Mittwoch, 6. Mai 2026

Lektürentagebuch 5.5.26

Lektürentagebuch 5.5.26

Begonnen mit Gilbert White der in 
Die Erkundung von Selborne über
Verschiedene Arten von Vögeln
Wie ihr Wanderverhalten schreibt 

Wie aus Beobachtungen der Natur
Eine neue Theorie wird die über das
Verhalten der Tiere auf die Art und
Ihre Gewohnheiten schließt fasziniert

Welche wann besonders auffallen 
Warum zeitweise fast nur Weibchen 
In Scharen zu finden sind ob diese
Alleine gen Süden wandern was

Eine These von Lené bestätigte 
Der dies für Buchfinken behauptete
Die sich um Weihnachten sammeltem
Vermutlich gen Spanien noch flögen

Dann noch etwas über die winzigen
Mäuse erfahren die im Feld auf halber
Höhe brüten sich aber im Winter dafür
Unterirdisch Höhlen bauen würden 

Die im Herbst in gefüllten Scheunen 
Zu hunderten anzutreffen sein wo die 
Bauern sie jagen und vertreiben um
Ihre Ernte damit noch zu schützen

Der feine neugierige Blick von White 
Auf die Tiere und ihre Entwicklung
Zeigt Interesse an ihrer Existenz
Im besten Geist der Aufklärung

Es ist auch darum eine immer wieder
Freude mit ihm auf Erkundungstour
Um Selborne zu gehen weil es den 
Blick für die Naturwunder öffnet


Einige Seiten noch vom euphorischen
Curzio Malaparte gelesen in dessen
Lob des guten Italieners einem Text
Noch aus seiner faschistischen Phase

Spannend ist wie er dabei sprachlich
Nicht die Großen lobt die er eher als
Eierkrauler abtut und dafür lieber den
Privatmann als Träger der Kultur sieht

Malaparte zeigt damit was ihn später
Auch vom Faschismus wieder weg
Treiben wird seine besonders noch 
Ausgeprägte Liebe zum Einzelnen 

Beruft sich am Ende wieder auf
Graf Oxensternia der auch schon
Die entscheidende Rolle des Bürgers
Gegen den Terror des Staates sah 

Hier finden sich national faschistische
Ideen die heute abstrus klingen nach
Der Erfahrung mit dieser Bewegung 
Hierzulande wie mit deren Folgen

Andererseits ist er auch dabei schon
Zutiefst freiheitlich individuell orientiert 
Ist italienischer Faschismus auch auf
Der Suche nach eigener Freiheit noch

Das untergegangene römische Reich
Wird verklärt die lange danach noch
Spanische und österreichische
Besetzung als Problem benannt

So ist die seltsam für heutige Leser
Klingende Verklärung des Privatmann
Wie stolzen Italieners noch vom Geist
Der Befreiung unter Garibaldi geprägt 

Das gibt kulturhistorisch auch einen
Interessanten Blick auf die danach
Entwicklung nationalen Denkens aus
Dem Gefühl eines vorher Mangels 

Vielleicht kann so die Lektüre auch
Des frühen Malaparte helfen den 
Seltsamen Nationalismus im vorher
Ostblock verstehen zu lernen

Über die Italiener fluchte dagegen
Johann Gottfried Seume auf seinem
Spaziergang nach Syrakus in Wien
In Gestalt eines dreisten Beamten 

Dieser ein echter Wiener spricht im
Breitesten Dialekt den Seume dabei
Schriftlich darzustellen versucht was
Mehr seinen Ärger darüber noch zeigt

Wie es ihm dann doch mit viel Zeit
Gelingt an seinen Pass zu kommen
Ohne dem neugierigen Beamten zu
Viel zu offenbaren ist herrlich

Vor dem Pass der zur Abreise wie
Zur Weiterreise nötig ist beschreibt
Seume noch mit viel Humor das
Theater des Herren Schikaneder

