Samstag, 5. August 2023

Reisemoden

Reisemoden

Reisen ist Teil der Kulturgeschichte
Unterliegt immer wieder Moden war
Ursprünglich der Weg nach irgendwo
Wurde heute zum Zweck an sich welcher
Der Erholung dienen soll wofür dann die
Reisenden viel Stress auf sich nehmen
Wie kleine Katastrophen erleben die dann
Zu Abenteuern umgedichtet werden was
Lohnend genug sein soll um davon zu
Erzählen wie sich zu präsentieren dabei
Finden Horrorgeschichten leichter viele
Zuhörer als begeistertes Schwärmen
War es früher Pflicht der Händler wie
Kaufleute ihre Geschäfte zu machen
Für Adel und Ritter als ein Teil der
Ausbildung und wurde mit Beginn
Der bürgerlichen Emanzipation zur
Mode der Wohlhabenden wie mit einer
Zunehmenden Egalität zur heute
Massenmode die Menschen unter
Teils widrigen Bedingungen durch
Die Welt transportiert irgendwo auch
Gewesen zu sein was noch als ein
Statussymbol der Wohlhabenden gilt
Komme selbst aus einer Familie von
Weltreisenden die nahezu jedes Land
Der Welt besuchten so für sich die
Welt erobern wollten und dachte
Lange diesen Weg auch zu gehen
Bin ja Teil dieser Familie auch
Erinnere mich an die Weltkarte im
Keller meiner Großeltern wo diese
Wie ihre vier Söhne ihre Reisen mit
Farbigen Fäden und Nadeln eintrugen
Es gab kaum mehr Orte wo noch keiner
War als ersten hätten mir noch die
Wüste Gobi oder die Aktis offengestanden
Vielleicht auch nördliches Sibirien noch
Bei letzteren Zielen wäre es zumindest
Meist nicht zu heiß gewesen was ich
Als großer Transpirator sehr schätze
Aber irgendwann wurde mir bewusst
Dass die Abenteuerbücher die mein
Vater noch sammelte von Humboldt
Über Filchner bis zu Sven Hedin dessen
Zuneigung für Hitler den Schweden heute
Eher fragwürdig erscheinen lassen über
Längst touristisch buchbare Orte also
Für jedermann erhältliche Reisen
Berichteten nichts abenteuerliches
Oder neues mehr boten während alle
Die vermeintlich auf deren Spuren
Nur Reisen wiederholen wollten bloß
Einen Abklatsch buchten und ich von
Der Lektüre über Orte immer mehr
Hatte als vom Besuch je was mich
Fragen ließ was die Mode soll die
Menschen heute zum Vergnügen
Durch die Welt reisen lässt die sie
Als Masse damit weiter zerstören
Ob die Expeditionen unserer Zeit
Nicht eher nach Innen gehen um
Das große Abenteuer Mensch neu
Zu entdecken wie nahe Begegnungen
Viel abenteuerlicher für mich sind als
Reisen an Orte wo sich Massen nur
Tummeln die sehen wollen was du
Gesehen haben musst um mitreden
Zu können und habe festgestellt
Als Leser meist mehr zu wissen
Als jene die irgendwo waren
Warum ich heute darauf lieber
Völlig verzichte mehr zu genießen
Was mir liegt statt der Reisemode
Die Welt zerstört weiter zu folgen
Was mich glücklich zufrieden macht
Die Welt könnte eine bessere werden
Wagten mehr den Unsinn zu lassen
Der zur seltsamen Mode nur wurde
Mit eher bescheidenem Gewinn aber
Dafür um so größeren Schäden weil
Wo Masse sich bewegt sie massiv
Zerstört wie erschüttert während die
Neue Mode der Immobilität uns frei
Wie glücklich und zufrieden ohne
Reisen mit mehr Büchern machte
Mehr Dinge in uns passierten wie
Die Begegnungen Glück genug als
Geistiges oder sexuelles Abenteuer
Würden am Ort zufrieden zu leben
Was denen mit Fernweh noch viel
Schwerer fällt als jenen die wissen
Wie groß die Welt in ihnen ist aber
Vielleicht ist es unfair von allen die
Geistige Größe etwas in sich zu
Entdecken zu erwarten dankbar
Dies zu können folge ich der Mode
Der Immobilität nun wenn ich nicht
Gerade mit dem Zug quer durch
Deutschland rolle wie gerade dabei
Denke wie unbequem lästig doch
Reisen eigentlich ist warum sich
Dies nur antun sollte wer muss
Schweissgebadet vom Schleppen
Wie Stemmen der Koffer doch voll
Vorfreude auf ruhige Gelassenheit
Am Ort den ich ungern verlasse
Allen Moden zum Trotz bleibt die
Bibliothek schönstes Ziel

jens tuengerthal 5.8.23

Freitag, 4. August 2023

Mündigkeitsglück

Mündigkeitsglück

Welch Glück ist es mündig zu sein
Um so eigene Entscheidungen als
Bürger selbständig treffen zu können
Dennoch geben wir diese gerne ab
Um andere verantwortlich zu machen
Weil Mündigkeit mit Risiko verbunden
Unsere Geruhsamkeit gefährdet doch
Könnte der Gewinn der Freiheit größer
Als der drohende Verlust an Sicherheit
Wenn für uns überall gesorgt wird sein
Wo wir wagen frei und mündig zu leben
Fraglich könnte sein wo wir das wirklich
Noch sind oder ob wir uns nicht überall
Von einem System verfolgt sähen was
Unsere Arbeitskraft besteuert wie das
Sein in normierte Bahnen lenkt die ein
Autonomes Leben unmöglich machen
Sondern ein beschränkt freies dann als
Befreit bezeichnen wenn es im Sinne
Der Mehrheitsgesellschaft funktioniert
Konsumiert wie sich beteiligt im System
Damit für alles immer auch gesorgt wird
Wie der Rechtsstaat effektiv funktioniert
In seiner angemaßten Allzuständigkeit
So blieb uns nur eine eher verkrüppelte
Prothese früherer Mündigkeit erhalten
In einem System was dafür unsere Würde
Wie unsere Grundrechte garantiert mit
Sozialversicherung versieht die falls
Willentlich unbeteiligt strafbar macht also
Mündigkeit für staatliche Autorität im Sinne
Höherer Gerechtigkeit wieder aufhebt
So bliebe die Mündigkeit ein Glück als
Basis größtmöglicher Freiheit für alle
Wäre sie im Rechtsstaat lebbar der
Unser Sein dafür ordnen will was
Zu meinem Sein weniger passt
Warum ich mich im Rechtsstaat eher
Entmündigt als befreit noch sehe
Wäre Zeit für mehr Mündigkeit
Glücklich damit zu werden

jens tuengerthal 4.8.23

Lustzauber

Lustzauber

Welchen Zauber übt die Lust aus
Ist was uns fesselt je magisch
Oder eher eine bloß Reaktion der
Triebhaften Natur auf Reize die
Weniger magisch als natürlich sind
Im Geschlechtstrieb wurzeln der
Zur wohltuenden Befriedigung uns
Führen kann was Grund genug ist
Sich ihm hinzugeben und dies so
Zu genießen wie es möglich ist
Überlege ich und glaube natürlich
An die Natur und sehe nichts
Außer ihr was ich so genösse
Doch kann ich den Zauber nicht
Leugnen den Frauen auf mich
Ausüben seit ich mich erinnere
Wie deren Geschlecht auch dem
Atheisten noch als heilige Höhle
Die jeder Anbetung würdig ist
Erscheint wie den schönsten
Eben verzauberten Genuss
Vereinigt uns schenken kann
Warum also nicht magisch nennen
Was mich immer wieder verzaubert
Völlig in den Bann schlagen kann
Wie auf unvernünftigste Wege bringt
Denke ich schließlich bete ich ja auch
Frauen an ohne Göttinnen zu kennen
Als sie für Momente dann in denen
Der Geschlechtstrieb den sonst eher
Kritischen Geist völlig dominiert was
Aber so lohnend wie wohltuend ist
So gibt es für den Aufklärer wie den
Jünger von Epikur und Lukrez nichts
Als Natur aber diese kann mich in
Weiblicher Form schön verzaubern
Was ich ich zu genießen weiß und
Guten Gewissens magisch nenne
Weil ich die Gründe nie verstünde

