Samstag, 14. September 2019

Humboldtisches

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben."

Zitat Steinmeier oder was ein Sozi über Humboldt denkt

Wird Alexander von Humboldt zugeschrieben
Könnte dem Geist entsprechen den manche
In ihm vermuten warum alle nickten als der
Bundespräsident es fälschlich zitierte damit
Eine Autorität für schlechte Gewohnheiten
Vieler Weltenbummler missbrauchte die so
Unreflektiert sozialdemokratisch sich sicher
Nie geäußert hätte denn was nett klingt
Ist viel Ideologie die nicht zu einem
Großen Beobachter der Natur passte
Eher demonstrierte wie der Vielflieger
Steinmeier als ehemals Außenminister
Sein Sein auf andere wieder überträgt
Diese gut gemeinte Haltung ist typisch
Schwer zu verurteilen weil gut gemeint
Aber dem großen Geist völlig fern
Warum an dieser Stelle lieber zu
Seinem 250. Geburtstag er wirklich
Zitiert werden soll ein Bild zu geben
Des großen Geistes der zwei große
Reisen im Leben über Jahre machte
Ansonsten lieber reflektierte und schrieb
Als Liebhaber der Natur wie feiner
Beobachter den Tourismus heutiger Zeit
Gewiss eher verurteilt statt zu einer
Eigenen Anschauung aller Welt noch
Aufzurufen schiene zumindest mir
Lese ich ihn zeitgemäß eher logisch
Was andere ihr Reisen zu rechtfertigen
Vermutlich anders sehen werden
Wie vieles völlig unterschiedlich
Wahrgenommen wird warum die
Toleranz des suum cuique auch
Heute wieder so unverzichtbar ist
Hier Alexander von Humboldt nur
Zitiert wird damit sich jeder sein Bild
Machen kann von dem großen Geist
Der noch forschte um zu erkennen
Statt zu belegen was er vorher meinte
Wie es das erste Zitat so gut belegt

"Alles ist Wechselwirkung."
Tagebücher der Amerikanische Reise, 1. August 1803, Staatsbibliothek zu Berlin (direkt über horizontaler Linie)

"Das Sein wird in seinem Umfang und inneren Sein vollständig erst als ein Gewordenes erkannt."
Kosmos, Erster Band, J. G. Cotta'scher Verlag, Stuttgart und Tübingen 1845, S. 64, DTA

"Der Mensch muss das Gute und Grosse wollen! Das Uebrige hängt vom Schicksal ab."
An Freiesleben, Coruña, 4. Juni 1799. In: Karl Bruhns, Alexander von Humboldt. Eine wissenschaftliche Biographie, F. A. Brockhaus, Leipzig 1872, S. 274, Internet Archive

"Die dogmatischen Ansichten der vorigen Jahrhunderte leben dann nur fort in den Vorurtheilen des Volks und in gewissen Disciplinen, die, in dem Bewußtsein ihrer Schwäche, sich gern in Dunkelheit hüllen."
Kosmos, Erster Band, J. G. Cotta'scher Verlag, Stuttgart und Tübingen 1845, S. 5, DTA

"Die Natur muß gefühlt werden, wer nur sieht und abstrahirt, kann ein Menschenalter, im Lebensgedränge der glühenden Tropenwelt, Pflanzen und Thiere zergliedern, er wird die Natur zu beschreiben glauben, ihr selbst aber ewig fremd sein."
an Johann Wolfgang von Goethe, Paris 3. Januar 1810. In: Goethe-Jahrbuch, Hrsg. Ludwig Geiger, Achter Band, Rütten & Loening, Frankfurt am Main 1887, Internet Archive

"Ich hielt es für besser, etwas zu leisten, als nichts zu versuchen weil man nicht alles leisten kann."
Die freie Bergschule zu Steben, 13. März 1794. In: Alexander von Humboldt, Hrsg. Karl Bruhns, Erster Band, F. A. Brockhaus, Leipzig 1872, S. 293, Google Books

"Indem wir die Einheit des Menschengeschlechtes behaupten, widerstreben wir auch jeder unerfreulichen Annahme von höheren und niederen Menschenracen. Es giebt bildsamere, höhere gebildete, durch geistige Cultur veredelte, aber keine edleren Volksstämme. Alle sind gleichmäßig zur Freiheit bestimmt; zur Freiheit, welche in roheren Zuständen dem Einzelnen, in dem Staatenleben bei dem Genuß politischer Institutionen der Gesammtheit als Berechtigung zukommt."
Kosmos, Erster Band, J. G. Cotta'scher Verlag, Stuttgart und Tübingen 1845, S. 385, DTA

"Jedes Naturgesetz, das sich dem Beobachter offenbart, läßt auf ein höheres, noch unerkanntes schließen;"
Kosmos, Erster Band, J. G. Cotta'scher Verlag, Stuttgart und Tübingen 1845, S. 21 f., DTA

"Man vergisst, dass die Wissenschaften einen inneren Zweck haben, und verliert das eigentlich literarische Interesse, das Streben nach Erkenntnis, als Erkenntnis, aus dem Auge. Die Mathematik kann nichts von ihrer Würde einbüßen, wenn sie als bloßes Objekt der Spekulation, als unanwendbar zur Auflösung praktischer Aufgaben betrachtet wird."
Versuche über die gereizte Muskel- und Nervenfaser, Zweiter Band, Decker und Compagnie / Heinrich August Rottmann, Posen / Berlin 1797, S. 5, Google Books

"Unter allen europäischen Regierungen war Dänemark die erste, und lange Zeit die einzige, welche den Sklavenhandel abschaffte, und doch waren die ersten Sklaven, die wir zum Verkauf ausbieten sahen, auf einem dänischen Negerschiff gekommen. Nichts hemmt die Speculationen eines niedern Interesse's, das mit den Pflichten der Menschlichkeit, der National-Ehre und den Gesetzen des Vaterlands im Streit ist."
über Sklavenhandel in Cumaná während Humboldts dortigen Aufenthalts 1799/1800. Dänemark hatte 1792 den Sklavenhandel über den Atlantik mit Wirkung ab dem 1. Januar 1803 verboten. Reise in die Aequinoctial-Gegenden des neuen Continents in den Jahren 1799, 1800, 1801, 1802, 1805 und 1804. Verfasst von Alexander von Humboldt und A. Bonplandt. Erster Theil. Stuttgart und Tübingen J.G. Cotta 1815, Buch II, Kapitel V, S. 508 books.google.

"Sache des Reisenden, welcher in der Nähe gesehen, was die menschliche Natur quält und herabsetzt, ist es, des Unglücks Klagen zur Kenntnis jener zu bringen, welche zu helfen vermögen."
Ansichten der Natur - mit wissenschaftlichen Erläuterungen, in: Gesammelte Werke, Band 6, Cotta 1889, S. 67 books.google

"Wissen und Erkennen sind die Freude und die Berechtigung der Menschheit;" - Kosmos, Erster Band, J. G. Cotta'scher Verlag, Stuttgart und Tübingen 1845, S. 36, DTA

jens tuengerthal 14.9.2019

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