In der Vorstadt an der Wien das
Sehr erfolgreich Stücke für das Volk
Auch gäbe die teils deftige Kritik
Am kaiserlichen Hof auch übten 

Schikaneder ist uns heute ja eher
Als Librettist der Zauberflöte bekannt
Im Jahre 1802 war er erfolgreicher
Unternehmer mit Theater auch

Das sei kein großes Theater dort
So wenig wie das des Herrn Kasperle
Was ich erst für einen Witz nur hielt
Aber besser als das der Hofburg

So wie Seume Schikaneder hier 
Beschreibt ist die Gaudi vorstellbar
Die beide Logenbrüder mit ihrer
Zauberflöte noch damals hatten 

So legen sie dort einerseits die
Geheimen Rituale teils offen 
Spielen mit dem großen Pathos 
Bringen Liebe und Lust mit hinein

Davon schreibt Seume hier nichts
Aber es stellt den von ihm als sehr
Erfolgreicher Theaterunternehmer
Gezeigten Schikaneder gut dar 

Seume hat einen feinen Blick auf
Die sozialen und kulturellen Dinge 
Seiner Zeit was sehr lohnend ist
Und schaut dabei mit Humor auch

Die kleine Geschichte um den für
Italien nötigen österreichischen Pass
Aus der dortigen italienischen Kanzley
Zeigt wie wunderbar frei Europa ist 

Gäbe es nicht so kleine Geister wie
Den deutschen Bundeskanzler der
Schon Wahlkampf mit seiner typisch
Deutschen Angst zu kurz zu kommen

Machte wären Grenzen in Europa
Geschichte aber dafür braucht es
Einen freien großen Geist der leider
Wenig zu Merz Persönlichkeit passt

So schlägt sich Deutschland weiter
Mit Typen herum wie dem Wiener 
Den Seume herrlich karikierte und
Wählt sie sogar naiv zum Kanzler

jens tuengerthal 6.5.26

Dienstag, 5. Mai 2026

Merzmist

Merzmist

Der Friederich der Friederich das
War ein arger Wüterich reimte einst 
Heinrich Hoffmann aus Frankfurt
In seinem Struwwelpeter noch

Doch was sollen wir heute sagen 
Wo der peinliche Friedrich Merz
Zum Kanzler wurde statt des viel 
Gebildeteren Grünen Philosophen 

Er jammert lautstark keiner hätte es
So schwer wie er noch je aber mahnt
Die faulen Deutschen zur Arbeit und
Zeigt sich verständnislos unfein

Sicher passt ein grober Trampel gut
Zur Mehrheit der Sandalenträger im
Trekking Outfit da ist er eben normal
Aber Zuspruch gewinnt so keiner

Worüber ich gerne sonst lächelte
Der CDU Kanzler schafft sich durch
Eigene Unfähigkeit selbst ab wird
In Zeiten wie diesen zum Problem

Zumindest wissen wir nun warum
Der Friedrich unter Mutti Merkel
Nie etwas wirklich werden konnte 
Das Sauerland säuerlich macht

jens tuengerthal 5.5.26

Macronaznavour

Macronaznavour

Macron hat es gewagt und
Den großen Charles Aznavour 
In Armenien begleitet vom dort 
Präsidenten am Flügel und dem
Ministerpräsidenten am Schlagzeug
Selbst gesungen was der großen 
Europäischen Konferenz dort eine
Persönliche emotionale Note gab 
Die genau Europa gerade gut tut
Keinen ökonomischen oder sonst
Politischen Wert hat aber eine ganz
Große symbolische Bedeutung trägt
Die es so nötig braucht um eine
Positive Identität gegen die nur
Berechnung im Alltag zu setzen 
Aus der keine Bindung entsteht
Die aber Liebe zu Europa noch
Wachsen lässt was so nötig ist
Darum sind diese Gesten die 
Auch an die armenischen Wurzeln
Des französischen Chansonnier
Erinnerten so wichtig und gut
Nur hoffentlich singt Merz nie
Öffentlich deutsches Liedgut
Denke ich lachend dabei ein
Wenig Schau steht auch
Nicht jedem aber ist es die
Eine Le Pen schwächen kann
Weil sie zeigt echte Größe ist
Immer irgendwie international

jens tuengerthal 5.5.26

Verkehrstote

Verkehrstote

In Leipzig starben gerade zwei ältere
Menschen infolge einer Amokfahrt
Eines Deutschen in der dortigen
Fußgängerzone was besonders 

Die AfD bedauert weil sie nun nicht
Ausweisung aller Deutschen aus der
SBZ noch glaubhaft fordern kann um
Im Chaos für Ordnung zu sorgen

Fragte mich als ich die Nachricht sah 
Was mit dem anderen durchschnittlich
Acht Verkehrstoten täglich im Land ist
Über die keiner groß reden möchte

Doch nicht nur der billige Boulevard
Aus dem Hause Springer titelt mit 
Dem Unfall in Leipzig der auch wenn
Es ein Mord war nur Erfüllung des 

Täglichen Durchschnitts ist weil wir
Über die Opfer im Straßenverkehr
Als Preis der großen Freiheit lieber
Nicht reden schwiegen wir besser

Große Berichterstattung über eine
Einzelne Amokfahrt ist lächerlich und
Verschärfte nur eine Krise kollektiver
Verblödung nachdem Timmy weg war

Redet über weit über 2800 Tote im
Jahr im Straßenverkehr als Opfer einer falsch verstandenen Mobilität
Statt sich am Einzelfall zu weiden

jens tuengerthal 5.5.26

Kulturliebesleben

Kulturliebesleben 

Kannst du über die Grenzen deiner
Kultur hinaus lieben wird niemand
Ernsthaft mehr fragen wollen der 
Dies real je schon erlebt hat was

Kein besonderes Wunder heute
Mehr ist fraglich nur bleibt was 
Vom möglichen Gefühl lebbar bleibt
Dessen Existenz keiner bestreitet 

Der je andere Menschen auch traf 
Die natürlich liebenswert sind
Ob also eine solche Liebe je auch
Beziehungstauglich sein kann so

Widerlich schon das Wort Beziehung
Die aneinander zieht natürlich ist
Was wir uns ungern nur eingestehen 
Aus alter schlechter Gewohnheit 

Gibt es gute Gründe zu zweifeln
Ob es je sinnvoll sein kann wenn
Wesen von Mars und Venus die
Schon verschiedene Sprachen

Nach ihrer Natur sprechen nur
Leider für unterschiedliches
Dabei die gleichen Worte nutzen
Die etwas völlig anderes meinen 

Was einander selten genug schon
Überhaupt verstehen kann also 
Noch ein komplexes Hindernis 
Der Verständigung sucht das

Für sich allein schon zu leicht
In Missverständnissen stecken bleibt 
Die Miteinander schwierig machen
Was alle Vernunft wissen wird

Nur die Liebe lacht immer wieder
Über alle Theorien und wählt
Zu gerne den schwierigsten Weg
Das Gegenteil uns zu beweisen 

Täte es nicht nebenbei noch weh 
Wäre es einfach komisch so mit
Gehörigem Abstand betrachtet
Denke ich der es zu oft versuchte 

Nur wenn einer schon sagt
Geht nicht fragt sich wozu
Wer das schmerzvoll noch
Probieren sollte denke ich

Aber zum Glück bin ich nur
Ein Mann der nicht mal weiß
Wie er Frauen je verstehen soll
Außer rein akustisch natürlich

So sind am Ende alle Fragen offen
Aber gut darüber gedichtet zu haben
Für Lyrik und Nachwelt die sich um
Nichts mehr scheren muss

Natürlich ist alles möglich aber 
Manches erspare ich mir lieber
Aus fünfzig Jahren Erfahrung
Denk ich mit allem zufrieden

jens tuengerthal 5.5.26

Lektürentagebuch 4.5.26

Lektürentagebuch 4.5.26

Heute in vier Büchern unterwegs im
Lektürenland gewesen dabei gleich
Mit dem Reich der Phantasie auch
Begonnen bei Erwin Seitz der sehr

Ausführlich über die Auswirkungen 
Des Christentums auf die endlich
Verfeinerung der Deutschen schreibt 
Was historisch spannend auch ist

Die von dem abtrünnigen jüdischen 
Rabbi und Zimmermann einst noch
Gegründete Sekte war weniger für
Für feine Geister als für Hirten

Handwerker und ländliches Volk und
Wandte sich sogar nach Berichten 
Der Evangelien gegen die städtische 
Kultur des Handels im Tempel

Warf deren Tische um und war auch
Sonst geschäftsschädigend eher tätig
Predigte eher eine Rückkehr zum
Ganz einfachen Leben noch

So gesehen war der Typ einerseits
Ein Revolutionär der sich gegen
Die bestehende Ordnung aber aus 
Albern jenseitigen Motiven wandte

Auch die ersten Anhänger der Sekte
Die teils verlacht und auch verfolgt 
Noch wurden trugen eher nichts zur
Verfeinerung der Sitten selbst bei 

Eine Konkurrenz zur herrschenden
Humanistischen Kultur in Rom wurde 
Die Sekte erst durch den Einfluss des 
Später konvertierten Humanisten

Augustinus der aus Karthago also
Dem nördlichen Afrika ursprünglich
Stammte geistig Vater der Kirche 
In Rom dann wurde die allerdings

Vorher schon unter Konstantin zur
Römischen Staatsreligion wurde
Womit Seitz nur wieder ungenau
Die offizielle katholische Lesart zeigt

Gerät hier etwas ins ungenaue
Was für einen aus dem katholischen
Bayern stammenden nicht völlig
Untypisch ist nach aller Erfahrung

Auch die fehlende Abgrenzung zum
Geistigen Bruch den diese Sekte 
Gegenüber dem Humanisten darstellt
Erwähnt Seitz dabei nicht wirklich

Eine Freude zu lesen ist er dennoch
Weil er guten Anlass für mich zur
Klarstellung noch gibt über die reale
Rolle des Christentums in unserer

Kultur die sich nur ohne und gegen
Diese überbewertete jüdische Sekte
Für ländliche Bevölkerung vor rund
2000 Jahren entwickeln konnte

Sicher sind die wichtigste Kunstwerke
Der Kultur bis zur Aufklärung noch
Von diesem Aberglauben geprägt
Aber nicht die Kultur Europas

Das sogenannte Abendland blieb
Nur Kulturraum gegen und trotz
Der Lehren der dogmatischen Sekte
Die vom Jenseits im Ackerland träumt

Darauf wird teilweise ganz vorsichtig
Auch von Seitz hingewiesen wie das
Römische Reich kultivierter Raum war
Den das Christentum das auch wie

Der noch primitivere Islam mit dem
Schwert eingeführt wurde weil die
Herrscher es als eine Legitimation 
Ihrer Macht benutzten erst verdrängte

Die römische Kultur die sich auf die
Noch ältere griechische berief ging
Mit dem Christentum erstmal unter
Und brauchte 1000 Jahre bis zur

Wiedergeburt in der Renaissance 
Die nicht umsonst diesen Namen
Als geistiges Licht gegenüber dem
Eher finsteren Mittelalter auch trug 

Von all dem schreibt Seitz nichts
Deutet es nur sehr dezent an nach
Dem vorher Lob antiker Kultur in
Trier etwa die danach versank

Hier wäre für einen echten Chronisten
Der Verfeinerung mehr möglich als
Augustinus heilig zu sprechen dessen
Scham für seine Sünden sicher das

Peinlichste geistige Erbe eines vorher
Humanisten ist aber eben typisch den
Christlichen Geist der Hoffnung auf
Ein Jenseits noch albern vorträgt

