Montag, 13. Oktober 2025

Lektürentagebuch 13.10.25

Lektürentagebuch 13.10.25

In Lázár drei Kapitel von der Flucht gelesen
Wie sie mit Pferd und Wagen im eisigen
Dezember aus dem Waldschloss flohen 
Sich dem Treck gen Westen anzuschließen 

Einfühlsame Bilder des Elends auch derer
Die am Wegesrand blieben um zu erfrieren
Der jungen Mutter die Eva in den Hermelin
Von ihrer Mutter gehüllt beobachtete

Stoisch schob diese den Kinderwagen
Durch Schnee und eisige Kälte bis sie
Zu schreien begann sich Haare ausriss
Ihr totes Baby aus dem Wagen nahm

Wie sie zusammenbrach und der Treck
Anhielt sie auf einen Wagen gesetzt wurde
Es immer weiter ging weil die Russen
Nun immer näher zu kommen drohten

Die meisten noch nicht wussten wo sie
Über Nacht bleiben konnten während
Die Lázárs von befreundeten Grafen 
In ihrem Schloss erwartet wurden 

Lajos und Graf Pėter fahren dann in der
Nacht zum Waldschloss den großen
Wagen zu holen Pista der mit will wird
Befohlen auf die Frauen aufzupassen

In der Nacht aber kommen dann die
Russen zum Schloss ein junger Soldat
Nahm ihn und seine Schwester mit
In den Salon wo alle nun waren 

Das Personal und die Mädchen waren
In die Küche gesperrt worden als nun
Der Offizier von der Gräfin eine Frau
Für seine Soldaten als Beute forderte

Pista völlig hilflos sorgt sich um seine
Schwester die Baronin sitzt gerade
Auf ihrem Platz und die Gräfin geht
In die Küche und kommt mit einer

Diese opfert sich und nacheinander
Verschwinden die Soldaten im Zimmer
In dem sie anfänglich noch jammert
Als die Lust gestillt ist wollen sie weiter 

Eigentlich sollte es zum Waldschloss
Nun gehen Pėter und Lajos zu töten
Da kam der Befehl der sie zum Kampf
Um Budapest rief als letzte Rettung

Lázárs kehren ins Waldschloss zurück 
Verbringen eine arme Weihnacht für die
Lajos noch eigenhändig den Baum fällte 
Mit jedem Schlag gegen seine Wut haut

Denke an die Geschichte vom Treck
Die meine Großmutter aufschrieb die
Mit ihrer besten Freundin zusammen
Mit den letzten Pferden von Bülows

Gen Westen floh was mein Großvater
Noch organisiert hatte bevor er zurück
Zur Truppe nochmal musste sein Freund
Der Güstrower Bülow war ja schon nach

Dem 20. Juli 1944 hingerichtet worden
Der Grotepater genannte Großvater war
Angeklagt worden weil er auf den Listen
Von Goerdeler stand doch konnten sie

Ihm nichts nachweisen warum er dann 
An die Ostfront geschickt wurde bis sie
Zerbrach und wie sich dann tatsächlich
Die Großeltern auf der Flucht fanden 

So gab es wohl in vielen Familien solche
Geschichten von Flucht und Vertreibung
Wie die Angst vor den brutalen Russen 
Denen meine Großmutter noch entkam

Heute erzählten die Frauen die aus der
Ukraine kamen diese Geschichten und
Nichts an dieser männlichen Herrschaft
Die Frauen missbrauchte änderte sich

Sehr einfühlsam und sensibel wird das
Elend der Flucht und die kurzzeitige
Rückkehr ins Waldschloss beschrieben
Aus verschiedenen Perspektiven dabei

Nelio Biedermann fühlt sich in den Baron
Mit seiner Wut seiner Scham wie den 
Schuldgefühlen gegenüber den Juden
So sehr ein wie in die Kinder und Lilly

Ohne zu sehr in Gewalt und Brutalität
Zu schwelgen oder die Vergewaltigung
Durch die Russen zu verharmlosen wie
Grass es in der Blechtrommel noch tat

Mit feinem Gespür für das sagbare das
Dem Strom der Erzählung auch dient
Geht der Autor mit dem komplexen
Historischen Stoff dabei noch um

Als vorher Beteiligte am Schrecken des
Krieges wie der mörderischen Herrschaft
Scheint die Vertreibung gerecht doch wer
War schuldig wer widerwillig Mitläufer