jens tuengerthal 4.8.23

Liebeswahn

Liebeswahn

Die Liebe stürzt uns zu gerne
In den Wahn ihrer Allzuständigkeit
Weil sie uns im ganzen erfasst
Das Denken überall belegt wo
Nicht sogar ganz durch Gefühle
Anstatt ersetzt was selten noch
Zu logisch verständlichen wie
Vermittelbaren Entscheidungen
Uns führen kann im Liebeswahn
Der Wahn färbt die ganze Welt
Wahlweise in rosarot himmelblau
Oder schwarz wo wieder verloren
Keine Aussicht auf etwas besteht
Trieb schon mehr Menschen dazu
Ihr Leben zu beenden als alles
Was sonst Krankheit gerne genannt
In einer Welt die pathologisiert was
Sich nicht systemkonform verhält
Beim Liebeswahn geht es also um
Leben und Tod im ernstesten Sinne
Etwas was zu fürchten wäre wirkte
Nicht die hormonelle Droge der Liebe
Im Status des Verliebtseins umgekehrt
Stärker als alle Ängste und lässt uns
Trotz gegenteiliger Erfahrungen dies
Gefühl wider besseres Wissen wieder
Riskieren mit erwartbaren Ergebnissen
Ob das kurze Liebesglück wie die
Wenigen Momente völliger emotionaler
Seligkeit lohnen das Lebensrisiko wie
Die folgenden Leiden auf sich zu nehmen
Muss jeder wohl für sich entscheiden
Soweit noch zur Entscheidung fähig
Nicht durch den Wahn bereits gelähmt
Was es schwierig macht über den
Liebeswahn etwas vernünftiges noch
Je zu sagen weil wer nicht betroffen ist
Dies keinesfalls nachvollziehen kann
Während Betroffene kaum noch eine
Vernünftige Entscheidung treffen
Warum auch diese Zeitlen entweder
Ahnungslos oder unvernünftig sind
Aber vielleicht ist dies ja alles Sein

jens tuengerthal 4.8.23

Verfolgungswahn

Verfolgungswahn

Menschen verfolgen andere um sie
Für egal was zu bestrafen oder ihr
Elend durch das Leiden der anderen
Denen es dabei noch schlechter geht
Für einen Moment zu vergessen
Verfolgung anderer erfolgt aus den
Verschiedensten Gründen oft durch
Jene die sich selbst verfolgt fühlen
Einen Teil der Verfolgung anderer
Die sogenannte Strafverfolgung
Halten wir für legitim um so die
Irgendwie Ordnung aufrecht zu halten
Obwohl wir schon lange wissen
Dass es eher Kriminalität fördert
Nutzen wir die Drohung mit strenger
Verfolgung noch immer zu gerne
Als hätte Rache uns je dem Frieden
Näher gebracht halten wir staatliche
Verfolgung und Rache für legitim
Dabei darf es im Rechtsstaat darum
Eigentlich nie gehen und tut es doch
Weil alle vom Verfolgungswahn selbst
Irgendwie betroffen sind und meinen
Die Welt würde besser wenn wir alle
Welche Spielregeln brechen verfolgen
Weil es die Einhaltung dieser begründet
Dabei geht es immer nur um das
Gewissen des Einzelnen bei dem die
Normierte Strafe das Gegenteil einer
Moralischen Entscheidung begründet
Der Staat erpresst mit Gewalt seine
Bürger zur Einhaltung seiner Regeln
Diese finden das dann gerecht weil
Vom Verfolgungswahn ergriffen sie
Meinen dies führe zu Gerechtigkeit
Wenn wir Bürger wollen die dem
Kategorischen Imperativ entsprechend
Moralisch handeln sollten wir ihnen die
Gewissensentscheidung nicht durch
Normbefolgung abnehmen die alleine
Gehorsam aber nie moralisches Handeln
Begründen kann vor allem züchtet wer
Verfolgt nur den Geist der Verfolgung
Was den Schritt von der öffentlichen
Nach Recht und Gesetz zu jener nach
Ideologie relativ klein macht und also
Legt der Rechtsstaat so die Basis der
Zerstörung selbst was niemals eine
Legitimation haben kann egal wie
Pogrome sind keine Verirrung einer
Radikalen Minderheit sondern die
Konsequenz des Verfolgungswahns
Statt zu überlegen wie wir uns eine
Ordnung schaffen in der Menschen
Moralisch handeln weil es in ihrem
Eigenen Interesse ist schaffen wir
Ein System primitiver Sanktionen die
Verfolgung wollen und fördern der
Moral logisch abträglich sind wie
Jeden Ansatz zur Moral unterminieren
Es wäre Zeit sich von diesem Wahn
Der Verfolgung endlich zu befreien
Um Freiheit und Gerechtigkeit damit
Den nötigen Raum zu geben denn
Nichts sollte Verfolgung begründen
Als Liebe und die ist wenn sie das tut
Auch schon keine taugliche mehr
Sondern ein lästiger Rest davon
Der eher das Gegenteil bezeugt
Wer mit Gewalt verfolgt wird diese
Wieder ernten und fördern
Keine gute Aussicht

jens tuengerthal 4.8.23

Vernunftfreiheit

Vernunftfreiheit

Alle Vernunft setzt auf Freiheit
Weil sie der Schlüssel ist uns so
Entfalten zu lassen wie es unseren
Fähigkeiten entspricht ohne dabei
Durch anderes als berechenbare
Wie nachvollziehbare Gründe
Beschränkt zu werden während
Glaube zu Willkür und Unvernunft
Führt wo er statt Vernunft herrscht
Die Konstruktion des Rechtsstaats
Setzt auf die Vernunft der Menschen
Eine Demokratie könnte ohne nicht
Funktionieren auch wenn Parteien
Dazu neigen vom Gegenteil noch
Ihre Wähler zu überzeugen weil sie
Gefühle und Stimmungen ansprechen
In der heute Mediendemokratie
Dabei ist Garantin der Freiheit stets
Die Vernunft die Dinge für jeden an
Jedem Ort zu jeder Zeit zumindest
Nachvollziehbar machen während
Das Gefühl von vielem abhängt was
Außerhalb des Einsehbaren liegt
Nehmen wir uns diese Freiheit die
Gerecht wie vernünftig logisch ist
Um unser Leben zu organisieren
Dann bleibt genug Raum dazu
Ein passendes Gefühl zu finden
Ohne sich allein davon leiten zu
Lassen weil dies unfrei wäre auch
Wenn wir so frei sind dann völlig
Emotionale Urteile zu tolerieren
Wie sie im politischen gerne zur
Polarisierung genutzt werden soll
Die Vernunft das Maß der Freiheit
Stets sein um gut damit zu leben
Wie die Größe daraus zu finden
Jedes Gefühl tolerieren zu können
So gibt die Vernunft dem Gefühl
Mehr Freiraum als es unter seiner
Herrschaft je haben könnte

jens tuengerthal 3.8.23

Aberglaubenspräsenz

Aberglaubenspräsenz

Wie präsent ist der Aberglaube noch
Nicht nur die alberne Esoterik die sich
Gerne auf höheres Wissen beruft
Sondern im Sinne der Glaubensfreiheit
Alle hier gleichbehandelnd auch jener
Der sich von diesem durch den Namen
Abgrenzen wollte aber dank der Pflicht
Zur Gleichbehandlung nicht mehr mehr
Wert sein kann warum Spaghettimonster
So viel wert sind wie andere Götter zu
Deren Verehrung Menschen neigen was
Womit die positiv im Grundgesetz
Formulierte Glaubensfreiheit nach der
Jeder nach seiner Fasson selig werden
Darf jeden Hokuspokus gleichwertig zu
Behandeln zu dem Schluss führt dass
Keine beanspruchen darf wahrer als
Andere zu sein was sie zu gerne noch
In Glaubensbekenntnissen bekunden
Ohne darüber nachzudenken wie sie
Dabei gegen Grundrechte anderer
Bereits verstoßen wenn doch alle
Formen des Glaubens gleichviel
Wert sind kann logisch keine mehr
Die Wahrheit für sich beanspruchen
Was zu Ende gedacht die Frage stellt
Wie solcher relativer Aberglaube dann
Noch im Staat präsent sein darf ob da
Nicht aus der Glaubensfreiheit eine
Pflicht zur Neutralität erfolgt in allem
Religiöse Eidesformeln wie Unterricht
In den Schulen nicht verfassungswidrig
Sind wie gegen alle Vernunft verstoßen
Wie kann eine Gemeinschaft die sich
Auf die Grundsätze der Aufklärung aus
Der die Erklärung der Menschenrechte
Stammt noch auf Gott berufen wie es
Dieses Grundgesetz in der Präambel
Immer noch tut ohne Allah Buddha 
Tao oder Spaghettimonster auch
Nur zu erwähnen wie für mehrheitlich
Inzwischen Ungläubige damit eine
Verantwortungsbasis zu setzen die
Gegen den Geist der Glaubensfreiheit
So sehr verstößt wie gegen alle
Vernunft sonst ohnehin aber zeigt
Wie präsent der Aberglaube noch
Immer in unserer Gesellschaft ist
Statt sich stolz auf Freiheit zu gründen
Weil Gott im Staat nichts verloren hat
Sowenig wie jeder andere Aberglauben
Dies rüttelt nicht an den Grundfesten
Des christlichen Abendlandes wie es
Konservative Meinungsmacher gerne
Betonen um an alter Intoleranz weiter
Festzuhalten sondern baut endlich auf
Die Tradition der Aufklärung eine zum
Grundgesetz passende Tradition die
Ohne autoritären Hokuspokus einer
Demokratie zumindest gerecht würde
Weil es absurd ist sich noch auf eine
Verbindung zum Aberglauben in der
Offenen pluralen Gesellschaft zu berufen
Ob wir je soweit sein werden dies auch
Zu Ende zu denken und nicht der stets
Tradition des schon immer so Vorrang
Vor aller Vernunft einräumen scheint
Leider immer noch fraglich aber wer
Wollte im Geiste der Aufklärung je
Die Hoffnung ganz aufgeben

jens tuengerthal 3.8.23

Hexenwahn

Hexenwahn

Der Wahn es gäbe Hexen hat viele
Opfer lange in Europa gefordert wie
Gut tut es da wenn ein Montaigne
Sich dem entgegenstellt mit seiner
Klugen dezenten Toleranz eher die
Täter der Verfolgung gefährlich nennt
Als jene harmlosen die er in seiner
Nachbarschaft auch wähnt denen
Diese wenn sie deren Träumereien
Substanz geben zur Lebensgefahr
Werden was er für verwerflicher hält
Als Aberglaube und Hokuspokus der
Diesen unterstellt wird um sie damit
Zum Tode zu verurteilen was doch
Nur auf einem anderen Glaubenswahn
Beruht der für sich Wahrheit beansprucht
Wie damit dem Lächerlichen Wert gibt
Was der Hexenglaube eigentlich ist
Womit sich Montaigne mit Vernunft
Gegen eine seinerzeit herrschende
Meinung stellte die es legitim fand
Die Regeln des Rechts gegen die
Bedrohung durch Hexen mal eben
Außer Kraft zu setzen Folter als hier
Zulässig zu begründen was sie nie
Sein dürfte für Montaigne auch wenn
Er das nur indirekt andeuten kann
Was kluge Leser merken werden
Somit den Aberglauben als Mittel
Zu seiner angeblichen Bekämpfung
Nutzen wie alle Nüchternheit und
Gerechtigkeit für Meinung verdrängen
Frage mich während ich dies lese
Wie schnell auch wir wieder für eine
Meinung Rechte und Freiheiten opfern
Auch Mittel des Aberglaubens nutzen
Ängste zu schüren die dann als Meinung
Sich gegen alles durchsetzen wollen
Wie schnell ziehen wir mit wehenden
Fahnen in den Krieg gegen jene die
Wir als unsere Feinde sehen wollen
Nehmen Menschen Grundrechte um
Eine Situation auch wenn meist nur
Scheinbar als Staat zu beherrschen
Fallen schon Waffenlieferungen an
Opfer eines Krieges darunter die von
Vorher Pazifisten bejubelt werden was
Kann Montaignes skeptisches Denken
Für einen guten Umgang lehren wie
Können wahnhafte Ängste ob nun vor
Ausländern Religionen oder Technik
Mit nüchterner Vernunft besiegt werden
Wäre Montaigne mit seinen Zweifeln an
Wie seinem Spott über Ärzte als meist
Scharlatane ein Impfgegner gewesen
Hätte er eher den Wahn der Querdenker
Als Glaubensgemeinschaft offenbart
Oder uns daran erinnert wie wenig es
Braucht eine Gesellschaft zu spalten
Wie er es in den Glaubenskriegen selbst
Erleben musste in denen er immer noch
Zwischen den Heinrichen zu vermitteln
Versuchte warum es für ihn wichtig war
Dem Wahn weniger Raum zu geben
Will keinen Standpunkt beziehen zu
Impfgegnern und Anhängern was ich
Lange entschieden tat frage mich eher
Wie beide friedlich miteinander leben
Könnten ohne sich böse zu wollen
Wenn keiner den anderen bekehren
Zumindest belehren will könnte die
Welt friedlicher miteinander leben
Ob der Wahn der Impfgegner die
Sich von Bill Gates verfolgt sahen
Schlimmer ist als blinder Gehorsam
Der viele ohne kritisches Denken in
Reih und Glied marschieren ließ
Ist eine Frage für Skeptiker die auch
Den Meinungsterroristen zeigen könnte
Wie dünn das Eis häufig ist auf dem wir
Entschieden durch Krisen gehen ohne
Zu wissen was wir tun oder es vor dem
Gewissen kritisch geprüft zu haben
Fern sind wir der Hexenverbrennung
Gerade und noch zum Glück aber
Nah und schnell kommt der Terror
Den Meinung ausüben kann die
Zweifellos ist und nichts neben sich
Darum noch zulassen kann was mir
Wichtiger scheint als der Wahn eine
Wahrheit gerade zu besitzen wenn
Diese kritische Skepsis gewinnt die
Montaigne für den Umgang mit Hexen
Schon zeigte könnten wir wieder
Lernen gut miteinander zu leben
Was wichtiger ist als Recht zu haben
Wie dabei gerecht zu urteilen ohne
Einen Sieg erringen zu wollen als
Für den Frieden allein was doch
Glück genug wieder wäre

jens tuengerthal 3.8.23

Mittwoch, 2. August 2023

Desillusionsgenuss

Desillusionsgenuss

Wie gut tut es alle Illusionen die ein
Leben lang leiteten wie blendeten
Aufzugeben um stattdessen frei
Wie haltlos im Nichts zu schweben
Was alle Möglichkeiten offen hält
In dem ich entdecken kann was
Die Welt ist in der ich leben will
Wie ich mir mein Sein konstruiere
Statt nur Gewohnheiten zu folgen
Allerdings könnte es einsam werden
Bis die Herde ihre Illusionen aufgibt
Weiter so leben zu können wie bisher
Bis jeder für sich das große Glück
Desillusionierter Freiheit erkennt
Wie es die Aufklärung fordert
Kritisch zu denken beginnt
Bis dahin genieße ich meine
Freiheit auch gern alleine

jens tuengerthal 2.8.23

Wahrheitslüge

Wahrheitslüge

Die Wahrheit ist die Erfindung eines
Lügners logisch und notwendig weil
Keiner je die Wahrheit für jeden zu
Jeder Zeit an jedem Ort kennen kann
Wer sie behauptet über eine schlicht
Wahre Aussage der Wissenschaft
Die nur so lange gültig ist wie sie
Nicht widerlegt wurde lügt also um
Andere in seinem Sinne zu manipulieren
Auf dieses Prinzip bauen Religionen auf
Setzen alle totalitären Ideologien wie
Jene vielen Wahrheitsbesitzer die damit
Andere zu etwas bewegen wollen wer
Aber die Wahrheit als Lüge erkennt
Befreit sich von höheren Wahrheiten
So sehr wie von Besserwissern wie
Führern die den Weg weisen wollen
Wird erst wirklich frei als Mensch
Warum die Wahrheit ist eine Lüge
Noch über der unantastbaren Würde
Im Grundgesetz stehen sollte was
Aber eine Illusion ist weil Gesetze
Von Juristen gemacht werden deren
Denken normativ nicht konstruktiv ist
Die Lüge von der Wahrheit weiterleben
Lassen wollen als Existenzberechtigung
Die ihrem normativen Bereich damit
Gültigkeit gibt wie sie es sich träumen
Sogar alle bestrafen möchten die unter
Eid nicht die Wahrheit sagen was zeigt
Der Fehler steckt tief im System längst
Dies begriffen zu haben kann helfen
Zumindest darüber zu lächeln denn
Wenn es keine Wahrheit gibt als im
Aberglauben derer die sich gerne
Geistig beschränken wird jede Norm
Relativ gültig und fragwürdig was
zumindest mehr innere Anarchie
Schenken kann was doch in
Anbetracht der Lage viel wäre
Zumindest freier fühlen lässt

jens tuengerthal 2.8.23

Lustillusion

Lustillusion

Baut die Lust auf Illusionen vom
Wert der erreichbaren Befriedigung
Wird der ganze Sex nicht überschätzt
Fragt sich wer das Gezappel mit etwas
Abstand betrachtet eher als wer es tut
Da in dem Moment das kritische Denken
Weniger wichtig ist als der Trieb den
Natur zueinander nur lenkt um das
Erhoffte Ziel zu erreichen dabei hat
Die Lust der Liebe voraus dass es
Bei ihr um konkrete physische Ziele
Geht also etwas erreichbares nicht
Bloß ein Gefühl ohne jeden Beleg
Dennoch könnte die Lust häufig
Überschätzt werden hinsichtlich
Dessen was am Ende bleibt aber
Die hormonelle Wertschöpfung
Welche das Immunsystem stärkt
Zumindest theoretisch ist so hoch
Dass es eigentlich schon lohnt
Außer wir holen uns Krankheiten
Die das Immunsystem schwächen
Was den vorher Wert der Lust zur
Nur noch Illusion danach macht
Aber sehen wir von diesen Fällen ab
Könnte es überschaubar lohnen
Einander so zu genießen wie es
Der je Natur dabei entspricht
Vielleicht hilft es sogar die Lust
Nüchterner zu betrachten um
Weniger von ihr zu erwarten
Mehr zu genießen was ist
Austausch von Körperflüssigkeiten
Mit mehr oder weniger Bewegung
Die unsere Psyche stabilisiert wie
Gute Laune schenken kann was
Als wohltuende Illusion genügt
Nichts muss aber alles kann

