Dienstag, 2. Dezember 2025

Lektürentagebuch 1.12.25

Lektürentagebuch 1.12.25

Im Zauberberg von Thomas Mann
Wurde Joachim nun Bettlägerig als
Er auch passierte Kost und Brei 
Nicht mehr alleine essen konnte

Der Hofrat ordnete Flüssignahrung
Wie strenge Bettruhe an noch auf
Den letzteren Spaziergängen davor
Mit seinem Vetter Hans Castorp

Hatte Joachim den Arm von Hans 
Der ihn an kritischen Stellen stützte
Sobald wie möglich abgeschüttelt
Um nur ja Haltung zu bewahren 

Hans hatte bemerkt wie dessen
Augen trüb wurden und der Blick
Sich eher senkte doch noch war er
Nur leicht gelblich statt braungebrannt

Am letzten Abend vor der dann 
Finalen Bettruhe sucht er noch mal
Im Musikzimmer das Gespräch mit
Der hochbrüstigen lachenden Marusja

Sie saß im Schaukelstuhl den er so
In der Schräge hielt dass sie ihn
Direkt anschauen musste und Hans
Hielt von diesem Abschied Abstand

Mit Beginn der Bettlägerigkeit schreibt
Hans der Familie dezent und höflich
Dass es Joachim gut täte wenn nun
Seine Mutter käme was dazu auch

Hofrat Behrens für geboten hielte
Worauf Luise Ziemßen drei Tage
Später eintrifft und von Hans mit
Dem Schlitten dazu abgeholt wird

Welches Gesicht er sich dafür
Zurechtlegte und wie er direkten 
Fragen der Tante auswich beschreibt
Mann mit dezenter Ironie dabei

Am Bett von Joachim mit der Mutter 
Welche dessen dürre gelbliche Hand 
Hielt bemerkte nun auch Hans dass 
Dieser nun ein Moribundus war

Abgemagert und ohne alle Kraft
Ertrug er nur noch den Rest der
Ihm am Leben blieb und hatte
Nicht mal die Kraft zu lächeln

Seine Mutter aber entwickelte
In seiner Nähe Löwenkräfte 
Die alle für ihren Sohn tun wollte
Ohne wirklich helfen zu können 


Zwei Briefe in den Buddenbrooks
Gelesen am 2. August 1846 schreibt 
Konsul Buddenbrook einen solchen
Mit klugen Ratschlägen an Thomas

Zum Besuch von Christian bei ihm
Der ja nun in London auch noch
Kaufmann werden will nachdem 
Es mit der Wissenschaft nichts war

Erfreut zeigt sich der Vater von den
Erfolgen seines Sohnes in Amsterdam
Der von Lohnerhöhung berichtete
Rät ihm weiter fleißig zu bleiben

Auch einen guten Draht zu seiner
Patronin solle er aufbauen der ihn
In Notfällen sehr gut tun könnte
So wäre seine Erfahrung gewesen

In Inhabergeführten Geschäften ist
Die Frau des Chefs eine wichtige
Persönlichkeit für den eigenen Erfolg
Auch soll er nach einer Braut schauen 

Berichtet vom Besuch bei Tony die
Im fünften Monat schwanger wäre
Wo aber alles sehr gut aussähe
Wie der Doktor ihm versicherte

Besorgt über dessen Gesundheit der
Von einer nervösen Störung sprach
Erzählt er von seiner Kur damals die
Er sich nur ungern nun leisten würde 

Erwähnt dabei die unruhigen Zeiten
Was 1846 also politisch im Vormärz 
Kommende Ereignisse andeutet die
Revolution quasi schon vorwegnimmt

Die Geschäftsideen des Sohnes sieht
Der eher konservative Vater mehr als
Kritisch er solle doch bitte bei allem
Den Grundsatz der Firma beachten

Danach soll er nur des Tags solche
Geschäfte machen dass er auch 
Des Nachts gut schlafen könne
Was ihm immer geholfen habe

Zwar wären inzwischen andere
Die diese Grundsätze nicht ehrten 
Erfolgreich wie Strunck & Hagenström
Er hoffe auf das Erbe der Mutter 

Auch die vielen ihm nun vom Senat
Übertragenen Aufgaben weiter für die
Finanzen und die Stiftungen forderten 
Gerade seine volle Aufmerksamkeit 

Verabschiedet sich mit zahlreichen
Namentlich aufgezählten Grüßen wie
Dem Wunsch er möge arbeiten beten
Und sparen was ein feiner Witz ist

So legt Thomas Mann dem frommen
Konsul den Wahlspruch der Mönche
Ora et labora der die Ordensregel
Der Benediktiner ist in den Mund