All dies findet sich in der Familie Lázár
Es wird sich der Verantwortung gestellt
Mit der eigenen Feigheit gehadert wie
An der Lieblosigkeit der Familie gelitten

Dieser seltsame Stolz der es sich verbietet
Große Gefühle in zu zeigen oder gar Liebe
War auch in preußischen Familien noch
Weit verbreitet kenne ich teilweise gut 

Genau damit endet auch das Kapitel
Vom Weihnachtsfest im Waldschloss
Als Lajos Lilly weinen sieht aber lieber
Rauchend in der Bibliothek bleibt

Die Frage an sich was von der Liebe
Ihnen nach allem noch blieb stellt sich
Lajos als er zu Lilly ins Bett kriecht
Immerhin umarmt er sie zärtlich

Diese zärtliche Liebe kannte ich
Von den väterlichen Großeltern
Die ihre große Liebe feierten auch
Wenn die Söhne dressiert wurden 

Der eigene Großvater war so teils
Ein cholerisch gewalttätiger Mann 
Der durch die Liebe der Großmutter
Gezähmt wurde wie es üblich war

Andererseits ein zärtlicher Liebhaber
Ein Mann der Frauen liebte mit einer
Großen Liebe für Frankreich der so
Gebildet wie belesen auch war

Das Erbe der Familie setzt sich fort
Irgendwann bemerkst du die gleichen
Eigenschaften auch bei dir wie sich
Lajos und Pista mit Selbstzweifeln quälen

Fein ist dieser Roman über Generationen
Zwischen wechselnden Regimen mit
Noch völlig ungewisser Zukunft dabei
Konstruiert und beschreibt einfühlsam

jens tuengerthal 13.10.25

Erneuerbareglück

Erneuerbareglück

In Zeiten katastrophaler Entwicklung
Mit einem von der Öl-Lobby bezahlten 
Präsidenten der USA wurden gute 
Nachrichten zum Klima selten 

Um so schöner ist es nun zu sehen
Wie Erneuerbare erstmals die Kohle
Wie sonst fossile Energiequellen nun
Weltweit überholt und abgehängt haben 

Doch diese Entwicklung kommt nicht
Durch den früheren Vorreiter Europa
Sondern von Indien und China die
Begriffen haben wo die Zukunft liegt

Deutschland hatte durch das vorbildliche
Erneuerbare Energien Gesetz lange eine
Vorreiterrolle weltweit die wir nun dank der
Innovationsfeindlichen Regierung verlieren

Merz und seine Wirtschaftsministerin die
Lobbyistin der Energiekonzerne ist setzen 
Auf Gas und verpassen so die Zukunft die
Schon die Automobilindustrie verkannte 

So werden die Jahre unter Merz nicht nur
Kulturell sondern auch ökonomisch als
Großer Rückschritt Geschichte werden
Die große deutsche Chancen verspielte

Ob diese Erkenntnis eine gute Nachricht
Noch ist möge jeder politisch für sich 
Entscheiden der Rest der Welt außer
Den USA ist auf dem richtigen Weg

Es ist ein großes Glück für das Klima
Wenn Indien und China nun konsequent
Auf Erneuerbare setzen doch Zukunft
Hat nur wer diesen Weg mitgeht

Diese Erkenntnis nach konservativen
Wissenschaftlichen Einschätzungen
Senden ein deutliches Signal an die Welt
Mit Erneuerbaren beginnt die Zukunft

Wer in dieser ökonomisch noch eine
Rolle spielen will muss den Weg gehen
Der diese Energieform immer günstiger
Für alle Menschen machen wird 

Wer es verpasst entwickelt keine eigene
Erfahrung und keine Industrie in diesem
Wichtigsten Bereich der Zukunft wird
Diese teuer bei anderen einkaufen müssen

Ob es ein gutes Signal für die Welt ist
Dass sich die USA ihr eigenes Grab
Schaufeln möge nach politischer Sicht
Jeder für sich entscheiden es ist nun so 

Europa und insbesondere Deutschland
Mit seiner guten Erfahrung dabei könnten
Hier wieder eine Führungsrolle spielen
Sofern sich Merz bald erledigt hat

jens tuengerthal 13.10.25

Kriegsrealismus

Kriegsrealismus

Endlich sprach der Chef des BND offen
Vom Krieg den Russland in Europa sucht
Wie durch Unterstützung aller Feinde der
Freiheit von rechts und links bereits führt

Wie naiv sich ein uneiniges Europa hier
Gegenüber dem totalitären Nachfolger
Der UdSSR bis heute noch zeigt warum
So eine Kurswende angemahnt wurde 

Geheimdienste sind immer schwierig
Keiner ihrer Chefs sollte je größeren 
Politischen Einfluss in der Demokratie
Wie im liberalen Rechtsstaat haben

Doch aufklären dürfen und sollen sie
Auch über die reale Kriegsgefahr die
Manche auch Genossen leichtfertig 
Bis heute noch übersehen haben

Putin erlitt als KGB Offizier einst den
Zusammenbruch seiner Heimat der
Totalitären UdSSR und sinnt bis heute
Auf Rache am Westen für den Untergang

Weil die NATO und die EU diesen 
Totalitären Geheimdienstmann nicht
Aufnahmen tut er bis heute alles um
Das freie Europa zu zerstören

Konsequenz dieser Rede vor einem
Zuständigen Ausschuss im Bundestag
Ist ein Verbot aller politischen Parteien 
Die dem Einfluss Moskaus unterliegen 

Insofern wir bereits im Krieg sind mit
Russland genügt dafür die Aussage
Des BND zur Gefährdungslage um
Das Verbot damit zu legitimieren 

Dass fast ein Viertel der Wahlberechtigten
Bisher zu blöd war dies zu erkennen oder
Es für andere Dinge in Kauf nahm ist kein
Grund die Feinde nicht auszuschalten

Weniger als ein Viertel hat logisch damit
Dreiviertel der Bevölkerung gegen sich 
Im Krieg erledigt sich das Murren schnell
Nicht ¼ Idioten das Land zu überlassen

Wir befinden uns seit Jahren im Krieg
Mit Putins Russland den bisher nur die
Ukraine mutig alleine führte warum es
Zeit für unbegrenzte Solidarität ist

Kein russischer Herrscher sitzt je fest
Im Sessel der Macht immer hält nur der
Ständige Terror gegen andere sie fest
Eine entschiedene EU stürzte ihn rasch

Die Selbstdemontage der USA als letzte
Großmacht könnte Europa konstruktiv
Nutzen sein Modell zu exportieren wie
Den Krieg für sich zu entscheiden

Einmal schon 1989 wählten die Menschen
Im Osten die Freiheit die nur nie ganz in 
Russland ankam was die Aufgabe der
Zukunft für Europa sein wird um so

Im Bündnis zwischen Pazifik und Atlantik
China zur Freiheit zu bringen wie den Kurs 
Der Weltwirtschaft so zu bestimmen statt 
Opfer nationaler Hegemonie zu werden

Es braucht nun mehr Kriegsrealismus
Um Russland effektiv zu besiegen wie
Dem Terrorherrscher dort Grenzen in
Aller nötigen Deutlichkeit zu zeigen 

Wagen wir endlich zu erkennen was
Der BND Chef vor dem Ausschuss sagte
Was ich seit Jahren hier schreibe um
Die Freiheit Europas zu verteidigen

jens tuengerthal 13.10.25

Menschenhandel

Menschenhandel

Präsident Trump der peinlichste Präsident
Den die USA bis heute hatten wurde zum
Friedensfürsten und Menschenhändler 
Der den Kurswert des Lebens bestimmt

Ein palästinensischer Terrorist ist danach
Ein Hundertstel eines Israeli nur noch wert
Beim Geiselgeschacher kamen nun nach
Amerikanischem Deal 20 für 2000 frei 

Ob damit die Hamas bessere Händler hat
Ihre Menschen wertloser sind oder sich an
Der Stärke der Volkswirtschaft orientiert 
Welchen Wert Menschen haben ist unklar

Hier leichtfertig nicht zu unterscheiden 
Zwischen israelischen Geiseln und den
Palästinensischen Terroristen wie es auch
Die Nachrichtensprecherin tat ist seltsam

Ein Rechtsstaat muss Terroristen freilassen
Um seine entführten Bürger zu befreien
Dazu handelt ein amerikanischer Präsident
Einen Deal mit arabischen Freunden aus

Ob diese zumindest endlich Befreiung der
Geiseln zu einem tauglichen Frieden führt
Ist noch so offen wie vieles was nun in
Ägypten ausgehandelt werden soll

Wer wird Partner eines solchen Friedens
Wenn die Hamas verschwinden soll die
Stand heute überall in Gaza involviert ist
Was noch für die Zukunft spannend bleibt

