Donnerstag, 13. Juli 2023

Kreuzundquerlesen

Kreuzundquerlesen

Heute habe ich mal wieder
Kreuzundqeur gelesen was ich
Besonders liebe wenn ich überall
Für einige Seiten bin um dann
Die Zeit und den Ort zu wechseln
Neue Gedankenwelten zu erkunden
Bewusst zu erleben was verschiedene
Geschichten mit mir machen dabei
Angefangen mit Musils Mann ohne
Eigenschaften wie dort in dessen
Ironische Beschreibung der aufgeregten
Emotionalen Welten der Jugend mit
Den verschiedenen Erwartungen die
Dabei gegeneinanderlaufen sich
Ausschließen oder ergänzen was
Musil sehr fein beobachtet damit
Nachdenklich macht über das eigene
Verhalten in solchen emotionalen
Ausnahmesituationen sodann durch
Durch die Jahrhunderte und gen Westen
Zu Volker Reinhardts feiner Montaigne
Biographie die den großen Essayisten
In seine Zeit stellt und daran gemessen
Neue Perspektiven auf das Werk gibt
Was Michel de Montaigne meinte wie
Womit er dabei beschäftigt war ist sehr
Spannend zu lesen und verändert den
Blick auf die Schriften des großen
Kleinen Franzosen mit der feinen
Bescheidenheit wie ironischen Eitelkeit
Aus der Dordogne ging es dann wieder
Nach Berlin in den Band über den
Dort 24. Juni 1922 der Tag an dem
Rathenau erschossen wurde wie den
Band den Thomas Hüetlin darüber schrieb
Diesmal auch über Rathenaus Verhältnis
Zur Kunst der sich literarisch zumindest
Auch als Künstler sah obwohl zuerst
Industrieller geworden wie die Figur
Des Arnheim in der Musil Rathenau
Als Österreicher karikiert womit sich
Die Kulturgeschichte mit dem Roman
Sehr treffend ergänzte wo nun im
Nächsten Kapitel wieder Arnheim
Alias Rathenau auftaucht und was
Diese Karikatur über beide verrät
Wie Harry Kessler seinen Freund
In der Biographie beschrieb die er
In seiner exklusiven Cranach Presse
Noch aus Weimar herausgab was
Ein spannend differenziertes Bild
Des Mannes gab der sich von Munch
Malen ließ auch wenn er dessen Kunst
Eher nicht mochte aber so seine sehr
Progressive Haltung betonen konnte
Von Berlin aus ging es nach Paris
Nur wenige Jahre in der Zeit zurück
Mit Marcel Proust in den ersten Band
Vom Schatten junger Mädchenblüte
Zu den Beschreibungen der Kostüme
Wie der Einrichtung von Madame Swann
Wie der leicht gehobenen Braue mit der
Dieses immer etwas viel beschrieben wird
Bei der Mutter seiner Traumgeliebten die
Ein Schatten der Erinnerung nur bleibt
Der Sprung von Paris nach Weimar
Beziehungsweise da noch nach Zürich
In Jan Philipp Reemtsmas Biographie
Von Christoph Martin Wieland ging so
Durch Raum und Zeit nahe auch an
Die Wurzeln der eigenen Familie wie
Zu dem was einen Dichter ausmacht
Worüber im nächsten Band nun auch
Dieter Borchmeyer zu Thomas Mann
Zu Werk und Zeit sehr kenntnisreich
Schreibt was das Eintauchen in die
Sprachwelten Manns wie ihre frühe
Entstehung etwa beim kleinen Herrn
Friedemann treffend darstell was
Nach dem Gentleman der deutschen
Literatur naheliegen ließ noch einen
Brief des Earl of Chesterfield an seinen
Sohn über die Kunst ein Gentleman
Zu sein zu genießen wie in dabei
In jeder Formulierung den Briten
Zu hören der seinen Sohn erzieht
Mit dezent erhobener Nase wie der
Obligatorischen steiffen Unterlippe
Dabei wieder im 18. Jahrhundert
Auf der Insel gelandet war der Sprung
Zu Christina von Schweden in der Zeit
Kurz vor ihrer Abdankung in der großen
Biografie von Veronica Buckley also
Ins 17. Jahrhundert fast naheliegend
Nach dieser kleinen Lesereise durch
Raum und Zeit begann der Tag voller
Eindrücke gut belesen wunderbar
Dankbar für die erlesenen Bände die
Den Diwan hier umstehen welche
Solche Zeitreisen sehr erleichtern

