Sonntag, 18. Oktober 2015

Kulturgeschichten 013


Kulturgeschichten 013

Während die Flüchtlinge gen Norden
Strömen fürchten manche bereits
Um ihre kulturelle Identität im Land
Wollen einige Zäune errichten als
Würden solche je einen Strom nur
Aufhalten können der vor dem Tod
In der Heimat flieht eine solche sucht

Merkel die begriffen hat das hier
Keine Parolen und alten Muster
Irgend weiter bringen gab uns
Die Perspektive wir schaffen das
Was erstmal nichts ändert

So potenzieren sich im Schatten des
Reinen Konstruktivismus wohl noch
Die Ängste derer die fürchten stets
Zu kurz zu kommen ins unermeßliche
Polarisiert sich die Lage im Lande
Fraglich nur was die Alternative ist

Wessen Leben bedroht ist
Dessen Liebste im Krieg starben
Der kämpft ums Überleben mehr
Als über kulturelle Dominanz irgend
Grübeln zu wollen noch

Jessiden und Christen im Irak wie
In Teilen Syriens werden so bedroht
Fliehen vor dem mörderischen IS
Genau wie Muslime die sich nicht
Der mittelalterlichen Anschauung
Der Terroristen untwerfen wollen
Auch wenn diese doch der etwa
In Saudi Arabien völlig gleicht
In ihrer Intoleranz wie Härte

Es geht ihnen um religiöse Reinheit
Wie die geistige Einheit ihrer Völker
Unter der vermeintlich wahren Lehre
Ihres geaberglaubten Propheten
Und darin ähneln sie den Versuchen
Katholischer Christen in Europa die
Einheit des katholischen Christentums
Notfalls mit Gewalt durchzusetzen

Während große Herrscher Toleranz
Üben und ihr Land offen hielten
Predigen die kleinen Intoleranz
Verschließen die Grenzen
Vertreiben alle Andersgläubigen
Will es uns gern erscheinen

Ludwig XIV. war so ein kleiner Geist
Der die Hugenotten vertrieb wie sie
Immer weiter im Land unterdrückte
Bis sie zu Hunderttausenden flohen
Sein Land viel an Geist und Kraft
Durch diesen Aderlass verlor
Das tolerantere Preußen dafür
Durch die Zuwanderung gewann
Seine spätere Stärke entwickelte

Doch nichts in der Welt ist schlicht
Schwarzweiß sondern vielmehr
Läuft im verschwimmenden Grau
Eher ein Stück historische Wahrheit

Gilt Ludwig XIV. der den Absolutismus
Im Staat festigte und die Ökonomie
Erfolgreich über Manufakturen stärkte
Als einer der größten und vielleicht
Wichtigsten Herrscher Europas
In seiner Zeit die lange währte
Wie weit über sie hinaus

Am 18. Oktober 1685 erließ Ludwig XIV.
Der Enkelsohn Heinrichs IV. der erst
Für die Krone zum Katholizismus
Letztmals wieder konvertierte
Das Edikt von Fontainebleau mit dem
Er die Toleranzedikte seines Großvaters
Wieder aufhob und den Hugenotten
Die Ausübung ihrer Religion verbat
Priester der Verfolgung aussetzte
Nach religiöser Einheit im Land strebte

Mit dem Edikt von Nantes hatte noch
Sein Großvater den Protestanten
Völlige Religionsfreiheit zugesichert
Nach der für tausende Protestanten
Tödlichen Bartholomäusnacht die auf
Die Hochzeit mit Margarete Valois folgte
Der Tochter Katharina Medicis welche
Mit der Verbindung zum König von
Navarra der Heinrich nach dem Tod
Seiner Mutter Johanna gerade war
Das konkurrente Haus Guise wieder
Neutralisieren wollte während dafür
Der militärische Anführer der Hugenotten
Ein Eingreifen der vereinigten Heere
Von Katholiken und Protestanten
Zugunsten der Protestanten wiederum
Der Niederlande erreichen wollte
Gegen den dort starken Philipp II.
Was der Versöhnungspolitk von Katharina
Völlig zuwiederlief die gerade erst sich
Um den ehelichen Ausgleich bemühte
Zwischen Österreich und Frankreich
Zumindest wie die spätere Gattin jenes
Heinrich IV Maria Medici eher Nähe
Zu Habsburg suchte als eigene Pläne
Zur Macht zu haben wie das Haus
Naravara-Bourbon sie verfolgte

So kam es zu dem Attentat am 5. Tag
Der Feierlichkeiten der Hochzeit zu Paris
Das Coligny nur mühsam noch überlebte
Während den Unruhen infolge bereits
Die Protestanten zu tausenden zum
Opfer fielen warum die Bartholomäusnacht
Das Grauen der Hugenottenkriege
Auf einen neuen Höhepunkt brachte

Geschickt hatten dabei die Anstifter
Den Verdacht auf das Haus Guise
Lenken wollen deren einer zuvor
Franz von Lothringen namentlich
Einem Freund Colignys zum Opfer fiel
Warum die Rache doch allzu nahe lag
Wollte somit im Kampf um die Macht
In Frankreich zwei konkurrente Häuse
Aufeinanderhetzten um damit in dem
Gleichgewicht der Kräfte sich wieder
Zu neutralisieren und selbst unberührt
Heil daraus hervor zu kommen

So richtete sich das Attentat welches
Mutmaßlich noch die Schwiegermutter
Einst inszenierte nicht gegen Heinrich
Sondern stabilisierte es dessen Macht
Sollte es zumindest auch wenn es seine
Nächsten Verbündeten infolge tötete

So fielen allein der Bartholomäusnacht
In Paris 3000 Hugenotten zum Opfer
In ganz Frankreich dagegen über 10.000
Das Gemetzel nahm ungeahnte Ausmaße
Auch Coligny fiel ihm zum Opfer während
Heinrich frisch vermählt vor die Wahl
Gestellt wurde ob er lieber konvertieren
In die Bastille oder an den Galgen wolle

Angesichts dieser verlockenden Aussichten
Schrieb Heinrich an den Papst bat um die
Konversion und war während der damals
4. Hugenottenkrieg tobte Staatsgefangener
Von König Karl IX. und floh sodann sobald
Es nur ging vom Hof um schließlich noch
In einem neuen Krieg gegen Heinrich III.
Wie Heinrich von Guise dem
Krieg der 3 Heinriche der durch
Je Unterstützung ein europäischer wurde

Philipp II. untertstützte die Katholiken während
Elisabeth I. von England mit den Niederlanden
Die Protestanten munitionierte und finanzierte
Als dann noch der Bruder Heinrichs III.
Starb dem Haus Valois damit das Ende
Nahe drohte wurde automatisch der
Gerade noch Gegner Heinrich von Navarra
Zum Kronprinzen Heinrichs III. als dann
Designierter Heinrich IV. wurde er nun
Im Krieg Heinrichs III. gegen das Haus
Guise welche die Valois beerben wollten
Für das katholische Frankreich kämpften

Das Heinrich III. dann den Heinrich Guise
Am Tag vor Heiligabend ermorden ließ
Gefiel dem Papst natürlich nicht der
Daraufhin den König von Frankreich
Exkommunizierte woraufhin dem Bund
Der Heinriche gegen das Paris der Guisen
Nichts mehr entgegen stand als die dann
Später von Heinrich III vom designierten
Heinrich IV oder IIII wie es heißt später
Auf dem Sterbebett verlangte erneute
Konversion zum Katholizismus was der
Kronprinz für Paris dann tat aber als
König 8 Jahre nach der Krönung das
Edikt von Nante erlassen ließ mit dem
In Frankreich eine Toleranz herrschte
Wie später bis zur Revolution nicht

Schon Heinrichs Sohn Ludwig XIII.
Hatte die Freiheit der Protestanten
Gemeinsam mit Richelieu im Edikt
Von Nimes eingeschränkt wie sie
Immer weiter vertrieben bis zur
Freiheit von Synoden und der
Aufhebung der befestigten Orte
Der Zuflucht für Protestanten

Im neuen Edikt von Fontainebleau
Bestätigte Ludwig XIV. den Katholizismus
Als Staatsreligion verbot damit alle
Gottesdienste der vor allem dort
Calvinistischen Protestanten sondern
Kündigte auch die Zerstörung der
Bestehenden Tempel im Land an

Das Verbot traf die Protestanten
Schwer und bis 1730 flohen über
200.000 der 730.000 Hugenotten
Aus Frankreich in die benachbarten
Protestantischen Länder wie die
Schweiz die Niederlande die Pfalz
Und vor allem Preußen das unter
Dem großen Kurfürsten ein Edikt
Der Toleranz und des Willkommen
Für alle Vertriebenen erließ

Unter den Geflohenen waren sehr viele
Aus dem Adel und dem gebildeten
Wohlhabenden Bürgertum so dass
Es zu einem erheblichen Aderlass
Für die französische Wirtschaft kam
Während die toleranteren Nachbarn
Von den Flüchtlingen profitierten
Preußens späterer Aufstieg zur
Weltmacht darin begründet liegt

Religiöse Intoleranz lohnt sich nicht
Auch wenn es kurzfristig zu manchen
Siegen der Dogmatiker kommen mag
Gehören die Beschränkten historisch
Immer zu den Verlierern der Geschichte
Berauben sich der kritischen Geister
Lassen eine Gesellschaft veröden

Auch darum wird die richtige Politik
Der Toleranz und Offenheit für viele
Vertriebene Jessiden und Kurden
Deutschland reicher machen auch
Wenn die Kurzsichtigkeit mancher
Zeitgenossen mit ihrer Neigung zum
Pessimismus ihnen Zulauf der eben
Kurzsichtigen Narren beschert wird
Merkel angesichts der Entwicklung
Der Bevölkerung wie aller historischen
Erfahrung eher als Lichtgestalt in die
Geschichte eingehen und großes
Auch mit manch kleinlichen nötigen
Kompromissen bewegen als es die
Ahnen die nun ihren Rücktritt fordern

Historisch blind und fanatisch zugleich
Verblendet werden diese Verrückten
Zu Attentätern denen Heinrich III. wie
Sein Nachfolger Heinrich IV. dann zum
Opfer fielen wie es dem Attentäter
Von Köln zum Glück nicht gelang
Der die Kandidatin Reker erstechen
Wollte und doch ihre heutige Wahl
Nicht verhinderte in der sie nun wenn
Auch schwer verletzt siegte was ein
Gutes Zeichen für Toleranz und gegen
Gewalt ist die am Ende verliert

Wir müssen egal welchem Aberglauben
Wir anhängen oder nicht auf diesem
Planeten miteinander zusammenleben
Uns auf Gebote der Freiheit einigen
Damit alle Menschen die Wahl haben
Wie sie leben und was sie denken wollen

Ein Land das sich den Flüchtlingen öffnet
Die oft die Elite eines Landes sind wieder
Etwas aufbauen wollen nutzt damit eine
Historische Chance und Preußen konnte
Dankbar sein für die damals katholische
Intoleranz in Frankreich die es reicher
Wie in vieler Hinsicht führend machte

Natürlich werden wir dabei auch Gewalt
Wie Probleme haben von Menschen die
Seit Jahren mit Gewalt und im Krieg
Leben müssen verfolgt und missbraucht
Nur um so größer ihre Chance ist wie
Die Möglichkeit zur Integration desto
Mehr können sie ihr Land bereichern

Es geht nicht mehr darum ob wer kommt
Sondern wie wir mit denen die kommen
Umgehen und ihnen Perspektiven geben
Dann werden wir dadurch gewinnen
Unser Land reicher machen

