Samstag, 10. Oktober 2015

Kulturgeschichten 006

Prinz Louis Ferdinand

Sechs Fuß hoch aufgeschossen,
Ein Kriegsgott anzuschaun,
Der Liebling der Genossen,
Der Abgott schöner Fraun,
Blauäugig, blond, verwegen
Und in der jungen Hand
Den alten Preußendegen -
Prinz Louis Ferdinand.

Die Generalitäten
Kopfschütteln früh und spät,
Sie räuspern sich und treten
Vor Seine Majestät,
Sie sprechen: »Nicht zu dulden
Ist dieser Lebenslauf,
Die Mädchen und die Schulden
Zehren den Prinzen auf.«

Der König drauf mit Lachen:
»Dank' schön, ich wußt' es schon;
Es gilt ihn kirr zu machen,
Drum: Festungsgarnison;
Er muß in die Provinzen
Und nicht länger hier verziehn,
Nach Magdeburg mit dem Prinzen -
Und nie Urlaub nach Berlin.«

Der Prinz vernimmt die Märe,
Saß eben bei seinem Schatz:
»Nach Magdeburg, auf Ehre,
Das ist ein schlimmer Platz!«
Er meldet sich am Orte,
Und es spricht der General:
»Täglich elf Uhr zum Rapporte
Ein für allemal!«

O Prinz, das will nicht munden,
Doch denkt er: ›Sei gescheit,
Volle vierundzwanzig Stunden
Sind eine hübsche Zeit.
Relais, viermal verschnaufen,
Auf dem Sattel Nachtquartier,
Und kann's ein Pferd nicht laufen,
So laufen's ihrer vier.‹

Hin fliegt er wie die Schwalben,
Fünf Meilen ist Station,
Vom Braunen auf den Falben,
Das ist die Havel schon,
Vom Rappen auf den Schimmel,
Nun faßt die Sehnsucht ihn,
Drei Meilen noch - hilf Himmel,
Prinz Louis in Berlin.

Gegeben und genommen
Wird einer Stunde Glück,
Dann, flugs wie er gekommen,
Im Fluge geht's zurück,
Elf Uhr am andern Tage
Hält er am alten Ort,
Und mit dem Glockenschlage
Da steht er zum Rapport. -

Das war nur bloßes Reiten,
Doch wer so reiten kann,
Der ist in rechten Zeiten
Auch wohl der rechte Mann;
Schon über Tal und Hügel
Stürmt ostwärts der Koloß -
Prinz Louis sitzt am Flügel
Im Rudolstädter Schloß.

Es blitzt der Saal von Kerzen,
Zwölf Lichter um ihn stehn,
Nacht ist's in seinem Herzen,
Und Nacht nur kann er sehn,
Die Töne schwellen, rauschen,
Es klingt wie Lieb' und Haß,
Die Damen stehn und lauschen,
Und was er spielt, ist das :

›Zu spät zu Kampf und Beten,
Der Feinde Rosses-Huf
Wird über Nacht zertreten,
Was ein Jahrhundert schuf,
Ich seh' es fallen, enden,
Und wie alles zusammenbricht -
Ich kann den Tag nicht wenden,
Aber leben will ich ihn nicht!‹

Und als das Wort verklungen,
Rollt Donner schon der Schlacht,
Er hat sich aufgeschwungen,
Und sein Herze noch einmal lacht,
Vorauf den andern allen
Er stolz zusammenbrach,
Prinz Louis war gefallen,
Und Preußen fiel - ihm nach.

Theodor Fontane

Sich hinter Theodor Fontane verstecken
Dem großen märkischen Dichter der einst
Humorvoll und schön den Prinzen besang
Steht jedem Dichter wohl gut dazu nur
Als Chronist ein wenig ergänzen was die
Geschichte schrieb über jenen Helden
Der am 10. Oktober 1806 in der Schlacht
Bei Saalfeld fiel und das nicht nur vom
Pferd sondern womöglich mit diesem
Nach einem Hieb auf den Kopf

Unklar ist ob der preußische Prinz
Der mit 33 bereits General war
Einem zum Opfer fiel oder sich gegen
Mehrere Angreifer wehren musste
Auch die Sage er sei verletzt wieder
Vom gefallenen Pferd aufgestanden
Um zu Fuß weiter zu kämpfen könnte
Ins sagenhafte verwiesen werden
Passte sie nicht zu schön zu diesem
Wohl sichtbar schönen mutigen Mann
Der auch künstlerisch begnadet als
Komponist und Dichter vielen Frauen
Im Umkreis des Berliner Hofes
Wirkungsvoll den Kopf verdrehte

So wirkungsvoll dass seine Gene
Weiterlebten und sich in einem anderen
Helden des Widerstandes wiederfanden
Peter Graf York ist sein Ururenkel ein
Nachfahre des Sprosses der Wildenbruch
Der mit seinem Vetter Helmut James Moltke
Den Kreisauer Kreis begründete der mutig
Dem Nationalsozialismus widerstand der
Dafür auch zu früh getötet wurde
Aber das ist eine andere Kulturinsel

Prinz Louis Ferdinand liebte die Musik
Spielte begnadet Klavier und komponierte
Brachte es darin sogar so weit dass der
Für strenge Urteile bekannte Beethoven
Den er einst in Berlin traf über ihn sagte
Er spiele gar nicht königlich oder wie ein
Prinz sondern wie ein tüchtiger Pianist
Was wohl der Komplimente höchstes war

Er zitierte eine Sonate Beethovens oder
Doch zumindest ein Motiv aus dieser
In einer seiner ersten Kompositionen
Manche meinen Beethovens 3. Symphonie
Sei ein Denkmal des Prinzen auch

Wichtiger wurde sein Lehrer Dussek
Mit dem ihn eine tiefe Freundschaft
Verband die unter Männern wohl
Manche Leidenschaften teilten
Von der Musik bis zum Geist ist dies
Durch Briefe gut belegt heute zu allem
Anderen wird höflich geschwiegen

Der Prinz suchte Anregung wie Umgang
Mit den spannenden Menschen seiner Zeit
So verkehrte er auch jenseits allen Dünkels
Im Salon der Rahel Levin die später noch
Als Rahel Varnhagen von Ense bekannter
Wurde und die als erste einen der Salons
Zu Berlin führte die berühmt wurden

Hier verkehrte der begabte Prinz mit
Den großen Köpfen der Zeit jenseits
Aller höfischen Form zu denen zählten
Armin Börne die Brentanos wie auch
Die Brüder Humboldt Kleist Jean Paul
Schlegel Tieck und andere Prinzen

Angeregt von den romantischen Kreisen
Komponierte der vielfach begabte eben
Auch Liebhaber schöner Frauen egal
Was an der Liebe zu Prinzessin Friederike
Der Schwester der Königin Luise
Die durch Schadow unsterblich wurde
Auch wahr ist und was Gerücht kann
Louis Ferdinand als Romantiker wohl
Wenn nicht sogar der romantischste aller
Fürstensöhne bezeichnet werden warum
Sein musikalisches Nachleben wohl auch
Eine geistige Bedeutung heute hat

Dieser General und Musiker der im Kampf
Über dessen Beginn gestern geschrieben
Am 10.10. 1806 fiel war ein schmerzlicher
Verlust für Preußen in vieler Hinsicht
Sein Tod vor dem Untergang Preußens
Wenig später bei Jena und Auerstedt
Ist das romantische Ende eines Großen
Der weit mehr denn als Prinz noch heute
Durch die Berliner Erinnerung geistert
Dort residierte wo heute der Präsident
In Bellevue seinen Sitz hat im Tiergarten
Noch vor der Stadt und so schließt sich
Der Kreis der Erinnerung an einen der
Großen Preußen die daran starben
Was Preußen auch als Kultur letztlich
Untergehen ließ zu viel der Kriege

Darüber nachzudenken was er uns
Mit seinen vielen Talenten noch wohl
Hinterlassen hätte ohne die Schlacht
Die des Prinzen Leben zu früh beendete
Könnte helfen achtsamer Kriege morgen
Zu vermeiden um sich lieber mehr noch
Der Kunst zu widmen voll Genuss
jens tuengerthal 10.10.15

Popelbayer

Der Seehofer ist ein typischer CSUler
Gibt sich gern populistisch laut bellend
Erzählt haufenweise Unsinn wider doch
Besseren Wissens und verliert so leicht
Auf allen Ebenen außer in Bayern
Wo der Stammtisch eben regiert
Argumente zählen dort nicht
Vernunft wird stets negiert
Er wird sich lächerlich machen
Sein wir einfach großzügig
Lassen wir ihn doch
Seine Klage gegen Merkel
Ist schon vorab verloren
Auch ohne Friedensnobelpreis
Herdprämie, Maut, Asylklage
Die Bayern solidarisieren sich nur
Weil ihnen peinlich ist wie dumm
Der ist und das sie es nicht merkten
Ist halt so ein popeliger Bayernbauer
jens tuengerthal 9.10.15

Freitag, 9. Oktober 2015

Kulturgeschichten 005

Preußenvielfalt

Der 9. Oktober hat für Preußen eine
Vielfältige Bedeutung deren Folgen
Bis heute in Deutschland sichtbar sind
Europa und die Welt prägen auch wenn
Was einmal Preußen war unterging
Aus Schuld und Verstrickung teils
Irrelevant hier wo nur der Geist der Zeit
Noch Brücken uns bauen soll

Die Eroberung und Plünderung Berlins
Durch Östereicher und Russen blieb
1760 im siebenjährigen Krieg folgenlos
Der überraschende Coup im Krieg der
Allianz gegen Friedrich den Großen
Diente nur der Ablenkung der Truppen
Im Jahr zuvor nach der Niederlage
Bei Kunersdorf die vernichtend war
Hatte die Allianz Berlin verschont
Dazu prägte Friedrich im Brief an
Seinen Bruder Heinrich das Wort
Vom Mirakel des Hauses Brandenburg
Damals hätten Russen und Österreicher
Berlin besetzen können und der Krieg
Wäre verloren gewesen meinte Friedrich
Der russisch-sächsische General von
Tottleben eroberte die Stadt am 9.10.
Nachdem der Kommandant aufgab
Die Umgebung sicherte der östreichische
General v. Lacyy unterstützt von den dort
Generalen Brentano, Esterhazy und Lichtenstein
Als Kommandanten setzte Tottleben den
Russischen Brigadegeneral v. Bachmann
Ein und zog selbst in das Berliner Palais
Des Kaufmanns Gotzkowski ein während
Österreicher und Sachsen mehr plünderten
Oder brandschatzten als die Russen je
Daraufhin ließ er einige gleich füssilieren
Der Abzug erfolgte auf bloße Gerüchte
Friedrich oder Herinrich näherten sich
Berlin mit ihren Truppen ohne Kampf
Militärisch brachte die Angelegenheit nichts
Sie kostete Preußen etwa 2 Millionen Taler
War ein Angriff auf Friedrich Soldatenehre
Warum er zur Verfolgung sofort ansetzte
Am 3. November die Österreicher bei Torgau
Vernichtend schlug unter hohen Verlusten
Die er sich nach 6 Jahren Krieg kaum
Mehr leisten konnte was der Rache
Den Glanz nahm einen Schatten behielt
Im weiteren Verlauf des Krieges kam es
Nur noch zu kleinen Scharmützeln der
Immer geringeren Truppen beider Seiten
Bis 1762 der neue russische Zar Peter III.
Den seine Gattin Katharina bald absetzte
Die Vorbild Merkels ist was wiederum
Eine völlig andere Geschichte ist dort dann
Ausführlich zu erzählen hier entbehrlich
Da jener Peter der mit einer Freundin
Von Friedrichs Bruder Heinrich verheiratet
Aus dem Hause eines seiner besten Generäle
Den Krieg mit Friedrich endlich beendete
Was ein Jahr später zum Waffenstillstand
Zwischen Preußen und Österreich führte
Maria Theresia hatte Schlesien endgültig
Wie ihren Sohn Franz den Thronfolger
Emotional an Friedich den dann Großen
Verloren ohne das der Krieg etwas
Einem im Ergebnis einbrachte als Tote
Und Friedrich verlorene Zähne mit denen
Er die Stellung Preußens als Weltmacht
Zu teuer bezahlte im Felde denn später
Erst in der Industrialisierung wurde das
Rohstoffreiche Schlesien bedeutsam

Noch weniger erfolgreich endete dagegen
Der am 9.10.1806 von Preußen
Begonnene 4. Koalitionskrieg
Der auch 3.Napoleonischer Krieg heißt
Gegen die Koalition deren Kern Preußen
Damals war das als Gegner nur 5 Tage
Später in der Schlacht bei Jena unterging
Woraufhin der Hof nach Ostpreußen floh
Mit der später ruhmreichen Königin Luise
Sowie ihrem weniger berühmten Gatten
König Friedrich Wilhelm III. der sogar
Noch die Niederlage bei Friedland ertragen
Musste dem Namen zum Trotz dann
Den Frieden von Tilsit schloss der erst
Gemeinsam mit Zar Alexander kam
Europa zwischen Rußland und Frankreich
Endgültig aufteilte auf dem Floß
Inmitten der Memel ohne Hoffnung
Seine geliebte Luise später noch verlor
An eine Lungenentzündung in den Wirren
Obwohl sie noch wohl Napoleon
Unter vier Augen angeblich um Gnade
Für ihr Preußen angefleht hatte
Was sie zur Kultfigur des Widerstandes
Später machte als Mutter Preußens
Real war sie die Mutter der späteren
Kaiser Wilhelm I. und des Königs FW IV
Sowie zahlreicher Prinzessinnen natürlich
Am 9. Oktober jedenfalls zogen
Auch von Berlin aus preußische Truppen
In den Krieg gegen Napoleon der bald
So verlustreich wie tödlich endete für
Mal wieder zuviele und völkisch wurde es
Dann in der Völkerschlacht bei Leipzig
Nach dem Untergang im russischen Winter
In der auch viele starben aber Preußen
Auf der Siegerseite stand dann eben
Auch dank der Reformen die auch am
9. Oktober nur ein Jahr später eben
Von Berlin angestoßen wurden

Nach den Reformen des Freiherrn vom Stein
Wurde für alle preußischen Bauern die
Leibeigenschaft aufgehoben am 11.11.1810
Beschlossen und verkündet am 9.10.1807
Im damals noch geschwächten Preußen
Das sich nach der Niederlage von Jena auch
Militärisch unter Scharnhorst und Gneisenau
Vollständig wandelte sowie im Bereich Bildung
Unter Führung von Wilhelm von Humboldt
Riesige Fortschritte kultureller Art machte
So wurde die später erst Stein-Hardenbergsche
Reform genannte geniale politische Idee des
Freiherrn vom und zum Stein zur Basis
Des Aufschwungs in Preußen wie der
Dann folgenden Industrialisierung und so
Ist der Mut des vom Stein der später dann
Vom Fürsten Hardenberg unter Druck
Napoleons beerbt wurde womit diesem
Nachfolger der Erfolg Steins unverdient
Auch zugute geschrieben wurde wobei
Sein größter unstrittiger auch eben
Die persönliche Bereicherung war
Wie das von Stein angestoßene nicht
In seinem erfolgreichen Lauf zu stören

An einem neuen Wendepunkt der Welt
In dem sich unsere Gesellschaft nun
Rasend schnell reformieren wie auch
Angepasst verändern muss ist es gut
Sich mutiger Reformer zu erinnern
Für eine freiere Zukunft denn die
Hirne der Bauern von Pegida wie
Begrenzter CSU Funktionäre schreien
Deutlich nach Befreiung auch wenn
Die tumben Bauern noch nichts merken
Das Land Kants braucht wieder eine
Aufklärung und Herrschaft der Vernunft
Um der Freiheit Raum zu geben
jens tuengerthal 9.10.15

Unqualifiziert

Deutschland hat Fußball gespielt
Und dabei in Irland überlegen verloren
Es für die EM spannend gehalten
Ohne seinen Kapitän der verhärtet pausiert
Ohne Götze der aufgab
Der Weltmeister ist Weltmeister
Und verwandeln liegt ihm nicht so
Wie schön wenn nichts immer klar ist
Dann können wieder Millionen Fachkräfte
Den Bundestrainer infrage stellen
jens tuengerthal 8.10.15

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Literaturgenobelt

"Jeder von uns trägt ein Stück Geschichte in sich, der eine ein großes, der andere ein kleines, und aus all dem entsteht die große Geschichte."

"Ich habe fünf Bücher geschrieben, doch im Grunde schreibe ich nun seit fast vierzig Jahren an einem einzigen Buch an einer russisch-sowjetischen Chronik: Revolution, Gulag, Krieg … Tschernobyl … der Untergang des roten Imperiums."

"In meinen Büchern erzählt der 'kleine Mensch' von sich, wird nie gefragt, er verschwindet spurlos, er nimmt seine Geheimnisse mit ins Grab. Ich gehe zu denen, die keine Stimme haben."

Mit Swetlana Alexijewitsch bekam eine
Stimme des Ostens die anderen eine
Stimme in ihren Büchern als Chronistin
Des Schreckens erst lieh dieses Jahr
Den Literaturnobelpreis zugesprochen
Der Preis für die Weisrussin die trotz
Drohender Verfolgung zurückkehrte
Ist ein politisches Signal in den Osten
Der gerne mancherorts wieder die
Untergegangene UDSSR feiert
Gibt vielen Opfern eine Stimme
Stellt eine literarische Chronistin
Die viel für ihre Literatur bereits litt
In den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit
Das ist gut so kaum wäre noch eine
Würdigere Preisträgerin denkbar
Die Büchnerpreisträgerin wurde nun
In den Literaturolymp aus Schweden
Gehoben und wird hoffentlich gelesen
jens tungerthal 8.10.15

Abgeblattert

Nun ist auch Blatter gesperrt allerdings
Nur vorläufig solange noch ermittelt wird
Wenn einer aussagt dürfte er erledigt sein
Er darf sich freuen dass auch Platini nun
Als Nachfolger erledigt ist einzig deren
Gegenseitige Abneigung könnte nun
Für irgendwie Aufklärung sorgen
Aber wundert sich noch wer
jens tuengerthal 8.10.15

Liverpoolkloppe

Nun geht Kloppo gen Liverpool
Wird mit seinem Team den einst
Rekordmeister auf Kurs bringen
Gegen Schweinsteiger antreten
Das kennt er ja schon und das
Es in England ein wenig rauher
Zu geht zu meist schadet nicht
Der große Weichspüler war er
Selbst beim BVB nicht vor allem
Die Leidenschaft der Premier League
Dürfte ihm liegen wir bleiben
Gespannt wohin er von derzeit
Platz 10 kommt was aus den
So Deutschen in England wird
Ein neues Kapitel im Fußball
Freitag um 11h wird er vorgestellt
jens tuengerthal 8.09.15

Kulturgeschichten 004

Ugrastehen

Während sich Europa mit Russland
Betreffend die Ukraine noch mit nur
Drohungen belauert wird in manchem
Krieg blutig die Entscheidung gesucht

Jeder blutige Konflikt tötet Unschuldige
Bringt keine Lösung sondern verschärft
Bestehende Konflikte auf einer anderen
Ebene deren Entladung wir fürchten

Im Nahen Osten erleben wir es gerade
An zu vielen Orten immer wieder wohin
Blutige Lösungen noch über Generationen
Neue Krisen in die Welt tragen

Für die Ukraine gilt das gleiche
Solange sie nicht mit Rußland näher an
Europa rückt künftig als verlässliche
Partner für Frieden und Wohlstand

Dabei hat Russland viel Erfahrung
Mit dem unblutigen Kampf schon
Der gern gerühmte Sieg gegen die
Goldene Horde wurde so errungen

Das Heer des Großfürsten Iwans III.
Stand am Ufer der Ugra vom 8.10.1480
Bis 11.11. Goldener Horde gegenüber

Sie standen an beiden Ufern bereits
In voller Schlachtaufstellung gerüstet
Ohne dass es je zur Schlacht kam

Nachdem im November die Ugra zufror
Schickte Akhmat Khan seine Truppen fort
Die sonst den Fluss überqueren müssten

Die Goldene Horde wurde durch Aufstände
Zugleich und an anderen Orten geschwächt
Es fehlte am nötigen Nachschub an Truppen

Iwan dessen Enkel Iwan der Schreckliche
Der erste Zar wurde hatte sich mit seinen
Brüdern wieder versöhnt war dadurch stärker

Diese hatten ihre Truppen seiner Armee
An den Flügeln zur Seite gestellt womit
Die russische Truppe bedrohlich erstarkte

Vorausgegangen war der Konfrontation
Am Ufer der Ugra eine Weigerung Iwans
Gegangen seine Abgaben zu zahlen

Mit diesem bis heute nicht ganz klaren
Rückzug begann der Zusammenbruch
Des mongolischen Weltreiches

Wo sie die Mongolen vertrieben
Dehnte sich Russland weiter aus
Wurde zur asiatischen Weltmacht

Ein Sieg ohne Kampf der keine Opfer
Kostete in der gern gelobten Schlacht
Die nie stattfand war militärisch neu

Auf höherer ökonomischer Ebene
Erlebten wir ähnliches im Kalten Krieg
Den die USA gegen die UDSSR gewannen

Die Schlachten des Kalten Krieges
Wurden andernorts ausgefochten
Als an der damals deutschen Front

Wenn keine Seite auf Gewinn hofft
Niemand den ersten Schritt wagt sind
Mehr Lösungen möglich als im Krieg

Auch der Großfürst selbst der auf
Drängen der Mutter wie Geistlicher
An die Front zog war erleichtert

Vielleicht sollten wir mehr der Drohung
Als der Tat wieder vertrauen um dann
Friedlicher miteinander zu leben

Dumm nur wenn die Waffe losgeht
Mit der beide nur drohen wollten
Und am Ende keiner es überlebt

Aber auch dann wäre zumindest Frieden
So können wir vom Stehen an der Ugra
Lernen Krieg lohnt sich ohne Kampf mehr
jens tuengerthal 8.11.15

Fluchteuropa

Europa steht vor einer Herausforderung
Wohl der größten Volksbewegung nun die
Im zerstrittenen Kontinent Zuflucht sucht

Merkel und Hollande sprachen dazu
Gemeinsam vor dem Europa Parlament
Auf der Suche nach Antworten

Klare Worte fand Merkel diesmal
Herausforderungen seien von allen
Gemeinsam künftig nur zu lösen

Von globalen Ereignissen könnten wir
Uns nicht gleich einer Insel entkoppeln
Es gälte Verantwortung zu teilen

Niemand verließe seine Heimat
Leichtfertig warnte sie auch die nicht
Die es aus wirtschaftlichen Gründen tun

Menschen seien keine anonyme Masse
Egal ob sie eine Bleibeperspektive
Haben oder nicht meinte die Kanzlerin

Das Dublin Verfahren erklärte sie nun
Als obsolet in der Praxis was noch
Vor Wochen mutig war ist nur real

Dass der Schutz der Grenzen nur dann
Erfolgreich sein kann wenn wir Krisen
Lösen und Fluchtursachen bekämpfen

Es klingt nach einer Bewerbung für den
Friedensnobelpreis fraglich nur was es
Für Europa konkret bedeuten wird

Auch wenn Hollande aus gutem Grund
Über die Souveränisten schimpfte
Es braucht einen Plan dafür wie es geht

Der Optimismus der Kanzlerin die weiter
Jede Obergrenze aus guten Gründen
Mit Grundgesetz im Rücken ablehnt ist gut

Wenn wir es schaffen wollen müssen alle
Sich bewegen um miteinander in Zukunft
Friedlich wohlwollend zusammenzuleben

Nicht das ob sondern das wie steht einzig
Für uns infrage im Moment warum wir uns
Besser künftig damit mehr beschäftigen
jens tuengerthal 7.10.15

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Kulturgeschichten 003

Türkenschlacht

Während sich die EU noch mit dem
Sultan Erdogan einigen wil um den
Steten Strom der Flüchtlinge doch
Irgend zu stoppen sei an die große
Seeschlacht von Lepanto erinnert

Am 7. Oktober im Jahre 1571
Standen sich im Golf von Patras
Was nahe bei Lepanto liegt
Die Heilige Liga und das noch
Ungeschlagene Osmanische Reich
Gegenüber zum tödlichen Treffen

Die Christen unter dem Kommando
Von Don Juan de Austria der auch
Literarisch Berühmtheit erlangte
Während die Osmanen dem Befehl
Von Ali Pascha in der Schlacht folgten

Der Konflikt war um venezianische Inseln
Entstanden die von den Osmanen besetzt
In einer großen Allianz unter Führung von
Spanien organisiert von Papst Pius V.
Für Venedig zuückerobert werden sollten

Die wesentlich größere türkische Flotte wurde
Durch Mut und kluges Kommando vernichtend
Erstmals geschlagen in der Geschichte
Wenn auch unter blutigen Opfern
Auf beiden Seiten der Schlacht

Auf osmanischer Seite fielen über 30.000
Während bei den Christen mehr als 8000
Opfer zu beklagen waren es wurden noch
110 Schiffe versenkt sowie 150 erobert
Von den geschlagenen Osmanen die mit
260 Schiffen in die Schlacht zogen wurden
30 Schiffe selbst auf den Grund gesetzt
Auch durch die widrigen Strömungen
In der heute griechischen Bucht

Die Heilige Liga verlor 13 Schiffe
Was angesichts der eroberten
Wohl wenig wert der Kommandant
Don Juan de Austria wurde verletzt
Aber überlebte anders als Ali Pascha
Den eine Kugel im Kopf traf woraufhin
Der Widerstand in Teilen zerbrach

Die Schlacht hatte ansonsten keine Folgen
Der gewünschte weitere Kampf erlahmte
Die Türken führten die eroberte Fahne
Der am Flügel geschlagenen Malteser
Zurück nach Istanbul und wurden belohnt
Papst Pius V. starb und König Phillipp II.
Wollte keinen weiteren Krieg gegen das
Einmal geschlagene osmanische Reich

Der Kommandant der Heiligen Liga
Don Juan de Austria war ein unehelicher
Sohn von Karl V. mit einer Regensburgerin
Der auf Wunsch seines Vaters erst
Nach seinem Tod bei Hofe eingeführt
Von seinem Halbbruder Philipp II.
Der ihm auch das Kommando der
Spanischen Mittelmeerflotte übertrug
Ihn förderte und studieren ließ

Don Juan verriet dafür Philipp den Putsch
Den sein Sohn Don Carlos gegen ihn
Längst geplant hatte was durch Schiller
Wie manche Oper viel Nachhall errang
Der dank Don Juan so tragisch war

Nach der erfolgreichen Schlacht geehrt
Verzichtete er auf alle Schätze die ihm
Als Kommandeur zustanden verteilte
Diese lieber unter den Verwundeten
Deren einer der später berühmte
Miguel Cervantes war der dort seine
Linke Hand verlor von Don Juan
Mit Gnade begünstigt wurde
So taucht der Don Quijote noch auf

Der Plan Maria Stuart zu heiraten
Scheiterte am Widerstand seines
Halbbruders Philipp der den Konflikt
Der daraus militärisch sicher folgte
Lieber scheute nach seiner Erfahrung
Mit Königin Elisabeth von England
Die ihn schon nicht hatte heiraten wollen
Nachdem ihn zuvor ihre große Schwester
Die als blutige Marie bekannte Königin
Wie Tochter von Heinrich VIII.
Zum Witwer gemacht hatte

Dafür wurde er Kommandant der
Vereinigten Niederlande mit dem Ziel
Den abgespaltenen protestantischen Teil
Wieder zurückzuerobern wozu es
Historisch bekannt niemals kam
Don Juan de Austria starb jung
Auch wenn er noch einen Anschlag
Von Elisabeth überlebte liegt doch nahe
Dass er Opfer einer schleichenden
Vergiftung im Sinne Englands wurde
Er starb mit 31 Jahren in Bouge

Eine gespenstisch dramatische Geschichte
Ist noch der Schmuggel seiner Leiche
Die der Bruder im Escorial beerdigen wollte
Durch Frankreich in kleine Stücke zerteilt
In den Satteltaschen der königlichen Reiter
Wieder zusammengesetzt in Spanien
Nur das Herz blieb im heute Belgien

So ist die Schlacht nur von irgendwie
Psychologischer Bedeutung und für die
Katholiken bis heute ein Feiertag geworden
Ansonsten wurde wenig erreicht insofern
Die Truppen für den Krieg an Land
Der Heiligen Liga fehlten und diese
Zerfiel in Folge langsam das Gemetzel
Bleibt in Erinnerung für nichts

Daraus über Kriege lernen und wie
Mit ihnen besser umgehen könnte
Helfen mehr Schlachten zu vermeiden
Statt sich wieder jubelnd in die nächste
Zu stürzen mit nur noch mehr Toten
Doch die Hoffnung dass die Menschheit
Jemals aus Krieg lernt ist gering
jens tuengerthal 7.10.15

Dienstag, 6. Oktober 2015

Danach

Nach der großen Lust
Liegst du in meinem Arm
Spüre noch das Beben
Deines Körpers um mich
Mein Schwanz liegt noch
Feucht von unsrer beider
Geteilten Lust zwischen
Deinen Beinen leicht
Erschlafft voll Vorfreude aber
Ahnend schon die neue Lust
Die uns am Morgen
Verschlungen erwachend
Erwartet mit dem ersten Licht
jens tuengerthal 6.10.15

Kulturgeschichten 002

Medicimacht

Am 6. Oktober 1434 kehrte Cosimo
Kopf der Medici zurück nach Florenz
Machte die Familie immer stärker
Die von einfachen Bankiers nur
Zu Königen der Toskana wurden
Ins heilige französische Königshaus
Der Valois einheiratete die sich noch
Von Maria Magdalena direkt herleiten
Wie Heinrich von Navarra eine Gattin
Später noch stellen sollten

Die Rückkehr verdankte sich der dann
Verbannung der Familie des Rivalen
Rinaldo degli Albizzi der in der Signoria
Keine Mehrheit mehr hatte folglich
Als letzter Kopf der einst großen Familie
Florenz verlassen musste während nun
Der Aufstieg der Medici begann die
Für die nächsten 300 Jahre Florenz
Wie auch die Toskana beherrschten

Cosimo war zum Zeitpunkt des Exils
Bereits 44 Jahre alt in seiner Zeit
Bereits ein gutes Alter doch folgten
Weitere 30 an der Spitze der Familie
Der Bank der Stadt der Florentiner

Sein Vater Giovanni de Medici hatte
1393 die Bank in Rom gegründet
Verlegte sie vier Jahre später gen
Florenz wo sie zur Blüte aufstieg
Reichtum und Macht begründete

Auch wenn Florenz formell immer
Eine Republik blieb die Könige
Waren die Medici und so wirkten
Diese in der Stadt auch in Politik
Wie Kunst mit bleibenden Spuren

Trotz des auf ihn ein Jahr zuvor noch
Verübten Mordanschlages der Albizz
Verzichtete Cosimo auf jede Rache
Schickte nur in die Verbannung
Beschlagnahmte das Vermögen
Wie es üblich und legal seinerzeit war

Auch politisch wirkte er eher indirekt
Indem er Darlehen den Freunden gewährt
Während er sie Feinden verweigert
Stets die Republik als solche ließ
Im Hintergrund mit Geld regierte

Der bescheiden lebende Pragmatiker
Cosimo unterschied Menschen nur nach
Begabung und nicht nach Herkunft
Förderte alle die er für begabt hielt
Wurde so zum Vater des Vaterlandes
Wie es die Florentiner mit pater patriae
Auf sein Grab in der Krypta von
San Lorenzo schreiben ließen

Politisch erstrebte der Bankier wie ein
Guter Kaufmann einzig Ruhe war also
Stets um Frieden bemüht in dem die
Geschäfte besser gedeihen als im Krieg

Außenpolitisch baute er weiter
Am Bündnis mit Mailand das unter den
Viscontis noch unmöglich schien dafür
Mit den von Cosimo geförderten Sforza
Nach dem Tod des letzten Visconti
Realität wurde unterstützt sowohl
Vom Papst wie von Frankreich dabei
Er stärkte über persönliche Freundschaft
Gegen den zunächst Widerstand der
Bürger der Stadt die noch in alter
Feindschaft zu Mailand verharrten
Die Position der Florentiner in Italien
Gegen das Bündnis Venedig - Neapel

Cosimo war Bänker kein Intellektueller
Aber er prägte die Kultur seiner Stadt
Indem er führende Köpfe der Kunst
Wie des Geistes nach Florenz holte
Den Bürgern den Geist der Renaissance
Öffentlich zugänglich machte als Stifter
So holte er Bruneleschi, Lippi und Donatello
In seine Heimatstadt als Künstler
Stiftete Klöster und Kirchen die er dann
Ausschmücken ließ wie San Marco
Das Fra Angelico mit Fresken verzierte

Schließlich die Bibliothek Medicea Laurenziana
Als erste öffentlich zugängliche Bücherei
In der auch die Schriften der Antike sich
Bereits fanden die aber unter Cosimos
Enkel Lorenzo dem Prächtigen erst zur
Blüte als Humanistenbibliothek reifte
Die nach den Plänen von Michelangelo
Gebaut unter Vasaris Feder vollendet
Zum Wallfahrtsort der Humanisten wurde

Über die Medici und ihre Verwicklungen
In die große europäische Geschichte
Ließen sich noch viele Verse füllen
Doch wären manche wohl ein eigenes
Kapitel für sich wert von jenem bereits
Erwähnten Lorenzo dem Prächtigen
Dem Enkel Cosimos bis zu den Päpsten
Aus dem Hause Medici wie Leo X. der
Mit Caterina de Medici mörderisch auch
Gläubig zusammenwirkte bis in die
Bartholomäusnacht hinein sowie als
Zweite Braut des Henry IV. der noch
In jedem Dorf ein Kind hinterließ

So formte eine Familie Europa mit
Von der Renaissance bis zur dann
Aufklärung regierten die Medici
In Florenz mit die Toskana direkt
Als Päpste oder Königinnen
Blieben doch Bänker auf dem
Was Cosimo einst groß machte
jens tuengerthal 6.10.15

Montag, 5. Oktober 2015

Kulturgeschichten 001

Mit dem heutigen Tag beginnt eine Serie, die in Versen Geschichte schreibt und nun täglich, neben dem sonstigen dichten, wieviel Zeit es auch immer findet und wieviel Musen es je hat, ein historisches Ereignis herausgreift und beschreibt, um zu erinnern, aber auch darüber hinaus als Genuß am Sein und seiner historischen Inseln im Meer der Kulturen der Welt.

Es gibt verschiedene Sichten wie Geschichte exakt oder ideologisch, objektiv oder gerade nie zu beschreiben sei auch in den Wissenschaften und die Freiheit des Dichters genießend, muss der Anarch keiner Norm gehorchen als seinem Gewissen bei der Beschreibung. So exakt wie möglich, so literarisch wie schön, so frei wie nötig - als eine Lust am Schreiben wie am Sein, das sich beim Blick auf das, was war und uns betrifft, noch mehr genießen lässt. Habe keinen Anspruch als den ästhetischen, könnte der Dichter schreiben und der Naturwissenschaftler stürzt sich auf die bloßen Fakten, wenn er Holzringe zählt, der Ideologe schaut ins soziale Umfeld, um was wichtig war, weniger wichtig zu nehmen in politischer Korrektheit - irgendwo dazwischen fände sich vielleicht ein goldener Pfad der Geschichtsschreibung aber ich kenne ihn sowenig, wie ich beanspruche, es richtig zu machen, sollte es geneigte Leserinnen unterhalten, wäre es des Glückes wohl genug, mehr wird nicht zu suchen sein im Leben als Glück, wussten schon die Epikuräer, auch wenn manchen Korrektheit und Präzison als solches erscheint, auch jenseits des einmal Preußen für knapp über 100 Jahre genannten Brandenburgs.

Es bleibt alles nur relativ exakt also, nach bestem Wissen und Gewissen und so wie es eben in die Verse dem Dichter passte, vor allem sind die Tagesereignisse, die Geschichte schreiben und erläutern nahezu wilkürlich gewählt, nach dem was dem Autor gerade am spannendsten erscheint, ohne pädagogischen Ansatz oder ideologische Richtung, die wir völlig umschiffen wollen, auch wenn der Versuch ein nahezu unmöglicher ist, denn wer ist schon wo völlig frei von allen Ideen und jeder Ideologie. Doch bevor ich weiter über das wie langweile, fange ich lieber mit dem was an und dann mögen alle für sich entscheiden, ob es unterhält, das Glück fördert oder dogmatisch verfehlter Irrtum ist.

