Donnerstag, 2. Oktober 2025

Liebeslehre

Liebeslehre

Liebe lehrte mich
Geduld zu haben leider
Nur theoretisch

jens tuengerthal 2.10.25

Morgentee

Morgentee

Morgentee vertreibt
Nächtliche Sorgen besser
Als Vernunft könnte

jens tuengerthal 2.10.25

Zukunftsbremse

Zukunftsbremse

Zukunftsbremse ist
Nie gute Politik nur
Deutsche Wirklichkeit

jens tuengerthal 2.10.25

Liebeserschöpfung

Liebeserschöpfung

Habe mein Leben lang Frauen geliebt
Vielen hundert mein Herz geschenkt
Noch viel mehr sehr nah gewesen
Irgendwann aufgehört zu zählen

Noch ein zweimal in diesem Jahr
Das verbrauchte Herz fast verloren
Aber glücklich rechtzeitig gerettet
Bevor eine zu nah mir wieder kam

So sehr ich Nähe und Zärtlichkeit
Das Jahr über schmerzvoll vermisse
So frei und glücklich macht es
Nicht mehr an einer und ihren

Launen noch zu hängen dass
Die große Freiheit den Verlust
Gerade ziemlich gut kompensiert
Vielleicht habe ich genug geliebt 

Kam die Liebeserschöpfung um
Zu bleiben und Frieden zu schenken
Werde immer die Frauen lieben
Wie ihre vielfältige Schönheit verehren

Doch für die letzten Jahre nun lieber
Mit Abstand als nur Flaneur der Liebe
Es war gut und genug nun nur noch
Von den Lieben zu erzählen

jens tuengerthal 2.10.25

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Ofenrührei

Ofenrührei

Manche Dinge nehme ich mir fest vor
Dann kommt ein Buch dazwischen oder
Einige Verse und schon ist der ganze Plan
Verrutscht was aber nichts macht denn 
Dies steigert nur die Vorfreude weiter

Mit einer kleinen Verspätung
Von nur drei Tagen habe ich
Mir heute mein Geburtstagsbrunch
Gegönnt weil es immer gut ist länger
Etwas von Festtagen zu haben

Das Ofenrührei war eine Premiere
Vielleicht ein wenig viel Kräuter in
Männlicher Großzügigkeit dabei
Auch brauchte es etwas länger als
Alle meinten aber es war grandios

Sechs Eier statt Sex mit Schafskäse
Zwiebel Schinkenwürfeln reichlich
Kräutern aus dem Eisfach wie noch
Italienischen Kräutern obendrauf
Gut Pfeffer doppelt dazu ging es los

Auf dem Sandwich als Zwischenetage
War es ein wenig mühsam dabei zu
Essen doch wer wäre ich meine Pläne
Für kleine Hindernisse zu ändern kann
Dieses Rezept auch kalt noch freuen

Unklar ist nur noch wie ich nun noch
Den Apfelkuchen essen soll der auch
Seit Montag auf mich wartet aber falls
Der Flaneur nun nicht platzt wird auch
Das ein krönender Abschluss heute Nacht

Sonst verschieben wir am Ende nochmal
Dann kann die Geburtstagswoche auch
Ausgiebig für mich allein genutzt werden
Was besser als platzen sein könnte womit
Verse enden wie begonnen verschoben

jens tuengerthal 1.10.25

Lektürentagebuch 01.10.25

Lektürentagebuch 01.10.25

Das nun 14. Kapitel in Lázár steht in dem
Abschnitt Träume und beginnt zwei Jahre
Später mit dem Ausbruch des Krieges der
Zum Ersten Weltkrieg werden sollte

So sind wir im Sommer 1914 wo der Baron
Sándor von Lázár erst einen Tag später
Den Aufruf des Kaisers an meine Völker 
Liest und völlig überrascht darüber ist

Das lange Kriegsgeflüster hatte es nicht
Durch den Wald ins Schloss geschafft dort 
Waren Krieg wie das Ende der Monarchie 
Immer noch völlig unvorstellbar gewesen

