Mittwoch, 12. Oktober 2022

Lieblinge

Lieblinge

Darf ich Lieblinge haben unter den
Liebsten oder muss Liebe immer
Einmalig konkurrenzlos sein
Überlege ich und fände Konkurrenz
Wie Wettbewerb eher absurd will
Wo ich liebe bedingungslos gönnen
Was ausschließlich wieder klingt
Ohne es sein zu wollen weil
Einige besonders nah sind
Andere woanders auch warum
Liebling immer sehr relativ ist
Alle haben etwas besonderes
Was gerade sie liebenswert macht
Dennoch sind meine Liebsten
Unter allen Lieblingen immer jene
Die spannungsfrei gut tun statt
Auf der Suche nach Konkurrenz
Um ihren Platz kämpfen zu wollen
Was das Gegenteil stets bewirkt
Warum manchmal am nächsten
Kommt was am fernsten lag
Weil am Ende zählt was blieb
Verliert sich manches spurlos
Ob die Lieblinge dabei sind
Ist egal solange die übrigen
Einander vollkommen genügen
Ist alles so gut wie möglich
Womit sich am Ende zeigt
Lieblinge sind auf Dauer egal
Liebe ist was bleibt

jens tuengerthal 12.10.22

Aussteiger

Aussteiger

Von Aussteigern hören wir meist nur
Wenn sie sich auch gut verkaufen
Dabei sind es die Leisen die sich
Unauffällig davon machen die viel
Mehr bewegen und sind die dazu
Noch dezent dabei bleiben also
Wirklich aussteigen statt sich eitel
In den Mittelpunkt zu stellen um
Ihre Geschichte zu verkaufen
Vergesst diese lieber alle
Sie brauchen noch Bestätigung
Sind fern davon auszusteigen
Achtet dagegen auf die Leisen
Die ihr Leben neben euch leben
Ohne weiter aufzufallen längst
Aus der Konkurrenz ausgestiegen sind
Etwas für sich haben als Genuss
Den Rückzug im überall Chaos
Lächerlicher Märkte nichts mehr
Brauchen weil sie alles für sich
Bei sich gefunden haben
Auffällig ist nur sie können lieben
Ohne Neid Angst oder Konkurrenz
Geben ohne etwas zu wollen
Brauchen sich nichts zu beweisen
Sind mit sich zufrieden
Ohne noch mehr zu wollen
Und so rufen sie einander zu
Seid aufmerksam aufeinander
Wir sind mehr als ihr denkt
Bald haben wir die Mehrheit
Dann passiert nichts denn
Jede bleibt gerne für sich

jens tuengerthal 12.10.22

Konkurrenzkrampf

Konkurrenzkrampf

Wir stehen in ständigem Konkurrenzkampf
Jeder will besser sein als der andere
Sich zu überbieten ist das Ziel was
Alle möglichst sportlich sehen sollen
Um den anderen auszulachen wo
Du selbst zufällig vorne liegst
Damit es deinen Ehrgeiz anstachelt
Diese demnächst zu schlagen
Wir halten diese Wettkämpfe
Mit viel Show um die Sieger
Für ganz natürlich dabei
Zeigen sie uns nur die
Schlechtesten Eigenschaften
Die Mensch in Gemeinschaft
Haben kann eher peinlich als
Irgendwo humanistisch
Billig eher als wertvoll
Eigentlich völlig unkultiviert
Ohne jedes Niveau noch
Dachte ich schon immer egal
Ob beim Rasenball oder den
Anderen Leibesübungen
Lassen wir es einfach weg
Gewinnen wir Lebenszeit
Wie einen besseren Umgang
Leben würde gelassener
Will niemanden schlagen
Nirgendwo noch irgendwo
Allen überlegen sein
Bin viel lieber zufrieden
Lehne mich zurück
Lächle über den Unsinn
Frage mich was ist Mensch
Dafür zu kämpfen
Andere zu schlagen
Wie lächerlich
Suum cuique
In aller Ruhe
Erster zu sein bei der
Entdeckung der Langsamkeit
Könnte verlockend sein wäre es
Kein lächerlicher Wettbewerb
Wirkliche Gelassenheit hat
Wer dies hinter sich ließ

