Donnerstag, 20. Juli 2023

Ruhepol

Ruhepol

Viele Menschen kreisen ständig um
Erlebnisse wie Unternehmungen die
Sie in Unruhe setzen wie damit eine
Bewegung auslösen die das Gegenteil
Von Entspannung ist die braucht wer
Sich geistig bewegt weil es in denen
Der Natur nach unruhig genug ist
Gedanken viel schneller fliegen als
Licht oder normalsterbliche je sie
Geistig immer unterwegs sind
Während anderen in denen vermutlich
Wenig je passiert ständige Bewegung
Brauchen um etwas zu erleben was
Die Terrorkultur des Tourismus noch
Gerne und lukrativ förderte damit sich
Viele daran bereichern konnten was
Den Sinn des Lebens in der längst
Postideologischen Gesellschaft ersetzte
Sich dem zu entwinden durch einen
Ruhepol in sich der die Welten mit
Abstand kritisch betrachten lässt
Scheint mir das wichtigste Ziel einer
Zeit die zu aufgeregt hektisch ist
Es braucht nicht mehr von egal was
Außer Ruhe und Langsamkeit um
Das Ende zu entschleunigen was
Nicht mitbekommt wer weiterrast
Statt schnell zu denken was jede
Bewegung im Raum an Tempo
Immer leicht überbietet aber
Genügt einen Ruhepol zu finden
Den es zum Gleichgewicht braucht
Viel zu viele sind noch fern davon
Sie sind ständig unterwegs aber
Mit Mitleid Toleranz zu üben hilft
Im Ruhepol dann zu ruhen statt an
Allem vorbei zu rasen wie nie
Etwas wirklich mitbekommen

jens tuengerthal 20.7.23

Freiheitsverteidiger

Freiheitsverteidiger

Wer verteidigt meine Freiheit
Sind es Polizei oder Bundeswehr
Kann eine andere je meine
Freiheit verteidigen oder ist das
Primär meine eigene Aufgabe
Weil es um Freiheit dabei geht
Die jeder Staat zu gerne raubt
Wie gut ginge es uns wenn wir
Alle besorgter um unsere Freiheit
Wären statt um die gute Ordnung
Die andere einhalten sollen weil
Alles unordentliche gefühlt schon
Die Freiheit der Anhänger einer
Höheren Ordnung beeinträchtigt
Wer verteidigt mich vor diesen
Habe ich die Freiheit gegenüber
Intoleranz intolerant zu sein weil
Es keine Anschauung sondern ein
Fehler im System schlicht ist der
Einer geistigen Reparatur bedarf
Für die alle ihre Freiheit brauchen
Den Weg zu finden den Intoleranz
Unnötig wie dauerhaft behinderte

jens tuengerthal 20.7.23

Widerständig

Widerständig

Am 20. Juli gedenkt die Bundesrepublik
Dem Widerstand gegen Hitler der zum
Attentat des Kreises um Stauffenberg
Führte was wie so viele andere auch
Scheiterte und Hitler nicht tötete
Ob es die deutsche Eiche am Tisch
Oder die offenen Fenster waren ist so
Ungewiss wie fast 80 Jahre danach
Auch nicht mehr so wichtig wie die
Frage was von einer Armee heute
Zu halten ist die ihre Tradition auf
Widerstand statt auf Gehorsam baut
Den jede Armee braucht damit ihre
Mitglieder im Notfall ohne Nachdenken
Auch ihr Leben riskieren im Einsatz
Für die Sache was keinen Widerstand
Dulden kann und wo die Grenze
Von demokratischer Parlamentsarmee
Als Ideal der Identifikation zur dennoch
Funktionierenden Truppe verläuft
Kann der Einsatz des Lebens je
Einem Menschen befohlen werden
Wie funktioniert eine Armee die den
Widerstand nach dem Gewissen zu
Ihrem Ideal erhoben hat kann das
Wirklich gehen oder ist es immer
Ein dürftiger Kompromiss wie es der
Föderalismus als Prinzip auch ist
Der in der Praxis nur wenig taugt
Zumindest nicht wirklich effektiv ist
Im Kampfeinsatz bleibt keine Zeit
Über Widerstand noch nachzudenken
Vielleicht wären wir effektiver ohne
Aber eine Armee die Widerstand
Als Teil ihrer Tradition auch sieht
Steht damit in guter Tradition
Wo sie gefordert war hat sie
Was nötig war geleistet was
Für eine deutsche Armee genügt
Ob es einen Wehrdienst braucht
Die Armee in der Bevölkerung
Wie in der Demokratie zu verankern
War lange umstritten jedoch zeigt
Gerade die Tradition zum Widerstand
Wie gering die Gefahr eines Staats
Im Staate dabei noch ist was die
Frage der Effektivität aufwiegt
Gehorsam können die Deutschen
Zeigte sich auch 1933 bis 1945
So gesehen steht es der Armee
Einer reifen europäischen Demokratie
Besser sich auf den Widerstand als
Tradition zu berufen denn auf den
Preußischen Gehorsam und nichts
Ist in einer Demokratie perfekt aber
Ein guter Kompromiss genügt um
Mit dieser Tradition leben zu können

jens tuengerthal 20.7.23

Mittwoch, 19. Juli 2023

Willkommensabschied

Willkommensabschied

Es sitzen vor der Höschen Bar
Zwei verschiedene Paare die
Den Lauf der Liebe wunderbar
Gegensätzlich beschreiben
Am vorderen Tisch eines im
Frischen Konflikt bei dem er
Vorsichtig auf sie einredet die
Mit streng verschränkten Armen
Richtung Straße schaut dabei
Den Zorn in ihrem Zügen nur
Mühsam verbergen kann die
Zitternde Unterlippe in ihrem
Etwas strengen Gesicht verrät
Dem Beobachter sofort woher
Der Wind zwischen beiden weht
Er leicht dunkelhäutig mit dem
Obligatorischen Dreitagebart
Sitzt kerzengerade ohne sich
Beim Reden weiter zu bewegen
Sie wirkt längst abwesend wie
Tief verletzt ohne es ihm noch
Zeigen zu wollen sagt nichts
Direkt am Tisch dahinter ein
First Date bei dem er gelassen
Mit schon silbernen Schläfen
Ganz in schwarz mit seinem
Deutlich jüngeren sichtbar
Nervösen Date plaudert die
Immer wieder entweder ihre
Sehr elegante schwarze Corsage
Unter dem ebenso Sakko
Zurechtzieht ihren eher nicht
Vorhandenen Busen dabei
Zur Geltung zu bringen oder
Mit der Hand durch ihre nach
Der Farbe der Haut zu urteilen
Natürlich roten Haare fährt
Sie plaudern nur miteinander
Berührungen sind eher zufällig
Doch suchen sie einander
Flirten sichtbar und sie sendet
Mit ihrer Nervosität die den
Sitz von Wäsche und Haaren
Prüft überdeutliche Signale
Er beherrscht das Spiel gut
Und so steigt vorne die Spannung
Beim bereits Paar destruktiv
Während hinten die Lust wie
Die Nervosität davor wächst
So zeigen sich am Helmholtzplatz
Keinen Meter voneinander entfernt
Die Wege der Liebe alle und
Bald sitzen sie in wieder in
Neuer Kombination die der
Algorithmus zuloste

jens tuengerthal 19.7.23

Marcusig

Marcusig

Werte, die aus der objektiven Realität herausgelöst sind, werden subjektiv."
Der eindimensionale Mensch

"Die Beziehungen der Menschen untereinander werden zunehmend vom maschinellen Arbeitsprozeß vermittelt."
Einige gesellschaftliche Folgen moderner Technologie, in: Schriften, Bd. 3

"Freiheit ist Befreiung."
Repressive Toleranz

"Diese Gesellschaft ist insofern obszön, als sie einen erstickenden Überfluss an Waren produziert und schamlos zur Schau stellt, während sie draußen ihre Opfer der Lebenschancen beraubt; obszön, weil sie sich und ihre Mülleimer vollstopft, während sie die kärglichen Lebensmittel in den Gebieten ihrer Aggression vergiftet und niederbrennt; obszön in den Worten und dem Lächeln der Politiker und Unterhalter; in ihren Gebeten, ihrer Ignoranz und in der Weisheit ihrer gehüteten Intellektuellen. [...] Nicht das Bild einer nackten Frau, die ihre Schamhaare entblößt, ist obszön, sondern das eines Generals in vollem Wichs, der seine in einem Aggressionskrieg verdienten Orden zur Schau stellt;"
Versuch über die Befreiung

"Permanenter ästhetischer Umsturz - das ist die Aufgabe der Kunst."
Konterrevolution und Revolte.

"Die freie Wahl der Herren schafft die Herren oder die Sklaven nicht ab."
Der eindimensionale Mensch. 

"Die Menschen entdecken sich in ihren Waren wieder, sie finden ihre Seele in ihrem Auto, ihrem Hi-Fi Empfänger"
Der eindimensionale Mensch