Die Versuche das menschliche
Bedürfnis nach einer göttlichen
Erlösung als Entwicklung zu deuten 
Sind einfach nur lächerlich heute

Dies benennt Seitz auch ganz richtig
Weist daraufhin dass Christentum wie
Islam ein geistiger Rückschritt nach
Dem vorher schon Humanismus

Immer waren sieht also das Problem
Wie das Hindernis dass alle Religion
Bei der geistigen Verfeinerung bringt 
Aber zieht leider keine Konsequenz 

Das ist schade aber gibt dafür dem
Dichter und Flaneur die Gelegenheit
In der kritischen Betrachtung dann
Auf die geistigen Wurzeln des 

Abendlandes und damit Europas
Wieder hinzuweisen die zuerst im
Älteren Humanismus liegen der den
Albernen Aberglauben überwand

Verdrängt wurde dieses kritische
Denken einer philosophischen Kultur
Von einer dogmatischen Sekte die
Sich mit der Macht nur verbündete 

Natürlich mag jeder gerne nach
Seiner Fasson glücklich werden
Auch glauben was gefällt aber fein
War die Kultur des Humanismus

Jede Religion ist nur primitiver
Rückschritt in vorige Epochen was 
Seitz so auch andeutet aber leider
Ohne Konsequenzen im Thema

Wer sich der Verfeinerung der
Deutschen widmet müsste also
Deutlich sagen trotz und gegen 
Die primitive Sekte kam es dazu

Das Christentum ist Kulturbremse
Im Abendland das durch die Sekte
In seiner geistigen Entwicklung eher
Zurückfiel als je weiter kam damit

Wer das Abendland verteidigen will
Sollte für humanistischen Atheismus 
Bei staatlichem Laizismus plädieren
Das maurische Spanien war toleranter

Erst eine langsam Überwindung der
Jüdischen Sekte Christentum ließ
Eine Verfeinerung der Kultur zu die 
Es im Humanismus davor schon gab


Nach genug Empörung über die
Fehlende geistige Konsequenz im
Sinne eines europäischen Laizismus 
Ging es weiter mit Ghost Stories 

In denen sich Siri Hustvedt zumindest
Philosophisch neurologisch kritisch
Mit dem Geist ihres Mannes des just 
Verstorbenen Paul Auster beschäftigt

Sie geht dabei weite Wege um die
Große Sehnsucht nach Geistern in 
Unserer und anderen Kulturen
Besser verstehen zu können

Woher kommt die gefühlte Präsenz
Der Toten im Leben derer die ohne
Sie weiterleben sollen und was
Steckt wirklich hinter Geistern

Hinterfragt ihr eigenes Erleben als
Pathologisch und stellt es darum
Dem psychisch Kranker gegenüber
Scheut sich nicht vor Hokuspokus 

Die japanische Kultur und ihr offener 
Umgang mit den Geistern der
Verstorbenen die einen eigenen
Feiertag im August haben gefällt ihr

Statt traurigem Totensonntag der
Leicht depressiven Protestanten
Werden in Japan die Toten auch 
Mitte August lieber gefeiert

Sie hinterfragt die Thesen der lang 
Als gültig akzeptierten Stufen der
Trauer nach Kübler-Ross die nicht
Zu ihrem eigenen Empfinden passen

Siri gerät dabei teilweise auf schon
Spiegelglatte Abwege die oft nur
Im Aberglauben enden können die 
Sie aber mit Intellekt gut umschifft

Ohne Scheu sucht sie um ihre
Eigenen Empfindungen wie etwa
Den Zigarillorauch den sie roch
Obwohl er nirgendwo wirklich war 

Zu verstehen nach Lösungen die
Diese geistigen Wunder aus dem
Geist der Trauer erklären lernen 
Ohne die Vernunft zu verlieren 

Das ist eine immer wieder auch
Großartige Beschreibung einer 
Kritisch denkenden Frau die sich
Mit seltsamen Erlebnissen beschäftigt