Wird ein Netanjahu dessen Stuhl wackelt
Über den aufgedrängten Deal nun fallen
Zu dem Trump ihn zwang wer hat die
Verantwortung für das Versagen vorher

Einmal schon hatte Netanjahu die Hamas
Gestärkt den Deal mit Abbas zu verhindern 
Was wird er nun zu erreichen versuchen
Welchen Gewinn erhofft Trump sich dabei

Dieser 13. Oktober bleibt ein Tag der
Befreiung doch ohne Verdienst Israels
Noch völlige Vernichtung des Terror 
Sind viele Fragen heute noch offen

jens tuengerthal 13.10.25

Liebesethos

Liebesethos

Ein Liebesethos
Könnte die Welt retten ganz
Ohne Religion

jens tuengerthal 13.10.25

Werteflexibel

Werteflexibel

Gut und böse sind
Flexibel verschiebbar stets
In der Politik

jens tuengerthal 13.10.25

Befreiung

Befreiung

Eine Befreiung
Bejubeln ist wunderbar
Fraglich noch ihr Preis

jens tuengerthal 13.10.25

Lustlos

Lustlos

Lustlos zu sein schien mir lange
Eine furchtbare Vorstellung die
Dem Leben alles Schöne nimmt

Heute denke ich eher es ist die
Große Freiheit die uns viele
Dummheiten und Kosten erspart

Mehr Zeit für geistiges Leben
Lässt statt weiter noch ein
Sklave des Sex und damit
Der Launen der Natur zu sein

Was nötig ist wird schnell
Selbst alleine erledigt weil
Der Aufwand zu hoch ist

Sich diese betreffend noch
Von anderen abhängig zu
Machen wofür ich mich
Wie so viele andere Männer

Jahre zum Idioten machte
Was keine wirklich wert war
Irgendwann merkst du auch
Die Unterschiede sind peripher

Es sind keine Überraschungen
Mehr von Frauen zu erwarten
Dafür kommt es nahezu immer
Irgendwann erwartungsgemäß

So gesehen ist lustlos zu sein
Heute die große Freiheit die
Von allen Launen befreien kann

Gefährlich daran ist nur wer
Kein Interesse mehr hat wird
Seltsam genug plötzlich für
Die Damenwelt spannend 

Nach den Regeln des Marktes
Welchen die Natur gerne hilft
Was vermutlich gelegentliche

Ausrutscher noch erklärt 
Im übrigen bleibt das Glück
Der großen Freiheit genug

jens tuengerthal 13.10.25

Singleliebe

Singleliebe

Bald ein Jahr nun allein
Was die längste Zeit meines
Liebeslebens ohne eine Muse
Außer den fernen bisher war 
Denke ich und staune wie
Angenehm entspannt es ist
Schon bald sieben Jahre seit
Der letzten großen Liebe der
Größten bisher Achterbahn
In die das Leben mich warf
Die beinahe tödlich endete
Und es ist herrlich entspannt 
Wäre ich dabei vernünftig
Änderte ich nichts mehr
Liebe das Single Dasein
Erspart viele so völlig 
Überflüssige Diskussionen
Streit und Krisen sind kein
Thema mehr für mich
Sollte ich Ärger suchen
Könnte ich Politik machen
So erspare ich mir beides
Genieße den Frieden und
Bleibe besser dabei um
Sich jede Enttäuschung
Für alle Zeit zu ersparen
Die nach allem noch bleibt 
Liebe es allein zu bleiben 
Für Fälle des leichtsinnigen
Wieder verlieben gegen
Das es keine Impfung gibt 
Helfen hohe Erwartungen
Die keine je erfüllen wird
Ohnehin immer nur sicher
Enttäuschen können was
Sich alle besser ersparen

jens tuengerthal 12.10.25

Sonntag, 12. Oktober 2025

Lektürentagebuch 12.10.25

Lektürentagebuch 12.10.25

Bei Joseph und seine Brüder noch am
Morgen des aufgrund des Ausfluges in 
Die Mark lektürefreien Tages gelesen wie
Sich Mut immer mehr in Joseph verliebt

Der Nachteil an großen Unternehmungen
Ist ja immer wieviel Lesezeit sie stehlen
Mit bloß anderweitiger Beschäftigung wie 
Dinge anschauen was überschätzt wird 