Marcusig

Als Herbert Marcuse am 19. Juli 1898 in
Berlin geboren wurde hatte Deutschland
Noch einen Kaiser und seinen letzten Krieg
Gewonnen gegen Frankreich den damals
Erbfeind als er 1979 starb hatte sein Land
Was zwischendurch lange nicht mehr
Heimat war zwei Weltkriege verloren
Millionen Menschen umgebracht war
Aus Gründen der bescheidene Parier
Geworden zumindest im Westen wo
Es sich dem Erbe der Geschichte stellte
Statt wie im Osten auf Sozialismus
Nach sowjetischem Modell zu setzen
Was der Philosoph Politologe wie auch
Soziologe Marcuse sich als Mitglied des
Instituts für Sozialforschung aus reicher 
Jüdischer Berliner Familie lieber zum 
Wohnort wählte als den totalitären Osten 
Indem die Freiheit weniger wichtig war als
Die Ideologie nach Marx dem sich aber
Marcuse als Schüler von Heidegger
Seltsam nah fühlte der im Alter
Wie Habermas am Starnberger See
Die gehoben gediegene Atmosphäre liebte
Marcuse war bereits während der
Novemberrevolution Mitglied eines
Soldatenrates geworden auch
Unterschied sich sein Marxismus
Von dem der Frankfurter Schule um
Adorno und andere durch seine auch
Anthropologische Färbung noch
Nach der Machtergreifung Hitlers
Emigrierte Marcuse zunächst in
Die Schweiz wie später nach Paris
In Genf arbeitete er für die Filiale
Des von Horkheimer geleiteten
Frankfurter Instituts für Sozialforschung
Wie zeitweise für die Pariser Außenstelle
Des Instituts bevor er 1934 dann endgültig
In die USA emigrierte als Marcuse 1947
Seinen früher Lehrer Heidegger aufforderte
Sich vom Nationalsozialismus zu 
Distanzieren lehnt dieser ab jeden
Kontakt zu Heidegger brach Marcuse
Ab als dieser die Ermordung der Juden
Mit der Ostvertreibung relativierte womit
Der Tenor der Ewiggestrigen klar wurde
Im nach New York übergesiedelten Institut
Gab Horkheimer ihm die Stellung des
Zweiten Philosophen nach ihm dort
Arbeitete er mit Horkheimer an der
Kritischen Theorie weiter als dann
Horkheimer am Pazifik mehr mit
Adorno zusammenarbeitete woraus
Keine Dreierkonstellation wurde
Ging Marcuse zum Geheimdienst
Was für einen Heideggerschen-Marxisten
Während des Krieges in den USA mutig war
Wo er dann ein Jahrzehnt noch blieb
Ab 1966 hatte Marcuse auch eine
Professur an der Freien Universität Berlin
Später kam es zu einer Kontroverse mit
Erich Fromm über die Auslegung von Freud
Wie die relative Bedeutung des Libido
Dafür wurde Marcuse Identifikationsfigur
Der neuen Linken wie der beginnenden
Studentenbewegung sie riefen etwa in
Paris Marx Mao Marcuse was den
Klugen Philosophen in eine eher
Dunkle Tradition stellte die ihm aber
Zu dieser Zeit scheinbar gut gefiel
Dies kommt in seinem Essay
Versuch über die Befreiung zum Ausdruck
Für Habermas war Marcuse der einzige
Der Frankfurter Schule der eine aktive
Politische Rolle durch seine Kritik
Am System mit übernahm so kam es
Zum Bruch mit Adorno er starb beim
Besuch von Habermas an einem
Hirnschlag der wohl eher dem Alter
Als den soziologischen Streit noch
Geschuldet war seine Leiche die
In Österreich kremiert wurde kam
Über den Umweg Kalifornien 2003
Im wiedervereinigten Berlin an
Wo er auf dem dorotheenstädtischen
Friedhof beerdigt wurde also als
Berliner quasi in der Urne heimkam

jens tuengerthal 19.7.23

Lustgulasch

Lustgulasch

Ein gutes Gulasch braucht
So viel Zwiebeln wie Fleisch
Die gut angedünstet Basis
Der langsam erkochten Sauce
Sind die diesen Gang so reizvoll
In all seinen Varianten macht
Es ist eine Art Fleischeintopf
Der großes Glück beschert
Wie Freude an den Feinheiten
Schon in der Zubereitung fordert
Gerne etwas scharf sein darf
Jedenfalls die ungarische Form
Mit Paprika oder Chilli glänzt
Es vereint sinnliches Fleisch
Mit luftigen Zwiebeln über die
Gewürze und Gemüse zum
Eintopf ganz eigener Art der
Die Wege zur Lust befreit wie
Am besten ist wo das Fleisch
Auf der Zunge schon zergeht
Doch noch zart gebissen wird
Kann mit süß und sauer zugleich
Variationen um die Welt tragen
Wie beim afghanischen Reistopf
Ist ein gutes Gulasch zu kochen
Ausdruck von Lebensfreude wie
Lust am Genuss die der Schlüssel
Zu schönem Sex wie voller Lust
Immer schon war warum ich so
Wenig naheliegender finde als
Lustgulasch zu kombinieren 
Auch wenn es eine fixe Idee
Vor Beginn noch war überlege ich
Nicht wirklich wie eine veganes
Gulasch schmecken würde weil es
Um echte Lust dabei geht die ist
Imitiert nichts mehr wert

jens tuengerthal 18.7.23

Liebessalat

Liebessalat

Gleicht eine Liebe die uns gut tut
Einem gesunden Salat der alles
Enthält was wir zum Leben brauchen
Das Dressing kann variieren auch
Die Zutaten je nach Charakter
Manche sehen einfach toll aus
Andere schmecken perfekt
Wie es ganz gesunde gibt
Oder die Verführer die so
Zwischen den Welten changieren
Andere Mahlzeiten mit in den
Salat als Beilage mischen so
Diesen zum Hauptgang machen
Die Bandbreite reicht noch vom
Rote Bete Salat mit seinem tief
Erdigen Geschmack bis zum
Beflügelnden mit orientalischen
Zutaten aus Zauberwelten die
An Märchen eher denken lassen
Auch heiß kann eine Variante sein
Die den Salat noch ergänzt bis
Zum lauwarm geliebten als dann
Wieder Zwischenstufe auf der
Ganz andere Saucen sich entfalten
Schmecke vielen Salaten nach die
Auch meine geliebten Sandwich
So wunderbar dekorierten denn
Was braucht es auf der Welt sonst
In allem Chaos als einen Sandwich
Mit einer feinen Tasse Tee denke ich
Das passt schon zur Liebe irgendwie
Findet jeder halt seinen Weg ob mit
Oder ohne viel Grünzeug ist es wie
In der Liebe mit oder ohne Schamhaar
Vermutlich eine bloße Geschmackssache
Wie ich meine Liebe anmische