Die ihr im Leben schon und in der
Phase der Trauer besonders noch
Passieren ohne dabei auf die ganz 
Schlichten Antworten hereinzufallen 

Staune selbst immer wieder wie sie
Auch abstruse Beispiele auf dem
Weg zum vernünftigen Verständnis
So klug für sich nutzen kann noch


Auch im Geiste der Aufklärung waren
Georg Forster und sein Kapitän
James Cook unterwegs über die
Christian Graf von Krockow nett

Plaudernd auf dem Weg nach
Tahiti und die Abenteuer dort mit
Teils deftiger Sprache erzählt
Bis zur Entjungferung von Georg

Das ist nett gemacht und auch zur
Identifikation anregend geschrieben 
Auch wenn relativ unrealistisch im
Sprachlich historischen Sinne

Teilweise fällt der Autor dann doch
Zu sehr ins Reich der Phantasie für 
Die angeblichen Tagebucheinträge
Was dem Traum von Bildung dann 

Mehr nimmt als nutzt was schade 
Bleibt angesichts des so wichtigen
Themas der Aufklärung zu dem 
Die hier politisch korrekte Sprache

Die Bonuspunkte der Sympathie
Für die Protagonisten zu suchen
Scheint aber oft doch eher bemüht
Damit peinlich im Ergebnis wird

Das ist nur noch nett gedacht
Aber eher zu schlicht gemacht im
Historischen Roman der dazu noch
Unkritisch in die Zeit schaut 

Der große Titel der zugleich ein
Auftrag im Geist der Aufklärung ist
Mit dem großen Traum von Bildung
Hätte mehr Mut zur Wirklichkeit nötig

Aber Krockow plaudert nett genug
Wie in seinen Büchern über Preußen
Gern von mir gelesen zu werden
Nur auch kritisch gesehen dabei

Darum las ich lieber noch
Einige Seite aus der Reise um
Die Welt von Georg Forster aus
Der Anderen Bibliothek die den 

Klugen kritischen Geist von Forster
Feiner zeigen als die Kolportage 
Die Krockow hier inszeniert um
Politisch korrekt auch zu klingen

Der Graf erzählt ziemlich exakt 
Aber leider im falschen Ton der
Zu leicht durchschaubare Absichten
Dem genervten Leser offenbart

Forster lesen lohnt mehr der
Erfundene Cook klingt selten
Glaubwürdig und konsistent
Aber nett gemacht ist es schon

jens tuengerthal 5.5.26

Montag, 4. Mai 2026

Frühlingsgewühle

Frühlingsgewühle 

Alle Welt verliebt sich im Frühling
Die Natur dabei imitierend die
Wärme zur Aufzucht braucht
Dabei hieße es bei uns Menschen
Kinder im Winter dann bekommen
Was natürlich auch geht aber
Weniger traumhaft erscheint
Kein kluger Antrieb wäre die
Gattung durch Begattung 
Noch weiter zu erhalten 
Was Ursprung von allem war
Was beim Thema Liebe kam
Auch wenn Menschen im Alter
Des Flaneurs und Dichters hier
Lieber nicht mehr zeugen 
Egal ob als Unzucht unter
Zeugen das lieber lassen
Um ihre Ruhe zu haben die 
Menschheit sich überhaupt
Besser weniger vermehrte
Aber gerne mehr genoss 
Mit Lust und zusammen
Zumindest gelegentlich
Kommen fragt sich warum
Viele den Frühling so viel
Lustvoller finden als den 
Herbst der alleine kommt
Wenn der Sommer überstanden
Aber vermutlich ist das Natur
Gegen die keine Vernunft kann
Warum weiter im Frühling ein
Gewühle ums Geschlecht
Entsteht ohne mehr sich
Dabei zu denken als
Den Trieben zu folgen
Ob sich nun aber wirklich
Gewühl auf Gefühl reimt
Ist zwar eine Frage der
Endung aber nicht immer
Geht es gleich hintenrum
Was nahelegen könnte 
Dass der dichtende Flaneur
Hier bereits infiziert ist vom
Frühlingsgefühl oder aber
Sich Jahreszeiten gemäß
Über alles lustig macht
Nur nicht die Liebe weil 
Wir es da gerne ernst
Meinen wie wir meinen 
Ohne zu wissen was
Mit wem kommen könnte