Doch immerhin brachte dieser Ausflug
Vor Ort in Museum und Kirche wie der
Vorbereitung auf die Siegessäule noch
Einiges historisches zu lesen das lohnte 

Warum manche Menschen meinen es
Würde bilden irgendwohin zu fahren
Oder etwas zu erleben bleibt für mich
Als Leser wohl ein ewiges Rätsel

Doch brachte diese historische
Landpartie durch genug Lektüre dort
Auch einen geistigen Gewinn auf den es
Eigentlich allein mir noch ankommt

Sehr fein beschreibt Thomas Mann wie
Sich Mut noch anfänglich selbst belügt 
Bis sie sich das Glück gesteht den jeder 
Nur Gedanke an Joseph ihr bringt 

Die tiefe und innige Zuneigung wird
Mit dem Glücksgefühl gemischt mit
Dem sie eigentlich quälende Träume
Ihm zugunsten weiterhin auslegt

Tief fühlt sich der Autor in die Gattin 
Des Potiphar ein und zeigt uns eine
Im Grunde gute Frau voller Liebe die
Zum leider Opfer der Umstände wird

Nicht wie der nur dünne Text der Bibel
Nach dem sie niederträchtig bösartig
Gar weiblich rachsüchtig scheint sondern
Gefühlvoll dem Liebsten innig zugewandt

Mit viel Sinn für Humor und spürbarer
Kenntnis tiefer menschlicher Gefühle
Baut Mann so die Josephsgeschichte
Zu einem grandiosen Roman aus

Es treten sehr menschliche Charaktere
In ihren formalen Zwängen aus einer
Lange vergangenen Zeit auf die doch
Durch ihre Gefühle aktuell werden

Die Tiefe der Personen wie ihr Erleben
Machen den biblischen Gott schon fast
Überflüssig hier wird eine menschliche
Geschichte mit tiefem Gefühl erzählt

In Kenntnis der biblischen Geschichte
Ist bekannt was Joseph nun droht und
Was aus der Liebe von Mut wird doch 
Erscheint hier eine Frau die echt liebt

Sehe Thomas Mann dabei fast vor mir
Wie er mit der Freude des Erzählers
Die Dramatik durch Verzögerung fein
Lächelnd steigert Verständnis zu wecken

Das ist viel mehr als die schlichte Story
Welche im angeblichen Buch der Bücher
Geschrieben steht es wird menschliches
Drama voll tiefer und großer Gefühle


Erschütternd beschreibt Nelio Biedermann 
Den Marsch der 3500 Juden aus dem
Ghetto von Pécs deren Umsiedlung Lajos
Noch organisiert hatte der nun zusah 

Wie seltsam dieser Trauerzug aussah im
Heißen Juni trugen sie alle noch Pelze
Wie dicke dunkle Wollmäntel während die
Zuschauer sommerlich gekleidet waren

Lajos hatte sich noch eingeredet dass sie
Im Ghetto unter sich waren und sah die
Gesichter der Menschen die an ihren 
Warmen Mänteln den gelben Stern trugen 

Als Leser erfahre ich Lajos Gedanken der
Eichmann und Hitler hasste und den Krieg
Wusste dass die Juden in Auschwitz nur 
Der Tod noch erwarten würde

Wie bekannt damals bereits war was heute
In aller schrecklichen Deutlichkeit bewiesen
Ist weniger wichtig als der Kampf den Lajos
Angesichts des Zuges innerlich führt

Wie er einen gut gekleideten Mann mit
Koffer am Anfang des Zuges ansieht der
Seinen Mantel über dem Arm trägt dieser
Aber wie alle dort den Blick nicht erwidert

Er hatte sich eingeredet mitzumachen
Nur um nicht aufzufallen und so weiter
Pontiller im Waldschloss zu schützen
Der ein entschiedener Gegner war

Diese Lügen vor seiner eigenen Feigheit 
Mit der er schon in der Schule vor jedem
Konflikt floh sind Lajos bewusst der sich
Entsprechend um so schlechter fühlt

Denkt an seine Schwester die inzwischen
Mit ihrem Mann aus der Schweiz nach
Amerika zum Glück geflüchtet ist ob er
Sie auch ins Ghetto organisiert hätte 

Eine der Frauen am Ende des Trauerzuges
Hatte ihr erschreckend ähnlich gesehen
Sofort hatte er den Blick abgewandt nun 
Sah er Ilona vor den Toren von Auschwitz

