Mittwoch, 5. November 2025

Freiheitsgewinn

Freiheitsgewinn

Wo Freiheit Wahlen
Gewinnt scheitert Diktatur
Des Geldes deutlich

jens tuengerthal 5.11.25

Dienstag, 4. November 2025

Lektürentagebuch 4.11.25

Lektürentagebuch 4.11.25

Bei Egon Friedell in seiner feinen
Kulturgeschichte der Neuzeit über
Die Malerei unter Ludwig XIV also
Im Louis Quartorze Stil gelesen

Danach waren auch die Maler von
Den Cartesianischen Prinzipien ganz
Erfüllt bei Poussin sogar so sehr dass
Er den Zeitgenossen zu streng schien

Dabei bildete er sich am antiken 
Relief seine Figuren haben typische
Gesichter sind Gattungsexemplare
Wie Pflanzen in einem Herbarium

Keine seiner Gestalten kommt einem
Irgendwie bekannt vor dabei war er
Ein gelehrter Maler und Kenner auch
Des Altertums hat große Verdienste

Die Landschaft ins Bild gebracht zu
Haben aber tat dies als Archäologe
Der immer antike Gegenden malte 
Dabei sieht er alles mathematisch

Alles wirkt bei ihm abgemessen was
Friedell wunderbar beschreibt ohne
Sich über ihn zu erheben sondern ihn 
Als Meister der Stimmung zu loben

So sieht er den echten Barockmaler
Als Wegbereiter der subtilen Kunst
Claude Lorrains der als Virtuose des 
Lichts und Vordergrunds gesehen gilt

Bei ihm ist die Natur wirklich Natur
Aber nur in der domestizierten Form
Wie sie mit Saison und Hofsitte noch
Vereinbar war wie es sein sollte

Hyacinthe Rigaud sei der Hofmeister
Wie Obergarderobier des Zeitalters
Malte Menschen in der richtigen Art
So hatten sie würdig auszusehen

Die Manufacture royale für königliche
Möbel entwickelte sich unter dem
Hofmaler Lebrun zur Musterfabrik
Für gehobene Kunsttischlerei

Den ausgedehnten Parks wurde
Durch antike Figuren ein stolzes
Aussehen noch verliehen dazu 
Wurden Bäume und Hecken geformt

Schon damals wurde der Aufzug 
Erfunden der etwa dem heutigen
Entsprach aber nur in den großen
Palais unsozial benutzt wurden 

Dies entsprach dem Geist dieser
Epoche niemand wäre auf die Idee
Gekommen eine neue Erfindung
Außer für die Oberschicht zu nutzen

Eine kleine zarte Bemerkung nur am
Ende der Ausführungen zur Kunst
Im Zeitalter Ludwigs XIV verändert
Den Blick auf diese Epoche völlig

Es war die Kunst einer winzigen
Elite die sich die ganze Welt nach
Ihrem göttlichen Anspruch formte
Der logisch zur Revolution führte


Noch ein wenig Florian Illies gelesen
Der wohl meint witzig zu sein wenn er
Sich spöttisch über alle erhebt dazu
Aus den Tagebüchern meist zitiert 

So wird uns offengelegt dass der viel
Wert auf Fitness legende Kollege im
Hotel nebenan Lion Feuchtwanger
Mit Frau und Sekretärin schlief

Diese wohnt übrigens bei Manns
Im Palast Hotel nebenan dabei 
Schützt sich Feuchtwanger vor der
Exil Krankheit Depression auch

Aus Sicht von Thomas Mann mit
Seiner Ichsucht dieser sei notiert
Mann nach gemeinsamen Tee
Ausschließlich mit sich beschäftigt

Als Feuchtwanger Tage später einen
Steifen Hals hat diagnostiziert seine
Frau das sei sicher Syphilis die er sich
Bei seiner Sekretärin geholt habe

Worauf Feuchtwanger notiert Marta
Habe die Tendenz hinter allem gleich
Eine Schuld zu wittern was ihm wie
Illies anmerken muss wohl fremd sei

Den Besuch der beiden Brüder
Heinrich und Thomas Mann nannte 
Feuchtwanger nett den von Klaus und
Erika recht nett nun wissen wir es

Dafür lobt Thomas Mann das Wetter
Am 24. Mai 1933 als herrlich was er
Trotz allem Elend zu bewundern wohl
Bereit war das ist doch mal nett 

Golo schafft es tatsächlich über die
Diplomatenpost der Franzosen noch
Die 60.000 Reichsmark zu schicken
Was ihm große Anerkennung bringt

Klaus Mann sitzt währenddessen im
Hotel in Sanary arbeitet an seiner
Idee von der Exilzeitschrift die den
Namen Die Sammlung tragen soll

Dafür schreibt er Stefan Zweig wie
André Gide an und schreibt ganz
Empört an Gottfried Benn der zu
Den Nazis übergelaufen war

Das ist mal eine interessante neue
Information über die ich gerne mehr
Als den kleinen Absatz gelesen hätte 
Stattdessen Kitsch aus Sanary

Den muss Illies noch mit der dazu
Platten Bemerkung krönen das Klaus
Eben doch ein Romantiker wäre nur 
Halt ein hoffnungsloser Romantiker 

Das ist wieder peinlich und daneben
Angesichts Klaus Manns häufigen
Leiden an seinen Depressionen das
Ihn am Ende auch das Leben kostet

Dann wird von der brüderlichen
Eintracht erzählt mit der Thomas und
Heinrich beim Wein vor dem Hotel
In Bandol sitzen etwas sentimental

Vom früher vielen Streit wird erzählt
Mit wenig weiterführenden Details 
Die entscheidendes dafür ignorieren
Wie die Einigung am Totenbett der

Gemeinsamen Mutter das den Streit
Beendigt der noch in Betrachtungen
Eines Unpolitischen Ausdruck fand
Doch sie sind eben verschieden

Heinrich ist hemmungslos dagegen
Diszipliniert sich Thomas vor allem
Sexuell was Spannung erzeugt die
Hier wohl keine Rolle mehr spielt

Heinrichs Frauen tragen in der Familie
Mann den Namen Heinrichs Braut was sehr weibliche offenherzige wie
Zarte Musen meint die er versorgt 

Dabei soll Heinrich anderseits so
Steif hanseatisch noch gewesen sein
Dass er seine Geliebten im Bett sogar
Siezte wie einige später berichteten

Dann bewertet es Illies als Eifersucht
Wenn Thomas die psychische
Gesundheit von Heinrich für viel
Robuster als seine eigene hält 

Weil dieser Abends eine Flasche
Rotwein trinkt wie danach noch zwei
Cognac was er auch gerne täte aber
Heinrich sei allein lebend besser dran

Dann kündigt Heinrich wohl nach
Langem Zögern den Besuch von
Nelly an einer Heinrichs Braut also
Die er vorab für geistesgestört erklärt

So warnt der mit 62 Jahren schon
Eigentlich erwachsene Heinrich
Den Bruder mit einer Notlüge vor
Weil er dessen Urteil so fürchtet 

Nachdem Illies so Heinrich bloßstellte
Wird Thomas schwacher Charakter 
Beim Blick in die Buchhandlung an 
Der Promenade von Bandol gezeigt

Dieser soll sich laut Illies der dies
Vermutlich aus dem Tagebuch hat
Über zwei Bände von sich aber
Keinen von Heinrich gefreut haben

Wer frage ich mich will so etwas
Wissen und wem nutzt dieser nur
Herablassend wertende Bericht
Aber vermutlich soll es witzig sein

Dieser geschmacklose Humor auf
Kosten anderer ist ja heute in der
Comedy Szene sehr beliebt weil
Viele gerne über andere lachen

Das ist platt und reduziert einen
Der größten deutschen Autoren
Auf lächerliches Klatschniveau
Nur wer profitiert irgend davon

Florian Illies wohl sicher mit 
Einem zu Unrecht bejubelten
Bestseller der nur deutlich macht
Masse zeugt nicht für Qualität 


Nach diesem erwartbaren Ärgernis 
Gönne ich mir noch etwas schönes
Helen Hessels Ich schreibe aus Paris 
Berichtet vom Besuch bei Paul Poiret

Um 11 Uhr am Vormittag öffnet ihr
Der Portier hoch wie ein Grenadier
Wie die kluge Preußin treffend den
Mann mit dem sanften Lächeln nennt 

Sie erzählt von der Decke über den
Geweißten Wänden die golden und
Blau in Schrift und Bild den Tierkreis
Zeigt und den tippenden Mädchen 

Niedrige Gatter aus durchbrochenen
Silberrosen führen in das Rechteck 
Des Schauraums welche Bilder
Schafft diese Künstlerin der Sprache

Sie beschreibt die Gestalten die
Mit ihr um den leeren Teppich sitzen
Eine sehr angezogene geschwätzige
Frau pudere nichts als ihr Doppelkinn

Dabei macht sie ihrer Freundin noch
Schmeichelhafte Vorwürfe die doch 
So viele Millionen hätte während sich
Die Empfangsdame noch bemüht

Eine vornehme Engländerin schaut
Durch ihr Lorgnon die Wände hinauf
Vollkommene Beine hat die Frau ihr
Gegenüber am leeren Teppich dafür 

Einem unverkennbar provinziell doch
Geschäftig aussehenden Paar werden
Ganze Berge von Kleidern gebracht
Die vor ihnen ausgebreitet werden

Immer mehr Plätze füllen sich mit
Frauen deren eilige Männer stets
Nach der Uhr sehen das ganze zielt
Spürbar auf Effekt und Business

Dies zeige schreibt Hessel die enge
Bindung von New York und Paris
Den Einfluss von Film und Dollar
Auf den französischen Geist 

Plötzlich ist der Meister Paul Poiret
Im Raum und geht plaudernd von
Gruppe zu Gruppe dabei hing ein
Kittel um seine imposante Gestalt

Dies schafft eine Art von Intimität
Er tritt wie ein liebenswürdiger
Hausherr auf der seine Gäste begrüßt
Dann zitiert sie den Meister treffend

Nun beginnt die Vorführung und die
Typen von Mannequins variieren so
Wie die Formen der Modelle es gäbe
Kecke und ganz weiche Blondinen

Gestellte Schwarze mit heller Haut
Sie schreiten bist nah wenden kurz
Heben die Arme schlingen Schals
Öffnen Knöpfe lassen Einblicken

Genau und mit viel Sachkenntnis
Beschreibt die Mode Korrespondentin
Der Frankfurter Zeitung hier die
Kleider und ihre Besonderheiten 

Erfahre dass die Röcke nicht mehr
Ganz so kurz sind und Gürtel nun
Die Mitte ein wenig höher heben
Schmal begrenzen sie nur die Weite 

Doch nicht die Fülle der vielen
Phantasievollen Einzelheiten ist es
Sondern die Überzeugungskraft
Dieser Schöpfungen in der Welt

Etwas verzweifelt und sehr mondän
Ist die junge Frau im rostroten Kleid
Dessen Jacke von enggewellten
Rüschen durchzittert ist klingt toll

Schweigsam blutarm dagegen sei
Das junge Mädchen im Gobelin das
Priesterlich hinabfällt amerikanische Vorstellung von Montmartre dabei

Prüde Jugend drücke sich in dem
Delft Muster dagegen aus während
Lachende Freude im hellgelben 
Schottisch mit Fransen aufkäme

Alternder Koketterie dagegen gehört
Das kostbare Cape das Büschel von
Straußen umschmeicheln dagegen
Wären silberne Schals wie verliebt 

Sie sieht die Erregung einer ersten
Ballnacht auf weit offenen Blüten von
Magnolien duften erzählt von der
Begeisterung einer Amerikanerin

Die Schau ist nun zu Ende die 
Mannequins sind abgetreten dafür
Sind die Vendeusen an der Arbeit
Draußen fällt funkelnder Sonnenregen

Er trifft auf die Köpfe der blaublusigen
Arbeiter die trotz Trams und Autos
Das Straßenpflaster reparieren überm
Platz spannt sich ein Regenbogen 

Grandios mit welchem Tempo wie 
Zugleich Schönheit Helen Hessel 
Hier über eine Schau in Paris als
Großes Naturereignis auch schreibt 

Diese wunderbare Autorin die meist
Als Ehefrau von Franz Hessel wie
Mutter von Stephane Hessel und
Geliebte von Henry Pierre Roché 

Also nur durch ihre Männer statt
Für sich gewürdigt wird verdient 
Als ganz feine Autorin mit großer
Lyrischer Kraft gelesen zu werden

jens tuengerthal 4.11.25

Liebeslogik

Liebeslogik

Logisch liebe ich
Die allertollste aller
Frauen auf Erden

Liebte ich sie sonst
Oder scheint mir alles nur
Verzaubert von ihr

jens tuengerthal 4.11.25

Vernunft

Vernunft

Vernunft ist logisch
Vernünftiger als Gefühl
Außer bei Liebe

jens tuengerthal 4.11.25

Teelösung

Teelösung

Abwarten und Tee
Trinken ist beste Lösung
Aller Probleme

jens tuengerthal 4.11.25

Lustmythos

Lustmythos

Voller Sehnsucht denke ich an
Große Lust die ich schon erlebte 
Ohne zu wissen wie großartig es wird
Wenn Menschen sich frei nah sind

Doch ist die Hoffnung auf Lust
Miteinander wie die Sehnsucht
Danach ein natürlicher Trieb
Oder nur ein erzählter Mythos

Was an der Lust ist die Natur
Der Trieb der nach Befriedigung
Stets strebt und wo beginnt bloß
Konventionelle Erwartung noch

Wie sehr folgt die Lust wie ihre
Ausführung im Sex noch ganz
Der Natur was dagegen ist nur
Konventionelles Ritual voll Erwartung

Ist der Sex vielfach so langweilig
Wie enttäuschend weil wir nur
Rollen dabei spielen statt lustvoll
Wirklich der Natur zu folgen 

Wo verhalten wir uns dann beim
Sex natürlich und was ist nur die
Erfüllung einer erwarteten Rolle 
Der keine wie keiner je genügt

Ist die Sexualität wirklich noch 
Ein natürliches Triebverhalten
Oder längst ein Rollenspiel das
Wie alles in Konkurrenz steht 

Wann fühlt es sich mal auch
Von Ferne vollkommen schon an
Ist dies nicht zuviel an Erwartung
Die nur enttäuscht werden kann

Zu seiner Natur beim Sex finden
Könnte helfen dem Genuss mehr
Dauer zu geben als Rollenspiele
Der Geschlechter uns versprechen

Wie viele Frauen erlebte ich die nie
Kamen aber schon immer so taten
Wie wenig Männer merken das je 
Oder kümmerten sich weiter darum

Sex ist für viele ein einseitiges Spiel
Das der Befriedigung des Mannes
Nur dient statt zusammen zu kommen
Sich gegenseitig zu beschenken 

Befriedigung ist der erstrebte Erfolg
Den Frau von Mann erwartet und er 
Ihr viel zu selten schenkt im immer
Konkurrenten Leistungsdruck dabei

Dies erfordert zuerst einander auch
Beim Sex wirklich zu verstehen also
Offen über Bedürfnisse zu reden sich 
Befriedigung natürlich zu schenken

Träume davon echte Lust zu leben
Natürlich sein zu können statt nur
Konventionelle Spiele zu spielen
Die Impotenz stöhnend verstecken

Wenige Menschen haben natürlich
Sex die meisten verhalten sich nur
Dem Mythos entsprechend dabei
Stets konventionell statt echt

Vielleicht ist das von viel Moral
Überlagerte Rollenspiel auch der
Natürliche Sex für die meisten weil 
Der Zugang zu echter Lust fehlt

Schöner ist es jenseits der Rollen
Echte Lust ohne Muster erleben
Warum das geistige Vorspiel das
Vorher warten lässt auch gut tut

Zu wissen dass 85 % der Frauen
Nach ihrer Natur beim vaginalen
Verkehr nie Befriedigung erlangen 
Können aber 99% so tun zeigt es

Die Studie zum nervus pudendus
War eine Offenbarung dabei um
Einander Natur besser zu verstehen
Statt sich dabei etwas vorzumachen 

Das gleiche gilt für die sexuellen
Rollen und Muster in denen wir uns
Oft auch voller Liebe etwas vorspielen
Ohne Lust des anderen zu verstehen

Alle sollten sie kennen um einander
Dabei besser zu verstehen statt sich
Weiter sexuell etwas vorzuspielen
Um dafür halt geliebt zu werden

Lust jenseits des Mythos wie der
Muster und Rollen könnte uns ein
Natürliches Paradies eröffnen statt
Stets das gleiche Spiel zu spielen

Ein Weg zur Überwindung des nur
Konventionellen Triebverhalten das
Sich kaum wer eingesteht könnte sein
Offen darüber auch zu reden

Durch also sexuelle Aufklärung wird
Der Mythos entzaubert der uns in
Rollen ohne Befriedigung drängt um
Dafür die Natur ganz zu befreien

Magie liegt allein in der Natur die
Sein darf wie sie ist statt einem
Konventionellen Mythos zu folgen es
Könnte größtes Glück schenken 

Aufgabe der Aufklärung sollte sein
Über alles offen zu reden dabei
Um sich ganz zu genießen wie
Bleibende Freude zu schenken

jens tuengerthal 4.11.25

Lektürentagebuch 3.11.25

Lektürentagebuch 3.11.25

Weiter in Florian Illies Kolportage
Über die Familie Mann in Sanary
Die dort nun zumindest teilweise
Ankommt wie das Familientreffen

Fein säuberlich werden dazu alle
Erlebnisse der Familienmitglieder
In einzelnen Abschnitten vorgestellt
Beginnend mit Golo in Berlin

Die beiden Mittelkinder bleiben sich
Auch dabei sehr fremd so wohnt Golo 
Bei Familie Fischer im Grunewald
Der Tochter von Manns Verleger

Von der Situation im leeren Poschi
In dem nur noch vier Angestellte
Leben wird belangloses berichtet
Wie Katia ihr Silber retten will

Genau wird erzählt wie die einzigen
Fotos von Erikas und Klaus Freundin
Annemarie Schwarzenbach gemacht
Werden und was sie darstellen dabei

Bewertet Illies diese Bilder wieder
Als Rückschluss auf den Charakter
Der Abgebildeten was dann eher
Ganz billig oberflächlich bleibt 

Da werden die alten erschöpften
Blassen langsam grauen Eltern
Den braun gebrannten gut gelaunten
Kindern verglichen wozu auch immer

