Sonntag, 16. Juli 2023

Liebeserfahrung

Liebeserfahrung

Braucht die Liebe Erfahrung
Oder liegt sie in unserer Natur
Lenkt uns jede neue Erfahrung
Nur vom Kern des Gefühls ab
Was macht Liebe eigentlich aus
Werde ich mit der Zeit ein besserer
Liebhaber oder eher abgestumpft
Weil die immer gleichen Sensoren
Von ähnlichen Reizen stimuliert
Mehr Lärm brauchen um noch
Etwas mitzubekomme überlege ich
Der früher an große Liebe glaubte
Die eine die kommt und bleibt
Wie das ewige Glück erhoffte
Als sei es nicht ein Treppenwitz
Der Paarungsgeschichte solches
Überhaupt anzunehmen bei Wesen
Die sich so wenig je verstehen wie
In ihrer Natur gegensätzlich sind
Wo schon Waffenstillstand genug
Wäre damit glücklich zu bleiben
Was aber erst die Erfahrung lehrt
Die damit den großen Traum von
Glücklicher Liebe relativiert also
Das Reich der Liebe verkleinert
Was ohnehin gerne überschätzt
Wie mit erfüllter Sexualität auch
Gelegentlich noch verwechselt wird
Dabei hat beides nichts miteinander
Je zu tun ist die Vermengung eher
Das Problem als die Lösung aber
Wie schön liebt es junge Frauen
Als Prinzessinnen voller Träume
Die dich noch anbeten wie einen
Zumindest potenziell potenten
Halbgott was den eigenen Wert
Vor sich maßgeblich doch erhöht
Ob sich das in Anbetracht der
Folgen solcher Abenteuer mit
Kleinen Prinzessinnen je lohnt
Könnte fraglich sein wenn wir
Vernünftig darüber nachdächten
Was Erfahrung lehren könnte
Aber dem unvernünftigen Gefühl
Vom Wesen her widerspricht
Womit unklar bleibt ob Erfahrung
In der Liebe irgendwas bringt 
Oder nur Begeisterung abnutzt

jens tuengerthal 16.7.23

Verantwortungsdenken

Verantwortungsdenken

Verantwortlich denken heißt für die Folgen
Seines Tuns einzustehen und daraus die
Nötigen Konsequenzen zu ziehen was
Beim Klima lange unübersichtlich schien
Wird inzwischen immer deutlicher
Was heißt wer einfach weiter macht
Nimmt den Tod zu vieler inkauf
Handelt also unverantwortlich um
Gewohnheiten zu erhalten die dann
Mit Formeln gerechtfertigt werden
Wer weiß wo das Klima gemacht wird
Aber dennoch weiterhin fliegt wie damit
Wo das Klima gemacht wird dieses
Mit irreversiblen Folgen zerstört ist
Logisch unverantwortlich wie in
Konsequenz ein asoziales Wesen
Sofern fähig zu begreifen welche
Konsequenz das eigene Handeln hat
Wir sind uns dieser Folgen bewusst
Seit uns der Club of Rome schon
In den frühen siebzigern darauf
Aufmerksam machte womit es um
Die Ahnungslosen Ignoranten wohl
Geschehen ist die zumindest soweit
Sie eins und eins addieren können
Keine Begründung mehr haben noch
Weiter so zu handeln wie sie es tun
Außer sie wollen den Untergang wie
Den Tod vieler noch beschleunigen
Was sie zu Feinden der Menschheit
Mit Sicherheit machte für das kleine
Vergnügen irgendwohin zu fliegen
Dies ist logisch nachvollziehbar
Naturwissenschaftlich zu begründen
Dennoch leugnen es die meisten
Unklar ist nur ob es aus Mangel
An Verstand resultiert also diejenigen
Zu blöd sind zu wissen was sie tun
Oder aus böswilliger Ignoranz die
Billigend die Folgen inkauf nimmt
Was die meisten wohl bestritten
Würden sie am Gewissen geprüft
Auch wenn es widersprüchlich
Damit in sich wird weil diejenigen
Sich als asoziale Schmarotzer nur
An die Masse der Idioten anpassen
Es gibt also keine moralische irgend
Taugliche Legitimation als die dumme
Gewohnheit der Massen denen sich
Diejenigen hirnlos scheinbar anpassen
Wie ohne alle Ethik infolge wie damit
Fern aller moralischen Verantwortung
Es ist eigentlich alles einfach und klar
Aber will ich der Mehrheit sagen ihr
Seid alle nur Idioten oder lieber
In Frieden leben und schweige darum
Bis zum Untergang und dann ist es
Ohnehin egal weil längst zu spät
Wer wollte im Sterben nachkarten
Denke ich und schwiege nun besser
Unsicher ob die hier Konsequenzen
Wirklich jemand zu Ende denkt als
Geoffenbarte Entmündigung einer
Schlicht trägen Masse

jens tuengerthal 16.7.23

Zwitscherwert

Zwitscherwert

Das Zwitschern ist ein Geplapper
Von vielen Bedeutungslosigkeiten
Die sich gern mit Sinn verkaufen
Wie im politischen Kontext lange
Zu viel Gewicht hatten etwa beim
Hoffentlich historischen Trump
Der schließlich sogar noch vom
Zwitscherunternehmen Twitter als
Anstifter von Unruhen gesperrt wurde
Warum das vergleichbar große Großmaul
Elon Musk die Firma kaufte um allen die
Rechte Propaganda weiter verbreiten
Eine ungestörte Plattform zu geben
Für angebliche Meinungsfreiheit
Doch zeigt sich nun dass dieser
Versuch so scheitern könnte wie
Seine Duellforderung an Zuckerberg
Für Musk zum Reinfall werden dürfte
Der die Abwärstsspirale noch weiter
Beschleunigt die mit dem Umzug von
Tesla nach Texas aus Kalifornien begann
Ein Großmaul stößt an Grenzen was
Viel Geld an der Börse vernichtet aber
Eine gute Quittung der Vernunft scheint
Twitter jedenfalls verlor durch den
Aktionismus des großen Jungen
Immer mehr Werbekunden die das
Kapital der Netzwerke eigentlich sind
Nun nach Zuckerbergs erfolgreichem
Start auf dem Zwitschermarkt wird
Das Eis für Musk immer dünner
Vielleicht ist es besser denke ich
Nach allem was geschah denn
Wenn der reichste Mann noch
Politiker spielen will ist es gut
Dass der Markt ihm Grenzen zeigt
Wie lange Musk sich oben hält
Wird uns die Zeit zeigen doch die
Erfahrung lässt vermuten dass sein
Stern immer schneller sinkt auch
Weil er sich mit dem Wert des
Geplappers verkalkuliert hat

jens tuengerthal 16.7.23

Kurverein

Kurverein

Warum ist Deutschland nicht zentral
Organisiert wie von einer Verwaltung
Des Bundes einheitlich geführt wie es
In Frankreich ist dahingestellt ob das
So viel besser funktioniert kann der
Ewige Föderalismus der die nötigen
Reformen im ewigen Streit behindert
Wie unnötig aufhält auch nerven wie
Sich gerade etwa bei der Stiftung
Preußischer Kulturbesitz zeigt wo die
Nötige Reform nicht beschlossen wird
Alles ewig dauert weil die Interessen
Gegeneinander laufen und jeder seine
Schäfchen ins Trockene bringen will
Noch dramatischer im Bereich Bildung
Wo die Schulen in Landeszuständigkeit
Kaum eine Vereinbarkeit ermöglichen
Ein Umzug in ein anderes Bundesland
Schnell zur Katastrophe werden kann
Für alle Schüler denen Grundlagen die
Andernorts erwartet werden fehlen
Was ein Stück Freiheit auch raubt
Es gibt also Probleme genug und mehr
Kooperation wäre dringend nötig doch
Könnten diese Unterschiede schon
Ursachen haben die älter sind als unser
Land wie weiter reichen als viele wissen
Bereits am 16. Juli 1338 bildeten die
Kurfürsten des Heiligen Römischen Reichs
Auf dem Königsstuhl von Rhens einen
Kurverein zur Wahrung ihrer Rechte
Dieser Königsstuhl ist ein Achteckbau
Als vergrößerte Darstellung eines Throns
An der Stelle des Nußbaumgartens zu
Rhens am Rhein südlich von Koblenz
Dort wurden im Mittelalter Verhandlungen
Zur Wahl der deutschen Könige geführt
Über diese Verhandlungen stärkten die
Kurfürsten ihre Machtposition welche sie
Im Kurverein von Rhense durch ein
Bündnis absicherten wie es dann in
Der Goldenen Bulle von 1356 seinen
Lange gültigen Ausdruck fand außer
Dem König von Böhmen waren bei
Dieser Versammlung alle übrigen sechs
Kurfürsten anwesend dabei ging es um
Den Streit ob allein die Wahl der
Kurfürsten entschied wer König war
Oder es der Bestätigung durch den
Papst noch brauchte danach wählen
Nur die Kurfürsten den römischen König
Der später zum Kaiser dann wird
Verweigern damit dem Papst jede
Einmischung in ihre Befugnisse
Für die spätere Reichsverfassung war
Der Kurverein von großer Bedeutung
Weil dort auch das Mehrheitsprinzip
Festgelegt wurde wie sich das Kollegium
Der Kurfürsten als solches fest etablierte
Dabei postulierten die Kurfürsten dass sie
Die Rechte des Reichs vertraten nicht
Der von ihnen nur gewählte König der
Originalbau des Königstuhls von Rhens
Wurde während des ersten Koalitionskrieges
Unter französischer Besatzung des
Linken Rheinufers zerstört und 1842
Durch einen historisierenden Neubau
Ersetzt der Mittelalter spielt der Bau
Wurde anstelle des Nußbaumgartens
Vor 1338 errichtet nachdem sich die
Vier rheinischen Kurfürsten dort vor
Der Königswahl getroffen hatten um
Den weiteren Verlauf zu planen dort
Trafen die Gebiete der Erzbischöfe
Von Mainz Köln und Trier wie des
Pfalzgrafen bei Rhein zusammen
Die erste Wahl fand 1346 dort statt
Als Karl IV der König von Böhmen war
Zum deutschen König gewählt wurde
Zehn Jahre später machte dieser in
Der Goldenen Bulle Frankfurt am Main
Zum Ort der Königswahl doch weiterhin
Wurde die Wahl am Königsstuhl in Rhens
Vorbereitet wie dann in Frankfurt vollzogen
Erbauen mussten ihn die Bürger des Orts
Die dafür aber ein Zollprivileg erhielten
Ruprecht III. von der Pfalz wurde dort
Als erster König und künftiger Kaiser
Auf den Königsstuhl erhoben  dann verlor
Der Bau langsam seine Bedeutung doch
Wurde Friedrich III. dort 1433 noch erhoben
Leistete seinen Eid auf das Reich und
Bekam seinen Ritterschlag auch der
Habsburger Maximilian I. bestieg auf
Seiner Fahrt von Frankfurt nach Aachen
Noch den Königsstuhl wie es sich für den
Letzten Ritter wie er auch genannt wurde
Wohl ziemte später zogen noch einzelne
An Rhens auf dem Weg nach Aachen
Von Frankfurt dem Wahlort aus vorbei
Bestiegen den Thron und grüßten von
Dort die Bevölkerung zeigten sich als
Könige des Reichs ihrem Volk womit der
Kurverein von Rhens eine doppelte
Bedeutung in der föderalen Struktur hat
Diese wurde dort von den Kurfürsten
Mit Rechten versehen die erst später
In der Goldenen Bulle normiert wurden
Es war ein auch symbolischer Ort aber
Mit starker inhaltlicher Tragkraft die in
Der Goldenen Bulle Reichsrecht wurde
Was sich heute noch im Föderalismus
Wiederspiegelt wie dem Beharren der
Länder auf ihre unantastbaren Rechte
Auch wenn das keines der Probleme
Die der Föderalismus mit sich bringt
Lösen kann erklärt es zumindest die
Wurzeln des Widerstandes wie den
Sinn der selbständigen Freiheiten
Was manches gelassener zumindest
Ertragen lässt getreu dem Muster
Das machen wir schon immer so

jens tuengerthal 16.7.23

ZuHausbar

ZuHausbar

Es gibt Bars da geht jeder hin
Die sind nichts besonders
Dann gibt es die wo alle sind
Die hipp sein wollen wovon
Es genug am Platz hier gibt
Sie sind voll und laut da ist
Immer was los bis egal wann
Manchmal kommt die Polizei
Das Publikum ist eher unter
Vierzig dafür gibt es immer
Was schönes zu sehen aber
Die alle sind egal gegen die
Bars wo du zuhause bist
Der Barkeeper ganz viele
Wegschickt wenn er gerade
Keine Lust auf diese Leute hat
Was dir auch erstmal passiert
Bis er dich irgendwann annimmt
Er plötzlich andere wegschickt
Weil er gleich zu macht aber
Dir noch einen Wein bringt
Wie am Tisch mit dir redet
Du merkst du gehörst dazu
Ohne zu wissen wie plötzlich
Zuhause dort bist privilegiert
Gegenüber vielen auf die er
Heute keine Lust mehr hat
Du weißt nicht wie und warum
Aber es fühlt sich gut an
So ist die Hausbar neben
Der Synagoge in der Rykestraße
Es hat gedauert dort anzukommen
Mehrmals wurde ich weggeschickt
Auch wenn ich den Laden unter
Wechselnder Führung schon seit
Über 20 Jahren kenne schafft es
Der Wirt und Barkeeper der alles
Alleine macht sein Publikum
Gezielt auszuwählen wie dir
Als Gast wenn er will dass
Gefühl zu vermitteln es sei
Eine Ehre dort willkommen zu sein
Darum kommst du immer wieder
Oder gehst wenn er gerade mal
Keinen Bock mehr hat und so
Wurde die Hausbar zu einem
Zuhause in Prenzlauer Berg
Wo du dich plötzlich beim Wirt
Aus Heidelberg beim guten Wein
Vom Weingut Müller aus Leimen
Wie bei meinen Eltern auch
Seltsam zuhause fühlst dann
Ist die Hausbar ein guter Ort

jens tuengerthal 16.7.23

Samstag, 15. Juli 2023

Liebessecession

Liebessecession

Secession ist die Abwendung
Von einer gewohnten Richtung
Wie gerade die grandiose Ausstellung
In Berlin die drei Secessionen in
Berlin München und Wien als
Aufbruch in die Moderne zeigt
Liebe ist dagegen die Hinwendung
Zu jemanden könnte also eher das
Gegenteil von Trennung sein aber
Schafft zwischen den Liebenden
Auch einen besondere Gemeinschaft
Die sie vom Rest absondert der das
Treiben eher belächelt um sich
Nicht darüber lustig zu machen
So gesehen ist Liebe immer auch
Eine Absonderung von der Welt
Wie Aufklärung und Vernunft als
Maßstäbe menschlicher Freiheit
Ganz besonders immer auch
Eine Form der meta Romantik
Auch wenn diese dem Aufklärer
Im Wesen noch so fremd ist
Folge ich liebend zu gerne dem
Gefühl und setze mein Leben
Auf diesen Traum auch warum
Der Lebensgefahr auszuweichen
Relativierung mir passender scheint
Heute als Liebesschwüre die den
Kern der Lüge in sich tragen um
So der Liebe Freiheit zu schenken
Aber es mag Menschen geben die
Ewige Versprechen weniger binden
Diese in Serie zur Bestätigung gern
Immer wieder abgeben ohne dabei
An Selbstachtung je zu verlieren was
Auch ein Zeichen der Abgrenzung ist
Wie Eifersucht die besitzen will statt
Zu gönnen warum sie eigentlich das
Gegenteil von Liebe eher ist aber
Belegt die Liebessecession ist
Ganz real wie fast normal wäre
Liebe nicht immer schon nahe am
Abgrund des Wahnsinns womit sich
Liebende vom Durchschnitt der nur
Funktionierenden Bevölkerung klar
Abgrenzen also Secessionisten
Nach dem Gefühl auch sind

