Dienstag, 10. März 2026

Lektürentagebuch 10.3.26

Lektürentagebuch 10.3.26

Egon Friedell schreibt diesmal in 
Seiner Kulturgeschichte der Neuzeit 
Über die erotische Décadence die im
Rokoko ganz neue Formen fand

Noch häufiger als die Wanne ist
In lasziven Bildern der Zeit die mit
Größter Unbefangenheit überall
Aufgestellt wurden ein anderes 

Requisit inszenierter Erotik die
Schaukel die damals in Mode kam 
Einige Elemente des Rokoko fein
Zum Ausdruck bringt nämlich

Das spielerische wie die dabei nur 
Vorgetäuschte Infantilität wie zugleich
Der erwachende Sinn für Freiluft mit
Der Galanterie der Mannes und der

Kokotterie der Frau und sie wirkt
Durch den kitzelenden Schwindel
Wie eine Art Aphrodisiakum wovon
Damals reger Gebrauch gemacht 

Auch mit wesentlich weniger noch
Harmlosen Stimulanzien wurde es
Oft noch ausschweifend genutzt
Alle Welt nahm damals Liebespillen 

Spanische Fliegen und ähnliche
Anregungsmittel jedoch meint Friedell
Es sei unbegreiflich wie aus solchen
Mitteln geschlossen werden könnte

Das Rokoko sei ein sehr erotisches 
Zeitalter gewesen im Gegenteil war es
Unerorisch und wollte nur auf die
Genüsse dennoch nicht verzichten

Gerade weil alles Streben dort dem
Problem der Liebe und dabei auch der
Bereicherung Intensivierung wie der
Verfeinerung ihrer Technik diente 

Mache deutlich dass ihnen dabei
Alle schöpferische Kraft abhanden
Gekommen war wenn nicht mehr
Die Sache an sich Thema war

Wurde die Methode zum Problem
Gemacht was immer den Anfang
Der Décadence kennzeichnet wofür
Friedell zahlreiche Beispiele bringt

Andererseits entwickelte der dann
Niedergang eine Feinheit die nur 
Ihr eigen ist und sie ausmacht stellt
Der Wahlwiener dann doch fest

Denke an Huysmans Gegen den 
Strich in dem ich gestern noch las
Über das ich als nächstes noch mit
Großer Lust schreiben werde

So hätte das Rokoko darum als
Epoche des Niedergangs keine
Erotischen Genies hervorgebracht
Aber immerhin erotische Artisten

Halte diese dialektische These von
Friedell schlicht gesagt für völligen
Unsinn keine Epoche seit sich die
Christliche Sekte ausbreitete war

So erotisch und freizügig auch
In den moralischen Grundlagen
Die eine Philosophie der Lust zur
Kunst des Lebens so machte

Es war die Epoche eines äußerst 
Verfeinerten Genusses der sich
In der Lust gern freizügig zeigte wie
Seit der Antike schon nicht mehr

Rokoko und Erotik sind darum in
Ganz vieler Hinsicht Synonyme 
Als Ausfluss des feinen Stils was 
Dem Namen Ende nicht widerspricht

Im Gegenteil heißt doch auch im da
Dominanten französisch noch der
Höhepunkt petit mort der kleine Tod 
Was zeigt warum es der Gipfel war 

Verständlich allerdings ist es für
Einen Österreicher die in dieser
Lasziven Epoche die christliche
Prüderie Maria Theresias ertrugen 

Doch ist dieser Blick auf die dann
Eher asexuelle Witwe die vorher
Ihr Gatte im Stil der Zeit eben ständig
Betrog was sie so bigott dafür machte

Sicher nicht repräsentativ für eine 
Epoche aber vielleicht kommen dem
Autor solche Ideen im Kaffeehaus
Wie der Bibliothek in Wien eher

Als große Artisten der Erotik stellt
Friedell dann Casanova und die
Pompadour vor ohne weitere tiefe 
Begründung aus deren Wirken

Für Casanova führt er nur an dass 
Dieser noch mit über neunzig täglich
Einen Stapel Liebesbriefe erhielt da 
Schon jammernder Bibliothekar in 

Schloss Dux der sich in seinen dort 
Geschriebenen Erinnerungen über
Dieses unwürdige Personal stets
Beschwert dafür kommt die eine 

Anekdote über seine einzige echte
Niederlage bei Madame Cramer in
Schloss Tournay erzählt wie von dem
Echten Duell zweier Damen um ihn

Schon diese Behauptung zeigt dass 
Friedell offensichtlich keine tiefere
Kenntnis von Casanovas Werk hat
Indem es zahlreiche Niederlagen gibt

Auch der Marschall Richelieu der
Hier gestern auch gelesen wurde
Wie gleich passend noch ein wenig
Wird von Friedell dabei erwähnt

All das ist etwas dünn und wird hier
Weder Casanova der in Lyon zum
Bruder des Grand Orient wurde wie
In Paris die Lotterie erfand nie

Gerecht und ignoriert wie sehr die
Erinnerungen von Casanova doch 
Vom Geist der Aufklärung getragen
Was immer wieder spürbar auch ist

Doch auch der Pompadour die sich
Als aufgeklärte Retterin von Diderots 
Enzyklopädie einen Namen machte 
Wird erotische Artistin nicht gerecht

Was vielversprechend immerhin
Mit der Schaukel begann die auch 
Erotisch große Bedeutung hatte 
Verpufft diesmal in Nichtigkeiten 

Schade in Anbetracht des großen 
Wissens sonst von Friedell der auch
Ein großer Erotomane war einzig die
Sorge vor Zensur rechtfertigte es

Da dieser Teil jedoch erst 1927 auf
Den Buchmarkt kam ist es keine
Taugliche Entschuldigung für den 
Mangel in Erotik und Aufklärung mehr


Gehe darum direkt über wieder
Zum Marschall Richelieu um sich
Vom Gegenteil überzeugen zu
Lassen beim sinnlichen Thema

Dieser durfte bis elf schlafen was 
In Anbetracht der doppelten erst 
Nächtlichen Abenteuer doch völlig
Angemessen noch erscheint

Längst schon war zum Frühstück
Geläutet worden als er endlich
Erschien belagert von den 
Versammelten Frauen die seine 

Geschichte der Nacht hören wollten
Unter ihnen auch die Herzogin aber
Er war ja an sein Versprechen nichts
Zu verraten gebunden und hielt es

Stattdessen erfand er eine Geschichte
Über seine Erlebnisse dort wohin ihr
Streich den ich gerade nicht erinnere 
Ihn gegen seinen Willen trieb 

Erzählt wie er auf der Bank schlief
Wie von seinen wilden sinnlichen 
Träumen dort und sah dabei seine 
Natürlich errötende Herzogin an

Was ihnen beiden offensichtlich
Merkte keiner im Umfeld noch
Doch bemühte sie sich sogleich
Jeden Verdacht abzuwiegeln

Sie tat dies voll echter Sorge um 
Seinen Fuß die sie nicht spielen
Musste sondern dem Instinkt der
Liebe dabei überzeugend folgte 

Für die nächste Nacht sagte sie ihm
Leider ab außer er könne sich den 
Schlüssel bei ihrer Jungfer holen
Worauf er erschöpft verzichtete 

Das Spiel mit der Lust gegenüber
Der Gruppe der ahnungslosen Frauen
Von denen nur die eine mehr weiß
Ist eine feine Form der Erotik

Sie dehnt die sinnliche Zweisamkeit
Noch weiter aus bezieht damit alle
Zuhörerinnen ein und spielt mit der
Sinnlichkeit dabei mit Leichtigkeit

Es ist eine lachende Atmosphäre
Zwischen echter Lust die sich wagte
Einander alles zu geben wenn auch
Als Nötigung eigentlich begonnen 

Mit deren Erinnerungen er sie 
Damit reizend spielt und dem
Offenen Spiel mit der Lust aller
Die er so auch erotisch bindet 

Das ist doppelt genial konstruiert 
Weil es die Geliebte provoziert wie
Sich flirtend zugleich mit allen dabei 
Zu erotischen Themen amüsiert 

Der Marschall Richelieu wusste
Genau was er tat auch als er noch
Jung und relativ unschuldig war sich 
Sogar für verliebt dabei noch hielt 

Mit der Geliebten unbemerkt in einer
Gruppe von Frauen zu flirten wie
Mit all ihren Freundinnen zugleich
Ohne dass sie es hindern könnte

Das ist wirklich schon eine Form
Der artistischen Liebeskunst weil 
Der doppelte Boden seinen ganz
Besonderen Reiz dabei entfaltet