Doch der Baron lebte auch allein seit
Márias Tod waren die Kinder in feinen
Katholischen Einrichtungen die in den 
Außenbezirken von Wien lagen 

Auch Frau Virág hatte er zurück nach
Pécs geschickt und seine Geschäfte
Führte ein Verwalter der sich gerne
Noch selbst bediente der Baron trank 

Während der Vater nun meist betrunken
Durch sein Schloss wankte lebte Ilona auf
Führte mit anderen Mädchen das Leben
Von dem sie immer geträumt hatte

Lajos dagegen fühlte sich fremd unter
Den jungen Männern die aus allem ein
Duell machten und durch die Welt gingen
Als seien die Kadetten aus Zinn gemacht

Sie sprachen ständig vom Krieg aus dem
Sie siegreich heimkehren wollten wie von
Den Rundungen der Frauen doch widerte 
Ihn an wie sie von ihnen sprachen als ob

Frauen wie Felder erobert werden wollen
Was ihm absurd vorkam dann lernt er
Caspar kennen der auch meint der Krieg
Stünde vor den Toren Europas nun

Das klingt nett positiv emanzipiert auch
Wenn sich fragt wer dachte warum ganz 
Anders als die Mehrheit um ihm was die
Figur ein wenig konstruiert wirken lässt

Erfahre wie Lajos an der Ruine der Kapelle
Noch andere Jungens kennenlernt und 
Eine Kerze geschenkt bekommt über die
Er zuvor noch lauthals gelacht hatte

Welch sexuelle oder spirituelle Symbolik
Damit bedient werden soll bleibt offen
Wie manches in Andeutungen noch hängt
Die nun der Krieg mit allem dominiert

Es ist gut und spannend konstituiert doch 
Ganz groß ist das in vielem nicht denke ich
An die Buddenbrooks im Vergleich die etwa
Im gleichen Alter von Mann geschrieben

Die rasanten Thriller Effekte einer doch
Familiengeschichte im Adelsmillieu sind
Groß angelegt und gut gemacht könnten 
Aber zu oft verpuffen doch gut bleibt es


Im Geisterfrühstück des Wolf von Niebelschütz geht es nun um die
Weiße Kunst also das Papier das mit
Dichtung und Noten bédruckt wird

Fasziniert ist der Autor wie die Dichter
Geträumtes Leben auf das Papier bannen
Es dort nach ihrer Phantasie tanzen lassen 
Um so erfundene Geschichten zu erzählen

Wo wären Calderóns und Cervantes je
Geblieben ohne Papier es bleibt immer
Als Grundlage aller Dichtung unentbehrlich
Doch gibt es noch keine Ode aufs Papier

Nur massenhaft solche die auf ihm in dann 
Völliger Selbstüberschätzung gedruckt bis
Die nächste Generation sie wieder vergaß 
Neue Massen an Papier zu beschreiben

Ausführlich erzählt der Autor wer alles auf
Papier schrieb und wem es wann zur 
Unterlage seiner Gedanken diente die es
Von Balzac bis Goethe und weiter trug

Detailliert erfahren Leser auch wenn sie
Leserinnen sind wie sich die Arten von 
Papier unterscheiden und was Qualität 
Die in Büchern bleibend ist ausmacht

Schade findet er wie wenig die Autoren
Sich der Grundlage ihrer Arbeit widmen
Die Papier doch immer sei lese ich und
Lächle die Verse ins Telefon wischend

Nun gibt es auch gedruckte Seiten von mir
Wie einige gedruckte Entwürfe noch von
Romanen aber 99% der über 20.000
Gedichte existieren nur digital virtuell

Verschwinden mit Google im Nichts
Aus dem alles kam und zu dem alles
Wieder wird wenn es dabei möglichst
Spurlos wieder verschwinden kann

Wolf von Niebelschütz aber freut sich
Noch am Bestand und schreibt von
Den Träumen in geringer Auflage die
Edelstes Papier dann verwenden

