Sonntag, 16. November 2025

Verschlungen

Verschlungen

Was ist wirklich verschlungen
Miteinander und mit Gefühl
Überlegte ich am Morgen
Leider allein im Bett noch
Von Nähe nur träumend doch 
Eng umschlungen halten wir uns
In geträumter Wirklichkeit längst 
Wollen so miteinander Nächte 
Selig voller Liebe verbringen 
Ganz nah einander spüren um
Irgendwann ineinander ganz
Versinken zu können als dann
Engste Umschlingung ganz eins
Verschlingen wir uns voll Lust
Haben uns zum Fressen gern
Wollen uns überall schmecken
Weil Liebe durch den Magen geht
Haben wir vor lauter Sehnsucht
Flugzeuge im Bauch die noch
Mehr werden bis wir uns selig
Danach noch eng umschlungen
Im Arm liegen und so alles haben
Wovon wir bis dahin noch träumen
In eng verschlungenen Gedanken 
Denke ich voller Liebe an eine

jens tuengerthal 16.11.25

Fernstenliebe

Fernstenliebe

Liebe ist ein Gefühl von Nähe
Ist sie auch in die Ferne möglich
Braucht sie Nähe um nicht nur 
Eine Illusion von Nähe zu sein
Überlege und denke daran wie
Nah sich die ferne Liebste voll
Sehnsucht anfühlt und wie real
Große Gefühle auch in die Ferne
Sich anfühlen können rein von
Kleinen Unstimmigkeiten im Alltag
Ob also die Fernstenliebe vielleicht
Die reinste tiefste Liebe ist weil sie
Sich auf den Geist dahinter verlässt
Weiß nicht welche Liebe die größte
Sein könnte ob es die Konkurrenz
Zwischen Formen der Liebe braucht
Aber spüre genau wie nah uns die
Sehnsucht bringen kann was doch 
Genügt diese glücklich zu genießen

jens tuengerthal 16.11.25

Dauerregenriesling

Dauerregenriesling 

Im strömenden Dauerregen zum
GIück gut beschirmt ins Crossroads 
Gelaufen fast geschwommen schon
Nun gut trocken oben angekommen 

Nina und Dunja begrüßt und bis ich
Saß brachte Phil II schon meinen 
Guten Rheingauer Riesling also ist
Alles gut bis auf die Musik gerade

Der hektische Beat nervt glaube ich
Alle die sich hier munter unterhalten 
Aber sie ertragen es tapfer wie den 
Novemberdauerregen draußen 

Die Bar ist gut gefüllt wobei heute
Nina und Dunja das eine Ende der
Theke krönen am anderen Ende
Sitzen noch zwei Nymphen plaudernd

Dazwischen drei Herren teils nur 
Miteinander ignorant im Gespräch
Einer beplaudert Nina und Dunja
Tino und Phil II machen die Bar 

Oben sitzen noch vier sehr junge
Nymphen halb blond halb dunkel
Bei denen besonderer eine sehr
Intensiv die anderen unterhält

Sie eine der Blondinen wirkt 
Etwas verzweifelt in ihrer Intensität
Mit etwas neandertaligem Gesicht 
Höre ich nicht war der Grund ist

Für ihre Verzweiflung die anderen
Lauschen gebannt nun lachen alle
Unklar ob es Phils Anwesenheit war
Bin froh genug Abstand zu haben

Nina und Dunja wieder sehr schick
Flirtet letztere mit ihrem Nachbarn
Nina dafür mit dem gut gelaunten
Tino der gelassen an der Bar lehnt 

jens tuengerthal 16.11.25

Samstag, 15. November 2025

Lektürentagebuch 15.11.2

Lektürentagebuch 15.11.2

Begonnen in der Anderen Bibliothek
Mit Johann Karl Wezels so rührender
Liebesgeschichte Hermann und Ulrike
Die im Jahre 1780 noch erschien

Dies ist noch neun Jahre vor der
Französischen Revolution also im
Absolutistisch regierten Europa
Was den Geist revolutionär macht

Dieser monumentale Roman der im
Geist der Aufklärung schwelgt wie die
Absolutistischen Fürsten lächerlich
Machte ist wirklich abenteuerlich

Nun ist der naive noch am Hofe des
Fürsten aufgewachsene Hermann von
Dort vertrieben mit der Postkutsche
Auf dem Weg nach Dresden

Erfahre wie der romantisch verträumte
Junge Mann während die anderen
Fahrgäste sich im Wirtshaus stärken 
Selig durch die Felder spaziert 

Dort träumt er davon mit seiner 
Geliebten Ulrike von deren Erbe
Wenn es endlich ausgezahlt würde 
Einen Bauernhof zu kaufen

Sah sich mit ihr als immer noch
Sechzehnjährigen Knaben mit einer
Kinderschar selig vor ihrem Haus
Im schönsten Traumreich sitzen

Dann als eine schnittige Isabelle
Mit einem Paar darin vorbeifuhr
Dem die Kinder alle winkten war
Der vorige Traum schon vergessen

Nun sah er sich voller Ehren mit
Seiner liebsten Ulrike in solcher
Kutsche grüßend vorbeifahren im
Traum von Wohlstand selig da

Doch tönt in diese schönen Träume 
Des Verliebten das Posthorn laut 
Er zwängt sich in die Kutsche um
Sich über die Fahrgäste zu ekeln

Besonders widerwärtig erscheint ihm
Eine ältere Jüdin neben sich dabei
Was erst antisemitisch klingt wird 
Später zum genauen Gegenteil

Als an der Zollstation er sich nur
Ausweisen soll ist er völlig verwirrt 
Worauf alle ungeduldig werden
Während die Jüdin ihn verteidigt

Bei Ankunft und Aussteigen dann
In Dresden angekommen hält er
Erst seinen Koffer für verloren der
Nur noch kontrolliert werden soll

Der Zoll der regionalen Hoheiten
Wollte alles prüfen aber fand in den
Wenigen Habseligkeiten nichts was
Weitere Forderungen begründete

Fein mit kleiner Spitze beschreibt
Wezel hier wie der Mann am Tor
Ihm freundlich die Hand reicht
Was Hermann lächelnd erwidert 

Von der Enttäuschung des Mannes
Als er die Hand leer zurückzog bekam
Der naive Hermann nichts mit der in
Dresden stand mit seinem Koffer nun

Dies ohne zu wissen wohin noch
Wo er ein Quartier finden könnte
Bis ein Lohndiener sich seiner gern
Annahm und ihn mitnahm

Erfahre lesend wie viele Bettler
Nun kamen ihm ihr Leid zu klagen
Was ihn alles so sehr rührt der
Nichts davon in seinem Dorf kannte 

Wie dann der Lohndiener ihn warnt
Das seien alles Scharlatane nur die
Für wenig Münzen stundenlang so
Jammern könnten warum er ja

Wenn er die Macht hätte was 
Auch immer tun würde denn 
Jedesmal auch auf Nachfrage
Hin unterbricht er sich wieder

Das ist ein feiner etwas zynischer
Humor im Geist der Aufklärung der
Seinen Helden und Protagonisten
Zum Narren sich machen lässt

Wie einer völlig weltfremd an der
Seltsamen Normalität wenn er nur
Dinge wörtlich nimmt schon fast
Verzweifelt und dumm scheint

Der kluge Knabe der noch am
Fürstenhof aufgewachsen kennt
Die Regeln der tumben lauten Welt
Nicht was deren Absurdität zeigt

Wer ist normal und wer verrückt
Ist der Träumer nur ein Narr dem
Diese Welt gefühlt fremd bleibt
Überlege ich Hermann ähnlich

Wie närrisch dagegen ist eine Welt
Die ihren Wahnsinn für normal hält 
Wer erscheint moralisch mir gut
Wie fremd ist mir das laute Volk

So steckt in diesem ironischen
Roman aus dem Jahre 1780 der
Fürstenkritik im Geist der Aufklärung
Betrieb auch 2025 viel Weisheit

Dies liest sich lächelnd doch weit
Über die kleinen Scherze hinaus
Ist der geistige Spiegel den dieser
Roman uns vorhält bleibend klug


Wo schon in der Vergangenheit auf
Reisen geht es nun weiter mit dem
Bremer Ehepaar Gondela das auf
Der Reise ins Paradies noch ist

Deren Reise durch Deutschland
Die zuerst über Braunschweig
Nach Leipzig und Dresden führte
Sich in Sachsens Schönheit verliebte

Ist nun am 5. September 1802 nach Abenteuern in böhmischen Wäldern 
In Carlsbad mit ihrer Kutsche auf
Dem Weg ins Elsass eingetroffen

Typische Bremer Kaufleute die gern
Auch gute Weinhändler immer waren
Haben die Gondelas noch ein eigenes
Weingut im Elsass das sie besuchen

Die Fahrt von Henrich und Christine
Gondela gen Carlsbad was ja auch
Der Geheimrat Goethe schätzte wie 
In den Jahren gern besuchen beginnt

Mit einer zweistündigen Verzögerung 
Weil sie Achse ihrer Kutsche doch 
Erst gegen halb neun fertig war was
Ihre Planung etwas verschob

Eigentlich wollten sie ja heute schon
Carlsbad besichtigen was damit wohl
Eine Illusion vermutlich blieb doch 
Zuerst erleben sie noch so einiges

Zuerst den Ort in dem eine große
Räuberbande von achtzig bis hundert 
Mann lange ihr Unwesen trieb die 
Beim örtlichen Gastwirt wohnten 

Dieser wurde dafür an der Beute
Beteiligt die sie aus Kirchen wie
Von Kaufleuten auf den Straßen
In böhmischen Wäldern raubten

Beim Pferdewechsel wurde ihnen
Das alles vorgeführt und natürlich
Dachte der literarisch gebildete
Heinrich Gondela an Schillers Räuber

Diese waren bei der Reise ja
Schon 21 Jahre auf dem Markt
So erinnerte ihn die Geschichte
Böhmischer Räuber an Karl Moor

Was Grund genug war im Flur in 
Der zuviel bändigen Schillerausgabe
Danach zu schauen was zum Glück
Schnell auch gefunden wurde

Frage mich manchmal wie gut nur
Die Augen der vielen Generationen
Vor mir alle noch waren dass sie
So winzig gut etwas lesen konnten

Sind wir nun alls bildschirmblind
Überlege ich und las weiter in dem
Wunderbaren Band aus der geliebten
Anderen Bibliothek die immer lohnt

Froh sind sie über das gute Wetter
Wollen sich nicht vorstellen wie sich
Auf dem lehmigen Untergrund der
Straße bei Regen wohl führe

Fragen der Reisenden um 1802 die
Uns im Zeitalter des Asphalt schon
Seltsam fremd vorkommen doch 
Wie normal sind gute Straßen je

Sie benennen die böhmischen Dörfer
Oder Städte die sie durchqueren wie
Ihr böhmischer Postillon ein junger
Mann ist böhmisch mit ihnen übt

Weich und angenehm finden sie
Die Sprache wobei Christine laut
Dem jungen Kutscher erfolgreicher
Noch in der Aussprache war als er

Kurz vor Carlsbad das sie nach
Dem letzten Pferdewechsel in
Zweieinhalb Stunden zu erreichen
Hoffen kommt es in einem düsteren

Fichtenwald wieder zu einem der
Großen böhmischen Gewitter das
Sie trotz geschlossenem Dach noch
Völlig durchnässt wie die Fahrt auf

Aufgeweichten Straßen verzögert 
Doch kurz vor der steilen Abfahrt
Nach Carlsbad klart es wieder auf
Sie fahren ganz langsam hinab

Dabei laufen die Gondelas sogar
Während der Kutscher sich extra
Einem hölzernen Bremsschuh für
Die hier extreme Abfahrt auslieh

Angekommen in ihrem Gasthof
In dem ihre Zimmer vorher schon
Der Herzog von Mecklenburg-Strelitz
Bewohnte freuen sie sich sehr

Das erste mal auf der Fahrt durch
Ganz Böhmen saubere Zimmer
Ließ sie vor Freude gleich noch
Einen Abendspaziergang machen

Die Gondelas sind wunderbar auch
In ihrem feinem Bremischen Humor 
Wie ihrer Selbstironie dabei die sie
Alle Katastrophen gut ertragen lässt

Einzig unerträglich ist dabei wenn
Durchschimmert wie ganz genau
Zeitlich alles geplant ist um ja alles 
An Sehenswürdigkeiten zu erledigen

Der Bericht über das erwartbar
Diese Dinge betreffend ist dann 
Entsprechend langweilig wie alle 
Von nur Touristen es immer sind 

Genial werden sie wenn es auch
Um ihr Verhältnis geht und die 
Kleinen und großen Katastrophen
Sie fast zur Verzweiflung treiben 

Dann bestätigen sie mit Humor
Wie wenig lohnend Reisen ist
In Anbetracht der Prüfungen die
Jede Fortbewegung uns auferlegt

Auch die rührende Art des Umgangs
Dieses Liebenden Paares miteinander
Ist lohnende lehrreiche Lektüre für alle
Die schon einmal paarweise reisten

Nur die geplante Erledigung von den 
Sehenswürdigkeiten am Weg finde ich
Eher so langweilig und überflüssig wie
In allen Reiseberichten schon immer

Was mich in der Überzeugung wieder
Bestätigt was du gesehen haben 
Musst lohnt eher nie dafür ist was 
Sonst passiert viel spannender


Weiter geht es auch im Jahr 1802
Mit dem Spaziergang nach Syrakus
Von Johann Gottfried Seume der
Gerade aus Budin berichtet

Damit ist auch der im gleichen Jahr
Durch Böhmen spaziert was ja auf
Dem Weg von Sachsen nach Italien
Naheliegend auch geografisch ist

Herrlich entschuldigt er anfangs
Seine mangelnde Schreibseligkeit
Die der andere verzeihen möge doch 
Mit mehr wäre er im Polstersessel

Zuhause lieber geblieben statt auf
Reisen gen Italien zu gehen was 
Eine feine Selbstironie schon zeigt
Über Dresden nörgelt er dagegen

Diese von ihren Eingeborenen fast
So sehr wie Hamburg von denen
In diesem verregneten Nest verklärte
Provinzstadt sei deutlich überschätzt

Bis heute hätten sie es nicht geschafft
Straßenschilder an den Ecken zu
Montieren was sogar in Polen wie 
In schlesischer Provinz normal sei

Über die Gipssammlung die er in
Zu kurzer Öffnungszeit besichtigt 
Auch mehr Genörgel er freue sich
Mehr auf die Originale in in Italien

So sei Dresden in ganz vielem nur 
Ein überschätzter Abguss auch sei 
Der Dialekt der Sachsen was gen
Pirna noch schlimmer auch würde

Schwerer zu verstehen als das so
Weiche wie wohlig klingende
Böhmisch im Erzgebirge auch die
Bedienungen dort wären viel süßer 

Schwärmt von den obwohl doch 
Katholischen Mädchen die dort in 
Den großzügigen Gasthäusern noch
Aufwarten und gerne hoch begleiten

Weil beim örtlichen Juden in Budin
Lessings Nathan gerade noch
Ausgeliehen war nahm er Kant über
Den einzigen Beweisgrund Gottes

Dieser Humor auch über das Erlebnis 
Mit dem Mädchen aus dem Gasthof 
Auf seinem Zimmer wo sie alle Sünde 
Zu vergeben schien ist wunderbar

Seume ist literarisch humorvoll wie
Zugleich selbstironisch kritisch ein
Kluger Intellektueller der etwas wagte
Damit als Autor Neuland betrat 

Seine Lästerei über die Sachsen
Die ihre Provinzstadt Dresden so
Gerne überschätzen bis heute ist
Mit liebevollem Humor geschrieben 

Dies war übrigens Band 3 aus der
Anderen Bibliothek der 1985 noch
Mit Tiefdruck in Nördlingen erschien
Eine kleine schöne Rarität inzwischen

jens tuengerthal 

Lesenswelt

Lesenswelt

Lese ich Nachrichten
Die manche hören oder schauen
Was mir immer fremd bleibt scheint
Die Welt in katastrophalem Zustand
Davon möchte ich lieber nichts hören
Noch gar bewegte Bilder sehen die 
Wirklichkeit vortäuschen in der ich
Lieber nicht lebe der sich darum
Zum guten Leben in Bücherwelten
Voll Schönheit und mit Phantasie 
Voller Liebe die Träume erfüllt
Statt Erwartungen zu enttäuschen
Wie es ihre Natur eben ist
Zurückzog um dort künftig lieber
Glücklich als Leser zu leben statt
Noch Nachrichten zu lesen 

jens tuengerthal 15.11.25

Himmelblau

Himmelblau

Mir ist so himmelblau zumute
Wenn ich nach unten schau
Auf meinem Telefon die Bilder
Der Liebsten vom Himmel über
Ihr zu betrachten während der
Himmel über Berlin sich ganz
Passend novembrig grau zeigt
Ist was Licht Wärme Liebe zeigt
Mehr in mir als vor der Tür und
So lohnt es manchmal mehr
In sich zu schauen statt den 
Himmel oder das Wetter weiter
Zu beachten im November

jens tuengerthal 15.11.25

Liebeswahnsinn

Liebeswahnsinn

Die Liebe ist ein Wahnsinn
Der so ganz nebenbei auch
Immer wieder wahnsinnig macht
Was Betroffene selten merken

Sobald ihnen ihr Wahnsinn dann
Doch irgendwann bewusst wird
Ist es oft schon vorbei mit der Liebe
Die dann normale Beziehung wird 

Ob das Ende der Liebe das endlich
Die Vernunft zurückkehren lässt ein
Glück für die wieder normalen ist
Scheint dagegen eher zweifelhaft 

Vermutlich muss wer lieben will
Den Wahnsinn in kauf nehmen
Ganz normal lieben zu können 
Was aber zu vernünftig klingt

Mitten im Wahnsinn zu leben
Könnte also natürlich vernünftig sein
Für die Suche nach GIück in der
Liebe die eben ist wie sie ist

Nahe dem Wahnsinn glücklich
Ist zumindest ein Zustand der
Erfüllender ist als nur vernünftig
Ohne ganz große Gefühle dabei

So fragt sich am Ende ob nicht
Der Wahnsinn normal sein sollte
Für immer glücklich zu leben was
Leider wieder sehr vernünftig klingt

Ob diesen Versen noch folgen kann
Wer gerade nicht liebt könnte dabei
Ein tauglicher Beweis sein von dem
Der Flaneur gerade keine Ahnung hat

jens tuengerthal 15.11.25

Herbstregenriesling

Herbstregenriesling

Gegen Viertel nach zwölf bei
Strömenden Regen wieder im
Knallvollen Crossroads zum
Freitagsriesling angekommen 

Tino und Phil II machen die Bar
Die oben wie unten auf fast allen
Plätzen bis auf die exklusive
Flaneurloge gut besetzt ist

Schöne junge Nymphen mit teils
Männlicher Begleitung und Mutti
Ziehen am Flaneur vorbei der sich
Davon nicht sehr ablenken lässt

Die Bar ist dicht besetzt und Dunja 
Ist wieder elegant gewandet dem
Sehr herbstlichen Wetter zum Trotz
Bleibt sie ihrem Stil unbeirrt treu 

Wenn Phil II nicht gerade von oben
Nach unten und umgekehrt rennt
Kassiert er das wechselnde Publikum
Während Tino die Bar entflammt

Für welchen Drink auch immer
Dies kleine Feuer war brachte es 
Doch eine kleine Erleuchtung in die
Sonst eher schummrige Stimmung

Die Musik wechselt zwischen eher
Getragen zu schnelleren Beats ist
Aber nicht weiter störend sonst
Während es draußen weiter regnet

jens tuengerthal 15.11.25

Freitag, 14. November 2025

Lektürentagebuch 14.11.25

Lektürentagebuch 14.11.25

Heute morgen vorm einschlafen
Noch eine wunderbare Geschichte
Im indischen Papageienbuch gelesen
Wie der Brahmane tatsächlich heilt

Die Tochter des Königs hatte ein
Geschwür im Gesicht aber keiner 
Der besten Ärzte wusste Rat da
Versprach der König eine Belohnung

Wer seine Tochter von dem so 
Hässlichen wie schmerzhaften
Geschwür heilen könne solle
1000 Goldmünzen bekommen

Darauf rief die Frau des Brahmanen
Der gerne den Heiler spielte und
Dafür bei den schlanken Frauen
Des Königreichs beliebt war hier

Sie träumte vom Gold ihr Mann
Der immer nur ein Scharlatan war
Bekam Angst was passieren sollte
Wenn er natürlich nicht helfen könnte

Sie redete ihm gut zu er solle es
Nur wie immer machen und auf
Sein Glück bei den Frauen vertrauen 
Das würde ihn schon retten

Als der Brahmane sodann von
Den Soldaten des Königs geholt
Wie zum Palast eskortiert wurde 
War er der nichts konnte besorgt 

Mit der Prinzessin allein flüsterte
Ihr der Brahmane ins Ohr er könne
Nichts und sei nur seiner Frau wegen
Da muss die Prinzessin sehr lachen 

So sehr dass ihr Karbunkel infolge
Von alleine platzte auch weil es reif
Dafür wohl war und der Eiter abfloss 
Nun bekam der Brahmane das Gold 

Wenn sie also so erfolgreich lügen
Könne wie der Brahmane der nichts
Kann noch etwas tat solle sie ruhig
Gehen sagte der Papagei zu ihr

Immer wieder wunderbar sind die
Weit über tausend Jahre alten
Indischen Geschichten aus dem
Papageienbuch die mit den kleinen

Menschlichen Fehlern spielen wie 
Zu einem lachenden Ende auch in 
Notlagen mit viel Weisheit finden
Ein echter geistiger Gewinn 


Als Soldat und brav ist das nächste
Kapitel nach der Initiation im Schnee
Im Zauberberg überschrieben in dem 
Zunächst von Joachims Karriere als

Soldat ganz brav erzählt der es bald
Zum Leutnant sogar bringt und sich 
Auf die Manöver im Sommer freut als
Erstes Fieber ihn plötzlich erwischt

Noch hofft er aufs Manöver in den
Üblichen Postkarten wird noch
Abgewiegelt doch dann nach einer 
Pause kommt das Telegramm

Von Tante Luise Ziemßen also der
Mutter von Joachim die nun das
Kommen ankündigt unklar nur ob
Joachim zu krank oder verschämt

Erfreut ohne jede Schadenfreude
Nimmt Hans Castorp diese kleine
Neuigkeit in der Liegekur lächelnd
Zur Kenntnis und geht später zur

Verwaltung die Zimmer zu reservieren
Wie zu Hofrat Behrens auch ihm die
Neuigkeit gleich wieder mitzuteilen
Wird jedoch erst um Rat gefragt

Der Hofrat mit seiner ganz direkten
Art macht sich Sorgen ob eines
Konfliktes zwischen zwei Patienten
Bei dem Ökonomie gegen Medizin

Im Konflikt miteinander stehen wozu
Hans als erfahrener Patient der alle 
Beteiligten gut kennt auch seinen 
Vorsichtig verschmitzten Rat gibt

Als Behrens dann endlich auch ein
Ohr für Hans Bedürfnis hat donnert
Er gleich los er hätte ja gewarnt auf
Ihn höre ja keiner um lieb zu enden 

Der laute grollende Westfale der ein
Erfahrener Arzt auch ist zeigt sich
Sehr menschlich angerührt dabei
Vom Schicksal seiner Patienten

Ein charakterliches Original hat
Thomas Mann hier wohl nach dem
Echten Vorbild von Katias Arzt im
Sanatorium in Davos geschaffen

Spannend ist wie sich auch im
Hofrat Behrens der seinen Titel
Von irgendeinem Fürsten der auch
Patient einmal war bekommen hat

Ein typisch deutscher Charakter zeigt
Der eine regionale wie auch eine
Nationale Färbung hat bei allem Groll
Als lieber guter Kerl sich doch zeigt

Der zwar erst 1924 publizierte große
Zauberberg spielt noch vor dem Krieg
Zur Zeit der Fürsten und Kaiser als 
Hofrat noch ein wertvoller Titel war

Doch viele britische Produkte werben
Bis heute damit dass sie Lieferanten
Bei Hofe sind mit den je Wappen was
Als Qualität genommen wird dann

Ähnlich ist dieser Hofrat zu sehen der
Vor dem Krieg noch wertvoller als ein 
Nur gewöhnlicher Doktortitel auch war
Mit dem sich der Westfale schmückt

Ein Deutscher Arzt der in der Schweiz
Aus persönlichen Gründen praktiziert
Zigarrenraucher also Genießer wie
Einem guten Tropfen nicht abgeneigt

Zigarrenraucher wie Thomas Mann
Und Hans Castorp der sich als Hamburger seine Zigarren Marke Maria Mancini in Bremen bestellt 

Bei all diesen komischen Szenen den
Autor Thomas Mann zu sehen der 
Sich mit viel Ironie selbst verspottet 
Gibt ein gutes Bild dieses Mannes 

jens tuengerthal 14.11.25

Beziehungsweise

Beziehungsweise

Beziehungsweise wäre wirklich
Keine Beziehung mehr zu wollen
Sondern lieber für sich zu bleiben
Was weniger Risiken immer birgt
Mit Selbstliebe auch genug völlig
Unschädliches Gefühl zu bieten hat
Als geistige Onanie dazu noch
Tiefer befriedigt als alle Versuche
Mit Frauen einer Meinung zu sein
Doch allein der Gedanke nun die
Liebste nackt im Arm zu halten oder
Auch nur sie angezogen zu küssen
Ist anziehend genug alle Weisheit 
In der Liebe lieber zu vergessen
Beziehungsweise aufzugeben
Was ohnehin Frau gegenüber
Immer am weisesten scheint
Außer sie will es anders
Gerade und überhaupt

jens tuengerthal 14.11.25

Staatstragend

Staatstragend

Was ist wirklich staatstragend
Wer als die Bürger sollte es sein
Sollten sie im Zentrum stehen
Die Repräsentanten bei der
Leitung der Verwaltung lieber
Bescheiden schweigen also
Die Politik still sein und nur
Ihre Arbeit tun die sie erst
Staatstragend macht weil es
Im Staat nicht um Einzelne geht
Persönlichkeiten egal sind wie 
Menschen keine Rolle spielen
Nur der Apparat funktionieren soll
Überlege ich nicht ernsthaft aber
So ein wenig mehr von allem wie
Vor allem weniger auch davon
Täte allen vermutlich besser
Ganz allgemein vermutet

jens tuengerthal 14.11.25

Liebestee

Liebestee

Liebestee der die
Gefühle stimuliert ist
Selten wie kostbar

jens tuengerthal 14.11.25

Teeliebe

Teeliebe

Liebe die Frauen
Weil sie Tee gleichen alles
Sensibel zeigen

jens tuengerthal 14.11.25

Liebessorge

Liebessorge

Wer liebt sorgt sich um seine
Liebsten wie nach Möglichkeit
Auch mit Liebe für sie weil es
Ein Bedürfnis aus der Liebe ist

Natürlich können diese meist auch
Für sich sorgen und brauchen diese
Sorge als selbständige Person nie
Aber wer sich geliebt fühlt liebt es

Wer glaubt sich davon dringend 
Emanzipieren zu müssen damit
Sich niemand Sorgen macht mag
Freiheit gegen Liebe eintauschen

Die es genießen sich noch voller
Liebe Sorgen zu machen auch
Wenn dies gelegentlich Leid heißt 
Können noch bedingungslos lieben 

Sie nehmen das immer wieder auch
Leiden hin um ganz füreinander da
Sein zu können was ein kostbarer
Schatz ist der unbezahlbar bleibt

Liebe so wenn ich es wage mal
Zu lieben weil ich mich gerne um
Das Wohl der Liebsten kümmere 
Was manchmal anstrengend ist

Zumindest wenn die Geliebte eine
Prinzessin ist die gerne ständig
Alle Aufmerksamkeit bekommt und
Sich dabei benachteiligt stets fühlt

Doch abgesehen von solchen
Eher pathologischen Fällen für
Die manche ein Magnet sind
Tut Sorge einfach liebevoll gut

So besorgt umeinander zu sein
Bindet enger als nur aus Spaß
Darauf vertrauen zu können ist
Die schönste Burg im Leben

Dabei geht es nicht um Treue
Oder andere nur konventionelle
Gewohnheiten ohne alle Liebe 
Sondern besorgt da sein wollen

Es ist nicht die eher lächerliche
Eifersucht die das Gegenteil von
Liebe noch immer war der es nur
Um Besitzdenken dabei geht

Sorge möchte keine Kontrolle
Weil wer sich aus Liebe sorgt 
Keine Herrschaft über will 
Sondern in der Not da ist

Da sein wollen wenn benötigt
Voller Liebe an Geliebte denken
Um sich egal wie gut zu tun ist
Glück genug sorglos zu vertrauen

jens tuengerthal 14.11.25