Freitag, 14. Oktober 2016

Ortlos

Kein Ort Finsternis
Im Theater unterm Dach
Frei nach Christa Wolf
Als Suche in der Dunkelheit

Theater und Tanz genial kombiniert
Windet sich durch die Depression
Die mitten im Netz der Gesellschaft
Völlig einsam macht im dann Nichts

Heinrich v. Kleist und Caroline v. Günderode
Begegnen sich bei einer Teegesellschaft
Als Fiktion der literarischen Romantik
Von Wolf als Treffen zweier Depressiver

Zwei die sich erkennen und fühlen
Und doch nicht ganz nah kommen
Sich im Netz der Konventionen noch
Verlieren den übrigen verwirrt scheinen

Genial gespielt von Judith Rosmair und
Rainer Strecker als Günderode und Kleist
Choreographiert und getanzt von Victoria Hauke
Unter der Regie von Anne Schneider

Die Verlorenheit großartig in Szene gesetzt
Schafft sich die Musik aus der Bewegung
Die Verabredung zweier die für sich je den
Freitod wählen im sensiblen Leid gefangen

Sie verlieren sich als Verlorene aneinander
Finden sich nicht und verirren sich dabei
Zwischen Netz und Gitter bis sie sich dann
Doch noch dazu verabreden im Ringen

Am Ende ein Anfang der den Besuch allein
Schon lohnt die wir das reale Ende beider
Kennen und es bleibt die Frage nach der
Erlösung aus der ortlosen Finsternis

Wie viele sind gefangen im Nichts überall
Auch nebenan manchmal sogar in uns
Vielleicht werden sie durch den Blick
Den großes Theater wirft sichtbarer
jens tuengerthal 13.10.2016

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Nobelballade

Es rollen die Steine aus Stockholm her
Der Nobelpreis für Literatur ist vergeben
Ein Dichter und Sänger war nicht schwer
Es soll die leichte Muse auch hochleben

Bob Dylan wurde genobelt wer hätt’s gedacht
Lange wurde der Barde von Literaten verlacht
Nun steht er erhoben im Kreise der Großen
Der romantische Nuschler gewann beim Losen

Die Antwort warum weiß wohl nur der Wind
Wie schön wenn Dichtung endlich geehrt
Den Bob kennt schließlich noch jedes Kind
Er hat sich schon so lang danach verzehrt

Bob Dylan wurde genobelt wer hätt’s gedacht
Lange wurde der Barde von Literaten verlacht
Nun steht er erhoben im Kreise der Großen
Der romantische Nuschler gewann beim Losen

Der Sänger ist längst für viele eine Ikone
Seine Texte ließen die Massen singen
Am Lagerfeuer noch er bei uns wohne
Seine Lieder wie Erinnerungen klingen

Bob Dylan wurde genobelt wer hätt’s gedacht
Lange wurde der Barde von Literaten verlacht
Nun steht er erhoben im Kreise der Großen
Der romantische Nuschler gewann beim Losen

Ob Dylan nun wirklich der größte lebende Dichter
Wie das Komitee die Überraschung begründete
Scheint etwas fraglich es ginge auch schlichter
Zumindest einer der viele Lust daran entzündete

Bob Dylan wurde genobelt wer hätt’s gedacht
Lange wurde der Barde von Literaten verlacht
Nun steht er erhoben im Kreise der Großen
Der romantische Nuschler gewann beim Losen

Vielleicht war es eine Stimme zu den Wahlen
Ein Aufschrei gegen den widerlichen Trump
Warum sie den Ami Liedermacher nun qualen
Die Literaten rümpfen die Nase ganz plump

Bob Dylan wurde genobelt wer hätt’s gedacht
Lange wurde der Barde von Literaten verlacht
Nun steht er erhoben im Kreise der Großen
Der romantische Nuschler gewann beim Losen

Gönnen können heißt Größe wohl zeigen eher
Darum denk ich mir still nur meinen Teil hier
Gratuliere dem Barden ohne innere Abwehr
Mit der Minne schließlich begann Dichterzier

Bob Dylan wurde genobelt wer hätt’s gedacht
Lange wurde der Barde von Literaten verlacht
Nun steht er erhoben im Kreise der Großen
Der romantische Nuschler gewann beim Losen
jens tuengerthal 13.10.2016

Sachsentod

Sachsen ist ganz zauberhaft
Nicht nur weil dort bekanntlich
Die schönen Frauen auf den Bäumen
Wachsen was ja schon genügte

Auch in barocker Pracht entfaltet
Hat Dresden noch Zauber genug
Für Momente Pegidahässlichkeit
Zumindest erfolgreich zu ignorieren

Auch Leipzig mit der Kunst kann
Schöner wirken als es ist uns die
Menschen am Bahnhof schienen
So scheint manches in Sachsen

Immer mehr Schein als Wirklichkeit
Scheint sächsische Devise schon lang
Augusts Lusthöhle wurde Friedrich
Vermutlich zur syphilischen Hölle

Statt Gold schufen die Alchemisten nur
Porzellan das sie sich vergolden ließen
Wovon dann jeder sich seinen Teil noch
Abzweigt wie es eben in Sachsen so geht

Darum scheint es an der Zeit nun
Das Land zu beaufsichtigen dem
Die Kontrolle verloren ging sowohl
Im Rechstsstaat wie an der Macht

Nun starb einer in Sachsen
Der es so wollte was nicht
Weiter der Worte wert wäre
Wer verstünde es nicht dort

Noch dazu als Syrer und Verdächtiger
Im Land von Pegida AfD und NPD
Klar wenn sich einer dort aufhängt
Bevor die Sachsen selber aufräumen

Verständnisvolle sächsische Justiz mit
Weniger unfähiger als nachsichtiger
Polizei im Bündnis wollte den nun Toten
Noch mit Warnschuss entkommen lassen

Leider waren die syrischen Landsleute
Zu Leipzig zu deutsch und übergaben
Den bereits gefesselten Topterroristen
Den schutzbehinderten Einsatzkräften

Die ihm aus Sicherheitsgründen nicht
Hinterherlaufen konnten als dieser dem
Sondereinsatzkommando mitten in die
Frühstückspause platzte mussten verhaften

Für den Bundesanwalt verwahrte das Land
Sachsen das sich wiederholt besonders nur
Durch Inkompetenz und Versagen ausweist
Den gefürchteten potentiellen Terroristen

Was hat eine Polizei die mit Pegida noch
Sympathisiert für ein Interesse daran den
Der alle Vorurteile bestätigt zu verhaften
Warum ist das Schweigen dort so laut

Einer der eines Selbstmordattentates nur
Verdächtig ist muss natürlich darum nicht
Gleich suizidgefährdet sein nur weil er sich
So oder so umbringen wollte ist doch klar

Wenn eine Psychologin das sagt muss keiner
Mehr nachdenken in Sachsen wie wenn einst
Biedenkopf sagte Sachsen sein nicht für Rechte
Parolen anfällig weil echte Demokraten längst

Dass einer die Lampe abreißt oder Steckdosen
Aus der Wand wütet wäre nicht der Rede wert
Außer er will sich damit zufällig umbringen was
Aber die die Fachfrau ja bereits ausschloss

Weniger denken scheint in Sachsen noch ein
Erfolgsrezept fragt sich nur wie lange dieser
Geballten Inkompetenz noch weiter tatenlos
Nur zugesehen wird bis sich etwas ändert

Sachsen verliert dank Pegida als Standort
Immer weiter an Wert wird zum Reservat
Für beschränkte neue Rechte denen noch
Von der Polizei viel Erfolg gewünscht wird

Hat wer noch Fragen an die Situation dort
Sollten wir es nicht besser völlig neu mit
Aufrichtigen Menschen aus Syrien besiedeln
Die besser als die Polizei ihre Arbeit tun

Sachsen ist schon lange ein Moloch in vielem
Prostitution wie Kriminalität hatten einen eigenen
Schutzraum dort bei den Saubermännern die
Den Bayern auch darin erfolgreich nacheiferten

Es wundert sich keiner wirklich was dort geschah
Vielleicht wie auffällig geradezu peinlich schnell
All dies passierte was andernorts wohl zumindest
Einige Köpfe in Inkompetenz rollen ließe

Dort sind sie sich wenn auch errötend einig
Alles gut wir haben getan was wir konnten
Ordnungsgemäß wäre alles abgelaufen nach
Sächsischer Gefängnisordnung mangelfrei

Befürchte inzwischen sie glauben das selber
Sind so unheilbar von sich überzeugt wie sonst
Es nur die Bayern verkörpern dass sie nicht mal
Wo es untragbar wird Fehler noch eingestehen

Wer nicht merkt was falsch läuft ändert nichts
Wo sich nichts ändert geht es weiter wie immer
Nichts anderes wünschen die Menschen dort
Im immer noch barocken Paradies an der Elbe
jens tuengerthal 13.10.2016

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Bibliotheksballade

Bibliotheken sind Orte für Wissen
Aber weit über die Vernunft hinaus
Sind sie der Träume bestes Kissen
So sind sie Gefühl und Verstand Haus

Mancher verbringt Nächte hinter Theken
Andere lieber ihre Tage in Bibliotheken
Die Büchertempel heiligen ohne zu beten
Können auch Atheisten vor sich vertreten

Wo Bücher sich in Menge sammeln
Menschen lesend zusammenfinden
Findet sich Geist auch beim gammeln
Hier können sich Lust und Liebe verbinden

Mancher verbringt Nächte hinter Theken
Andere lieber ihre Tage in Bibliotheken
Die Büchertempel heiligen ohne zu beten
Können auch Atheisten vor sich vertreten

Quelle der Aufklärung immer doch mehr
Auch ein Ort tief empfundener Bücherliebe
Die Lust zu lesen findet sich nicht schwer
Aufklärung der die Leidenschaft bliebe

Mancher verbringt Nächte hinter Theken
Andere lieber ihre Tage in Bibliotheken
Die Büchertempel heiligen ohne zu beten
Können auch Atheisten vor sich vertreten

Lange haben Klöster und Kirchen noch
Die Bücher gehütet wahre Tempel gebaut
Gegen die manche heutige nur ein Loch
Besser wir hätten uns dort was abgeschaut

Mancher verbringt Nächte hinter Theken
Andere lieber ihre Tage in Bibliotheken
Die Büchertempel heiligen ohne zu beten
Können auch Atheisten vor sich vertreten

Die Bücherorte lieben um dort sehnsüchtig
Sich in schönster Umgebung ihnen hinzugeben
Sie mit allen Sinnen genießen ist prächtig
Worauf kommt es sonst schon an im Leben

Mancher verbringt Nächte hinter Theken
Andere lieber ihre Tage in Bibliotheken
Die Büchertempel heiligen ohne zu beten
Können auch Atheisten vor sich vertreten

Wer Liebe zu den Büchern miteinander teilt
Diese Sehnsuchtsorte voller Liebe besucht
Findet mehr als wer nur geschäftig hin eilt
Zwischen den Regalen wird es auch verrucht

Mancher verbringt Nächte hinter Theken
Andere lieber ihre Tage in Bibliotheken
Die Büchertempel heiligen ohne zu beten
Können auch Atheisten vor sich vertreten

So sind Bibliotheken wohl stets Orte der Liebe
Immer der des Geistes manchmal auch noch
Der Körper wenn wir folgen dem tiefstem Triebe
Wo Geist und Körper genießen in ihrem je Loch

Mancher verbrachte schon Nächte hinter Theken
Da trieb ich es lieber des Tages in Bibliotheken
Die Büchertempel lustvoll heiligen ohne zu beten
Können auch Atheisten natürlich vor sich vertreten
jens tuengerthal 12.10.2016

Aufklärungsnot

„Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben.“

Was Aufklärung ist definierte Kant
Unübertroffen bis heute als einzig
Befreiung des Einzelnen aus der
Selbstverschuldeten Unmündigkeit

Selbst schuld ist wer nicht kritisch denkt
Obwohl es nicht an Verstand mangelt
Unmündig ist wer sich seines Verstandes
Nicht ohne Hilfe anderer bedienen kann

Für Kant waren Faulheit und Feigheit
Der Grund warum ein großer Teil der
Menschheit zeitlebens unmündig bleibt
Weil sie lieber andere denken lassen

Dies tun sie obwohl sie nach der Natur
Die Mittel haben vernünftig und kritisch
Über die Dinge nachzudenken sich eine
Eigene kritische Meinung zu bilden

Dann lauschen sie Führern oder Predigern
Denen sie folgen und die ihnen sagen was
Gut und richtig sei obwohl die Natur doch
Uns die Fähigkeit gab selbst zu denken

In den über 200 Jahren seit 1783 als Kant
Diesen Text als quasi Leserbrief veröffentlichte
Hat sich wenig geändert eher im Gegenteil
Nur sind andere an Stelle der Kirche getreten

Es war die Reaktion auf die provozierende Frage
Eines Pfarrers in einer Fußnote zu einem Text der
Sich über die anonym vorgeschlagene Zivilehe
Erregte sah er doch seine Pfründe schwinden

Zum Glück hatte Kant nicht den Text des Berliner
Philosophen Moses Mendelssohn zum Thema zuvor
Gelesen hätte er doch seinen sonst nach eigenem
Bekunden gar nicht mehr geschrieben

Dann würde der Philosophiegeschichte ein ganz
Wichtiger Beitrag fehlen der in vielem das Denken
Kants vollständig schon enthält vor allem seinen
Hohen Respekt gegenüber der Freiheit aller

Sapere aude ist nach Kant der Wahlspruch
Der Aufklärung was heißt wage zu wissen
Woraus die Maxime der Aufklärung wächst
Die da ist jederzeit selbst zu denken

Kant rügt zwar die Faulheit doch greift er
Dabei nicht die Bedingungen des Staates an
Dessen Beamter er ist und fordert statt der
Revolution lieber Reformen zum denken

Die Freiheit ist für ihn zentral wie er auch
Im kategorischen Imperativ schon einmal
Die Gewissenfreiheit über alle Gesetze stellte
Da jeder nur daran sein Handeln messen soll

Gesetze und Gebote der Kirche haben danach
Weniger Gültigkeit als das Gewissen eines jeden
Kombiniert mit dem Ziel der Aufklärung die für ihn
In der Natur liegt er ist ein versteckter Radikaler

Er ließ sich von Beamten und Pastoren so lesen
Dass er damit keinen Ärger als doch preußischer
Professor in Königsberg bekam was ihn von den
Anderen radikalen Aufklärern sehr unterschied

So wird Kant dem eigenen Bekenntnis gemäß
Nie als Revolutionär gesehen sondern als Reformer
Der ruhig auf eine Erweiterung des Horizontes
Hinarbeitete statt gegen Verbote zu zündeln

Die Gruppe der radikalen Aufklärer in Paris
Die sich beim Baron Hohlbach traf um die
Enzyklopädie unter Diderot zu schreiben wie
Die Welt radikal anders zu denken war anders

Diderot selbst saß einige Zeit in der Bastille
Weil die Kirche ihn angeklagt hatte warum
Die Gruppe um Hohlbach Grimm und Diderot
Versteckter aber radikaler agierte als Kant

Sie schrieben Bücher in denen sie erklärten
Warum Götter völlig absurder Aberglaube sein
Im aufgeklärten Staat nichts verloren hätten
Doch taten sie es im Verborgenen immer

Diskutierten mit den großen Geistern ihrer Zeit
Von Hume bis anfänglich auch Rousseau der
In seinem Wahn sich später alle Freunde noch
Zu Gegnern machte ein Gläubiger immer blieb

Es ist dieser Kreis der konsequent atheistisch
Dachte der heute als radikale Aufklärer noch
Gerühmt wird die ihre Weltsicht teils auch noch
Verborgen in der Enzyklopädie in die Welt trugen

Im Frankreich Ludwigs XV. war dies nur verborgen
Möglich zu stark die Macht der Kirche auf der doch
Das Gottesgnadentum des Königs ruhte wie mit Hilfe
Der Gönner bei  Hof zu denen die Pompadour zählte

Diderot hatte später noch eine andere Gönnerin
Katharina die Große von Rußland jene deutsche
Prinzessin von Anhalt die Zarin durch Putsch wurde
Aber manches an Aufklärung in Russland realisierte

Zu wenig nach Diderots Sicht der sie einmal besuchte
In Petersburg nachdem sie ihn lange großzügig schon
Finanzierte wo er sie zum aufgeklärten Staat verführen
Wollte so unkonventionell wie der Franzose eben war

Auch Friedrich der Große war ein Zeitgenossen von
Diderot und der Cotherie die sich auch Boulangerie
Noch nannte als engster Kreis der radikalen Aufklärer
Doch wollte Diderot ihn anders als Voltaire nie treffen

Mit Voltaire dem auch reichen Bankier der zu lange
Als Kopf der Aufklärung galt und doch mehr Dichter
Wie in manchem Gläubiger noch war stritt sich dafür
Friedrich nach anfänglicher Freundschaft heftig wohl

Auch Friedrich war Atheist wie er in einer Schrift
Die er noch als Kronprinz verfasste deutlich machte
Doch hielt er als König den Glauben des Volkes noch
Für nötig warum er viel seltsames noch duldete

Ob Katharina die unsere Kanzlerin als Vorbild wählte
Aufgeklärter war als Friedrich weil sie Diderot förderte
Auch wenn sie Realpolitikerin blieb seine radikalen
Ideen nicht in ihrem Reich umsetzte bleibt fraglich

Die völlige Freiheit die Kant als Aufklärung definiert
Hat als logische Konsequenz die Demokratie wie
Eine Republik der Freien wenn überhaupt Staat
Der immer erst nach dem Gewissen wohl käme

Auch wenn der Philosoph es nie so klar sagte
Gehorsamer Staatsdiener blieb ist dies wohl
Das logische Ziel der Aufklärung wagen wir
Sie bis zu Ende zu denken statt aufzugeben

Zögerlicher noch in ihrem Menschenbild waren die
Radikalen Aufklärer aus Paris die als Kompromiss
Für eine konstitutionelle Monarchie plädierten auch
Wenn Königsherrschaft als gottgewollt immer galt

Kant gab die absolute Redefreiheit als Bedingung
Für den öffentlichen Gebrauch der Vernunft nach
Der jeder sein Gewissen prüfen soll um gut zu handeln
Was die Meinungsfreiheit zur Grundlage machte

Damit war der Königsberger Professor ganz leise
Viel radikaler als die Pariser Kollegen vor allem
Wo wir ihn kantianisch konsequent zu Ende denken
Verliert jede Herrschaft ihre Existenzberechtigung

Kind seiner Zeit und kluger Professor schränkte er
Selbst etwa für Offiziere oder Beamten ein dass sie
Einem Befehl ohne nachdenken folgen müssten
Was die Freiheit zu räsonieren doch einschränke

Doch dürfe nach Kant keinem verwehrt werden
Im Nachhinein darüber zu reden oder zu schreiben
Was er einen Fehler fand womit die Freiheit klar
Über die Hierarchie am Ende doch steht

Es ist dies der indirekte sanfte Weg der Aufklärung
Der keine Revolution im Staat fordert sogar noch
Den Gehorsam ethisch begründet ihn dann aber
Durch die Redefreiheit für die Zukunft relativiert

Die Frage ob wir in einer aufgeklärten Zeit leben
Verneinte Kant weil die meisten Menschen noch
Vor allem in religiösen Dingen unmündig seien
Also ohne fremde Leitung selbständig zu denken

Jedoch lebten wir im Zeitalter der Aufklärung die
Deutlich voranschreite was Hoffnung gäbe dass
Die Menschen sich auch in Fragen der Religion
Bald ihres Verstandes ohne fremde Hilfe bedienten

Bald ist eine sehr relative Größe wie wir wissen
Schauen wir nach Syrien oder in die Türkei nach
Saudi Arabien oder nach Sachsen scheinen wir
Davon weiter entfernt als zu Kants Zeiten

Es wäre anmaßend unsinnig dies nun mit Gewalt
Erzwingen zu wollen da nur selbständig denkt wer
Genau das auch will und damit das Gegenteil der
Noch immer so nötigen Aufklärung auch in Europa

Die Zivilehe brachte uns Napoleon nach der Revolution
Den Kant legte sich jeder noch passend wohl aus
Dabei genügte ihn beim Wort zu nehmen wohl völlig
Sapere aude bleibt das Motto der Aufklärung

Wagen wir zu wissen und konsequent zu denken
Sein wir frei in unserem Gewissen über allem sonst
Kein höherer Maßstab kann dafür genügen darum ist
Kant richtig verstanden und konsequent ein Anarch

Die radikalen Aufklärer gelten als Vordenker der später
Revolution auch wenn diese dann eher Rousseau folgte
Besonders unter Robespierre der den alten Aberglauben
Nur durch einen neuen konsequent tödlich ersetzte

Ob Kant diese Gefahren voraussah darum stärker über
Den Einzelnen als Träger der Aufklärung nachdachte
Wissen wir nicht sicher jedoch können wir noch lesen
Dass sein Denken konsequent gedacht radikaler war

Weit entfernt davon in einer aufgeklärten Zeit zu leben
Scheint nichts nötiger als eine neue Aufklärung damit
Dem Aberglauben wie er sich auch immer nennt künftig
In Europa und der Welt engere Grenzen gezogen werden

Doch braucht es Mut diese Freiheit zu wagen der immer
Mehr Menschen die einfache Antworten und Hass wählen
Ihre Angst in der Freiheit zu bewältigen fehlt auch darum
Ist Aufklärung über das Glück der Freiheit wieder so nötig

Sapere aude war vor über 200 Jahren das Motto der dann
Aufklärung die schon zu Ende bald ging in der Kunst während
Sie in Staat und Wirtschaft weiter ihren Weg machte ohne je
Anzukommen was unsere Aufgabe heute unbedingt ist

Es braucht weniger Aberglauben und Vorurteile im Land
In dem Syrer Terroristen in ihren Reihen selbst fangen
Weil die sächsische Polizei sich als zu blöd dazu erwies
Es sich zeigt wir brauchen dringend mehr Miteinander

Kein Staat kann den dumpfen Sachsen die Aufklärung
Verordnen die schon in der DDR nicht gelernt haben
Selbständig zu denken wir können einzig noch die
Freiheit verteidigen gegen Vorurteile und Dummheit
jens tuengerthal 11.10.2016

Dienstag, 11. Oktober 2016

Festivallicht

Berlin leuchtet durch dunklere Tage
Erzählt Geschichten mit nur Licht
Manches mal noch eine uralte Sage
Dann ein Tanz in Farben mehr nicht

Der Fernsehturm riesig schlank immer
Wird von Westen her bespielt diesmal
Rollt sich ein und zerfällt oder schlimmer
Wird zur Oberfläche der Farben zentral

Am mit Fischen bespielten Hotel vorbei
Das nun außen zeigt was es innen hat
Wurde der grässliche Dom Nummer drei
Wirkte angestrahlt diesmal weniger platt

Der sonst so hässlich protzige Sakralbau
Erstrahlte in schönsten Farben sehr zart
Zumindest als Oberfläche gut für die Schau
Schön wie Schinkel wird er nie es ist hart

Doch nun zumindest einige Nächte erträglich
Lädt dunkler Lustgarten davor zum träumen
Macht ihn die Verkleidung weniger fraglich
Darum sollte es kein Berliner nun versäumen

Weiter nun die Linden herunter zur Humboldt
Auf der mehr mit Formen das Licht auch spielt
Sind der Universität moderne Klänge eher hold
Wo das Licht zum Beat auf den Verstand zielt

Gegenüber das Kommödchen diesmal ganz bunt
Erinnert an Klimt und Disney mit Hundertwasser
Davor ein Gitarrist mit Verstärker macht es rund
Auf dem Hotel de Rome wird es dagegen krasser

Während Friedrichs Bibliothek bunt ruhig bleibt
Erzählt die ehemals Dresdner Bank Geschichten
Wechseln dort die Bilder als ob sie wer antreibt
Es scheint als würde das Tempo es verdichten

Ganz nah vom Bebelplatz zum Konzerthaus
Wo mit Klassik die Bilder zart untermalt werden
Nur wenige nutzten den Ort zum Verweilen aus
Scheinen wachsende Pflanzen wieder zu erden

Langsamer ging es am Markt der Gendarmen
Verlor sich die Menge auf dem weiten Platz
Als säßen die Berliner lieber schon im Warmen
Doch war diese Lichtschau ein großer Schatz

Vom Gendarmenmarkt wieder unter die Linden
Diese hinunter zum früher Stadtor an der Mauer
Scheint es noch hinter Bäumen zu verschwinden
Sehen wir die Bilder dort erst nahe noch genauer

Am Wahrzeichen der Stadt werden die Bilder
Neu auf Sand gemalt wir sehen noch die Hand
Der Künstlerin malen erst vorsichtig dann wilder
Wächst überraschendes auf sonst weißer Wand

Berliner Geschichte entsteht im flüchtigen Sand
Auf den diese Stadt ja gebaut wurde einst noch
Beobachtend wird bald sogar Knut wiedererkannt
Unter der Pickelhaube erstand Wilhelm wohl doch

Touristen in vielen Sprachen neben echten Berlinern
Die staunen wie schön ihr Dorf nun wieder geworden
Freut sich im breiten Schmäh eine Gruppe von Wienern
Verdienten die Lichtkünstler wohl doch einen Orden

Manche staunen schweigend mit erhobenem Kopf
Andere schwätzen oder knipsen nichts zu verpassen
Auch wenn es jährlich kommt längst kein alter Zopf
Bewegt es auch im Herbst noch staunende Massen

Das Licht macht die Stadt zum großen Museum
In dem wir einfach stehen bleiben wo es gefällt
Manche schauen von vorne andere hintenrum
Wie das Festivallicht die Stadt schöner erhellt

Der Besuch hat sich ganz sicher gelohnt
Neben Geschichten neue Blicke entdeckt
Nicht scheint mehr wie es sonst gewohnt
So hat das Lichtfest alte Liebe neu geweckt
jens tuengerthal 10.10.2016

Montag, 10. Oktober 2016

Sexwissen 021

Sexwichtigkeit

Was ist wirklich wichtig beim Sex
Was letztlich völlig entbehrlich
Wonach sehnen wir uns am meisten
Was bleibt danach noch übrig

Wohl keine der Fragen lässt sich
Für alle verbindlich beantworten
Weil jedem anderes wichtig ist
Nicht davon für alle gelten kann

So schreibe ich wieder über etwas
Von dem ich keine Ahnung habe
Was dennoch fast alle sich fragen
Warum es lohnt weiter zu schauen

Eines vielleicht suchen alle dabei
Befriedigung ihrer Lust auch wenn
Es nur ein viel kleinerer Teil findet
Als es der Natur des Sex entspräche

Warum wir Sex haben sollten außer
Um Befriedigung zu finden scheint
Eine spannende Frage zu sein auf
Die ich noch weniger Antwort weiß

Folgten wir der Kirche ginge es nur
Um Fortpflanzung statt Schöpfung
Doch solche Albernheiten sind heute
Eigentlich nicht der Rede mehr wert

Manche nehmen den Aberglauben
Dennoch noch ernst was selten aber
Den Spaß am Sex bei ihnen erhöht
Aber die dialektische Spannung dafür

Vermutlich ist es nur diese Spannung
Im Bündnis mit der immer Gewohnheit
Die Kirchen noch geistige Macht gibt
Manche genießen lieber Verbotenes

Nun kenne ich inzwischen auch welche
Denen es nicht um die Befriedigung dabei
Geht die stattdessen Nähe nur suchen
Oder als wichtiger benennen würden

Darunter fällt auch das Wort Zärtlichkeit
Wenn der Kuschelsex wichtiger wird als
Die Orgasmen geht es um anderes
Als Befriedigung dabei schon längst

Beim Sex geht es um Sex und was dazu
Gut ist und die Lust derer die ihn haben
Fördert ist gut mehr braucht es nicht
Als genügende Geilheit aufeinander

Wer sich dabei nur verschenkt statt nach
Befriedigung zu streben wird sie so wenig
Finden wie schenken können außer den
Unsensiblen die nichts dabei spüren

Sex braucht um gut zu sein also Lust
Den Drang nach Befriedigung der sich
Durch chaostheoretischen Zufall geführt
In zweien gerade passend findet

Wie dieser erregt wird und was ihn ausmacht
Ist so unterschiedlich wie die es betrifft sind
Wo der Drang fehlt ist es uns nicht dringend
Sondern nur Erledigung einer Aufgabe

Konnte früher nicht glauben dass es so etwas
Geben könnte jemand Sex hat ohne echte Lust
Oder ein Streben nach Befriedigung außer mal
Ausnahmsweise vielleicht doch war dies naiv

Hatte schon gelesen es gäbe viele Frauen
Die beim Sex nichts empfänden doch nie
Hatte ich näher eine solche gekannt
Außer aus der Elterngeneration gehört

Doch irgendwann kam es ungefragt nah
Schlief mit Frauen bei denen dabei eher
Nichts passierte und es schien mir völlig
Einseitig wie entbehrlich kaum erregend

So weiß ich heute es ist mir wichtig zu
Spüren wie Frau kommt und Lust hat
Um den Sex genießen zu können denn
Einseitig passiert bei mir einfach nichts

So etwas kann bei genügender Geilheit
Mal überbrückt werden noch doch dauerhaft
Finde ich es mit Frauen die dabei nicht
Kommen können egal wie entbehrlich

So etwas kann im Gespräch gelöst werden
Sofern beide entspannt über Sex reden
Können überhaupt und miteinander womit
Ein weiterer wichtiger Punkt genannt wäre

Über Sex reden können ist unentbehrlich
Um Sex dauerhaft miteinander zu genießen
Wer das nicht kann treibt es im Blindflug
Ohne sich miteinander zu verständigen

Will wissen was meiner Partnerin gut tut
Wenn sie auf die eine Art nicht kann
Sollten gemeinsam andere gesucht werden
Um zum geteilten Glück zu kommen

Wie wann und wo ist völlig gleichgültig
Solange es geteilt und natürlich geschieht
Der Natur kann nachgeholfen werden wo
Nötig mal aber nur als die eher Ausnahme

Wo es natürlich passt ist es gut sollten sich
Die Beteiligten darüber freuen und es genießen
Wo nicht sollten sie darüber reden können um
Andere Wege gemeinsam noch zu gehen

Sex ist nicht alles und nicht das Wichtigste
Nur wo fehlt worauf es ankommt dabei steht
Es schnell im Mittelpunkt allein was selten
Dem Sex wie den Beteiligten dann gut tut

Darum ist vielleicht wichtig es nicht zu ernst
Zu nehmen um entspannt zu genießen wenn
Es passt und wo nicht andere Wege zu gehen
Was wem wichtig ist wäre auch so ein Thema

Sex ist nicht so wichtig wie nichts dabei
Allein wichtig ist außer zufrieden zu sein
Davor dabei und vor allem danach auch
Genießen ist also wohl das wichtigste
jens tuengerthal 9.10.2016

Sonntag, 9. Oktober 2016

Herbstsehnsucht

Immer früher wird es nun dunkel
Der Wind weht das Laub durch
Leerere Straßen in denen Menschen
Warm angezogen weniger flanieren

Die frühe Dunkelheit bei warmen Licht
Vergessen wie die Kälte mit heißem Tee
Vertreiben macht den Herbst innen so
Schön wie voller Sehnsucht einsam

Wie gerne teilte ich nun den Bücherturm
In dem ich hause mit meiner Liebsten
Kuschelte sich wärmend den Tee teilend
Nie ist Nähe so schön wie im Herbst

Nun die Freiheit der Einsamkeit genießen
Fällt schwerer als im Frühling wo doch noch
Alle Lust des Jahres vor uns zu liegen scheint
Während die Blätter modern riecht es nach Ende

Wer jetzt allein ist wird es lange bleiben dichtete
Rilke einst was die Herbstsehnsucht so gut aus
Übervollem Herzen schmerzvoll schön beschreibt
Wenn es die Sehnsucht in uns wie die Blätter treibt

Doch kann wohl niemand diese Sehnsucht teilen
Ist sie nicht aus der Einsamkeit erst so schön
Wie die verlorene Liebe in der Erinnerung dann
Zum Wunder wird was sie gehabt nie war

Solange wir noch an dem Herbst so leiden
Schmerzvoll tief es in uns ziehen fühlen
Leben wir was auch im Dunkeln lächeln lässt
Es kommt der Tag das Glück zu teilen doch
jens tuengerthal 9.10.2016

Sexballaden 014

Vorspielverwirrung

Wo fängt das Vorspiel richtig an
Was ist noch herantasten bloß
Zählt erst wo wer fummeln kann
Oder legt ein Blick genug los

Das Vorspiel ist oft der längste Teil
Vorm Sex macht es erst richtig geil
Wer dabei zu weit unvorsichtig geht
Wenn’s drauf ankommt nicht steht

Gehen wir zum Vorspiel ins Bett
Ist der Weg zum Vollzug nicht weit
Sind wir noch da wird’s schnell nett
Horizontal sind viele gleich bereit

Das Vorspiel ist oft der längste Teil
Vorm Sex macht es erst richtig geil
Wer dabei zu weit unvorsichtig geht
Wenn’s drauf ankommt nicht steht

Wozu auch lange noch nur spielen
Wenn beide wissen was sie wollen
Fragt nur einer mit dabei klaren Zielen
Die wir beim Sex nie haben sollen

Das Vorspiel ist oft der längste Teil
Vorm Sex macht es erst richtig geil
Wer dabei zu weit unvorsichtig geht
Wenn’s drauf ankommt nicht steht

Es ganz zu genießen ist es besser
Das Vorspiel andernorts zu beginnen
Bis beide schon sind spürbar nässer
Vorm Ertrinken wollen Land gewinnen

Das Vorspiel ist oft der längste Teil
Vorm Sex macht es erst richtig geil
Wer dabei zu weit unvorsichtig geht
Wenn’s drauf ankommt nicht steht

Wer das Vorspiel nicht selbst schätzt
Es als lästigen Übergang lieber abtut
Meist ahnungslos nur Zeug schwätzt
Zum genießen denen fehlt der Mut

Das Vorspiel ist oft der längste Teil
Vorm Sex macht es erst richtig geil
Wer dabei zu weit unvorsichtig geht
Wenn’s drauf ankommt nicht steht

Manchmal wo schon Worte reichen
Geht es von diesen direkt zum vögeln
Dann braucht es kein umschleichen
Werden die Triebe es alleine regeln

Das Vorspiel ist oft der längste Teil
Vorm Sex macht es erst richtig geil
Wer dabei zu weit unvorsichtig geht
Wenn’s drauf ankommt nicht steht

Was der Vorteil der Quickies ist außer
Schneller zum Höhepunkt zu kommen
Erschließt sich nie dem echten Genießer
Der sich für die Lust lieber Zeit genommen

Das Vorspiel ist oft der längste Teil
Vorm Sex macht es erst richtig geil
Wer dabei zu weit unvorsichtig geht
Wenn’s drauf ankommt nicht steht

Guter Sex ist die geteilte Spannung
Die vorm Höhepunkt stetig wächst
Führt hinterher zu stets Verklärung
Manchmal sind wir dabei wie verhext

Das Vorspiel ist oft der längste Teil
Vorm Sex macht es erst richtig geil
Wer dabei zu weit unvorsichtig geht
Wenn’s drauf ankommt nicht steht

Vorspiel und Sex harmonieren meist
Wo es rauh und wild beginnt bleibt es
Beim Sex oft so was nichts beweist
Denn genauso gibt es umgekehrtes

Das Vorspiel ist oft der längste Teil
Vorm Sex macht es erst richtig geil
Wer dabei zu weit unvorsichtig geht
Wenn’s drauf ankommt nicht steht

Das Streicheln Küssen Reiben Lecken
Braucht keine feste Reihenfolge dabei
Was immer wir damit nun bezwecken
Geht es mit mehr Lust schneller vorbei

Warum wir das Vorspiel vom Akt trennen
Statt es als eins immer voll zu genießen
Zeigt wie schnell wir uns dabei verrennen
Wo der Lust noch zarte Knospen sprießen

Wo alles eins ist beim schönen Sex
Fließt das Vorspiel wortlos in den Akt
Wir genießen ohne Achtung des Zwecks
Egal ob dabei sich ausziehend oder nackt

Das Vorspiel ist eigentlich der schönste Teil
Am Sex macht ihn durch Verzögerung geil
Wer dabei lustvoll genießerisch vorgeht
Auch mehr als einmal dabei noch steht
jens tuengerthal 8.10.2016

Samstag, 8. Oktober 2016

Trumptrauer

Trump redet wie es ihm gefällt
Vorher lange nachdenken liegt
Ihm eher weniger so konnte die
Konkurrenz in Ruhe abwarten
Bis der Kandidat über seine Worte
Stolpern würde im bigotten Amerika
Natürlich möchte er nicht aufgeben
Er präsentierte sich als Macher
Bodenständig trotz seiner Milliarden
Redet wie viele noch denken
Nicht so korrekt und ungreifbar
Wie Hillary wirkte er volksnah
Aufgrund seines schlechten Benehmens
Dahingestellt ob dies gegen das Volk
Oder Trump mehr spricht noch
Niemand wünscht sich weniger
Seinen Abschied als die Konkurrenz
Nun müssen die Republikaner es
Mit diesem Chaoten durchstehen
Jeder andere würde Hillary gefährlicher
Sie lässt es geschehen und lächelt
Ihr einstieger Sponsor ist ihr größter
Vorteil auf dem Weg ins Weiße Haus
Es wäre traurig wenn die Bombe
Dieses Scharlatans zu früh platzt
Doch kann die Welt unbesorgt sein
Trump gibt bestimmt nicht auf
Er spielt die Rolle seines Lebens
jens tuengerthal 8.10.2016

Liebesfluchten

Manche fliehen aus der Liebe lieber
In die Sachlichkeit und streiten über
Geld um sich von verlorenen Gefühlen
Abzulenken die immer hässlich machen

Vielleicht ist das sogar klüger als sich
Dem Gefühl zu stellen das wir nie verstehen
Sich mit Ersatzhandlungen abzulenken
Um nicht über Verluste nachzudenken

Zugleich merkt die andere Seite nun
Wie wenig du wohl wert warst noch
Was noch bleibt vom großen Traum
Der wie ein Mistkübel verdampft

Forderung und Aufrechnung ist billig
Still für den Frieden zahlen wertvoller
Um sich innere Ruhe zu erkaufen die
Mehr wert ist als jeder Geldbetrag noch

Streit lohnt sich nie und macht das Leben
Weniger schön warum es weise ist dem
Auf Dauer auszuweichen was klar auch
Seinen Preis hat den es aber wert ist

Wer aus der Liebe in Erpressung flüchtet
Will um etwas kämpfen was damit längst
Zerstört wurde verdient nur noch Mitleid
Wo es peinlich und unangenehm wird

Liebe kommt und geht wie immer sie will
Wer sie zu halten versucht zerstört sie nur
Wo sie frei ist lässt sie sich auch nieder
Wann warum und wieso nicht ist müßig

Sich um das Nichts sorgen führt zu nichts
Warum es besser ist sich davon abzuwenden
Um zu genießen was ist oder sein kann
Statt sich um nichts weiter zu grämen

Vielleicht sind Erpressung wie Erniedrigung
Eine Form des schmutzigen Abschieds bei
Dem sich einige bis zur Selbstzerstörung
Entblößen um mit nichts neu zu beginnen

Manche bleiben im Nicht des von ihnen
Aufgewühlten Drecks stecken bis nichts
Mehr von ihnen sichtbar ist was es doch
Zumindest am Ende sehr erleichtert

Lächelnd verschwinden lassen was sich
So besudelt nicht mehr erkennen lässt
Zeugt von gelassener Größe immer mehr
Braucht es zum Glück wohl nicht theoretisch

Praktisch tun wir oft zuvor noch das Gegenteil
Dessen was wir uns ganz vernünftig vornehmen
Weil wir tief verletzt dem Gefühl folgen als dem
Unberechenbaren Chaoten im Miteinander

Dennoch endet es manchmal glücklich noch
Wenn auch häufiger nicht gemessen an denen
Die leidend zu sehen sind in den Straßen der
Großen Stadt die sich so sehr nach Liebe sehnt

Warum das so ist habe ich noch nicht verstanden
Vielleicht gehöre ich darum auch immer mal wieder
Zum einen oder anderen Extrem weil ich nicht so
Vernünftig nüchtern nur liebe wie angemessen wäre

Vielleicht ist dies zu erkennen schon der erste Schritt
Zur Besserung um sich nicht wieder willenlos Willkür
Wie sie in der Liebe gerne herrscht zu unterwerfen
Sondern auch im Genuss und Gefühl frei zu bleiben

So gesehen wäre es logisch sogar der einzige Weg
Liebe zu finden die frei sein muss ihrem Wesen nach
Wenn sie auch meist nur Konvention ist die wir schlicht
Widerkäuen wo von Liebe und Gefühl die Rede ist

Liebe bindet nicht aneinander sondern beflügelt
Liebe lähmt nicht sondern ermuntert erregend
Liebe will nichts erreichen sondern ist einfach
Liebe genießt wer sie so sein lässt sonst nichts

Ob Männer und Frauen dazu jemals in der Lage
Sein werden scheint nach aller Erfahrung eher
Unwahrscheinlich denoch sind Träume schön nur
Geld sollten wir dabei stets fliehen wie die Pest
jens tuengerthal 8.10.2016

Sexwissen 020

Guter Sex

Was macht den Sex wirklich gut
Ist es nur der kleine Höhepunkt
Am Ende oder eher das Vorspiel
Die Summe erst als Ganzes doch

Weiß nicht wirklich was dabei zählt
Ohne Befriedigung fehlt etwas wohl
Doch muss es darum nicht schlecht
Gewesen sein ganz im Gegenteil

Nicht gleich zu kommen kann den
Reiz verlängern aber auch nur die
Enttäuschung verschieben wenn es
Nie zu einem guten Ende führt

Was ein gutes Ende ist wird wohl
Auch jeder für sich anders sehen
Wer nie zusammen kam wird das
Für überschätzt wohl eher halten

Wer je zusammen kam wird alles
Ohne nur für halbgar unbefriedigt
In Erinnerung behalten weil dabei
Das mögliche größte Glück fehlte

Viel mehr Zeit als mit dem Kommen
Verbringen wir beim Sex mit Vorspiel
Wie dem unterschiedlich langen Ritt
Zum erträumten Glück noch immer

Wo wir den Ritt nur um des Zieles
Wegen unternehmen werden wir
Den Rest bloß in dessen Schatten
Immer halb nur genießen können

Guter Sex ist dies in jedem Augenblick
Von nichts getrieben als der Lust am
Genuss miteinander doch ziellos noch
Dabei auf dem Weg der keiner ist

Denoch bleibt das kurze kleine Glück
Des Höhepunkts am Ende am meisten
In Erinnerung noch weil es die Krönung
Der Reise zueinander natürlich ist

Wie beim Reisen dies erst schön wird
Wo wir auch die Fahrt ganz genießen
Gilt es je nach Art auch beim Sex wobei
Ob Kurztrip oder Weltreise eher egal ist

Wer heiratet und also eine Weltreise antritt
Sollte nicht jeden Tag Höhepunkte erwarten
Einer Städtereise gleich geballt sich erhoffen
Dem Sex für eine Nacht fehlt anderes dafür

Wo ich mich eine Nacht nur vergnüge will ich
Schnelle Befriedigung genießen und diese als
Ziel dringender erstreben als Zärtlichkeit noch
Wer Liebe sucht lässt sich gerne Zeit dabei

Mit der Zeit zeigt sich was zusammengehört
Wenn beide glücklich sind wird es gut sein
Wo einem etwas fehlt dabei passt es nicht
Dabei sollten wir uns keinen Illusionen hingeben

Wie der Sex wird zeigt sich nicht immer schon
In der ersten Nacht warum diese überhaupt
Kein Urteil erlaubt sondern ein Zufallsprodukt
Eher ist das von sehr vielem abhängt immer

Wo nach Monaten der Geduld sich nichts ändert
Sollten wir lieber die Hoffnung aufgeben als noch
Auf ein irgendwann Wunder zu hoffen die vielleicht
Eintreten können aber doch zufällig immer bleiben

Manchmal scheint beim Sex alles perfekt zu sein
Der andere hat eine perfekte Figur macht alles mit
Was nur sexuell träumbar war und doch fehlt etwas
Das mit anderen Langweiligeren normal noch schien

In diesen Fällen ist es besonders schwer zu merken
Was fehlt und die Reduktion auf gemeinsames Kommen
Scheint Verrat an dem der sich einem dabei schenkt
Alles mitmacht was wir nur vorzuschlagen wagten

Was nun schon schwierig ist wird noch verwirrender
Wo die Gefühle im Widerstreit zum sexuellen Glück
Stehen wir uns einerseits geliebt und angekommen
Dabei fühlen und andererseits merken es fehlt was

Dann balancieren wir oft lange in solchen Situationen
Zwischen Frustration Sehnsucht und Verzweiflung
Mit dem eigentlich perfekten Partner mit dem es aber
Keine wirkliche Befriedigung scheinbar geben kann

Glücklich wer dann durch Varianten neue Welten entdeckt
Um doch zum geteilten Glück noch zu finden am Ende
Wo es ausbleibt müssen wir wohl abwägen zwischen
Dem Glücksgefühl der Liebe und sexueller Sehnsucht

Moralisch lernen wir früh dass nur die Liebe zählt
Warum ich zumindest das Unglück lange verleugne
Andere Wege suchen um doch noch glücklich
Mit Gefühl und Körper zu  werden in einem

Sich dabei keiner Illusion hingeben ist eine Frage
Der inneren Aufrichtigkeit es zu tun andererseits
Eine Notwendigkeit in längeren Beziehungen
Dazwischen schwanke ich auf der Suche immer

Geist und Körper sind eins auch das Gefühl ist
Nichts als Ausdruck der körperlichen Sehnscht
Nur wo sie zusammengehören wird Sex gut
Warum Sex ohne Liebe geht aber egal ist

Ob ich joggen gehe oder gefühllos vögele
Ist von der Wirkung her ähnlich auch wenn
Darum nicht alle Läufer schlechten Sex haben
Werden es doch viele damit kompensieren

Wie können wir das Wunder des guten Sex
Ganz noch genießen ohne Erwartung zu sein
Die schon immer der Tod der Liebe auch ist
Ist wer es kennt reich oder künftig behindert

Wenn zusammen Kommen normal ist scheint
Es den Beteiligten weniger als höchstes Glück
Wird schnell zum vernachlässigten Alltag den
Beide nicht mehr gebührend zu würdigen wissen

Dagegen frustriert der separate Sex all jene
Die das gemeinsame Glück kennen immer
Was der andere vielleicht geliebte Partner
Nie verstehen kann und so endet es zu oft

Sich dessen bewusst sein und darum auch
Das Glück so zu würdigen erhält es besser
Vielleicht können manche einfach nicht sogar
Wenn Gefühl und alles anders erscheint

Reduziert sich der gute Sex damit am Ende
Doch auf die gemeinsamen Höhepunkte oder
Bleiben sie nur der kleine Gipfel am Ende
Der dem guten Sex sein Krönchen aufsetzt

Weiß nicht warum es mit manchen klappt
Ohne darüber nachzudenken während mit
Anderem trotz allem Nachdenken es nie
Zum befriedigenden Ende noch alleine führt

Dies kann mit und ohne Liebe so sein warum
Sie keinen Hinderungsgrund darstellt wohl aber
Keine Bedingung ist es nur zu sehr reduziert
Den Sex ohne im Ergebnis langweilig macht

Preise sich wer es gemeinsam teilt denn dies
Ist seltener als das dann Normale uns scheint
Es mehr genießen wird auf Dauer wohl helfen
Zu spüren worauf es wem letztlich ankommt

Weiß nicht ob Liebe oder Lust wichtiger sind
Wo sie im Ungleichgewicht bleiben wird die
Beziehung die es zusammen kennen diese
Immer nur halb erfüllen wem immer das reicht

Warum das halbe Glück preisen wenn es doch
Ein ganzes geben kann aber warum andererseits
Die große Liebe für den Sex opfern der auch nur
Am Ende ein wenig vom großen Glück abweicht

Trauen wir uns ganz zu genießen was passt
Wie auch zu verlassen was sich nie entwickelt
Für was außer glücklich zu sein leben wir noch
Warum also auf halbem Wege stehen bleiben

Ob dies die Liebe behindern muss oder auch
Neben der Liebe gelebt werden kann ist keine
Frage der Natur sondern der Konventionen
Trauen wir uns einfach alle zu brechen dafür

Guter Sex ist nicht alles aber alles wird nichts
Wenn der Sex sich nicht gut anfühlt weil
Abstraktion schön aber unnatürlich zugleich
Bleibt für alle die das Glück schon kennen
jens tuengerthal 8.10.2016

Freitag, 7. Oktober 2016

Lächeltag

Lohnt sich ein Tag des Lächelns
Oder lohnen solche Tage nie da
Sie nur Fassaden der Erinnerung
Sind die keine echte Freude tragen

Wer nur am Tag des Lächelns lächelt
Morgen wieder böse über andre hechelt
Kann es auch lächelnd lassen
Wird echtes Lächeln nie erfassen

Es lohnt sich keiner dieser vielen Tage
An denen wir diesem und jenem gedenken
Wir könnten sie uns eigentlich schenken
Wurden sie längst zur nur Gedenkplage

Wer nur am Tag des Lächelns lächelt
Morgen wieder böse über andre hechelt
Kann es auch lächelnd lassen
Wird echtes Lächeln nie erfassen

Doch wenn nur einer heute mehr lächelt
Dafür ein Lächeln auch erntet wird damit
Die Welt um vieles schönes was all den
Gedenkscheiß wohl wert wäre nebenbei

Wer nur am Tag des Lächelns lächelt
Morgen wieder böse über andre hechelt
Kann es auch lächelnd lassen
Wird echtes Lächeln nie erfassen

Ob wir es nun reimen oder nur brechen
Lächeln ist die Erotik des Glücks die wir
Genießen sollten wie es uns grad gefällt
Nur nie zwingen sollten auch nicht für Geld

Wer nur am Tag des Lächelns lächelt
Morgen wieder böse über andre hechelt
Kann es auch lächelnd lassen
Wird echtes Lächeln nie erfassen

So lächel ich am Tag des Lächelns so
Wie ich auch sonst es tue wenn froh
Im übrigen ist mir solcher Mist egal
Die Lust im Lächeln genieß ich