jens tuengerthal 18.7.23

Biochaos

Biochaos

Herrscht in der Natur Chaos
Oder eine unerkennbare Ordnung
Kommt aus unserer beschränkten
Wahrnehmung die Sehnsucht eine
Höhere Ordnung zu erfinden die
In der Natur keinen Beweis findet
Aber viele Menschen beruhigt weil
Dann doch alles nach ihrem je
Schlichten Verständnis noch in
Ordnung zu sein scheint auch
Wenn sichtbar totales Chaos
In aller Natur herrscht außer
Wir schauen auf die Details
In denen alles wieder seine
Ordnung hat deren großes
Zusammenwirken wir nur
Schwer erkennen können
Warum es viel einfacher ist
Im Aberglauben eine solche
Ordnung zu sehen egal wie
Absurd dessen Begründung ist
Höhere Wesen Dreieinigkeit oder
Anderer religiöser Unsinn mehr
Doch fällt es Menschen schwer
Die sich selbst diese Systeme
Mit teils irrer Phantasie ausdenken
Anzuerkennen das Natur schlicht so
Funktioniert wie alle Biologie also
Logisch mit kreativem Chaos das
Zeichen des Lebens auch ist was
Damit überraschend variieren kann
Ohne gleich die Kausalität zu erkennen
Die vielleicht nie erkennbar wird
Aber nicht weniger wirksam ist
Schon Epikur beschrieb sich auf
Die Atomisten berufend dieses
Lebendige Chaos als kausal vor
Über 2200 Jahren korrekt nur
Nicht beschränkt durch unsere
Fähigkeit zur Erkenntnis dabei
Sondern weit darüber hinaus
Wie es Lukrez in seinem großen
Lehrgedicht von den Dingen der Natur
Für die Römer am Ende der Republik
In feine Verse noch fasste die sich
Als Denkmal Epikurs lesen lassen
Der als erster Frauen in seiner
Schule der Philosophen zuließ
Gleichberechtigt wie alle auch
Was die Eifersucht der anderen
Weckte wie damit auch das
Biochaos der Hormone weckte
Die zu manch unvernünftiger
Reaktion uns bis heute noch
Anstiften können ohne das je
Wer ihre organische Struktur
Im Wesen bezweifeln würde
Weil alle Natur im Detail eben
Logisch funktioniert auch wo
Uns das nicht erkennbar ist wie
Was im kleinsten gilt wird auch
Im größten gelten warum wir
Davon ausgehen können dass
Chaos eine Variante natürlicher
Logik immer ist die uns eine
Kreative Möglichkeit offen hält
In der die Natur gestalten kann
Womit das Chaos ein Teil der
Durchweg logischen Natur ist

jens tuengerthal 18.7.23

Nadelstiche

Nadelstiche

Die Ukraine fügt Russland
Auf und um die Krim genau
Im Sommer geschickt nun
Nadelstiche zu die Putin zu
Nervös hysterischen Aktionen
Verführen die so hässlich wie
Jeder Krieg sind aber schön
Die Verletzlichkeit des Riesen
In kritischer Zeit offenbaren
Denn auch wenn es
Nicht schwer wäre die
Brücke gleich ganz als
Symbol der Besatzung
Einstürzen zu lassen
Wirken doch die kleinen
Gemeinen Nadelstiche besser
Zermürben kontinuierlich wie
Sie Zweifel an Putin säen
Der als Kriegsverbrecher
In Den Haag angeklagt
Gehört was nicht passiert
Solange der sowjetische Traum
Von asiatischer Großmacht
Noch in russischen Hirnen brennt
Die den roten Faschismus noch
Glorifizieren finden die Kriege
Um Ehren nach dem Untergang
Kein schnelles Ende bis der
Scheinriese so gebrochen wird
Wie das einst deutsche Reich
Wozu der Westen Russland
Weiter bekriegen und schwächen
Muss bis die Russen sich erheben
Oder das System Putin stürzt
An inneren Feinden wie dankbar
Die Ukraine diese Arbeit tun lässt
Darum sind die Nadelstiche die
Das System Putin schwächen
In diesem Krieg wichtiger als
Gewonnene Feldschlachten
Die nur kontinuierlich töten
Menschenmaterial verbrauchen
Von dem Russland genug hat
Aber das System Putin stürzt
Über Zweifel an seiner Kraft
So gesehen war der Anschlag
Ein guter Tag für die Welt in
Der Friede erst möglich wird
Wenn eine Großmacht ihr
Gewicht im Kampf verliert
Solange sind wir im Krieg
Mit Russland was aber keiner
Ausspricht um noch weiter
Von der Verwirrung zu profitieren
Durch viele kluge Nadelstiche
Welche die Machtblase in der
Putin schwebt platzen lassen

jens tuengerthal 18.7.23

Rammstoß

Rammstoß

Sollte Rammstein nun der Rammstoß
Versetzt werden mit Protest wegen
Missbrauch von Frauen die Opfer
Der Gier dem Star nah zu kommen
Vielleicht wurden weil diese Solidarität
Mit den Opfern geboten nun ist
Oder gilt wie für jeden Angeklagten
In dubio pro reo also im Zweifelsfall
Keine Verurteilung ohne Beweise
Weil dies Grundrecht für alle gilt
Warum jede Debatte entbehrlich ist
Ob ich den Namen dieser Band so
Geschmacklos finde wie ihre Musik
Ist dabei völlig egal weil es auf meinen
Geschmack dabei nicht ankommt
Kunst soll in Freiheit leben dabei
Kann ein unbewiesener Verdacht
Nie genügen etwas zu verbieten
Noch zu Demos aufzurufen die nur
Die Publicity noch erhöhen wie
Damit dem Marketing dienen
Was so unangemessen scheint
Wie unbewiesene Skandalisierung
Die Anklagen bis zur Vergewaltigung
Könnten das Ende der Karriere von
Einigen der Musiker bedeuten wie
Gefängnis auch was im Rechtsstaat
Genauer Ermittlungen bedarf wie
Sauberer Prozesse um nicht nach
Stimmung oder Volkes Stimme nur
In die eine oder andere Richtung
Jemanden zu verurteilen und bis
Dahin gelten sie als unschuldig
Dürfen sofern keine Fluchtgefahr
Besteht ihrer Arbeit nachgehen ohne
Auf nur Verdacht eingesperrt zu werden
Also auch Konzerte spielen egal
Ob mir das gefällt oder ich es
Geschmacklos schlicht finde
Wie ein billiges Volksfest für
Leicht pyromane Stadtaffen
Eine Verurteilung wie Bestrafung
Ohne Urteil ist nicht rechtsstaatlich
Dabei dahingestellt wie naiv ist wer
Zu so einer Party kommt und hofft
Nur Wattepusten zu spielen
Bevor wir in moralische Hysterie
Verfallen ist der Rechtsstaat eine
Gute Grenze für den Wahn