Dieses ergänzt um Sparsamkeit was 
Den tief gläubigen Finanzsenator von 
Lübeck eher zeigt als den gerissenen
Geschäftsmann den es nun bräuchte

Nicht umsonst schreibt er seien die
Geschäfte nicht mehr gewachsen
Seit dem Tode des Großvaters was
Zeigt wohin Frömmigkeit nur führt 

Zumindest geschäftlich scheint es
Nur seriös weniger aussichtsreich
Spannend aber ist dass der einst
Mönchische Zweiklang hier zum

Dreiklang mit Sparsamkeit wird
Was die merkelsche Gebetsmühle
Also schon früher aktuell machte
Die durch Sondervermögen ersetzt

Was zum Glück die Firma führt
Ob für öffentliche Finanzen nun
Anderes gelten muss als für Firmen
Scheint gerade wieder spannend

Während ein mafiöser Makler nun
Die größte Volkswirtschaft wie eine
Private Firma führt ohne dabei die
Fragen der Zeit irgend zu verstehen

Zeigt sich wie aktuell Buddenbrooks
Auch 125 Jahre nach dem Erscheinen 
Immer noch sind und wie genial Mann 
Ihr Scheitern mit eingebaut hat schon

Der zweite Brief in diesem Kapitel
Ist von Bendix Grûnlich diesmal vom
13.. Oktober 1846 der damit seinen
Schwiegereltern die Geburt mitteilt

Vor einer halben Stunde erst sei Tony
Niedergekommen aber Mutter und
Kind seien wohlauf schreibt hier der
Sichtlich aufgeregte junge Vater

Tony ist sogar schon wieder so fit
Dass sie den Brief noch um ein PS 
Zur Namenswahl ergänzt bei der sie
Mit G. also Grûnlich nicht einig sei

Mit ganz wenig deutet Mann hier
Im formalen Schreiben an seine
Schwiegereltern schon vieles an 
Was Grünlich genau charakterisiert

So wird die erzählte Handlung des
Romans durch Briefe ergänzt die
Wichtiges über das Leben erzählen
Ohne den Ort verlassen zu müssen

Geballte Information zum Verständnis
Die nicht direkt erlebt so aber noch
Indirekt so erzählt wird ist ein guter
Trick die Handlung voran zu bringen

Zusätzlich charakterisieren beide
Briefe noch ihre Verfasser die sich
Auf ganz typische Weise zeigen was
Den größeren Kontext herstellt

Ein wirklich genialer Schachzug
Der Abwesende wie hier Thomas
Oder Christian einbezieht ohne
Den Ort der Handlung zu verlassen

Auch das Ende von Grünlich deutet
Sich im Staunen des Konsuls an
Über die viele Zeit die er ihnen noch
Widmet ergänzt um sein Bedauern

Dass er seine Schwiegereltern die
Duchamps in Hamburg nicht mehr
Besuchen konnte auf deren Erbe
Er ganz Kaufmann für die Firma hofft

Sich um das Erbe bemühen wollen
Aber keine riskanten Geschäfte für
Die Firma wagen und den Sohn zu
Ora et labora mit Spaten zu mahnen

Das zeigt eine Familie die ziemlich
Nah am Abgrund schon steht über
Den sie sich bei Grünlich empört
Wie manche Grenzen hier fließen

Es sind diese Kleinigkeiten auch die
Beim ersten Lesen kaum bemerkt
Eine wirklich geniale Komposition
Des ganzen Romans hier zeigen

Welch Freude ist es sie nun bei
Der zweiten Lektüre zu genießen
Wie alle Werke Thomas Manns
Mehrfach gelesen werden sollten 

Dies auch den Humor zu sehen
Der noch die unmöglichsten Szenen 
Mit einer großen Komik verbindet
Sogar dem Tod lächelnd begegnet

Auch wenn es heute gerade noch
Modisch ist Thomas Mann zum
Jubiläum als verklemmten Schwulen
Zu offenbaren zählt sein Humor allein

Jeder der Mann ausgiebig las weiß
Um diese Neigungen die er selbst
Oft genug noch verspottet im Werk
Aber er macht sich über sich lustig

Die sexuellen Offenbarungen auf
Regenbogen Niveau sollen uns einen
Humorlosen verklemmten Schwulen
Zeigen der darum so schrieb 

Wer Mann verstehen will sollte sich
Auf sein Werk konzentrieren statt 
Wie Illies im Dreck zu wühlen ohne
Je den großen Humoristen zu sehen

Thomas Mann ist der komischste
Unter den deutschen Schriftstellern 
Merkt nur kaum einer weil alle lieber 
Über ihn statt ihn selbst lesen 

Die kurzen Abschnitte heute zeigen
Wieder den grandiosen Humoristen
Darüber sollte geforscht werden denn 
Deutsche die über sich lachen können

Sind eine wirklich seltene Spezies
Den meisten Biographen offenbar
Völlig unvorstellbar die sich lieber
Über Mann schreibend lustig machen

Der Spott über die eigene Familie mit
Viel Humor wie über sich selbst dabei 
Als völlig unfähigen Kaufmann der nur 
Künstler werden konnte zeigt es uns 

Der Humor im Werk Thomas Manns
Wäre ein wichtiges Thema für die
Zukunft vielleicht lernen Deutsche 
Von ihm auch über sich lachen

Dann würden mehr Thomas Mann
In seiner komischen Tragweite als
Autor endlich verstehen lernen statt
Nur spießig Abgründe zu suchen 

Diese Skandal-Biographien zeigen
Vor allem humorlose Autoren die den 
Witz bei Thomas Mann nicht sehen
Weil er zu vornehm dezent für sie ist

Damit sind llies & Co nur Offenbarung
Des schlichten Wesens der Verfasser
Die besser für Bild oder Bunte künftig
Schrieben statt je wieder Biographien

Werde weiter für den Humor bei
Thomas Mann als komischsten
Deutschen Autor kämpfen ohne das
Sonst obligatorische Schenkelklopfen

jens tuengerthal 2.12.26

Montag, 1. Dezember 2025

Liebesentspannung

Liebesentspannung

Was unvorstellbar aufregend 
Sich nacheinander sehnte 
Wird plötzlich ganz normal
Wenn einfach erreichbar

Wird der Liebestraum fast
Zur Beziehung und kann
Sich in Ruhe gedulden 
Bis Familie erledigt ist

Keine Familie mehr gründen
Zu wollen ist der Schlüssel
Zur erotischen Entspannung
Die einfach genießt was geht

Nichts muss aber alles kann
Kommt der Genuss rechtzeitig
Zusammen wie voller Freude
Ohne jede weitere Erwartung

Geliebte haben keine Fehler
Sie sind ein zeitweiser Genuss
Der dadurch noch reizvoller wird
Glücklich wer es genießen kann 

Sich Familie und alle Erwartungen
Lieber ersparen könnte das Leben
Wesentlich entspannter machen
Dafür auf Lust und Liebe konzentriert 

Manche meinen das sei eine Art
Rosinenpickerei die sich nur das
Gute vom anderen nimmt was mir
Im übrigen vollkommen genügt

Liebe und Lust entspannt genießen
Statt alles sonst daran zu hängen 
Könnte das größte Glück sein was
Besser keinem mehr verraten wird 

Dabei bleiben weil es gut tut und
Familie für sich sein zu lassen
Ohne davon tangiert zu werden
Ist ein Modell entspannter Zukunft

Geliebter zu bleiben könnte die
Schönste lustvolle Entspannung
Im Leben als Flaneur sein der
Gerne etwas daneben steht

Alles Gute und alles Schöne voller
Liebe miteinander zu haben ohne 
Erwartung Stress Enttäuschung im
Beziehungspaket nur zu buchen

Gut sich daran stets zu erinnern 
Wenn Romantik zum Unsinn uns 
Leichtsinnig verführen noch will 
Dass Geliebte alles Gute haben

jens tuengerthal 1.12.25

Ankommen

Ankommen

Ganz beieinander
Ankommen ist Hauptgewinn
Im Liebeslotto

jens tuengerthal 1.12.25

Warten

Warten

Aufeinander zu
Warten erhöht Vorfreude
Manchmal unendlich

jens tuengerthal 1.12.25

Lustbeben

Lustbeben

Vor Lust zu beben ist wunderbar
Es zu teilen größtes Glück auch
Wenn es alles erschüttern kann
Ist das Risiko eher gering dabei

Statt steter Lebensgefahr
Wie sie in der Liebe vorkommt
Stärkt die Lust sogar noch das
Immunsystem macht also stark

Schöner noch ist es wo sie
Miteinander geteilt wird 
Traumhaft wenn einander
Dabei dadurch geschenkt

Das Beben kann davor schon
Beginnen sich dabei steigern
Um befriedigt wiederzukommen
Als seliges Echo im Nachbeben

Nach meiner geringen Erfahrung
Sind Frauen im Beben talentierter
Weil sie in ihrer Natur oft sensibler
Wahrnehmen und reagieren

Als Mann von schlichter Natur
Ist es das größte Glück eine
Frau mit Lust und Liebe zum
Beben bringen zu dürfen

Dies miteinander zu teilen
Ist der schönste aller Gipfel
Nichts anderes lohnt noch
Wenn du das erleben darfst