jens tuengerthal 12.10.22

Dienstag, 11. Oktober 2022

Vergleichsweise

Vergleichsweise

Alle Vergleiche hinken immer
Sie sind nur Versuche der
Näherung zum Verständnis
Putin mit Hitler zu vergleichen
Sollten Deutsche vorsichtig sein
Wo der Verbrecher für Deutschland
Mordete wie den Weltkrieg auslöste
In seinem Wahn von Macht Millionen
Menschen umbringen ließ was bisher
Keiner dem kleinen Russen im Kreml
Unterstellen würde wer jedoch aus
Rache und Wut Städte fern der Front
Ohne strategischen Wert als Terror
Bombardieren lässt weil seine Truppen
Immer mehr an Boden verlieren wie
Die Brücke auf die Krim beschädigt
Wurde aus noch unklaren Gründen
Verdient den Namen Putler wirklich
Es sollte dem letzten klar werden
Mit diesem Mann gibt es keine
Verhandlungen oder Frieden je
Auf den vertraut werden könnte
Dieser Krieg wird kein Weltkrieg
Weil Putin keine Verbündeten hat
Aber Frieden gibt es nur ohne ihn
Wie sollte diesem Verbrecher je
Wieder getraut werden der alle
Belog und sich grausam rächt

jens tuengerthal 11.10.22

Gretatom

Gretatom

Greta Thunberg die Gründerin der
Fridays for Future Bewegung spricht
Sich für den Weiterbetrieb deutscher
Atomkraftwerke aus weil es für das
Klima die größere Katastrophe wäre
Nun Kohlekraftwerke länger als nötig
Zu betreiben wie es die Regierung hier
Bisher plant aus Respekt vor der
Deutschen Atomangst die jenseits
Aller Vernunft abschaltet obwohl ein
Notbetrieb sinnvoll wäre und sieht sich
Plötzlich in einem Boot mit Lindner
Der als FDP Vorsitzender schon länger
Für diese vernünftige Entscheidung
Sich ausgesprochen hat auch wenn
Atomenergie keine Zukunft hat ist es
Unsinnig mehr Kohle statt Gas nun
Um durch den Winter zu kommen
Verbrennen zu wollen weil diese das
Klimaproblem nur noch beschleunigt
Schneller auf alternative Energien
Umsteigen aber bis dahin lieber die
Vorhandenen Kraftwerke nutzen um
Keine Engpässe zu riskieren wäre
Eine vernünftige Lösung ob aber
Die Grünen gern vernünftig sind
Beim Thema Atom ist fraglich
Spannend wird wie sich dazu die
Stimmung in der Bevölkerung
Entwickelt wenn es erst kalt wird
Zumindest gibt Greta den Grünen
Die ihr natürlich nah stehen so die
Chance zu einer vernünftigen Wende
Wie der Wirtschaftsminister dann die
Erneute Umkehr verkaufen kann ist
Nicht die wichtigste Frage sondern
Wie wir wenig Klimaschaden nun
Schaffen der nicht nötig wäre wenn
Statt Reservebetrieb alle tauglichen
Reaktoren bis zum Ende der Krise
Weiterbetrieben würden was enorm
Schaden reduzieren würde aber
Vielleicht können die Grünen ja
Nach der Niedersachsenwahl wieder
Vernünftig werden zumal ihnen nun
Greta und Lindner die Verantwortung
Abnehmen was die größte Sorge ist
In solchen heiligen Glaubensfragen
Ist die Vernunft meist eher fern