Wer auch am Tag des Lächelns lächelt
Morgen nicht böse über andre hechelt
Kann es auch lächelnd dabei belassen
Echtes Lächeln als Höhepunkt  erfassen

Eigentlich ist Lächeln der erste Sex
Der das Gegenüber zärtlich öffnet
Um sich so leichter auch mittig zu finden
Statt lange Wortgirlanden sich zu winden
jens tuengerthal 7.10.2016

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Sexwissen 019

Sexparadoxie

Warum ist der Reiz beim Sex so oft
Völlig paradox zum eigentlich Ziel
Zusammen Befriedigung zu finden
Liegt dies schon in unserer Natur

Ist es die ewige Dialektik von
Anziehung und Abstoßung die uns
Dabei treibt uns es treiben lässt erst
Weil wir so simpel nur funktionieren

Wie oft hatte ich die wunderbarste Frau
Mit der eigentlich alles stimmte im Bett
Wie im übrigen und fühlte doch keine
Lust wenn ihre zu sichtbar war noch

Dagegen reizten mich schon die ollsten
Weiber nur weil sie sich verweigerten
Begann ich wie ein Gockel um sie zu
Kämpfen als wäre etwas dort zu erwarten

Wo sie sich ganz oder teilweise verweigerten
Blieb ich gespannt immer voller Lust um auch
Das letzte Stück von ihnen noch zu erobern
Obwohl ich wusste wie öde auch das würde

Dagegen konnten die tollsten und klügsten
Frauen neben mir liegen wenn ich wusste
Sie wollten Sex ließ meine Standkraft sogleich
Oder doch wenig später schneller nach

Jenseits rein physiologischer Wunder der Natur
Bemerkte ich wie dies geistig parallel lief dazu
Die sich verweigerten blieben sehr reizvoll
Jene die sich verschenkten verloren jeden Reiz

Frauen um die ich kämpfte interessierten sich
Selten so für mich wie jene denen ich mich
Völlig verweigerte was nicht zu selten vorkam
Auch mein Gefühl dabei entsprach diesem bald

Glücklich gemacht hat mich das selten noch
Zu lange blieb ich bei Frauen mit denen ich
Schlechten langweiligen Sex ungleichzeitig
Noch dazu am Ende nur hatte voller Hoffnung

Nichts schien mir reizvoller als mit diesen
Völlig frigiden womöglich noch Nacktschnecken
Zum gemeinsamen Höhepunkt zu kommen
Ließ dafür schönste Leidenschaft sausen

Dabei sagte alle Erfahrung mir längst schon
Es lohnte sich nicht auf Besserung zu hoffen
Mit wem du nach zwei Monaten nie zusammen
Kamst wirst du es nie mehr wohl erleben

Wäre ich klug und nicht dumm triebhaft dabei
Genösse ich die erfahrenen Frauen die längst
Wissen was sie wollen und genießen dabei
Statt die andern beglücken zu wollen noch

Wie oft hatte ich wunderbarsten gleichzeitigen
Sex mit überfließenden Höhepunkten voll Glück
Und doch wie wenig wusste ich Narr dies noch
Zu schätzen um dummer Eroberungen wegen

Längst weiß ich es wird nicht besser bei der
Nächsten selten nur erreicht es was schön war
Die Menge der Erinneungen relativiert immer
Jede Gegenwart zur dauernden Frustration

So wäre es wohl klüger erst nachzudenken
Statt sich beim Sex treiben zu lassen zu denen
Die ich für so bedürftig halte dass ich schönstes
Erhoffe was nie eintrat weil es nicht zu ihnen passt

Doch wäre der nachdenkliche Sex noch leidenschaftlich
Oder nur ein vernünftiger Aufguß nur noch lauwarmer
Erinnerung an vorige Lust und also entbehrlich wohl
Ob ich das wohl je beantworten können werde
jens tuengerthal 6.10.2016

Sexballaden 013

Vom guten Sex

Ist guter Sex nur Glück oder Erfahrung
Kommt es auf Wissen dabei noch je an
Geht es nicht um Gefühl bei der Paarung
Wann waren wir beim Sex am besten dran

Gut ist Sex der alle glücklich noch macht
So laut dabei schreit wie gern auch lacht
Danach zählt doch nur die Befriedigung
Wo gleichzeitig geteilt lohnt Wiederholung

Wer natürlich zusammen kommen kann
Sollte dies Glück ausgiebig noch genießen
Alles übrige scheint eher entbehrlich dann
Kann einem den Spaß an der Lust vermiesen

Gut ist Sex der alle glücklich noch macht
So laut dabei schreit wie gern auch lacht
Danach zählt doch nur die Befriedigung
Wo gleichzeitig geteilt lohnt Wiederholung

Erfahrung und Übung kann auch es erreichen
Doch selten lassen Menschen Glück noch zu
Wo wir es nicht spüren können wir es streichen
Statt lauem Sex genieß ich lieber meine Ruh

Gut ist Sex der alle glücklich noch macht
So laut dabei schreit wie gern auch lacht
Danach zählt doch nur die Befriedigung
Wo gleichzeitig geteilt lohnt Wiederholung

Manche halten geteilte Höhepunkte für überschätzt
Denken Sex sei wie Onanie nur zu zweit
Besser nicht hören was so jemand schwätzt
Sie scheinen vom Glück noch immer zu weit

Gut ist Sex der alle glücklich noch macht
So laut dabei schreit wie gern auch lacht
Danach zählt doch nur die Befriedigung
Wo gleichzeitig geteilt lohnt Wiederholung

Inzwischen vermute ich doch eher noch
Die Hälfte der Frauen kennt es nicht wirklich
Öffnet nur bei Bedarf mal schnell ein Loch
Spielt blinden Männern etwas vor tatsächlich

Gut ist Sex der alle glücklich noch macht
So laut dabei schreit wie gern auch lacht
Danach zählt doch nur die Befriedigung
Wo gleichzeitig geteilt lohnt Wiederholung

Das muss nicht beim ersten mal passieren
Kann auch einige Monate gelegentlich dauern
Nur wo sich nichts ändert wird sie gefrieren
Die schöne Lust und wir dabei versauern

Gut ist Sex der alle glücklich noch macht
So laut dabei schreit wie gern auch lacht
Danach zählt doch nur die Befriedigung
Wo gleichzeitig geteilt lohnt Wiederholung

Darum bin ich heute schnell entschlossen
Schlechter Sex ist völlige Verschwendung
Wenn du einmal schon guten genossen
Gehst du dafür nicht mehr auf Sendung

Gut ist Sex der alle glücklich noch macht
So laut dabei schreit wie gern auch lacht
Danach zählt doch nur die Befriedigung
Wo gleichzeitig geteilt lohnt Wiederholung

Die Natur hat es bewusst so eingerichtet
Dass wer genießen kann sich auch findet
Vergessen gehört wer Lust nur verrichtet
Damit Erinnerung schneller verschwindet

Gut ist Sex der alle glücklich noch macht
So laut dabei schreit wie gern auch lacht
Dann zählt nicht mehr nur die Befriedigung
Nur wo synchron geteilt lohnt Wiederholung

Es kommt auf den Höhepunkt nie alleine an
Wer ihn gleichzeitig erlebt teilt kostbares Glück
Manches hängt auch am Gefühl noch dran
Warum Sex ist oft ein kompliziertes Stück

Nichts so sehr wie Sex je glücklich macht
Wenn dabei geschrien wie auch mal gelacht
Doch zählt am Ende nur die Befriedigung
Ohne ersparen wir uns die Wiederholung

Komplizierte Gefühle stören dabei meist eher
Sex ist einfach wenn er gut ist nach der Natur
Nur ist er ohne Liebe bloße Gymnastik nur
Der Drahtseilakt dazwischen manchmal schwer

Gut ist Sex der alle glücklich noch macht
So laut dabei schreit wie gern auch lacht
Danach zählt doch nur die Befriedigung
Wo gleichzeitig geteilt lohnt Wiederholung

Alles ungleichzeitige vergessen wir besser
Kurz und schmerzlos bleibt doch zu wenig
Drum wurd ich dann ein großer Vergesser
Was mehr ist als bei schlechtem Sex König

Gut ist Sex allein der alle glücklich macht
Wer gleichzeitig kennt den Rest verlacht
Es geht nicht nur um eigene Befriedigung
Aber wo geteilt lohnt sich die Wiederholung
jens tuengerthal 6.10.2016

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Liebesballaden 006

Es ist der Liebe ewig Schicksal wohl
Zu suchen bis es sich einst selig findet
Auch wenn es zwischendurch mal frivol
Ist ernsthaft nur was uns auf Dauer bindet

Ist die Liebe klar für immer gemacht
Werden alle Grenzen von ihr verlacht
Oder sucht Natur die Veränderung
Kennt Zuneigung keine Zeiteinteilung

Der Staat und die Gesellschaft wünschen sich
Dauerhafte Bindung die stets zivilisierend wirkt
Freie Liebe ist wohl erotisch ganz vorzüglich
Doch hinter Lust sich wenig Ordnung verbirgt

Ist die Liebe klar für immer gemacht
Werden alle Grenzen von ihr verlacht
Oder sucht Natur die Veränderung
Kennt Zuneigung keine Zeiteinteilung

Doch ist was die Umgebung von uns will
Je was unserer Natur gänzlich entspricht
Oder folgen wir nur dem sozialen Drill
Ist Liebe nur Anpassung mehr nicht

Ist die Liebe klar für immer gemacht
Werden alle Grenzen von ihr verlacht
Oder sucht Natur die Veränderung
Kennt Zuneigung keine Zeiteinteilung

Wer dem was er wollen soll nachkommt
Hat es sicher leichter auch beim Lieben
Tut was passend ist und sich so frommt
Leider folgt Gefühl noch eher den Trieben

Ist die Liebe klar für immer gemacht
Werden alle Grenzen von ihr verlacht
Oder sucht Natur die Veränderung
Kennt Zuneigung keine Zeiteinteilung

Wenn alles so zu passen scheint im Leben
Manche schneller im Ehehafen noch landen
Es scheint als könnt es nichts besseres geben
Wenn zwei sich so selig und willig dazu fanden

Ist die Liebe klar für immer gemacht
Werden alle Grenzen von ihr verlacht
Oder sucht Natur die Veränderung
Kennt Zuneigung keine Zeiteinteilung

Doch braucht es zum Glück mehr Ähnlichkeit
Oder zieht eher uns an was ganz verschieden
Ist passende Wahl mehr Konvention und Eitelkeit
Wird noch schneller als es begann geschieden

Ist die Liebe klar für immer gemacht
Werden alle Grenzen von ihr verlacht
Oder sucht Natur die Veränderung
Kennt Zuneigung keine Zeiteinteilung

In Liebe ist immer auch Dialektik dabei
Wo Anziehung und Abstoßung fehlen
Bleibt es Freundschaft und Lust ist vorbei
Keiner will sich nur lau dauerhaft quälen

Ist die Liebe klar für immer gemacht
Werden alle Grenzen von ihr verlacht
Oder sucht Natur die Veränderung
Kennt Zuneigung keine Zeiteinteilung

Vielleicht lässt auch Abwechslung erst
Die Liebe und Lust ganz noch genießen
So sehr du dich auch moralisch wehrst
Reizt das Neue eher zum überfließen

Ist die Liebe klar für immer gemacht
Werden alle Grenzen von ihr verlacht
Oder sucht Natur die Veränderung
Kennt Zuneigung keine Zeiteinteilung

Dennoch zeigt sich doch auf Dauer
Partnerschaft ist Vertrauen durch Zeit
Sonst bleibt immer die gleiche Mauer
Gegen die wir anrennen noch soweit

Ist die Liebe klar für immer gemacht
Werden alle Grenzen von ihr verlacht
Oder sucht Natur die Veränderung
Kennt Zuneigung keine Zeiteinteilung

So hat die Liebe stets viele Varianten
Es geht doch nie nur um das eine dabei
Fehlt das Gefühl helfen keine Giganten
Noch zu halten was längst schon vorbei

Klar ist die Liebe für immer gemacht
Nur das Gefühl jede Grenze verlacht
Es braucht Natur stets Abwechslung
Doch kennt Zuneigung nie Zeiteinteilung
jens tuengerthal 5.10.2016

Sexballaden 012

Sexphantasien

Ist Sex in der Phantasie viel mehr
Als es in realer Lust werden kann
Überschätzt sich dabei jeder Mann
Lieben wir unsere Träume zu sehr

Sexphantasien sind immer ein Traum
Auch wo nicht mehr bleibt als Schaum
Ist die Erinnerung uns schönstes Glück
An das ewige hin und wieder zurück

Alles wirklich schon getan zu haben
Nimmt dem Traum nicht den Zauber
Auch wenn dabei mal wenig sauber
Sind versaute Gedanken gute Gaben

Sexphantasien sind immer ein Traum
Auch wo nicht mehr bleibt als Schaum
Ist die Erinnerung uns schönstes Glück
An das ewige hin und wieder zurück

Aus manchem Traum feucht erwacht
Wird die Erinnerung noch heißer wohl
Dagegen bleibt Wirklichkeit nur hohl
Egal wie wir es im Traum gemacht

Sexphantasien sind immer ein Traum
Auch wo nicht mehr bleibt als Schaum
Ist die Erinnerung uns schönstes Glück
An das ewige hin und wieder zurück

Wer je im Traum zusammen gekommen
Wird wissen wovon wir hier schwärmen
Sich sogleich dafür mehr als erwärmen
Genießt mehr Seligkeit als all die Frommen

Sexphantasien sind immer ein Traum
Auch wo nicht mehr bleibt als Schaum
Ist die Erinnerung uns schönstes Glück
An das ewige hin und wieder zurück

Überhaupt kommt im Traum keiner zu früh
Wenn wir uns gleichzeitig genau träumen
Werden wir uns nie dabei mehr versäumen
Was sonst schon manchmal kostet Müh

Sexphantasien sind immer ein Traum
Auch wo nicht mehr bleibt als Schaum
Ist die Erinnerung uns schönstes Glück
An das ewige hin und wieder zurück

Es scheint wir überschätzen die Realität
In der wir auch schwitzen und furzen dabei
Wann sind wir in allem beim Sex jemals frei
Setzen wir in Wirklichkeit die falsche Priorität

Sexphantasien sind immer ein Traum
Auch wo nicht mehr bleibt als Schaum
Ist die Erinnerung uns schönstes Glück
An das ewige hin und wieder zurück

Wer im Traum beim Sex völlig versagte
Hatte eher einen Alp als lustvolle Phantasien
Benötigt dafür konstruktivere Philosophien
Besser mehr genösse bevor er sich beklagte

Sexphantasien sind immer ein Traum
Auch wo nicht mehr bleibt als Schaum
Ist die Erinnerung uns schönstes Glück
An das ewige hin und wieder zurück

So gesehen ist guter Sex niemals mehr
Als Erfüllung der schönsten Träume noch
Wo sie kreisten ums himmlische Loch
Auch fällt im Traum Überzeugung nie schwer

Sexphantasien bleiben immer ein Traum
Selten bleibt dabei noch mehr als Schaum
Ist die Erinnerung allein uns genug an Glück
An das ewige hin und ineinander zurück
jens tuengerthal 4.10.2016

Dienstag, 4. Oktober 2016

Böhmerkann

Der Böhmermann kann weiter sagen
Was er will solange es Satire ist die
In Deutschland unter Kunstfreiheit fällt
Entschied schon die Staatsanwaltschaft

Dazu braucht es in Deutschland keine
Richter es geht auch schlichter warum
All die Aufregung logisch unnötig war
Merkel weise der Justiz hier vertraute

Besser alle schrien weniger vorher
Um abzuwarten was erwartbar war
Nach ständiger Rechtsprechung hier
Die auch im Zivilprozeß wirken wird

Schöner konnte die Kanzlerin den
Sultan Erdogan nicht vorführen als
Mit einem Bescheid des Staatsanwalts
Der den hysterischen Türkenonkel belehrte

Wer Merkel der rassistischen Minderheit
Nicht integrierter Sachsen nun folgend
Schon abschreibt könnte sich wundern
Sie wirkt besser auf lange Sicht noch

Weniger Aktionismus und saubere
Gewaltenteilung wie nötig überzeugt
Mehr als übertriebene Empörung mit
Der politische Gegner noch anklagen

Die Kanzlerin hatte nur zu entscheiden ob
Sie dem Begehren des Staatsoberhauptes
Stattgibt nicht ob der Tatbestand erfüllt war
Dies obliegt in Deutschland dem Richter

Nun kam es zu einem guten Ende das auch
Diplomatisch viel klüger in momentaner noch
Hysterie war der türkische Autokrat sieht sich
Vom Rechtsstaat in klare Grenzen gewiesen

Nicht mal ein Richter musste dies entscheiden
Weil aufgrund Kunstfreiheit der Tatbestand
Nicht erfüllt war und also viel Lärm um nichts
Hätte das Streit mit der Türkei gelohnt fragt sich

Wenn die Türken ihren Türkenonkel Erdogan
Wählen und glücklich mit seinem Regime sind
Ist das allein ihre Sache auch bezüglich der
Wege die sie sich nach Europa damit verbauen

Merkel sagte übrigens immer sie sehe die Türkei
Nicht in der EU und wird damit nun wieder bestätigt
Lass sie brüllen und zappeln die Zeit regelt es ganz
Nüchtern ohne Umstände nach schlichten Normen

Wie der Fall Böhmermann zeigt wird die Türkei
Wenn sie in die EU will so viel reformieren müssen
Dass alle Gegner Erdogans sich ganz gelassen
Entspannen können die EU hat erzieherische Wirkung
jens tuengerthal 4.10.2016

Volkswirr

WIR sind das Volk skandierten sie 1989
Deutsche Fahnen schwenkend etwas
Peinlich aber doch willkommen auf dem
Weg in die Freiheit heute tun sie es wieder

Einst der Aufbruch gegen die Diktatur des
Spießigen Proletariats der SED als einer
Zu Rechtsstaat und Freiheit heute umgekehrt
Die Abkehr vom Rechtsstaat und seinen Werten

Mit dem WIR der Pegiden identifiziert sich kaum einer
Als der rechstradikale braune Sumpf der zu laut wurde
Auf dieser Welle schwimmt auch noch kurz der AfD
Beim Aufbruch 89 waren es auch zunächst wenige

Die breite Mehrheit war noch angepasst ans System
Solidarität mit China im Jahr 1989 galt als gefährlich
Eltern forderten Kinder auf lieber zu schweigen noch
Hinterher waren plötzlich alle dagegen gewesen

Dies WIR war 1989 so verlogen wie es das heute ist
Was Goethe den Deutschen einst riet sich lieber freier
Zu Menschen zu bilden als je zur Nation gilt noch
Es mangelt am humanistischen Geist aller Orten

Der Proletenstaat DDR brachte keine bürgerliche
Geistige Elite hervor im Gegenteil tat alles diese
Zu diskriminieren statt nachhaltig zu fördern was
Herz und Kopf einer Gesellschaft immer ist

Sie spielten damit und manchen verblendeten
Intellektuellen galt der Sozialismus lange als
Schick als Gegenbild zum Faschismus der auch
In der Macht des Kapitals gesehen wurde

Daneben gab es im Osten die Verlierer Generation
Die immer mehr Grund zum Jammern fand als je
Zu gestalten was sie sich träumten in der Welt
Mehr Angst haben was kommt als Mut zu tun

Das WIR von 1989 war eher eine bürgerliche Elite
In der Nähe der Kirche beheimatet fern dem Staat
In seiner totalitär engstirnigen Spießigkeit die eher
Jedem peinlich wäre vernünftig kritisch betrachtet

Dennoch schafften es die Nachfolger der SED
Nach der Rettung des enormen Parteikapitals
Sich lange als Vertreter der Verlierer zu gerieren
Die ihre Unfähigkeit erst dazu gemacht hatte

Als linke Opposition galten sie lange als die
Anlaufstation für Wutwähler waren auch dem
Namen zum Trotz nie links sondern immer nur
Eine DDR-reaktionäre Partei ohne Perspektive

Mit ihren ersten Regierungsübernahmen dann
Schrumpfte der Bonus der Revolutionäre den
Der Proletenpartei nur Naivlinge abnahmen wie
Die prominente Rolle totalitären Lafontaines zeigte

Gerade die Toleranz gegenüber den SED-Nachfolgern
Senkte die Hemmschwelle auch gegenüber der AfD
Sind sich doch die Extremisten näher als diese je
Der Mitte die unter ihnen verschwindet im Lärm

Es bräuchte keine antifaschistischen Kämpfer
So wenig wie es rechte Schläger braucht oder
Pegida Zuspruch der Polizei haben dürfte je
Die Demokratie braucht eine ruhige starke Mitte

Wer sich von ihr entfernt und polarisiert wird
Zum Problem für den inneren Frieden immer
Dagegen ist  entschieden vorzugehen nun
Um Frieden und Demokratie zu wahren

Kein Dialog mit den Feinden der Freiheit
Aber Bildung und Aufmerksamkeit als ein
Angebot für die Zukunft im Rechtsstaat
Wie wehrhafter Widerstand gegen Feinde

Wir alle sind das Volk wer dies missbraucht
Für Ausgrenzung und Polarisierung ist also
Ein Feind wie ein Idiot und genau so auch
Künftig vom Staat her zu behandeln
jens tuengerthal 4.10.2016

Sexballaden 011

Mit Sex zur inneren Einheit gelangen
Ist sicher schöner als Dresden heute
Wo wieder tobte die enthemmte Meute
Als wäre sie in Hässlichkeit gefangen

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Dabei ist Dresden eigentlich zauberhaft
Wären da nicht die Ossis aus’m Umland
Ein Lustort statt gefährlichster noch Brand
Der fremdschämenden Ekel nur schafft

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Wer hat nicht schon probiert sich auch
Horizontal zumindest sexuell mal zu einen
Kamen wir uns je näher als zwischen Beinen
Ist die Lust noch der Einheit schönster Brauch

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Es dauerte bei mir noch bis zur Wende
Bevor ich eine aus dem Osten genoss
Voller Vorurteile noch mich verschoss
Ging es meist sachlich wieder zu Ende

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Die einen waren sich sicher diese Frauen
Aus dem Osten seien viel natürlicher noch
Genießen den Sex und das Spiel eher doch
Hegten beim Sex nicht so viel Misstrauen

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Kann nichts und alles davon bestätigen
Wie zugleich manches auch widerlegen
Die einen hemmungslos andere verlegen
Erfahren oder schüchtern manche verwegen

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Wer es wirklich neutral beurteilen wollte
Müsste lieber ohne Gefühl Sex haben
Fragt sich nur woran dann noch laben
Warum es lieber keiner je so tun sollte

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Weiß also nicht wirklich wovon ich dabei rede
Warum ich nach Wittgenstein besser schwiege
Nur bringt Stille selten von allein große Siege
Mit Vorurteilen kriegst du dagegen noch jede

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

So sagte ich auch so lange über diese
Frauen aus der ehemaligen DDR sie sein
Besser im Bett ehrlich und nie so gemein
Heute weiß ich es gibt hier wie dort fiese

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Der Sex kann mit Frauen aus dem Osten
So gut sein wie mit denen von Westen
Vermute ich heute ohne alle zu testen
Wer wollte auch je beliebig dabei kosten

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Glück beim Sex ist Gleichzeitigkeit immer
Alles andere ist Show ohne Erfüllung je
Manche tuns in der Sauna andre im Schnee
Lohnend ist nur ehrlich synchrones Gewimmer

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Wo die große Erfüllung am Ende fehlt
Ist egal wo wer herkommt es bleibt
Nur ein Vorspiel das keiner mehr treibt
Der vorher das Ganze schon gewählt

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Es gibt noch zuviele die es nicht können
Sich etwas vorspielen und stolz darauf sind
Das keiner es bemerkte als den Nordwind
Der immer kühlt bleibt was wir uns auch gönnen

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Mag sein dass manche Männer nur Frauen
Suchen zum vögeln ohne jede Leidenschaft
Als sei ihr Sperma nur irgendein lauwarmer Saft
Sie bezahlten im Bordell weniger als im Ehegrauen

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Nur Quantität erhöht selten die Qualität
Im Gegenteil relativiert es nur was war
Macht nächste Wechsel leichter zwar
Wichtiger als Bonität ist sexuelle Aktivität

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Hab nun ach mit denen die von Osten
Wie von Westen meinem Garten anvertraut
Alles gehabt von nervig keusch bis versaut
Will lieber nur noch genießen statt kosten

Die Einheit ist am schönsten sexuell
Nie war Lust miteinander so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die Lust
Wiedervereinigung ist sexuell ohne Frust

Wo es nicht passt es lieber bald zu lassen
Erspart einem langes Leiden an Fehlern
Bei denen wir nur alle Freuden dann opfern
Wenn aus der Liebe wird noch ein Hassen

Die Vereinigung ist doch am schönsten sexuell
Nie war Lust im miteinander noch je so aktuell
Wo alle Worte enden beginnt die echte Lust
Wiedervereinigung ist rein sexuell ohne Frust
jens tuengerthal 3.10.2016

Montag, 3. Oktober 2016

Volksverräter

Die jetzt in Dresden Volksverräter riefen
Beschämen Deutschland aus Überzeugung
Weil sie Sachsen reinrassig halten wollen

Merkel rief dazu auf im Gespräch zu bleiben
Fraglich ob mit dieser Generation frustrierter
Ossis noch geredet werden kann und wozu