Erfahren wie Monika und Golo
Einen Brief der Vaters an Monika
Der offensichtlich verschlüsselt ist
Gemeinsam enträtseln wollen

Klaus und Erika finden erstmal kein
Ideales Haus in Sanary trotz der
Vielfältigen Hilfe der Freunde dort
Buchen ein Grand Hotel in Bandol

Das Thomas Mann dieses zumindest
Teilweise geschmacklos findet wie
Sich Zigarren aus Zürich bestellt sich
Über Lärm beschwert hält Illies ihm 

Im üblich arroganten Ton mit eher
Spürbarer Abneigung vor was nur
Fortsetzt was schon lange nervt
Wie die Bemerkung zur Bettwäsche

Thomas Mann der schon häufiger
In Paris war mit Katia selbst schon
In Sanary Urlaub machte wird hier
Unterstellt sich auch über die typisch

Französische Art Betten zu machen 
Sie also am unteren Ende einfach
Einzuklemmen oder fest zu stecken
Noch genervt aufzuregen was nur

Viel über Florian Illies und seinen
Stil bei dieser schlechten Kolportage 
Erzählt aber wenig über Familie Mann
So unglaubwürdig wie überflüssig ist

Golo Mann erlebt am 10. Mai in
Berlin die Bücherverbrennung mit
Unter anderem Klaus und Henrich
Beklagt es Deutscher zu sein darum

Der weite Blick für den historischen
Zusammenhang der darin liegt wird 
Zwar erwähnt aber im Verhältnis zu
Sonst Belanglosem schnell erledigt

Golo Mann hat so viel bedeutendes
Auch zur deutschen Geschichte
Geschrieben dass fraglich bleibt
Warum dazu nichts gesagt wird 

Ein erstaunlich gut gelaunter Klaus
Der Dank Annemarie nicht nur Drogen
Sondern auch Pläne hat verblüfft
Seine Schwester Erika damit sehr

Eine leere Streichholzschachtel für
Die tägliche Zigarre wird für den
Raucher Thomas Mann zum Symbol
Für die Dauer seiner ewigen Odyssee

Jedoch trifft am gleichen Tag endlich
Das Paket mit den Tagebüchern ein
Die wohl nicht angerührt wurden
Dafür wurden die Verträge geprüft

All diese Tagebücher die Mann so
Sehr besorgt haben verbrennt er
Nach Kriegsende 1935 in Kalifornien
Bis auf wenige die er noch brauchte

Wie gut denke ich dabei angesichts
Der publizierten Schnüffelei von Illies
Da hat er der Nachwelt viel erspart 
Vor allem die Ablenkung vom Werk

Das große Familienfest der Manns
Im Grand Hotel in Bandol nennt
Illies spöttisch Familienaufstellung
Mit den Großeltern Pringsheim 

Klaus nennt es Urgreise Greise 
Kinder während Hedwig Pringsheim 
Vom etwas wüstem Familienleben
Zu elfen wohl treffend berichtet

Sohn Golo wird vermisst und auch
Gewürdigt während Monika dabei
Mit keinem Wort erwähnt wird wie
In Familien manche eben untergehen

Kein Thema ist dass die Pringsheims
Wieder zurück nach München wollen
Sie halten sich ihres Reichtümer 
Wegen wohl für unverwundbar 

Ihr Palais wurde dann 1933 schon
Enteignet und abgerissen um Platz
Für die NSDAP Parteizentrale zu
Machen was Illies nicht erwähnt

Er deutet nur an dass sie schon im
Juni merken wie naiv sie doch waren
Was mal wieder nur schlechter Stil ist
Stattdessen wird wieder behauptet 

Wie genervt Thomas Mann vom
Besuch der Schwiegereltern war
Der nur notierte dass es Katia
Gut tat was genügen könnte

Es mag dieser Blick auf den stets
Tendenziösen Stil von Illies nervig
Wirken und pedantisch aber hier zeigt
Sich warum das Buch schlecht ist

Was vorgibt über eine Epoche zu
Berichten die vielfältig bedeutend
Auch für die deutsche Literatur war
Wird zur Meinungsmache missbraucht

In dem Versuch locker flockig wie
Spöttisch dabei zu schreiben werden
Nur alte Vorurteile billig gepflegt die
Eigene Meinung noch zu verbreiten 

Das ist schlechter Stil und wenig
Informativ auch wenn es sich mit
Entsprechendem Marketing als
Bestseller sicher zu gut verkauft

Werde weiter berichten aber rate
Bis jetzt dringend vom Kauf ab 
Auch wenn manche Information
Wie Zusammenstellung gut ist

Sich ganz vermeintlich witzig
Über eine Familie und dabei
Insbesondere über Thomas Mann 
Zu erheben ist kein guter Stil