Wer sich nur gegen das wehrt was ist
Erreicht nichts als Destruktion
Macht sich trotz kurzfristiger Erfolge
Bei allen kurzsichtigen Ängstlichen
Langfristig für sein Land entbehrlich
jens tuengerthal 17.10.15






Samstag, 17. Oktober 2015

Kulturgeschichten 012

Regentschaft

Die einen regieren nominell nur
Die anderen tun es tatsächlich
Bei der Regentschaft fragt sich
Mancher wer wirklich herrscht
Wozu der nominelle Herrscher
Überhaupt sein Amt noch hat

Angela Merkel galt lange als
Königin von Europa in dem sie
In der Finanzkrise faktisch herrschte
Auch wenn alle Länder gewählte
Regierungen noch hatten war es
Das Geld und die Schulden
Welche entschieden was wann
Wer als Regierung tun konnte
Damit waren die EZB und die
Größte Geldgeberin faktisch doch
Die Regierung Europas gegen viel
Anfeindung und Kampf setzte sich
Der Kurs der Sparsamkeit durch
Solange Merkel mit Schäuble dort
Das strenge Zepter führte

Die Flüchtlingskrise brachte dann
Kanzlerin Merkel in ein anderes Licht
Betonte die soziale Kanzlerin die sich
Um die Menschen sorgte und alle
Bei sich aufnahm die kamen was
Den Widerstand im eigenen Land
Wie in ihrer Partei stets erhöhte
Die um den Bestand der Kultur
Fürchtete als sei diese nicht gerade
Durch den Asylgedanken erst

In der Krise wird ihre Herrschaft
Die fast keine Opposition mehr kannte
Zumal in der großen Koalition real
Womöglich die sichere Wiederwahl
Sogar aus Neid und Angst gefährdet
Damit ist die Regentin Europas wohl
Angeschlagen und der Kurs des alten
Kontinents bis zur Lösung der Krise
Unklar und für die Wirtschaft also
Gefährdet was stets teuer wird

Die Regentschaft übernahm auch
Maria Medici am 17.10.1610 für ihren
Da neunjährigen Sohn Ludwig XIII.
Der nach der Ermordung seines Vaters
Heinrich IV. von Navara und Bourbon zum
König von Frankreich gewählt wurde
In der traditionellen Kathedrale von Reins

Maria betrieb im Gegensatz zu Heinrich
Auf Rat ihrer Berater Galigai und Concini
Eine spanienfreundliche Politik die besonders
In der Doppelhochzeit ihrer ältesten Kinder
Ludwig und Elisabeth mit Anna von Österreich
Sowie dem späteren Philipp IV. sichtbar war

Mit der Volljährigkeit Ludwigs wurden
Die Generalstände einberufen bei denen
Erstmals Jean Armand du Plessis der
Spätere Kardinal von Richelieu von sich
Hören ließ und sie als Plattform nutzte

Der Hof hielt Ludwig noch für das
Kindischste Kind und einen Idioten
Um so überraschter waren alle als
Dieser Concini ermorden ließ
Und seine Mutter nach Blois verbannte

Maria intrigierte weiter mit dem Adel
In Versuchen ihren Sohn zu entmachten
Nach einem Umsturzversuch kam es
Zu Friedensverhandlungen zwischen
Mutter und Sohn bei denen sich
Richelieu unentbehrlich machte
So erreichte die schließlich doch
An den Hof zurückgekehrte Maria
Dessen Berufung in den Kronrat

Dieser sorgte jedoch nicht wieder
Für eine Annäherung mit Spanien
Sondern verstärkte die Konfrontation
Unterstützte protestantische Gegner
Habsburgs im Heiligen Römischen Reich
Zugleich brach er durch die Eroberung
Von La Rochelle die militärische Macht
Der Hugenotten in Frankreich betrieb
Eine klar nationale Politik

Als Ludwig krank vom Feldzug zurück
Wollte seine Mutter ihn zum Bruch mit
Richelieu überreden und diesen vom
Hof verbannen lassen forderte ihn
Zur Wahl zwischen Mutter und Kardinal

Gegen alle Erwartung verhaftete Ludwig
Die Berater der Mutter und verbannte sie
Lebenslänglich vom Hof während ihr Sohn
Gemeinsam mit Richelieu die Macht
Frankreichs und des Hofs weiter stärkte
Für diesen Erfolg musste er aber
Zwei seiner Favoriten hinrichten lassen
Verwandte töten und den Adel gegen sich
Aufbringen unter schweren Gewissenbissen
Spät noch zeugte er einen Thronfolger
Womit die Dynastie gerettet war

Ludwig XIII. wollte als Ludwig der Gerechte
In die Geschichte eingehen worunter er nur
Die Wiederherstellung von Recht und Ordnung
Verstand nach dem Bürgerkrieg verständlich
Mit seiner Politik legte er die Basis für
Frankreichs Vorherrschaft und den Absolutismus

Ludwig war ein schüchterner Mensch
Der zum stottern neigte und sich in
Gesellschaft nicht wohlfühlte das Bild
Vom unfähigen abhängigen Idioten
Des intriganten Richelieu ist vor allem
Literarisch durch die 3 Musketiere
Von Dumas geprägt worden was
Aber nicht der Realität entspricht

Von Ludwig stammt der Ausspruch
Er wäre kein König leistete er sich
Die Gefühle eines Privatmannes

Richelieu hatte dafür stets noch
Unter der kleinlichen Eifersucht
Des Königs zu leiden und von ihm
Stammt der treffende Satz ganz
Europa bereite ihm nicht soviel
Kopfzerbrechen wie die 4qm
Des königlichen Kabinetts

Regenten können die Macht ergreifen
Dann wundern sich manchmal alle die
Diese vorher für Idioten hielten manche
Bezahlen dies mit dem Leben was uns
Die tödliche Gefahr von Fehlurteilen
Im Leben deutlich vorführt mehr noch
Den Drahtseilakt der Politik die eben
Mit Menschen regieren muss beweist

Bis heute prägen Intrigen wie auch
Verschwörungen gegen die Inhaber
Der je Macht das politische Leben
Wer Täter und wer Opfer ist auch
In der historischen Betrachtung
Verschwimmt häufig dafür werden
Persönliche Neigungen wichtiger
Die Fähigkeit einzelner auch ihre
Persönlichkeit hinter die Aufgabe
Zurückzustellen entscheidet über
Krieg und Frieden wie den Weg
Den ein Land einschlägt

So gesehen ist es beruhigend
Wenn die einst Postdemokratin Merkel
In der Not vor allem menschlich wird
Dennoch rational vernünftig handelt
Wie sie es als Physikerin meist tut
Auch wenn dies nicht immer human
Allen Beobachtern erschien sondern
Ihre ruhige Hand als Versagen galt
Ihr Unfähigkeit vorgeworfen wurde
Auf ihre Werte scheint Verlass

Wer in der Not menschlich handelt
Den Werten des Grundgesetzes
Priorität vor der Gefahr eigener Macht
Noch gibt zeigt damit Zuverlässigkeit
Die weniger Sorge macht als alle die
Von Angst sich leiten lassen

Ob das Wir schaffen es als Mantra
Zur Lösung kommender Probleme taugt
Ist noch lange nicht gewiss doch ist
Bei der Wahl zwischen dem konstruktiven
Versuch und der Beschwörung des
Scheiterns durch sonst Versager
Immer dem Versuch der Vorrang zu geben

Es ist wie es ist und unsere Aufgabe
Wird es sein besser mit dem was ist
Klar zu kommen statt sich Visionen
Des einmal Scheiterns auszumalen
Dann können wir die Zukunft gestalten
Wer nur schwarzmalt hat aufgegeben
Gestaltet nichts mehr mit ist also
Politisch langfristig völlig entbehrlich
jens tuengerthal 17.10.15

Freitag, 16. Oktober 2015

Kulturgeschichten 011

Kulturgeschichten 011

Staatsstreicheln

Staatsstreiche klingen nach Dramatik
Nach Umbruch und Sturz mit dem Ziel
Die bestehende Ordnung umzuwerfen
Eine neue zu errichten auf dem Opfer
Der untergegangenen Ordnung noch
Klingt nach Gewalt und Wechsel

Manchmal aber wird all dies nicht
Ganz so ernst genommen von den
Am Umsturz beteiligten Revolutionären
Oder dient der Umsturz im Ergebnis
Mehr der Unterhaltung denn dem
Hehren Ziel das schlicht nur noch
Eine Form der Bereicherung ist

Dennoch verändert jeder Umsturz
Die Kultur in der er stattfindet
Danach ist das Leben ein anderes
Manchmal durch die Verteilung der
Macht gelegentlich aber auch durch
Unseren Blick auf die Macht die
So relativiert anders gesehen wird
Neue Horizonte auf Dauer eröffnet

Über todernste Dinge lachen können
Nimmt dem Grauen nichts von seinem
Eben Grauen macht es aber eträglicher
Lässt uns mit dem was ist gut leben

Dann kann es dahinstehen ob etwas
Unerträglich ist da das Ertragen
Bereits zur Heldentat voller Genuß
Werden kann statt des Fremdschämens
Wie es viele Bundebürger gerade wieder
Gegenüber dem Osten empfinden
Besonders bei Sachsen und Pegiden
Diese einzig profitorientierten Mitbürger
Deren größte Sorge ist zu kurz wieder
Zu kommen oder in ihrer nie selbst
Gekannten christlichen Kultur gefährdet
Zu werden weil andere anders sind

Erstaunlich sind die Helden von Leipzig
Wie die Idioten von Legida noch die
Bürger einer Stadt die jedoch noch
Immer ohne Perspektive bleibt
Umgeben von sterbenden Landschaften
Deren Blüte bald so lange zurück liegt
Wie ihre gute Zukunft entfernt noch
Wenn das nicht immer Traum bleibt
Finden sich die Xenophoben international
Unter ähnlichen Vorurteilen zusammen
Was die absurde inhaltlsose Propaganda
Verständlich macht die nur Happening ist
Das austauschbare Titel der Hysterie
In jeder Generation wohl hat
Während besorgte Bürger sich ab 33
Um die Rasse sorgten fürchten die
Sozialisierten Atheisten die Religion
Statt die Freiheit davon vorzuleben
Beschränken sie den Horizont nun
Auf ein erfundenes mittelalterliches
Abendland das schon in der Romantik
Des Ritterkultes des 19. Jahrhunderts
So lächerlich wie überflüssig war

Vielleicht sind die Pegidisten wie die
Vielen besorgten Sachsen in ihren
Längst aussterbenden Landschaften
Nicht ganz so blöd wie sie aussehen
Was auch tragisch ungerecht wäre
Sondern sind in ihrer ganzen Inszenierung
Der typisch zonengabischen Enge
Wie Angst um den Wohlstand den
Die Muselmänner nun bedrohten
Einfach ein Treppenwitz der Geschichte
Dann wären die von dort geistig noch
Befeuert brennenden Heime wohl nur
Das Feuerwerk einer absurden Komödie

Vielleicht ist es besser über manche
Streiche zu lachen weil wer sie dann
Zu ernst nimmt aus dem Kopfschütteln
Nicht mehr herauskommt was dann
Konsequent auch nur zur Verblödung
Führen könnte und die Unterschiede
Zwischen Sachsen Mecklenburg und
Dem gelassenen Rest einebnete
Woran wir unschwer erkennen was
Die Gefahren der Egalität auch sind
Hinter der alles allzuleicht verschwimmt

Sich darum den Streichen widmen
Denen heute gedacht wird und die
Zwar wenig änderten aber doch eine
Bewegung im Denken auslösten
Einen Kaiser schallend lachend
Gnade vor Recht ergehen ließ
Während König Friedrich II.
Der Philosoph und Soldat war
Grimmig wurde bevor er schnell
Zurückschlug aber dazu gleich
Es sei gedacht dem Berliner Husarenstreich
Wie dem Hauptmann von Köpenick
Wie diese in aktuellen Kontext von
Betrug Moral und Empörung gestellt
Von VW über Banken zu Beckenbauer

Am 16. Oktober 1757 fand überraschend
Der Berliner Husarenstreich statt bei der
Berlin für einen Tag nur besetzt wurde
Im Rahmen des siebenjährigen Krieges
Vom Reichsgrafen Hadik von Futak
Der auf Vorschlag Karl Alexanders
Von Lothringens handelte des kleineren
Bruders von Franz Stephan dem späteren
Kaiser Franz I. dem Gatten Maria Theresias

Als Graf Hadik mit einer kleinen Truppe
In Radeburg nahe Meißen lagerte
Stand Berlin aus strategischen Gründen
Für ihn und seine Truppe frei und offen
Dies wollte er nutzen um Berlin im
Handstreich zu nehmen um dort eine
Hohe Kontribution zu fordern bis er
Nach seinem Husarenstreit wieder
Verschwinden wollte

Sein Korps lagerte er kurz vor dem
Angriff in Elsterwerda und konnte dort
Auf Berlin angreifen mit immerhin
5100 Mann verschiedener Truppen
Er brach mit 3500 Mann auf verteilte
Andere auf Flügel wie als Nachhut
Kam am 15.10. in Königswusterhausen an
Schickte seine Truppen noch in der Nacht
Gen Berlin wohin sie bis zum damals
Schlesischen Tor durch die Wälder
Getarnt marschierten um dann
Über eine große Fläche verteilt
Lagerfeuer in der Nacht zu entzünden
Damit wollten sie mehr Truppen
Vortäuschen als sie tatsächlich hatten
Was die Erpressung von 300.000 Talern
Als Brandsteuer garantieren sollte

Der einem Militärgouverneur unterstehende
Berliner Senat sah sich aber außerstande
Darüber zu verhandeln woraufhin Graf Hadik
Mit 1500 Mann gegen das Schlesische Tor
Stürmte dort die Wächter überrannte
Zwei preußische Bataillone völlig aufrieb
Die in der Louisenvorstadt standen
Binnen Minuten erledigt waren

Die preußische Infanterie die noch mit
300-400 Mann am Kottbusser Tor stand
Ergriff die Flucht wurde aber gestellt
Geschlagen und gefangengenommen

Elisabeth Christine die Frau Friedrichs
Und also Königin von Preußen
Verließ die Stadt in Begleitung von
Kommandant von Rochow gen Spandau
Gemeinsam mit dem Staatsschatz
Der so in Sicherheit gebracht wurde

Um eine Plünderung zu vermeiden
Zahlte die Stadt 200.000 Taler als
Kontribution sowie 25.000 sofort
Die an die Truppe verteilt wurde
Sodann meldete Hadik mit einer
Eilstaffette Prinz Karl von Lothringen
Die Erstürmung der Stadt nach Plan
Nannte sie Aus den Mauern von Berlin

Als Friedrich daraufhin Moritz von Dessau
Als Entsatz gen Berlin schickte genügte
Das er sich der Stadt bis auf zwei Stunden
Genähert hatte damit sich Graf Hadik
Von alleine wieder entfernte bei sehr
Geringen Verlusten von nur 10 Toten
28 Verletzten und 4 Pferden

Auf dem Rückweg erpressten sie noch
30.000 Taler aus Frankfurt an der Oder
Wohin eine Abteilung geschickt wurde
Kleine Scharmützel gab es noch zwischen
Den Husaren des Obristen Ujházy und
Denen des Generals Seydlitz bei denen
Ujházy 20 Mann verlor sowie dann noch
Eine Patrouille mit 50 Husaren geriet
Anschließend noch in Gefangenschaft

Der Husarenstreich von Berlin war
Ein voller Erfolg für Hadik der noch
Ein lobendes Dankschreiben von
Maria Theresia erhielt sowie das
Großkreuz des Maria Theresia Ordens
Friedrich der Große dagenen war
Höchst empört und soll diesen
Husarenstreich nie verziehen haben
Auch wenn er glimpflich davon kam

In der Verfilmung dieser stürmischen
Aktion der Husaren durch die DEFA
Spielte Manfred Krug den Husarengeneral
Andreas Hadik von Futak

Ein anderer Husarenstreich fand statt am
16.10.1906 als Friedrich Wilhelm Voigt
Ein Schumacher aus Ostpreußen
Mit einem Trupp gutgläubiger Soldaten
In der Uniform eines Hauptmanns das
Rathaus zu Köpenick besetzte
Den Bürgermeister gefangen nahm
Die Stadkasse raubte was zu einem
Ereignis im ganzen Reich wurde
Den Ausdruck Köpenickiade prägte
Carl Zuckmayer zu seinem Stück
Der Hauptmann von Köpenick inspirierte

Voigt war bei der Köpenickiade bereits
Mehrfach vorberstraft wegen Diebstahls
Urkundenfäschung und Raub hatte bereits
Viele Jahre im Gefängnis zugebracht
Warum ihm in Mecklenburg-Schwerin
Wie in Berlin der Aufenthalt verboten war

Für seinen Coup auf die Köpenicker Kasse
Hatte er sich bei verschiedenen Trödlern
Die Uniform eines Hauptmanns des 1.
Garde-Regiments zu Fuß zusammengestellt

So uniformiert rekrutierte er an der
Militärbadeanstalt Plötzensee seine
Truppe beim Wachwechsel aus dann
10 Gardesoldaten mit Hinweis auf
Eine allerhöchste Kabinettsorder

Mit diesen machte er sich mit der
Berliner-Stadtbahn auf den Weg
Nach Köpenick und behauptete
Es sei ihm aufgrund der Eile
Nicht möglich gewesen noch
Kraftwagen zu requirieren

Nach Bier und Essen am Bahnhof
Marschierte er mit seiner Truppe
Zum Rathaus ließ alle Ausgänge
Besetzen und untersagte allen
Besuchern und Beamten jeglichen
Verkehr auf den Gängen mit seiner
Geliehenen militärischen Autorität

Sogleich verhaftete er dann den
Oberstadtsekretär Rosenkranz
Wie Bürgermeister Langerhans
Ließ sie in ihren Dienstzimmern
Festsetzen und bewachen zugleich
Befahl er anwesenden Gendarmen
Die Umgebung sicher abzusperren
Was diese gehorsam preußisch taten

Er gab vor die Stadkasse beschlagnahmen
Zu müssen und ließ sich den Betrag
Vollständig auszahlen und quitierte
Als v. Malzahn H.i.1.G.R. was der
Name seines letzten Gefängnisdirektors
Wie in Preußen mit viel Klang war

Er beschlagnahmte noch 2 Kutschen
Ließ die beiden Gefangenen unter
Bewachung wie dem Eid nicht etwa
Zu fliehen zur Neuen Wache bringen
Befahl den Soldaten noch eine halbe
Stunde das Rathaus zu bewachen
Nahm den Schatz mit sich ging damit
Zum Bahnhof trank ein Helles in einem Zug
Um sodann den nächsten Zug wieder
Gen Berlin zu nehmen wo er sich
Von einem Herrenausstatter neu
Einkleiden ließ

Er flog wenig später nur auf weil
Ein ehemaliger Zellengenosse
Der von dem Plan wusste ihn verriet
In der Hoffnung auf Straferleichterung
So wurde Voigt alias der Hauptmann
Von Köpenick zu 4 Jahren Gefängnis
Verurteilt aber schon nach 2 Jahren
Von Wilhelm II. begnadigt der selbst
Schallend darüber gelacht hatte

Er sagte zu dem Husarenstreich wörtlich

“Da kann man sehen was Disziplin heißt. Kein Volk der Erde macht uns das nach!”

Die Welt und das lachende Deutschland
Stimmte dem zu auch den Worten des
Kaisers der Voigt genialen Kerl nannte
So wurde der Hauptmann von Köpenick
Zum Eulenspiegel preußischen Militärs
Die Unterhaltungsindustrie bot Voigt viel
Für die Verwertung seiner Geschichte
Womit er nach seiner vorzeitigen doch
Begnadigung endgültig in diese Branche
Mit Erfolg wechselte

Die Kommentare in den Medien waren
Voll Schadenfreude über das Militär
Das in Preußen vielen zu mächtig
Aber so naiv vorgeführt werden konnte
In seinem blinden dümmlichen Gehorsam
Dem eine bloße Uniform genügte damit
Ein Volk wie seine Diener blind gehorchten

Gespielt wurde der Hauptmann von Köpenick
Von nahezu allen Größen des Theaters
Wie Films und zog die Menschen an
Zumindest zeigt es heute noch was Titel
Wert sind trägt sie nicht das Wesen
Wie leicht sich eine Gesellschaft noch
Täuschen lässt bis zur Lächerlichkeit
Nutzen wir nur ihre Schemen aus

Wie VW just jahrelang mit einer Software
Den TÜV betrog und sich sauber gab
Die Firma von Hitlers Volkswagen als
Sozial und fortschrittlich geltend
Ein Haufen von Betrügern zu lasten
Aller vom Staat dabei lang privilegiert

Schauen wir auf die Skandale
Bei Banken oder im Fußball merken wir
Das Land der Saubermänner ist doch
Ganz schön schmuddelig sogar das
Sommermärchen 2006 war vom einst
Kaiser Beckenbauer noch gekauft
Die Geschäfte der Deutschen Bank
Werden lieber beschwiegen solange
Noch wie meist gegen sie ermittelt

Der Hauptmann von Köpenick wurde
Nicht nur durch Zuckmayers Stück
Ein deutscher Held der wohl dem
Deutschen Michel ähnlich ist
Denkt mancher nun hofft es
Insgeheim denn soviel Humor
Witz und Wagemut hätte mancher gern

Leider zeigt sich der Deutsche derzeit
Lieber als mißgünstiger Neider auch
Der fürchtet überrannt zu werden
Von Vertriebenen die eine neue Heimat
Finden wollen und fürchtet eher deren
Angebliche Kriminalität statt Humor
Beim Betrug des Staats zu haben

Das Stück ist also vielfältig aktuell
Gibt manchen Grund nachzudenken
Fangen wir lieber gleich damit an
Denn wie sagte Goethe so treffend
Zur Nation zu bilden ihr Deutschen
Ihr hofft es vergebens bildet lieber
Freier zu Menschen euch aus
jens tuengerthal 16.10.15








Kulturgeschichten 010

Landesverratsverschwörer

Während Snowden überlegt wie er
Sich der Anklage als Landesverräter
Stellen soll um heimzukehren in die
USA deren Treiben er der Welt einst
Offenbarte wird der Vorwurf wieder laut

Merkel soll mit ihrer Öffnung der Grenzen
Die sie nicht öffnete sondern nur nicht
Perspektivlos verschloss Landesverrat
Begangen haben beklagte der AfD
Insbesondere dessen sächsischer
Pegida naher Teil und erstattete folglich
Anzeige gegen die Flüchtlingskanzlerin