jens tuengerthal 13.7.23

Mittwoch, 12. Juli 2023

Lustvirtuosen

Lustvirtuosen

Die Lust braucht große Virtuosen
Um das Orchester der Erotik auf
Seiner ganzen Tonleiter zum Klingen
Zu bringen mit allem Feingefühl was
Erst den Zauber der Lust weckt die
Vorher unmöglich geglaubtes lustvoll
In Bewegung setzen kann was zwar
Vom Trieb ruckartig in Bewegung
Gesetzt wird aber dann eine feine
Sensorik braucht um zum endlich
Geteilten Höhepunkt zu finden
Was fraglos der Gipfel aller Kunst
Der Lust immer ist auch wenn
Die Wege dorthin schon Glück
Genug sein können bleibt das
Glück des Virtuosen doch eine
Frage der idealen Harmonie
Die so selten wie kostbar ist
Zugleich Auflösung braucht
Also Hingabe wie Konzentration
Beieinander wie für sich ganz ist
Diese Balance ist die hohe Kunst
Des Virtuosen der ganz bei der
Anderen wie bei sich dabei ist
Was zum schönsten Gipfel führt
Der geteilt das Glück potenziert
Ein Glück nach dem zu streben
Ein Leben lang sich lohnt für
Wenige Sekunden am Ende
Wie ein bleibendes Gefühl
Lustvollen Glücks 

jens tuengerthal 12.7.23

Liebeskunst

Liebeskunst

In seiner Liebeskunst gibt Ovid
In römischer Verskunst genaue
Anweisungen über Gleichnisse
Wobei er in den ersten beiden
Büchern Anweisungen für die
Männer in Form eines Lehrgedichtes
Gibt im dritten Buch dies analog für
Frauen behandelt die drei Themen
Wo kann ein Mann in Rom ein
Mädchen kennenlernen wie dann
Wenn ersteres gelungen ihre Liebe
Gewinnen und bei Erfolg auch noch
Die Liebe langfristig erhalten dabei
Ist erstaunlich dass er für Frauen
Nur einen analogen Band schrieb
Statt deren 333 was sicher kaum
Genügte diese zu verstehen aber
Vielleicht ist es umgekehrt zu sehen
Für Frauen einfacher die schlichten
Männer zu verstehen als es uns je
Wäre auch nach zwei Bänden eine
Frau und was sie will zu durchschauen
Manches davon wirkt heute mindestens
Altbacken wenn nicht chauvinistisch
Anderes verliert nie seine Gültigkeit
Dabei handelt er das Thema im
Urbanen Plauderton nebenbei ab
Wenn er die Liebe etwa als eine Art
Von Kriegsdienst beschreibt bei dem
Striktester Gehorsam gegenüber den
Verehrten Frauen erforderlich wäre
Oder den Frauen rät ihre Galane
Künstlich eifersüchtig zu machen um
So die Anziehung zu erhalten wie er
Behauptet seine Ratschläge seien
Durch jahrelange Übung getestet
So lobt er besonders die Freuden des
Gemeinsamen geteilten Orgasmus
Was für eine gewisse Erfahrung spricht
Zur gegenseitigen Rücksicht erzieht
Auch die Stellungen beim Verkehr
Werden am Ende des dritten Bandes
Noch durchdekliniert um so auch eine
Praktische Anweisung noch zu geben
Das Werk wurde ein großer Erfolg
Doch Augustus der nach den langen
Bürgerkriegen eine moralische 
Konsolidierung wieder plante war
Weniger erfreut und so war das Werk
Einer der Gründe der lebenslangen
Verbannung Ovids nach Tomis
Allerdings war die Moral wohl nur
Ein vorgeschobener Grund den
Politisch unliebsamen Dichter zu
Verbannen wie die Moral immer
Gerne zur Festigung autoritärer
Macht genutzt wurde weil die Lust
Anarchisch freizügig ist wie alle
Anderen Ziele nachrangig macht
Wie auch immer wir dieses Werk
Heute bewerten wollen die Lektüre
Dieses gerade wieder in einer ganz
Wunderbaren Ausgabe in Übersetzung
Bei Galiani erschienenen Werks der
Antike ist auf jeden Fall lesenswert
Wie des Diskurses darüber wert denn
Nichts bringt uns der Liebe näher als
Das Gespräch über sie wie über die
Lust auf einer wissenschaftlichen
Ebene die neutralen Zugang zu
Sonst eher heiklen Themen ermöglicht
Um befreit lustvoll zu genießen wie
Die Liebe ausleben zu können ob es
Ovid mehr um Sex also die Lust ging
Als die Liebe als freies Gefühl wäre
Heute noch eher der Diskussion wert
Jedenfalls ist die Lektüre von Ovid wie
Das Gespräch über die Liebeskunst
Eine wunderbare Gelegenheit einander
Voll Lust und Liebe näher zu kommen
Auch wenn wir manches ablehnen
Lassen sich über den literarischen
Umweg Vorlieben gut erkennen wie
Das Miteinander ohne große Umwege
Noch mehr genießen was bis heute
Das Ziel der Liebeskunst sein sollte
Denn geändert hat sich am Menschen
Seit hunderttausenden Jahren nichts
Und die Lust verführt wie immer