jens tuengerthal 11.10.22

Montag, 10. Oktober 2022

Lustruhe

Lustruhe

Viele Lust entsteht gierig
Will rasend zum Ziel um
Sich gegenseitig zu verschlingen
Was nach der Natur halt erfolgt
Wenn zwei sich wirklich begehren
Doch noch viel großartiger finde ich
Die Lust die aus der Ruhe kommt
Ganz langsam nebenbei entsteht
Beim erwachen sich damit weckt
Wie dabei langsam noch bleibt
Ohne jede Gier sich genießt
Vollkommene Zufriedenheit schenkt
Dachte ich früher der heiße Ritt
Mit geteilten Höhepunkt wäre 
Der Gipfel aller möglichen Lust
Würde ich diesen zwar nie als
Schlecht bezeichnen aber kann
Die ruhige Lust mehr genießen
Vielleicht eine Alterserscheinung
Überlege ich mit meinen 52 aber
Es könnte auch Erfahrung sein
Die kein Ziel mehr braucht als
Den Moment noch zu genießen
Als solchen voller Lust ohne
Mehr oder anderes noch
Zu wollen zufrieden

jens tuengerthal 10.10.22

Liebesgeduld

Liebesgeduld

Liebe braucht viel Geduld
Wenn sie dauerhaft wachsen soll
Dabei ist gerade Geduld was
Verliebt zumindest mir eher
Am fernsten liegt aber
Vielleicht macht genau das
Ein Gefühl erst groß wenn
Es Zeit braucht wie Geduld
Und was für einen allein gilt
Vervielfacht sich noch bei
Anderen Beteiligten dramatisch
Zumal mit unterschiedlichen Tempi
Darum liebt am glücklichsten
Wer erstmal gar nichts will
Um die Dinge geschehen
Zu lassen statt sie was noch
Immer scheitert zu erzwingen
Wer liebt ist nicht geduldig
Aber wo Liebe ist wird auch
Was unerträglich scheint noch
Ertragen weil wir für die Liebe
Alles tun und noch viel mehr
Warum das aber so ist wie
Beide sich damit quälen
Was alle am Anfang erleben
Wird mir immer ein Rätsel bleiben
Vielleicht hat es so etwas von
Darum prüfe wer sich bindet
Was die Zeiten überstehen soll
Gelassenheit hilft dabei aber
Relativiert auch alles was nicht
Immer allein zielführend ist aber
Das Leben erträglicher macht
Was schon viel wert ist und der
Rest ist halt Geduld