Canossakrönung

Am 5. Oktober 1056 wurde Heinrich IV.
Der später nach Canossa ging um seiner
Kaiserkrone wegen als König gekrönt
Noch auf dem Sterbebett des Vaters
Im Alter von gerade fünf Jahren

Während seine Mutter Agnes von Poitiu
Die Tochter des Herzogs von Aquitanien
Schon eine Brücke nach Burgund baute
Wo der Pate des späteren Kaisers längst
Als Reformer aus dem Kloster Cluny
Bekannt war als Hugo von Cluny der dann
Wiederum in jenem Investiturstreit
Der Heinrich auf Knien nach Canossa
Sich vorm Papst zu beugen zwang
Vermittelte und Heiliger wurde der da
Noch einigen katholischen Kirche die
Das heilige römische Reich der Salier
Als Klammer einte wie heute Gesetze

Spannend wie die Mutter Agnes schon
Einen Gegenpapst einsetzte um sich
Nicht dem Willen der Kurie zu beugen
Während im Deutschen Reich noch die
Fürsten gegen die auch burgundische
Kaiserwitwe als Regentin intrigierten
Die den Reformern in Cluny weiter
Näher stand als Rom und wie Heinrich
Später um seine Macht dann rang
Nachdem seine Mutter längst den
Schleier genommen hatte wie damals
Der Rückzug ins Kloster noch hieß

Zuvor aber mit zarten zwölf Jahren
War der Knabe König entführt worden
Im Staatsstreich von Kaiserswerth
Hatte der Bischoff Anno II. von Köln
Damit die Reichsinsignien erpresst
Womit die Herrschaft bei ihm lag

Beteiligte der Entführung waren
Herzöge von Braunschweig und Bayern
Sowie die Bischöfe von Bremen und Mainz
Der Bremer Adalbert wurde dann gegen
Anno zum Vertrauten von Heinrich
Aus dessen sächsischen Grafengeschlecht
Wurden später die Wettiner das älteste
Am Ende im Reich regierende Geschlecht
Sehen wir vom sagenhaften Alter der
Obotriten zu Mecklenburg-Schwerin ab

Motive und Wirkung des Staatsstreichs
Blieben umstritten aufgrund Uneinigkeit
Was wohl besteht ist dass ein Männerbund
Im Reich eine zu mächtige Frau absetzte

Als Heinrich nach seiner Schwertleithe dann
Mit nur 14 Jahren schon noch jung
Seine Mutter rächen will und gegen
Anno vorgehen möchte stoppt ihn
Die Mutter als fromme Frau im Glauben

Kriege ziehen sich weiter durch das Leben
Des Vierten Heinrich der auch gerade
Wieder hochaktuell gegen Sachsen
Einen Krieg führte die sich von seinen
Burgen überfremdet fühlten und diesen
Zunächst verlor und dem Abriß zustimmte
Bis sich und da sind wir wieder fast
In der Gegenwart die Bauern der
Aufgehetzten sächsischen Stämme
Auf den Weg zum Aufstand nach Goslar
Gemeinsam machten was keiner im Reich
Dulden konnte warum der folgende Sieg
Glorreich genug wurde ihn zu entlasten

Der Streit um die Investitur also Besetzung
Von Bischofssitzen durch Papst oder Kaiser
Eskalierte mehrfach bis er schließlich
Im Schatten der Euphorie des Sieges
Über die aufmüpfigen Sachsen eskalierte
Heinrich Papst Gregor VII. Hildebrand
Wie der dann Papst einst getauft wurde
Nannte und zum Amtsverzicht aufforderte
Mit den öffentlichen Worten: Steige herab
Der Übermut des Hoftages von Worms
Führte wenig Monat später zur Exkomunikation

Die gläubige Welt des Mittelalters wurde
Von dieser Nachricht zutiefst erschüttert
Mit Heinrich solidarische Bischöfe wurden
Aus dem Amt verstoßen es ging um alles

Noch einen Monat endlich erreichte
Heinrich die Nachricht der Exkommunikation
Er weilte zu dieser Zeit in Utrecht zu Ostern
Als plötzlich die Kathedrale vom Blitz getroffen
Ausbrannte werteten seine Gegner dies als
Zeichen für Gottes Zorn gegen den König

Die Unterstützung des Königs schwand
Nach diesem himmlischen Zeichen rapide
Der Hoftag zur Absetzung Gregors wurde abgesagt
Die Herzöge und Bischöfe wandten sich gegen
Ihren gewählten König und forderten ihn auf
Innerhalb Jahresfrist Gande zu erbitten

Dafür reiste nun Herinrich zu Pferde
Wie irgendwann zu Fuß gen Italien
Wo der Papst nach Canossa flüchtete
Den reuigen Heinrich drei Tage lang
Barfuß im Büßergewand im Winter
Als Flüchtling der Kirche im Hof
Um Gnade betteln ließ und so war es
Heinrichs Pate Abt Hugo von Cluny
Der den Papst umstimmte zur Gnade

Ob dies eine kirchliche Buße war
Oder eher ein politischer Schachzug
Ist bis heute umstritten in der Lehre
Er erzielte jedoch die gewünschte Wirkung
Nur für kurze Zeit bis Rudolf von Schwaben
Sich von der Gegenseite zum König
Wählen ließ woraufhin Heinrich dann
Den Staufer Friedrich I. als Herzog dort
Einsetzte während Rudolf seinen Sohn erhob

Es kam zur Schlacht an der Elster
Im schönen Thüringen bei der Heinrich
Unterlag und Rudolf wenig später starb
Seiner Verletzung aus dem Kampf erlag
Das er dabei seine rechte Schwurhand verlor
War den Gegnern wieder ein Gottesurteil
Diesmal nur zugunsten Heinrichs

Nachdem er jenseits einiger Querelen
In Sachsen noch - die Zeiten ändern sich
Wohl selten wirklich - Sieger blieb
Begann er zu bauen und zu schenken

Die Salier Grabstätte Speyer wurde
Unter ihm zur großen und mächtigen
Kathedrale gebaut die bis heute noch
Den Rhein gut sichtbar eindrucksvoll prägt

So Gottes Segen und guten Willen gezeigt
Machte er sich auf gen Rom um dort
Seinen Gegner Papst Gregor VII. endlich
Abzusetzen was im zweiten Anlauf einig
Mit den südlich herrschenden Normannen
Glücklich gelang und sein Nachfolger
Krönte schließlich ihn und seine Frau
Ostern 1084 zum gottunmittelbaren Kaiser

Auch wenn kurz darauf von Gregor gerufen
Gegnerische Normannen Rom stürmten
Clemens III. ab und Gregor wieder als
Papst einsetzten und Heinrich Rom
Fluchtartig verließ blieb er Kaiser

Auch ohne die Verzeihung des bald
Darauf gestorbenen Gregor regierte
Der Kaiser nun nördlich der Alpen
Setzte Bischöfe Gregors ab
Krönte seinen Verbündeten Wratislaw
Zum König von Böhmen was blieb
Bis zum Ende des Reiches 1806
Auch wenn Habsburg dort herrschte

Der heute gekrönte Kaiser Heinrich
Zeigte sich als erster den Juden
Gegenüber tolerant und erließ
Dazu Edikte in Worms und Speyer
Setzte später sogar einen Bischof ab
Der in Mainz ein Progrom nicht
Aktiv genug verhindert hatte

Sein Sohn Konrad den er gerade
Noch als Nachfolger krönen ließ
Wandte sich in Italien den Gregorianern
Wie Normannen zu und seine Gattin
Die Tochter eines Kiewer Fürsten
Adelheid oder Paxredis mit Namen
Floh zum Sohn nach Italien
Beschwerte sich über die erduldete
Unzucht zu der Heinrich sie zwang
Ganz wie der Papst es wünschte

Erwartbar wurde Heinrich mal wieder
Exkommuniziert von Papst Urban
Es gab noch einige Unruhen und Aufstände
Bis schließlich sein Sohn Heinrich
Ihn nach Konrads frühem Tod
Trickreich und hinterhältig absetzte
Indem er ihn in eine Falle lockte
Nachdem er sich dem Vater zuvor
Noch formell unteworfen hatte

Der am 5. Oktober als König noch
Gekrönte spätere Kaiser Heinrich IV
Hat viel bewegt und am Ende
Doch im Konflikt mit Rom wenig
Erreichen können war der ewigen
Konkurrenz der Mächte im Reich
Unterlegen und die meisten denken
Bei Heinrich nur an Canossa
Einige noch an Speyer

Seine Bewertung ist noch immer
Umstritten da die Quellen vielfältig
Gegensätzliches verlautbaren
Vom grausamen Tyrannen zum doch
Mildtätig gerechten Helden
Ein Stück deutscher Geschichte
Das bis heute noch mit Canossa
In unserer alltäglichen Sprache
Präsent ist kann kaum unwichtig
Wohl genannt werden es bleibt
Eine vielfältige Erinnerung
Die vieles noch ausließ um noch
Ein wenig Maß zu halten
jens tuengerthal 5.10.15

Schoßgeschmack

Wer Frauen liebt die auch nur die eine
Sein kann im höchsten Glück der wird sie
Zyklisch zu erschmecken wissen immer
Wandelt sich doch im Schatten des Mondes
Der geliebte Körper von nichts zu etwas
Von flüssig zu zäh ins süße oder saure
Wer sich nicht schmeckt kommt nie an
jens tuengerthal 5.10.15

Seinsglück

Henning Mankell ist nicht mehr
Er aberglaubte auch nicht an ein
Leben nach dem Tod oder die gern
Erfundene Seele sondern sah das
Wunderbare im Leben gerade darin
Dass es nur hier und jetzt ist
Mehr ist es nicht und das ist gut so
Macht uns frei im Leben in dem uns
Der Tod nichts angeht wie schön
Wenn ein kluger Mann so frei geht
jens tuengerthal 5.10.15

Liebeswert

Was uns eine Liebe wertvoll macht ist
Vernünftig betrachtet schwer zu sagen
Weil es doch um Gefühle mehr geht
Auch wenn diese logisch unsre Natur sind
Folgen wir unvernünftigen Antrieben
Gaukelt uns die Natur zumindest vor
Und so lieben wir meist relativ unfrei
Ob die vernünftige Liebe glücklich macht
Wissen wir dank unserer Natur nicht
Versöhnen könnte mit der Dialektik
Die unsre Natur uns vorspielt
Liebe so zu genießen wie sie ist dies
Scheint völlig natürlich also vernünftig
jens tuengerthal 4,10.15

Sonntag, 4. Oktober 2015

Gipfelduell

Das Gipfelduell der Liga endete
Einseitig für die Bayern die 5:1
Gegen den BVB gewannen
Zweimal Müller und Lewandowski
Einmal Götze trafen in München
Aubamameyang machte das 2:1
Fraglich nur wie früh Bayern
Dieses Jahr Herbstmeister werden
Ob der BVB Platz zwei hält
Darunter wurde auch gespielt
Schalke verlor gegen Köln
Leverkusen blieb unentschieden
Mönchengladbach schlug die Wölfe
So hoch wie Ingolstadt die Eintracht
Mainz besiegte Darmstadt knapp
Wie Hannover leider Bremen
Während Hertha klar den HSV
In tiefere Regionen verwies
Selbst überraschend hoch steht
Es gibt die Bundesliga manchmal
Überraschend und es gibt die Bayern
jens tuengerthal 4.10.15

Obamaerbarmen

Friedensnobelpreisträger Obama
Was weniger ironisch gemeint ist
Als es angesichts der Realität klingt
Hat Erbarmen mit Putin dem er
Erklärt seine Strategie in Syrien
Führe ins Verderben denn da
Kennen sich die USA bestens aus
Während sie Kundus bombadieren
jens tuengerthal 4.10.15

Sonntagsliebe

Ich liebe Sonntage und träume davon
Die Sonntagsliebe mit einer zu teilen
Vielleicht ist das was alle Liebe nennen
Was dir einsam nahe ist teilen zu wollen
Geteilt weniger halbiert als verdoppelt
jens tuengerthal 4.10.15

USAlb

Die USA werden immer mehr Albtraum
In islamischer Welt bombend unpräzise
Wird kolateral und nebenbei erledigt
jens tuengerthal 4.10.15

Grundrechtsretter

CSU und SPD wollen das Grundgesetz
Retten indem sie Grundrechte beschränken
Die Kanzlerin besteht auf jedes Grundrecht
Fragt nur nach dem wie nicht nach dem ob
Wundert sich wer wem noch getraut wird
jens tuengerthal 4.10.15

Einheitsnacht

Die Nacht lieben weil sie uns einander
Liebend traumhaft nahe bringt bleibt
Allein einsame Illusion ohne Einheit
© jens tuengerthal 03.10.15

Grenzverschiebung

Unter dem Motto grenzenlos wurde heute
25 Jahre deutsche Einheit grenzenlos
Gefeiert mit präsidialer Grenzziehung
jens tuengerthal 3.10.15

Samstag, 3. Oktober 2015

Ost-West-Liebe

Am Tag der Einheit
Auch daran denken
Gäbe es sie nicht
Hätten wir uns nicht
Jenseits der Mauern
Küssend gefunden
Auch wenn es sich
Noch selten trifft
Ist weniges Worte wert
Für die einmal Illusion
jens tuengerthal 3.10.15

Vollust

Sich voller Lust auf dem Kühlschrank
Nehmen weil er dort gerade steht
Wo uns die Lust überkommt
Wenn wir doch gehen wollten
Ist wohl Wollust voll Lust jedenfalls
jens tuengerthal 2.10.15

Liebesplan

Nach Plan lieben vereinfachte
Die Suche nach dem Glück sehr
Leider bin ich liebend planlos

Fraglich nur ob weniger kompliziert
Auf Dauer glücklicher wäre
Manche machen es einfach
jens tuengerthal 2.10.15

Losgelöst

Manchmal falle ich aus der Welt
Dann stehe ich einfach daneben
Beobachte was um mich geschieht

Fremd ist mir dann was ist
Bin selbst Fremder dort nur
Ringe mit dem was in mir ist

Weltfremd sein hilft manchmal
Die Dinge zu sehen wie sie sind
So bringt mich weg sein näher

Völlig losgelöst merke ich eher
Woran ich hänge wohin es geht
Dort bleibe ich Beobachter nur

Zurück in der Welt fehlt dann
Überblick und Abstand wieder
Handle also wie es sich ergibt

Zwischen Abstand und Nähe
Jongliere ich mich durchs Leben
Weiß nicht was besser wäre

Aus der Welt fallen hilft manchmal
Die Dinge klarer zu sehen
Auch wenn es nichts ändert
jens tuengerthal 2.10.158

Freitag, 2. Oktober 2015

Flüchtlingssicht

Der Innenminister wirft den Flüchtlingen
Fehlende Dankbarkeit vor und will nun
Transitzonen an der Grenze einrichten
Unklar nur ob Dankbarkeit entscheidet
jens tuengerthal 2.10.15

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Willkommen und Abschied

Eine Feierstunde in der Neuen Synagoge
Zur Eröffnung einer Ausstellung über den
Berliner Filmbühnenbauer Chaim Heinz Fenchel
Die endlich wieder die zarten Zeichnungen
Des 1935 nach Israel ausgewanderten
Architekten und Künstlers nach Berlin brachte
Also ein Willkommen für ein Stück Berliner
Jüdische Geschichte in einer wunderbaren
Ausstellung die das Leben eines vielfältig
Faszinierenden Mannes an seiner Kunst
Entlang erzählt eine Freude für Besucher

Zugleich auch ein Abschied der hoffentlich
Keiner ist und doch bedeutender fast ist
Dr. Hermann Simon hat nach 27 Jahren
Die Führung des Centrum Judaicum nun
An seine Nachfolgerin übergeben

Seine Mitarbeiter und auch der Staatssekretär
Für Kultur dankten diesem großen Mann
Der in seiner bescheidenen Art soviel für
Seine Heimatstadt Berlin getan hat der darum
Heute auch mit dem Verdienstorden Berlins
Am Vormittag im Rathaus geehrt wurde

Nachdem ihm seine dankbaren jahrelangen
Mitarbeiter jeder eine Rose überreichten
Erklärte Simon nur noch die Ausstellung
Hiermit für eröffnet und sparte sich alle
Weiteren langen Dankesreden was passte
Diesen großen kleinen Mann der wunderbar
In die Schuhe seines Vorgängers jenes
Moses Mendelsohn passt als wacher
Kritischer Geist der Berlin jahrelang begleitete
Hoffen wir noch auf viel Teilnahme von
Hermann Simon und weitere Publikationen
Eines so neugierigen wie humorvollen Autors
Der Interesse weckt mit wacher Erinnerung

Die Ausstellung selbst ist faszinierend schön
Lässt einen durch ein Leben wandern das
Auch beispielgebend für viele steht
Zeigt was Deutschland an Köpfen
Einst verlor und wie dankbar wir
Sein können dass mithilfe seiner
Großen Familie seine Werke auch
In seine Heimatstadt zurückkehrten
Die Chaim Heinz Fenchel der von
1906-1988 lebte nie wieder besuchte
Dafür waren heute seine Kinder da
Sein Sohn richtete einige Worte
Auch des Dankes an das Publikum
Das dann einen unglaublich zarten
Wie liebevollen Maler in einer sehr
Lehrreich und spannend kuratierten
Ausstellung kennenlernen durfte

Bilder und Entwürfe eines Mannes
Der in Erinnerung bleibt und der
Im Film zu den Größen des Berlins
Der 20er gehörte um später dann
In Tel Aviv wie in Afrika als Architekt
Noch beispielgebend zu wirken

Diese Ausstellung ist allen Berlinern
Wie Berlin Besuchern zu empfehlen
Ein kleine feine Geschichte voller Freude
Mit einem Lächeln zu durchwandern
jens tuengerthal 1.10.15

Chaoskundus

In Kundus herrscht militärisches Chaos
Taliban gegen Regierung melden je Sieg
Die Befriedung war wohl nicht erfolgreich

Ob darum 50 Bundeswehrsoldaten dort
Umsonst starben fragen manche Medien
Kein Soldat stirbt umsonst meist im Dienst

Der Tod hat nicht mehr oder weniger Sinn
Wenn ein Einsatz erfolgreich endet was
Zu Ende ist hat und braucht nichts mehr

Im übrigen taten sie was sie sollten
Mehr Erfolg hatte Militär noch nie
Und Sterben gehört ist Kerngeschäft
jens tuengerthal 1.10.15

Hoffnungsliebe

Wir lieben in der Hoffnung irgendwann
Nicht mehr allein mit uns zu sein
Halten die Hoffnung für das Glück

Dabei bleibt sie doch bloße Illusion
Aus der wir ernüchtert erwachen
Vermutlich ist Liebe nur ein trotzdem
jens tuengerthal 1.10.15

Demodefizit

Im Westen brennen mehr Unterkünfte
Im Osten gehen mehr demonstrieren
Beides ist peinlich und ändert nichts

Ein Demokratiedefizit das mit einer
Gleichzeitig dummen Schelte aller
Parteien einhergeht ändert nichts

Es kommen nicht weniger die hier
Rettung suchen wenn peinliche Ossis
Marschieren und Wessis zündeln

Erfurt macht mit was Sachsen schon
Lange vormacht und die Aussichten
Sind hier wie dort trübe

Wer Perspektive und Verstand hat ging
Leid tun einem alle die dennoch blieben
Der Osten schon bald eher tot als rot

Als Erfurt noch Mainz zugehörig war
Weimar noch Sachsen-Weimar hieß
Wehte noch Goethes Geist in Thüringen

Es blieb von der Diktatur des Proletariats
Nichts als der Name in Erinnerung
Zuviel Kultur ging verloren unterwegs

Versager ist wer nur demonstriert statt
Unsere Kultur weiterzugeben wo nötig
Das Defizit ist ein intellektuelles also

Fraglich nur wer Niveau genug hat
Dies zu verstehen wie zu ändern
Bis dahin bleibt es hier peinlich
jens tuengerthal 1.10.15

Trumpdumpf

Trump will Syrer zurückschicken
Es könnten ja IS Terroristen sein
Damit ist er auch auf Pegidaniveau
Toll wenn es in der Blödheit doch
Vorreiter in Deutschland noch gibt
jens tuengerthal 1.10.15

Merkelmachtlos

Merkel macht gerade alles richtig
Aus Sicht der ganz großen Mehrheit
Müsste sie einfach nur weitermachen

Zum Glück gibt es noch die Parteien
In denen Neid und Missgunst herrschen
So weckt zuviel des Guten dort Argwohn

Die einzige Rettung der Demokratie ist
In der real existierenden Postdemokratie
Die schlechte Natur der Parteien wohl

Merkel mag gut sein und vernünftig ihre
Uneitle Politik im Dienst der Sache stehen
Gegen Parteienneid ist sie machtlos
jens tuengerthal 1.10.15

Freie Liebe

Ist freie Liebe mehr als freier Sex
Kann Liebe unfrei existieren je
Liebt wer sich nicht binden will
jens tuengerthal 1.10.15

Freiheitskämpfer

Wer für Freiheit kämpft ist unfrei
So sind ihre Verteidiger mangelhaft
Mangel an Alternativen lässt es so
jens tuengerthal 1.10.15

Liebeszeit

Die Liebe kommt wenn es Zeit ist
Nicht wenn wir sie dringend wollen
Sondern wenn sie Raum findet
Sich erwartungslos auszubreiten

Darum verzieht sie sich so schnell
Wenn wir nach ihr greifen wollen
Bevor sie da ist warum wir besser
Sie kommen lassen uns zu finden

Es ist also immer sinnlos sich
Um die Liebe zu bemühen und
Die große Liebe verzweifelt noch
Zu suchen bewirkt das Gegenteil

Weil wir nicht nichts tun können
Versuchen wir uns in schlechten
Kompromissen nur die nie zum
Ziel führen manchmal aber doch

Das manchmal nicht mehr erwarten
Lässt der Liebe allen Raum uns
Dann und wann noch zu überraschen
Vermutlich genügt zu genießen was ist
jens tuengerthal 30.09.15

Mittwoch, 30. September 2015

Ehrensache

Jörg Kachelmann hat Recht bekommen
Springer muss Schadensersatz leisten
Vorläufig den bisher höchsten geurteilten

Alice Schwarzers dreiste Bildkampagne
Mit einem Männerbild der 60er Jahre
Wurde vom Gericht als Rufmord anerkannt

Das ist gut so und rückt manches gerade
Was vom Boulevard seit Jahren betrieben
Von Bild als dreister Speerspitze dabei

Springer wird dies Urteil nicht anerkennen
Weiter kämpfen in der nächsten Instanz
Für die Pressefreiheit zur Verleumdung

Sollte es zum Bundesverfassungsgericht
Gehen wird sich zeigen wie die Hüter
Der Verfassung Persönlichkeit bewerten

Hat der Schutz der Persönlichkeit vor
Hasskampagnen der Sperspitze Alice
Vorrang vor der Pressefreiheit

Was sichert die Freiheit im Rechtsstaat
Wer gefährdet sie eher durch Hetze
Die polistisch und mit Auflage motiviert

Kachelmann kämpft um seine Ehre
Springer um ein Freiheitsrecht
Daneben ist der Rechtsstaat angegriffen

Die Freiheit aller kann vor der Ehre des
Einzelnen wohl Vorrang haben aber
Sicher nicht sofern widerrechtlich

Die Hetze der Alice setzte via Bild
Die Unschuldsvermutung außer Kraft
Das faire Verfahren wurde gestört

Das Urteil bezichtigte diese Medien
Später klar der Lüge noch alle
Schadensersatz ist angemessen

Fraglich ob ein solches Urteil
Die Freiheit der Medien gefährdet
Oder Medien die der Angeklagten

Was einen in diesem Fall klar freut
Weil Springer Grenzen bekommt
Für die Hetze der Bild

Gefährdet in anderen Fällen Freiheit
Wenn politische Polarisierung hier
Schadensersatz begründen kann

Können unerwünschte Medien dann
Mit Schadenersatzforderungen künftig
Zum Schweigen gebracht werden

Da vorliegend mit dreisten Lügen
Wie einer ehrenrührigen Kampagne
Angegriffen wurde scheint es fair

Spannend wird wie hier künftig
Geurteilt werden wird was dann
Höhere Instanzen entscheiden

Der Fall Kachelmann berührt den
Rechtsstaat in seinen Grundfesten
Es ist mehr als eine Frage der Ehre
jens tuengerthal 30.09.15

Bombenuneinig

Russland und die USA bomben uneinig
Einig gegen den Terror uneinig im übrigen
Sicher nur wen es in die Flucht treiben wird
© jens tuengerthal 30.09.15

Karasekweg

Helmut Karasek ist weg
Ein Stück deutsche Literatur
Überlebender des literarischen Quartett
Der sanftmütig zarte Liebhaber
Von Sprache wie von Literatur
Genial mit MRR als Gegenpol
Rezensent des IKEA Kataloges zuletzt
Helmut Karasek ist weg
Mehr nicht nur ein Stück
Jugenderinnerung und Literatur
© jens tuengerthal 30.09.15

Nichtswieweg

Manchmal verschwinden Menschen
Wortlos aus deinem Leben es dauert
Zu merken sich nichts je gesagt zu haben
Es bleibt dann nichts als der Hohlraum
Wo andere Geist und Welten teilen
So gesehen macht Erkenntnis frei
Nichtswieweg ist immer mehr Glück
Um Lust und Liebe wieder zu teilen
© jens tuengerthal 30.09.15

LeseLust

Lesen ist eine Lust schon an und für sich
Lustvoller noch ist es über diese zu lesen
Am Höhepunkt bist du eins mit dem Buch
© jens tuengerthal 29.09.15

Dienstag, 29. September 2015

Integrationsrat

Wir müssen uns dringend um Integration
Unserer neuen Bürger kümmern damit
Es nicht geht wie in Sachsen wo die
Bürger auch nach 25 Jahren noch nicht
Beim Grundgesetz angekommen sind

Nach der Arbeit in der Notunterkunft
Ist klar geworden Konflikte entstehen
Aus der Art der Unterbringung mehr
Als aus Ethnien und Religionen real
Es braucht Perspektiven statt Mauern

Dringend sind Rückzugsmöglichkeiten
Wie Abgrenzung im offenen Chaos
Der noch völligen Beliebigkeit dort
Einen Rahmen und Verantwortung
Chancen der Mitgestaltung helfen

Wer Menschen ohne Ordnung in Lager
Sperrt und nicht beschäftigt muss sich
Nicht wundern wenn Gewalt entsteht
Verwunderlich eher wie wenig bis jetzt
Dagegen muss etwas getan werden

Integration ist nicht nur die Kür dessen
Was nun geleistet wird es muss
Vielmehr die Krone der Arbeit sein
Der Erfolg dabei entscheidet dann
Über den Frieden der Gesellschaft

Es ist egal ob wir meinen Menschen
Sollten nicht hierher oder sind hier
Nötig und willkommen sie sind da
Darum ist Aufgabe nur noch das
Wie des Miteinander zu organisieren

Machen wir uns an das wie dieser
Großen Aufgabe unseres Landes
Wer über das ob nörgelt tut nichts
Verändert nichts hilft nicht warum
Künftig nur noch das wie fraglich ist
jens tuengerthal 29.09.15

Vernaschen

Sich vernaschen zum Dessert
Oder als delikate Vorspeise bleibt
Ein immer lustvollerer Traum
© jens tuengerthal 29.09.15

Doktordramen

Mit Ursula von der Leyen bangt nun
Die nächste um ihren Doktortitel
Den sie vor über 25 Jahren machte
Der nichts mit ihrer Arbeit zu tun hat

Findet noch wer diese private Schnüffelei
Hinter irgendwann Doktorarbeiten eher
Die penetrant hässliche Seite des Landes
Eine Hausmeisteroberlehrermentalität
jens tuengerthal 29.09.15

Trennungsrealismus

Die Vertriebenen nach Kultur und Neigung
Zu trennen verringert sicher Konflikte

Wer hier leben will muss das aushalten
Meinen die Gegner der Trennung

Wer sich nicht anpasst wird abgeschoben
Meinen die lauten Rassisten

Wer Probleme sucht übersieht Wege
Meinen die Konstruktivisten

Vielleicht sollten wir weniger verwalten
Als sie selbst Lösungen suchen lassen

Dies sind die Grundlagen der Demokratie
Besser wir fangen sofort damit an
jens tuengerthal 29.09.15

Septemberhimmel

Hellblau ist der Himmel über Berlin
Am vorletzten Tag im September
Geboren im schönsten Sterben
© jens tuengerthal 29.09.15

Flüchtlingsampel

Die CSU will den Vertriebenenverkehr
Auf gut deutsch regeln mit einem dann
Stoppsignal auch am Oktoberfest
© jens tuengerthal 29.09.15

Prügelpegida

Pegiden prügelten zu Dresden unter
Jubel der Menge auf Journalisten ein
Der Lügenpresse wohl wie sie sagen
Womit die Rassisten zu sich fanden
jens tuengerthal 29.09.15

Nichtserkenntnis

Zu erkennen alles war nichts
Ist gruselig wenn das Nichts
Dir alles mal war aber zugleich
Befreit es weil nichts bleibt
Was einen Gedanken wert ist
Das Herz kettenlos schlägt
Du befreit lieben kannst
jens tuengerthal 28.09.15

Montag, 28. September 2015

Syrienlösung

Obama nennt Assad einen Tyrannen
Putin nennt ihn Partner gegen Terror
Dazwischen sterben die Syrer weiter
© jens tuengerthal 28.09.15

Allesnichts

Vom Nichts kommt nichts aus nichts wird
Nichts so bleibt am Ende nichts alles
Was immer wir daraus für uns machen
© jens tuengerthal 28.09.15

Regelmond

Der Mond hat seine Tage
An denen kommt er uns besonders nah
Was Verdeckung blutig schimmern lässt
© jens tuengerthal 28.09.15

Grenzgauckelei

Pastor Gauck sprach vom Asyl predigte
Zum falschen Zeitpunkt nur logisches
Spaltete mit falschem Verständnis weiter
© jens tuengerthal 28.09.15

Sonntag, 27. September 2015

Liebesverlass

Ein Engel für alle - schön wie zart
Wurde einfach verlassen von ihrer
Wie sie noch meinte großen Liebe

Während sie alles für andere tat
Auf nichts ist also Verlass als das
Sichere Ende am Ende allein zu sein

Sich auf die Liebe verlassen führt
Zu oft dazu verlassen zu werden
Fürchten wir dies lassen wir es

Weiter lieben wollen zeigt Größe
Zumindest im Willen es können
Im Wesen auf das es ankommt

So umarmen sich die Verlassenen
In Gedanken zumindest auch wenn
Jeder allein bleibt mit dem Nichts
jens tuengerthal 27.09.15

VWabe

VW steckt in einer tiefen Krise
Es wird Milliarden verbrennen
Weil beim Ruß gemogelt wurde
Wird es Made in Germany schädigen

Das NS Projekt VW als Inbegriff
Deutscher Qualität und ihres Erfolges
In aller Welt wandelt sich nun
Im Ansehen wie Ergebnis hoffentlich

Es gibt keine größeren schwereren Autos
Die immer weniger Belastung ausstoßen
Jedes Gramm mehr fordert mehr Energie
Verbrennungsmotoren bleiben schmutzig

Volkswagen brachte mit dem Käfer
Wie einst Ford mit der Tin Lizzy die
Mobilität zur breiten Masse im Land
War ein Pionier im Automobilbau

Sie haben betrogen wie vermutlich
Alle es tun ein wenig um sich auch
Weiter gut zu verkaufen mit dem
Neuen grünen hier blauen Image

Sie haben sich erwischen lassen
Was noch dümmer wohl ist wenn
Dahinter nicht staatliche Spionage
Zur ökonomischen Vormacht steht

Der Skandal ist nun eine Chance
Wenn es kein weiter so gibt kann
Aufgeräumt und profitiert werden
Für eine zuverlässige Zukunft

Logisch schreibt die NYT nun auch
Von der Krise von Made in Germany
Aber so naiv ist kein Verbraucher mehr
Nicht zu schauen was nutzt und schadet

Eine Krise der Glaubwürdigkeit besteht
Aber wir sollten uns selbst fragen wieviel
Unsere Naivität dazu beitrug denn wer
Viel PS und Zylinder will verbaucht viel

So ist die kleine VW-Krise ein teils
Krimineller Fall aktiver Täuschung
Ein Problem der Branche wohl mehr
Autos werden nie ökologisch korrekt

Wollen wir für die Mobilität diesen
Schaden in Kauf nehmen oder doch
Lieber korrekt die Natur retten
Als am Markt noch zu gewinnen

Solange wir diese Frage nicht endlich
Klären ist die VW Debatte ein nur
Lächerliches Ersatzgefecht das einzig
Deutsche Dummheit weiter belegt

Klug wäre es nun vorzupreschen
Von Regierungsseiten mit den auch
Weltweit strengsten Vorgaben um sich
Als Marktführer zu positionieren

Ob uns Weisheit oder Gier regieren
Der Wunsch nach Kompromiss
Auch die Klügsten erstickte entscheidet
Über Ausgang und Folgen der VW Krise
© jens tuengerthal 27.09.15

Liebesnatur

Liebe ist ein Fels als festes Fundament
Sie gleicht einer Blüte schnell verblüht
Blumen überwuchern leblosen Stein
jens tuengerthal 26.09.15

3er Liga

In der Bundeliga endeten heute 4
Der 2 mal 3 Partien mit 3 Toren
Für die Gäste während die noch
Übrigen 3 des 7. Spieltages bis jetzt
Mit nur je einem Tor nur einen Sieg
Einer Manschaft brachten wobei
Heute in 2 Partien in Summa 3 Tore
Noch geschossen wurden
Jenseits der reinen Zahlen wurde es
Außer am Ende wenig überraschend

Die Bayern begannen eher flau um
Dann um so stärker loszulegen die
Mainzer 0:3 noch schlugen besonders
Oder auch typisch dabei mal wieder
Ein verschossener Elfer den immer
Müller übers Tor schoss während
in Hälfte 2 Lewi wieder 2 Tore schoss
Costa immerhin noch 1 blieb

Leverkusen machte es in Bremen
Zumindest im Ergebnis genauso
0:3 an der Weser trotz anfänglich
Guter Bremer Chancen muss Werder
Nun nach unten aufpassen während
Bayer wieder oben Anschluss sucht

Hoffenheim befreite sich mit dem 1:3
Zu Augsburg von einem Abstiegsplatz
Den Augsburg auf 16 dafür einnahm
Die Überraschungsmannschaft 14/15
Schielt wieder gen 2. Liga während
Sie noch Europa nebenbei üben

Der VfB unterlag Gladbach zuhause
1:3 bleibt ein Kellerkind während
Befreite Gladbacher den Aufstieg
In gewohnte Regionen weiter führen
Da half Suttgart auch ein Elfmetertor
Nur vorübergehend noch weiter

Wolfsburg und Hannover trennen sich
Mal wieder unentschieden nach 90+3
Minuten mit geteilten Punkten womit
Wolfsburg noch drei vor sich hat während
Hannover auf 18 noch 3 Punkte zum
Nichtabstiegsplatz fehlen dahingestellt
Dass 18 = 3 mal 2 mal 3 ist

Auch 90 plus 2 mal 3 Minuten änderten
Zu Hamburg nichts daran dass der HSV
Mit 0:1 den Knappen knapp unterlag
Die sich weiter Platz 3 nun sicherten
Während die Hamburger mit der 9
3 mal 3 ohne Gefahr dennoch halten

Im Zeichen der Dreieinigkeit völlig
Unheilig wohl ändert sich morgen
Auch wenn der BVB wieder gewinnt
Nichts an gewohnter Führung am
Bayerischen Fußballhimmel wie
Den dreien von Platz 1 bis 3
jens tuengerthal 26.09.15

Samstag, 26. September 2015

Liebestote

Die Liebe stirbt nie häufiger
Sterben wir an ihr noch wenn
Wir uns nicht wieder verlieben
© jens tuengerthal 26.09.15

Herbstleid

Im Herbst stirbt die Natur wunderschön
Mit ihr geht manche Hoffnung dahin
Manchmal spüren wir wie es kalt wird
© jens tuengerthal 26.09.15

Syrerlösung

Schnell und flexibel beschloss nun
Die Bundesregierung eine Lösung
Für alle Syrer die Asyl hier suchen
Sie dürfen bleiben und arbeiten
Vielleicht sollten wir vieles so lösen
Dann müssten sicher weniger sterben
© jens tuengerthal 26.

Verraucht

Helmut Schmidt raucht wieder manches
Ändert sich doch nie wie gut wenn doch
Nicht alles in Rauch aufgeht
jens tuengerthal 26.09.15

Vom Nichts

Nichts bleibt warum alles nichts ist
Was von Bedeutung wäre außer
Es tut uns gut was dann eben ist

Warum uns Nichts umtreibt
Wenn es doch nichts ist liegt daran
Dass nichts manchmal etwas viel war

Dann erkennen das Nichts immer nur
Nichts war rückt die Dinge gerade
Es ist egal wenn nichts mehr ist

Alles Nichts zeigt sich wie es ist
Also eben nicht warum es nicht lohnt
Sich um nichts Gedanken zu machen
© jens tuengerthal 26.09.15

Freitag, 25. September 2015

Sprachlosmalen

Sprachlos waren die Bundespolizisten
Über das Bild des unbekannten Kindes
Vermutlich aus Syrien das mehr sagte

Erzählt vom erlebten Krieg und Tod
Dem Elend aus dem es kam wie dem
Glück in Deutschland zu sein

Die Liebe zur Polizi gennannten hier
Bundespolizei des Grenzschutzes
Die Hoffnung und Rettung bedeuten

Deutschland als Land der Hoffnung
Unsere Polizei geliebt von Vertriebenen
Wo sie andernorts fürchten ist schön

Kein besseres Bild von Deutschland
Konnte in der Welt gemalt werden
Der ehemals NS Staat als Hoffnunglsand

Schön daran teilzuhaben im Moment
Hoffnung geben und retten können
Steht dem Waffenexporteur gut

Es macht sprachlos wie Kinder
Ganz ohne Worte voller Gefühl
Auf den Punkt bringen was ist

Geben wir ihnen eine Sprache
Hören wir ihnen zu vielleicht
Lernen wir Glück zu würdigen
© jens tuengerthal 25.09.15

Vertriebenenbedarf

Bund und Länder haben sich geeinigt
Über den Bedarf von Vertriebenen
Der Bund zahlt eine Pauschale die
Länder und Gemeinden entlastet

Eine klare Aussage der Kanzlerin
Wir stellen uns der Aufgabe
Werden es schaffen und dabei
Miteinander als Land gewinnen

Gut wenn nicht mehr gehadert
Gefeilscht und abgegrenzt wird
Sondern gemeinsam angepackt
Um anstehende Aufgaben zu lösen

Schlecht wenn weiterhin Abschreckung
Wie Beschränkung der Vertriebenen
Politisches Mittel der Wahl ist womit
Der Status Flüchtlingsmutti relativ wird
jens tuengerthal 24.09.15

Traumnähe

Sich im Traum nahe zu sein
Um sich im Schlaf zu umarmen
Ist sehnsüchtig schöner noch
In einsamen Nächten für sich

An dich gekuschelt einschlafen
Deinen Atem leise zu hören
Während sich dein Po zart
An mein waches Becken drückt

Um die Lust wissen doch sich an der
Nähe nur freuen sie so sein lassen
Um friedlich einzuschlafen ist Traum
Genug in einsamen Nächten wohl
jens tuengerthal 25.09.15

Donnerstag, 24. September 2015

Liebesmathematik

Manches wird mehr
Auch im weniger
Als wäre mehr oder weniger
Weniger vom mehr
Tatsächlich abhängig
Als der Sehnsucht
Danach wie nacheinander
Manchmal sehne ich mich
Gern ein wenig auch
Nach nur dir
Weil du bist wie du bist
Mehr nicht ist mir schon
In Summa alles
© jens tuengerthal 24.09.15

Herbstliebend

Ich liebe den Herbst
Denke ich jedes Jahr
45 bald schon immer
Noch zärtlich liebend
Die Jahreszeiten noch
Auf der Suche nach
Dem Glück dazwischen
Als würde meine Welt
Erst in ihrem Herbstverfall
Vollendet schön werden
Machten Falten vollkommen
Lausche dem Wind der Nacht
In halb entlaubten Kronen
Auch mein Hinterkopf denk ich
Lichtet sich merklich schon
Nie war es schöner zu sein
Liefe nicht die Nase noch so
Synchron zu den Regenbächen
Es könnte ewig Herbst sein
Wenn auch der Tod mich nichts
Angeht bleibt das Sterben schöner
Als Abschied in letzter Vollendung
Ist Natur uns wunderbar ähnlich
Sein wird beschränkt schön.
jens tuengerthal 23.09.15

Zaunkönigsboxen

Die möchtegern Könige trafen sich
Orbán und Seehofer keilten gegen Merkel
Der sie moralischen Imperialismus vorhielten
Weil sie den Kontinent öffnete für Flüchtlinge

Unklar bleibt was daran imperialistisch ist
Vermutlich beider schlechtes Gewissen
Lächerlich bleiben die Krieger dennoch
Die auf Flüchtlingsrücken sich profilieren

Zäune wollen sie bauen um Europa
Als hätten die je jemanden aufgehalten
Nicht nur zum ersaufen vieler geführt
Statt endlich Fluchtwege zu bauen

Seehofer der große Versager im Land
Dessen Projekte alle scheiterten tut alles
Sich hervor zu tun sind gespannt nun
Wie Merkel ihn auflaufen lässt

Orbán ist schon lange der Ritter
Von der lächerlichen Gestalt
Über den alle angeekelt lachen
Er gesellt sich gut zu Seehofer
jens tuengerthal 23.09.15

Mittwoch, 23. September 2015

Volkstribunensturz

Martin Winterkorn ist gestürzt
Über die Abgasbetrugsaffäre
Nachdem er sich noch sicher wähnte
Fiel heute der oberste Kopf bei VW

Der Schlag ging tief nun fragt sich
Ob der alte Piëch endlich lächelt
Oder die Kapitalvernichtung verflucht
Eine mittlere Großbank hat es bereits
Jetzt an Börsenwert gekostet
Nicht einberechnet der Schaden
An Image und drohende Strafen

Fassungslos und bestürzt sei er
Gab Winterkorn zum Ausdruck
Das solche Verfehlungen bei VW
Überhaupt möglich wären
Er übernähme die volle Verantwortung
Auch wenn er sich keines Fehlverhaltens
Bewusst sei ginge er im Unternehmensinteresse

Womit er nun entweder seine
Völlige Ahnungslosigkeit offenbarte
Was ihn als Vorsitzenden erledigte
Oder langsam erkennt was ist

Es hat den obersten Kopf gekostet
Den bestbezahlten Manager den
Patriarch Piëch loswerden wollte
Sein Wille geschah nach dem Rückzug
Ruhe wird noch lange nicht einkehren
jens tuengerthal 23.09.15

Bayernliga

Die Bayern haben mal wieder gewonnen
Wäre nicht der Rede wert eigentlich
Normalität in der englischen Woche
Scheint es dem Beobachter wohl
Ging es nicht gegen Wolfsburg
Den bisher Bayernbezwinger
Hätten die Wolfsburger nicht vorher
Eine Halbzeit lang geführt
Bis Pep zur Pause den Lewi-Joker zog
Der traf fünfmal in nicht mal 9 Minuten
Danach war Wolfsburg erledigt
Bis morgen ist Bayern wieder erster
Was nicht der Rede sonst wert wäre

Nebenbei schlug noch Darmstadt
Zuhause Werder mit Glück 2:1
Der HSV Ingolstadt gerade 1:0
Hertha die Kölner gerade 2:0
Aber kaum der Rede wohl wert
Verglichen mit dieser Demonstration
Von Überlegenheit der Münchner
Auch ohne Robbery noch
© jens tuengerthal 22.09.15

Solidaritätszwang

Deutschland hat Europa endlich
Zur Solidarität gezwungen über
Die Verteilung der Flüchtlinge gegen
Xenophoben östlichen Widerstand

Dies könnte ein erster Schritt sein
Zu einer wieder solidarischen Union
Das De Maiziere es erreichte ist nicht
Ohne eine gewisse tragische Komik

Auch wenn es klar die Feder noch
Der Kanzlerin und ihrer Rede trug
Wir schaffen das gemeinsam gut

Eine andere Frage wäre ob dies
Ohne den Willen der Flüchtlinge
Zu berücksichtigen sein darf
jens tuengerthal 22.08.15

Dienstag, 22. September 2015

Essensausgeber

In der Notunterkunft einfach vorbei
Arbeit fand sich sogleich als Ablösung
An der Essensausgabe an der dann
Und wann einer vorbeikommt
Sich ein Essen holt es irgendwo
Hier draußen zu essen noch ohne
Tische oder Stühle alles improvisiert
In der Turnhalle der Notwohnung
Wurde es vom Amt gerade verboten
So flüchten sich die Flüchtlinge
Deutscher Ordnung wegen in den Hof
Noch regnet es glücklich nicht
Kinder spielen wild mit Bällen
Die Wächter spielen etwas mit
Beaufsichtigen alles nebenbei
Kleine Roma Jungens putzen hier
Mit Besen die Essensausgabe sauber
Nennen sich Zigeuner lachend
Als Spiel zwischendurch räumen sie auf
Die Halle voller Betten und Matratzen
Eine offene Wohnung der vielen hier
Ist fast verlassen viele sind unterwegs
Berlin erkunden und doch ist immer
Ein Kommen und Gehen überall
Kinder suchen lachend Kontakt
Es wird viel gelacht und gespielt
Normalität im Ausnahmezustand
© jens tuengerthal 22.09.15

Herzsex

Das Sex gut fürs Herz ist wussten wir
Wie Küssen das Immunsystem stärkt
Körperliche Bewegung einfach fit hält
Doch nun erfahren wir nicht jeder Sex

Es erhöht der Seitensprung sogar
Das Risiko eines Herzinfarkts wie
Der Gang zu Prostituierten zugleich
Ein höheres Risiko birgt angeblich

Fraglich ob wir überhaupt etwas hätten
Was den Namen Sex verdiente
Lebten wir immer bewusst und gesund
Wären wir nicht leidenschaftlich auch

Auf dem Weg zum Ziel der Erfüllung ist
Sex nach der neuesten Studie also
Besonders dann gut fürs Herz wenn
Mit mehr Herz als Leidenschaft gelebt

Dies schreibend frage ich mich warum
Überhaupt noch wer anderen Sex hat
Oder ob die emotionale Verbindung
Vergnügen unnötig kompliziert macht

Finde inzwischen Sex ohne Liebe
Einfach nur langweilig sportlich
Frage mich wozu Menschen sich
Dies mit soviel Aufwand antun

Manchmal vermutlich denken wir
Dabei nicht mehr sage ich mir
Warum manche vom Ergebnis her
Den Prozess reizvoll finden ohne

Gelingt es mir nicht das Herz einer Frau
Mit Worten zu berühren bleibt nichts
Was den mechanischen Vorgang noch
So lohnend allein für sich machte

Weniger aus Sorge um mein Herz
Welcher Tod könnte schöner sein
Als wenn der kleine ein großer wird
Mache ich Liebe lieber nur liebend

Mehr aus einem Gefühl heraus
Das Sex erst mit Vertrauen gut
Mit der Zeit am besten wird
Scheint die Studie vernünftig

Sex mit Herz also ist gut für dies
Während der abenteuerliche ohne
Selbiges interessant nur für alle ist
Die noch den Heldentod suchen

Spannend nur im Abschluss ist
Sex nur mit Herz bleibt auch öde
Zuviel Gefühl lähmt die Lust
Die nur noch zärtlich sein will

So lässt sich wohl nicht sagen
Worauf es ankommt beim Sex
Nur wie tödlich dieser ist sofern
Ohne Gefühl zumindest statistisch

Auch die Illusion viel Gefühl könne
Über langweiligen Sex hinwegtrösten
Hat wohl nur wer es nicht anders kennt
Wie oft wird es dann nur noch klebrig

Sex ist gut fürs Herz sofern mit Gefühl
Aber nicht zuviel sonst lieber weniger
Damit nicht das Gefühl die Lust erstickt
Gut wie erlaubt ist was gefällt dabei

Im übrigen sterben wir sowieso
Warum nicht früher beim Sex dann
Was könnte am Ende schöner sein
Außer für die welche es überleben

Die welche lieben werden dies also
Für diejenigen verhindern wollen
Zufällig dabei abzuleben wobei
Vielleicht sollten wir mehr gönnen

Verlassen wir nun das Feld des Sex
Der das Herz zu Höchstleistung fordert
Die manchmal mehr oder weniger gut
Uns tut was nach der Studie so bleibt
jens tuengerthal 22.09.15

Liebesnichts

Wenn nichts bleibt ist nichts
Nichts um sich aufzuregen
Nichts sich darüber zu ärgern
Nichts um nachzutrauern

Liebte einmal eine Frau
Von der ich Gutes dachte
Der ich vieles zutraute
Die ich als Frau mir träumte

Als wir schon ein viertel Jahr
Getrennt und kein Wort mehr
Gesprochen außer Nichtigkeiten
Besuchte ich sie ahnungslos

Noch die Träume in Erinnerung
Die wir nie teilten und liebevoll
Gestimmt zu der Verflossenen
Schaute ich in ihr Facebookprofil

Da sah ich dann ein Bild von ihr
Nur im leichten Bikini im Schaum
Ihre Freundin grölend im Arm
Feierte sie best Party ever dort

Club Robinson in der Türkei las ich
Wusste ich längst ohne zu lesen
Wir kannten uns ja ein halbes Jahr
Und tiefer Ekel schüttelte mich

Was hatte ich da nur gemeint
Gehofft zu lieben für ein Wesen
So fremd war mir noch keine je
Und es war ja nicht nur die eine

Hatte in ihre stete Wortlosigkeit
So viel gedeutet an Tiefgang
Dabei war es nur nichts was
Keine Worte dafür brauchte

Manchmal erwachen wir ernüchtert
Aus Träumen geschönter Erinnerung
Es bleibt von der Liebe einfach nichts
Auf der Suche nach dem Gefühl Leere

So ist die Leere des Nichts manchen
Womöglich eine Lehre mehr aber
Ist sie nur Nichts und so bleibt
Vom Nichts nichts als Vergessen

Das Schöne an der Entdeckung
Des Nichts in der Liebe ist wie sehr
Es befreit und unsere Phantasie
Uns als bleibenden Grund offenbart

So haben wir wohl nichts verloren
Wonach wir uns sehnten war bloß
Phantasie und es bleibt nichts mehr
Was wir noch vermissen wie gut

Nur den Glauben an die Liebe habe ich
Trotz des Nichts nicht verloren vielleicht
Weil es nur meine Phantasie war die blieb
Weiter lieben lässt voll zarter Hoffnung
jens tuengerthal 22.09.15

Landeszugehörig

Der Islam gehört nicht zu Deutschland
Meint der Stoiber aus dem Ruhestand
Muslime aber schon unklar ob in Bayern

Kein Aberglaube gehört als solcher
Zum säkularen Rechtsstaat nur seine
Gläubigen mit ihrem je Glauben halt

Hätte nicht der Preuße Friedrich einst
Um Kartoffeln gekämpft gehörte Bayern
Heute zu Österreicht was nicht störte

Wer sich abgrenzen muss hat meist
Ein Problem mit dem was er ist warum
Stoibers Verwirrung eher Mitleid erregt

Wenn der Gläubige aber nicht der Glaube
Zum Land gehören muss dieser also dann
Entweder ungläubig oder egal sein

Letzteres kann nur sehr begrüßt werden
Warum wir Gott endlich auch aus dem
Grundgesetz streichen sollten

Der Staat ist säkular und keine Sekte
Gehört zu ihm oder jede an die seine
Bürger glauben alles übrige ist wirr
© jens tuengerthal 21.09.15

Oktobereffe

Auf dem Oktoberfest machen sich viele
Zum Affen auch Effenberg wieder sogar
Auto fahrend pöbelnd noch danach was
Mediale und rechtliche Folgen hat
Und so sehen wir wie nötig das Land
Mehr Aufklärung und Verstand braucht
© jens tuengerthal 21.09.15

Montag, 21. September 2015

BERewig

Der BER wurde wegen Einsturzgefahr
Vom Landratsamt nun völlig gesperrt
Sicher ist nur unklar wann eröffnet wird
jens tuengerthal 21.09.15

Kulturgefahr

Unsere Kultur lebt und verändert sich
Zuwanderer werden sie prägen wie wir
Deren Leben mit verändern durch uns

Einige östlich besonders fürchten nun
Um das Abendland und ernsthaft bloße
10-15% könnten den übrigen diktieren

Dieser wilde Osten mit proportional
Weniger Hirn oder zumindest Bildung
Ist weniger abendländisch als Indien

Die neuen Kreuzritter machen ihre Sorge
Vor einer Islamisierung nie an geringerer
Christianisierung als eben in Indien fest

Das wäre gut so dächten sie logisch noch
Denn es kommt für die Werte des Grundgesetz
Auf keine Götter mehr an sie sind an sich

Dann ist es egal welchem zufälligen
Aberglauben einer anhängt da es nur
Auf die vereinbarten Werte ankommt

Gefahr für unsere Kultur stellten danach alle
Dar die unsere Werte verraten diese wären
Danach als Kuturfeinde zu betrachten

An dieser Stelle fragt sich ob es klug wäre
Große Teile Neufünflands zu Feindesland
Heute logisch zu erklären in der Realität

Klüger wäre es aber sich klar zu machen
Wer die Werte des Abendlandes verteidigt
Für die Opfer aus der ganzen Welt

Es braucht ein aktiv integratives Umfeld
Diskursive Auseinandersetzung wie Kurse
Zu den Grundwerten unserer Verfassung

Dingender noch als die Muslime die oft
Im Familienverband mit hohen Werten
Aufwuchsen brauchen es wohl Sachsen

Wir werden aktive Arbeit der Integration
Leisten müssen für die Flüchtlinge damit
Sie eine Chance haben hier anzukommen

Bei vielen Ossis haben wir es versäumt
Wer will sich da über Pegida wundern
Der Konsens zum Grundgesetz fehlt

Dies gefährdet die Werte der Gesellschaft
Wie verbreitete Mißtrauen ungebildeter
Klassen von Verschwörungsgläubigen

Flüchtlinge wie ihre Gegner brauchen nun
Gemeinsam Grundwerteunterricht der sich
Daran macht Werte schöpfend zu vermitteln

Eine Gefahr für eine Kultur ist es nicht
Wenn eine kleine Gruppe diesem oder
Jenem Aberglauben anhängt noch

Solange es einen Konsens zu Werten gibt
Mag jeder nach seiner Fasson selig werden
Seligkeit ist staatlich völlig irrelevant

Unsere Kultur ist derzeit in echter Gefahr
Nicht durch die Zuwanderer sondern eher
Durch ungebildete Eingeborene noch

Kultur heißt Bildung und Vermittlung gerade
Von Werten die diese ausmachen für die
Kommenden Generationen noch am Ort

Dies ist die Frage vor der wir stehen
Das müssen wir packen sonst kann
Deutschland wie der Osten aussterben
jens tuengerthal 21.09.15

Volkswagnis

Volkswagen hat versucht den Staat
Zu betrügen durch kriminelle Tricks
Die viele Milliarden kosten werden

Ob dies eine reale Grundlage hat
Spielt beim Börsenpoker keine Rolle
Es zählt die Einschätzung am Markt

An einem Tag wurde so mal eben
Der Gegenwert der Commerzbank
In Aktien komplett vernichtet

Eine Dummheit wer immer konkret
Dafür verantwortlich sein sollte
Wird es Winterkorn zugrerechnet

Der Aufsteiger der den Patriarchen
Beerben wollte und dann absägte
Wird dem Betrugsskandal geopfert

Naheliegend zu fragen wer nun just
Ein Interesse an dieser Demontage
Vom deutschen Topmamager hat

Winterkorn im Schatten des Piëchzorn
War kein Erbe des Ferdinand mehr
Es wird schwer ihn weiter zu halten

20% Milliarden Wertverlust wie die
Absolute Ungewissheit der Zukunft
Schädigen alle Teilhaber massiv

Das Land Niedersachsen wird ärmer
Für eine Dummheit ohne Aussichten
Die nie im Verhältnis stand dazu

Es wird bald nicht mehr so viele
Autobauer geben und der Kampf
Um die Spitze wird härter werden

Deutsche Zuverlässigkeit ist eines der
Wertvollsten Exportgüter wohl noch
Auch darum braucht es Konsequenzen

VW ist viele Konzerne in einem vereint
Sind Familien und Länder als Eigner
Stand für bodenständigen Luxus

Dienstag tritt Bayern gegen Wolfsburg
In München an gesponsert von Tochter
Audi ein internes Duell weit oben wohl

VW ist ein Stück deutscher Kulturgeschichte
Hier wurde die Marke zum Kultobjekt
Identität in einer Geschichte des Aufstiegs

Wohin führt uns der Weg der Wagen
Die naziideologisch begannen einst
Mit Porsches gutem Design im Käfer

Wie Winterkorn dies überleben will
Wann ihn der Konzern fallen lässt
Als hohes Opfer ist einzig fraglich

Kenner werden sich womöglich schon
Auf des Erben lächelndes Gesicht
Beim nächsten Trefffen freuen

Es könnte eine teure Rache werden
Eine kostspielige Dummheit ist es
Schon längst fraglich bleibt was war

Fern jeder Verschwörung würde ich
Hier einmal wetten wir werden nie
Mehr dazu erfahren als VW möchte
jens tuengerthal 21.09.15

Griechokratie

Die Griechen haben tausende von Jahren
Erfahrung mit der Demokratie wie damit
Über ihre Form sogar zu streiten

Nun hat Syriza doch ein wenig verloren
ND gewann das doppelte des Verlustes
Ändern wird sich dennoch nichts in Athen

Weil es einen Sieger braucht bekommt
Der mit den meisten Stimmen 45 Sitze
Quasi geschenkt der Ordnung halber

Nur wenig mehr als ein Drittel wollen
Tsipras weiter im Amt sehen noch
Mit geringfügig fallender Tendenz

Zu wenig für eine Revolution wohl
Zu viel nicht der Beste zu sein noch
Geht es weiter wie gewohnt nur wieder

Tsipras kündigte schon an wieder mit
Den Rechtsradikalen zu koalieren weil
Übrige Demokraten keine Partner sein

Es ist eigentlich nichts passiert außer
Dass der nette kleine Revolutionär sich
Das nackte Kinn vom Wähler streicheln ließ

Tsipras hält sich an die Regeln des Marktes
Tut was alle in seiner Situation tun würden
Beschloss es mit Demokraten regiert ohne

Geneigt dazu den linken Popanz als einen
Solchen zu offenbaren spare ich es mir
Die Griechen haben lang genug Erfahrung

Geschickt hat Tsipras die eigene Partei
Über die noch Macht wieder befriedet
Die Abspaltung fast verlustfrei überstanden

Das ist Demokratie und so funktioniert sie
Dort nun seit Jahrtausenden denke ich
Respektvoll und dennoch verwundert

Die Griechokratie geht nun weiter
Sie ist ein Ding ganz eigener Art
Äußerst links und rechts koalieren

Sie tun es der Macht wegen nur
Miteinander sonst täten sie es nie
Selbstverleugnung lohnt sich wohl

Tsipras ist kein Held noch etwa ein
Visionär er ist nur noch ein Politiker
Der seinen Job macht wie andere

Vielleicht ist das die beste Nachricht
Es geht einfach weiter wie vorher
Die Griechen wählen mit Erfahrung
jens tuengerthal 21.09.15

Sonntag, 20. September 2015

ImExGlück

Als einer der letzten gerade noch
In die wunderbaren Bilderwelten
Der Berliner ImEx eingetaucht
In nicht enden wollender Schlange
Vor der Alten Nationalgalerie
Lange glücklich ohne Regen
Noch angestanden um oben
Durch einen Rausch von Farben
Belohnt zu werden der sich
Durch alle Bereiche des Lebens
Je nach Ex oder Im ergoss

Geradezu genial die parallele
Hängung der beiden Welten von
Impressionismus und Expressionismus
Die sich neue Formen der Darstellung
Suchten neue Welten eröffneten im Blick
Auf ihre Welten innen und außen
Vieles scheint fließend im Übergang
Einzelne Künstler finden sich
Mit Bildern zwischen den Welten

Eine selten gesehen Welt von Bildern
Die sonst um die Welt verstreut oder
In privaten Sammlungen unsichtbar
Für die begeisterte Öffentlichkeit hängen

Zeichnungen auch neben Drucken
Aus der Sammlung des Kupferstichkabinetts
Bezeugten den Weg dieser Stile die
Erstmals raus in die Natur gingen
Um zu malen was sie erlebten

Dankbar dieses Glück noch in Berlin
Erlebt zu haben bevor es weiterzieht
Mit einem Lächeln auf den Lippen
Die imposanten Treppen der Berliner
Alten Nationalgalerie herab gelaufen
Kunst kann so erfüllend schön sein
Verliebt glücklich machen in den
Augenblick über den diese Ausstellung
Weit hinaus wuchs als sie großzügig
Bestückt die zwei Welten parallel hängte
Einen Rausch von Farbe und Form
Dem Besucher schenkte der erfüllt davon
Den Berg hinauf nach Hause eilte

Schön auch wieder viele Besucher
Die sich aus der Schlange schon kannten
Sich höflich zunickten und anderen gern
Platz gewährten vor den Bildern
Meist flüsternd bis auf die Kinder
Die mit ihren Ideen zu den Bildern dafür
Um so mehr Begeisterung ansteckten
© jens tuengerthal 20.09.15

Liebesfluchten

Droht Liebe fliehen wir schnell
Von ihr nicht ungefragt noch
Erwischt zu werden zu nah

Suchen wir Liebe macht diese
Es genau wie wir und bleibt
Stets flüchtig vorm Glück

Ob die Erfüllung überhaupt
Ein Glück ist oder gerade nur
Die Sehnsucht ewig zählt

Was wir haben schätzen wir
Weniger als was wir wünschen
Träumen lieber statt zu genießen

Träumen mag traumhaft sein
Ob es dauerhaft glücklicher macht
Scheint aus Erfahrung fraglich

Realistisch nehmen was ist
Es als Schönstes genießen
Macht gelassen in allem

Was aber wird aus der Liebe
Wenn wir die Leidenschaft
Gegen Realismus tauschen

Zumindest flieht dann nichts mehr
Weil alles einfach in Ordnung ist
Als wären wir schon längst tot
© jens tuengerthal 20.09.15