So schafft es Biedermann dem Grauen
Der Schoa ein Gesicht zu geben wie die
Verantwortung der vielen Mittäter dabei
In Lajos Gewissen noch zu spiegeln 

Wer war alles beteiligt am Holocaust
Nur die Täter in den Lagern oder auch
Beamte die irgendwo am Rand halfen 
Hilft ihr Hass auf Hitler irgendwem

Wie war die Beteiligung dabei in der
Eigenen Familie sind wir dem je
Kritisch und tief nachgegangen
Genügt ein schlechtes Gewissen

Im folgenden 35. Kapitel sitzt der Baron 
Der seit der deutschen Besatzung zum
Kettenraucher wurde am Schreibtisch
Es ist zwei Wochen nach der Deportation 

Seine Gedanken wollte er aufschreiben 
Die Schuldgefühle die ihn plagten als er
Einen Wagen mit knirschenden Reifen
In der Kiesauffahrt vorfahren hört

Er brauchte nicht zu schauen wer es war
Strich sein Haar glatt und auf der Treppe
Kam ihm der junge Diener aufgeregt
Entgegen und meldete die Gestapo 

Fragt ob er ihn verleugnen sollte oder
Den Kaplan warnen was Lajos verneint
Jeder Fluchtversuch wäre sinnlos er
Solle lieber selbst herunterkommen

Die beiden Gestapo Polizisten tragen 
Brillen was Lajos erst irritiert als würde 
Eine Brille Brutalität und Sadismus je
Ausschließen sahen sehr deutsch aus

Wie sie sicher wissen liegt ein dringender
Haftbefehle gegen Herrn Pontiller vor und
Es würde Unannehmlichkeiten ersparen
Sofern er sie gleich zu ihm führte stellt

Der hagere blonde Gestapo Mann gleich
Die Situation ohne Umschweife klar
Die beiden möchten in das Zimmer vom
Kaplan geführt werden der sie erwartet

Der Baron überlegt ob der Kaplan nun
Aus dem Fenster springen könnte wie
Egon Friedell es tat als die SA in Wien
Bei ihm klingelte die nichts wollten 

Mit einem gepackten Koffer neben sich
Sitzt er auf dem Bett und während einer
Sich in die Tür stellt durchsucht der andere
Noch einige Schubladen einer Kommode

Pontiller entschied sich für das Leben
Erklärte dem Gestapo Mann der sein 
Radio einschaltete und eine Stimme
Hörte dies sei ein Schweizer Sender

Wenn er weiterdrehe käme ein englischer
Nun reichte es dem Dicken in der Tür
Pontiller erhebt sich und will seinen Koffer
Mitnehmen der aber da bleiben muss

Als er den Kaplan zwischen den beiden
Polizisten sah dachte er an die Bälle
Mit Kostümen die Lilly so gerne gab 
Ein Mönch und zwei Polizisten

Pontiller lässt noch Lilly grüßen
Wird dann die Treppe hinab geführt
Verschwindet im schwarzen Auto der
Totalitäre Terror des Faschismus war da

Gut beschreibt der Autor hier das Gefühl
Völliger Machtlosigkeit gegenüber dem
Regime des Nationalsozialismus der mit
Angst vor seinen Schergen herrschte

Kein Kampf kein Schuss kein Versuch
Dem Unrecht noch zu entfliehen nur
Höflicher Gehorsam gegenüber der
Willkür staatlicher Allmacht bleibt übrig 

Das ist sehr fein beschrieben und lässt
Lesend ein Gefühl der Ohnmacht wie
Wut wach werden nun zumindest ist klar
Welche Stimmen Pista dort hörte

jens tuengerthal 12.10.25

Schrumpfsteigerung

Schrumpfsteigerung

Weniger muss mehr werden damit
Genug für alle künftig noch da ist
Dies gilt für nahezu alle Bereiche
Außer Bäume die uns retten können

Eine Volkswirtschaft aber die auf
Beständiges Wachstum setzt und
Sich möglichst noch überbieten will
Wird das nie verstehen können 

Dort gilt wachse oder stirb damit
Der Markt sich unkultiviert regelt
Werden völlig falsche Ziele gesetzt
Statt Schrumpfung zu belohnen

Wer mit dem Wort ein Problem hat
Möge statt schrumpfen schlumpfen
Benutzen bis alle begriffen haben nur 
Weniger wollen ist noch ein Gewinn