jens tuengerthal 15.7.23

Rosettenträtselt

Rosettenträtselt

Wie verstehen wir die Sprachen der
Untergegangenen Kulturen was ist
Der Schlüssel zum Rätsel hínter den
Zeichen wird es uns einst so mit den
In längst vergangener Software noch
Geschriebenen Texten dann gehen
Wird was sicher schien verschwinden
Falls in zehntausend Jahren noch
Menschen hier leben werden sie
Lesen können was wir schrieben
Wo könnte der Schlüssel sein der
Uns andere Kulturen verstehen lässt
Waren die Menschen je anders
Oder sind Texte der Verwaltung aus
Altägyptischer Zeit so dröge wie die
Unserer Tage noch sind oder werden
Dokumente der Verwaltung einst der
Schüssel zum Verständnis unserer
Kultur sein und für was für stumpfsinnige
Idioten werden künftige Generationen
Uns halten wenn ausgerechnet die
Texte aus Kultur und Politik als einzige
Von uns überliefert werden statt der
Dichtung der kreativen Blogger das
Druckwerk geistig schlichter Juristen
Was bleibt dann vom Geist der Zeit
Überlege ich lachend am 15. Juli 2023
In Erinnerung an den 15. Juli 1799
Als Soldaten aus der Armee von
Napoleon im Niltal bei Rosetta den
Stein von Rosette entdeckten der
Mit seiner dreisprachigen Aufschrift
Aus dem Jahre 196 vor der Zeitrechnung
Als Schlüssel ein Synodaldekret aus der
Altgriechisch-makedonisch-ptolemäischen
Dynastie enthält was vom Text her der
Eine Säule schmückte ähnlich langweilig
Wie alle Dekrete der Verwaltung ist aber
Einen Schlüssel zum Verständnis der
Hieroglyphen der Wissenschaft lieferte
Der Stein kam als schließlich die Briten
Die Franzosen besiegten als Raubkunst
Ins British Museum in London wo ihn
Viele Gelehrte studierten und so den
Weg zum Verständnis der altägyptischen
Sakralschriften fanden die bis dahin
Noch keiner entziffern konnte nach
Knapp über 2000 Jahren weil die unterste
Schrift das bekannte altgriechisch der
Dynastien nach Alexander dem Großen
Dem Makedonier noch war so ist dieser
Schlüsselstein seit 1802 in London im
Brítish Museum ausgestellt als Teil
Der riesigen Sammlung an kolonialem
Raubgut aus anderen Kulturen dort
Was immer in Ägypten aus ihm noch
Je geworden wäre ist er so erhalten
Wie gut erforscht worden wohin er
In Zukunft auch immer gehören soll
Als die Forscher bemerkten dass der
Stein dreimal dasselbe sagt war es
Nur noch ein kleiner Schritt zum
Verständnis des Altägyptischen was
Uns diese komplexe Kultur näher brachte
Später wurden noch andere teilweise
Sogar ältere mehrsprachige Steine
Entdeckt womit der Stein von Rosette
Nicht mehr einmalig aber doch noch
Der Schlüssel zum Verständnis war
Der uns darüber nachdenken lässt
Was wohl von uns überliefert wird
Wie unkultiviert das Bild unserer Kultur
Wäre wenn es an Dekreten aus der
Verwaltung und Politik betrachtet würde
Was wir Dichter anarchisch besser
Verhindern sollten wogegen aber
Vieles spricht warum vermutlich
Künftige Generationen denken werden
Uns beschäftigten nur Geld und Verwaltung
So könnte uns der Stein von Rosette
Manches über den Umgang mit Kultur
Lehren was aber vermutlich so müßig
Ist wie die Hoffnung auf Vernunft
Wie Aufklärung gegen den immer
Noch präsenten Aberglauben den
Wir in Zukunft besser überwinden
Nicht zu lächerlich zu scheinen