Tag der Einheit und immer größere Teile
Deutschlands schämen sich für Sachsen
Noch fremd doch mehr als peinlich berührt

Besser ist es nirgendwo in Neufünfland
Nun 27 Jahre nach der friedlichen Wende
Von Einheit und Integration weit entfernt

Neben den Flüchtlingen müssen wir nun
Dringender noch Ossis integrieren die voller
Hass noch nicht in der Demokratie ankamen

Radikale Muslime und Pegiden ähneln sich
Auch wenn sie einander ablehnen wie fürchten
Gleichen sie sich mehr als vielen bewusst ist

Wer Einheit mit Demokratie wünscht muss nun
Diesen abgehängten Teil der Gesellschaft aktiv
Integrieren und gegen Populisten klar kämpfen

Der Dunkelmann Bachmann als vorbestrafter
Krimineller als deren Lichtgestalt weste an im
Schimpfenden Pöbel und ist Teil von ihm auch

Kann mit solchen Menschen geredet werden
Oder brauchen sie vorab erst viel Bildung um
Überhaupt diskursfähig noch zu werden

Das gleiche Problem beobachten wir auch
In Polen Tschechien Ungarn wo Mangel an
Bildung die Populisten immer stärker machte

Europa leidet an fehlender Bildung wie der
Dummheit die Populisten zu leicht benutzen
Erst wo diese beschämt ändert sich etwas

Merkel hat Recht dass die Demokratie vom
Diskurs lebt der dringend nötig wohl wäre
Doch müssen manche dazu viel lernen noch

Wir brauchen damit wir die Demokratie retten
Mehr Bildung um eine Basis des Diskurses
Zu schaffen vorher ist es verlorene Liebesmüh

Der Osten braucht mehr Bildung und weniger
Populisten gegen die scharf künftig vorzugehen
Des Staates Pflicht sein wird vor dem Dialog

Hoffen wir dass Merkel künftig dort Recht hat
Ein Diskurs wieder möglich wird statt Hass
Wie der Glaube an autoritäre Regime noch

Noch ist Neufünfland zu zu großen Teilen
Nicht diskursfähig und damit nicht in der
Demokratie angekommen gefährdet diese

Dies auszusprechen zeigt welche Aufgabe
Der Integration für die Einheit noch nötig ist
Damit Sachsen nicht mehr so peinlich wird

Alle sind das Volk sagte die Kanzlerin dazu
Dass ungebildeter Hass dieses beansprucht
Derer sich die Mehrheit weiter noch schämt

Wir sind kein Volk sondern viele Stämme eher
Einige beschämen dies Land gerade noch mehr
Dies muss deutlich gesagt werden endlich
jens tuengerthal 3.10.2016

Frantz

Eine Liebesgeschichte

Eine Reise ins Jahr 1919
Der Franzose in Quedlinburg
Beginnt es auf dem Friedhof
Wo die Verlobte den Gefallenen betrauert
Zum größten Teil in schwarz-weiß
Wunderschöne Bilder fallen aus der Zeit
Der Franzose besucht die Familie
Des gefallenen Sohnes
Erst unwillkommen
Dann geladen
Kommen sie sich näher
Zwischen Zusammenbruch
Und Verzweiflung
Schließlich Verzeihung
Später auf der Suche
In Paris und auf dem Land
Blaustrümpfig aus dem Bilderbuch
Große Gefühle zwischen
Deutschland und Frankreich
Nach dem Weltkrieg
Welten kommen sich näher
Berühren sich für Momente
Ganz großes Kino
Langsam erzählt
Mitreißend und mehr
Ein Film für Europa
Warum wir so glücklich sind
In Friede und Freundschaft
Wie nah wir uns kommen
Was nach dem Krieg bleibt
jens tuengerthal 2.10.2016

Sonntag, 2. Oktober 2016

Liebesballade 006

Vergebene Liebesmüh

Mehr Leidenschaft und Phantasie wenden
Wir nie auf als um der großen Liebe willen
Als könnten wir das Glück für uns je drillen
Wollen wir mit Kraft unsre Botschaft senden

Vergebene Liebesmühen führen zu Dramen
Wie fielen wir dafür schon aus dem Rahmen
Legten den Damen zu Füßen unsere Leben
Als gäb’s nichts besseres noch zu erstreben

Aufgeblasen Radschlagend wie ein Pfau
Gibt sich Mann so schön wie er nur kann
Auch Frau malt sich entsprechend wohl an
Der Minne wegen machte Natur uns schlau

Vergebene Liebesmühen führen zu Dramen
Wie fielen wir dafür schon aus dem Rahmen
Legten den Damen zu Füßen unsere Leben
Als gäb’s nichts besseres noch zu erstreben

Meist werden Liebende dabei eher lächerlich
Zumindest für alle am Werben unbeteiligten
Fragt sich wie sich zwei darauf verewigten
Es läuft meistens so oder irgendwie ähnlich

Vergebene Liebesmühen führen zu Dramen
Wie fielen wir dafür schon aus dem Rahmen
Legten den Damen zu Füßen unsere Leben
Als gäb’s nichts besseres noch zu erstreben

Wo einer wirbt ohne dass eine ihn je erhört
Wird er zum traurigen Don Quijote der Liebe
Als hätt er’nen Schaden in seinem Getriebe
Wirkt der stolze Ritter bald eher verstört

Vergebene Liebesmühen führen zu Dramen
Wie fielen wir dafür schon aus dem Rahmen
Legten den Damen zu Füßen unsere Leben
Als gäb’s nichts besseres noch zu erstreben

Wer diese grausame Realität sich klar macht
Verliert schnell alle Hoffnung noch auf Glück
Als gäbe es im Leben nur dies eine Stück
Ist dies die oder keine worüber Vernunft lacht

Vergebene Liebesmühen führen zu Dramen
Wie fielen wir dafür schon aus dem Rahmen
Legten den Damen zu Füßen unsere Leben
Als gäb’s nichts besseres noch zu erstreben

Träumen von irgendwann geteilten Welten
Die nie mehr als Seifenblasen noch waren
Ewigkeitsversprechen sollten wir uns ersparen
Doch lassen wir nur große Liebe noch gelten

Vergebene Liebesmühen führen zu Dramen
Wie fielen wir dafür schon aus dem Rahmen
Legten den Damen zu Füßen unsere Leben
Als gäb’s nichts besseres noch zu erstreben

Warum Liebe so gerne Superlative gebraucht
Statt die kleine zarte nette Liebe zu pflegen
Wollen wir uns nur mit der Wahren hinlegen
Die so hell sie brennt schnell wieder verraucht

Vergebene Liebesmühen führen zu Dramen
Wie fielen wir dafür schon aus dem Rahmen
Legten den Damen zu Füßen unsere Leben
Als gäb’s nichts besseres noch zu erstreben

Kein Mensch kann je verstehen wie schlimm
Gerade uns es in diesem Drama leidend erging
Es wollte keiner mehr hören schon als es anfing
Die größte Zuwendung ersetzt bösester Grimm

Vergebene Liebesmühen führen zu Dramen
Wie fielen wir dafür schon aus dem Rahmen
Legten den Damen zu Füßen unsere Leben
Als gäb’s nichts besseres noch zu erstreben

Besser schwiegen die Liebenden wohl mehr
Was sie zu sagen haben interessiert keinen
Auch wenn sie um ihren Mittelpunkt weinen
Davor dabei und erst recht dann hinterher

Vergebene Liebesmühen führen zu Dramen
Wie fielen wir dafür schon aus dem Rahmen
Legten den Damen zu Füßen unsere Leben
Als gäb’s nichts besseres noch zu erstreben

Wo wir lernen über die Liebe auch zu lachen
Wachsen die Chancen sie selig zu genießen
Lassen wir zarte Triebe in Ruhe erst sprießen
Wachsen die Chancen ein Feuer zu entfachen

Vergebene Liebesmühen führen zu Dramen
Wie fielen wir dafür schon aus dem Rahmen
Legten den Damen zu Füßen unsere Leben
Als gäb’s nichts besseres noch zu erstreben

Vergessen wir die verlorenen Lieben schnell
Trauer macht das Leben nur dauernd dunkel
Es liegt um Liebeskummer zu viel Gemunkel
Genießen was sich zeigt mach eher noch hell

Vergebene Liebesmühen führen zu Dramen
Wie fielen wir dafür schon aus dem Rahmen
Legten den Damen zu Füßen unsere Leben
Als gäb’s nichts besseres noch zu erstreben

Keine Liebesmüh war noch je umsonst vergeben
Wo wir uns heilige Eide einst noch geschworen
Gaben wir befreit bald den Aberglauben verloren
Womit die gute Vernunft gewann im wieder Leben

Vergebene Liebesmühen sind keine Dramen
Nur Narren fallen dafür noch aus dem Rahmen
Legen den Damen zu Füßen närrische Leben
Besser mit der nächsten einfach wegschweben
jens tuengerthal 2.10.2016

Sexwissen 018

Lustquelle

Was ist die zuverlässigste Quelle der Lust
Wenn alles übrige versagt vom gewählten
Zugang bis zur Liebkosung auch noch die
Gedanken uns verlassen bleibt die Hand

Fraglich nur ob es wirklich eine Quelle
Der Lust je war oder doch Ablenkung
Von dieser damit nicht die Triebe alles
Was an Vernunft noch blieb dominieren

Solange es uns im Ergebnis vernünftiger
Noch ließ statt weiter nur wie ein Gockel
Den Hormonen hinterher zu stolzieren
Könnte es ein Wert an sich sicher sein

Andererseits war diese Lust immer wieder
Quell verrücktester Aktionen die viele auch
Gern mit Liebe gleichsetzen wobei dabei
Die Unterscheidung fraglos schwer fällt

Sex ist nicht nur ein glänzendes Geschäft
Vieler Frustrierter denen dies Zuhause zu
Oft unbefriedigte oder nur einseitig Erledigte
Als schönster Traum viel wert allezeit war

Vielmehr ist es zugleich der Vollzug der Ehe
Dem innigsten Kern der Familie die gerne
Die Kulturen als ihre Basis heilig nennen
Damit Anfang aller Fesseln aneinander

Wir zeugen Nachwuchs wo wir uns hingeben
Lust ist Vergnügen und Staatsarbeit zugleich
Die für Kontinuität zumindest theoretisch sorgt
So gebührt diesem Akt wohl Haltung und Würde

Geil aber und gelungen ist es wenn wir alles
Was sonst dranhängen könnte vergessen
Um uns ganz der nur Lust des Augenblicks
Der dabei stehen bleibt völlig hinzugeben

All dies geht auch alleine und dabei meist viel
Schneller mit wesentlich weniger Leerlauf auf
Dem Weg zum Ziel der Befriedigung sicher ist
Zudem die eigene Hand spricht nie zuviel

Das Gefühl körperlicher Nähe ist überirdisch schön
Zusammen zu kommen der Gipfel aller möglichen Lust
Während schlechtes Timing zu Überflüssigem führt
Was allein erledigt besser fühlen ließ zumeist

Im Laufe der Jahre und mit zunehmender Reife
Auch den Sex ein wenig distanziert betrachtend
Fällt auf mit wie wenigen heute noch das früher
Normale ideale Timing wirklich fast immer klappt

Vielleicht merke ich heute auch feinfühliger genau
Wann Frau mir etwas vorspielt ihre Muskeln beim
Akt nicht kontrahieren es ergo leblos dabei bleibt
Was es für mich so überflüssig wie für sie macht

Manche Frauen reden dann davon ihnen sei
Nähe und Kuscheln wichtiger und der auch
Sportliche Aspekt beim Sex viel bewegender
Zuviele Männer schwätzten lange dies nach

Dennoch suchen sich viele ihre Befriedigung
In den mehr oder weniger dann nur lustlosen
Objekten ihrer Lust die es halt mitmachen
Besser beide ließen es und suchten echte Lust

Weiß nicht ob jeder Lust beim Sex finden kann
Es ist sicher nicht nur eine Frage der Technik
Auch wenn diese nicht schaden muss dabei
Beginnt es im Kopf wirklich gut zu werden

Wo dann ein anderes Geschlechtsteil noch das
Unsere berührt ob eingeführt oder nur nah ist egal
Kann dies zu schönster Lust wohl werden doch
Im übrigen ist die eigene Hand noch beste Lustquelle

Vom Aberglauben verpönt damit sich die Triebwesen
In geordneter Form noch paarten lieber miteinander
Als die Schönheit für sich noch zu entdecken gar
Sex mit Liebe gefährlich verblendet weiter mischen

Es täglich zumindest einmal zu tun hält von viel Unsinn
Den gesunden Mann wie die Frau gleichermaßen ab
Denn finden wir nicht für uns längst alles was es braucht
Wie oft ist Sex so gut dass er den Aufwand davor lohnte

Denke ich an alle mein Liebsten zurück war insbesondere
Die Neigung Liebe und Lust zu verwechseln bei mir sehr hoch
Dagegen die Wertschätzung der Onanie viel zu gering wo sie
Doch gleiches Glück viel effektiver wohl bescherte jedem

Einzig das Gefühl der Leere danach ist schmerzlich doch
Wer den geteilten Höhepunkt kennt wird alles übrige als
Entbehrlich ohnehin eher sehen warum die Leere danach
Viel größer noch wäre und die der Onanie überwöge

Die eigene Lust taugt nichts wo wir sie zugleich teilen können
Doch macht sie uns nur unzufrieden wo häufiger nicht warum
In diesen Fällen zumindest der Sex eher entbehrlich ist was
Immer Frau und Mann auch ohne noch verbinden kann
jens tuengerthal 2.10.2016

Samstag, 1. Oktober 2016

Liebosophie 006

Ortsliebe

Manche Liebe ist asexuell und doch innig
Vielleicht sogar inniger als die ewige nur
Zwischen Anziehung und Abstoßung hier
Schwankende paarweise normale Liebe

Es liegt mir fern dem Asexuellen noch ein
Loblied zu singen wo es doch vielmehr
Um Lust nach der Natur gehen soll was
Immer das auch sein soll natürlich sonst

Denoch ist die Liebe zu Orten zwar doch
Physisch wohl aber selten sexuell außer
Der Kontext des Ortes gibt dies gerade her
Aber um nichts weniger beglückend dabei

Vielleicht sogar macht die Ortsliebe meist
Glücklicher als die zu Frauen oder Männern
Sind diese Subjekte unserer Anbetung doch
Immer bereit Zuwendung gern zu erwidern

Viele Orte habe ich in meinem Leben geliebt
Ohne an einem für immer bleiben zu können
Doch voller Sehnsucht danach Heimat zu haben
Wie sie vielen ganz normal erscheint immer

Doch wer irgendwoher kommt und dies auch
Seit Generationen womöglich dem stellt sich
Diese Frage nicht während andere nie dort
Ankommen wo sie wirklich hingehören

Liebe etwa Weimar wo ich nie lebte weil
Die Stadt der Klassik mitten in Thüringen
Nahe den Wurzeln meiner Familie einfach
Eine Schönheit ist die mich tief berührt

Die Wurzeln der Familie etwa in Gotha
Das ich kaum kenne aus dem schon der
Urgroßvater wegzog der so jung fiel im
Noch 1. Weltkrieg bei Verdun irgendwo

Liebe Bremen wo ich geboren wurde einst
Finde mich blind noch zurecht finde ohne je
Länger als ein Jahr dort gelebt zu haben es
Blieb Großeltern Ort gediegener Bürgerlichkeit

Das linke Bremen etwa der Kreise in denen
Frankfurt meine Heimat lange war kenne ich
Überhaupt nicht die Welt spielte sich dort mir
Zwischen Parkhotel und Schütting mehr ab

Frankfurt wo ich sehr lange lebte liebe ich auch
Wenn die spröde Schönheit es einem nicht gerade
Leicht macht auf den ersten Blick so ohne Gefühl
Mit verspiegelten Bankhochhäusern oder der Zeil

Doch wer je im Städel lustwandelte oder im Stadtwald
Groß wurde und die Schwanheimer Eichen schon als
Kind als uralt kennenlernte wie schon Goethe 200 Jahre
Zuvor der versteht wieviel Schönheit dort verborgen liegt

Heidelberg das Hölderlin noch viel zu romantisch kitschig
Als der Vaterlandsstädte schönste besang liebe ich trotz
Relativ unbestrittenen Schönheit nie wie mir die Mundart
Dort im Ohr immer weh tat bis ich endlich wegzog

Inzwischen scheint mir die Kurpfalz auch auf ihre eigene
Art sehr liebenswert hinter der sich mehr als guter Wein
Wie lange große Geister auch verbargen die das Land
Prägten wie gestalteten vom Neckar aus noch bis heute

Berlin der Ort an dem ich am längsten nun lebe sogar
Nie blieb ich irgendwo länger noch dazu in einem Viertel
Wie hier in Prenzlauer Berg wo viele sind die ihre Heimat
Verließen um da zu sein - dies Berlin liebe ich sehr eigen

Schroffe Ablehnung trifft hier auf überfließende Zuneigung
Krachende Härte der Großstadt auf idyllische Lieblichkeit
Es ist nicht liebenswert und ist es doch irgendwie immer
Doch kenne ich fast nichts von dem was sie vielen ist

Wer Berlin liebt mag seine Clubs und Partys seine Szene
Wie ein ausschweifendes Nachtleben manchmal noch die
Architektur im preußischen Arkadien auf der Insel wohl
Wie an den Seen der Umgebung mit Sammlungen bedacht

Die Sammlungen aber sind was ich hier mehr liebe als sonst
Manches in überschätzter Geschichte des jungen Dorfes auf
Märkischem Sand mit mehr Großmäuligkeit als Geschichte
Deren Gebäude zumindest teilweise soweit noch preußisch

Liebe also das tote Berlin mit seinen Museen mehr als seine
Szene oder all die verrückten Menschen dort die sich täglich
Neu inszenieren in Clubs oder auf der Straße denn was ist
Interessiert mich viel weniger als was irgendwann einmal war

So weiß ich nicht ob ich diesen Ort liebe und frage mich wenn
Welchen denn den vor 200 oder 300 Jahren oder den von jetzt
Liebe wenige Cafés an beschränkten Orten sehr aber wie es
Diese aber auch andernorts genauso geben könnte fraglos

Die Freiheit in Berlin so zu sein wie du gerade Lust hast
Sich nicht zu verkleiden oder in äußerlichen Grenzen
Noch leben zu müssen mag ich aber fände es auch ok
Wenn sich alle gediegen edel und gebildet zeigten anstatt

Auch ist Berlin viele Dörfer und schaue ich etwa
Die Menschen in Marzahn oder Pankow nebenan
Lichtenberg gar an stelle ich fest wie fern sie sind
In wie tief östlicher Provinz  wir noch immer leben

Was die Frauen in Mitte und auf dem Berg weniger
Make-up tragen schmiert sich die in Charlottenburg
In dreifacher Menge ins Gesicht außer sie ist gerade
Wieder anders als der Durchschnitt dort was oft ist

Wismar etwa liebe ich als historischen Ort nur in seiner
Sichtbar hanseatischen Geschichte und finde ich doch
Gegenwärtig einfach ein Grauen wie so viele Nester
In ostdeutscher Provinz mit überwiegender Tristesse

Vermutlich sähe ich sogar Weimar ähnlich lebte ich da
Doch das kann täuschen denn vielleicht ist es weniger
Nur der Ort als die Leute dort und die Stimmung mit der
Genau dieser Ort erlebt wurde und in Erinnerung blieb

Kannte mal eine aus Gelsenkichen die nicht nur sogar
Schalke liebte sondern dazu noch ihre Wahlheimat als
Eine wunderschöne Ecke Deutschlands beschrieb nur
Eben im Verborgenen das sich auch mir nie erschloss

Hatte mal eine Verlobte aus Essen deren Elten noch
Dort im feinsten Teil nahe dem Hügelpark lebten so
Lernte ich Essen nur von dieser Seite quasi kennen
Vornehm gediegen voller gebildeter reicher Leute

Wie groß war der Schock als ich erstmals die Innenstadt
Dieser in jeder Hinsicht schamlosen Stadt sah oder was
Davon blieb nach dem großen Krieg als nur belebter
Kadaver aus Vergangenheit wie auch Mannheim

Bei Stuttgart empfand ich dasselbe und München tja
München sagte mir gar nichts so bezaubernd auch die
Immer wieder Frauen seiner Umgebung waren dies
Bayern stieß mich tief im Inneren immer wieder ab

Auch länderweit kam dieses Gefühl bei mir vor
Nordrhein Westfalen blieb mir wie seine Bewohner
Als meist katholisches Kernland innerlich doch fremd
Der Norden wärmte mir jedesmal das Herz unsinnig

Es gibt forsche ich danach wenig sachliche Gründe
Für solche Zu- oder Abneigung und warum bei mir
Eine die eher norddeutsch spricht einen Bonus hat
Während süddeutscher Dialekt über hohe Hürden muss

Auch die innere Erhebung über die für mich Proleten
Des Dialekts die einfach nur heimatvebunden sind ist
Bildungsbürgerlich vielleicht motiviert doch sachlich
Durch nichts real begründet als ein Gefühl von damals

Eltern und Großeltern sprachen immer hochdeutsch
In der mütterlichen Linie mit nordischem Einschlag
So schienen mit ungebildete Landpomeranzen aus
Braunschweig oder sonst Norden ganz großartig

Vielleicht hat die Liebe zu den Orten so für mich
Weniger mit Klima als mit Klang zu tun noch wie
Mit Bildung und Klasse oder was ich dafür hielt
Aus dem beschränkten Horizont meiner Klasse

Die Wienerin fand ich sofort reizvoll ihren Dialekt
Mochte er breit und ungebildet sein faszinierte mich
Eine fremde bewunderte Welt voll schöner Literatur
Auch wenn es bis auf wenige Ausnahmen irreal blieb

Wien ist für mich eine zutiefst erotische Stadt
Dabei kenne ich nur eine von dort ganz nah real
Manche im gesponnenen virtuellen Flirt was aber
Weniger Ort als Geschichte noch ist heute wohl

Dabei gibt es keinen realen Grund warum mich
Die Stadt der prüden Maria Theresia wie einer
Starken katholischen Kirche irgend anmacht
Geliebte meines Vaters vor fünfzig Jahre wohl kaum

Heimat oder was wir dafür halten ist immer stark
Verbunden wohl mit den Menschen dort wie den
Erinnerungen die wir vor Ort teilten so bekommt es
Den Klang mit dem wir uns später wohlfühlen

Die Liebe zu Orten hat den Vorteil diese bleiben
Sollten sie eifersüchtig auf andere Orte einst sein
Werden sie ohne Streit vergessen es bleibt nur
Die schöne Erinnerung an einmal Stunden dort

Doch so leicht sie es uns machen sie zu lieben
So schnell und ungerecht sind dabei immer auch
Unsere Urteile über Orte die uns fern bleiben
Wie bei mir etwa Bayern oder das immer NRW

Ähnlich in Berlin was ich als Ort ja schon liebe
Irgendwie und doch blieben mir die Berlinerinnen
Meistens eher fremd so nah ich manchen auch war
Oder außer wenn sie katholisch waren und dann doch

Innerlich blieben dem konfirmierten Atheisten auch
Die Katholikinnen immer fremd irgendwie fremder
Sogar als manche Muslima die dafür in anderer Art
Völlig befremdlich mir wiederum erschien als Wesen

Vielleicht liegt es daran dass die Beziehung zu Frauen
Egal wann und wo immer auch sexuell bei mir war
Zumindest in Hintergedanken ganz natürlich es blieb
Weil eine Frau eine Frau ist und ich Frauen liebe

Dies Denken zog sich durch mein Leben schon lang
Verklompizierte vieles was einfach sonst wäre wagte
Einer von den vielen in mir sich zu entscheiden wie
Dabei auch örtlich zu bleiben für immer noch wohl

So blieb ich hier wie dort immer heimatlos dafür
Liebe ich die Orte ob sie nun Heimat mir sind
Oder historischer Quell schöner Gedanken noch
Manchmal auch ein Netz verlorener Lieben überall

Die Orte aber blieben was sie waren mir wenn
Es eine Liebe zu ihnen und nicht nur zu denen
Dort zufällig war die kommen und gingen so
Liebe ich heute mehr denn je die Orte nur

Sie blieben suchten nie Streit wollten weder Geld
Noch Zuwendung wenn es mir lästig war oder
Aufmerksamkeit während ich meine Ruhe wollte
Wandte mich ihnen zu wenn ich es gerade wollte

Die Liebe zu den Orten die mir lagen blieb trotz
Aller sonst Ablenkung oder vermeintlicher Untreue
Füllte sie mein Herz mit soviel Glück wie Bücher
Wenn ich sie frisch erhalten erstmals durchblättere

So blieb ich heute bei ihnen und den Büchern
Die nahezu allen Frauen verglichen zwar viel
Weniger Sex haben aber dafür um so mehr
Gelassenheit in der Treue ihrer Liebe immer

Vermutlich denkt der Liebhaber der Orte
Genau wie jener der Bücher wird dieser
Sex ohnehin völlig überschätzt lebt es sich
So auf Dauer viel friedlicher glücklich noch

Es bleibt also die Idee vom Weltfrieden wohl
Frage mich ob dieser asexuell wäre oder
Die Lust natürlich Priorität immer uns hat
Wo nicht nichts bleibt aber was weiß ich schon
jens tuengerthal 1.10.2016