Weiß nicht wer dieses Buch
Zum großen Jubiläum brauchte
Als alle die Mann schon immer
Einen kranken Pedanten fanden

An einer Stelle erzählt Illies wie
Rührend Mann seiner Tochter
Elisabeth den Schluss aus dem
Rheingold auf der Terrasse vorsang

Auch dies wieder leicht mokant
Statt zumindest neutral berichtet
Wird sich nur billig lustig gemacht
Frage mich wer so etwas braucht

Die Liebe zu dem gefühlvollen Vater
Der auch unglaublich komisch dabei
Sein konnte wird nirgends sichtbar
Dafür ewig billige Lästereien nur

Werde es zugegeben leicht genervt
Noch etwas weiter lesen aber der
Punkt es wegzulegen rückt näher
Illies versteht Thomas Mann nicht

jens tuengerthal 3.11.25

Montag, 3. November 2025

Herbstrückzug

Herbstrückzug 

Während die Tage kürzer werden
Herbststürme toben und Regen
Über das Land zieht beginnt die
Zeit des schönsten Rückzug 

Es sich Zuhause in der eigenen
Höhle gemütlich machen um das
Draußen besser zu ignorieren
Öffnet uns große geistige Welten

Bücher führen uns überall hin
Statt durch die Welt zu laufen
Können wir den Rückzug mehr
Genießen für das Gleichgewicht

Sich weniger draußen beschäftigen
Um mehr innen anzukommen kann
So ein Paradies uns öffnen das bleibt
Was viele im Frühling vergessen 

Liebe den Herbst auch wenn er mal
Wieder wild und rauh daher kommt
Weil er was ich immer am liebsten tue
Lesen Tee trinken und Kekse essen 

Auch außen noch gut begründet
Habe ich doch die Welt in meiner
Bibliothek und nirgends ist es schöner
Als hier im Staub der Bücher zu leben 

Brauche keine Ablenkung weil alles
Was ich liebe ganz nah liegt muss
Nur die dunkle Zeit nutzen um das
Eigene Heim ganz zu genießen 

Dankbar für die Fähigkeit dies zu
Erkennen und zu würdigen kann ich
Den Herbst lieben wie er auch kommt
Bleibe einfach nur wo ich bin

jens tuengerthal 3.11.25

Bindung

Bindung

Liebe verbindet
Menschen untereinander
Gern unerwartet

jens tuengerthal 3.11.25

Einbildung

Einbildung

Einbildung könnte
Der Anfang von etwas ganz
Phantastischem sein

jens tuengerthal 3.11 25

Bildung

Bildung

Was ist schon Bildung
Wo beherrscht Einbildung den
Engen Horizont

jens tuengerthal 

Liebesmythos

Liebesmythos

Wann lieben wir uns ist das je klar
Oder sind wir dann nur verliebt weil
Liebe Dauer und Realität braucht
Virtuell nur eine Illusion sein kann

Doch was soll die Unterscheidung
Wenn es nur um graduelle Werte 
Des mehr oder weniger beim
Sicher vorhandenen Gefühl geht

Wie wirklich ist die Liebe je die
Empfindungen nur beschreibt
Welche sich jeder Erklärung
Mit Vernunft einfach entziehen

Wird die Liebe jemals Wirklichkeit
Oder bleibt sie immer ein Mythos 
Der auf Träume und Phantasien setzt 
Welche unser Gefühl bewegen

Ein Mythos ist eine traditionelle
Erzählung die dazu dient soziale
Oder sonst natürliche Phänomene
Zu erklären oder zu veranschaulichen

Was vollkommen zur Liebe passt
Das Wort hieß eigentlich noch
Rede oder Erzählung die in der
Antike nicht vom Logos getrennt

Ursprünglich meinte es noch eine
Sagenhafte Überlieferung die uns 
Den Anfang der Welt wie unseres 
Sein oder der Natur dabei erklärte 

Heute ist es auch eine Person
Oder eine Begebenheit die zu
Einer Legende wurde oft dabei
Noch irrational weiter glorifiziert

Es wird der Mythos vom Märchen
Was nur eine Geschichte sei
Dabei unterschieden auch wenn
Sie sich wie in der Bibel ähneln

Diese ein Märchenbuch darum
Zu nennen wäre vermutlich viel
Vernünftiger als den Mythos noch
Beweisen zu wollen mit Forschung

Ein Märchenbuch der jüdischen
Familien das verklärt erzählt was war
Daran noch die Mysterien hängt um
Einen Guru vor 2000 Jahren dabei

Dieser machte die Liebe zu seiner
Religion und die Männer der Macht
Trennten die Sexualität dann davon
Frauen ihre Überlegenheit zu nehmen

