Donnerstag, 27. Juli 2023

Lebenslust

Lebenslust

Was macht die Lebenslust aus
Geht es dabei eher um Erotik
Oder Essen was selbiges im
Alter ersetzt oder gar Trinken
Wenn ich an einen guten Wein
Als Hochgenuss dabei denke
Feiner Tee und gute Bücher
Auf keinen Fall zu vergessen
Genügt ein Brot ein Käse wie
Ein Krug frisches Wasser im
Garten mit Freunden was
Epikur als Ideal vorschwebte
Dem erst die bigotte Kirche
Einen Strick aus seiner so
Menschlichen Philosophie der
Lust drehte weil das nicht zur
Vergötterung des Jenseits passte
Was die Kirche so gerne betreibt
Wollte mich nicht festlegen ob
Bei der Lust Sex Büchern oder
Tee und Wein der Vorrang gebührt
Vermutlich kommt es darauf an
Mit wem und welche aber so
Ins vertiefte Detail gehe ich dabei
Dann lieber doch nicht um den
Leserinnen nicht die Lust an der
Lektüre mit Kleinigkeiten zu verderben
Denke noch wichtiger als was genau
Ist die je Haltung dazu dabei wie
Überhaupt zum Leben um dies
Lustvoll genießen zu können
Es zu wollen scheint mir viel
Wichtiger als was dabei die
Lust fängt im Kopf an

jens tuengerthal 27.7.23

Reisende

Reisende

Bin kein Reisender
Am liebsten in meiner
Bibliothek oder in den
Cafés oder Bars der Wahl
Nun bin ich es doch dabei
Quer durch Deutschland
Von Osten nach Westen
Wie von Norden nach Süden
Mutter und Familie zu sehen
Den Grabstein auszusuchen
Was doch mal was bleibendes
Im steten Lauf der Dinge ist
Heim zu fahren wäre nicht
Passend weil ich nicht weiß
Was und wo Heimat sein soll
Zu meinem Elternhaus wohl
Was eben 650 km von der
Bibliothek steht in der ich
Derzeit lebe doch wo diese
Steht wäre eigentlich egal
Solange alle Bücher an ihrem
Platz und erreichbar für mich
Wären könnte es überall sein
Gerne im Wald wenn der nicht
Gerade in Brandgefahr steht
Denke ich und merke wie
Haltlos dies Reisen macht
Von irgendwo nach nirgendwo
Bräuchte ich weniger davon
Hätte gern meine Bücherhöhle
Wie geliebte Menschen um mich
Wobei dabei eine völlig genügte
Glücklich damit zu bleiben wenn
Es zufällig gerade mal so ist
Denke ich und frage mich ob das
Schon wieder das unstete Element
Der Reise ist oder eher doch das
Kontinuierliche der Erfahrung die
Lehrt lieber auf Momente zu bauen
Statt auf Ewigkeiten zu vertrauen
Die flüchtig noch weher stets tun
Bin kein Reisender aus voller
Überzeugung weil Reisen schon
Dem Wesen des Bewohners einer
Bibliothek entgegenläuft die ich
Kaum für einen Moment unterwegs
Bereits vermisse wie besorgt bin
Ob sie meine Abwesenheit auch
Gut überstehen wird und mir bei
Jeder noch so kurzen Reise dann
Vornehme nun sei es aber doch
wirklich genug um lieber in der
Bücherhöhle glücklich zu bleiben
Für das bischen Zeit was bleibt
Nun also reise ich durch das im
Ganzen bisher feuchte Land was
Im hessischen Bergland auch die
Kuppen der Hügel in Nebel hüllt
Wetter um am Kamin zu sitzen
Wie die Höhle nicht zu verlassen
Guten Tee zu trinken und zu lesen
Stattdessen rast die Landschaft
Vorbei die gerne noch viel mehr
Wälder haben könnte auch wenn
Alles sehr grün aus der Bahn scheint
Denke wieder ich bin für diese Form
Des Lebens als sesshafter Leser der
Darum zwei Lesessel hat auch wenn
Dies andere Gründe aus der Geschichte
Des Zusammenlebens hat eher nicht
Gemacht und bliebe lieber wie ich bin
Es wäre gut zu bleiben wie es sich
Dort im Ganzen schön zu machen
Bin wohl eher ein gemütlicher Hobbit
Auch wenn sich das mit den Haaren
Sowohl auf den Füßen wie langsam
Genauso am Kopf eher zurückhält
Während andere ständige Bewegung
Brauchen wie Abenteuer gerate ich in
Solche immer nur widerwillig hinein
Versuche sie dann irgendwie noch
Zu überleben auch wenn ich lieber
Davon lesen würde statt in solchen
Unbequemlichkeiten zu stecken um
Sich zu beweisen was ich doch für
Ein toller Kerl bin was ich mir nach
Allen Liebesabenteuern auch so
Lieber nicht glaube sage mir zum
Trost dass ich nun seit Berlin am
Selben Platz sitze was zumindest
Die Illusion der Kontinuität erhält
Wie mit meiner Mutter dann sogar
Den gleichen dortigen Wein trinke
Wie sonst in der Hausbar was in
Fußnähe der kleinen Bibliothek
Gelegen Heimaten verbindet die ich
Immer noch nicht kenne auch auf
Reisen lieber nur da wäre

