Freitag, 6. November 2026

Lektürentagebuch 6.11.26

Lektürentagebuch 6.11.26

In den frühen Morgenstunden des
Gestrigen Tages noch Band I von
Von Hermann und Ulrike dem großen
Roman des Johann Karl Wezel bis 

Zum aufregenden Ende gelesen was
Fast verführte weiter zu lesen wäre
Der Schlaf nicht auch nötig gewesen 
Doch nun im einzelnen weiter

So berichtet die aufgeregte Ulrike
Hermann von ihrer unruhigen Nacht
In der sie aufstand und den Brief
Begann der vom Besuch erzählt

So wäre ein Lord bei ihr über Nacht
Im Schlafzimmer gewesen was sie
Erst am Morgen mitbekam und sich
Sogleich sehr darüber echauffierte

Dies beschreibt sie detailgenau im
Brief den Hermann noch liest bevor
Er beim Schneider eingekleidet wie
Mit einem Degen ausstaffiert wird

So schön wie er dann war ging er
Nochmal zur Frau seines vorigen 
Prinzipals um seine Sachen alle
Zu packen für den Umzug

Die Frau des Kaufmann schwärmt
Ihn so sehr an dass er nicht weiß
Was er davon nun halten soll und 
Will doch noch Ulrikes Brief lesen

So kommt er zunächst weder zum
Lesen noch zum Antworten sondern
Muss bald los zum Mittagessen bei
Vignali der schönen Geliebten

Seine Wohnung soll sogleich noch
Fertig gemacht werden und er ist
Völlig vom Charme und der Schönheit
Fasziniert findet Ulrike nur noch blass

Zurückgekehrt wieder bei seinem
Kaufmann fing ihn schick wie er war
Gleich die Gattin wieder ab und so
Konnte er ihren Brief nur überfliegen 

Am Ende soll er mit dem Überbringer
Gleich wieder zurückfahren vorher
Erzählt sie lang wieviel Geld ihr nun
Der reiche Lord für die Ehe bietet

Sowohl Vignali wie ihr Dienstherr der
Herr von Troppau raten ihr zur Ehe 
Aber sie liebt doch Henrich auch
Wenn der Lord sehr vornehm war

Sie könnte in London oder Berlin 
Auf den Gütern oder in der Stadt
Ganz nach ihrem Wunsch leben 
Wenn sie seine Geliebte oder Frau

Werden wolle was sie verliebt
Partout nicht will während sich
Hermann auf dem Abend freut 
Zu dem Ulrike nicht geladen ist

Es wurde ein vergnüglicher Abend
Mit Papierspielen mit einer anderen
Geliebten noch Hermann ging danach
Befriedigt zurück auf sein Zimmer

Dort erwarteten ihn mit viel Leid
Die Briefe von Ulrike und nun wird 
Spannend ob die Liebe die schnelle
Lust noch überlebt oder lästig wird 

Wie schnell wechseln doch die eben 
Noch heißen Gefühle die sie einander
Für alle Ewigkeit schworen zum nun
Leichtfertig unterhaltsamen Gegenteil

Beide erliegen dem Charme der 
Vignali die mit beiden spielt und 
Sie wechselseitig entfremdet um
Das genau gleiche fürchtend


Passend zum späten Roman der
Aufklärung nun noch in einem
Frühen der Epoche gelesen im
Candide des Meisters Voltaire

In diesem Band lese ich auch
Schon seit vielen Jahren und hatte
Ihm bestimmt 15 Jahre nicht mehr 
In der Hand umso schöner war es

Der gutmütig großzügige Candide
Gibt einen furchtbar entstellten Bettler 
Zwei Gulden was alles war das er 
Vom Anabaptisten Jakob erhielt

Dieser fällt ihm darauf um den Hals
Fragt ob er ihn nicht erkenne als den
Doktor Fangloss seinen Lehrer der
Philosophie der ihm die Welt erklärte

Candide sorgt sogleich für seinen 
Armen Lehrer und fragt wie es der
Schönen Kunigunde ginge worauf
Er erfahren muss diese sei tot

Vor Schreck fällt Candide erstmal
In Ohnmacht und wird dann mit
Essig der sich im Stall fand wieder
Geweckt und hörte dann warum

Nicht vor Gram nach seiner vorher 
Vertreibung vom Schloss sondern sie 
Sei aufgeschlitzt worden von einem
Bulgarischen Soldaten die das

Schloss überfallen hätten wie dem 
Baron der sie verteidigte gleich
Der Schädel eingeschlagen wurde 
Die Baronin wurde auch wie ihre 

Tochter Kunigunde erst vergewaltigt
Dann aufgeschlitzt was zur nächsten
Ohnmacht des sensiblen Candide
Führte der danach seinen Lehrer

Fragte was ihm passiert sei worauf
Der Doktor ihm erklärte er wäre im
Paradies gewesen und darauf direkt
In die Hölle geschickt worden

Die Schöne in deren Armen er lag 
Eine Kammerzofe der Baronin noch
War genital infiziert ohne ihr Wissen
Paquette reichte sie an ihn weiter

Die Krankheit war Syphilis oder auch
Franzosenkrankheit die Voltaire noch
Die Pocken nennt und zurück in einer
Ahnenreihe bis Kolumbus führt 

Nach damaliger Sicht wurde wirklich
Noch vermutet sie komme wie alles
Schlechte aus Amerika was wie heute
Bekannt ist ein großer Irrtum war

Spannend ist daran aber die klare
Sicht der Infektionsreihe die sich
Aufgeklärt von einem zum anderen
Mit Ursache und Wirkung fortsetzte 

Mangels Geld nach Ermordung des
Baron konnte Fangloss nicht die teure 
Therapie bezahlen woraufhin Candide 
Den Anabaptisten Jakob darum bittet

Fangloss gesundet verliert dabei nur 
Ein Auge und ein Stück Nase war so
Der einäugige Philosoph geworden 
Im Dienste des Jakob wie Candide

Nach dem siegreichen Schlachten 
Ging es für Geschäfte nach Lissabon
Wohin er Fangloss als Buchhalter wie
Candide mitnahm um an Bord dann

Über die beste aller Welten mit immer
Vernünftigen Gründen zu diskutieren
An denen Jakob vernünftig zweifelt 
Was der Lehrer zu widerlegen sucht

Hier fällt dann der geniale böse Satz
Das allgemeine Wohl sei gebildet aus
Dem Unglück der Einzelnen die dann
Sich zum Wohlstand aller summieren

Welcher geplagte Steuerzahler der
Die Furcht der Regierungen vor der
Gerechten Besteuerung der Reichen 
Bis heute erlebt muss da nicht lächeln 

Die Philosophie des Candide die er
Von seinem weisen Lehrer Fangloss
Gelernt hatte wird hier einerseits vom 
Reichen Voltaire böse verspottet

Andererseits werden fast schon links 
Klingende Sätze vom allgemeinen 
Wohl aus dem Unglück einzelner zur
Philosophischen Diskussion gestellt

Alles streng logisch kausal noch
Dabei begründet macht sich der 
Große Aufklärer über die Aufklärung
Mit französischem Humor lustig

Auch mit viel Humor beginnt nun
Nancy Mitford das zweite Kapitel
Ihrer Englischen Liebschaften mit
Der Erklärung warum Onkel Matthew

Sie hasste was in Alconleigh doch 
Allgemein bekannt gewesen wäre
Weil er ihren Vater seit ihrer noch
Gemeinsamen Zeit in Eton hasste

Als ihre Eltern sich trennten wollte
Tante Sadie sie aufnehmen was ja
Da gleichaltrig gut gepasst hätte
Doch weigerte sich Matthew standhaft

Er möge ohnehin keine Kinder die
Zwei wären schon schlimm genug
Er wollte seinem Bruder auch auf
Keinem Fall einen Gefallen tun

Wie sie es dennoch in kurzer Zeit
Schafften sieben weitere Wiegen
Zu füllen ohne einen Plan zu haben
Wie Kinder zu erziehen waren blieb 

Eines der großen Rätsel des Hauses
Aber die Erzählerin hatte Glück statt
Zum cholerischen Onkel kam sie zu
Ihrer alleinstehenden Tante Emily

Diese war für Frauenbildung und
Hatte sich entschlossen allein zu
Bleiben nachdem ihr ein schäkerndes 
Monstrum das Herz gebrochen hatte

Die Radlett Töchter dagegen hatten 
So gut wie keinen Unterricht nur 
Lucile ihre französische Gouvernante
Lehrte sie Lesen und Schreiben 

Jede von ihnen obwohl alle völlig
Unmusikalisch musste täglich eine
Stunde im eiskalten Ballsaal wie
Beim französisch Spaziergang üben

Einzige Ausnahme wenn Jagd war
Das war ihre ganze Schulerziehung 
Onkel Matthew hasste kluge Frauen
Aber Frauen von Stand mussten 

Sowohl reiten wie französisch können
Mehr brauche eine Dame nicht zwar
Beneidete die Erzählerin sie darum
Von allem Zwang frei zu sein aber

Sie schöpfte doch eine pharisäische 
Befriedigung daraus nicht ungebildet
Aufzuwachsen wie ihre Kusinen auch
Kam ihre Tante nur selten mit nach

Alconleigh wovon beide mehr hatten
Emily war damals schon vierzig was
Für die Kinder ein Alter war in dem
Sie Welt und Teufel schon entsagte

Mit viel Humor erzählt sie hier aus 
Dem Leben des Landadels und dem 
Realen Chaos hinter den Privilegien
Die es bedeutete ein Lord zu sein 

Denke häufig an die Erzählungen
Der eigenen Bremer Großmutter 
Von den Girls den Nelson Töchtern
Die sie im Rolls fahren lehrten

Auch die Großmutter war eine
Ganz leidenschaftliche Reiterin 
Lernte ihren Mann dabei kennen
Wenn auch im Bremer Bürgerpark

Wie Mitford diese Geschichte vom
Englischen Landadel erzählt ist so
Wunderbar ironisch humorvoll wie es
Vermutlich nur kann wer es kennt

jens tuengerthal 6.11.27


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen