Samstag, 7. November 2026

Lektürentagebuch 7.11.26

Lektürentagebuch 7.11.26

Von gleich zwei Kapiteln gibt es viel
Zu berichten von den Liebenden in Hermann und Ulrike des Aufklärers
Johann Karl Wezel nun aus Berlin

Zunächst schrieb Hermann einen
Sehr aufgeklärt vernünftigen Brief
Der mit viel Gefühl begründete warum
Ulrike den Lord lieber lieben soll

Darauf kam ein empörter Brief von 
Ulrike die sich in ihrem Gefühl davon
Schwer verletzt fühlte was sie mit
Großem Drama auch begründete

In dieser großen Liebe auf Leben
Und bis zum Tod folgt nun noch
Die Kehrtwende von Hermann
Der sich für die Vernunft entschuldigt

Ist es nun wirklich vernünftig lieber
Auf die Liebe zu setzen in allen 
Fragen der Liebe oder auch des
Verständnis zwischen Geschlechtern

Kann es darauf eine vernünftige
Antwort geben oder bleibt es am
Ende doch immer Gefühlssache
Was noch angemessen sein kann

Vignali kündigt im nächsten Kapitel
Dem misstrauisch widerständigen
Hermann an er werde Ulrike bald
Betrügen was sie sicher wisse

Er lässt sich empört nach einer
Gewissen Verzögerung auf die
Provokation ein macht mit ihr die
Eine Migräne wieder vortäuscht

Eine Spazierfahrt mit der Kutsche 
Auf der sie weiter auf ihn einredet
Danach kommt es zu einem Treffen
Der drei Geliebten bei dem die so

Verlogene wie intrigante Vignali vor
Den anderen eine Rede hält in der
Sie ihre Absichten darlegt sie will
Ulrike als Konkurrenz vertreiben

Sie beschreibt genau die Gefahr
Die ihnen allen dabei seien die
Beiden anderen ja nur Geschöpfe
Von ihren Gnaden künftig drohe

Sie will die Liebe zerstören und
Ulrike in die Herr von Troppau wie 
Der Lord verliebt sind los werden
Dazu überwacht sie deren Post

Sie weiß darum alles vorab und
Verfolgt ihren intriganten Plan um
Das Leben der drei damit zu sichern 
Was in ihrer Situation vernünftig ist

Dabei offenbart sie wie sehr sie Ulrike 
Hasst sich nur verstellt um sie noch 
Kontrollieren zu können weil diese 
Eine gefährliche Konkurrenz ist 

Am Ende beschwört sie ihren Plan
Mit den beiden anderen Geliebten
Bei dem es um den Erhalt ihrer
Stellung als Geliebte noch geht

Eine spannende Wende in der
Wechselhaften Liebesgeschichte 
Gegen die sich alle verschwören 
Mit guter oder böser Absicht dabei

Was wäre nun geboten und ist das
Auch vernünftig oder lieber nicht
Die große Frage der Aufklärung
Auf die Gefühl keinen Antwort hat


Nancy Mitford erzählt weiter in 
Englische Liebschaften von Hons
Der Verschwörung der Kinder zum 
Wohl der Tiere die sich immer

Nachts wenn Onkel Matthew der
Immer um fünf Uhr aufsteht tief
Schläft im Schrank noch treffen
Wie Linda dazu alle einberief 

Die Versammlung nannte sich Hons
Oder honorige Radletts und dabei
Wird genauestens beschrieben wer
Dabei sein durfte und wer ihr Gegner

Im Kampf für das Wohl der Tiere war
Natürlich der cholerische Matthew 
Wie der örtliche Jäger der mit seinen 
Fallen ein gefährlicher Gegner war

Ob die selbsternannten Tierschützer
Die Halbtote Tiere aus Fallen befreien 
Nicht diese noch mehr quälten als
Vater und Jäger lässt sie offen

Nebenbei plaudert sie noch über
Den Onkel als Gutsherr und seine
Angewohnheit morgens um fünf mit 
Seiner Tasse Tee durch das Haus

Zu laufen und mit seinem großen
Grammophon laut Opern zu hören 
Etwa die Wahnsinnsarie der Lucia
Aus der nach ihr benannten Oper 

Wie um Punkt acht Uhr jeden Tag
Das englische Frühstück begann 
Wer nicht rechtzeitig kam hungerte
Wie alle die er als Hons erwischte 

Natürlich verprügelt wurden was als 
Naturgesetz hingenommen wurde
Im rauhen Landleben des Adels
Was nur nebenbei erzählt wird

Diesmal ging es um die Tante Sally
Angekündigte Vorstellung auch ihres 
Verlobten durch Tante Emily bei der
Die Erzählerin seit der Scheidung

Ihrer unmöglichen Eltern lebte was 
Linda aus einem Brief der unklar wie
In ihren Besitz gelangte nun wusste
Was ihnen unglaublich erschien

Schließlich war Tante Emily schon 
Über vierzig da konntest du dich doch
Nicht mehr verlieben in einem so 
Hohen Alter und also wird spekuliert

Vermutlich sei der Verlobte nur auf
Die Erzählerin scharf es gäbe ja so
Uralte Männer die auf Kinder stünden
Jedenfalls sind sie nun alle gewarnt

Dann wird noch von den vielen eher
Schmutzigen Sätzen erzählt die ihnen 
Die französische Gouvernante noch
Beibrachte ohne es so zu sagen