jens tuengerthal 15.7.23

Freitag, 14. Juli 2023

Unterschiedsakzeptanz

Unterschiedsakzeptanz

Ist Freiheit stets bedingungslos
Oder kann nur frei leben wer die
Unterschiede akzeptiert nach denen
Alle ihr Leben führen können wie es
Gerade gefällt ist darum Toleranz ein
Wichtiger Teil der Freiheit oder eher
Eine Begrenzung der Freiheit weil das
Sein der anderen von mir Toleranz fordert
Wie meine Art toleriert werden soll von
Denen die vielleicht anders denken
Auch wenn das am schwersten wohl
Aus beschränktem Horizont vorstellbar ist
Denke Freiheit ist bedingungslos wie
Also die Toleranz ein konstruktiver Teil
Der Freiheit welcher diese lebbar macht
Die Unterschiedlichkeit aller zu akzeptieren
Fällt vielen die es nicht gewohnt sind schwer
Wie wir am Unterschied zwischen der
Brandenburger Landbevölkerung und
Den städtischen Berlinern sehen die
Sich über das Anderssein nicht mehr
Aufregen weil es längst normal wurde
Vielleicht können beide Seiten dabei
Miteinander lernen auch ihre jeweils
Unterschiede zu akzeptieren dann
Könnte es für alle leichter werden

jens tuengerthal 14.7.23

Sprachfreiheit

Sprachfreiheit

Wie frei ist die Sprache wirklich
Steht sie nicht in einem engen
Normierten Korsett der Form
Aus Grammatik und Rechtschreibung
In dem wir uns orientieren müssen
Um verstanden zu werden weil die
Sprache immer in Konsens ist
Der noch dazu im Wandel steht
Durch soziale Einflüsse ständig
In neue Richtungen gedrängt wie
Gerade mal Gender dann wieder
Eine andere Ideologie die durch
Die Lexika galoppiert und was
Bleibt uns an Freiheit seit es den
Duden als Maß der Dinge gibt der
Generationen von Schülern quälte
Oder ist dies der Konsens den es
Braucht in Freiheit zu leben wie
Sich dennoch zu verständigen
Überlege ich und spiele hier auch
Die eigene kleine Anarchie ohne
Satzzeichen wie im lyrischen Stil
Werde dennoch gelesen wie
Gelegentlich auch verstanden
Ist Verständnis wichtiger als Ausdruck
Freiheit wichtiger als Konsens immer
Oder ist es gut umgekehrt zuerst die
Grenzen kennenzulernen um sie dann
Beflügelt überschreiten zu können
Denke es ist in der Sprache wie im
Sonst Leben auch wer keine Flügel
Hat wird nie zu fliegen beginnen
Die sie spüren hält nichts auf
Nehmen wir uns die Freiheit
Mit Sprache zu spielen

jens tuengerthal 14.7.23

Histokontexte

Histokontexte

Um was geht es in der Geschichte
Sind Daten oder Fakten wichtig
Muss ein Gerüst gelernt werden
Um Zusammenhänge zu verstehen
Glaube nichts ist langweiliger als
Nummern oder Schlachten zu lernen
Weiß kaum eine auswendig aber
Habe großen Spaß daran in der
Geschichte frei zu surfen dabei
Verbindungen zu entdecken wie
Sich mit Menschen in ihrer Zeit
Zu beschäftigen ohne dies an
Später benannte Epochen gleich
Zu knüpfen schaue ich lieber die
An die ich interessant finde dann
Bauen sich die Brücken von alleine
Weil Zusammenhänge entstehen
Die Geschichte zu Geschichten
Macht in der es um Menschen wie
Familien geht die Zeiten prägten
Wann die Renaissance begann wie
Wer dazu gezählt wird finde ich
Erstmal völlig uninteressant aber
Wo ich Epochen verknüpfen kann
Wie der Geist einer Zeit damit
Spürbar wie sichtbar wird entsteht
Lebendige Spannung aus dem was
Menschen in dieser Zeit taten die
Für mich Schlüsselfiguren waren
Mit denen ich eine Verbindung fühle
Im Denken wie ihrer Entwicklung
Dann kann ich Brücken bauen die
Abenteuerliche Lebensgeschichten
Über Kontinente noch verbinden
Wie mich verstehen lassen warum
Ein bestimmtes Denken entstand
Warum die Renaissance so heißt
Also Wiedergeburt weil sie sich mit
Der Freiheit und dem Geist der Antike
Wieder auseinandersetzte die alten
Autoren neu las wie deren Denken
Neu durchdachte was besonders bei
Michel de Montaigne sichtbar wird
Der zwar am Ende der Epoche lebte
Aber in ihrem Geist erzogen wurde
Sich ständig auf antike Autoren noch
Bezieht was einem erstmal völlig
Abstrus vorkommt aber langsam zu
Texten von großer innerer Weisheit
Werden die auch in ihrer Epoche der
Religionskriege zu verstehen sind
Was den Bezug zu den Kriegen um
Die Hugenotten herstellt oder auch
Zu Heinrich IV. den er beriet oder
Den Krieg der drei Heinriche zu
Einem Erlebnis der Zeit macht
Das bei ihm nebenan stattfand
Wie seine Korrespondenz mit
Elisabeth I. von England die einst
Das Empire mit schuf deutlich macht
Wie weit dies Denken was sich so
Gerne auf die Antike bezieht reicht
Indem anonym Lukrez zitiert wird
Der erst kurz vorher wiederentdeckt
Vom Sekretär des abgesetzten Papstes
Wie ein Text Denken und Welt veränderte
Der von der Philosophie des Epikur noch
Geprägt sich menschlich der Lust die
Jedem wohl nahe liegt zuwendet
Montaigne wird zu einer lebendigen
Person einer Epoche die Brücken
Zu anderen baut und so ein Netz
Spannt in dem ich verstehe warum
Das Denken der Renaissance die
Welt veränderte sich vom vorher
Mittelalter abwandte um sich dem
Menschen wie der Natur endlich
Wieder zuzuwenden welche sie
Statt nur wie vorher symbolisch
Real darstellen wollten warum
Das Denken eines Montaigne
Der sich darüber aufregt wie im
Hafen von Bordeaux wo er eine
Zeit Bürgermeister war Indianer
Wie Tiere ausgestellt werden
Weil dies Menschen seien die
Bitte so behandelt werden sollen
Fragt ob sie nicht näher an unserer
Natur wären als seine verstellte Zeit
Wie wir von ihnen lernen könnten
Was ihn bis heute aktuell macht wo
In Zeiten der Globalisierung einfach
Der Wohlstand importiert werden soll
Auch wenn es den Untergang der Welt
Wie gerade spürbar des Klimas auch
Bedeutet wenn alle leben wie wir es
Gefährlich unverantwortlich tun was
Denker wie Montaigne oder auch ein
Alexander von Humboldt früh erkannten
Es ist nicht wichtig von wo ich mich der
Geschichte nähere sondern wie ich
Einen spannenden Zusammenhang
Dabei für mich finden kann um von
Dort aus nach dem zu suchen was
Neugierig macht und was ich dabei
Verstehen will warum es falsch ist
Geschichte als Geschichte zu lehren
Besser beschäftigten wir uns nur
Mit dem was uns interessiert um
Von da aus Brücken zu schlagen
Die uns darin neugierig machen
Dann wird die große Geschichte
Zu einer vieler Geschichten in
Denen sich zu verlieren ein Glück
Für jeden neugierigen Menschen ist
Nähern wir uns der Geschichte nicht
Von außen mit dem Blick zurück
Sondern von Innen aus unserer
Neugier um unsere Geschichte
Dabei nebenbei zu entdecken

jens tuengerthal 14.7.23

Donnerstag, 13. Juli 2023

Luststaunen

Luststaunen

Was die Lust mit uns macht
Ist oftmals mehr als erstaunlich
Denkende kritische Menschen
Egal wie gebildet oder nicht
Unterwerfen sich ihren Trieben
Stöhnen und Jauchzen vor Freude
Dabei davor wie auch danach
Lasse dieses Wunder so stehen
Finde es erstaunlich aber darum
Nur umso reizvoller auch wie wir
Uns in sexuelle Tiere verwandeln
Voller Sehnsucht nach Befriedigung
Lässt mich immer wieder staunen
Aber ist wohl Teil unserer Natur
Die es zu genießen gilt warum
Erstaunliches hingenommen wird
Sich auf den Genuss dabei mehr
Zu konzentrieren was stets lohnt
Erstaunliches noch zu erleben
Was auch nach 40 Jahren noch
Wieder überraschend sein kann