jens tuengerthal 27.7.23

Bahnhofsminne

Bahnhofsminne

Saß auf einem Steine
Hatte Bein über Bein geschlagen
Die Hand am Kinn dies stützend
Walther von der Vogelweide im Sinn
Den Berliner Hauptbahnhof vor mir
Als ich die letzten beiden Gedichte
Über die Liebe als Minne schrieb
Die Liebsten ob nah oder fern in
Gedanken ganz innig dabei dachte
Weniger darüber nach wie ich auf
Dieser Welt wohl leben sollte aber
Was der rechte Weg der Liebe sei
Auf dem sie kommt um zu bleiben
Statt unfassbar stets zu sein als nur
Gefühl von dem ich Bahnhof eher
Versteh wo ich ja passend saß dazu
Ein Hiphopper von seiner Liebe sang
Mit altersgemäß schlichten Reimen
Doch viel Gefühl das uns erinnerte
Wieviel Glück auch in der verlorenen
Liebe einst lag und sich daran noch
Zu erinnern verliehe ihm Flügel
So saß der Dichter wie Walter einst
Auf seinem Steine lauschte der neuen
Minne zum frischen Beat der doch die
Alten Themen wie stets besang was
In mir nun manches bewegte woraus
Die letzen beiden Gedichte wurden
Während ich über Walther den Großen
Nun im ratternden Zug längst weiter
Als Halle hier schreibe bleibt die so
Spannende Synergie in hier gänzlich
Verregnetem grünen Land was nach
Zu viel Trockenheit Auge und Gefühl
Im hier grünen Zug gut tut mir präsent
Ansehen Besitz und Gottes Gnade sind
Von keinem Interesse mehr für mich die
Für den minniglichen Walter noch das
Waren was er zusammenhalten wollte
Auch wenn er sieht wie schwer es wird
Ohne Frieden und Gerechtigkeit dreht
Sich mein Denken auf dem Stein das
Hochhaus mit den schiefen Wänden
Im Rücken den Bahnhof vor mir nur
Um Liebe die doch alles fasst wie uns
Zugleich so gerne fassungslos auch
Macht in unserem Streben nach Glück
Was ich mit Epikur den Walther wohl
Kaum kennen konnte zu seiner Zeit
Für das Zentrum des Seins halte
Dessen Gipfel die Liebe dann ist
Welche unfassbares Nichts bleibt
Aber jeden Gedanken besetzt wo
Sie sich ihre Wege in uns sucht
Sei es aus dem Herzen was doch
Blut nur durch den Körper pumpt
Das die Lunge mit Sauerstoff noch
Anreicherte und was sollte je sein
Außer der Natur da mit Epikur wie
Seinem Dichter Lukrez ganz eins
Sei es aus der Seele an die ich nicht
Glaube weil sie keinen Ort in der Natur
Hat denn als Summe der Eindrücke
Die unseren Geist bewegen der sich
Aus den neuronalen Netzen wie den
Hormonen speist mit allem was er
Wissen will über die Natur im hier
Und so saß ich mit meiner nun schon
Über ein halbes Jahrhundert alten
Natur auf einem Steine und wusste
Was ich zur Minne dichten wollte
Die alle Freiheit für mich braucht
Um bleiben zu können wo sie mag
Ohne zu wissen was genau sie ist
Noch was sie und uns im Kern dabei
Bewegt doch sicher was mir das
Gefühl in Freiheit schenken kann
Dankbar dies erleben zu dürfen
Dichtete ich so vor dem Bahnhof
Und dichte nun über das Dichten
Wie die zitierten Vorfahren im Zug
Der quer durch unser Land führt
Das zu Walthers Zeiten noch ein
Kaiserreich war im 12. Jahrhundert
Wo noch von Hand geschrieben
Wurde was bleiben sollte während ich
Diese Verse mit dem Netz verbunden
In den Rechner tippe ist doch die Liebe
Immer die gleiche gewesen und draußen
Regnet es noch in gelbgrüner Landschaft
Zwischen Halle und Leipzig

jens tuengerthal 27.7.23

Synergiegenuss

Synergiegenuss

In vielem ganz verschieden
Wird es ein völlig unerwarteter
Genuss Synergien miteinander
Zu entdecken um darin eins
Doch zu werden gegen alle
Sonst Überzeugungen weil
Was bleibt mehr ist als nur
Zu bekommen was erhofft
Weil es dann erwartungslos
Glücklich macht wie dem
Gefühl Raum gibt zur Liebe
Miteinander zu wachsen
Und dann ist alles gut so
Obwohl es nie passte
Oder vielleicht weil

jens tuengerthal 27.7.23

Kampflos

Kampflos

Früher hab ich um die Liebe
Gekämpft sie zu erobern wie
Schnell in die Horizontale als
Einzig aufrechte Lebenslage
Miteinander zu gelangen sich
Ganz zu haben doch heute
Lache ich über diesen Wahn
Siegen zu wollen und genieße
Lieber was kommt um zu bleiben
Bin kampflos glücklicher als je
Will keine mehr rumkriegen
Genieße dafür um so mehr
Jene die genau das wollen
Wer so beieinander bleibt hat
Sich einander geschenkt was
Viel wertvoller bleibt als jeder
Sieg im Kampf der immer auch
Eine Besiegte zurücklässt dabei
Ist es viel schöner wie zugleich
Voller geteilter Harmonie
Wenn beide einander gewinnen
Es tut gut den Kampf zu lassen
Um Liebe zu gewinnen wie zu
Genießen was bei dir bleibt

jens tuengerthal 27.7.23

Mittwoch, 26. Juli 2023

Genusskultur

Genusskultur

Wie kann ich in Zeiten die dringend
Mehr Nachhaltigkeit benötigen eine
Genusskultur etablieren die gerade
Den Luxus fördert statt zu sparen
Weil Genuss immer ein Luxus ist
Überlege ich der bewusst lebt wie
Alles was schaden kann vermeidet
Der Verantwortung damit gerecht
Zu werden als Bürger im Geiste
Des kategorischen Imperativ der
Schon dem Namen nach eher
Streng als sexy und wild klingt
Andererseits gibt diese Idee uns
Freiheit von allen Normkrücken
Die immer nur unvollständig regeln
Was im Einzelfall nahezu nie passt
Ist so ein Stück gelebte Anarchie
Weil es keine Norm über meinem
Gewissen dann gibt und braucht
Verleiht also Flügel was schon ein
Genuss genug sein könnte dazu
Kann dieser Luxus der Freiheit auch
Zu einer Konzentration führen die
Im Sinne von weniger ist mehr
Der Fülle entsagt um lieber ein
Bescheiden glücklich lustvolles
Leben als Mensch zu führen der
Wenig mehr bedarf als Genuss
An dem was gut tut um damit
Dauerhaft glücklich zu bleiben
Eine solche Genusskultur täte
Den Ressourcen der Umwelt
So gut wie uns selbst die wir
Mit mehr Ruhe genössen was
Lohnender als alles scheint

jens tuengerthal 26.7.23

Überlebensmodelle

Überlebensmodelle

Braucht es neue Überlebensmodelle
Um Zeiten der Krisen zu überstehen
Geht es darum diese Wirklichkeit so
Genau wie möglich zu erkennen oder
Tut es besser sich den Weg zu suchen
Der innerlich den geringsten Widerstand
Weckt um darauf weiter zu schweben
Gefährdet sein Leben wer sich so von
Der Wirklichkeit entfernt oder ist eher
Auf dem richtigen Pfad wer sich gut tut
Aber alle Normen dabei ignoriert
Mit egal was andere wirklich nennen
Das beste aus der Welt sich macht
Ist es vielleicht das bessere Modell
Sich die Welt so zu machen wie sie
Uns gerade gefällt statt sie zu nehmen
Wie sie in grausamer Wirklichkeit scheint
Weiß wer sicher wie wirklich die Wirklichkeit
Je für wen ist oder tut es besser sich an
Das nur zu halten was gut tut um damit
Glücklich zu bleiben und plädiere ganz
Entschieden für letzteres weil das
Pippi Langstrumpf Modell die Welt
Immer schöner macht egal was ist
Wer darin lebt hat für sich eine viel
Schönere Wirklichkeit als all jene die
Meinen genau zu wissen was richtig
Wie notwendig nun sein muss 
Habe lieber keine Ahnung von allem
Was muss aber genieße was ich mir
Als gut vorstelle dafür mehr auch
Weil die Welt dann unberechenbar
Wie liebenswert chaotisch bleibt

jens tuengerthal 26.7.23

Verehrungsglück

Verehrungsglück

Welch Glück ist die Verehrung
Die völlig unkritisch schaut wie
An der anderen alles wunderbar
Großartig wie geil findet weil die
Entdeckung einer Schönheit alle
Realen Mängel erstmal ausblendet
Kaum Superlative noch findet die
Größe der Begeisterung zu fassen
Wie selig macht dieser Zustand
Der auch der Lust viel Würde gibt
Meist endet dies relativ schnell
Dann nehmen wir die Fehler war
Charakterlich körperlich wie in der
Gefährlichen Mischung beider was
Die vorher Verehrung als Irrtum
Erscheinen lässt dabei ist der
Fehler nur nicht mehr auf das
Zu schauen was so schön ist
Dass es voller Lust genossen
Geteiltes Glück genug wäre
Lieber verehre ich weite um
Sich an dem zu freuen was
Vielleicht nie wirklich war so
Zum geteilten Glück uns wird
Wer das genießen kann
Tut sich gut wer dagegen
Meint die Wahrheit sei wichtiger
Hat Lust und Liebe nicht verstanden
Die bereitwillige Hingabe an eine
Immer nur Illusion ist die wir
Genießen oder nicht

jens tuengerthal 26.7.23

Beziehungsmodelle

Beziehungsmodelle

Braucht es neue Beziehungsmodelle
Um Liebe Sex und Freundschaft klar
Wie sauber trennen zu können oder
Ist diese Abgrenzung wieder Unsinn
Aus der vermessenen Welt die stets
Nur eine unvollständige Krücke der
Unkalkulierbaren Wirklichkeit ist
Überlege ich und weiß es nicht
Vieles was immer war passt nicht
Mehr in unsere Zeit und verursacht
Bei allen Beteiligten Stress der die
Liebe verdrängt für einen Traum
Der nie eine Realität hatte was
Keiner so zugeben würde doch
Immer wieder erschrocken erlebt
Vielleicht braucht es gar keine
Modelle mehr sondern einfach mehr
Flexibilität in dem was uns verbindet
Statt es in Normen festzuschreiben
Lieber alles erwartungslos offen lassen
Damit sich alle ihren Weg suchen der
Nur zu den Beteiligten dann passt
Erlaubt ist was gefällt statt einen
Traum von Beziehung heilig zu halten
Der nie dem anderer ganz entspricht
Lieber ohne Vorstellung genießen
Wie es gerade passt wäre ein Weg
Der mehr miteinander oder auch
Durcheinander glücklich machte
Wollten wir gute Beziehungen
Doch meistens geht es nur um
Besitzstandswahrung anstatt
Da helfen auch keine
Beziehungsmodelle sondern
Weglaufen bevor es weh tut