jens tuengerthal 10.10.22

Reisekoenig

Reisekoenig

Bin weiter mit Gaspard Koenig auf
Den Spuren Montaignes reitend
Durch Frankreich über Deutschland
Nach Rom auf Reisen wobei ich noch
Durch das ländliche Frankreich mit 
Dem jüngeren Pariser Philosophen
Unterwegs bin was ich selbst 1996
Nach meinem juristischen Examen
Bei meiner Tour de France noch
Mit dem Auto über Landstraßen
Ohne Ziel oder Zeitdruck erlebte
Ist zu Pferde noch intensiver wo
Der Weg zum nächsten Markt
Wenn der eine Laden in einer
Ländlichen Gegen zufällig am
Dienstag geschlossen hat sehr
Weit ist was den Philosophen
Fast zum Fasten verführte in
Einer immer leereren Gegend
Wo nach der Landflucht wenig
An Läden noch überlebte die
Mit dem Pferd erreichbar sind
Denke während er immer mal
Montaigne zitiert auch an meine
Früher Radtouren durch Frankreich
Wie die Wanderungen in den Vogesen
Wo es auch existenziell war Wasser
Irgendwo zu finden was wir dann
Den Berg hinauf noch schleppten
Um dort so dumm zu sein es für
Spaghetti zu verschwenden was
Angesichts des kilometerlangen
Weges zur nächsten Quelle keine
Der besten Ideen war und so lässt
Vieles was der einsame Reiter wie
Philosoph auf den Spuren Montaignes
In seinem Reisebuch erzählt an die
Eigenen früheren Reisen denken
Welche in Tradition der Familie auch
Immer irgendwie abenteuerlich sein
Sollten wie nah an der Natur was
Ein anderes Leben erfordert als
Wir es in Städten gewohnt sind
Wo Wege plötzlich enden wie
Gaspard Koenig es beschreibt
Als Opfer regionaler Zuständigkeiten
Mit seinem Pferd im Wald stand
Ohne zu wissen wohin es geht
Aber beim irgendwann Ankommen
Auf der Suche nach dem Laden
Zu einer Kommune kommt in der
Alternatives Leben in einer sehr
Fröhlichen Gemeinschaft versucht
Wie Landwirtschaft zum Leben als
Aufgabe wie Sinn betrieben wird
Was für mich weniger traumhaft
Klang als für den Pariser Philosophen
Der ich nie der Gartenarbeit zuneigte
Aber ihn die Fragen stellen lässt wie
Wir Leben wollen und was Montaigne
Zu diesen Dingen bereits erstaunlich
Weitsichtig in vielem schrieb in seinen
Essays die Koenig gerne zitiert mit
Guter Quellenangabe was dem Leser
Das verzögernde Nachlesen erleichtert
So genieße ich weiter die Reise mit
Den beiden Philosophen wie mir auch
Das Reisetagebuch Montaignes nun
Viel näher kommt was mir vorher
Angesichts der vielen Berichte über
Seine gesundheitlichen Zustände
Eher langweilig häufiger vorkam
Verstopfung oder Nierensteine
Sind kein so spannendes Thema
Wie seine sonst Philosophie
So eröffnet die Lektüre Welten
Weckt Erinnerungen an die eigene
Frankreichreise mit meiner ersten
Verlobten und wie wenig sich doch
Seit Montaigne bis heute geändert
Was zeigt wie ganz langsames
Reisen zum Charakter uns führt
Dem eigenen wie dem des Landes
Zu Fuß oder zu Pferd allein kann
Der Besucher die Strecke erfühlen
Auf dem Rad auch ein wenig falls
Ziellos wie nicht nur rasend
Wie nebenbei über die Zustände
Der Gesellschaft philosophieren
Wie schön ist es dass Koenig
Dabei auch seine absurdesten
Gedanken noch aufschrieb wie
In Zusammenhang mit Montaigne
Stellt eine lohnende Lektüre

jens tuengerthal 10.10.22

Gelassenheiter

Gelassenheiter

Wie lebe ich meine Leben möglichst gut
Was macht mich dabei glücklicher als
Das was ohne Zutun schon wäre
Wo ist ein mehr wirklich zuträglich
Welches Weniger schenkt Zufriedenheit
Kann ich etwas lassen um es besser
Im Leben zu haben als bisher
Überlege ich und denke am besten
Wäre eine heitere Gelassenheit die
Über viele Dinge lächeln kann ohne
Wem dabei böse zu wollen dennoch
Sein Glück friedlich zu finden also
Ohne Konkurrenz die besiegen will
Vielleicht hilft es dazu mehr Abstand
Zum Leben zu suchen um seinen Weg
Außerhalb des Zwangs der Mühle die
Ständig angetrieben werden will
Für sich zu entdecken wie mit dem
Eigenen glücklich zu werden ohne
Immer mehr davon gierig zu wollen
Weil die Zeiten wie der Klimawandel
Mehr Natur und Bäume aber weniger
Menschen und Bewegung brauchen
Was kann unter diesen Bedingungen
Glücklich wie zufrieden machen um
Ein gelassen heiteres Leben zu führen
Wofür lange für alle genug da wäre
Wenn wir nicht auf Konkurrenz setzten
Glaubten diese machte uns besser
Obwohl sie nur die schlechtesten aller
Unserer Eigenschaften noch potenziert
Wie Neid Missgunst Konkurrenzdenken
Die Menschheit muss ihr Leben ändern
Wie ihre Ziele wenn sie dauerhaft auf
Dem Planeten überleben will da wir
Zu viele längst sind und über lange
Zeit zerstörten was wir doch brauchen
Ein gutes Leben zu führen wo wir
Ein Teil der Natur sind die wir lange
Zerstörten als stände sie neben uns
Mit weniger Anspruch dafür mehr
Was ist genießen zu lernen wäre
Ein Anfang zu gelassener Heiterkeit
Als bester Lebensform zu gelangen
Geben wir lieber alle Ziele auf um
Sich mehr an dem zu freuen was ist
Mit weniger Menschen ein gutes
Leben in immer mehr Wäldern
Irgendwann führen zu können
Kaum andere Ziele sind gerade
Noch denkbar erstrebenswert
Wagten wir zu Ende zu denken

jens tuengerthal 10.10.22

Unbewohnbar

Unbewohnbar

Ganze Regionen unseres Planeten
Werden infolge des Klimawandels
Bald unbewohnbar für Menschen
Meldeten die Vereinten Nationen
Wie das Rote Kreuz gemeinsam
Was mit paradiesischen Zuständen
Einst mit wenigen Menschen begann
Wird in immer schnellerer Zeit nun
Zerstört wie der Lebensraum von
Immer mehr Menschen endgültig
Verloren zu gehen scheint was die
Fluchtbewegung vergrößert wie
Eine mit ihr einhergehende soziale
Katastrophe deren Folgen wir nun
Schon zu spüren bekommen mit
Der Radikalisierung eines Teils der
Bevölkerung ohne jede Perspektive
Aber die Wirtschaft soll weiter wachsen
Unseren Wohlstand zu finanzieren wie
Menschen weiter in Urlaub fliegen als
Seien die Folgen nicht längst bekannt
Eine Studie die seit letztem Jahr die
Folgen des Fliegens für die Atmosphäre
Maß wird seltsam nicht veröffentlicht
Stattdessen wird die letzte Generation
Die für die Erhaltung des Lebens mit
Zugegeben radikalen Mitteln kämpft
Von Richtern scharf verurteilt aber
Die Täter der Zerstörung des Planeten
Bereichern sich weiter auf Kosten der
Zukunft die es dann für immer mehr
Nicht mehr geben wird was uns allen
Die Frage stellt wie wollen wir leben
Wo soll die Reise hingehen wenn wir
Weiter die Erde unbewohnbar machen
Wer übernimmt dafür die Verantwortung
In Wüsten wachsen keine Lebensmittel
Überschwemmtes Land geht verloren
Wann endlich forsten wir auf wie nötig
Um real zu retten statt nur zu reden
Wir stehen am Abgrund aber sorgen uns
Mehr um den Urlaub und die Heizung im
Winter für die auch wieder Kohle darf
Aus größerer Angst vor Atomkraft
Werden Kohlenwasserstoffe verbrannt
Welche Teil der Katastrophe sind dazu
Haben wir ein Sozialsystem was auf
Wachstum der Bevölkerung setzt also
Zuwanderung wie immer Neubau braucht
Den wir uns klimatisch schon lange
Nicht mehr leisten können aber keiner
Spricht sich für keine Kinder mehr aus
Als wäre die Konsequenz nicht logisch
Wenn wir weitermachen wie bisher wird
Die Erde immer schneller zu immer
Größeren Teilen unbewohnbar was
Heißt in den verbleibenden Gebieten
Wird die Besiedelung noch dichter
Was Versiegelung und Abholzung
Beschleunigt die den Klimawandel
Noch exponentiell beschleunigen
Start endlich aufzuwachen wie
Innezuhalten und alle ein Leben
Zu führen das nachhaltig oder
Zumindest unschädlicher wäre
Strebt die Mehrheit immer noch
Nach dem Gegenteil und hält das
Für völlig normal obwohl es längst
So absurd wie mörderisch ist aber
Wenn wir nicht ganz schnell alles
Ändern wissen wir zumindest wer
Die Verantwortung für den sicheren
Untergang dann hat nämlich
Jeder von uns