Die fehlende in Ode der großen Dichter
Auf das Papier als Grundlage ihrer Arbeit
Schreibt der kleine Dichter darum selbst
Was liebevoll und schön dazu wird

jens tuengerthal 01.10.25

Friedensorte

Friedensorte

Der friedlichste Ort der Welt ist immer
Eine Bibliothek in der Menschen sich
Still in Bücher versenken glücklich ist
Wer eine solche als Zuhause hat

Dies erkannt zu haben und das Paradies
In dem ich leben darf innig zu lieben hat
Schönste Zufriedenheit mir geschenkt
Was mehr könnte ich erreichen wollen

Zufriedenheit mit allem was ist wie das
Bedürfnis Orte in Ruhe und Frieden zu
Genießen ist die Basis des Glücks das
Kommt um zu bleiben denke ich heute

Lieben wir die Bibliotheken künftig als 
Friedensorte und strebten danach uns 
Selbst solche einzurichten würde dies
Die Welt eher retten als alle Versuche

jens tuengerthal 1.10.25

Besiegbar

Besiegbar

Russland galt als Atommacht 
Als militärisch unbesiegbar doch
In zwei Jahren hat es diese
Vermeintliche Supermacht
Nicht geschafft die Ukraine
Konventionell zu schlagen 

Dafür gelingt es der Ukraine
Immer besser Unruhe in 
Russland auch zu stiften
Was wie alle totalitären
Regine auf tönernen Füßen
Nur steht schnell umfällt

Würde Europa endlich
Die Propaganda Invasion
Der Russen über die hier
Populisten für schlichte
Gemüter betreibt auch in
Russland beginnen wäre

Bald Ende für Zar Putin
Dazu endlich unbeschränkte
Unterstützung der Ukraine
Statt ängstlicher Feigheit
Vor russischen Drohungen
Zeigten schnell wie schwach

Diese KGB Diktatur ist ohne
Basis im Rechtsstaat je weil 
Alle Putin hassen werden
Das Volk mit ihm dann macht
Was er ihren Kindern antat

Diese kleine feige Sau lebt
Nur vor der Angst vor ihm 
Ist ein lächerlicher Scheinriese
Ohne jede reale Potenz was
Seinen Wahnsinn in Drohungen
Wie Luftblasen platzen ließe

jens tuengerthal 1.10.25

Liebesende

Liebesende

Liebe ist endlich
Niemals für immer außer
Wir sterben vorher

jens tuengerthal 1.10.25

Untergangsstimmung

Untergangsstimmung

Untergangsstimmung
Verfliegt unter himmelblau
Wie magisch schneller

jens tuengerthal 1.10.25

Berlinhimmel

Berlinhimmel

Der Himmel über
Berlin ist häufiger blau
Als die Stadt sonst grau

jens tuengerthal 1.10.25

Lektürentagebuch 30.9.25

Lektürentagebuch 30.9.25

Im Chaos der Gedanken und Worte traf
Heute beim Autor und Flaneur ein es ist
Die erste Ausgabe meiner Gedichte von
Elzbieta Dziubińska fein kommentiert 

Es ist eine große Ehre von dieser in 
Polen bekannten Autorin und Dichterin
Die über die polnische Aufklärung forscht
So kompetent kommentiert zu werden

Der Band enthält einen kleinen Querschnitt 
Des lyrischen Werks von jens tuengerthal 
Das bisher meist online veröffentlicht war
Aus den Jahren 2025 und 2026 dabei

Mit tiefem Blick auf die Gedichte und den
Hintergrund wie die eigenwillige Person
Des Dichters kommentiert Ela sehr treffend
Hier als Wissenschaftlerin und Lyrikerin 

Die große Freude die eigenen Verse nun
Gedruckt vor sich zu sehen wird durch die
Wohlwollend klugen Kommentare noch
Deutlich gesteigert so lohnt die Lektüre

Insbesondere da die Wissenschaftlerin
Auch die philosophische Tiefe der Texte 
Auslotet und in einen Kontext stellt der
Das Werk sehr positiv noch erhebt 

Wer hier auf das Werk neugierig wird
Kann die Texte weiterhin online unter
Dichterliebe nachlesen und tiefer in den
Kosmos der 20.000 Gedichte einsteigen


In Lázár sind wir Ostern 1912 wieder in
Héviz mit schlaflosen Nächten für Mária
Die nachdem sie vom Mord an Jonathan
Erfuhr sechs Tage durchgeschlafen hatte

Seitdem schlief sie nicht mehr legte sich
Nur ins Bett und schloss die Augen die
Betthälfte neben ihr war meist leer der
Baron verbrachte die Nächte meistens

Bei seiner Geliebten Frau Virág die er
In einem kleinen Hotel einquartierte
Gab vor er hätte im Kasino zu tun aber
Mária wusste dass er log es war egal

Unter dem Dach lag Idas Kammer und dort
Lag Ida unter Paul und die Tierlaute beider
Hielten Ilona wach die ihr Verlangen mit
Einer großen Kerze zu stillen versuchte 

Nur der zwölfjährige Lajos schlief tief und
Fest und träumte immer denselben Traum
Von riesigen Schiffen die in die dunkle See 
Stachen und ihre Herkunft vergaßen

Lange waren es altertümliche Dreimaster
Bis er ein Bild der Titanic in der Zeitung
Sah ab dann sah er das modernste Schiff
Mit seinen vier riesigen Schornsteinen 

Lajos leidet unter den formalen Zwängen
Hört wie über ihn getuschelt wird und ihn
Gleichaltrige bei Diners fragen ob sein
Großvater wirklich Graf Dracula war

Dann bringt ihm sein völlig aufgeregter
Vater den Artikel über den Untergang
Der Titanic und Lajos kommt es vor
Als sei er selbst im Eismeer ertrunken

Wie seine erschütterte Welt am nächsten
Tag ein weiteres mal erschüttert wird als
Lajos beim Spaziergang um den See auf
Lilly Grünfeld trifft und sie danach begleitet

Wie sie von ihrer toten Mutter erzählt an
Die sie kaum mehr Erinnerungen hat aber
Wissenschaftlich klar auf seine Vorstellung
Als Enkel von Graf Dracula reagiert

Mit bis bald verabschieden sich die beiden
Doch dazu kommt es so bald nicht weil
Herr Grünfeld dann geschäftlich frühzeitig 
Abreist und Lilly zurück nach Wien muss

Das 13. Kapitel beginnt mit der Rückkehr
Der Störche die ihre weißen Hälse aus
Dem Klatschmohnfeld reckten was ein
Nur leicht kitschiges Naturbild ist

Mária die das beobachtet schminkt sich
Ihre Lippen klatschmohnrot steckt noch
Die Perlohrringe von Sándors Mutter ins 
Ohr öffnete ihr Haar zog die Strickjacke an

Ging bevor die anderen erwachten aus
Dem Schloss noch im Nachthemd barfuß
Durch das taufeuchte Gras um noch Steine
Einzusammeln die sie in die Tasche steckte

Sie ging zum See indem sich die Kronen
Der Bäume und der Himmel spiegelten 
Schritt für Schritt ging sie ins Wasser
Versank im Schlamm als kehrte sie zurück

Sehr fein erzählt Biedermann hier von der
Flucht aus dem Leben fast parallel zur
Ersten Liebe ihres Sohnes wie der Lust
Ihrer Tochter als Zuhörerin der über ihr

Wie Traum und Wirklichkeit sich dabei
Mit dem Tod vermengen und die Flucht
Aus diesem wie eine Erlösung scheint
Nicht mal geritzt hatte sich Mária vorher

Wie geht das Leben nun wohl weiter
Ohne die Mutter und wie überstehen
Die Kinder diese grausame Erfahrung
Frage ich mich als Leser irgendwie halt

Das eine geschah im Urlaub der See
Lag neben dem Schloss dort hatte sie
Jonathan getroffen dort ging sie auch
Was immer sie sich erhoffte Ruhe fand sie

jens tuengerthal 30.9.25