Du brauchst keine Berge mehr
Besteigen für die Aussicht von 
Oben weil es nie an das so
Geteilte Glück heranreicht

Sich dies bewusst zu machen
Erleichtert das Leben du hast
Miteinander alles erreicht kannst
Zufrieden einfach dabei bleiben 

Die Lust ist keine ewige Suche
Es gibt nichts größeres mehr 
Du hast das Ziel der Träume
Erreicht und kannst bleiben

jens tuengerthal 1.12.25

Liebesbeben

Liebesbeben

Liebe ist wie ein Erdbeben
Sie kommt völlig unverhofft
Manches stürzt infolge ein 
Einige werden verschüttet

Nicht alle werden gerettet
Einige von manchen finden
Ihre Welt danach zerstört
Andere entdecken plötzlich

In der veränderten Welt
Ein Paradies für sich das
Raum für neue Träume lässt
Diese gewinnen wirklich

Jene deren vorher Welt
Einstürzt verlieren alles
Vorherige Ordnung geht
Im Chaos des Bebens

Gern spurlos verloren
Bis eine neue sie ersetzt 
Oder wir ohne weiter leben
So ist Liebe immer erschütternd 

Offenbart uns neue Seiten die
Schönes wie schreckliches bringen 
Was wir in ihr sehen können
Liegt selten an uns allein 

Manche fühlen sich glücklich
Gerettet wie neugeboren
Andere brauchen ein Leben
Vom Trauma geheilt zu werden 

Es könnte jederzeit wieder beben 
Egal wie bewegt Liebe ganz viel
Immer dankbar sollte sein
Wer infolge glücklich wurde 

Es ist halt irgendwie Natur
Damit müssen wir leben
Sagt sich leichter mit Abstand
Den Betroffene nie haben

Leichter fällt das all denen
Die keine Angst haben das
Beben könnte alles verändern
Weil es so ihre Träume realisiert

Was auch immer das Liebesbeben
Mit unserem bisherigen Leben
Alles anstellt am Ende bleibt
Kein Stein dabei auf dem anderen

Dann bauen wir uns besser
Sichere Schlösser für uns statt
Lange im Dreck zu wühlen
Den das Beben freilegte 

Vielleicht leben wir dann glücklich
Bis zum nächsten Beben darin 
Manchmal kommt auch keines
Dann bleiben wir glücklich

jens tuengerthal 1.12.25

Sonntag, 30. November 2025

Lektürentagebuch 30.11.25

Lektürentagebuch 30.11.25

Nun Friedell über Newton gelesen der
Sich vor Freude fast überschlägt beim
Größten spekulativen Genie das die 
Barocke der Menschheit schenkte 

Er war sowohl als Mathematiker wie
Als Physiker und Astronom eine echte
Revolution der uns in der Optik 
Zeigte dass durch Vereinigung aller

Spektralfarben das weiße Sonnenlicht
Entsteht wie das die Eigentümlichkeit
Der Farben auf der Verschiedenheit 
Der Lichtstrahlen immer nur beruht 

Machte mit dem von ihm gebauten
Spiegelteleskop auch astronomische 
Entdeckungen ließ noch das kleinste
Ganz exakt erstmals berechnen

Die Summe seiner Forschungen zog
Er in der Gravitationstheorie auf die
Ihn ein vom Baum fallender Apfel
Erst aufmerksam gemacht hatte

Der auf die Anziehungskraft im 
Inneren der Erde ihn hinwies der 
Die Bewegung des Mondes wie
Daraus des Universums erklärte

In seinem Hauptwerk stellt er dann
Das allgemeine Gravitationsgesetz
Auf das die Anziehung beweglicher 
Körper logisch berechenbar machte

Weil alle Monde zu Planeten wie 
Diese gegen ihre Sonne gravitieren
Gilt dies Gesetz für den ganzen
Weltraum der berechenbar wurde

Später versuchte er sich auch noch
Als Theologe und schrieb über
Den Propheten Daniel wie auch die
Apokalypse im Alter wurde das mehr 

Fast übermenschlich nennt Friedell 
Mit sympathischer Begeisterung die
Leistungen seiner spekulativen
Schöpferkraft der zum Trotz aber

Newton immer bescheiden blieb
Wie es in seiner Grabinschrift in 
Westminster Abbey heißt damit
Die Einfalt des Evangeliums zeigte

Warum sich sonst kluge Menschen
Die kritisch schon denken vielfach im
Aller dem Aberglauben zuwenden
Bleibt mir ein ewiges Rätsel

Die Hoffnung vor diesem letzten
Wahnsinn rechtzeitig zu sterben
Scheint mir wesentlich verlockender
Als der olle Jenseitsglaube noch je


Mit einer geradezu unglaublichen
Sammlung von Superlativen schreibt 
Friedell im Absatz nach Newton
Über König Karl II. der seinen

Vater nach dem Ende von
Oliver Cromwell folgte was den
Leserinnen offenbart es handelt
Sich um einen englischen König 

England befand sich in dieser Zeit
An der Spitze der wissenschaftlichen
Entwicklung woran Karl zumindest
Als Mitglied seiner Royal Society

Der die größten Wissenschaftler
Angehörten auch Interesse zeigte 
So gründete der König der sich viel
Mit Astronomie auch beschäftigte 

Die Sternwarte von Greenwich er war
Taktvoll gutmütig leutselig intelligent
Entschuldigte sich sogar bei allen für
Die Länge seines Todeskampfes 

Zugleich war er brillanter Tänzer
Ballspieler und Anekdotenerzähler
Ein großer Freund der Künste wie 
Besonderes des Theaters dabei

Doch trotz all dieser blendenden 
Eigenschaften war er laut Friedell
Ein kalter träger frivoler Mensch
Ohne Grundsätze dabei auf nichts 

Bedacht als die Befriedigung seiner
Immer wachen Genusssucht der
Sogar nur zum Vergnügen ins 
Parlament wie in die Komödie ging

Die Ausschweifungen seines Hofes
Waren das Londoner Tagesgespräch
Die Engländer nannten ihn verächtlich
The merry Monarch mit viel Humor

Er war eher nicht rachsüchtig aber
Auch ohne echte Überzeugungen
Hatte weder den Machtdünkel der
Stuarts noch größeren Ehrgeiz

Nichts wäre er im Grunde gewesen
Schreibt Friedell ganz trocken war
Friedfertig aus Indolenz wie duldsam
Aus Oberflächlichkeit er hatte nur eine

Echte Passion seine Geldgier die ihn
Nahezu alles verkaufen ließ ohne sein
Gewissen damit größer zu belasten 
Verschwenderisch und geizig zugleich

Gab alles für Lustbarkeiten aber war
Knauserig wie bestechlich im Staat
Was die Beamten nachmachten und
Nie war England korrupter als da

Unglücklich wäre seine Regierung
Noch dazu gewesen es so segelte
Eine holländische Flotte die Themse
Hinauf und drohte mit Eroberung 

Der verlustreichen Ausbruch der Pest
Wie der Großbrand von London der
Die City in Asche legte fielen auch
In die Regentschaft Karls noch

Er forderte nach der Lehre vom
Passiven Gehorsam die absolute
Unterwerfung von seinen Untertanen 
Wie der Vater über seine Kinder

Dabei sei er nur Gott nicht aber
Seinen Untertanen verantwortlich
Diese hätten kein Recht zum irgend
Widerstand womit seine Herrschaft

Wirklich absolut wie nie zuvor war
Doch sei wie Friedell zum Abschluss
Zu Karl meint mehr Unterwerfung
Nie je weniger verdient gewesen

Doch wird dies vernichtende Urteil
Noch ergänzt durch die Bemerkung 
Niemand habe diese absolute Macht
Weniger begehrt und gebraucht als er

Eine spannende sehr gegensätzliche
Betrachtung zu zwei bedeutenden
Figuren im England dieser Epoche 
Mit Newton und Karl II gelesen

Friedell scheut nicht die Meinung
Die er meist mit Fakten dazu auch
Untermauert aber manchmal gern
Völlig faktenfrei dann noch einwirft

Das schadet der freudigen Lektüre
Überhaupt nicht nur als Quelle für
Wissenschaft ist er damit untauglich
Aber ich lese ja zum Vergnügen 

Ein Vergnügen ist der Weitblick 
Wie die Ironie Friedells dazu auch
Seine gewagten absoluten Urteile
Betrachtet der Leser vergnügt

Es gibt keine objektive Geschichte
Jede betrachten wir immer aus dem
Blickwinkel unseres Horizontes was 
Natürlich ist aber eben beschränkt

Am wenigsten objektiv sind dabei
Zeitzeugen die also wirklich noch
Erlebt haben was Geschichte wurde
Im ansonsten unbedeutenden Leben 

Wissenschaft braucht dagegen
Fakten und Belege um so eine
Verifizierbare Aussage zu machen
Zumindest was beweisbar scheint

Friedell ist dagegen eher lehrreiche 
Literatur zur Geschichte damit auch
Teil unserer Kulturgeschichte die
Geschichte auf bestimmte Art las 

Doch wurde immer Geschichte als
Lektüre auch geschrieben und die
Ilias wie die Odyssee sind wie das
Alte Testament Geschichtsbücher 

Sie haben unsere Kultur wie unser
Denken über die Zeiten geprägt
Damit wurden sie auch ein Stück
Lebendig literarische Zeitgeschichte

Sich mit Geschichte beschäftigen
Lädt zum weiterdenken wie prüfen
Der Aussagen von Friedell auch ein
Was ein ganzes Universum öffnet

Dies ist bei Egon Friedell immer auch
Jene Welt der Wiener Kaffeehäuser
In denen der kluge Kopf lebte der mit
Seiner Kulturgeschichte ein Denkmal

Sich setzte wie wirklich Geschichte
Schrieb als gute Unterhaltung wie
Um weiter über die Zeit zu blicken 
Dabei Meinung auch offen bekennt

Es gibt keine Objektivität in der
Geschichte sondern immer nur
Blinde die irgendwie schauen
Einen Weg in der Zeit zu finden

Dies zumindest gelingt Friedell 
Mit viel Humor und Anstand auch
Wenn jeder Historiker wohl über
Das Werk ohne alle Belege die 

Nase nur empört rümpfte ist es
Für Leser ein großes Vergnügen
Das weiter bildet als viele die nur
Im Kampf der Fußnoten langweilen

Lese Friedell wie Literatur auch
Die ein Bild für das Zeitgefühl gibt
Wie blickte das noch beginnende 
20. Jahrhundert auf die Geschichte

Die Zeit war literarisch damals wie
Philosophisch und physikalisch ein
Ganz großes Thema von der Suche
Nach der verlorenen bei Proust

Zum Zauberberg oder Einstein mit
Der Relativitätstheorie auch zur Zeit
Hier reiht sich Friedell ein als der 
Zeitreisende noch wunderbar ein

Denke es und freue mich dabei
An der vielfältigen Lektüre die alle
Zeit auf ihre Art thematisieren vor
Rund hundert Jahren entstanden

Falle als Flaneur gerne aus der Zeit
Um über sie nachzudenken stehe ich
Dabei auch gerne mal neben mir was
Die Illusion von Objektivität dazu gibt

Nichts finde ich im übrigen schöner
Als die literarischen Zeitreisen und
Wenig könnte je spannender sein 
Als mal eben die Zeit zu wechseln

Die Zeit in der diese Bücher hier
Entstanden ist auch jene in der
Franz Hessel flanierte was die
Zeitreise noch schöner macht

jens tuengerthal 30.11.25

Isaac Newton 

König Karl II von England

Liebesglaube

Liebesglaube

An Liebe kannste
Einfach glauben alles sonst
Wird zu kompliziert

jens tuengerthal 30.11.25

Atheistenadvent

Atheistenadvent

Der Atheist kommt
Im Advent lieber zu sich
Als im Glauben an

jens tuengerthal 30.11.25

Advent

Advent 

Advent Advent ein
Lichtlein brennt und später dann
Die ganze Wohnung

jens tuengerthal 30.11.25

Lustzufrieden

Lustzufrieden

Lust strebt immer nach Befriedigung
Wenige finden sie dabei miteinander
Zu viele überhaupt nie wobei mehr
Sich nie dabei darum noch kümmern 

Die Zufriedenheit beim Sex wird so
Unterschiedlich definiert während
Manchen genügt wenn einer kommt
Erwarten es andere voneinander

Wer schon mal zusammen kam 
Wird nie mehr mit weniger wirklich
Auf Dauer zufrieden sein können
Sollte einfach dann dabei bleiben 

Je weniger ich dabei erwarte desto 
Schöner kann es noch werden weil
Die Erwartung Lust wie Liebe tötet 
Ohne Rücksicht auf Verluste dabei

Zufriedenheit kann nur finden wer
Erwartungslos genießt was ist
Ansonsten kommt immer bald
Enttäuschung vor Befriedigung

Es ist ein wenig paradox dabei
Einerseits erwartungslos zu sein
Andererseits zusammen kommen
Als non plus ultra zu bezeichnen

Die meisten kennen es nicht
Machen es nur miteinander
Weil das ja auch dazugehört
Enthalte mich dazu viel lieber

Genossen habe ich Sex immer
Wenn er beiden Zufriedenheit
Schenkt statt mehr zu wollen
Aber das erst spät bemerkt

Vielleicht musst du alles mal
Probiert haben um zufrieden 
Bei dem zu bleiben was ist
Es vorher merken täte gut 

Vielleicht ist das schönste beim Sex
Ganz ohne Rangliste einander
Befriedigung schenken zu wollen
Was aber manche auch stresst

Einfach danach zufrieden glücklich
Miteinander zu sein genügt auch
Muss nicht immer galaktisch sein
Ganz normale Zufriedenheit reicht

Erwarte nichts neues im Bett 
Habe in 55 Jahren alles gehabt
Zufrieden wenn beide es genießen
Erledigt das Alter manches auch

Andere wollen sich noch steigern
Hoffen auf den ultimativen Kick
Kenne noch keine die ihn fand 
Alle Beteiligten zufrieden ist genug

Sex will kein Ziel dabei erreichen
Der schnellste Orgasmus ist nie 
Ein Gewinn sondern meist einsam
Guter Sex klingt harmonisch aus

Zusammen füreinander statt ein
Onanieren auf Zeit lieber sich
Miteinander völlig zu verlieren 
Jenseits der verlorenen Zeit

jens tuengerthal 30.11.25

Liebesgenügsam

Liebesgenügsam

Liebe will am liebsten alles
Dazu am besten sofort ohne
Umwege zueinander finden
Davon am besten immer mehr

Gleich auch noch für immer
Was eher das Gegenteil von
Genügsam mir scheint auch
In der gierigen Lust die sich

Endlich oder wieder verschlingen
Will statt großer Umwege noch
Gleich ineinander finden will
Denke ich und frage mich wie

Eine genügsame Liebe wäre
Die zufrieden miteinander ist
Das genießt statt noch etwas
Unbedingt zu wollen außer

Einander wie nie zuvor natürlich
Lieber genügsam zufrieden denkt
So miteinander ist alles erreicht
Gut so und muss nichts ändern

Einfach dabei bleiben um mit
Dem status quo zufrieden zu sein
Stelle es mir wunderbar vor nur 
Ob das dauerhaft mit einer Frau

Funktionieren kann bedarf noch
Des Beweises oder auch nicht
Weil alle Liebesbeweise Unfug 
Noch immer waren außer für 

Jene die sie verkaufen konnten 
Weil Liebe keinen Beweis braucht
Da sie einfach ist was sie ist
Genug damit zufrieden zu sein

Was sollte ich auch noch wollen
Wenn ich die Beste für mich hab
Ihre Liebe mein Glück ist dann 
Kann ich einfach zufrieden sein

Denke ich als schlichter Mann 
Unklar nur wie Frau es sieht
Vielleicht rede ich lieber nicht
Von Genügsamkeit wie großer

Zufriedenheit nur von Liebe 
Das genügt dann für alles 
Ist ja auch irgendwie genügsam
Nennt nur keine je so 

Genug ist jedenfalls immer genug
Reicht zur Zufriedenheit vollkommen
Mehr geht ohnehin nicht mehr
Dabei können wir einfach bleiben 

jens tuengerthal 30.11.25

Samstag, 29. November 2025

Lektürentagebuch 29.11.25

Lektürentagebuch 29.11.25

Heldenzeitalter der Naturwissenschaft
Nennt Egon Friedell in seiner klugen
Kulturgeschichte der Neuzeit das 17.
Jahrhundert mit seinen Entdeckungen

Weniger in der Praxis als in genialen
Theorien dabei war die Medizin noch
Am wenigsten entwickelt wofür sie
Molière auch gehörig verspottet hat 

Eigentlich kannte sie nur zwei Mittel
Aderlass und Irrigation deren häufige
Anwendung nicht unberechtigt war da
Höhere Stände an Hyperämie litten

Diese wurde noch durch mangelnde 
Bewegung und reichliches Essen wie
Trinken noch verstärkt dagegen wollte
Die holländische Schule noch nach

Der Lehre von der Polypharmazie mit
Großen Mengen möglichst dabei ganz
Gegensätzlicher Medikamente durch
Harmlose Kräuter etwas erreichen

Will nicht gleich sagen dies ähnle
Der Homöopathie doch sind wohl
Gewisse Parallelen nicht zu leugnen
Am Anfang steht der Glaube wohl

Auch darin meint Friedell zeige sich
Der Schwulst des Barock wie damit
Die Neigung zur Überladung wie zur
Erdrückenden Quantitätswirkung

Ob viel wirklich viel hilft oder nicht
Weniger mehr wäre bleibt fraglich
Beides läuft in unseren Zeiten
Dafür bis heute seltsam parallel 

Menschen gehen zum Heilpraktiker
Oder Homöopathen im Glauben dies
Könnte ihnen Heilung bringen ist viel
An Hokuspokus noch im Umlauf

Covid und nötige Impfungen zeigten
Wieviele Menschen am Aberglauben
Im Bereich der Gesundheit noch mit
Freiheit genannter Fanatik hängen 

Weiter gelangten da schon die
Beschreibenden Naturwissenschaften
So schuf John Ray eine zoologische
Systematik aller bekannten Tierarten

Dabei hatte die Vervollkommnung
Des Mikroskop große Bedeutung
Die Friedell dann mit den jeweils
Entdeckungen nennt und aufzählt

Eine Art Zeitmikroskopie unternahm
Olaf Römer der erstmals auch die
Lichtgeschwindigkeit maß dann kam
Christian Huygens als der Entdecker 

Von der Doppelbrechung des Lichts
Über Saturn-Ringe zur Erfindung der
Pulvermaschine und Pendeluhr wie
Der Berechnung der Zentrifugalkraft 

Doch vor allem war er der Erfinder
Der Undulationstheorie welche den 
Wellencharakter der Lichts annimmt
Newton aber erst im 19. Jahrhundert

Erfolgreich verdrängen konnte auch
Weil Licht nicht der Gravitation mehr
Unterfalle sogar im leeren Raum sich 
Anders als Schall bewegen könnte 

Dagegen sah Newton Licht als eine
Feine Materie die von leuchtenden
Körpern ausgesandt werde was er 
Mit Fernkräften erklären wollte

Mit Newton dem der nächste Absatz 
Gewidmet ist werde ich mich morgen
Oder heute Nacht weiter beschäftigen
Als größtes spekulatives Genie dann

jens tuengerthal 29.11.25

Kanzlerkröten

Kanzlerkröten 

Wenn einer nichts zu bieten hat
Kämpft er um so lauter für das
Anstatt auch ohne alle Vernunft
Wie Merz für Verbrennungsmotoren 

Dies schadet der zu langsamem
Wie trägen deutschen Industrie
Gaukelt nur Illusionen vor die
Keinerlei Perspektive haben

Wie Merz selbst sagt gehört die
Zukunft der Elektromobilität nur
Die deutsche Autoindustrie hat es
Bis jetzt nahezu verschlafen

Lobbyisten betteln beim Kanzler
Um Aufschub der sofort dafür auch
Gegen die Kommission kämpfen will 
Mit der alten Merkel Freundin Ursula

Es ist unstrittig dass Elektromotoren
Wesentlich effektiver sind wie dieser
Mobilität für Zukunft gehört die schnell
Einen Ausbau Erneuerbarer braucht

Alles Dinge über die Merz lieber nicht
Redet und lieber schwadroniert das
Windräder Landschaft verschandeln
Mit diesem Kanzler wird Deutschland 

Den Anschluss in der Welt verpassen 
Wie gerade die USA unter ihrem in
Jeder Hinsicht inkontinenten Trump
China und Indien zeigen es uns

Die verlorenen Kämpfe dieses so
Lächerlich in der Zeit verlorenen
Alten weißen Mannes wird uns alle
In Zukunft teuer zu stehen kommen

Wir hatten die Wahl und das Land
Hat sich für dumme Sprüche eines
Nicht in der Gegenwart präsenten
Alten weißen Mannes entschieden

Schade um die Zukunft des Landes
Als Technologie Standort aber gut
Wenn es alle nun schmerzhaft lernen
Die Vergangenheit hat keine Zukunft

jens tuengerthal 29.11.25

Demokratieverteidigung

Demokratieverteidigung

Es ist zutiefst beunruhigend wenn
Neonazis eine Jugendorganisation
Für eine rechte Zukunft gründen die
Ein Rechtsextremist dahin führen soll

Doch sehr beruhigend ist es wenn
Dagegen in Gießen mehr Menschen
Auf die Straße gehen und damit den
Parteitag zumindest verzögerten

Zu diesem kamen weniger Menschen
Als dagegen auf der Straße waren
Was die Verhältnisse klärt denn Nazis
Bleiben eine unbeliebte Randgruppe

Ob es gleich beunruhigend schon ist
Wenn der Rechtsstaat in Deutschland
Auch die Freiheit von Nazis mit der
Polizeigewalt vereidigt ist noch offen

Bleibt der Rechtsstaat auch weiterhin
Demokratisch soll jeder die gleichen
Rechte haben und wahrnehmen
Schlimm aber wird es wenn nicht

Die Verteidigung der Freiheitsrechte
Derer die unsere Freiheit wie die
Demokratie damit gefährden ist ein
Auch zweischneidiges Schwert

Gewalt des Staates gegen jene
Welche die Demokratie verteidigen
Um ihre Feinde zu schützen aber ist
Eine Gefahr für die stabile Mitte 

Hier sollte der Rechtsstaat auch
Konsequent alle Übergriffe mit
Der nötigen Härten bestrafen
Damit die Mitte sicher bleibt 

jens tuengerthal 29.11.25

Liebessicher

Liebessicher

Sichere Liebe
Verschwindet viel schneller als
Unglaubliche je

Kann immer noch nicht
Glauben wie wunderbar die
Liebste wirklich ist

jens tuengerthal 29.11.25