jens tuengerthal 26.7.23

Liebesgradmesser

Liebesgradmesser

Gibt es einen Liebesgradmesser
Der mir sagt wann ich verliebt bin
Ab wo die Liebe beginnt wie was
Sie wodurch gefährlich macht mit
Wem das besonders droht welche
Mittel sie im guten Bereich halten
Überlege ich und frage mich was
Da gemessen werden soll bei wem
Warum ich manchmal mehr oder
Weniger will und alles gebe dann
Wieder nichts weil es so passt
Was dann ganz sicher ist doch den
Gradmesser der Unterscheidung
Von gefährlich zu schön den kenne ich
Bis heute nicht auch wenn es immer
Mit Abstand ähnlich erscheint ist doch
Jede unvergleichlich anders auch wenn
Viele sagen so sind Frauen eben
Besonders Frauen über Frauen
Wo nur sie ganz anders sind was
Schon verdächtig sein könnte
Hätte ich einen Gradmesser
Könnte ich die Flucht ergreifen
Bevor es gefährlich wird mit der
Liebe und für mich als ihr Opfer
Wenn es ihn nicht gibt sollte
Bitte wer ihn schnell erfinden
Bevor wieder wer im Abgrund
Verlorener Gefühle verletzt landet
Was vorher doch messbar wäre
Das einzige Problem ist ob ich
Verliebt auf das vernünftige Ding
Schauen und hören würde dann
Gäbe es keine Ausreden mehr
Was keiner wollen kann also bleibt
In der Liebe alles wie es ist ohne
Gradmesser immer anders wie
Nach dem Ende dasselbe stets

jens tuengerthal 26.7.23

Montag, 24. Juli 2023

Unwettermacht

Unwettermacht

Wetter ist kein Klima aber wie gut
Wenn ein heftiges Unwetter die sich
Infolge des Klimawandels nun häufen
Uns Grenzen aufzeigt wie an den
Drohenden Weltuntergang denken lässt
Der dann zwar doch nicht von einem
Kleinen Unwetter in Berlin kommt aber
Die Macht der Natur zu spüren kann
Helfen zu verstehen wie groß unsere
Anmaßung ist sie zu ignorieren oder
Beherrschen zu können je weil wir
Klein und hilflos dabei werden wie
Dem Unbill der Natur ausgeliefert
Auch so ein Wetter ist kein Klima
Katastrophen gab es immer mal
Aber mehr Sensibilität kann helfen
Künftig verantwortlicher zu handeln

jens tuengerthal 24.7.23

Lustkopie

Lustkopie

Können wir die Lust kopieren
Was bei einer funktioniert bei
Der nächsten einfach wiederholen
Was miteinander gut war genauso
Immer wieder tun ohne noch etwas
Daran ändern zu wollen überlege ich
Nicht wirklich weil die Erfahrung lehrt
Nichts wiederholt sich wirklich und
Keine gleich sich in jedem Moment
Es hängt dies alles von so vielen
Verschiedenen Einflüssen ab dass
Unklar bleibt was entscheidet wie
Dabei unverzichtbar immer ist da
Auch das gleiche aus so vielen
Gründen mit derselben immer
Wieder ganz anders sein kann
Was an Hormonen Psyche Wetter
Umständen der Weltlage und so
Vielem mehr liegen kann dass es
Müßig wäre es je erfassen zu wollen
Warum ich lieber jedesmal wie neu
Genieße und erforsche auch wenn
Sich mit der Zeit Gewohnheiten doch
Einstellen kannte ich noch keine Frau
Die diese nicht auch wieder nach mir
Unerfindlichen Gründen völlig über
Den Haufen werfen kann warum alle
Pläne müßig sind und es besser ist
Den Moment zu nehmen wie er ist
Um zu genießen was passt statt
Einmal schönes kopieren zu wollen
Was die Enttäuschung sicher schon
In sich trägt weil nichts sich in allem
Je gleicht sondern alles sich wandelt
Auch die Gründe der Lust beim Sex
Wie die Wege die dahin führen von
Denen die je befriedigen ganz zu
Schweigen es bleibt ein Wunder

jens tuengerthal 24.7.23

Liebeskonzentrat

Liebeskonzentrat

Was ist das Konzentrat der Liebe
Das nach allen überschäumenden
Ersten Gefühlen bleibt wenn es
Nicht schon wieder zuviel wird
Überlege ich und frage mich was
Die Liebe also im Kern ausmacht
Sie ist außer ein luftiges Gefühl
Ob es eine Bodenhaftung gibt
Die in unserer Natur halt findet
Worauf es im Kern dabei ankommt
Habe darauf noch keine Antwort
Denke es ist immer wieder anders
Manches wiegt mehr für manche
Während einige es unwichtig finden
Den einen ist die Lust wichtiger als
Das Gefühl was mit der Zeit wächst
Glaube es hängt von den Umständen
Immer ab und es gibt nicht den einen
Richtigen Weg sondern es ist stets
Ein Balancieren am Abgrund bei dem
Leicht Liebe sich mit Angst vertauscht
Vielleicht gibt es ein Liebeskonzentrat
Was den Kern der Liebe enthält für
Jeweils zwei in einem Moment aber
Mehr und allgemeiner wohl kaum
Warum es wohl alle für sich erspüren
Sollten damit es im Gefühl passt
Glaube aber es gibt dann auch
Wichtigeres als den Kern der Sache
Manchmal genügt es dann völlig zu
Diesem körperlich vorzudringen um
Zu wissen was Sache ist aber was
Der Kern der Liebe ist weiß ich nicht

jens tuengerthal 24.7.23

Literator

Literator

Das Lesen guter Lektüre öffnet
Tore im Geist die zum Denken
Anregen wie damit auch den
Horizont spürbar erweitern
Womit wir uns größer fühlen
Als durch jede uns real nur
Schrumpfende Bewegung im
Raum durch die Zeit weil die
Gedankenwelt der Lektüre uns
Unbeweglich geistig beweglicher
Macht was Glück genug sicher ist
Habe heute etwa in der Biografie
Von Montaigne weiter gelesen wie
Dabei neue Gedanken erschlossen
Die Bekanntes in einen größeren
Zusammenhang stellt damit das
Geschehen der Hugenottenkriege
Wie die Auseinandersetzung der
Drei Heinriche verständlicher macht
Auch die Rolle der Maria Medici als
Mutter des schwachen Heinrich III.
Wie die Versuche Montaignes dabei
Brücken zu bauen werden deutlich
Wie warum ihn dies kurzzeitig sogar
In die Bastille führte was er in keinem
Seiner Essays aus Vorsicht explizit
Erwähnt dafür werden manche seiner
Andeutungen im Kontext klarer und so
Lerne ich im Kontext die Größe des
Französischen Philosophen noch mehr
Schätzen der sich ein wenig noch als
Vermittler in der Politik versuchte bis
Dieser Weg hoffnungslos schien er
Lieber in sein Schloss zurückkehrt
Statt in Paris weiter Eulen nach Athen
Zu tragen die keiner wahrnimmt in
Der gerade aufgeregten Polarisierung
So bin ich dankbar für die Lektüre die
Weiter blicken ließ womit ich
Zusammenhänge verstehen lerne wie
Tiefgründige Worte zu deuten weiß
Denn weit mehr als die Lektüre der
Worte die schon klug genug wären
Wird aus den Essays im Kontext
Ihrer Zeit gelesen wie es wohl für
Mehr Texte gelten dürfte als es die
Literaturwissenschaft gerne zugibt
Die das Werk immer auch gerne als
Unikat für sich deuten möchte was
Es definitiv nie gibt weil jeder Autor
Seine Gedanken aus der Zeit zieht
Ein Kind dieser auch ist