jens tuengerthal 10.10.22

Sonntag, 9. Oktober 2022

Lustduft

Lustduft

Lust geht durch die Nase
Wen ich nicht riechen kann
Begehre ich nur sehr mühsam
Während ein Schoss der duftet
Den ich voller Lust innig lecke
Zur Erfüllung ganz allein wird
Wie alle Öffnungen die ihm nah
Eine passende Chemie verspricht
Wie du am nächsten Morgen erst
Merkst ob du dir noch schmeckst
Du dich in deiner Natur magst
Dazu kommt noch der eigene
Duft der Lust der von Hormonen
Gesteuert ausgestoßen wird den
Viele gern mit Parfüm übertönen
Was eine verzweifelte Lüge ist
Wie der Waschzwang mancher vorab
Was das Scheitern nur verzögert
Niemal einen Erfolg verspricht
Lieber kurz und schmerzlos als
Mit falscher Illusion länger gequält
Was duftet ist stets willkommen
Doch nur nach seiner Natur denn
Wer sich vor dem Sex stets wäscht
Verhindert Aufklärung wie Erkenntnis
Kein guter Anfang für egal was denn
Wen ich nicht in ihrer Natur liebe
Liebe ich nie verließe ich besser gleich
Aber manche Erkenntnis braucht in
Seltsamen Versuchen denen eine
Unbehinderte Nase Einhalt geböte
Verlassen wir uns auf unsere Natur
Sie weiß besser als ich je begreife
Was wirklich zu mir passt wie alles
Übrige schlicht entbehrlich ist aber
Was wäre nicht alles vernünftig
Denke ich und muss lächeln
Wie das zum Lustduft passt

jens tuengerthal 9.10.22

Liebesbestand

Liebesbestand

Ist in der Liebe das wertvoll was
Bestand hat statt sich nur mit 
Großer Leidenschaft wellenweise
Im auf und ab zu zeigen was wir
Erleiden und für große Liebe halten
Ist mit Abstand eine große Qual nur
Meist gewesen die weniger zum
Wohlbefinden beitrug als das was
Bestand hatte in großer Harmonie
Auch wenn das ein Widerspruch
Zum Wesen der Beziehung ist
Die im steten auf und ab Liebe
Auf die härteste Probe stellt die
Nur überlebt was größer ist als es
Die Natur gewöhnlich schenkt
Aber wer wollte nicht daran glauben
Mit der kleinen Hoffnung für diesmal
Während nun Jaques Brel von Liebe
Im Hintergrund bei mir singt denk ich
An die vielen hundert Versuche auf
Die eine zu treffen die bleibt bis als
Alle Hoffnung darauf aufgegeben war
Sich ganz nebenbei ergab was gut tat
Wo ich nie verlass mich nicht rief
Sondern frei fliegen ließ kam was
Taugte zu bleiben in der Liebe die
Wo sie frei fliegt erst wirklich wird
Ist jeder Blick dazu voraus zwecklos
Was blieb war die Richtige für immer
Alles andere verfliegt schnell im Wind
Wissen wir erst hinterher wenn wir
Vermutlich nicht mehr sind warum
Jeder Gedanke dazu lebendig egal
Nur die Liebe findet keine Ende
Was ein Bestand auch ist