Vor 25 Jahren war die junge Physikerin
Noch DDR Bürgerin während sich diese
Auflöste und die Sieger der BRD dann
In den folgenden Jahren noch Prozesse
Gegen Spione der untergegangenen DDR
Führten wegen Landesverrat an der BRD
Drehte sich die Welt weiter und manche
Vorher Feinde wurden plötzlich Brüder
Mit denen wir eins sein sollten sowohl
Im Lande wie folgend in Europa in dem
Dann die neuen Partner im Osten rasch
Aufgenommen wurden und sich dabei
Je unterschiedlich mit der Geschichte
Ihrer Spionage wie des Landesverrats
Auseinandersetzen und auch hierzulande
Den nulla poena Grundsatz nach dem
Keine Strafe ohne Gesetz vor der Tat
Verhängt werden darf mithilfe der
Radbruchschen Formel an die Grenze
Des noch erträglichen ausdehnten
Um die ebenfalls uneträgliche Situation
Der Straflosigkeit der Anstifter künftig
Besser zu umgehen

Danach waren die politisch für die
Sicherung der Grenze verantwortlichen
Strafrechtlich kaum zu fassen während
Den nur Schützen an der Mauer
Die Befehlen folgten dafür der
Prozess gemacht wurde aus den
Oben genanten Gründen und so
Ist der Landesverrat wie auch der
Totschlag manchmal ein politisch
Sehr relatives Gut im Schatten
Der sonst Vorurteile die ihre
Immer Bestätigung suchen noch

Snowden der Mahner der Welt
Vor der Spionage der NSA die
Wie ein Staat im Staat alles nur
Irgend erreichbare speicherte
Was sich in den Netzen tummelt
Zeigt dies zu deutlich so ist er
Den einen ein böser Verräter den
Anderen ein Held der Freiheit

Lange vor dem Internet wurde
Zu Frankreich ein anderer Opfer
Der Vorurteile am 15.10.1894
Begann mit der Verhaftung des
Offiziers Alfred Dreyfuß die dann
Dreyfus-Affäre die Frankreich lange
Tief erschütterte einen nicht nur
Relativ unschuldigen lebenslänglich
Bestrafen wollte für etwas für das
Es weder Beweise noch Gründe gab
Einzig Vorurteile und Antisemitismus

Der aus dem Elsass stammende
Alfred Dreyfus war Artilleriehauptmann
Im Generalstab wo er der erste und
Einzige Jude war hatte als bester
Seines Jahrgangs die berühmte Elite
Universität École supérieure de guerre
Abgeschlossen obwohl ein prüfender
General ihm schlechte Noten gab
Mit der Begründung Juden seien
Im Generalstab unerwünscht
Sein Vorgesetzter dort attestierte ihm
Intelligenz und Begabung aber auch
Arroganz und Charakterfehler wie
Louis Begley uns berichtete während
Hannah Arendt ihn als jüdischen
Parvenu bezeichnete der mit seinem
Geld aus der Familie angab und
Dies mit Mätressen durchbrachte
Dagegen beschreibt ihn sein Biograf
Als Ehrenmann und Patrioten

Er wurde aufgrund eines Schriftstückes
Das eine Putzfrau die als Agentin
Für den französischen Nachrichtendienst
Neben ihrer Tätigkeit in der deutschen
Botschaft als Putzfrau arbeitete
Im Papierkorb dort entdeckt hatte
Mit dem er der Spionage für das
Deutsche Reich beschuldigt wurde

Die Beweislage war dünn und die
Gutachten widersprüchlich wie
Fragwürdig konnten auch noch
Das Gegenteil belegen und so
Wurde Dreyfus verurteilt wie auch
Öffentlich degradiert was für viele
Zuschauer zum Fest ihres sonst
Geheimen Antisemitismus wurde
Der dort öffentlich ausbrach

Schrifsteller wie Émile Zola der
Mit seiner Streitschrift J’Accuse
Ich klage an mit der er sich
Über den Freispruch für den
Eigentlichen Täter Esterházy
Beschwerte ergriffen also Partei
Und mussten anschließend fliehen
Vor der antisemitischen Hetze
Mit der ihm sogar der Prozess
Noch gemacht wurde

Zolas Brief ist wohl die größte
Schriftstellerische Provokation
Wie publizisitsche Sensation
Des 19. Jahrhunderts geworden

Ein Schriftsteller auf dem Gipfel
Des Erfolges dessen Aufnahme
In die Académie francaise wohl
Unmittelbar bevorstand klagte an
Riskierte den Prozess und die
Eigene Bestrafung für einen andern
Er wurde zum Wendepunkt der
Affäre Dreyfus

Zwei Tage später erschien eine
Petition die eine Revision des
Fehluruteils forderte die neben
Zola auch noch Marcel Proust
Wie Claude Monet unter anderen
Unterschrieben hatten der nun
Folgende Prozess und seine
Verurteilung belegten seine These
Vom herrschenden Antisemitismus
Dessen Opfer er auch immer wieder
Im Rahmen des Prozesses wurde

Der Skandal weitete sich zu einem
Ganz Frankreich erschütternden
Justizirrtum und höchste Kreise
Im Militär taten alles die Verurteilung
Des eigentlichen Täters Esterházy
Weiter zu verhindern die Medien
Hetzten dabei die Menschen noch
Gegeneinander auf und all jene
Die Dreyfus zu Hilfe kamen wurden
Auch aus der Armee entlassen oder
Verurteilt falls irgend möglich

Die 1899 neugewählte linke Regierung
Setzte dann auf einen Kompromiss
Um die Auseinandersetzung zur Affäre
Die bereits die Nation gespalten hatte
Endgültig zu beenden und erließ ein
Amnestiegesetz für alle Beteiligten
Außer Dreyfus dem die Revision noch
Gestattet wurde zur vollständigen
Wiederherstellung seiner Ehre

Er wurde anschließend an seinen
Sieg vor Gericht noch zum Major
Befördert und Mitglied der Ehrenlegion
Die Affäre Dreyfus führte noch zu
Einem beinahe Staatstreich und enthielt
Alles was eine große Krise ausmacht
Die das ganze Land die große Nation
Bis tief in die Familien hinein spaltete
Zu einer tiefen politischen wie moralischen
Krise wurde im Kampf um Freiheit
Wie Toleranz der Republik

Eine andere tatsächliche Agentin
Kam nicht so glimpflich davon sondern
Wurde ihrem Ruf und ihrer Schönheit
Zum Trotz am 15. Oktober 1917 in
Vincennes erschossen

Es war Mata Hari die eigentlich
Margaretha Geertruida Zelle hieß und
Als Spionin für den deutschen
Geheimdienst den Namen H21 trug

Mata Hari war vor und während
Des 1. Weltkrieges als exotische
Nackttänzerin berühmt geworden
Sie gilt bis heute als die bekannteste
Spionin aller Zeiten was immer es
Für einen Spion bedeutet bekannt
Zu sein wo getarnt werden soll

Sie wurde als Doppelagentin vom
Militärgericht zum Tode verurteilt
Wobei unklar bis heute ist ob sie
Wirklich die raffienierte Agentin war
Wie es das Urteil war oder nur ein
Triftiger Grund gegen die wachsende
Kriegsmüdigkeit nach Niederlagen
Aber die Gerichtsaketen zum Fall
Mata Hari werden erst 2017 geöffnet
Hundert Jahre nach ihrem Tod

Klar ist das sie ab 1915 als Agentin
Für die deutschen Dienste arbeitete
Nach Auskunft des MI5 hat sie aber
Nichts wesentliches für den Krieg
An die Deutschen verraten als wollte
Sie durch die Rolle als Agentin sich
Gegen Ende ihrer Tanzkarriere noch
Ein Denkmal für die Ewigkeit setzen
Sowie sich aus einer akuten Geldnot
Für ein aufwendiges Leben befreien
Das real nur auf einer naiven eher
Kläglichen Tätigkeit beruhte was
Der Affäre leider alle Romantik nähme

Die deutsche Kriegspropaganda dagegen
Schlachtete den Fall weidlich aus nannte
Sie Opfer des französischen Kriegswahns
Es wurden viele Filme und Bücher über
Die glamouröse Agentin verfasst die ihren
Verrat der möglicherweise nur ein kleiner
Wenn überhaupt war mit dem Leben büßte
Jedoch weiß bisher kaum einer etwas
Sicher beruhen die Filme und Bücher
Meist mehr auf Phantasie als auf Wissen

Ihr Künstlername Mata Hari stammte
Aus dem Javanesichen und bedeutet
Auge des Tages welches sich am Ende
Wie wir wissen mit Tränen füllte nachdem
Es zuvor zwischen Leidenschaft und Ruhm
Lange geschwebt hatte

Ihren ersten Skandal soll sie angeblich
Bereits mit 15 Jahren gehabt haben
Als sie wie einige behaupten halbnackt
Auf dem Schoß ihres Schuldirektors
Angetroffen wurde was immer daran
Nun wahr ist wer wen verführte oder
Nach heutiger Sicht mißbrauchte
Sie wechselte jedenfalls zu einem Onkel
Nach Den Haag und der Schuldirektor
Nahm keinen Schaden von dem Vorfall
Gilt bis heute als Reformer der Schule

Bald heiratete Mata auf eine Annonce hin
Einen zehn Jahre älteren Offizier der
Kolonialtruppen aus Indonesien
Bereits sieben Monate nach der Hochzeit
Gebar sie einen gesunden Sohn

Die Ehe wurde bald unharmonisch
Aus welchen Gründen auch immer
So etwas soll ja vorkommen auch bei
Gleich alten Ehepaaren gelegentlich

Später zogen sie nach Batavia
Was heute Jakarta heißt gelegen
In der Kolonie Niederländisch-Indien
Dort wurde noch eine Tochter gezeugt
Wie geboren während der Sohn
Angeblich von einer Hausangestellten
Vergiftet wurde und starb

Als das Paar um 1900 zurück nach
Europa zog war die Ehe längst
Zerrütet und sie wohnten bereits
In getrennten Zimmern im Haus
Der Schwestern ihres Gatten

Zwei Jahre später sprach ein Gericht
In Amsterdam die Trennung aus
Ihr Mann wurde zum Unterhalt
Verpflichtet den er zuvor bereits
Vernachlässigt hatte während Marta
Die Tochter zugesprochen bekam
Die jedoch einverstänlich beim längst
Wieder verheirateten Vater blieb

Da John ihr geschiedener Gatte
Nicht zahlte musste sie selbst
Für ihr Überleben sorgen zog darum
Nach Paris um Mannequin zu werden
Was nichts wurde warum sie sich
Als Modell für verschiedene Maler
Dort verdingte bis sie entäuscht
Wieder in die Niederlande zurückkehrte

In den nächsten Jahren bis 1905
Entwarf sie ihren Schleiertanz
Sowie Kostüm und Legende einer
Indischen Tempeltänzerin mit dem
Sie im Paris der Belle Époque
Wie eine Bombe einschlug

Sie gab sich von nun an als Exotin
Erzählte verschiedene Legenden
Ihrer Herkunft angeblich aus einer
Brahmanen Familie und begann
Mit dem kunstvoll erotischen Strip
Den keiner so nannte weil sie eben
Eine verwobene Legende um sich
Schuf die sie zur Sagengestalt
Langsam erhob zum Star machte

Tatsächlich hatte Mata Hari weder
Ahnung von indischen Tänzen noch
Vom Hinduismus je sondern nur ihre
Wechselnden Legenden um sich als
Phantasiegestalt gewebt doch wurde
Ihr geglaubt was sie auch erzählte

Sie machte große Karriere und weilte
Inzwischen berühmt auch eine Zeit
In Berlin wo sie angeblich ein Verhältnis
Mit einem Leutnant hatte und manche
Ihr sogar von ihr nicht dementiert
Eine Liaison mit einem Sohn des
Kaisers nachgesagt haben

Als es langsam abwärts ging ihr
Erdachter Tanzstil im Krieg nicht
Die gewünschten Erfolge brachte
Die Schulden wuchsen wie die
Sorgen um die Zukunft verdingte
Sie sich als Doppelagentin sowohl
Für Frankreich wie für Deutschland

Als aufgrund ihres Verrats womöglich
Ein französischer Agent enttarnt,
Wie ermordet wurde und sie dies
Aus Geldgründen verraten hatte
Mitten im Krieg war ihr Todesurteil
Schon gesprochen bevor geahnt

Um 6.25h am 15.10.1917 wurde
Mata Hari in Schloß Vincenne
Von einem zwölfköpfigen Kommando
Erschossen und zuvor noch dem
Offizier lächelnd gedankt haben
Gerüchteweise verwiegerte sie dabei
Sowohl die Augenbinde wie überhaupt
Am Pfahl angebunden zu werden
Viele Sagen ranken sich darum
Als belegt gelten ihre letzten Worte:

„Der Tod ist nichts, auch das Leben nicht was das betrifft. Zu sterben, zu schlafen, ins Nichts zu verschwinden, was macht das schon? Alles nur Illusion!“

Die Spionage wie ihr Nutzen scheinen
Genauso eine Illusion zu sein wie es
Der Landesverrat als ideologisches
Instrument der je Sieger ist am Ende
Ist mancher schuldig für die einen
Der den anderen ein Held dann ist

Welchen Nutzen Geheimdienste
Real erbracht haben in allen Kriegen
Wohin ihre Tätigkeit uns stattdessen
Immer weiter führt wäre vielleicht
Mehr der Gedanken wert als die Frage
Der Schuld beim Landesverrat
Wer Täter und wer Opfer dieser Tat
Überhaupt sein soll ob es die Dienste
In ihrer verdeckten Existenz noch braucht
In einer Demokratie oder diese immer
Die Erinnerung daran sind das alles
Nur eine Illusion der Freiheit ist
Die zwar verfasst in der Verfassung
Doch nur die Maske vor den immer
Gleichen Spielen realer Macht ist
Verschwörer die den Landesverrat
Fürchten und alle verdächtigen scheinen
Dem kritischen Geist zumindest
Stets verdächtiger als jene die
Am Rad drehend es laufen lassen
jens tuengerthal 15.10.15






Donnerstag, 15. Oktober 2015

Kulturgeschichten 009

Inselschlacht

Europa ist eine Insel des Wohlstandes
Hort der Kultur wie sozialer Politik
Für viele Inbegriff der Toleranz
Ziel der Vertriebenen und Verfolgten

Gut wie wir uns dies leisten können
Auch wenn geistig bescheidenere
Um ihren Wohlstand wie die Kultur
Längst fürchten deren Teil diese
Mißgünstlinge nie waren geht es
Uns immer noch zu gut verglichen
Was heißt Eroberung und Bürgerkrieg
Wie verändert dies ein Land künftig
Wovor fürchten sich die Xenophoben
Macht nur der Wechsel eine Kultur
Auf Dauer stark und damit beständig

Britannien wurde nach Julius Cäsar
Bloß ein einziges mal erobert
Durch Wilhelm den Eroberer
Nach der Schlacht von Hastings
Vom 14. Oktober 1066 in der
Eben darum Wilhelm der Eroberer
Durch kluge Kriegsführung
Wie Nutzung der Gelegenheit trotz
Realer Unterzahl als Feldherr siegte
Wenig später auch zum König wurde

Harald II. war zum Zeitpunkt der Schlacht
Erst zehn Monate König von England
Nach dem Tod seines Vorgängers Edward
War er wie von diesem vorgesehen
Als Nachfolger eingesetzt worden

Diesen Thronwechsel hatte noch
Godwin von Wessex erzwungen
Der Vater des neuen Königs
Der vor der Thronbesteigung
Ewards lange mit diesem kämpfte
Godwin war während der Regentschaft
Von Knut dem Großen einer der
Mächtigsten Männer Englands

Godwin erkannte Edward an
Nachdem er im Krieg zuvor noch
Dessen Bruder erschlagen hatte
Zwang den neuen König aber
Seine Tochter Edith von Wessex
Zu heiraten um künftig direkt
Mit dem Königshaus über einen
Thronerben verbunden zu sein

Edward rächte sich für diese
Ihm aufgezwungene Ehe mit ihrer
Kinderlosigkeit und vollzog sie nie
Zumindest gab es keine Kinder
Was immer beide sonst taten

Dafür reformierte er England stark
Nach dem Vorbild seines jahrelangen
Normannischen Exils wogegen Godwin
Scharf opponierte was ihn wiederum
Zeitweise ins Exil zwang an seiner
Macht nichts änderte warum Edward
Bald darauf die Grafschaft Wessex
Wieder wie ursprünglich herstellte
Godwin wieder einsetzte sich sogar
Godwin und dem englischen Adel
Kurz vor seinem Tod noch beugte
Dessen Sohn Harald Godwinson
Als Nachfolger eingesetzt um so
Dem Zorn des englischen Adels
Zu entgehen der sich darüber
Empörte wie Edward die neue
Verwaltung nach normannischem
Vorbild mit Köpfen von dort besetzte

Der Witan die Versammlung der Adeligen
Wie Geistlichen Fürsten bestätigte dies
Wählte Harald zum Thronfolger
Jedoch war das Glück des Königs
Von kurzer Dauer als erster schon
Erhob sein Bruder Tostig ebenfalls
Anspruch auf die englische Krone

Dieser wurde vom norwegischen König
Harald Hardrade unterstützt der auch
Seinerseits Anspruch auf die Krone erhob
Nach jahrhundertelangen Eroberungen
Wie Beutezügen seines Volks in England
Wollte er zumindest Mitsprache für
Einen ihm genehmen Herrscher

Auch Herzog Wilhelm aus der
Normandie machte seinerseits
Ansprüche geltend und berief
Sich dazu auf einen angeblichen
Treueeid den Harald ihm leistete
Als er bei ihm in der Normandie
Für einige Zeit weilte noch mehr
Legitimität in der Form von Gottes
Segen erbat er sich vom Papst
Bei dem er Harald anschwärzte
Woraufhin dieser den Feldzug
Natürlich seinen Segen gab

Sein Bruder Tostig und Harald
Der König von Norwegen begannen
Im September einen Feldzug
Der in der Entscheidungsschlacht
Von Stamford Bridge mündete

Am 25. Septenber schlug Harald II.
Tostig und Harald Hadrade beide
Fielen in der Schlacht doch kaum
Genoss er den Jubel als ihm
Am 1. Oktober die Landung von
Wilhelm mitgeteilt wurde

Mit seinen noch unverletzten Truppen
Begab sich Harald II. sofort nach
London wo er zur Ergänzung des
Bereits dezimierten  Heeres eine Fyrd
Aufstellen ließ eine Art Bauernmiliz
Durch diese unprofessionell verstärkt
Nahm dann am 13. Oktober bereits
Die Gefechtsstellung zur Schlacht
Bei Hastings ein während Wilhelm
Mit seinen Normannen am nächsten
Tag erst eintraf und Stellung
Bezog am Hügel gegenüber

Haralds II. Heer bestand mehrheitlich
Aus Fyrd und also einfachen Bauern
Die ohne jede Kampferfahrung waren
Nachdem in der vorigen Schlacht
Bereits 1000 seiner Kämpfer getötet
Worden waren standen ihm nun
Nur noch 2000 erfahrene Kämpfer
Zur Verfügung die von den
5000 Fyrd umrahmt wurden
Dazu kamen 500 dänische Söldner

Wilhelm hatte 7000 Krieger auf seiner
Seite am anderen Hügel unter denen
Bis zu 3000 schwer bewaffnete Reiter
Die normannischen Reiter hatten dazu
Steigbügel was ihre Kraft vervielfachte
Wilhelm setzte Armbrüste ein die eine
Höhere Durchschlagskraft hatten
War also moderner und besser gerüstet

Die Angelsachsen schossen gut verborgen
In ihrem Schildwall kaum da es ihnen
Nach der gerade Schlacht an neuen Pfeilen
Mangelte sie lieber sparen wollten was blieb
Eine sparsam schüchterne Truppe also

Ein erster Ansturm auf den Schildwall
Der königlichen Truppen scheiterte
Auch die schweren Reiter mussten
Wieder zurückkehren jedoch löste sich
Bei der Verfolgung der Fliehenden dann
Die strenge Schlachtordnung auf
Was Wilhelm nutzte um alle nun
Nicht mehr geschützten niederzumetzeln

Diese Taktik wendete zuvor noch Harald II.
In der Schlacht die er gewann an diesmal
Kostete sie ihn das Leben als er fiel löste
Sich die Schlachtreihe auf und die Bauern
Fühlten sich nicht mehr an den Eid gebunden
Flohen schneller vom Feld als zuvor

Die königlichen Truppen waren da
Durch Angriffe an den Flügeln geschwächt
Die Spuren eines großen Gemetzels trugen
Als der König am Abend fiel leistete nur
Seine engste Truppe noch Widerstand
Doch mussten sie sich ohne Fyrd bald
Auch geschlagen geben und traten
Den ungeordneten Rückzug an

Bereits Weihnachten 1066 wurde
Wilhelm in Westminster Abbey
Zum König von England gekrönt
Er ersetzte die englischen Adeligen
Durch normannische Getreue schuf
Eine zentrale Verwaltung sowie ein
Lehnswesen nach normannischen
Vorbild und sorgte dafür dass
Französisch an allen Höfen vorherrschte
Was sich erst wieder im 14. Jahrhundert
Im Rahmen des Hundertjährigen Krieges
Änderte bei dem es um die englischen
Also normannischen Besitzungen wie
Ansprüche in Frankreich ging den
Mit Johanna von Orleans eine Frau
Mit entschied aber das ist wieder
Eine andere Geschichte

Bis 1154 herrschten die Normannen
In England und wurden dann von dem
Aus Frankreich stammenden Geschlecht
Derer von Anjou-Plantagenet abgelöst
Die in ihrem Wappen die 3 Löwen
Nach England brachten und unmittelbar
Bis 1399 herrschten und dann weiter
Über die zerstrittenen Nebenlinien
York und Lancaster bis 1485 regierten
Oder sich in den Rosenkriegen wieder
Untereinander bekämpften als Kampf
Zwischen den weißen und roten Rosen
Die das je eine Haus im Wappen führte
Bis heute heißen dafür die Fußballer
Englands dem Wappen entsprechend
3 Lions oder drei Löwen immer präsent

Etwa vier bis zehn Jahre nach der
Bis heute berühmten Schlacht von
Hastings wurden die Ereignisse
Im berühmten Teppich von Bayeux
Bildlich festgehalten dem wichtigsten
Noch existenten Dokument der Zeit
Das über 70m Länge bildreich
Von Schlacht und Sieg erzählt
In Auftrag gegeben womöglich von
Wilhelms Halbbruder dem Bischof
Odo von Bayeux der auch an der
Schlacht wohl teilnahm für seinen
Bruder den nachmaligen König

Auch der Tod von König Harald II.
Ist dort bildlich dargestellt wie er
Von einem Pfeil getroffen wurde
Was jeder Konvention für den Tod
Eines Königs widersprach aber
Wilhelm erkannte Harald ohnehin
Nicht als solchen an warum wohl
Vermutet werden kann dass er
Als König es genau so wollte
Als Triumph des wahren Königs
Was immer historisch war

Die Schlacht und der Sieg Wilhelms
Veränderte England infolge völlig
Die Sprache und die herrschenden
Häuser wurden quasi ausgetauscht
Die enge Bindung an Frankreich
Blieb durch Besitzungen noch
Über 400 Jahre bestehen führte
Das Land in den Hundertjährigen Krieg
Der in Frankreich ausgefochten wurde

Im Gegensatz zu heute waren die Bauern
So sie nicht rekrutiert wurden von der
Schlacht selbst wenig betroffen
Geplündert und gemordet wurde
Ohne jede Konvention damals dennoch
Der Krieg muss sich ja irgendwie
Finanzieren und lohnen da helfen
Keine hehren Ideale Waffen sind teuer

Politische Führer die selbst noch
Im Feld des Krieges stehen sind
Heute selten geworden und so
Fallen auch die Profis mehrheitlich
Unter sich unter großer Anteilnahme
Zumindest numerisch der Bevölkerung
Die den Bomben zum Opfer fällt

Krieg und Eroberung verändern
Eine Region wie ihre Umgebung
Durch Einwanderung wie Gesetze
Werden der Rahmen dafür gegeben
Dabei ist der Veränderung völlig egal
Ob wir sie wünschen oder ablehnen
Auch ob wir sie verbieten oder nicht

Wer droht elendig zu sterben
Keine Zukunft für seine Kinder sieht
Wird eine bessere Zukunft suchen
Das liegt in unserer Natur
Krank wäre es nichts zu tun

Die sich von Vertriebenen also
Bedroht sehen verteidigen das
Was sie anderen sichtbar nicht
Gönnen wollen und zeigt also
Eine Welt die nicht erhaltenswert
Wäre in der sich die einen besser
Als andere noch dünken
Ihr Leben für wertvoller halten

Jeder Krieg verändert die Welt
Diese ist danach nie mehr wie
Sie zuvor noch schien und wer
Noch etwas bewahren will muss
Sich in dem bewegen was ist

Statt Mauern zu bauen an denen
Entweder Menschen sterben
Oder die überwunden werden
Müssen konstruktive Lösungen
So bald wie möglich gesucht werden
Die Welt ist schon immer ständig
Im Umbruch und nur wer daran
Mitgestaltet prägt die Zukunft
Wogegen wer sich gegen jede
Veränderung noch wehrt nur als
Toter Reflex in Erinnerung bleibt
Der logisch untergeht weil entbehrlich

Godwin von Wessex wollte alles
Für seine Familie mit Gewalt
Notfalls auch Erpressung noch
Erreichen und am Ende starben
Daran zuviele seiner Söhne
Es fragt sich was sich lohnt
jens tuengerthal 14.10.15

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Lusttherapie

Wenn der große graue Vogel
Kommt um zu bleiben
Halte dich an die Lust
Die dich schweben lässt
Fliegen ist besser als Leiden

Berühre dich zärtlich
Streichel dich langsam
Genieße zu erforschen
Welche Orte sich rühren
Bei Berührung wohin
Die Lust wandert beim
Liebkosen um zu genießen
Was glücklich macht

Befriedigung ist schön
Unser Körper schenkt uns
Glück mit uns voll Lust
Nehmen wir es an
Mehr braucht es nicht
Um glücklich zu sein

Es ist die Freiheit des Glücks mit sich
Allein voll Lust die Phantasie genießen
Macht die Onanie zum Schlüssel zur
Großen Freiheit sich von Ängsten
Voll Lust zu befreien um zu genießen

So gesehen ist onanieren viel mehr
Befreiung aus selbstverschuldeter
Unmündigkeit als Denken dann könnte
Wenn uns dunkle Gedanken längst
Unfrei machten und so wird die Lust
An und für sich zur Aufklärung zum Glück
jens tuengerthal 14.10.15

Kulturgeschichten 008

Kaiserwahnsinn

Fulget caesaris astrum
(Es leuchtet des Kaisers Gestirn)

Was in der Politik wahnsinnig ist
Wo die Grenze zur Normnalität
Gerade noch verläuft ist im Kampf
Der Überzeugungen gern umstritten
Gerade in schwierigen Zeiten wird
Der Gegner gern für wahnsinnig
Oder vollständig unfähig erklärt

Dies beobachten wir derzeit auch
Unter den radikalen Kräften hier
Wenn die minderbemittelten des
AfD die Kanzlerin anzeigen wie
Über den Wahnsinn schwadronieren
Mit dem sie das Land untergehen
Ließe im Ansturm der Vertriebenen
Die dort ahnungslos lieber noch als
Wirtschaftsasylanten bezeichnet werden

Der Wahnsinn hat Methode und dient
Dazu den eigenen Wahn zu tarnen
Indem der Gegner für verrückt erklärt
Sein Handeln als kriminell bezeichnet
Wird um davon abzulenken wie wenig
Antworten die Unruhestifter je haben

Diese Versuche wie die damit noch
Stets verbundene Politik der stets
Persönlichen Diffamierung hat seit
Menschengedenken Tradition vieles
Spricht dafür dass die Geschichte
Des Wahnsinns eine machtpolitische
Mehr ist als eine medizinische da
Sich stets noch Gutachter finden
Die eine oder andere Meinung
Entschieden zu begutachten

So geht es heute mit denen die
Merkel absetzen wollen und so
Ging es auch zu Kaiserzeiten
Schon immer wieder noch bevor
Ein Freud die Psyche überhaupt
Zum Gegenstand der Diskussion
Unter den Krankheiten machte

Am 12. März 1576 wurde Rudolf II.
Zum deutschen Kaiser gekrönt
Was er bis zu einem Tode 1612 blieb
Allerdings immer machtloser dabei
Am Ende ein Kaiser ohne Land
Der von seinen Brüdern längst
Für wahnsinnig erklärte Sohn von
Kaiser Maximilian II. starb einsam

Sein Weg zur Krone führte ihn
Auf Wunsch seines Onkels wie
Geplanten Schwiegervaters
Der er nie wurde
Dem König Philipp II.
Mit zarten elf Jahren an den
Reichen und eng verwandten
Spanischen Hof war doch seine
Mutter Maria von Spanien Tochter
Karls V. und damit Schwester
Des spanischen Königs wie
Kusine 1. Grades seines Vaters

Die Frau des in Glaubensfragen
Eher uneindeutigen Maximilian II.
Der zeitweise sogar in Richtung
Des Protestantismus tendierte
Was den katholischen Spaniern
Schlimmer schien als würde Rom
Eine islamische Stadt waren doch
Die Glaubensbrüder noch die
Ersten Feinde im eigenen Land
Versuchte die Bindung der beiden
Habsburger Häuser in Spanien
Wie in Österreich eng zu halten

So schickte sie ihren Sohn mit 11
An den Hof ihres Bruders Philipps II.
Wo er seine Verlobte kennenlernte
Isabella Clara Eugenia von Spanien

Im zarten Alter von 3 Jahren dann
Wurde die dynastische Verlobung
Vom Haus Habsburg betrieben
Die dies 18 Jahre blieb bis sie dann
Mit bereits 31 Rudolfs Bruder Albrecht
Heiratete und von ihrem Vater Philipp
Als Brautgeschenk die spanischen
Eben katholischen Niederlande erhielt
Worüber Rudolf sehr in Wut geriet

Entgegen aller Gerüchte war er wohl
Eher nicht homosexuell und hinterließ
Zumindest 6 illegitime Nachkommen
Die zu österreichischen Herzögen wurden
Teilweise mit Erz was auch gleich noch
Raum für eine nette Anekdote über
Habsburgische Aufschneiderei gibt

Das Patent zum Erzherzog war nichts
Als Scharlatanerie und Urkundenfäschung
Betrachten wir es rein formell korrekt
Vielmehr aber war es Ausdruck eines
Politischen Strebens nach Anerkennung

Erzherzöge waren uprünglich alle noch
Regierenden Herzöge von Österreich
Seit dem Jahre 1453 ab dem sich
Auf die von Herzog Rudolf IV. 1359
Gefälschte Urkunde mit dem Titel
Der frei erfunden berufen wurde
Damit die Habsburger Kaiser mit den
Sonst Inhabern von Erzämtern oder
Kurwürde im Reich konkurrieren konnten
Diese sie nicht an Tradition verblassen
Noch ließen warum auch der früher
Burgundische Hausorden des Märchens
Vom goldenen Vlies als Rittergeschichte
Die Karls V. Großvater Maximilian I. mit
Der burgundischen Krone seiner Gattin
Ins glücklich heiratende Haus brachte
Gerne aufgenommen und getragen wurde
Als das olle goldene Schaffell im Orden
Der der Wahrung der unbefleckten Ehre
Des Rittertums diente und dabei der
Katholischen Kirche und Kriege
Zwischen Ordensmitgliedern verbat
Besteht bis heute in einer dann
Spanischen und österreichischen Linie

Nicht umsonst wurde Maximilian I.
Karls V. Großvater noch raundend
Der letzte Ritter genannt was zwar
In angebrochenen Zeiten wenig nur
Wert war aber doch Aura gab
Wie der Pfalzgraf oder Erzherzog
Ob dies prägend für die später
KuK Dynastie wurde dieses mehr
Scheinen als Sein während doch
Preußen lieber das Gegenteil
Nach außen verkörperte könnte
Gegenstand eigener Verse werden
Sprengte hier den Rahmen jedoch
Wenn auch nicht ohne Bedeutung
Für Selbstbild und Erscheinung der
Längsten Kaiserfamilie im Reiche

Der Ehrgeiz der Habsburger solchen nur
Erfundenen Titeln hinterher zu laufen
Um mehr zu scheinen als sie je waren
Hing damit zusammen dass sie noch
In der Goldenen Bulle Karls IV.
Überhaupt nicht erwähnt wurden
Keine Kurwürde ihr eigen nannten
Außer die später errungene über
Die Königskrone in Böhmen warum
Die Übernahme dieser durch die da
Längst protestantischen Kurpfälzer
In Gestalt des Winterkönigs später
Grund genug war 30 Jahre Krieg
In Europa auszulösen zu dessen Beginn
Zu Prag mit jenem Fenstersturz
Aber Rudolf schon gestorben war
Als dann Kaiser ohne Land

Ob nun zu weit geht wer in Sarajewo
Im Attentat auf den österreichischen
Thronfolger Franz Ferdinand noch eine
Fortsetzung dieser Scheinpolitik sieht
Die mit den 1. Weltkrieg auslöste
Könnte ebenso ganze Bücher füllen
Für die Betrachtung des Wahnsinns
Nur in der Wirkung interessant hier
Wie bei dem anderen Österreicher
Der vom Reichskanzler zum Führer
Wurde und den 2. Weltrkrieg auslöste
Warum glückliche Österreicher noch
Besser heirateten um über die Welt
Oder doch Reiche in denen die Sonne
Nie unterging wie noch Karl V. zu gebieten
Dessen Erbe für Rudolf II. nach dem Tod
Philipps II. in Aussicht stand hätten nicht
Seine Brüder dem vorgebeugt

Isabellas Mutter stammte aus dem dann
Nach dem dritten Bluter Heinrich doch
Aussterbenden Haus Valois das sich
Der Sage nach auf Maria Magdalena
Gerne noch zurückführte und so machte
Ihr Vater nach dem Tod von Heinrich III.
Dort ihren Erbanspruch geltend was dann
Für die Verbindung der Häuser Habsburg
Mit Valois aufgrund fehlender Erben
In Spanien eine Verbindung von Spanien
Deutschem Reich und Frankreich in einer
Einer Familie und Person bedeutet hätte

Diese naheliegende Idee Philipps II.
Blieb jedoch erfolglos hatte doch
Seine Frau mit der Hochzeit auf alle
Erbansprüche verzichtet vor allem
War die weibliche Erbfolge dort noch
Nach salischem Hausrecht ausgeschlossen

So war jene Isabella theoretisch zwar
Eine sehr gute Partie und auch der
Wutanfall Rudolfs war verständlich
Praktisch kam es dann aber doch
Noch ganz anders da in Frankreich
Bekanntlich auf Heinrich III. dann
Heinrich IV. folgte der Schwiegersohn
Der berühmten Katharina von Medici
Als Herr von Navarra mütterlicherseits
Wie von Bourbon väterlicherseits
Eine neue Linie begründete die
Dann bis zur Revolution 1789
Frankreich als Haus Bourbon
Regierte und dies bis heute auch
In Spanien und Luxemburg tut

Dieses Geschlecht das in Spanien
Auf die Habsburger folgte führte sich
Auch direkt auf Hugo Capet zurück
Damit die Karpetinger welche einst
Als Nachfolger von Karl dem Großen
An die Macht kamen als noch
Vom Haus Österreich auf seiner
Unbedeutenden Habichtsburg keiner
Zu träumen wagte im Jahre 926

Das Haus Valois das mit Heinrich III.
In männlicher Linie ausstarb dessen
Nur vermeintliche Erbin Isabella aber
Nie Kaiserin wurde ist im übrigen
Neben der sagenhaften Herkunft
Eine andere Nebenlinie der Karpetinger
Gewesen und wegen ähnlicher Inzucht
Wie sie den Habsburgern Kinn wie
Unterlippe bescherte an besagter
Bluterkrankheit mit ausgestorben

Nebenbei war noch die berüchtigte
Maria Stuart jene schottische Königin
Als junges Mädchen mit einem König
Aus dem Hause Valois verheiratet
Was uns aber zu Rudolf nun nur
In die Irre führte wie verwirrte
Warum im weitern nun den Wegen
Des für wahnsinnig erklärten Rudolf
Konsequenter gefolgt werden soll

Spanien war für Rudolf so wichtig
Wie Rudolf für Spanien da Philipp II.
Außer dem als nicht erbfähig geltenden
Don Carlos keinen männlichen Erben
Mehr hervorgebracht hatte womit wieder
Möglich war was unter Karl V. galt
Das die Kronen Spaniens wie des
Deutsch-Römischen-Reiches
In eine Hand zusammenfielen

Die Jahre in Spanien prägten wohl
Den Charakter des späteren Kaisers
Der mit steifer Würde als Stolz galt
Ansonsten entsprach er völlig
Dem Ideal eines Hochadeligen
Er beherrschte noch vollkommen das
De facto bereits militärisch völlig
Bedeutungslose Kriegshandwerk
Eines edlen Ritters im Turnier
Er sprach neben Deutsch auch
Latein Spanisch Französisch wie
Tschechisch war gebildet auch in
Kunst Literatur Musik und Malerei

Seine anfänglich guten Anlagen
Wie seine natürliche Begabung
Und sein politisches Gespür
Gaben vielen Hoffnung auf den
Womöglich Humanisten endlich
Auf dem Thron der Habsburger

Diese positiven Seiten wurden
Aber umso länger er herrschte
Immer mehr von seiner wohl
Natürlichen Schüchternheit
Wie seiner depressiven Neigung
Beeinträchtig führten ihn teilweise
Zu völliger Handlungsunfähigkeit

Er hatte massive psychische Probleme
Ob bei ihm tatsächlich eine wie dann
Von Gegnerseite diagnostizierte
Schizophrenie vorlag ist umstritten
Zumindest bei einem seiner Söhne
Ließ sich eine solche sicher nachweisen
Warum die Vermutung nahe liegt
Aber auch durch interessierte Kreise
Wie es sie heute noch bei Gutachten
Immer wieder erstaunlich gibt
Gezielt gestreut worden sein konnte
Um ihren Erbanspruch zu erreichen

Sicher aber ist seine Neigung zum
Selbstmord der er aber nie tatsächlich
Nachgab wie auch sein wachsendes
Mißtrauen gegenüber seiner Umgebung
Mit der er sich vor Hexen wie vor
Vergfitung fürchtete ein Anhänger
Von Verschwörungstheorien wohl war
Was bei einem Alchemisten aus
Leidenschaft wie einem Kind der Zeit
Wenig verwundert unter dem dafür
Mißhandelte Untergebene sehr litten

Doch genügte die Annahme einer
Auch real nicht ausgeschlossenen
Verschwörung nicht dazu einen
Kaiser für wahnsinnig zu erklären
Wie es sein Bruder Matthias als längst
Designierter Nachfolger wünschte

Ließen wir diesen Verfolgungwahn
Bereits für eine geplante Entmündigung
Genügen müssten wohl vollständige
Züge der Pegidisten wie der Zuschauer
Russischen Fernsehens kollektiv
Interniert werden und so soll auch hier
Rudolfs Neigung zur Alchemie die schon
Zeitgemäß war nicht genügen ihn
Für unzurechnugnsfähig zu halten
Sowenig wie die Furcht vor Hexen
Die noch über 100 Jahre später
In Deutschland verbannt wurden
Und das ganz rechtmäßig noch

Auch der später im 30jährigen Krieg
Strategisch so erfolgreiche Wallenstein
Ein böhmischer Adeliger ursprünglich
Neigte zum verbreiteten Aberglauben
An Horoskope wie ähnliches ließ sich
Das seine von Keppler dem Mathematiker
Noch errechnen der schon am Hofe
Eben dieses Rudolfs vorrechnete

So ist auch dieser Aberglaube
Nur der übliche Wahnsinn
Der sich bis heute noch
Bis in höchste politische Kreise
Die rational handeln sollten
Findet allerdings eher in
Erwartbaren Fällen wie bei
Nancy Reagan oder sonst
Im Umkreis halbseidener Herrschaft
Von der Physikerin Merkel behauptet
Bisher keiner sie neige eher der
Astrologie als der Astronomie zu
Im Gegenteil was just das Erstarken
Immer wahnsinnigerer Verschwörungen
Auf Seiten ihrer Gegner verständlich
Wohl macht da sie sonst kaum Land
Sähen in ihrem ängstlichen Wahn

Das behauptete Krankheitsbild
Des Kaisers Rudolf II. entwickelte sich
Im Laufe seiner Regierungszeit weiter
Während er am Anfang noch erwartbar
Völlig im Rahmen des üblichen handelte
Wandelte sich dies später immer mehr
Er schwankte stets noch zwischen
Völliger Euphorie und anschließender
Totaler Entscheidungslosigkeit

Als völlig regierungsunfähig galt er
Nach dem langen Türkenkrieg erst
In den letzten sechs Jahren seiner
Immer noch Herrschaft
Sein Bruder Mathias hatte da bereits
Längst die Kronen Ungarns wie Kroatiens
Mit übernommen und galt als Kopf des
Erzherzöglichen Hauses Österreich
Dennoch gilt das Klima am Hof
Des Kaisers Rudolf zu Prag als
Relativ tolerant in vielem

Er folgte offiziell der katholischen
Lehre der Gegenreformation wie sie
Im Konzil von Trient beschlossen
Die darin vorgesehen Maßnahmen
Gegen Protestanten wurden noch
Zu Anfang durchgeführt sind aber
Im Laufe der Zeit immer weiter
Relativiert wurden weil jede Seite
Im Bruderzwist und in der Politik
Im Reich und in den Erblanden
Auf die Stimmen der Stände wohl
Angewisen war die protestantisch
In der Mehrheit stets waren
So zeigt der politische Alltag
Die Notwendigkeit nur zu oft
Wie relativ gültig Grundsätze sind

Schon im langen Türkenkrieg von
1593 bis 1606 entschied sich der
Bruder Matthias gegen den Willen
Des noch Kaisers Rudolf für einen
Frieden ohne größere Änderung
Des status quo außer das der
Sultan nach dem Wiener Frieden
Den Kaiser als gleichberechtigten
Monarchen anerkannte die Aufstände
In Ungarn vorläufig beendet wurden

Während des Krieges kam es zweimal
In Österreich zu Bauernaufständen
Die sich auch gegen die Gegenreformation
Wendeten den Kaiser dazu brachten
Die Arbeitspflicht auf den Gütern noch
Zu beschränken also eine Lösung
Im Konflikt zu suchen während es
Dabei zu Verhandlungen kam ließ
Erzherzog Mathias der Bruder brutal
Gegen die Aufständischen vorgehen
Das Vorgehen der Brüder war also
Weder abgestimmt noch sinnvoll
Zumindest bei den Bauern bildete
Sich ein idealisiertes Kaiserbild
Das Matthias eher schadete

1600 schlossen die Brüder Erzherzöge
Matthias Maximilian und Ferdinand
Einen Vertrag gegen den Kaiser
Der noch ohne Folgen blieb
Die Handlungsunfähigkeit Rudolfs
Zwang die Erzherzöge zum Handeln
Nachdem Matthias ergebnislos noch
1605 in Prag verhandelte da Rudolf
Seine Herrschaft nicht abgeben wollte
Erklärten die Erzherzöge den Kaiser für
Geisteskrank setzten ihn als Familienoberhaupt
Ab und Mathias ein denoch regierte
Rudolf weiter als Kaiser und handelte
Mit den Ständen Böhmens weitgehende
Zugeständnisse aus zum Erhalt der Macht
Was wenige Jahre nach Rudolf 1618
Zu Prag zu den Unruhen führten
Die dem Deutschen Reich 30 Jahre Krieg
Bescherten der erst 1648 mühsam dann
Zu Osnabrück und Münster zum eben l
Westfälischen Frieden führte

1611 schließlich besetzte Matthias Prag
Ließ sich von den Reichsständen die sich
Vom Kaiser ohne Land abwandten dann
Zum König von Böhmen wählen
Rudolf blieb noch bis 1612 Kaiser
Ohne Land Folgen oder Wirkung

Nachhaltiger war Rudolfs Wirkung der
Die Probleme des 30jährigen Krieges
Bereits politisch säte wie später die
Katholische Seite behauptete
In Kunst Wissenschaft und Alchemie
Wo er mehr bewegte als in der Poltik

Rudolf stand in ständigem Kontakt
Mit seinem Hofmathematiker Keppler
Sowie Tycho Brahe dem großen
Dänischen Astronomen der mit Keppler
Die Rudolfinischen Tafeln erstellte die
Der Berechnung des Laufs von Sonne
Mond und Sternen dienten

Neben der Benennung der Sterne
Folgte der dem mystischen zugeneigte
Rudolf auch dem Aberglauben es lasse
Sich ein Logos daraus lesen mit dem
Das Leben astrologisch berechenbar sei
Auch dazu scharte er berühmte Koyphäen
Um sich an seinem Hof war aber auch
Anderen okkulten Praktiken nicht abgeneigt
Wie es damals noch weiter verbreitet war
Warum es kaum genügen kann daraus
Seinen Wahnsinn herauszulesen

Gar nicht verrückt sondern erwählt
War sein Kunstgeschmack der den
Grundstock der Brueghelsammlung
Der Wiener Hofburg bis heute
Einst legte und auch dem Manierismus
Huldigte er teils selbst kunsthandwerklich
Wie seiner besonderen Liebe der
Steinschneidekunst mit der er sich
Seine Hauskrone anfertigen ließ
Die nach Auflösung des alten Reichs
Zur KuK Kaiserkrone avancierte

Mit besonderer Leidenschaft aber
Huldigte der Kaiser der Alchemie
Hatte auf dem Hradschin ein Labor
Das einen guten Ruf unter den damals
Alchemisten genoß und sie anlockte
Doch auch diese eher heute ein wenig
Verrückte Neigung des Aberglauben
Galt damals noch als Wissenschaft
Wurde ernsthaft betrieben auf der
Suche nach Gold und brachte einst
Am Dresdner Hof das Porzelan hervor
Das den Ruf Meißens begründete

Das sich Genie und Wahnsinn nahe
Ahnten wir schon lange und auch
Wie schnell große Geister logisch
An sich und ihren Gedanken leiden
Auch wie gern dann die Gesellschaft
Sie lieber als wahnsinnig abstempelt
Zumal wo sie viel Macht haben wie
Ausüben können nach ihren nicht
Allen verständlichen Gedankengängen

Rudolf II. ist ein kluger Kopf gewesen
Der zeitlebens suchte und sich Fragen
Über das Sein und seine Gründe stellte
Was zwar wahnsinnig machen kann
Aber diesen noch nicht unbedingt
Begründet auch war sein Treiben
Im okkulten nicht so außergewöhnlich
Sogar wo die Kirche gelegentlich rügte

Viel spricht für eine Intrige im Kampf
Um Macht und Zukunft im Hause Habsburg
Bedenken wir dies sollten wir alle die
Heute politisch Handelnde für verrückt
Oder zumindest so ähnlich erklären
Mit viel Vorsicht betrachten auch wenn
Es auf der Welt wenige betrifft die es
Nicht selbst taten mit den Gegnern

Ob der Kaiser wahnsinnig war oder
Nur nicht in das gewohnte Konzept
Des Machterhalts der Habsburger
Hineinpasste sei hier offengelassen

Sicher aber täte es uns gut mehr
Vernunft walten zu lassen um das
Was behauptet wird kritisch weiter
Zu prüfen statt mit bloßen Thesen
Den einen oder anderen für verrückt
Oder nicht zurechnungsfähig zu erklären
Es könnte mehr Vernunft in allem
Ganz normalen Wahnsinn entdecken
Was der Welt wohl gut täte zumindest
Ist immer noch Aufklärung zuerst
Die Befreiung aus der selbstverschuldeten
Unmündigkeit der Anfang von allem
jens tuengerthal 13.10.15





Dienstag, 13. Oktober 2015

Säxit

Pegida fordert die Abspaltung Sachsens
Säxit wünscht auch der fremdbeschämte Rest
Schön wenn am Ende die Mehrheit einig ist
Wir nennen es Demokratie
Pegiden hängen lieber
jens tuengerthal 13.10.15

Montag, 12. Oktober 2015

Qualiqual

Die Mannschaft hat sich qualifiziert
Wenn auch nur mühsam mit 2:1
Gegen Außenseiter Georgien
Zeit die Qualiqual zu vergessen
Mehr lobendes lässt sich schwer sagen
Wie gut dass der Weltmeister nun
Die Mannschaft heißt damit zumindest
Die Erinnerung warm bleibt
© jens tuengerthal 12.06.15

Sonntag, 11. Oktober 2015

Kulturgeschichten 007

Kriegspragmatismus

In die Geschichte blicken um für die
Zukunft zu lernen und die Gegenwart
Besser zu verstehen zeugt eher von
Intelligenz und Lernfähigkeit als die
Panik hysterischer Schwarzmaler
So kann der Blick auf die dereinst
Pragmatische Sanktion helfen just
Die Größe der Kanzlerin zu sehen
Auch wenn es keine einfachen
Antworten auf komplexe Fragen gibt

007 lässt bei diesen Versen die Kenner
Zumindest britische Beteiligung vermuten
Um kulturelle Erwartungen hier nicht zu
Enttäuschen sei an die Schlacht erinnert
Die bei Roucoux am 12.10. 1746 stattfand
Bei der die Briten zumindest beteiligt waren

Dort standen sich die Franzosen unter dem
Berühmten Sachsenmarschall Moritz der
Sogar in den mannschen Buddenbrrols noch
Literarisch Erwähnung findet später und die
Pragmatische Armee im österreichischen
Erbfolgekrieg gegenüber im Felde

Thomas Mann dagegen lässst am Anfang
Der Buddenbrooks einen Vers zitieren
Der jenen Marschall und die Pompadour
In einer Kutsche sichtbar als des Königs
Schwert und seine Scheide bezeichnete
Was zumindest die Bedeutung dieses
Sachsen für Frankreich deutlich machte

Diese Anekdote könnte überleiten zu
Friedrichs des Großen Spruch von den
3 Erzhuren gegen die er zu kämpfen
Hatte im 7jährigen Krieg die da waren
Maria Theresia, Zarin Elisabeth wie
Eben jene Madame Pompadour welche
Maßgeblich die Politik Ludwigs XV.
Mitbestimmte und teils klug lenkte
Aber bevor wir uns auf den nur
Nebenkriegsschauplätzen verlieren
Zu Schlacht und Armee zurück

Pragmatisch war die Armee des Bundes
Den Österreicher schmiedeten unter dem
Kommando des Gatten Maria Theresias
Karls von Lothringen der aufgrund vorigen
Pragmatismus um der Liebe willen kein
Lothringen dafür die Toskana besaß
Keineswegs sondern wie die meisten
Der militärischen Versuche des späteren
Kaisers eher der Not geschuldet mit der
Das Haus Österreich Verbündete suchte

Pragmatisch bezog sich stets noch auf
Jene pragmatische Sanktion die noch
Maria Theresias Vater als Kaiser Karl VI.
Sich teuer bei den Nachbar erkaufte
Um nach dem Aussterben des Hauses
Habsburg im männllichen Zweig seiner
Tochter Maria Theresia den Weg zur
Macht als Erzherzogin und König
Zumindest von Ungarn zu sichern

Nachdem sie sich ihr Nicken haben
Teuer bezahlen lassen widersprachen
Sie nach Karls Tod der Vereinbarung
Um eigene Ansprüche durchzusetzen
Jeder im Interesse seiner Macht
Wie ihrer jeweiligen Ausdehnung

Bayern schickte bei der Kaiserwahl
Noch bevor Maria Theresias Gatte
Später sich doch wieder durchsetzte
Ihren Wittelsbacher Kurfürsten ins
Sonst Habsburger Hausrennen
Dem dieser sich ehelich näherte

Preußen unter Friedrich der gerade erst
Als erhoffter Philosophenkönig den Vater
Den Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. beerbte
Zeigte sich militärisch straff um damit das
Machtvakuum nach dem Thronwechsel
Im Haus Österreich zu nutzen besetzte
Also mit juristisch fragwürdigen Gründen
Schlesien das hundert Jahre später erst
Mit Erz und Kohle die Basis legte
Für den Aufstieg Preußens im Reich
Zur Vormacht und zum 47jährigen Reich
Der protestantischen Kaiser nach 1871
Das dem 1000jährigen Deutschen Reich
Der gewählten Kaiser folgte die meist
Noch dem Haus Habsburg angehörten

Die pragmatische Armee war während
Jene Schlacht von Roucoux zugunsten
Der Franzosen endete geschwächt
Die Briten hatten Truppenteile wieder
Abgezogen um sich gegen die Revolte
In Schottland von 1745 zu wehren

Diese Schwäche nutzte wiederum
Das Frankreich Ludwigs XV. um in
Flandern Brüssel und Antwerpen
Zu besetzen mit dem Ziel eigene
Herrschaft in Europa gegen das
Vermeintlich wie tatsächlich auch
Geschwächte Haus Österreich
Durchzusetzen zu ihren Gunsten

Österreich hatte unter Karl VI.
Viel bezahlt für seine Erbfolge wie
Letztlich die unpragmatische Liebe
Maria Theresias zu ihrem Karl der
Weder Hausmacht in Lothringen
Noch sonst in Europa hatte
Die Toscana war keine Basis real

Hätten jenseits aller Liebe lieber
Die beiden Genies Maria Theresia und
Friedrich geheiratet wären Europa
Zehtausende Tote und viele Kriege
Über lange Zeit wohl erspart geblieben

Wie bekannt folgte Friedrich nur widerwillig
Dem Wunsch seines Vaters und heiratete
Elisabeth-Christine von Braunschweig die
Dieser dem Wunsch des Kaisers folgend
Ausgewählt hatte um Preußen zu binden

Maria Theresia heiratete dagen voll Liebe
Ihren Karl der ein schlechter Feldherr
Feige wie unbesonnen immer blieb
Kaiser nur widerwillig wurde nachdem
Der Bayer ihn kurzzeitig verdrängte

Doch blieb Europa nichts erspart
Heiratete der eine aus Gehorsam
Unsinnig letztlich während die andere
Ihr Herz durchsetzte mit bekannten Folgen
Für die später Macht des Hauses
Habsburg das nun Habsburg-Lothringen war

Wer sich die Folgen dieser Fehler ansieht
Blickt von Königgrätz bis ins Jahr 1918
Sieht was sich auch hier in Roucoux
Abzeichnete und was Friedrich in vielen
Dereinst Schlachten noch Schlesien hielt
Gegen die Übermacht des Reichs
Ohne von Mirakeln zu munkeln

Diese frühe Schlacht aber der hier heute
Gedacht sein soll ging durch die klar
Strategischen Fehler Karl Lothringens
Verloren der sich einem klugen Moritz
Dem Sachsenmarschall für Frankreich
Nicht gewachsen sah der den Flügel
Der Holländer schlicht mit Masse nur
Überrannte und den überraschten
Truppen der Pragmatischen Armee
In den Rücken fiel beim erzwungenen
Dann Rückzug die Schlacht entschied

Der Ausgang war keinesweg klar
Zwar standen 60.000 Franzosen
Den 40.000 Mann der Pragmatiker
Im Kampf gegenüber doch blieben
10.000 der Franzosen im Feld liegen
Während vorsichtiger Karl nur 5000
Gegen Marschall Moritz verlor

Diese doppelt so hohen Verluste
Denen die Besetzung von Lüttich
Als einziges Ergebnis zeitweise folgte
Zeigen den Unterschied den Karl
Der hochgeheiratete auch gegenüber
Friedrich zeigte der selbst im Feld
Wie bei seiner Truppe am Feuer saß

Spannend jedoch als Parallele ist eher
Der Umgang der pragmatischen Merkel
Im Flüchtlignseuropa mit ihren jeweils
Großmäuligen Nachbarn die absurde
Wie unsinnige Forderungen stellen statt
Pragmatische Lösungen zu suchen

Merkel die Naturwissenschaftlerin hat
Die Situation klar nüchtern analysiert
Zieht die einzig logische wie rechtlich
Tragbare Konsequenz während sich
Ihre Koalitionspartner wie Konkurrenten
In lächerlichem Balzverhalten zeigen
Weniger Lösungen aufzeigen als einzig
Provozieren um Kriegsgründe zu finden
Grenzen zu ziehen sich als Solitär
Wie Felsen im Sturm der Zeit noch
Markant männlich zu zeigen aller
Realen Lächerlichkeit zum Trotz
Fügt sich die Kanzlerin pragmatisch
Den Notwendigkeiten innerhalb derer
Sie nach bestmöglichen Lösungen sucht

Was die einen ihr als Schwäche auslegen
Wie fälschlich Maria Theresia einst auch
Für schwach als Frau gehalten wurde
Sehen andere weiter blickend schon
Als ihre Größe mit Weitblick

Die pragmatischen Wege sind meist
Friedlicher zum Wohle der Menschen
Lernen wir Politiker danach schätzen
Statt Kraftmeierei noch zu würdigen
Es gibt keine schnellen Antworten
Sowenig wie Blitzkriege dauerhaft
Zum Frieden führen können sondern
Größere Katastrophen nach sich ziehen
Suchen wir gemeinsam nach Lösungen
Es ist noch stets das bessere Tun
Als ohne Antwort bemäkeln was ist
An dem sich meckernd nichts ändert
jens tuengerthal 11.10.15