jens tuengerthal 24.7.23

Mehrwenigerparadox

Mehrwenigerparadox

Es braucht von allem vor allem
Weniger damit die übrigen noch
Was ist in Ruhe genießen können
Doch ist mehr vom weniger wieder
Ein mehr was nach Wachstum der
Weniger-Branche fast schon klingt
Bei der wir uns fragen müssen ob
Die Mühe um weniger wirklich hilft
Die überlastete Welt zu beruhigen
Oder nur das kranke Motto des
Ewigen Wachstums was in der Natur
Auf natürliche Grenzen stößt wie wir
Schon seit über 50 Jahren wissen
Auf ein neues Gebiet überträgt was
Dem menschlichen Gemüt entspräche
Statt wirklich etwas zu ändern einfach
Wenn es nicht mehr weiter geht das
Kind umzubenennen solange es geht
Doch fordert der Gedanke weniger
Künftig zu wollen und zu tun schon
Ein Innehalten wie Reflektieren jeder
Der vielen überflüssigen Tätigkeiten
Was ansteckend positiv wirken kann
So das Risiko der Wiederholung beim
Mehr vom weniger wieder aufhöbe
Zwar ist nicht anzunehmen dass die
Menschheit je klüger wird aber das
Wachstum des weniger schadete so
Viel weniger als der bisherige Weg
Dass es das Risiko wert scheint den
Namen des Wachstums zu ändern
Es nun Schrumpfung zu nennen
Damit wir alte Formeln noch weiter
Verwenden können im Kern zählt
Dabei wieviel Zeit wir uns nehmen
Aus weniger mehr für uns zu machen
Was genug Glück hinterlässt dazu
Braucht es ein aktives Umdenken
Was allzu menschlich nur beginnt
Wer sich einen Gewinn verspricht
Weil dies ein Innehalten erfordert
Das zu weniger anstecken kann
Könne mehr von weniger besser
Sein als bisherige Rezepte denn
Natur wie Wirtschaft wollen wachsen
Bis sie am Ende sterben und wieder
In kleinste Teile zerfallen die sich
Neu kombiniert dann wieder als ein
Ganzes zusammensetzten dabei
Wäre genug gewonnen sofern nur
Drei darüber nachdenken würden
Dann haben die wenigen Worte mehr
Für weniger bewegt als anderes was
Viel Aktionismus stets bedeutete

jens tuengerthal 24.7.23

Verschiebekunst

Verschiebekunst

Die Kunst Dringendes immer weiter
Zu verschieben könnte der passende
Kontrapunkt einer gehetzten Zeit sein
Beherrsche ja wenig so gut wie diese
Fähigkeit auszusitzen und Geduld so
Aufzubringen bis die Dinge sich von
Alleine erledigen was meisten geht
Wie die Bedeutung relativiert die wir
Uns zu gerne überschätzend den
Dingen beilegen möchten die doch
Gemessen am Leben wie dem
Universum in seiner Größe eher völlig
Irrelevant sind uns vor allem im
Streben nach Lust was wie uns schon
Epikur vor über 2200 Jahren lehrte der
Kern eines glücklichen Lebens stets ist
Weniger weiterbringt als Gelassenheit
Gegenüber den meisten Dingen die
Verschoben auf ihren wahren Wert
Reduziert werden warum wir alle uns
Mehr in der Verschiebekunst üben sollten
Es könnte unser Leben besser machen
Wer weiß wie lange wir sonst noch
Gehetzt von dem wenigen haben
Denke ich und verschiebe weiter

jens tuengerthal 24.7.23