Darauf wurde der Sohn der diese
Ahnungslos zitierte regelmäßig noch
Verprügelt nie fragte sich der Onkel
Nach der Quelle dieser Sauereien

Es sind beides nur saloppe eben im
Französischen umgangssprachliche
Ausdrücke des Erstaunens nicht der
Rede wert aber eines Lord unwürdig 

Der immer unschuldige Matt wurde 
Dafür regelmäßig verprügelt noch
Von Onkel Matthew der sich nie
Fragte woher dieser es kannte


Unter der Überschrift der erste
Weltkrieg schreibt Egon Friedell 
In seiner Kulturgeschichte der Neuzeit 
Über den Siebenjährigen Krieg

Dieser bot neben der Chance für
Friedrich sein Genie zu zeigen auch
Den ersten Weltkrieg in dem es um
Kolonien ging geführt in 4 Weltteilen

Beim Streit um preußische Länder die
Nur Fetzen waren ging es damals um 
Ostindien und Nordamerika so wurde
Kanada bei Roßbach erobert

Was aber nur die echten englischen 
Staatsmänner voll begriffen dabei ist
Erfinder des Krieges Graf Kaunitz
Ein österreichischer Minister

Er kreiste Preußen ein wie 150 Jahre
Später es Edward VII tat wollte nach
Seinem großen Plan Österreich mit
Russland und Frankreich vereinen 

Gegen Friedrich den Großen und war
Viele Jahre Gesandter am Hof von 
Versailles der so tat als könnte er
Nicht mal mehr richtig deutsch

Was bei einem Wiener Minister eine
Heute lustige Bemerkung eher ist
Um der Umfassung durch die drei
Großmächte zu entgehen schloss 

Friedrich die Westminster Konvention 
Ein reiner Defensivvertrag der das
Französisch-österreichischen Bündnis
Bringt was für Frankreich Nonsens ist

In den außereuropäischen Kriegen 
Standen sich Frankreich und England
Gegenüber und dazu gesellte sich 
Über den bourbonischen Familienpakt

Noch Spanien hinzu England war fast
Überall siegreich so bekamen die
Briten Kanada und Louisiana dazu
In Ostindien regierte England allein 

England war dabei ein eher untreuer
Bundesgenosse der Preußen denn 
Georg II und III waren Friedrich sehr
Abgeneigt nur William Pitt blieb treu

Diesem großen imperialistischen
Staatsmann verdankte England alle 
Erfolge in diesem Krieg wurde aber
Von Lord Blute später gestürzt 

Die Haltung Russlands wurde nur
Durch subjektive Gefühle seiner
Herrscher bestimmt Elisabeth hasste 
Friedrich der gekrönte Hure sagte

Zar Peter III war großer Bewunderer 
Von Friedrich verbündete sich mit ihm
Katharina II war noch eine geborene 
Anhalt-Zerbst und blieb neutral

Schweden blieb untätig das Reich 
Erklärte Friedrich auch den Krieg
Brachte aber nur eine elende Armee 
Zusammen die mehr schadete

Diese Behauptung von Friedell ist
Historisch nur halbwahr da Katharina
Aus ihrer Zeit am Berliner Hof noch
Eine gute Freundin von Heinrich war

Der jüngere Bruder der das geliebte
Rheinsberg von Friedrich bekam
War General bei Friedrich und über
Diesen wie Elisabeth Christine die

Unterschätzte Ehefrau Friedrichs
Begann die Kommunikation mit
Katharina die ihren Gatten Peter III 
Bekanntlich beseitigen ließ davon

Aber erzählt Friedell nichts es ist
Auch in Deutschland leider kein
Allgemeinwissen mehr warum viele
Es lieber schnell wieder vergessen

Sachsen heuchelte Neutralität aber
Wartete nur auf den rechten Moment
Wurde von Friedrich darum gleich
Zu Anfang schnell noch besetzt

Maria Theresia habe im Krieg nur
Antideutsche Ziele verfolgt hätte sie
Gewonnen wäre Ostpreußen russisch
Pommern schwedisch und Belgien

Französisch geworden für ihre Rache
An Friedrich alles nur damit Schlesien 
Wieder österreichisch würde also halb
Slawisch damit wieder würde 

Lasse diese These mal so stehen
Zumindest wurde Friedrich später
Im ganzen Reich bewundert aber
Maria Theresia nur in Austria noch

Eine für einen Österreicher wirklich
Sehr seltene Betrachtung der hier
Darum nicht widersprochen wird
Die Schlachten kommen später

Bin immer noch etwas misstrauisch
Bei der Schwärmerei des Wieners 
Friedell für Friedrich auch wenn es
Klanglich fast naheliegen könnte 

Denke an den beleidigten Sachsen
Der Führer in Schloss Rheinsberg war
Wer immer ihm diesen Posten gab 
Lügen über den Überfall erzählte 

Kommt bei Friedell auch noch das
Böse Erwachen als großer Wiener
Der Friedrich nicht verehren kam
Oder sieht er ihn realistisch

Verdächtig ist die ständige Betonung
Des Genie Friedrich was zumindest
Im Siebenjährigen Krieg verbal noch
Kein Thema gewesen sein wird

Kult wurde der Geniegedanken im
Sturm und Drang ab 1770 da war
Friedrich bereits zahnlose 58 wie
Der Große für viele geworden

Das passt also nicht zusammen
Aber sein realistischer Blick auf
Die globalen Konflikte der damaligen
Imperialen Supermächte ist klug

jens tuengerthal 7.11.26


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen