Sonntag, 16. Oktober 2022

Stadtherbst

Stadtherbst

Erleben Städter den Wechsel der
Jahreszeiten überhaupt bewusst
Fragt sich die Landbevölkerung
Die mit eigenem Garten das Leben
Der Natur im auf und ab spürt
Am eigenen Leib wie vor Augen hat
Während ich Großstädter seit der
Wein von der Wand gegenüber
Entfernt werden musste schon
In den Hof blicken muss um die
Wechselnden Farben am hier Ahorn
Sehen zu können doch welch Pracht
Strahlt mich beim Spaziergang um
Den Helmholtzplatz an in allen nur
Denkbaren Farben wie Abstufungen
Leuchtendes rot hebt sich vom braun
Strahlend ab während immer noch
Hier und da grün geblieben ist beim
Flanieren in schöner Begleitung vom
Helmholtzplatz zum Mauerpark über
Den dort Flohmarkt wie durch diesen
Bis zur Bösebrücke die Prenzlauer Berg
Mit Gesundbrunnen verbindet wie als
Erster geöffneter Grenzübergang 1989
So positiv berühmt wurde dass sogar ich
Die Benennung nach dem natürlich
Kommunistischen Widerstandskämpfer
Die hier im Osten an jedem dritten Haus
In Erinnerung der DDR kleben benannt
Wurde also einen eigentlich bösen Namen
Hat nähmen wir das nomen est omen für
Die totalitäre Ideologie wörtlich ob jedoch
Der vorherige Name Hindenburg heute
Viel besser wäre für die erste genietete
Stahlbrücke die 1916 eingeweiht wurde
Zu einer Zeit also als Paul von Hindenburg
Chef der Obersten Heeresleitung war mit
Dem späteren Nazi Ludendorff die damals
Den Kaiser Wilhelm II. quasi entmachtete
Welchem später aber die Verantwortung
Für den verlorenen Krieg gegeben wurde
Was der Brücke also keine Ehre täte eher
An eine auch böse Geschichte erinnerte
Aber es geht ja hier nicht um historische
Bewertungen wie Interpretationen zur
Mehrfach totalitären Geschichte sondern
Um die Schönheit des Herbstes wie den
Genuss unter immer blauerem Himmel
Durch Berlin über den Berg zu laufen
Wie den außergewöhnlich warmen
Oktobertag zu genießen ohne gleich
Vom Klimawandel anzufangen sondern
Sich an klarer Luft wie schönsten Farben
Überall zu freuen denn wieviel grün in
Der grauen Wüste überall lebt wird im
Herbst noch deutlicher nicht nur in den
Parks der Stadt sondern auch auf Wegen
Die über Gleise hinweg Teile verbinden
Wie lange Zeit voneinander trennten
Was der natürlichen Schönheit noch
Mehr Zauber in der Großstadt verleiht
Nie ist Berlin so schön wie im Herbst
Wo auch tristeste Ecken noch irgendwo
Bunt durch vielfältiges Laub leuchten
Denke ich dankbar für einen wunderbaren
Spaziergang durch meine Dörfer die
Städtisch sind und doch ländlich wirken
Zumindest Natur in aller Pracht erleben
Lassen wie dafür Dankbarkeit schenken
Was ein ziemlich schönes Gefühl ist
Wenn du nur durch drei benachbarte
Kieze läufst wie dreimal die Mauer
Die es nicht mehr gibt überquert hast
Hach wie schön ist Berlin im Herbst

jens tuengerthal 16.10.22

Samstag, 15. Oktober 2022

Lustliebe

Lustliebe

Liebe die Lust als besonderes miteinander
Was uns intensivere Erfahrung schenkt als
Jeder nur geistige Akt und so sehr ich das
Lesen liebe erreicht die Erotik Bereiche die
Worte nur wecken aber nie so fühlbar
Machen wie guter Sex der eine eigene
Welt uns miteinander eröffnet die weit
Jenseits aller Worte liegt warum hier
Der Dichter um selbige ringt zu beschreiben
Was die große Lust miteinander ausmacht
Wenn ich voller Freude kaum haben wir
Uns der Kleidung wo nötig entledigt
Tief mit der Zunge in ihre Mitte tauche
Um wieder auftauchend zum
Perlentaucher ihrer Lust zu werden
Die sich mir in feinen Nuancen ihrer
Anatomie zeigt von der das zuckende
Überfließen nur der letzte Gipfel ist
Wir irgendwann wenn ihre Mitte zum
Auftakt genug verwöhnt wurde uns
Zunge an Zunge umschlungen finden
Bis wir neue artistische Wege suchen
Einander größtes Glück zu schenken
Macht es die Liebe zur Lust aus dabei
Nicht zuerst an seine Befriedigung
Zu denken sondern schenken zu wollen
Wo dies sich trifft wird es wunderbar
Was auch beinhaltet welch Wunder
Gefühl verbunden mit Lust sein kann
Wer es je erlebte wird alles übrige
Als bloße Gymnastik nicht mehr
Brauchen oder gar bezahlen was
Ohnehin völlig überflüssig ist da
Sind wir besser zu uns allein gut
Aber wer die Chance hat die Lust
Mit Liebe zu ihr zu genießen hat
Alles Glück was sein kann dafür
Dankbar bleiben genügt völlig ein
Glückliches Leben zu führen
Denke ich heute aber was
Weiß ich schon

jens tuengerthal 14.10.22

Bücherfrieden

Bücherfrieden

Bücher schenken Frieden nicht nur durch
Ihre Inhalte die können auch mal den Krieg
Verherrlichen sondern vielmehr durch ihre
Natur als empfindliches gebundenes Papier
Was friedliche Bedingungen zum überleben
So sehr braucht wie geschützte Räume 
In denen sich Leser ihrer völlig friedlichen
Beschäftigung hingeben und so wirken
Bücher als Gegenstand wie durch das
Wozu sie uns aufforden das Lesen für
Eine friedliche Welt von Lesern auch
Wenn Werke wie Jüngers Stahlgewitter
Noch den Krieg verherrlichen manchen
Die Idee gaben dieser sei ein gutes
Abenteuer was leider oft tödlich endet
Für viel zu viele auch wenn Jünger
Sogar zwei Weltkriege als Offizier
Überlebte sind sie was den Leser
So seltsam seine Gedanken auch sind
Zum Frieden bringt weil er lesend
Gerne ungestört friedlich ist statt sich
Mit anderen messen zu wollen weil
Der innere Rückzug zur Lektüre
Frieden braucht und zelebriert
Wie die Bücher für ihr physisches
Überleben friedliche Umstände brauchen
Wie Trockenheit und möglichst auch
Gemäßigte Temperaturen wie sie
Hier im gerade Herbst wieder so
Wunderbar für Leser zu finden sind
Ein guter Grund Bücher wie ihre
Heimat die Bibliotheken als große
Friedensboten zu feiern als Leser
Wie Wächter einer kleinen Bibliothek

jens tuengerthal 14.10.22

Hinundher

Hinundher

Die britische Premierministerin übt noch
Erst will sie die Steuern senken dann
Lieber doch nicht und entlässt dafür
Den Finanzminister als Bauernopfer
Ohne diesen zu nahe treten zu wollen
Ähnliches erlebte Deutschland gerade
Bei der Gasumlage die das Geld was
Gebraucht wurde dort einsammeln
Wollte wo die Kosten entstehen also
Beim Verbraucher bis der immer mehr
Widerstand der Bevölkerung stattdessen
Die Politik dazu brachte Milliarden für
Eine Gaspreisbremse aufzubringen um
So Wirtschaft und Bürger zu schonen
Wie den inneren Frieden zu wahren
Wo auch immer unser Finanzminister
Den noch keiner entlassen hat nun
Dies Geld herzaubern will bei dem
Gleichzeitigen Ziel Schuldenbremse
Scheint vielen rätselhaft wie manche
Das hin und her beklagen als eine
Unreife Reaktion die besser vorher
Überlegt worden wäre dabei ist die
Fähigkeit sich an die Umstände
Welche sich gerade ändern im Krieg
Flexibel anzupassen doch ein Zeichen
Von Stärke und Anpassungsfähigkeit
Die ich höher bewerten würde als die
Politische Sturheit entgegen aller
Praktischen Notwendigkeiten was
Auch für Atomkraftwerke gelten sollte
Hin und her ist verzeihlich wenn das
Ergebnis für alle besser wird dagegen
Ist Sturheit die trotz völlig geänderter
Umstände bei ihrem Kurs bleibt eher
Untauglich für die Realität und so
Könnten die nächsten Wochen im
Weiterhin Krieg noch neues bringen
Lassen wir uns überraschen besser
Was ändern als immer weiter so

jens tuengerthal 14.10.22

Kulturerbe

Kulturerbe

Was ist unser Kulturerbe eigentlich
Definiert wird es als der materielle
Wie immaterielle Kulturbesitz einer
Gesellschaft Gruppe oder auch der
Menschheit was sich etwa in dem
Weltkulturerbe der Vereinten Nationen
Zeigt dabei ist nicht alles was wir
Von früheren Generationen erben
Wie noch viele nach uns tun werden
Als Kulturgut zu verstehen so wird
Keiner den Atommüll oder auch
Die Klimakatastrophe als Kulturerbe
Bezeichnen eher im Gegenteil da
Beide Kulturen zerstören können
Obwohl sie Ausdruck unserer Kultur
Wie unserer Art zu leben sind
Aber Leben vernichten und so ist
Das was wir Kulturgut nennen stets
Eine Frage der Selektion bei der
Die Gesellschaft lebendigen Regeln
Folgt die sich der Zeit wie ihrer Form
Des Ausdrucks anpassen passend
Dazu ist die Geschichte von der
Reinigungskraft die Beuys Fettecke
Weggeputzt hat weil es in ihren
Augen Dreck war der unter den
Kunstwerken nichts verloren hatte
Egal wie wahr diese Anekdote ist
Oder sie nur das Unverständnis
Spiegeln sollte was manche der
Modernen Kunst entgegenbringen
Zeugt sie davon wie wichtig ein
Steter Dialog über das was uns
Erhaltenswert scheint ist wenn etwa
Der Berliner Mäusebunker das einst
Im Stil des Brutalismus errichtete
Gebäude für die Tierversuche der
Charité unter Denkmalschutz
Gestellt wird der Millionen Euro
Ohnen irgendeinen Zweck kostet
Wird über Kulturerbe gestritten
Werden müssen auch viele der
Bauten der Nachkriegszeit sind
Keine Schönheiten sondern ein
Ästhetisches Verbrechen am
Lebensraum Stadt die möglichst
Beseitigt werden sollten aber
Manche meinen es sei Kunst
Damit ein Kulturgut was wir
Trotz seiner Hässlichkeit noch
Erhalten müssten vielleicht als
Mahnmal für unsere Verirrungen
Der Begriff ist also in vielem sehr
Umstritten wie fraglich darum ist
Es so wichtig sich seiner Kultur
Wie deren Erbe bewusst zu sein
Was ist uns etwas wert und was
Kann besser endlich weg
Wer zieht da wo welche Grenze
All dies steht im immer Diskurs
Der sich mit der Zeit wandelt wie
Die christliche Kultur nahezu alle
Spuren der Vorgänger beseitigte
Die wir nun mühsam suchen aber
Dennoch ist diese inzwischen ein
Teil unseres kulturellen Erbes
Es bleibt eine spannende Aufgabe
Für die Zukunft hier einen Weg
Zu finden der erhält was wertvoll

jens tuengerthal 14.10.22

Freitag, 14. Oktober 2022

Klimakunst

Klimakunst

Radikale Maßnahmen zur Rettung
Des Klimas scheinen geboten so
Klebten sich Klimaretter wiederholt
Auf Straßen um den Verkehr der
Das Klima schädigt aufzuhalten
Besser klebten sie auf Landebahnen
Der Flughäfen weil jeder verhinderte
Flug mehr Klima rettet als die Staus
Die ihre Aktionen verursachen die
Trotz ihres terroristischen Charakters
Verständlich sind weil von der Angst
Vorm Untergang der Welt getrieben
So hätte ich auch für diejenigen die
Sich in bester Absicht auf Straßen
Kleben für milde Strafen plädiert
Weil sie in der Absicht handelten
Die Welt zu retten auch wenn ihr
Mittel eher untauglich dafür ist
Darf für Aufmerksamkeit auch mal
Unsinn gemacht werden der dann
Zumindest die Diskussion wach hält
Keinerlei Verständnis habe ich aber
Für Angriffe auf Kunstwerke an die
Sich geklebt oder die wie gerade in
London mit Tomatensuppe begossen
Werden wie van Goghs Sonnenblumen
Die zwar wohl keinen Schaden nahmen
Was noch ein Glück ist aber dennoch
Ist Kunst ein gemeinsamer Wert der
Absoluten Schutz genießt der auch
Nichts mit dem Klima zu tun hat 
So ist dieser Schrei nach Aufmerksamkeit
Zwar ein großes mediales Happening
Was genau die Schockwirkung hat die
Nötig ist endlich wach zu werden wie
Dramatisch unsere Situation längst ist
Aber es ist immer falsch und so ein
Verbrechen Unschuldige anzugreifen
Kunstwerke zu gefährden ist falsch
Drohnenangriffe auf Flughäfen oder
Klebeaktionen auf diesen hätten meine
Zustimmung weil es dort angreift wo
Die Gefahr entsteht dagegen ist der
Angriff auf unbeteiligte Kunst eine
Nur dreiste Gier nach Aufmerksamkeit
Die hart bestraft werden sollte weil
Gemeinschaftsgut von hohem
Kulturellen Wert gefährdet wird
Krasse Aktionen sind in Ordnung
Aber nicht gegen Unbeteiligte die
Ohne Not gefährdet werden hier
Sollte das Argument des guten
Willens der Weltretter nicht mehr
Entlastend bei der Strafzumessung
Wirken denn Kultur ist unschuldig
Sie ist das schönste was Menschen
Hervorbringen was nicht das Opfer
Anderer Verantwortungslosigkeit
Werden darf schützt die Kunst
Die Ausdruck unserer Freiheit ist

jens tuengerthal 14.10.22

Leidensfähigkeit

Leidensfähigkeit

Ist die Fähigkeit zu Leiden eine
Qualität und vor allem wie ist es
Richtig zu leiden still oder laut
Gibt es ein passendes Rezept
Kenne von den Großeltern noch
Sprüche aus der Kindheit ein
Indianer kennt keinen Schmerz
Oder Jungen weinen doch nicht
Härte und Tapferkeit waren ein
Ideal für ein erfolgreiches Leben
Montaigne jammert gerne wie er
Überhaupt über seine Zustände
Wie sein schmerzhaftes Leiden
An den Nierensteinen die ihm
Träume von Huren als völlig ferne
Vorstellung erscheinen lassen
So gerne berichtet wie jammert
Auch wenn er berichtet wie einem
Der von einer solchen träumte
Daraufhin nach der Erektion
Nächtlich ein Stein abging was
Ihm aber leidend völlig fern liegt
Auch wenn er diesen Weg sehr
Schön fände würde er helfen
Aber der große Denker der sein
Leben zum Mittelpunkt seiner
Essays machte wie weit über sich
Hinaus dachte in seinen endlosen
Abschweifungen wie Sprüngen der
Gedanken die keine Grenzen kennen
Heißt auf Epikur verweisend auch das
Schreien um des Schmerzes wegen
Für gut und erinnert dabei an die
Geburt bei der manche Ärzte auch
Rieten zu schreien weil es den Weg
Für Mutter und Kind erleichterte was
Ende des 16. Jahrhunderts als eine
Geradezu modern aufgeklärte Sicht
Scheint aber auch zeigt wie nah die
Natur uns immer war und wie wenig
Sich je geändert hat habe mich bei
Der Lektüre gefragt wie ich es damit
Halte der von seinem Großvater noch
Die Ideale der Kadetten hörte die in
Ihrer militärischen Schulbildung eher
Das Gegenteil vermutlich lehrten wo
Tapferkeit als großes Ideal noch galt
Schmerz still zu ertragen war was
Sicher auch nicht gut andererseits
Ist mir das wortreiche Leiden wie
Manche es um sich zelebrieren auch
Eher zu viel und finde ich es groß
Wenn sich auch im Krankenhaus
In dem ich jahrelang arbeitete die
Sterbenden Tumorpatienten lächelnd
Wie ungerührt im Wesen zeigten
Aber vielleicht hilft es auch den
Schmerz besser zu ertragen dann
Zu schreien wenn es sich so anfühlt
Statt sich noch zu verbiegen lieber
Der eigenen Natur zu folgen auch
Wenn sie lieber ablenkt oder das
Leid zu minimieren versucht was
Bisher eher meine Taktik war wie
Gespräche über Leiden meist 
Unerquicklich geistig sind wie gut
Wenn Montaigne dazu auch wieder
Epikur indirekt zitiert mit den Worten
Fürchte den Tod nicht aber wünsch
Ihn dir auch nicht herbei sondern
Genieße was noch möglich so lang
Wie etwas möglich ist was ihm wenn
Er an den Steinen leidet schon eher
Zweifelhaft erscheint warum die
Formulierung im Schatten seines
Wissens um Lukrez freien Tod
Wohl zu lesen ist was er aber
Von der Kirche nicht sofort zensiert
Zu werden nicht schreiben durfte
Wo das laute Leiden Erleichterung
Schenkt findet Montaigne es gut
Praktiziert es auf seine Art auch
In seinen Essays wie noch mehr
Im Tagebuch seiner Reise aber
Zitiert dazu bewusst Epikur der
Die Furcht vor dem Tod nimmt
Der uns nichts angeht weil er
Nie mit uns zugleich irgendwo ist
Was alles Leiden auch relativiert
Wo Schmerz unerträglich scheint
Dauert er nicht mehr zu lange
Was lange anhält wird weniger

jens tuengerthal 13.10.22

Leidloslieben

Leidloslieben

Liebe könnte so einfach sein
Wenn wir die wählten mit denen
Wir harmonisch glücklich sind
Ohne Spannungen oder Probleme
Genießen können was ist
Warum wir das nicht tun
Gerne Probleme uns suchen
Wie noch mehr einander machen
Wenn wir keine sonst haben
Ist mit Vernunft nicht zu begreifen
Scheint eine Gefühlsfrage die
So oft im Chaos endet was
Eigentlich berechenbar wäre
Wäre die Liebe es je aber
Darum zu genießen was gut tut
Scheint mir mehr als vernünftig
Dabei ein gutes Gefühl haben
Hilft einfach dabei zu bleiben
Es im Gleichgewicht zu halten
Mehr geht nie das übrige
Kommt ungefragt von alleine

jens tuengerthal 13.10.22


Donnerstag, 13. Oktober 2022

Ärztemisstrauen

Ärztemisstrauen

Montaigne hegt großes Misstrauen
Gegen Ärzte und ihre Heilkunst was
Aus seiner Zeit noch verständlicher ist
Aber auch für heute wichtige Gedanken
Enthält über die das nachdenken lohnt
So bringt er das Beispiel seines Vaters
Den die Nierensteine erst mit 67 ereilten
Welcher bis dahin kerngesund war aber
Nie einen Arzt konsultierte noch je
Medikamente nahm sondern sich
Normal ernährte und damit gut lebte
Wie noch sieben Jahre mit Steinen litt
Für die es damals keine Therapie gab
So gesehen geht es uns heute besser
Auch ich wäre ohne die Technik einer
Modernen Medizin nicht mehr sondern
Bereits vor 35 Jahren verstorben was
So gesehen dankbar machen könnte
Dennoch macht der Blick auf unsere
Große medizinische Industrie wie die
Methoden der Heilung misstrauisch
Fürchten wir den Tod viel zu sehr
Machen wir viel zu viel für wenig
Was am Ende noch bleibt wo lohnt
Der große Aufwand wann ist es
Nur eine Verlängerung der Qualen
Die Gedanken Montaignes dazu
Wie sein ironischer Spott über die
Zunft der Ärzte und wieviel besser
Es uns ohne häufig geht ist sehr
Lesenswert um auch für sich ein
Gutes Maß zu finden dessen was
Nötig und was überflüssig eher ist

jens tuengerthal 13.10.22

Erblasten

Erblasten

Die Lektüre in der Reise mit Montaigne
Brachte mich nach der Lektüre einiger
Seiten in seinem Reisetagebuch dazu
Wieder in seinen Essays zu lesen dabei
Genügen schon wenige Seiten dieses
Weltmeisters der Abschweifung sich
In vielen Gedanken zu verlieren die
Einiger Worte mir nun wert scheinen
So überlegt er über sein Leiden an
Den Nierensteinen klagend was er
Auch im Reisetagebuch gerne wie
Ausführlich tut wie sehr etwas von
Unseren Vorfahren vererbt wird
Vor allem dies ohne bereits eine
Genauere Kenntnis davon zu haben
Die Mendel erst 300 Jahre später
Entdeckte wie doch in einem nur
Spermium oder Ei als schleimigen
Anfang allen Seins schon alles steckt
Von den Gewohnheiten die mal mehr
Vom Vater dann vom Urgroßvater
Oder welcher Linie auch immer kamen
Heute wissen wir manches mehr über
Vererbung und Genetik doch bleibt
Das Wunder der Rekombination die
Bestimmte Eigenschaften dominant
Andere weniger stark wirken lässt
Ist unsere Anfälligkeit für bestimmte
Krankheiten und ihren Verlauf schon
Im Urmaterial Ei und Samen angelegt
Was legt die Natur an und wo wirkt
Die spätere soziale Prägung was ist
Stärker oder können wir keines ohne
Das andere betrachten weil immer
Alle Kräfte gemeinsam wirken also
Nicht das eine den Tumor auslöst
Sondern die Disposition zusammen
Mit äußeren Einflüssen wie noch der
Psyche der Betroffenen die mal am
Gleichen sterben oder überleben
Wie frei sind wir im Schatten unserer
Anlagen oder sind wir es gerade im
Bewusstsein unseres Erbes erst
Weil dies zur Verantwortung bringt
Was zu spannenden Gedanken zum
Umgang mit Geschichte mich führt
Dabei ging es Montaigne nur um
Das Erbe der Nierensteine wie der
Gesundheit in seiner Familie wer
Wie alt wurde und warum nicht
Ist in vielem noch so rätselhaft
Auch wenn wir gerne anders tun

jens tuengerthal 13.10.22

Schönheitswert

Schönheitswert

Mit Gaspard Koenig heute über die
Schönheit Gedanken gemacht wie
Ob sie einen funktionalen Wert hat
Wenn er als Wanderreiter unterwegs
Mehr oder weniger gepflegt wirkt
Wie ob die Ausrüstung auch zum
Weg farblich passen muss während
Koenig davon berichtet wie schwer
Es war unauffällige und dezente
Outdoor Kleidung zu finden wie sich
Dabei über die grauenvolle Mode
Mit Neonfarben und ähnlichen alle
Ästhetik verratenden Farben wie
Formen die aus dem Radsport auf
Alle Bereiche überschwappte erregt
Dachte ich an die Outdoorjacken mit
Oder ohne Wolfstatze die ohne jede
Bemühung um Anpassung auffallen
Wie die Träger als geschmacklos
Verraten und wie ich selbst einst mit
Einer solchen Jacke im Wald wanderte
Weil sie ja so furchtbar praktisch war
Es dezente stabile Sachen nur noch
Im Jagdbedarf gibt und wie passend
All dies auch zum Baustil ist der uns
In den grauenvoll praktischen Silos
Von Corbusier und seinesgleichen
Sogar leben lässt und sich dann über
Gewalt und Kriminalität in diesen
Betonierten Vorstädten wundert wie
Es in Berlin der Alexanderplatz der
Mit Abstand hässlichste Platz in ganz
Europa wenn nicht sogar weltweit der
Eine Mahnung an das Grauen des
Realen Sozialismus immer bleibt so
Wunderbar praktisch uns zeigt wie
Die Hässlichkeit der Umgebung auch
Auf unser Verhalten abfärbt jedoch
Scheint dies nicht konsequent stets
So zu wirken gibt es doch in der
Ländlichen Natur genug Rechtsradikale
Die ihren Hass zu gerne verbreiten
Zumindest im Osten Deutschlands
Wo die SED mit ihren Plattenbauten
Überall genug Grundlage für Gewalt
Säte was zu bestätigen scheint aber
Für die Siedlungen der neuen Rechten
Nur bedingt gilt auch wenn deren
Ästhetik eher nationalsozialistisch ist
Koenig kam darauf im Gespräch mit
Einer seiner Gastgeberinnen wie deren
Besuch die beide Gespann fuhren wie
Ihm den Zauber dieses Sports zeigten
Aber sehr auf Schönheit bedacht waren
So sind Kutschen ja schon Schönheiten
Ihn zumindest nachdenklich machten
Dahingestellt ob dabei auch Scham war
Nicht elegant sondern nur praktisch
Unterwegs zu sein und dachte darauf
Darüber nach wie gut schöne Dinge
Meist sind die länger halten wie ihre
Funktion neben der Schönheit haben
Die in den Moden für die Massen oft
Völlig verlorengeht die sich nun in
Jacken aus Kunststoff hüllt der eine
Halbwertszeit ähnlich dem Atommüll
Vermutlich hat und also getragen wie
Irgendwann weggeworfen noch lange
Von unserer Geschmacklosigkeit zeugt
So ist auch meine leuchtend blaue
Gore-Tex-Jacke leider noch nicht 
Verblasst oder kaputt gegangen auch
Wenn ich sie seit Jahren nicht trage
Ist sie nun über 30 Jahre und leuchtet
Wie am ersten Tag was unheimlich ist
Daran erinnern könnte lieber wieder
Zu Naturfarben der Jäger zu kommen
Wenigstens unauffällig zu sein wo wir
In die Natur gehen und wie sehr sich
Schönheit in allem auch auf unseren
Geist auswirkt der unfrei ist wo er
Sich unangemessen irgendwie fühlt
Vielleicht lohnt es sich mehr über die
Passenden Farben nachzudenken
Statt Angebote nutzen zu wollen
Weil Schönheit wertvoll ist und so
Liebe ich mein unauffällig grünes
Igluzelt immer noch aber diese Jacke
Löst eher Unwohlsein aus damit gilt
Was funktioniert muss schön sein

jens tuengerthal 13.10.22

Mittwoch, 12. Oktober 2022

Lustick

Lustick

Lust darf lustig sein
Wer beim Sex lachen kann
Auch über sich selbst
Ist entspannt und gelassen
Kann genießen was kommt
So viel kann komisch sein
Dabei von Geräuschen
Die so nicht geplant
Zu allem was schiefgeht
Bei der horizontalen Artistik
Weniger sich auslachen als
Miteinander übereinander 
Wie das ernsthaft Bemühen
Sich alles geben zu wollen
Freudig lachen können auch
Wenn es mal nicht klappt
Zeigt echte Größe erst
Verbindet tiefer noch als
Viele Eindringlichkeiten
Die nicht beieinander sind
Guter Sex ist auch komisch
Zumindest mit Abstand betrachtet
Den wir dabei nicht haben aber
Die Fähigkeit das auch zu sehen
Lässt entspannter genießen was
Der Trieb voller Lust aus sonst
Zivilisiert kultivierten Wesen
Stöhnend jauchzend macht
Darüber gemeinsam lachen
Zeugt von Vertrauen woraus
Alles erst werden kann

jens tuengerthal 12.10.22