.25

Unbeteiligt

Unbeteiligt

Völlig unbeteiligt sei der Minister
An den Geschäften seiner Firma
Die Kontakte zu Politikern als eine
Wirksame Investition verkaufen
Alles liefe nach Ministergesetz
Der Medienunternehmer habe 
Mit Antritt seines Amtes alle
Funktionen in seiner Firma
Ordnungsgemäß abgelegt
Was einen schon fragwürdigen 
Unternehmer seltsam deutlich
In Bedrängnis nun bringt weil
Die ungesunde Nähe von Politik
Also der Verteilung öffentlicher Mittel
Und Wirtschaft nie wem gut tat
Wird der fragwürdige Kanzler
Und seine früher Unternehmen
Dabei vermutlich auch bald
Mit genannt werden weil die
CDU sich guter Verbindungen
Zur Wirtschaft gerne doch lobt
Wenn da schon in Bayern die 
Staatsanwaltschaft ermittelt
Wird der Sumpf finster sein
Der sich uns hier offenbart 
Auch wenn der Minister bis
Zum Beweise des Gegenteils 
Vermutlich gesetzeskonform war
Stinkt der Fisch vom Kopf her

jens tuengerthal 19.11.25

Rentenlügen

Rentenlügen

Alle lügen bei der Rente
Jeder sucht seinen Vorteil 
Macht viel Lärm fürs Klientel

Am Ende funktioniert es nicht
Weil auf Wachstum angelegt
In schrumpfender Gesellschaft

Dauerhaft nicht gehen kann
Spannend ist nur was gerade
Wem mehr nutzt oder schadet 

Wer warum mehr Lärm macht
Darüber aber wird viel weniger
Geredet als es nötig wäre da

Die Rente ewig verlogen bleibt
Solange wir noch weiter das
Verlogene Modell Bismarcks

Vom Generationenvertrag als
Sozial hochhalten was faktisch
Nicht mehr funktionieren kann

Und dann gibt es noch die
Beamten die der Staat versorgt
Was gerecht und gut so ist aber

Noch deutlicher macht wie krank
Das Modell der Sozialversicherung 
Langfristig betrachtet ist warum

Weniger Lärm und dafür echte
Lösungen besser wären die aber
Radikale Änderungen bräuchten 

jens tuengerthal 19.11.25