jens tuengerthal 4.5.26

Liebesknospen

Liebesknospen

Liebe beginnt ganz zart
Zumeist zumindest auch
Wenn wir uns mal richtig
Verknallen ist ein Summen 
Ohne Knall das erste was
Wir von der Liebe hören 
Das im Nahekommen 
Schönste Blüten findet 
Die sich einander öffnen
Vom Blütenstaub dann
Bestäubt bestaunt befruchtet
Den Trieben folgt die
Zueinander drängen um
In aller Vielfalt eins zu
Werden statt weiter
Gemeinsam allein
Nur zu sein weil
Alle Natur sich sucht 
Im Frühlingsgefühl 
Zarter Illusionen 
Die nichts und alles
Werden können

jens tuengerthal 4.5.26

Lektürentagebuch 3.5.26

Lektürentagebuch 3.5.26

Am sonnigen Sonntag nach der 
Vollendung des Romans wieder
Ganz dreifaltig Thomas Mann dem
Meister des Romans zugewandt 

Beginnend mit den Buddenbrooks
Wo Tony gut gelaunt aus München
Mit der Bahn nach Lübeck zurück
Gefahren kommt und vom dort

Bahnhof von Tom abgeholt wird
Der sie mit der Kutsche durch das
Holstentor zurück in die Mengestraße 
Zum Rest der Buddenbrooks fährt 

Sie kommt wie ein Sonnenschein an 
Schwärmt allen von München vor
Erzählt von den kleinen Abenteuern
Wie nebenbei von Herrn Permaneder

Da ist natürlich noch nichts aber sie
Läuft nun bei jedem Klingeln zur Tür
Worauf ihre Vertraute das nun alte 
Mädchen aus Ostpreußen sie beruhigt

Weniger erfreulich entwickelt sich der
Kontakt zwischen Christian und Tom
Bei dem die Konsulin noch beruhigt
Aber die Spannung nicht ändern kann

Der korrekte fleißige Tom regt sich
Über den nachlässigen Bruder auf
Der als peinlicher Suitier bekannt ist
Was dem Ansehen des Hauses aus

Sicht des Bruders schadet sich über
Die ständige Wehleidigkeit seines 
In seinen Augen faulen Bruders noch
Weiter unter Spannung aufregt 

Dies geht sogar soweit dass er ein
Historisches Buch was er mochte 
Nachdem Christian es las und davon
Schwärmte öffentlich nur noch abtat

Das Beispiel des Buches was in den
Leser geht und mit dem Tom seine
Überzeugung verleugnet zeigt wie
Tief und intensiv der Konflikt wurde 


Im Zauberberg ein wenig im Gespräch
Von Hans Castorp und Settembrini 
Über Mynheer Peeperkorn gelesen
Aufgehängt am Aphorismus den Hans 

Zur Dummheit geprägt hat den der
Humanist lobt aber zugleich warnt
Vor der Gefahr der Paradoxie die nur 
In den Abgrund der Ironie uns führt

Darauf holt Hans weit aus und weist 
Settembrini in einem langen Monolog
Den er sich früher nie getraut hätte 
Auf die Bedeutung der Persönlichkeit

Die er wiederum mystisch nennt hin 
Zumindest in ihrem unklaren Ursprung
Was er vernünftig vorsichtig erläutert
Es philosophisch durchdacht klingen

Zu lassen worauf Settembrini auch
Konzentriert zuhört und danach erst
Nach einer langen Pause zu reden
Beginnt Hans noch zu verunsichern 