jens tuengerthal 19.7.23

Dienstag, 18. Juli 2023

RicardasHuch


"Aus der Fülle des Herzens leben ist das Geheimnis des Genies; ein volles Herz ist die Voraussetzung dazu."
Luthers Glaube, Briefe an einen Freund, Insel-Verlag, Leipzig 1919, S. 129


"Das Einzige, wonach wir mit Leidenschaft trachten, ist das Anknüpfen menschlicher Beziehungen, nichts ist uns umgekehrt so schmerzlich als das Auflösen derselben. Unser Glück und Unglück hängt von unseren menschlichen Beziehungen ab."
Quellen des Lebens. Umrisse einer Weltanschauung. Insel 1935


"Das Leben ist ein beständiges Abschiednehmen. Jeden Abend nimmt man von einem Tage Abschied, oft mit einem Seufzer der Erleichterung, aber oft auch mit Schmerz."
Schlussworte, 1. Deutscher Schriftstellerkongreß, in: Gesammelte Werke, Band 5, Kiepenheuer & Witsch, Köln 1966, S. 831


"Das Leben ist ein grundloses und ein uferloses Meer; ja, es hat wohl auch ein Ufer und geschützte Häfen, aber lebend gelangt man dahin nicht. Leben ist nur auf dem bewegten Meere, und wo das Meer aufhört, hört auch das Leben auf."
Erinnerungen von Ludolf Ursleu dem Jüngeren. Cotta 1914


"Für seine Handlungen sich allein verantwortlich fühlen und allein ihre Folgen, auch die schwersten, tragen, das macht die Persönlichkeit aus."
Gesammelte Werke, Schriften zur Religion und Weltanschauung, Band 7, Kiepenheuer & Witsch, 1966, S. 632f


"Ich denke nicht ans Ende, // Kein Fürchten soll mich lähmen."
Zuversicht, in: Gedichte, Verlag von H. Haessel, Leipzig 1894, S. 143 


"In jedem Urteil drückt der naiv urteilende Mensch sich selbst aus, [...]"
Blütezeit der Romantik, Verlag von H. Haessel, Leipzig 1905, S. 293


"Jede Bekanntschaft, jede sympathische Begegnung ist ein Gewinn."
Schlussworte, 1. Deutscher Schriftstellerkongreß, in: Gesammelte Werke, Band 5, Kiepenheuer & Witsch, Köln 1966, S. 833


"Liebe ist das einzige, was wächst, indem wir es verschwenden."
Gesammelte Werke, Band 7: Schriften zur Religion und Weltanschauun, Hrsg. Wilhelm Emrich, Kiepenheuer & Witsch, Köln 1966, S. 580


"Wer rückwärts sieht, gibt sich verloren, [...] wer lebt und leben will, muß vorwärts sehen"
Michael Unger, Insel-Verlag, Leipzig 1925, S. 135




RicardasHuch

Die erste Deutsche die Geschichte studierte
Wie darin promovierte tat es in der Schweiz
Nachdem sie mit 15 ihre Heimatstadt die so
Deutsche Kaiserstadt Braunschweig der
Unangemessenen Liebe zu ihrem damals
Schwager wie Vetter verlassen musste
Sie wurde eine bekannte Autorin und war
Als Konservative widerständiger als viele
Die hierzulande den angepassten Weg
Des geringsten Widerstandes wählten
Um in Ruhe ein gutes Leben zu haben
Was Ricarda Huch diese erstaunliche
Wissenschaftlerin und Autorin nicht tat
Die am 18. Juli 1864 geborene große
Dame der deutschen Literatur war
Zugleich konservativ wie unkonventionell
Was zu ihrem Leben wie zu ihrem Stil passt
Das in der Villa Bierbaum auf dem heute
Inselwall in Braunschweig begann aber
Mit 16 in Zürich nachdem sie sich in
Ihren Vetter verliebt hatte mit dem Abitur
In der Schweiz weiterging was damals
Den Damen in Deutschland so wenig
Noch gestattet war wie ein Studium
Oder gar eine Promotion die Dame
War eine nett lächelnde oberflächlich
Nur gebildete Gebärmaschine zur
Erzeugung von standesgemäßen
Nachwuchs den sofern das Haus
Wohlhabend genug war das Personal
Mehr versorgte als die Eltern egal
Ob das vielleicht besser so war
Über die Hochschule fand sie dann
Lebenslange Freundinnen wie etwa
Marie Baum und Marianne Plehn
In dem 1893 veröffentlichten Roman
Erinnerungen von Ludolf Ursleu
Geht es wie in den Buddebrooks
Nur lange vor ihnen um ihre Liebe
Zu Richard Huch wie den Untergang
Der Familie als Unternehmer zum
Entsetzen ihrer Familie war der unter
Dem Titel durchaus erfolgreich
Wurde sicher in Braunschweig wie
Später die Buddebrooks in Lübeck
Zum skandalisierten Thema was die
Beste Voraussetzung des Erfolges ist
Ab 1896  wurde sie Lehrerin am
Kippenberg Gymnasium in Bremen
Beschloss dann ab 1897 lieber als
Schriftstellerin in Wien zu leben wo
Sie den 7 Jahre jüngeren Zahnarzt
Ermanno Ceconi kennenlernte wie
Wenig später heiratete um dann mit
Diesem in seine damals österreichische
Heimat Triest zu ziehen wo sie über
Das Risorgimento forschte wie ihre
Tochter Marieta zur Welt brachte
Aufgrund ihrer Forschung zu Garibaldi
War sie bei den italienischen Faschisten
Sehr beliebt ohne je eine zu sein was
Sie aber vor Verfolgung dann im
Nationalsozialistischen Deutschland
Bewahrte also ein bleibender Schutz
In harten Zeiten für sie wurde ihr
Buch über die Blütezeit der Romantik
Erschien noch in der Wiener Zeit
Ab 1900 lebten sie in München wo
Ceconi ein Verhältnis mit Käte Huch
Begann der Tochter von Ricardas
Schwester Lilly wie ihrem Jugendschwarm
Richard Huch worauf sich beide Paare
Trennten aber dafür endlich Ricarda
Mit Richard zusammenkam die 1907
Dann doch noch heirateten weil was
Lange währt selten besser wird hielt
Diese Ehe auch nur was diese meist
Wenig überraschend nur bringen und
Wurde 1911 wieder geschieden ihre
Jugendliebe Richard starb schon 1914
Immerhin schrieb sie in dieser Phase
In Braunschweig freizügige sexuelle
Gedichte was Kenner der Stadt die
Kaum als Paris der Provinz galt wohl
Überrascht aber auch ein Kontrapunkt
Zu enttäuschten Erwartungen mit der
Jugendliebe sein kann die es eben
Nicht mehr brachte wie erhofft
So ging sie wieder nach München
War während des Weltkrieges dann
Teilweise in der Schweiz wie ab 1918
Wieder in München wo sie über Bakunin
Wie über Jesus und die Formen des
Intellektuellen Aberglaubens schieb
In München lernte sie Thomas Mann
Annette Kolb und Rainer Maria Rilke
Kennen war mit der Frauenbewegung
In Kontakt Katia Mann schreibt dafür
In ihren Erinnerungen dass ihre Kinder
Bei Ermanno Ceconi in zahnärztlicher
Behandlung waren womit sich die
Künstlerkreisen wieder schließen
Von denen mein Großvater erzählte
Als ihre Tochter Franz Böhm heiratete
Wie die ersten Enkel kamen zog sie
Nach Berlin und wurde dort in die
Sektion Dichtkunst der preußischen
Akademie der Künste aufgenommen
Wo ihre Arbeit zur deutschen Revolution
Von 1848 entstand Alte und neue Götter
Nach der Wahl von 1933 wie der damit
Machtergreifung der Nationalsozialisten
Schied sie als erste freiwillig wieder
Aus der Akademie nach dem Ausschluss
Von Alfred Döblin aus dabei verhielten
Sich die Nationalsozialisten widersprüchlich
Ihr gegenüber einerseits bekam sie noch
Persönliche Glückwunschtelegramme
Von Hitler und Goebbels zum 80. aber
Andererseits durften Teile ihrer Werke
Nicht mehr veröffentlicht werden was
Zeitweise schwierige finanzielle Verhältnisse
Verursachte ihre Deutsche Geschichte
Die Nationalsozialisten implizit kritisierte
Wurde verrissen und der zweite Band
Konnte 1937 nur noch unter Schwierigkeiten
Erscheinen doch die Liebe der Italiener
Rettete sie wohl auch insoweit wieder
Der dritte 1941 fertiggestellte Band
Konnte dann erst zwei Jahre nach
Ihrem Tod 1949 erscheinen die Zeit
Von 1937 bis 1947 lebte sie in einer
Art inneren Emigration mit ihrer Tochter
In Jena da ihr Schwiegersohn dort 
Einen Lehrauftrag hatte so trafen sich
In ihrer Wohnung viele die später beim
Attentat am 20. Juli beteiligt waren
Diesen Frauen und Männern wollte
Die greise Dichterin noch ein Denkmal
Setzen was ihr nur noch für die
Weiße Rose gelang die Würdigung
Der anderen Kreise durch sie erschien
Erst 1997 50 Jahre nach ihrem Tod
Nach dem Krieg bemühten sich noch
Kommunistische und sowjetische Kreise
Darum sie für sich zu gewinnen was
Aber wenig erfolgreich war auf dem
Ersten deutschen Schriftstellerkongress
Im sowjezonalen Teil von Berlin war
Sie noch als Ehrenpräsidentin aber
Schon wenige Stunden nach ihrer Rede
Betroffen durch den Terror des Regime
Floh sie mit der Eisenbahn nach
Frankfurt am Main wo ihr Schwiegersohn
Hessischer Kultusminister geworden war
Der Reisen im ungeheizten Zug über die
Sektorengrenze war ihr Körper nicht mehr
Gewachsen und sie starb am 17. November
Im Gästehaus der Stadt Frankfurt und
Bekam ein Ehrengrab auf dem dortigen
Hauptfriedhof was noch besteht

jens tuengerthal 18.7.23

Verständniskontext

Verständniskontext

Wie wichtig ist was vor hunderten Jahren
Manchmal noch länger her war für uns
Wie den eigenen Blick auf die Gegenwart
Warum ist den Russen die Krim so wichtig
Wieso den Serben ihr Amselfeld heilig was
Nach Europa nicht mehr passt wo auch die
Deutschen und Franzosen ihre einst noch
Erbfeindschaft begruben warum spielte
Europa eine Rolle für die Engländer lange
Die sie erst begruben als die Europäer
Sich zu einem Überstaat vereinigten der
Die einst Nationen quasi beerdigte weil
Eine Nation ihre Souveränität ausmacht
Was nur ist wer finanziell selbständig ist
Unabhängig Waffen kaufen kann um die
Anderen zu bedrohen oder sich damit
Verteidigen zu können warum Armeen
Auch für den Frieden gebraucht werden
Ein Gleichgewicht für diesen sorgen kann
Während Übermacht Zerstörung heißt
Weil eine Macht kann was sie tut ohne
Von anderen gehindert zu werden im
Ewigen Kampf jeder gegen jeden der
Erst endet wenn keiner mehr ist also
Teil der menschlichen Geschichte schon
Immer auch war und ungewiss ist ob
Dieser Terror je überwunden wird
Außer durch Verträge deren Bruch die
Beteiligten schwerer trifft als deren
Einhaltung ihrem Ego Grenzen zieht
Es gibt keinen Weltfrieden ohne oder
Gegen China Russland USA weil es
Ein Gleichgewicht der Kräfte braucht
Die Zivilisation aufrecht zu erhalten
Wie Putin in der Ukraine uns bewies
Die wir lange von Freundschaft mit
Den Erben der Sowjetunion träumten
Welche ihre Verbrechen nie erkannten
Das Gewicht von Briten und Franzosen
In internationalen Institutionen ist nur
Aus kolonialer Historie zu erklären
So unrecht also wie diese aber ohne
Jede reale Basis heute außer noch
Zu aufgeblasener Streitkräfte welche
Besser europäisch längst würden
Doch spannend zu betrachten ist
Wie ein Tag wie der 17. Juli durch
Die Jahrhunderte den ewigen Kampf
Der Mächte widerspiegelt wie damit
Geschichte im Zusammenhang erst
Erklärt wie verständlich macht was
Zu vielen bis heute fremd ist die sich
Einzelfälle auswählen zu verführen
Statt über Kontext und Verständnis
Der Vernunft zur Herrschaft zu helfen
Hat dann Gefühl zu viel Macht noch

Was ist mit dem heute Istanbul das
Bevor es Teil der Türkei wurde noch
Hauptstadt des osmanischen Reichs
War was ein Weltreich einst war das
Wie viele vor ihm in der Geschichte
Dann zerfiel ohne den einen Weg
Als richtig weisen zu können so war
Es die längste Zeit Byzanz wie die
Nächst lange Zeit das christliche
Konstantinopel ist erst sehr kurz
Türkisches Istanbul doch schon
Am 17. Juli 1203 fing die Geschichte
Des Untergangs von Ostrom an als
Die Kreuzfahrer des Vierten Kreuzzuges
In Konstantinopel eindringen was sie
Zuvor noch belagerten woraufhin 
Kaiser Alexios III. nach Thrakien flieht
Diese weitere Schwächung Ostroms
Durch die Kreuzfahrer Roms auch
Wenn der Papst ausdrücklich den
Krieg gegen Byzanz ablehnte hat
Deren Stellung weiter geschwächt
Wie 350 Jahre später dem Islam
Es leichter gemacht Ostrom zu
Erobern womit die letzten Griechen
Gen Rom auch flohen wie dort mit
Manchen ihrer Texte das Denken
Jenseits des Aberglaubens noch
In Wallung brachte was später die
Renaissance wie ihr Menschenbild
Jenseits der Götzenanbetung welche
Die Kirchen vorher noch zelebrierten
In Bewegung brachte womit sich im
Großen Kontext zeigt zwar hat sich
Der Vierte Kreuzzug des katholischen
Europas gegen die Orthodoxie wie
Das griechische Erbe gerichtet was
In der Philosophie den Mensch in den
Mittelpunkt stellte aber dennoch hat
Dieses letztlich gesiegt wurde mit der
Renaissance wie der Rückkehr zum
Denken der Antike zum dominanten
Weltbild in Europa was ein später Sieg
Des griechischen Geistes über den
Mittelalterlichen der Kirche aus Rom war

Wie lange der Krieg in der Ukraine noch
Geht weiß keiner aber am 17. Juli 1453
Endete der Hundertjährige Krieg womit
Die Engländer bis auf Calais all ihren Besitz
Auf dem Kontinent verloren den sie seit
Langem ausgeweitet noch hatten auch
Obwohl sich der englische König Heinrich
Es war der VI. noch in Notre Dames zum
König von Frankreich krönen ließ während
Die Franzosen nach Reins ausweichen
Mussten solange die Engländer noch
Ihr Paris besetzt hielten was aber nach
Langem hin und her wie vielen Toten
Wie der sich berufen fühlenden später
Heiligen Johanna mit jener Schlacht
Zu Ende ging bei der 10.000 Franzosen
Etwa 5.000 Engländern gegenüberstanden
Dabei verloren die Franzosen etwa 100
Während die Engländer 4.000 beklagten
Die gefallen verwundet oder gefangen
Waren und womit ihre Herrschaft auf
Dem Kontinent bis auf kleine Flecken
Wie Gibraltar endgültig endete was
Sie nicht daran hinderte ihr Empire
Mit angemaßter Weltzuständigkeit
Gutem Geschäftssinn wie Piraterie
Als neue Ehre sich zu errichten aber
Dazwischen mussten die Engländer
Noch lange Rosenkriege führen bei
Denen Lancaster und York um den
Thron noch rangen bis sich endlich
Ein Heinrich durchsetzte wie dann
Zwei Heinriche und eine Maria mit
Spanischen Wurzeln ertragen die
Nicht umsonst die blutige genannt
Bis mit der ersten Elisabeth eine
Große ihnen wieder den Glauben
Gab etwas besonderes zu sein
Zu welchem Unsinn der sie auch
In folgenden Jahrhunderten noch
Verleiten sollte was aber hier nun
Dahinstehen kann um nach Osten
Zu schauen wo die Macht gerne
Blutig bis heute noch wechselt

So wurde am 17. Juli 1610 nach
Der Niederlage der überlegenen
Russen gegen Polen-Litauen der
Amtierende Zar Wassili IV. von
Innenpolitischen Gegnern gestürzt
Zu einem einfachen Mönch geschoren
Wie ins Kloster verbannt und wer
Wünscht das nicht dem Mörder Putin
Der die orthodoxe Sowjetunion als
Unfreien Traum leben möchte weniger
Glück hatte dagegen Zar Peter III. der
Ehemann von Katharina der Großen
Die da noch nicht so genannt wurde
Er kam am 17. Juli 1762 nicht ins Kloster
Sondern wurde wohl von Alexej Orlow
Erdrosselt weil er im Weg war doch
Rächte sich dessen Sohn später
Ließ Orlow die Bahre bei der dann
Überführung der Leiche tragen

Keine 30 Jahre später löst dann
Ein Schuss auf den Oberbefehlshaber
Der französischen Nationalgarde den
Berühmten General Lafayette der den
Schuss noch über 40 Jahre überlebte
Der auch am 17. Juli nur 1791 fiel
Das Massaker auf dem Marsfeld aus
Was zwischen einem Dutzend und 50
Opfern forderte insoweit sind die Quellen
Relativ unklar aber dazu beitrug
Lafayette unbeliebter zu machen damit
Die gemäßigten Kräfte zu schwächen
Was die Radikalen an die Macht brachte
Denen der König wie andere dann zum
Opfer fielen wie sie sich gegenseitig auch

Einer der Radikalen der Opfer seiner
Anschauungen wurde war Paul Marat
Der den Terreur auch nicht überlebte
Den Charlotte Corday ermordete um so
Die vielen Morde zu rächen wofür sie
Am 17. Juli 1793 selbst noch unter der
Guillotine landete wie den Kopf damit
Vier Tage nach ihrem Mord an Marat
Verlor der am gleichen Tag aber
Beerdigt worden war nachdem sie
Ihn in der Wann erstochen hatte

Mitten im ersten Weltkrieg nannte sich
Die königliche englische Familie um
Von Sachsen-Coburg und Gotha in
Dann Windsor am 17. Juli 1917 auf
Weisung von König Georg V. der sich
Dem innenpolitischen Druck im Krieg
Beugte wo die nahe Verwandtschaft
Zum noch deutschen Kaiser dem
Kriegsgegner nicht mehr gerne
Gesehen wurde auch wenn die
Änderung des Namens nichts an der
Genetischen Verwandtschaft änderte
Ein Scheingefecht also eher war
Blieb es bis heute bei Windsor

Mehr um Frieden wie auch zugleich
Die Aufteilung der Welt ging es ab
Dem 17. Juli 1945 in Potsdam wo
In Schloss Cecilienhof die später
Berühmte Potsdamer Konferenz
Mit Churchill Truman und Stalin
Als Gipfeltreffen der Hauptalliierten
Begann die dann zur Aufteilung
Wie bekanntem Ende führte wobei
Die Kompromisse nur die längst
Tiefen Gegensätze überdeckten
Die im Kalten Krieg mündeten

jens tuengerthal 17.7.23

Sonntag, 16. Juli 2023

Beischlafswert

Beischlafswert

Welchen Wert hat der Beischlaf
Vor allem welcher hat diesen
Überhaupt noch als irgendwie
Besonderes Erlebnis wenn du
Einmal mit allen alles erlebtest
Wird es schnell austauschbar
Musst du dich konzentrieren
Was mit wem anders war wird
Das Besondere zum Wert um
Als Abweichung in Erinnerung
Zumindest zu bleiben statt im
Meer des Gewöhnlichen nur zu
Versinken als eine nur Nummer
Denke ich und weiß es nicht
Bewerte es lieber nicht mehr
Lasse es sein wie es ist bin
Zufrieden den Augenblick
Zusammen genossen zu haben
Mehr ist selten alles was häufig
Kommt verfliegt im Meer der
Großen Zahlen von alleine
So sage ich lieber der Beischlaf
Ist völlig wertlos und egal aber
Manche Begegnung lohnt dennoch
Dann kann es gelegentlich egal wie
Überraschend schön werden ohne
Zu fürchten etwas zu verpassen

jens tuengerthal 16.7.23