Eine Konzentration auf weniger Menschen
Die viel weniger Wohnraum benötigen
Logisch weniger Schaden anrichten wäre
Ein Schritt auf dem Weg ins Paradies

Das Paradies gab es solange wir mit
Allem zufrieden waren statt ständig
Mehr besser oder neu zu wollen also
Mit aktuellen Menschen vermutlich nie

Der Witz der biblischen Geschichte die
Natürlich nichts als alberner Aberglaube
Für alle kritisch denkenden Menschen ist
War das Bewusstsein als Schlüssel dabei

Nach dem Märchenbuch des Aberglaubens
Vertrieb der Genuss des Apfels vom Baum
Der Erkenntnis aus dem seligen Paradies
Heute wissen wir dies tut Dummheit allein

Merken was es zum Glück braucht statt
Blind der Herde zu folgen um sich so aus
Der Unmündigkeit zu befreien ist der
Anfang von Freiheit und Aufklärung

Eine schrumpfende Bevölkerung wie
Sich konzentrierende Wirtschaft sind
Ein positives Zeichen künftig was als
Gewinn verbucht werden sollte

Eine Volkswirtschaft die das nicht
Begreift oder umstellen kann ist dem
Untergang ganz sicher geweiht was
Kein Verlust sondern ein Gewinn wäre

Doch machen wir uns auch klar so
Diesen logischen Forderungen noch
Zugestimmt was dies für Deutschland
Wie die gerade Bundesregierung heißt

Das Sozialsystem ist völlig untauglich
Hat so keinerlei Zukunft mehr weil es
Systemimmanent auf Wachstum setzte
Merz betreibt völlig falsche Politik also

jens tuengerthal 12.10.25

Vertrauensselig

Vertrauensselig 

Vertrauensselig ist einfach ein
Wunderschönes Wort weil es
Hoch hält was Verbindung schafft
Auf mehr Gemeinsamkeit hofft 

Jedoch wird es viel eher als zu
Naiv verstanden gar einfältig
Oder auch Treuherzig was
Ein abfälliges Wort sein soll

Manche meinen es sei sogar
Unbesonnen gutgläubig am
Ende gar noch leichtgläubig
Was keiner unter uns möchte

Dabei wäre das Leben doch
Viel schöner könnte ich einfach
Selig anderen vertrauen dass sie
Es schon gut mit mir meinen

Gerade erst etwa forderte der Chef
Der Kassenärzte nun endlich eine
Krankschreibung erst nach vier Tagen
Zu fordern der Rest wäre unnötig

Der Verbandschef fordert die Entlastung
Der überforderten Ärzte setzt damit auf
Vertrauen statt auf Kontrolle was bisher
Insbesondere für Kinder verboten ist

Stattdessen haben wir einen Kanzler der
Mit riesigem finanziellen Aufwand künftig
Die Kontrolle der Ärmsten verstärken will
Weil er auf Kontrolle und Misstrauen setzt

Wie gut tut es dagegen zu sagen dass ich
Dem anderen völlig vertraue weil nur so
Eine Gesellschaft dauerhaft funktioniert
Statt mit Populismus und Misstrauen

Wenn vertrauensselig wieder positiv
Statt als naiv und blöd verstanden wird
Kämen wir uns alle viel leichter näher
Statt jemand schlagen kooperieren wollen

Auch wenn dies sportlich gemeint war
Führte der Geist permanenter Konkurrenz
Am Markt zu einem widerlichen Haufen
Nur noch konkurrenter Egoisten 

Wer dies als Ziel ausgibt wird künftig
In Gesellschaft solcher nur leben die
Sich mit Mafia Methoden ständig erpressen
Wie wir es bei Trump schon sehen

Bleibe lieber vertrauensselig auch als
Atheist dem nichts heilig ist will ich
Lieber mit Liebe und Vertrauen auch
Künftig einander noch begegnen

jens tuengerthal 12.8.25

Liebesdauer

Liebesdauer

Liebe dauert stets
Ewig außer Wirklichkeit
Endet noch schneller

jens tuengerthal 12.10.25

Vergänglichkeit

Vergänglichkeit 

Manche wollen noch
Vergänglichkeit aufhalten
Welch Zeitverschwendung

jens tuengerthal 12.10.25

Sonntagsliebe

Sonntagsliebe

Sonntage lieben 
Trauriger Ruhe wegen
Tristesse als Heimat

jens tuengerthal 12.10.25