jens tuengerthal 9.10.22

Bücherritt

Bücherritt

Bücher lassen sich dem Reiten gut
Vergleichen so gibt es einige die im
Galopp genommen werden während
Andere ein Lebenswanderritt sind wie
Etwa bei mir la recherche oder auch
Montaigne die ich wie Musils großen
Mann ohne Eigenschaften zu gerne
In homöopathischen Dosen nur lese
Manchmal nur wenige Seiten im Monat
Dann wieder mehrere jeden Tag auch
Kant ist ein lebenslanger Ritt den ich
Wie den guten Montaigne immer anders
Lese und wahrnehme während ich heute
Bücher die Rennpferden eher gleichen
Also im Galopp verschlungen werden
Wollen lieber meide weil sie wie die
Feuer die schnell hell brennen meist
Wenig hinterlassen als Aufregung aber
Manche lieben den rasenden Wechsel
Emotionaler Zustände denen sie sich
Dann ganz hingeben womit sie ihr
Leben als Achterbahn leben die zu
Aufregenden Schwankungen sie führt
War mir vom Wesen eher fremd ist
Weil ich dann nicht mehr Herr meiner
Wenigen Sinne bin sondern ein Opfer
Der alles blendenden Leidenschaften
Warum ich mich auch nur noch selten
Bis fast nie von einem Buch fesseln
Lasse bis es alle anderen verdrängt
Sondern versuche die über 100 Bücher
Die ich etwa parallel lese gleichmäßig
Quasi gerecht also zu genießen auch
Wenn ich dabei meinen Launen folge
Führen sie zu erstaunlicher Harmonie
Weil ich meine geliebten Bücher gern
Gleichmäßig genieße kommt es so
Von ganz allein und dabei am liebsten
Im gemächlichen Schritt Seite für Seite
Länger etwas von jedem zu haben wo
Eins sich mit Spannung aufdrängt
Verzögere ich gerne noch weiter
Weil nichts muss aber alles kann
Auf dem Ritt durch literarische Welten
Die lesend stets neue noch offenbaren
So will ich nicht mehr dies oder das
Endlich gelesen haben sondern lieber
Jedes so lange wie möglich genießen
Was bleibt uns auch im Leben sonst
Als der schönste Genuss

jens tuengerthal 9.10.22

Geisteswelten

Geisteswelten

Wie schön ist es geistige Welten
Teilen zu können wie sich dort
Mit Leichtigkeit die Bälle einfach
Zuzuspielen als sei deren Flug
Eine Folge passender Natur die
Auch wo konträrer Meinung noch
Im Arkanum geteilter Harmonien
Sich bewegt die Nähe schaffen
Manchmal sind es große Namen
Geteilte Erinnerungen oder auch
Geistig literarische Welten die
Mehr Nähe schaffen als jede
Seltsame politische Sicht trennt
So habe ich einen Bekannten der
Ein wohl belesener Flaneur ist
Auch wenn er sich gerade im Lager
Der Querdenker völlig verirrte ist
Die geteilte geistig literarische Welt
Größer als was politisch trennt
So lange wir bei Literatur bleiben
Oder über Liebe und Lust reden
Die Flaneure ewig spazierend suchen
Wie schön ist es auch bei der Lust
Die ich gewöhnlich mit Damen teile
Noch sich an geistigen Welten ganz
Nebenbei freuen zu können weil das
Was verbindet im geistigen Raum
Größer sogar ist als jede sonst
Feuchte Kontraktion der Geschlechter
Wer eine geistige Welt literarisch fand
Hat einen Ort überall in der Welt der
Verbindung wie Nähe schafft die der
Akt der Lust selten nur so erreicht
Geistige Gespräche in denen sich
In Andeutungen nur Welten öffnen
Die wie ein Elfenbeinturm nur einer
Kleinen Gruppe zugänglich ist die
Sich als solche dann genießt wie
Oft einen ganz eigenen Ton findet
Wo ein hingeworfenes la recherche
Die Proust Liebhaber lächeln lässt
Wie Mann Zitate seine Verehrer sich
Vertrauensvoll zunicken lässt weil
Jeder das beschriebene Gefühl auch
Wenn ganz unterschiedlich erlebt
Doch kennt und sich vertraut ist
Was zeigt wie literarische Welten
Eine Welt in der Welt schaffen
Die dem Geist Auslauf bieten
Wo Menschen sich vertraut sind
Auch weil sie eine Liebe teilen
Die nur versteht wer auf der
Gleichen geistigen Reise war
Die mehr als nur der Konsum
Von Büchern ist sondern ein
Sich Einlassen auf Literatur
Die uns weitere größere Welten
Hinter dem lesbaren miteinander
Eröffnet was ein Wunder ist das
Genießen soll wem es vergönnt
Denke ich dankbar lächelnd
Wo es sich mal findet

jens tuengerthal 9.10.22