Weil alte Männer nach der Natur
Anders als Frauen impotent werden
Ist der Mythos christlicher Liebe ein
Verklemmt sexueller auch geworden

Darum beten wir männliche Götter an
Statt unsere natürlichen Göttinnen
Ihrer Natur entsprechend zu würdigen
Um dies gemeinsam zu genießen

So kann ein Mythos eine alte
Übernatürliche Erzählung sein 
Die Sinn und Ordnung stiftet oder
Eine legendäre Übertreibung nur 

Die Liebe lässt sich unter all dies 
Vollkommen subsumieren auch
Wenn sie nur ein natürliches Gefühl
In einen höheren Rahmen stellt

Für eine notwendige Unterscheidung
Von Liebe und verliebt außer als bloß 
Gradueller Maßstab finden sich keine
Danach noch schlüssigen Argumente

Dies auch weil das nur mehr oder
Weniger eines Gefühls niemals mehr 
Als rein subjektiv erklärbar noch bleibt
Nie Maßstab der Begründung ist

Vielleicht ist es dieses Gefühl was
Seit Millionen Jahren in Milliarden
Von Menschen immer wieder neu 
Als besonders erscheint was zählt

Der Liebesmythos als ein Gefühl
Der Singularität das sich erst im
Miteinander erfüllt und darum stets
So nah wie möglich ineinander strebt

Dabei wird der Mythos nach der Natur
Auch sexuell und führt uns damit auch
Die überlegene weibliche Potenz vor
Welche nach Befriedigung strebt wie
Alles Sein nach unserer Natur die mit
Sechs Zeilen hier sexuell endet

jens tuengerthal 3.11.25

Sonntag, 2. November 2025

Lektürentagebuch 2.11.25

Lektürentagebuch 2.11.25

Die ersten Seiten des Mai in 
Wenn die Sonne untergeht sind
Geballt von Informationen die
Spannende Zusammenhänge zeigen

So kommen Klaus und Erika endlich
In Sanary-sur-Mer an und treffen
Oh Wunder ihre alte Freundin Billux Sybille Baronin von Schönebeck

Direkt am Hafen was ein Glück ist
Handelt doch ihre Mutter mit ihrem
Verschwundenen achtzehn Jahre
Jüngeren italienischen Mann Villen 

Illies erzählt noch ein wenig von den
Familiären Hintergründen von Billux
Und ihrer schönen Mutter Lisa die
Aus wohlhabender jüdischer Berliner

Familie mit Namen Bernhardt stammt
Lisa war in der Kulturszene Berlins
Einigen Größen horizontal bekannt
Wie Tucholsky und Feuchtwanger 

Angeblich soll auch Thomas Mann
Erfolglos einst um ihre Gunst noch
Gebuhlt haben warum sie ihn nun
Immer den armen Tommy nennt

Was unbelegt behauptet nur einer
Der vielen Ausrutscher in den Tratsch
Ist aber zumindest stilvoll erzählt wird
Mit dazu bedeutenden Protagonisten 

Lisa taucht auch in vielerlei Gestalt
Im Werk von Franz Hessel auf ist 
Eine zentrale Figur mit ihrer Tochter
Für das bald Haus der Familie

Währenddessen trifft Thomas Mann
Mit Sohn Golo zusammen noch im
Basler Luxus Hotel Drei Könige den
Rechtsanwalt Heins ohne Folgen

Der Meister leidet und hat große 
Angst vor dem Verlust des Koffer 
Mit seinen Tagebüchern versucht
Mit Tolstoi und viel Schlafmitteln 

Zumindest ein wenig zur Ruhe
Zu kommen was misslingt worauf
Die Panikattacken noch zunehmen
Was ihm völlig außer Gefecht setzt

Das ist kein Wunder und kein Grund
Für Spott eines halbgebildeten Autors
Sondern eine psychische echte Not
Die professionelle Hilfe bräuchte 

Dagegen findet Klaus eine Formel
Die Illies Artikel 1 des Grundgesetzes
Der Familie Mann nennt Schreiben als
Einzige Möglichkeit der Erleichterung 

Dazu wird noch sehr passend eine
Viel spätere Anekdote zu Katia 
Eingeflochten die im Interview sagte
Es müsse doch in dieser Familie

Eine geben die nicht schreibt und
Nannte konsequent ihre Erinnerungen
Meine ungeschriebenen Memoiren
Was mal eine elegante Brücke ist

Nach Tagen des Leidens an der
Ungewissheit in Basel kommt dann
Endlich vom Außenministerium in 
Paris die Einladung mit Willkommen

Am 4. Mai endlich berichtet
Rechtsanwalt Heins aus München
Der Koffer mit den Tagebüchern käme
In den nächsten Tagen in Lugano an 