jens tuengerthal 13.7.23

Liebesverwunderung

Liebesverwunderung

Die Liebe ist verwunderlich
Schafft Wunder in der Welt
Lässt die wunderbar scheinen
Denen unsere Liebe gilt egal
Wie diese wirklich dann sind
Scheinen sie uns wunderschön
Weil die Liebe alles einfärbt
Wie sie das eigentlich macht
Bleibt immer auch rätselhaft
Kann also schon verwundern
Obwohl wir meinen es sei nur
Unsere Natur wie ganz natürlich
Wir sind verliebt verwunderlich
Wie nicht ganz zurechnungsfähig
Erzählen gelegentlich auch Unsinn
Wie bald wieder das Gegenteil
Ob sich das lohnt zu fragen lohnt
Eher nie es zu genießen um so
Mehr weil es ein Wunder ist die
Es ja gar nicht gibt und so bleibt
Die Liebesverwunderung uns am
Ende als letztes Wunder
Das kommt und geht

jens tuengerthal 13.7.23

Handlungsreisender

Handlungsreisender

Verreise ja eher ungern
Finde es lästig schon allein
Zu entscheiden welche Bücher
Dabei mitgenommen werden
Was meist zu wenige sind wie
Übelkeiterregend gelegentlich
Je nach gewähltem Transportmittel
Frage mich wozu ich irgendwo
Noch hin sollte wenn doch alles
Was mich interessiert hier ist
Oder hier mit wie zu mir kommt
Was interessant ist und bleibt
Aber zu gerne verreise ich in
Der Handlung meiner Bücher
Durch Raum und Zeit beliebig
Begebe mich sogar mit Forster
Auf hohe See oder mit Humboldt
Tief in den Urwald wo mich weder
Noch irgendwer je hin lockte
Bin so ein Handlungsreisender
Der mit nichts handelt aber weiß
Wovon seine Bücher just handeln
Wie in ihnen gerne ewig verreiste
Ohne Übelkeit Stress oder Koffer
Den heißen Tee immer neben mir
Muss ich nirgendwo mehr hin
Wofür ich unendlich dankbar bin
Habe die ganze Welt um mich

jens tuengerthal 13.7.23


Genusskunst

Genusskunst

Genießen ist eine hohe Kunst
Die wir täglich üben sollten
Dabei geht es nicht darum
Maßstäbe der Bewertung für
Genuss auswendig zu lernen
Sondern sich dem Genießen
Ganz hinzugeben statt stets
Nach Mängeln zu suchen wie
Im Vergleich weiter zu hetzen
Den Augenblick zu genießen
Wie bei dem zu sein was just
Genossen wird was in Zeiten
Multipler Berieselung in denen
Gleichzeitigkeit eine Qualität
Sein soll schwerer noch fällt
Alle sich überbieten noch wollen
Eine besondere Abweichung ist
Doch gewinnt wer es wagt sich
Ganz auf den Genuss einzulassen
Mehr als je verpasst werden könnte
Seid lustvoll und hingebungsvoll
Um vollständig zu genießen statt
Nichts wirklich zu erleben dabei
Außer lauter halbe Sachen was
Für Lust und Liebe so sehr gilt
Wie für jeden anderen Genuss
Vom feinen Essen zum Lesen
Oder guten Wein alles will für
Sich oder zusammen genossen
Werden das Glück so zu teilen
So ist die Genusskunst auch
Eine der Konzentration die nicht
Mehr will als was ist zu genießen
Weil es sich gerade völlig genügt
Wie ich gerade Tee Spekulatius
Mit Brezeln Büchern und Käse
Auf dem Diwan wie später noch
Den Wein am Platz nach dem
Dichten nicht mehr ganz dicht
Denke ich und freue mich an
Dem was hier gerade ist wie
Die kleine Bibliothek für mich
Alles ist wovon ich immer träumte
Warum ich es hier so sehr genieße

jens tuengerthal 13.7.23