Dienstag, 8. August 2023

Umgangsarten

Umgangsarten

Nach Montaigne gibt es drei
Arten de Umgangs miteinander
Dabei unterscheidet er zwischen
Freundschaft die sehr selten ist
Was wir so nennen ist es kaum je
Er hatte eine große mit seinem
Etienne de la Boétie der leider
Mit 32 Jahren an der Pest starb
Aber Montaigne seine Bibliothek
Vermachte womit er noch weiter
In seinem Werk wirkte auch jenseits
Des großen Essays über die
Freundschaft das eine Liebeserklärung
An den Verstorbenen auch ist
Sodann die Liebe welche im Alter
Eher verfliegen würde wie durch
Anderes ersetzt würde was den
Namen trägt aber nie verdient
Wie schließlich die Bücher was
Für den Philosophen die sicherste
Wie angenehmste Form des Umgangs
Wäre weil Bücher belehren ohne sich
Uns aufzudrängen geduldig warten
Bis wir uns ihnen mit Liebe widmen
Jenseits aller Erwartungen ein zwar
Spannender aber spannungsfreier
Genuss sind der bildet wie gut tut
Was von dem zwischen den sonst
So gerne Umgang pflegenden
Geschlechtern selten gesagt wird
Zumindest soweit das Geschlecht
Dabei eine Rolle auch spielt aber
Die Bücher als Form sozialen Lebens
Zu benennen wie zu genießen zeigt
Den großen Leser der in den Welten
Der Bücher lebt wie erlebt aus ihnen
Sein geistiges Leben zieht und wie
Gut verstehe ich ihn dabei denn was
An sozialen Kontakten tut je so gut
Wie die Lektüre feiner Bücher die
Geistig immer Erfüllung schenkt wer
Könnte das von anderem so sagen
Was macht uns so zufrieden dabei
Beschäftigt uns ohne abzulenken
Öffnet uns neue Welte ohne uns
Weiter fortbewegen zu müssen
Überlege ich und stimme ihm zu
Die wohl angemessenste Form
Des Umgangs unter Menschen
Ist jene mit Büchern die wir für uns
Lesen wie genießen also nicht in
Gruppen um sie zu diskutieren
Oder ähnliche von geistigen Welten
Nur ablenkende Erlebnisse noch
Zu denen viele Menschen neigen
In der Überzeugung der Austausch
Sei wichtiger als die Lektüre wie
Die mit ihr verbundenen Gedanken
Welche das Universum der Leser
Noch ins Unendliche erweitern
Frage mich ob nicht viele glücklicher
Wären pflegten sie mehr Umgang mit
Guten Büchern statt nach Erlebnissen
Zu jagen die unterhalten sollen im
Sonst wohl geistlosen Wesen dem
Nichts aus sich passiert warum es
Ständiger Beschäftigung bedarf
Die Leser im Umgang mit Büchern
Genug in geistigen Welten finden

jens tuengerthal 8.8.23

Montag, 7. August 2023

Lustverhältnisse

Lustverhältnisse

Welche Verhältnisse fördern die Lust
Wohin zieht es uns zuerst dabei
Erledigen sie sich irgendwann wie
Benutzung Messer stumpf werden lässt
Oder schärft die Übung eher nach
Tun Verhältnisse der Lust besser
Als Beziehungen es je können weil
Diese erwartungslos bleiben statt
Einander mit Enttäuschungen schon
Vorab die zarte Lust zu erwürgen
Wie es Alltag so vieler längst ist
Warum könnte es sich lohnen
Weniger zu wollen um mehr
Miteinander zu genießen was
Undefiniert bleibt und ist statt
Sich in festen Bahnen zu bewegen
Als Maßstab des miteinanders dabei
Zu wählen ob zwei sich gut tun oder
Nicht mehr was wir uns dann besser
Kein mal mehr antun müssen um das
Bleibende lieber weiter zu genießen
Wie die Freude daran auszubauen
Was von mehr Liebe zeugt als es die
Meisten Beziehungen je finden wo es
Nur um Bestätigung von Mustern geht
Die gerne Erwartungen werden wollen
Leben wir über unsere Verhältnisse
Lustvoll genießerisch verwöhnend
Was gut tut wird bleiben wo nicht
Verschwindet es wieder besser
Haben wir lieber mehr Verhältnisse
Um das Miteinander zu genießen
Statt Beziehungen zu wollen die
Meist eher beziehungslos bleiben

jens tuengerthal 7.8.23

Liebesaventüren

Liebesaventüren

Die Liebe ist das größte Abenteuer
Was ich im Leben je erleben durfte
Dies betrachtend bin ich wohl wider
Willen ein Abenteurer geworden der
Sich an seine Aventüren erinnert voll
Liebe und mit genug Abstand nicht
An ihnen mehr leiden zu müssen
Von Aventüren sprach die weltliche
Romanhafte Dichtung des Mittelalters
Wie etwa die Artussage auch so hatten
Ritter und die es werden wollten ihre
Aventüren zu bestehen um am Ende
Ein Frauenherz wie einen Schoss
Mit Kunst und Mut zu gewinnen was
In vielfältig phantastischer Form dann
Erzählt bis in unsere Zeit überlebte
Doch sich daran zu erinnern dass alle
Aventüren der Ritter nicht zuerst um
Ihre Bewährung als Kämpfer kreiste
Geschlechtslose Helden kreierte
Sondern verliebte Männer beschrieb
Wie liebende Damen genauso
Zwar dazu nebenbei auch diente
Aber vor allem die Liebe wie auch
Minnigliche Anbetung der einen dabei
Im Mittelpunkt stand egal wie weit nun
Die Minne auf Vollzug er Liebe gerichtet
Je war was manche bezweifeln die alle
Dort beschworene Liebe eher symbolisch
In religiöser Tradition sehen statt eine
Klar triebhafte Lust zu bejahen die so
Menschlich auch wäre was aber wohl
Vielen professoral spätestens fern liegt
An solche Titel nicht gebunden wie frei
Von allen Bewährungsproben sage ich
Es geht immer um Liebe und Lust wie
Deren natürlichen Vollzug auch der
Teil des Lebens ist und wie dies auf
Verschiedenen Wegen erreicht wird
Ist zentrales Thema von Artus bis
Parzifal und der religiöse Unsinn ist
Nur dem Zeitgeist geschuldet vor dem
Leser der Abenteuer flüchten wollten
Die Liebe ist und bleibt ein Abenteuer
Sie kommt und verschwindet nach
Ihrer oder der Damen Launen die zu
Ergründen keiner mit Vernunft wagte
In die wir uns also blind stürzen warum
Wir genauso Drachen besiegen oder
Gegen Zauberer kämpfen können
Es bleibt das größte Abenteuer im
Leben die Liebe zu wagen wie
Miteinander genüsslich zu probieren
Was logisch nie erklärbar wird
Nichts beschäftigte den Menschen
Durch alle Generationen je mehr wir
Es genießen desto besser nur sei
Keiner dabei naiv es bleibt stets ein
Abenteuer mit ungewissem Ausgang
Was es zu überstehen geht und wer
Nie auf Leben und Tod liebte hat nie
Die Größe des Gefühl ganz gelebt
Davor schützt uns kein Gesetz aber
Die Zeit schenkt Gelassenheit wenn
Es ihr für Momente so gefällt bis
Die Aventüren uns neu umtreiben
Weil es ist wie es ist mit
Der Liebe und der Lust

jens tuengerthal 7.5.23

Grenzziehungsfreiheit

Grenzziehungsfreiheit

Nahe meines Bücherturms verlief früher
Die Mauer welche die Welt derer die
Hinter ihr lebten staatlich beschränkte
Der Gedanke an diese verordnete Welt
Staatlicher Spießigkeit in der Diktatur
Der Proletarier die nicht mal das eher
Kleinbürgerliche ihres Niveaus erreichten
Stets peinlich noch blieben in ihrem
Totalitären Antifaschismus der dafür
Selbstschussanlagen baute um die
Bürger im Land zu halten die lieber
In Freiheit gelebt hätten egal ob nur
Der Bananen wegen oder um des
Großen Gefühls was manche noch
Trieb zu glauben Sozialismus sei
Eine gute Idee und nicht immer nur
Totalitärer Wahnsinn der sich aber
Zum Glück politisch überlebt hat
Gäbe es nicht Putin und Xi noch
Diese Denkmalpfleger der Gräber
Mörderischer Ideologien mit den
Methoden des Totalitarismus
Um die es in diesen Versen aber
Weniger geht als der Freiheit eine
Grenze zu ziehen um mich davon
So klar wie deutlich abzugrenzen
Will kein totalitäres Regime jemals
Schönreden noch mich wundern
Warum die Phrasen der AfD im
Ehemals totalitär regierten Osten
So viel Zuspruch finden weil die
Freiheit ein Abenteuer auch ist
Was sich abgrenzen muss vom
Beschränkten Denken in den noch
Diktaturen wovor sich jene fürchten
Die schlichte Antworten wollen die
Ihre Ängste und Vorurteile bestätigen
Wovon ich mich lieber abgrenze aber
Ohne es je Antifaschismus zu nennen
Dieser stand auch hinter dem einst
Antifaschistischen Schutzwall der
Berlin zu lange teilte was wohl nie
Eine Stadt wieder werden wird
Aber vermutlich auch seit 1920
Als der Großberlinbeschluss fiel
Noch nie gewesen ist warum es
Wichtig ist sich als Verteidiger der
Freiheit von allen Radikalen klar
Abzugrenzen um die Mitte zu halten
Die AfD ist kein Partner für Demokraten
Wie die Linke es nie mehr sein darf
Wer mit ihr regiert stärkt die Radikalen
Abgrenzung ist nach allen Seiten wichtig
Um die Mitte zu stärken gegen alle
Radikalen die unsere Demokratie
Für ihren Populismus zerstören
Dies SPD und Grünen so deutlich
Zu sagen wie von CDU und FDP
Als Abgrenzung zu verlangen wäre
Eine Abgrenzung der Freiheit die
Dem Populismus Grenzen zieht
Statt totalitärer antifaschistischer
Parolen und Solidarität links braucht
Demokratie eine starke Mitte um so
Stabil zu bleiben egal wie gut die
Einzelnen Mitglieder sein mögen
Nur Abgrenzung gegen Radikale
Also die Freiheit Grenzen zu ziehen
Kann die Mitte in Freiheit stabilisieren
Wir brauchen nicht mehr Politik
Sondern weniger und eine gute wie
Zuverlässige unpolitische Verwaltung
Welche die Politik sachlich leiten soll
Die Polarisierung zu vermindern
Grenzen beschränken die Freiheit
Doch wer sich nicht von ihren Feinden
Klar abgrenzt gefährdet die Freiheit mehr
Als jede Grenze es könnte

jens tuengerthal 7.8.23

Diwanien

Diwanien

Lebe in Diwanien dem unbekannten
Land das mitten in meiner kleinen
Bibliothek liegt vielfältiger Ort der
Lektüre Gedanken Liebe wie Lust
Schon war und so mein Universum
In seiner bescheidenen Größe von
Zwei mal einem Meter bildet das
Mehr umfasst als ich hier auch noch
Zwischen den Zeilen ausdrücken kann
Ort des Glücks wie der Tragödien war
Mich in Traumreiche entführte wie
Wieder nüchtern erwachen ließ fast
Jeden Tag denn dieser Diwan der
Nachts ins Bett verwandelt mit
Blick auf den elektrischen Kamin
Ist das Zentrum der Lust mir
Geistig wie auch körperlich
Denke ich dankbar über die
Vielfalt an Büchern die mich
Dort immer umgeben wie die
Gnade dort geliebt zu haben
Die schönsten Geliebten der
Ganzen Welt wie ich glaube
Was ein immer unverdientes
Glück ist weil nichts Liebe je
Bezahlen oder kaufen kann
So ist Diwanien für mich die
Ganze Welt und noch mehr

jens tuengerthal 7.8.23

Selbstbetrachtung

Selbstbetrachtung

Montaigne betrachtet sich selbst
Schreibt nichts sei sein Gegenstand
Als er selbst und am liebsten wenn
Es Anstand und Sitte erlaubten
Hätte er sich ganz nackt abgebildet
Weil es ihm nur um sich ginge
Warum sein Buch eigentlich doch
Niemanden interessieren müsste
Als seine Freunde und Verwandten
Die wiederum auch nicht weil sie
Das Original zur genügen kennen
Ist dies nur höfische Tiefstapelei
Die widerlegt werden möchte der
Grund warum die Engländer schon
Seit Elisabeth I. die mit Michel noch
Korrespondierte den kleinen Mann
Aus dem Perigaud so lieben weil
Er wirklich dezent wäre oder ist
Die Betonung der Bescheidenheit
So vielfach schon wieder eitel
Überlegte ich bei erster Lektüre
Sah die blaustrümpfigen Sitten
Zwischen den Zeilen schimmern
Vor über 30 Jahren schon wie im
Gespräch mit Karl Lagerfeld über
Den Meister der ihn sehr schätzte
Wenn auch viel eitler immer war
Nach der Lektüre des III. Bandes
Wird dem Leser aber deutlich die
Bescheidene Eitelkeit ist weniger
Höfisch sie hat Methode und dient
Der Anleitung zum Rückzug wie
Zur kritischen Selbstbetrachtung
Statt über die Moral anderer zu
Urteilen was das größte Problem
Der gerade Glaubenskriege war
Wo einer dem anderen am liebsten
Seinen Glauben als wahr aufzwingen
Wollte oder zumindest doch diesen
Mit Gewalt verteidigen musste wie
Um des richtigen Weges wegen
Einander umbrachte im Namen
Des je geaberglaubten Herren was
Am besten durch eine kritische
Selbstbetrachtung überwunden
Werden könnte die sich nur nach
Innen wendet um zu erkennen
Statt mit dem Außen zu kämpfen
Auch in Zeiten von Yoga und der
Flut an Selbstfindungsseminaren
Liegt Montaigne noch richtig denn
Nichts ersetzt das Erkenne dich selbst
Wie es schon über dem Orakel von
Delphi stand was vielleicht auch
Dessen größte Weisheit war
Eitelkeit überwindet auch nur
Wer sich selbst kritisch betrachtet
Wie sich mit sich auseinandersetzt
Statt pathologisch zu attribuieren
Auf ein erfundenes Unterbewusstsein
Auszuweichen oder ähnlicher Unsinn
Wie ihn der Glaube der Analys noch
Bis heute ungestraft verbreitet als
Gäbe es einen Beweis für das nur
Erfundene Unterbewusstsein als Basis
Der postreligiösen Sekte der Jünger von
Freud was so viel Schaden stiftete
Während kritische Selbstbetrachtung
Heilend gut tun kann wie wenig sonst
Wie Montaigne mit Lukrez auf die Natur
Schaut wie sie sich uns zeigt ganz
Nackt und frei von Tarnung noch

jens tuengerthal 7.8.23

Sommerregensonntag

Sommerregensonntag

Ein verregneter Sonntag im August
Zu kühl für die Jahreszeit wie fast
Herbstlich schon anmutend hat
Nichts mit dem Klimawandel zu tun
Ist ein Zufall des Wetters der vorkommt
Kaum der Rede noch wert wäre der
Früher von vielen verflucht wurde
Heute als ein Segen erscheint nach
Zu langer Trockenheit wie dem
Fallenden Grundwasserspiegel
Der Gefahr von Waldbränden
Was zeigt das zufällige Wetter
Hat nichts mit dem Klima zu tun
Aber unsere Sensibilität dafür
Wie die Sorgen drumherum sind
Ein Thema des Klimawandels der
Immer weiter fortschreitet bis es
Die Welt in der wir noch leben so
Nicht mehr gibt dafür ein Treibhaus
Das Leben weniger paradiesisch
Als zunehmend katastrophal macht
Frage mich nur gerade ob sich dabei
Eine kleine Eiszeit wie im 15. Jahrhundert
Die teils bis ins 18. Jahrhunderte wirkte
Etwas an der Katastrophe änderte die
Auch deutlich macht wir sind längst
Viel zu viele Menschen wie unser
Credo nicht mehr Wachstum sein
Darf sondern weniger werden muss
Vermutlich würde ein solcher nur
Klimatischer Schluckauf wie etwa
Eine kleine Eiszeit die Lage der Welt
Nur schneller dramatisieren weil die
Dann nötige zusätzliche Heizung wie
Wie Fehlernten die Lage des Planeten
Der an Überbevölkerung leidet noch
Weiter dramatisierte warum die sich
Vielleicht geträumte Abkühlung auf
Globaler Ebene etwa durch einen
Vulkanausbruch aufgrund der längst
Größe des Faktors Mensch unsere
Katastrophe noch schlimmer machte
Ein verregneter Sonntag ist nett
Für mich als Leser und Teetrinker
Der den Herbst mehr liebt als den
Immer überdrehten Sommer als
Geborener Bremer dabei fast schon
Heimatgefühle bekommen kann aber
Keine Heilung nur ein Atemholen
Auf dem rasanten Weg zum Abgrund
Das Wochenende war verregnet
Wie wunderbar weil wir uns selbst
Das Wasser abgegraben haben
Die Art zu leben schneller ändern
Müssen als wir zu denken wagen
Weil die Klimakatastrophe real ist
Egal ob ein Sonntag im August
Mal kühl und verregnet ist

jens tuengerthal 6.8.23

Sonntag, 6. August 2023

Bibliotheksheimat

Bibliotheksheimat

Nun bin ich wieder in meiner
Bibliothek auf dem Diwan was
Für mich schönste Heimat ist
Egal wo diese nun stehen sollte
Ist die Umgebung geliebter Bücher
Die Andere Bibliothek mit ihren
Nummerierten fein gestalteten Bänden
Hinter dem Diwan wie die Klassiker
Quasi um die Ecke mein Lukrez
Direkt hinter meinem Kopf also
Im Rücken über mir ein gutes
Vertrautes Gefühl für mich das
Viel mehr Heimat ist als alle Orte
Egal wo auch wenn es nett war
Gestern mit Wein am Platz die
Bar vor der Tür zu begrüßen
Weil die Hausbar mal wieder zu war
Aus dem Flaneur unerfindlichen
Gründen die aber völlig egal sind
Verglichen mit dem Glück heute
An einem Regentag ganz allein
Auf meinem Diwan vor meinen
Liebsten und bei ihnen zu liegen
In der geistigen Heimat Bibliothek
Die der Ort ist an dem ich mich
Ein Leben lang am wohlsten fühlte
Was für mich die Welt erschloss
Zuflucht wie Reiseziel zugleich ist
Die engste Vertraute die mir lesend
So nah wie keine sonst je war weil
Als Leser ich schutzlos öffne was
Sollte ich gute Bücher je fürchten
Schlechte lege ich zur Seite da sie
Kein Zuhause mir sind sondern nur
Ein belangloser Zeitvertreib derer
Die sonst nichts zu denken haben
Aber jenseits dieser unerträglichen
Arroganz des Lesers in seiner so
Geliebten Bücherheimat die ich aus
Erfahrung für die Beste stets halte
Auch wenn es nur ganz wenige
Bücher dabei gibt die nur ich habe
Vermutlich sogar nahezu keines
Außer vielleicht die handsignierten
Klassiker aus Familienbesitz doch
Macht die Zusammenstellung wie
Auswahl doch ganz viel dabei aus
Was denen unverständlich bleibt
Die Bücher nur als einen Träger
Von Geschichten betrachten der
Gebunden oder geklebt dem Zweck
Der Textvermittlung allein dient
Während ich mit Büchern lebe wie
In einer kleinen Bibliothek erst
Wirklich zuhause bin weil diese
Über Jahre seitenweise gelesen
Ein Leben und weiter begleiten
Auch bei meinen Eltern stehen
Viele hervorragende Bücher
Großteils in noch handgefertigten
Regalen aus Kirschholz statt wie
Hier nur in schwarzen und weißen
Billies bis zur Altbaudecke hoch
Aber es ist ihre Bibliothek nicht
Die meine sondern deren Heimat
Auch wenn ich dort lange lebte
Mit ihnen gemeinsam und mich
Sehr freue viele davon auch
Irgendwann in meiner Bibliothek
Stehen zu sehen vielleicht sind sie
Solange ihre Bücher also nicht meine
Heimat die für mich schon lange ein
Gebundenes Wort in Sinne von
Feinen Bänden ist aber keinesfalls
Ein geographischer Begriff noch
Wie die Regalbretter alle mit den
Goetheausgaben in denen wie ein
Schrein die Büste des Meisters steht
Wie Kastanien aus dem Gartenhaus
Im Park an Ilm liegen wo der Geheimrat
So gerne mit Christiane wild vögelte
Nachdem er in Italien die Lust entdeckte
Was die Forschung bis heute glaubt
Auch wenn mir dies eher absurd scheint
Nach allem was ich mit italienischen
Geliebten erlebte wie von diesen erfuhr
Was schon Montaigne spöttisch über
Die berühmten venezianischen Huren
Schrieb spricht mehr für eine echt
Lustvolle Thüringer Entdeckung die
Bis dahin theoretisch eher blieb trotz
Kleiner römischer Ausflüge was hier
Nur als Bruchteil der Anekdoten die
Zu Goethe mir sofort durch den Kopf
Parallel schießen in meiner Bibliothek
Weil sie mit auch lustvollen Erinnerungen
Aus dem eigenen Liebesleben verbunden
Sind wie ich mit einer Liebsten ganz
Respektvoll vor dem Sattelstuhl stand
Ohne diesen zu berühren aber dafür
Sie dort zart zu streicheln wo Goethe
Einst in die darauf sitzende Christiane
Drang wie ihr Blick zu mir in diesem
Moment der goethsch und erotisch
Zugleich war und wie wir es später
Tatsächlich irgendwo doch taten
Wie andere Bände mich noch an
Lange Diskussionen mit den Brüdern
Der Mainzer oder Straßburger Loge
Erinnern einen geistigen Kosmos öffnen
Der sich aus Erinnerungen zusammensetzt
Die mit mir sterben werden weil es meine
Bibliothek war die sich mit meinen
Erlebnissen wie Erinnerungen verband
Auch wenn meine Tochter sie dann
Wenn ich nicht mehr bin eines Tages
Erbt ist völlig egal was sie damit macht
Ob sie diese verkauft versteigert behält
Selber liest oder zum Altpapier tut weil
Eine Bibliothek als Heimat nur für den
Zuhause ist der sie sich anlegte nur
Ganz wenige Menschen werden je
Den Wert einer Bibliothek erkennen
Eben jene die in einer auch leben wie
Diese sich aufbauten als Heimat so
Sich zufällig Sammlungen gleichen
Keiner mit wie in ihr leben als sei sie
Ein Teil von ihm warum ich zwar viele
Bände mit Bildern wunderschöner
Bibliotheken besitze aber keinerlei
Bedürfnis habe diese zu besuchen
Diese leben von denen die sie sich
Als Heimat mit Liebe einrichteten 
Nach deren Tod sind sie nur noch
Ein Museum vergangenen Seins
Irrelevant für all jene die sich ein
Zuhause mit Büchern schaffen
Außer als ästhetisches Vorbild
Früher liebte ich Weimar war
Häufig bei Fahrten vorbei dort
Verweilte nahezu immer wenn
Möglich einige Stunden da um
Den Geist Goethes zu spüren
Wie Wielands und Herders auch
Dabei störte Schiller mich kaum
Heute genügt mir der Gang zu
Den Klassikern im Regal um
Goethe und den Park an der Ilm
Zu spüren der bei mir präsent ist
Weimar lebendig werden zu lassen
Nicht weil ich schon oft dort war
Sondern weil ich eine Heimat mit
Büchern als Bibliothek belebe
Nicht nur Regale voller Bücher
Die mit mir sich erledigen wird
Was eine endliche Freiheit ist

jens tuengerthal 6.8.23

Samstag, 5. August 2023

Lustexpeditionen

Lustexpeditionen

Wohin führen Lustexpeditionen
Ist ihr Ziel nur der Höhepunkt
Nach dem alles erschlafft wie
Vorbei für erledigt erklärt wird
Wäre es nicht reizvoller auch
Den Weg zueinander als Teil
Dieser Expedition zu werten
Welche nichts muss aber alles
Kann um gemeinsam zu genießen
Was also nur wie immer wäre aber
Vielleicht würde das was immer 
In Varianten sich wiederholt als
Eine Expedition zu sehen
Die sich ergebnisoffen erforscht
Statt zielgerichtet vorzugehen um
Das erhoffte Ergebnis zu erhalten
Vielleicht braucht es zuerst viel
Gelassenheit und Übung beim Sex
Nichts mehr wollen zu müssen
Dafür alles genießen zu können
Was in Varianten vor uns auftaucht
Wie dabei einander zu verwöhnen
So wie es der je Neigung entspricht
Nichts muss aber alles kann ist ein
Motto von größerer Weisheit als ich
Begriff als ich es erstmals las wie
Die Lust unendliche Höhen erklimmt
Wo sie nicht zueinander gedrängt
Sondern sich gelassen entfaltet
Auch wenn ganz ohne Drang eher
Nichts passieren dürfte sogar in der
Sonst so gerne vorbildlichen Natur

jens tuengerthal 5.8.23

Liebesreisen

Liebesreisen

Wohin reist die Liebe
Geht sie den immer gleichen Weg
Verliebt in Liebe gewöhnt gelangweilt
Gegangen wenn nichts mehr blieb
Im ewigen auf und ab der Gefühle
Oder gibt es eine die kommt um
Zu bleiben und wie schrecklich
Oder wunderschön wäre das
Wenn die Reise der Liebe je
Ein Ende fände und endet
Dann auch die Liebe wie wir sie
Kennen oder beginnt der Zauber
Erst wo wir beieinander ankommen
Wie wichtig ist das zusammen kommen
Um von Liebe reden zu können dabei
Sind wir immer miteinander unterwegs
Als quasi Reisenachbarn zueinander
Wäre das nicht furchtbare Unruhe
Die Liebe als ewige Reise zu sehen
Überlege ich als Antireisender noch
Aber muss zugeben es wäre keine
Liebe wenn es anders wäre also
Alles ganz gelassen bliebe dabei
Egal wie ich das nun bewerte ist
Die Liebe eine ewige Reise wohl
Zueinander wie manchmal auch
Für Phasen miteinander was aber
Nicht überbewertet werden sollte
Bleiben wir doch alle für uns wie
An uns meist zuerst interessiert
Auch wie gerade wo wir von der
Paarweisen Liebe sprechen
Haben wir zu gerne das Gefühl
Eher zu kurz zu kommen dabei
Auch wenn uns genauso schnell
Alles wieder zu viel wird weil alle
Liebe schlicht dialektisch auch ist
Und in Anbetracht dieser Unruhe
Kann ich in Ruhe von Reise reden
Zumindest müssen wir dazu nicht
Weg sondern können wenn es
Gut geht beieinander bleiben
Und wenn nicht ist es egal

jens tuengerthal 5.8.23

Lebensmittel

Lebensmittel

Als Lebensmittel bezeichnen wir
Waren die der Ernährung dienen
Ihr Konsum führt uns Nahrung zu
Die wir zum Überleben brauchen
Darum sind sie Mittel zum Leben
Was eigentlich Unsinn ist da sie
Nur der Funktion des Körpers
Dienen aber in dessen nur
Biologischen Funktionen das was
Leben ausmacht oder ist dies nicht
Viel mehr auf geistiger Ebene zu
Suchen die uns zufrieden wie stark
Auch unter widrigen Bedingungen macht
Wie die Liebe als Glücksgefühl auf
Der geistigen Ebene zu wirken beginnt
Während wir sie körperlich nur vollziehen
Was keiner verwechseln sollte um mit
Beidem glücklich werden zu können
Darum sind nicht was wir gewöhnlich
Lebensmittel nennen die wichtigsten
Lebensmittel sondern Bücher die uns
Den Weg in geistige Welten öffnen
Wie diese erst entstehen lassen weil
Autoren mit Ideen schwanger gingen
Was ein Mittel ist das Leben jenseits
Von Zeit und Raum weiterzugeben
In dann wunderschönen Geschichten
Wieviele lebten besser wüssten sie
Um das Reich der Bücherwelt was
Dem Leser einen Kosmos öffnet der
Kein Ende findet wie immer neues
Schönes uns entdecken lässt als
Reisende zwischen den Seiten
Die Zusammenhänge erkennen

jens tuengerthal 5.8.23

Zeitgewinner

Zeitgewinner

Früher wollte ich noch Zeit sparen
Um so übrige zu gewinnen heute
Weiß ich wie unsinnig das immer
War weil es keine Zeit zu sparen gibt
Wir dabei nur verlieren können wie es
Michael Ende in seinem Buch Momo
So wunderbar beschrieb indem er die
Zeitdiebe als Graue Herren beschrieb
Während diejenigen die Zeit hatten
Wie sie im Überfluss verschwendeten
Gesund und reich an Glück waren wie
Immer Zeit dadurch gewannen während
Jene die versuchten zu sparen um so
Für eine ungewisse Zeit etwas zu haben
Alle Lebenszeit verloren die dann dort
Die grauen Herren symbolisch in ihren
Zigarren rauchten was gut beschreibt
Wie flüchtig die gesparte Zeit ist die
Sich in Rauch quasi auflöst ohne uns
Etwas als Gewinn zu schenken was
Wer seine Zeit verschwendet gewinnt
Weil plötzlich Zeit im Überfluss für
Diejenigen vorhanden ist die es tun
Seit ich ein Zeitgewinner wurde war
Immer genug Zeit für alles was ich
Liebe und was mehr sollte je sein

jens tuengerthal 6.8.23

Weltenbummler

Weltenbummler

Bin ein Weltenbummer geworden
Nicht weil ich jetzt zufällig mal quer
Durch Deutschland reise ohne es
Zu wollen sondern weil ich nach
Langem Training gelernt habe mir
Zeit zu lassen wie durch die Welt
Als Flaneur zu bummeln ohne je
Irgendwo hin zu müssen oder
Noch etwas erreichen zu wollen
Weil ich entdeckt habe dass ich
Um so mehr Zeit gewinne desto
Mehr ich über Dingen genüsslich
Verbummle wie dabei ganz
Gelassen bleibe weil sich
Die Welt doch irgendwie weiter
Dreht egal was ich dafür tue
Dem Genuss bei dem was noch
Bleibt erste Priorität einräume
Wie viel mehr davon habe
Wenn ich mir Zeit nehme dafür
Wer die Welt bummelnd erlebt
Wird zum gelassenen Genießer
Der alle Zeit der Welt hat statt
Von Ort zu Ort noch zu hetzen
Wie es früher noch so genannte
Weltenbummler taten die niemals
Irgendwo ankamen worin dafür
Weltenbummler wie ich heute
Zeitgemäße Spezialisten sind
Zwischen Lesesessel Diwan
Wie Cafe am Platz flanierend
Im kleinsten Radius eine ganz
Wunderbare Welt für sich zu haben
Mit minimalem Energieverbrauch

jens tuengerthal 5.8.23