Erleichtert schläft Mann erstmals
Wieder gut und die Reise nach
Sanary wird nun endlich konkret
Am 5. Mai geht es im Schlafwagen los

Das sich Illies dann wieder darüber
Lustig machen muss dass Mann das
Fehlen warmer Getränke im Zug eine
Behagensminderung nennt ist typisch

Wo Illies nüchtern Fakten berichtet
Gerne auch mal gefühlvoll schildert
Ist seine Sachkenntnis sehr schön
Wo er wertet wird es nur peinlich 

Dieses kleine Nest Sanary-sur-Mer
Ist ein wichtiger Ort geworden in 
Der deutschen Literaturgeschichte
Im Exil nach 1933 daran erinnern

Ist so gut wie zum Verständnis auch
Der eigenen Geschichte und Kultur
Dringend nötig weil nur diejenigen
Aus der Geschichte auch lernen 

Die sie verstehen und im Kontext
Als teilweise vernichtete Kultur
Erst weiterleben lassen können
Was den Ort so bedeutend macht

Hier traf sich die Elite deutscher
Literatur von den Nazis vertrieben 
Dort verstarb der große Franz Hessel 
Verbrachte Manns einen Sommer 

An diesen zu erinnern ist sehr
Verdienstvoll von Florian Illies 
Ersparte er uns Lesern nur seine
Unqualifizierte Meinung dazu

Wer herablassend über Zustände
Psychischer Not spottet die auch
Die eigene Sexualität betreffen
Zeigt leider nur wenig Charakter

Alle wissen von Manns auch in
Seinem Werk gezeigter aber der
Form zu genügen unterdrückter
Homosexualität die er nie lebte

Sich darüber spöttisch flapsig
Zu äußern verkennt die Umstände
Auch wenn Illies richtig anmerkt
Dass Tommy sich Katias wegen sorgt

Er wollte mit seiner natürlichen 
Neigung nicht seine geliebte Frau
Bloßstellen sondern wahrte die Form
Was große Disziplin immer erforderte

Vor allem lebte er seinen Humor
Wie seine Ironie so wunderbar
In seinem Werk aus wie es kein
Anderer Autor je schaffte 

Wer nun die psychische Not eines
Menschen auf der Flucht der sich
Des Bodens unter den Füßen noch 
Beraubt sieht verspottet ist billig

Würde auch nicht behaupten dass
Dieser Denkmalssturm der Erkenntnis
Förderlich ist oder das Werk besser
Verstehen lässt im Gegenteil

Zu oft leider klingt Illies beim doch 
So spannenden Thema in großer Not
Spöttisch herablassend wähnt sich
Den lächerlichen Manns überlegen

Denke dabei hat sich ein kleines Licht
Ziemlich verhoben was es zwar zum
Bestseller für schlichte Geister bringt
Aber ohne den möglichen Gewinn 

Zumindest waren heute Teile besser
Lesbar und vieles spannend genug
Die schlichten Urteile zu ignorieren
Morgen mehr aus Sanary-sur-Mer

jens tuengerthal 2.11.25

Anschlagsfreiheit

Anschlagsfreiheit

Gerade wieder in allen Nachrichten
Ein Messeranschlag in England wie
Der Versuch ein Attentat zu planen
In Berlin für den verhaftet wurde

Was machen solche Nachrichten
Wem dienen sie als die zu stärken
Welche vom radikalen Extremismus 
Leben den schmutzigen Rand halt

Ihr Geschäft ist die Angst welche sie 
Seit Jahren erfolgreich bespielen 
Ohne eine Lösung zu bieten als
Mehr Radikalisierung ohne Hoffnung

Wer sich anstecken lässt von der
Angst die längst zu viele ergriff 
Gibt dafür seine Freiheit auf ohne
Je Sicherheit bekommen zu können

Angst ist der Nährstoff der Radikalen
Sie füttern ihre Anhänger damit auch
Ohne eine Antwort zu bieten die nur
In stabilen Verhältnissen liegen kann

Die Antwort auf eine Gefährdung
Der Freiheit darf nie sein diese für
Illusionen von Sicherheit aufzugeben 
Sondern die Verteidigung der Freiheit

Nur eine offene Gesellschaft die sich
Aktiv um Integration bemüht kann die
Radikalisierung ihrer Ränder stoppen
Freiheit verteidigt wer Angst nimmt

Wirkliche Lebensgefahr herrscht im
Straßenverkehr immer noch wo
Weiter täglich Menschen sterben 
Darüber aber berichtet keiner 

Die Verhaftung vorab in Berlin zeigt
Der Staat und die Polizei tun viel
Es gibt keinen Grund für Angst
Wer klug ist meidet alle Massen 

jens tuengerthal 2.11.25