jens tuengerthal 12.7.23

Kunderaende

Kunderaende

„Die Quelle der Angst liegt in der Zukunft, und wer von der Zukunft befreit ist, hat nichts zu befürchten.“

„Liebe ist die Sehnsucht nach der Hälfte von uns selbst, die wir verloren haben.“

„Menschen, die vom Fortschrittsgedanken fasziniert sind, ahnen nicht, dass uns jeder Schritt vorwärts zugleich dem Ende näher bringt und in den Parolen immer weiter und vorwärts die laszive Stimme des Todes mitschwingt, die uns zur Eile drängt.“

Schwere, Notwendigkeit und Wert sind drei eng zusammenhängende Begriffe: nur das Notwendige ist schwer, nur was wiegt, hat Wert.“

„Mit einer Frau zu schlafen und mit einer Frau einzuschlafen sind nicht nur zwei verschiedene, sondern geradezu gegensätzliche Leidenschaften. Liebe äußert sich nicht im Verlangen nach Liebesakt (dieses Verlangen betrifft unzählige Frauen), sondern im Verlangen nach dem gemeinsamen Schlaf (dieses Verlangen betrifft nur eine einzelne Frau).“

„Wir alle halten es für undenkbar, dass die Liebe unseres Lebens etwas Leichtes, etwas Gewichtloses sein könnte; wir stellen uns vor, dass unsere Liebe ist, was sie sein muss; dass ohne sie unser Leben nicht unser Leben wäre.“

„Es gibt aber noch eine dritte, geheimnisvolle und beunruhigende Kategorie von Frauen. Jene, mit denen wir weder etwas haben durften noch konnten. Sie haben uns gefallen, wir haben ihnen gefallen, haben aber sofort begriffen, dass wir sie nicht haben können, weil wir uns mit ihnen jenseits der Grenze befunden hätten.“

„Es gibt Prüfungen und Verführungen, die kommen in der Geschichte nur ab und zu vor, und niemand widersteht ihnen.“

„Wenn das Herz spricht, findet der Verstand es unanständig, Einwände zu erheben. Im Reich des Kitsches herrscht die Diktatur des Herzens.“

„Das griechische Wort für "Rückkehr" ist Nostos. Algos bedeutet "Leiden". Nostalgie ist also das Leiden, das durch eine unerfüllte Sehnsucht nach Rückkehr verursacht wird.“

„Die einzige Beziehung, die beide Partner glücklich machen kann, ist eine, in der Sentimentalität keinen Platz hat und keiner der Partner einen Anspruch auf das Leben und die Freiheit des anderen erhebt.“

Zitate nach Milan Kundera


Kunderaende

Am 11. Mai 2023 starb Milan Kundera
Möge er in obigen Zitaten in der Erinnerung
Der Leserinnen noch weiterleben von
Den Qualen des Seins befreit ging
Als großer Europäer und Dichter 
In Paris der am 1. April 1929 in Brünn
Geborene Autor der durch das Buch
Der lächerlichen Liebe bekannt wurde
Sein kommerziell erfolgreichstes Buch war
Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
Geistig gezaubert hat er aber auch in
Der Unsterblichkeit die weit über den
Rand der Welt hinaus weist um so
Der Relativität des Seins Raum zu geben
Er entstammt einem relativ bürgerlichen
Umfeld im mährischen so war sein Vater
Musikwissenschaftler wie Direktor der
Musikhochschule in Brünn aber auch
Pianist und Schüler von Leos Janàçek
Entsprechend lernte Milan bereits früh
Klavierspielen und war nach dem Krieg
Wie vor dem Studium Jazzmusiker
Während des Studiums wurde er aus
Der sozialistischen Partei ausgeschlossen
Wie später wieder aufgenommenen und
Endgültig ausgeschlossen noch vor
Seiner Prosa publizierte er Gedichte
Erst politisch dann zwischenmenschlich
Als eine Anpassung an das System
Für ihn keine Perspektive mehr bot
Nutzt er eine Einladung nach Rennes 1975
Mit seiner Frau 1978 nach Paris zu ziehen
Seit 1981 ist Kundera Franzose auch
Als Staatsbürger erhielt jedoch 2019
Seine tschechische Staatsbürgerschaft
Zurück die Romane Unsterblichkeit
Wie Langsamkeit setzen sich kritisch
Mit der westeuropäischen Zivilisation
Auseinander und prangert deren
Unmenschlichkeit wie Technokratie an
Die Geschichte des ihm unterstellten
Verrats an Kollegen aufgrund von spät
Publizierten Protokollen tschechischer
Geheimdienste scheint so obskur wie
Egal für das Werk dieses Autors
Der nun nichts mehr schreiben wird

jens tuengerthal 12.7.23

Wetterfrei

Wetterfrei

Wie abhängig sind wir
Vom Wetter und seinen Launen
Können wir uns davon befreien
Oder nur in gewissem Maß
Wie einen Regenschirm nutzen
Und vor der Sonne schützen
Doch hängt unsere Stimmung
Gerne auch am Wetter was
Manchmal gar nicht passt
Oder gerade perfekt ist
In Extremen anstrengt
Ob als Hitze oder als Kälte
Katastrophen verursacht weil
Es unsere Pläne stört die
Ganz entgegengestzt sind
Je nach Bedürfnis oder
Der eigenen Natur wie mich
Schon geringer Seegang
Eher unwohl fühlen lässt
Den ich meide wie es einst
Thomas Mann auch tat
Der das Meer am liebsten
Vom Strandkorb aus sah
Während Wind und Wellen
Anderen viel Freude bringen
Wie ich als Leser Regentage
Mehr liebe als auf dem Rad
Wo sie mir eher lästig sind
Wie Bauern und Gärtner sich
Regelmäßig Regen wünschen
Aber Urlauber gern Sonne haben
Manches kann Wetter verhindern
Anderes erst möglich machen
Frage mich ob es besser wäre
Sich vom Wetter zu befreien
Um ungestört zu leben oder
Im Einklang mit der Natur
Wie sie sich gerade zeigt
Das Leben angenehmer ist
Zumindest zeigt es viel
Gelassenheit sich nicht
Stören zu lassen aber auch
Ignoranz es zu vergessen
Dazwischen balanciere ich
Lieber planlos im Wetter
Um es nehmen zu können
Wie es gerade kommt aber
Angepasst zu reagieren
Weil nichts muss aber alles kann
Wenn ich genieße was ist
Wie es ist statt noch etwas
Erzwingen zu wollen

jens tuengerthal 11.7.23

Lebensfreude

Lebensfreude

Was macht Lebensfreude aus
In einem Leben was sich mit
Zunehmender Schwäche nur
Dem Tod und also dem Ende
Langsam oder schnell nähert
Lohnt es sich den kleinen
Zwischenraum zu nutzen
Um es mit Anstand noch
Hinter sich zu bringen auch
Wenn die Aussichten tödlich sind
Was wir im Leben tunlichst
Vermeiden oder verschweigen
Weil der Tod gefürchtet wird
Um die Angst vor diesen sich
Die Religionen wie wir den
Organisierten Aberglauben nennen
Einst gegründet haben mit ihren
Versprechen eines Seins nach
Dem Sein was geglaubt wird
Dem beschränkten Sein nach
Der Natur Lebensfreude quasi
Einzuzaubern egal wie logisch
Dies je ist glauben es viele
Lieber als die Endlichkeit alles
Leidens zu genießen was der
Qual ein absehbares Ende gibt
Die vielleicht Freude genug ist
Zu genießen was noch bleibt
Mehr ist es vermutlich nicht
Aber das kann genug sein
Genießen wir was ist

jens tuengerthal 11.7.23

Naturkunst

Naturkunst

Natur ist wunderschön
Zumindest manchmal
Übertrifft sie alles was
Menschen so schaffen
Doch ist sie natürlich
Aus sich gewachsen
So schön wir sie finden
Kann sie keine Kunst sein
Weil sie kein menschliches
Kulturprodukt ist also nicht
Ergebnis kreativer Schöpfung
Egal ob das Kunstwerk nun
Ergebnis des Prozesses ist
Oder dieser selbst schon war
Manchmal jedoch verschwimmen
Kunst und Natur ununterscheidbar
Etwa in der Gartenkunst wo wir
Die Kräfte der Natur nutzen oder
Wo Natur mit dem Kunstwerk
Verwächst und es so formt
Auch wir Menschen sind stets
Teil der Natur als Wesen
Brauchen sie um zu leben
Auch nach unserer Natur
Warum die Unterscheidung
Von Kunst und Natur mir
Willkürlich gewählt scheint
So ist der Ackerbau eine
Kultivierung der Natur die
Doch kein Kunstwerk ist
Wie manche Natur Werke
Schafft die künstlerisch uns
Wertvoller erscheinen etwa
Bei Edelsteinen oder auch
In vollkommen geformten
Steinen oder Holz nur fehlt
Dabei der Künstler und seine
Idee die erst das Kunstwerk
Als solches schaffen kam
So trennt die Idee die Natur
Von der Kunst ohne dabei
Sicher zu sein ob Künstler
Sich bewusst sein müssen
Was sie wollen oder tun
Womit die Grenze am Ende
Wieder ein wenig verschwimmt
Vielleicht ist es besser so um
Am Ende alles offen zu halten

jens tuengerthal 11.7.23

Dienstag, 11. Juli 2023

Akademiekünstler

Akademiekünstler

Am 11, Juli 1696 seinem Geburtstag
Es war der 39. nebenbei bemerkt
Gründete Friedrich III. Kurfürst von
Brandenburg der sich ab 1701 dann
König Friedrich I. in Preußen nennen
Durfte wo er sich daselbst auch krönte
Die Academie der Mahler Bildhauer und
Architecten Kunst die zur heute noch
Bestehenden Akademie der Künste
Dann wurde sie ist die Nachfolgerin
Der Preußischen Akademie der Künste
Zu deren Mitgliedern so prominente
Künstler wie Schadow Zelter Rauch
Schinkel Menzel Zille und Liebermann
Wie die Manns einst gehörten sie trug
Über die Jahre verschiedene Namen
War während der deutschen Teilung
Sogar zweigeteilt noch ist aber seit
1993 auch wiedervereint in ihrem Haus
Am Pariser Platz 4 neben dem Adlon
Residiert sie seit 2005 wieder in einem
Von Günter Behnisch errichteten Neubau
Der die alten Ausstellungsräume von
Ernst von Ihnes von 1907 mit integriert
Erster Standort der Akademie war bis
1901 der königliche Marstall der noch
Unter den Linden 3 stand wo heute die
Staatsbibliothek steht später zog sie
Noch einige male Unter den Linden um
Bis sie an ihren heutigen Platz kam
An dem das Palais Arnim von Knoblauch
Gebaut stand was im Krieg zerstört wurde
Die Akademie der Künste ist sowohl ein
Ausstellungs wie Veranstaltungsort der
Künstlern und Kunstinteressierten eine
Stätte der Begegnung gibt wie auch Ort
Für öffentliche Debatten über die Kunst
Wie die Kulturpolitik ihr Archiv zählt zu
Den bedeutendsten interdisziplinären der
Kunst des 20. Jahrhunderts sie verfolgt
Ausschließlich gemeinnützige Aufgaben
Wie Repräsentation des Staates auf
Dem Gebiet der Kunst Förderung dieser
Vertretung der Kunst in der Gesellschaft
Entfaltung internationaler Wirkung von
Berlin aus kulturelle nationale Entwicklung
Pflege des kulturellen Erbes wie Beratung
Und Unterstützung der Bundesrepublik in
Dingen der Kunst und Kultur dabei hat die
Akademie höchstens 500 Mitglieder die
Von den Sektionen benannt wie gewählt
Vom Präsidenten der Akademie berufen
Werden dazu können noch Künstler als
Ehrenmitglieder berufen werden zu den
Zu den Präsidenten gehörten neben
Max Liebermann und Heinrich Mann
Arnold Zweig Hans Scharoun Günter Grass
Heiner Müller Walter Jens Adolf Muschg
und Klaus Staeck seit 2005 ist Präsidentin
Jeanine Meerapfel der frühere Hauptsitz
Der West-Berliner Akadamie im Hansaviertel
Wird noch weiter teilweise genutzt
Zu den Schätzen des Archivs gehören das
Peter Zadek Archiv wie das von Schlingensief
Daneben Zeichenfolgen von Chodowiecki
Wie die Amalfi Skizzenbücher von Blechen
Der Nachlass von George Grosz und
John Heartfield wie viele Künstler mehr
Die Akademie verantwortet auch noch
Zahlreiche Publikationen die auch von
Großen Künstlern gestaltet wurden
Sie ist aus preußischer Tradition bis
In die Gegenwart ein Ort der Künste
Von großer Bedeutung in Berlin

jens tuengerthal 11.7.23

Zeitlust

Zeitlust

Steigert sich die Lust mit der Zeit
Oder lässt sie natürlich nach weil
Was bekannt ist seinen Reiz verliert
Gibt es eine ideale Zeit für die Lust
Am besten angetrunken des Nachts
Oder ernüchtert am Morgen mit
Dann wieder ausgeschlafener Kraft
Die Lust stehen wie fließen lässt
Kommt es auf das Tempo dabei an
Kann jede Lust richtig und gut sein
Egal ob schnell und geil oder ganz
Langsam genüsslich solange es
Die Beteiligten ganz genießen
Überlege ich und liebe die Lust
Am Morgen meist besonders 
Würde aber keine abwerten wollen
Weil Lust wenn sie gut ist einen
Raum jenseits der Zeit schafft
Diesen zu teilen ist genug um
Egal wann glücklich zu sein
Denke ich und weiß nicht mehr
Was noch mehr sein könnte

jens tuengerthal 10.7.23

Liebeszeiten

Liebeszeiten

Gibt es eine ideale Zeit für die
Liebe im Jahr wie im Leben
Ist es der Frühling oder die
Jugend voll ahnungsloser
Aufregung noch oder eher
Das Alter in dem wir endlich
Gelassen reife Trauben ernten
Um zu genießen was ein Leben
Wuchs unsere Lust zu mehren
Ist frisch verliebt viel besser mit
Aller kopfverdrehten Aufregung
Die jeden klaren Gedanken raubt
Oder gelassen mit etwas Abstand
Ohne Gefahr zu großer Aufregung
Einfach genießen was kommt was
Dem Dichter nach vielen Jahren
Mit viel zu viel immer Aufregung
Gefühlt heute näher liegt aber nie
Wagte ich zu urteilen was wird
Oder wie Liebe zu sein hat noch
Welche Zeit am besten ist doch
Die Kunst die gerade Gegenwart
Als beste aller möglichen Welten
Zu genießen würdigt die gerade
Aktuelle Liebe am besten warum
Sich keine Fragen mehr stellen
Was ist ist immer am besten
Komme was wolle und wo es
Nicht so scheint ist es längst
Vorbei wir wollen es nur nicht
Loslassen was besser täte um
Schönste Liebeszeiten wieder
Im Moment zu genießen denn
Mehr bleibt im Leben nie

jens tuengerthal 10.7.23

Klimazeit

Klimazeit

Beim Klima haben wir es eilig
Um noch die Ziele zu erreichen
Welche die längst beginnende
Klimakatastrophe noch aufhalten
Doch frage ich mich ob Eile je
Zu irgendwas gutem führte
Oder mehr Schaden anrichtete
Weil es nur fortsetzt was das
Problem ist statt endlich alle
Weniger zu tun wie als Ziel
Reale Reduktion zu fördern
Wachsen unnötige Konferenzen
Zu denen überflüssig geflogen wird
Was den Schaden weiter potenziert
Sich Zeit für das Klima zu nehmen
Hieße endlich weniger zu tun statt
Weiter immer mehr zu wollen so
Gut die Ziele sein mögen braucht
Das Klima am dringendsten von
Allem weniger zuerst Menschen
Dann Wachstum und Flüge wer
Damit beginnt tut wirklich was
Alle anderen machen nur weiter
Wie bisher unter scheinbar nur
Anderen Vorzeichen wird weiter
Auf Wachstum noch gesetzt das
Keine Welt weiter ertragen kann
Wir brauchen endlich weniger
Statt mehr um noch etwas
Bewegen zu können alles
Andere sind nur Ausreden
Wieder nichts zu tun fraglich
Nur ob noch so viel Zeit bleibt
Bis alle es gemerkt haben

jens tuengerthal 10.7.23

Gelegenzeit

Gelegenzeit

Manchmal ergeben sich
Gelegenheiten der Zeit
Zu entfliehen um bei sich
Zu bleiben statt weg zu wollen
Wer nichts mehr muss kann
Alles sein lassen wie es ist
Wie genießen was ist statt
Noch Ziele zu verfolgen
Sich an dem freuen was kommt
Weil Natur sich alleine bewegt
Dieser höchste Luxus unbeschränkter
Gelegenzeit könnte gewürdigt unser
Leben viel gelassener machen um
Mitzubekommen was in uns ist
Sich alle Zeit der Welt zu nehmen
Weil diese im Überfluss hat wer
Es wagt sie sich zu nehmen denn
Der Irrtum wir könnten dem Licht gleich
Die Zeit mit Geschwindigkeit überlisten
Ist eine so tödliche Täuschung wie der
Wahn es bräuchte immer mehr wo
Weniger zu müssen der Luxus ist
Der uns Gelegenzeit schenkt wenn
Wir wagen einfach stehen zu bleiben
Wie geschehen zu lassen was will
Nutzen wir die Gelegenzeit optimal
Mit wohliger Gelassenheit im Strom
Der alleine fließt während wir nur
Genießen können was ist wie es ist
Weil wir dann nichts mehr müssen

jens tuengerthal 10.7.23

Montag, 10. Juli 2023

Langsamkeitsexpedition

Langsamkeitsexpedition

Eines meiner liebsten Gedichte
Beginnt mit den Worten heute habe ich
Nichts gemacht aber viele Dinge
Geschahen in mir wer die Größe
Dieses Glücks für sich erkennt
Kann ein Universum entdecken
Ohne irgendwohin zu müssen
Sich gegen die Zeit auf den Weg
Zur Langsamkeit zu machen
Erfordert mehr Mut als nur mit
Dem Strom rasender Massen
Zu schwimmen die sich halt
Irgendwohin bewegen um dort
Irgendwas zu erleben was sie
Besser ließen um anzukommen
Wie da zu sein statt wegzulaufen
In ständiger Unruhe unterwegs
Was dann Urlaub genannt wird
Die Welt die sie betrachten wollen
Angeblich lieben würden dabei
Ganz nebenbei zerstört also ein
Asozial dummes Tun eigentlich ist
Dächte irgendwer darüber nach
Machte es nicht nur mit im Strom
Der Zeit die das Reisen mit hoher
Geschwindigkeit als Urlaub noch
Deklariert im Etikettenschwindel
Den wir unser Leben nennen
Die Expedition zur Langsamkeit
Fordert das genaue Gegenteil
Einfach nichts tun um dafür die
Dinge in sich geschehen zu lassen
Niemand muss irgendwo hin aber
Alle müssen mit sich klarkommen
Was die wenigsten noch je tun
Wie zur Ruhe finden in der Unruhe
Um noch zu wissen was sie wollen
Was wer nur der Herde folgt nie merkt
Sich weniger bewegen um dafür
Die weiten Welten in sich zu finden
Ist der erste Schritt in die Wildnis
Die uns unseren eigenen Urwald zeigt
Wie zu unserer Lust uns führt was
Auch immer wer darunter versteht
Das Dasein wird gelassen gut
Nur erfordert es viel Mut sich
Dem Strom der Unruhe aus
Nichtigkeiten entgegenzustellen
Wer es wagt gewinnt viel
Der Rest macht weiter
Wie immer ohne dabei
Nachdenken zu müssen

jens tuengerthal 10.7.23