jens tuengerthal 2.8.23

Liebesillusion

Liebesillusion

Ist Liebe immer eine Illusion
Oder nur wenn es nicht passt
Wir Glück in dem suchen was
Eigentlich unglücklich macht
Liebe als großes Gefühl ist real
Wirklicher als vieles was wir
Sonst bewiesen dafür halten
Danach wäre es keine Illusion
Sondern die einzige Wirklichkeit
Die wir sicher in uns erkennen
Unabhängig davon ob dies je
Miteinander funktionieren kann
Was noch den Glauben an die
Liebe des anderen beinhaltet
Doch verleitet die Liebe uns zu
Einer von Liebe verblendeten
Wahrnehmung der Wirklichkeit
In der uns Geliebte als ideal oder
Schön erscheinen was sie für
Andere ohne Gefühl nie sind ob
Dies eine falsche Wahrnehmung
Der zweifelhaften Wirklichkeit ist
Oder nur die Konstruktion einer
Emotionalen Realität kann dabei
Offen bleiben die Liebe hat beides
Reale wie illusionäre Seiten was
Am Ende alle Fragen offen lässt
Es ist eben eine Gefühlsfrage auf
Die es keine sicheren Antworten
Gibt aber egal wie gut tun kann
Solange sie es tut kann es auch
Eine wohltuende Illusion sein wo
Nicht mehr befreie ich mich besser
Von vorherigen Illusionen über
Ewige Liebe und ähnliches
Wovon manche schwärmen
Um wirklich zu lieben

jens tuengerthal 2.8.23

Augenblicksgenuss

Augenblicksgenuss

Leben ist endlich warum es sich
Empfiehlt es zu genießen solange
Wir es noch haben wie genau das
Können statt auf imaginäre Ziele
Den Genuss zu verschieben mehr
Im Augenblick zu leben der alles ist
Was sicher bleibt sich daran jeden
Tag zu erinnern kann helfen ein in
Summa schöneres Leben zu führen
Was im Moment und für den eben
Augenblick wohl mehr als genug ist
Belasten wir uns lieber weniger
Genießen wir jeden Moment mehr
Könnte das Leben schöner werden
Jedenfalls ein Augenblicksgenuss
Was mehr als genug mir wäre
Einmal tot bleibt nichts mehr
Bis dahin haben wir es darum
Besser so gut wie möglich

jens tuengerthal 2.8.23

Wachstumsillusion

Wachstumsillusion

Wir folgen der Illusion vom ewigen
Wachstum obwohl wir längst wissen
Nichts kann ewig wachsen warum
Zyklen der Konjunktur zumindest
Ein gelegentliches auf und ab das
Der Markt fordert begründen sollen
Dennoch bleibt die Illusion bestehen
Welche die Natur leicht widerlegt die
Versucht alles im Gleichgewicht zu
Halten um überleben zu können wie
Ausstirbt was nicht dazu passt was
Die Dinosaurier uns bereits zeigten
Doch wir sind längst zu viele hier
Die Menschheit ist ein destruktiver
Dinosaurier seines Planeten nun
Müssen unser Denken umstellen
Dringend in allem schrumpfen um
Noch einigermaßen gut zu leben
Der erste Schritt wäre die Illusion
Vom Wachstum aufzugeben wie
Schrumpfung als elitären Luxus
Zu betrachten der verbessert wie
Damit eine Kostbarkeit würde die
Unseren Lebensstil prägen sollte
Mehr Natur und weniger Verpackung
Von Kleidern bis zum Lebensstil
Weil weniger immer mehr ist wo
Zu wenig da ist und zu viele sind
Wird es Zeit für eine Umkehr des
Weges hin zu einer kooperativen
Existenz die Ressourcen schont
Wie dies als Luxus genießt welcher
Das billige Wachstum als aus der
Mode wie ungesund abgelehnt
Womit es uns allen besser ginge
Allerdings erforderte es ein endlich
Umdenken um mehr zu haben
Von dem was bleibt

jens tuengerthal 2.8.23