Doch vielleicht auch beeindruckt von
Hans Gedanken zur Persönlichkeit
Die gut begründet sind auch wenn
Settembrini das Kritische klar sieht

So warnt er vor der Flucht ins nur
Mystische Reich der Phantasie um
Die Anziehung einer Persönlichkeit
Welche eigentlich nichts effektiv sagt

Begründen zu wollen hat aber auch
Keinen besseren Ansatz parat um
Die Anziehung der Persönlichkeit
Peeperkorn begründen zu können

Es zeigt eine neue auch kritische
Selbständigkeit des vorher bloßen 
Schülers von Settembrini und Naphta
Der seine Worte zu verteidigen weiß

Hier stellt sich Thomas Mann über
Wie neben seinen Protagonisten
Lässt diesen über sich hinaus noch
Wachsen als Lehrer des Lehrers 

Ein kluges Spiel mit Rollen bei dem
Der Humanist Settembrini blasser
In seinen Argumenten scheint als Hans der philosophisch argumentiert

Drei Seiten Zauberberg wieder voll
Kluger philosophischer Gedanken
Genügen lange nachzudenken wie
Sich am Rollenwechsel zu freuen

Es ist eine spannende Verschiebung
Wie der vorher naive junge Schüler 
Bei der Verteidigung des neuen
Liebhabers seiner früheren Geliebten 

Zum Philosophen wird der dabei den
Abgrund der Mystik zu streifen wagt
Um eine Anziehung zu begründen
Die Peeperkorn rein tatsächlich hat 

Während der frühere Lehrer wie
Belesene Humanist und Freimaurer 
Settembrini nur Formeln wiederholt
Statt auf die Argumente einzugehen

Hat die Dauer des Aufenthalts wie
Der Tod seines Vetters den vorher
Ganz frischen Ingenieur nun doch
Zum Philosophen reifen lassen 

Zum Abschluss noch einige Seiten
Über Joseph und seine Brüder
Amüsiert wo der Zwerg Dodo immer 
Dreister Joseph anschwärzen will 

Als sein Herr der noch nackt unter
Handtüchern liegt ihm scheinbar 
Zustimmt wagt er immer mehr in
Seinen eitlen dreisten Lügen 

Auch das beschreibt Mann wieder
Mit großem Humor der sein Werk 
Immer auszeichnet aber in dieser
Version der Josephslegende noch

Eine neue Steigerung findet wenn 
Der kleine eklige Zwerg über seine
Eitelkeit stolpert und die ihm dabei
Gestellte Falle nicht mal bemerkt

Am Ende nimmt Potiphar sein Zepter 
Der wie Mann witzig indirekt dabei
Erzählt den Damen auch als Dildo
Diente Dodo kräftig zu verprügeln 

Das ist so gekonnt komisch und dabei
Sogar im sexuellen Bereich noch
Genial witzig spielend dass wer Mann 
Für verklemmt hält ihn nicht kannte 

Dieses in München begonnene wie 
In Sanary sur Mer vollendete Werk 
Zeigt den klugen Humor Manns den
Kleine Geister wie Illies nicht sehen

Mann sollte an seinem Werk allein
Gemessen werden und nicht an 
Sonst Klatsch aus dem Umfeld
Der immer niveaulos doch bleibt

Aber es wundert nicht dass diese
Schwule Sicht auf Mann daher im
Tuntigen Umfeld viel Zuspruch findet
Denen dessen Humor zu hoch ist

Habe mich wieder köstlich amüsiert
Die doppelbödige Menschlichkeit
Seiner Protagonisten in allen drei
Romanen bleibt unerreicht gut 

Ein vergleichbarer Humor in der
So gerne ernsten deutschen Literatur
Ist kaum zu finden außer vielleicht
Bei Grimmelshausen zuvor noch

Auch dieser ist politisch aber ohne
Mit platten Mustern zu quälen wie
Heinrich Mann oder Tucholsky nur
Borcherts Weltpuff reicht daran noch

jens tuengerthal 4.5.26