Erinnere mich daran wie ich noch
Ende der 80er Jahre eine Freundin
Hatte die auf einem Heidelberger
Mädchengymnasium Abitur machte

Eine ihrer Freundinnen war mit dem
Besten Freund von mir von uns
Verkuppelt worden aber jene Dame
War nur eine Freundin von ihr

Diese wirkte sehr cool und war auch
Zwei Jahre älter als ich aber hatte
Sexuell noch keine Erfahrung als 
Unser kleiner Flirt begann 

Wenn wir uns in der Gruppe trafen
War ich offiziell der Freund der einen
Aber insgeheim der Geliebte der
Anderen was schon aufregend war

Irgendwann nach dem Sommer
In dem ich mit meinem Vater durch
Kanada fuhr also wochenlang nicht
Da war erledigte sich das alles

Aber die Erinnerung auch an die
Vertrauten Gespräche noch in 
Größerer Runde mit doppelter
Bedeutung waren sehr intensiv


An die Amouren des Marschalls
Richelieu anschließend und auch
Passend zu Friedell kommt nun
Ein Kapitel aus den Erinnerungen

Des Venezianers Casanova das
Die griechische Sklavin heißt und
Ganz unaufgeregt mit der Pflege
Der sterbenden Großmutter beginnt 

Briefe der Mutter die darauf nach 
Einigen Wochen aus Warschau bei
Der Familie eintrafen verfügten die
Auflösung ihres Haushaltes dort

Mangels Erbe von der Großmutter
Sollten er und seine Geschwister
Zu einem Abbé ziehen den sie
Ihnen nannte und der sie aufnahm

Eine Woche später kam noch ein
Brief demgemäß Giacomo selbst
Mit zu einem Bischof ziehen sollte
Der gerade sein Bistum erhielt

Wohl auch dank ihres Einflusses 
Bei der Königin die wiederum den 
Papst zu dieser Verleihung brachte
Er solle den geistlichen Weg nun

Einschlagen das wäre eine sichere 
Zukunft der Bischof reise über 
Venedig da würden sie dann alles
Weitere noch miteinander regeln

Der Bischof kam sie besprachen sich
Dann wurden die Anweisungen für die
Reise schon seltsam aber Casanova
Folgte ihnen ganz genau

Zuerst fuhr er mit dem Schiff nach
Ancona wo er dann 28 Tage in 
Quarantäne musste weil auf einem
Schiff in Venedig die Pest ausbrach

Dort langweilte sich der junge Mann
Spazierte zuerst im Hof bis ihm ein
Aufseher auch dieses Vergnügen 
Noch verbaute und saß danach

Gelangweilt auf dem Balkon als er
Eine wunderschöne großgewachsene 
Griechische Sklavin eines älteren
Türken im Hof erblickte

Er beobachtete sie und freute sich
An ihrem Anblick wann immer es
Sich so ergab doch sie die las
Wenn sie nicht arbeiten musste

Verschwand nach kurzem Blick
Immer schnell wieder wenn sie sich
Beobachtet sah worauf er gleich
Überlegt wie er ihr schreiben könne

Dies macht er zuerst mit einem
Leeren Brief und dann einem der
Sie unter Komplimenten bat des
Nachts unter seinen Balkon zu

Kommen zumindest reden zu können
Sie erscheint tatsächlich und beide
Gestehen sich ihre Liebe und halten 
Durch ein kleines Loch im Balkon

Zumindest ein erstes mal Händchen
Er erfährt dass sie Christin sei und
Er sie kaufen könnte weil ihr alter 
Türke sie gerne verkaufen wolle

Nach langem hin und her wie 
Wühlend kratzenden Versuchen 
Der Annäherung schlug sie vor
Diamanten zu besorgen mit denen 

Er sie freikaufen könnte was er
Aber feige aus moralischen Gründen
Ablehnt als sei nicht die Freiheit einer
Sklavin wertvoller als jeder Besitz

Besser hätte er seinen Zeitgenossen
Diderot dazu gelesen dann wäre er
Nicht vor Eigentum zurückgeschreckt
Der heiligen Kuh der Gesellschaft

Dringend sollte diese geschlachtet
Werden um endlich wieder die nötigen
Prioritäten richtig zu setzen dafür den
Reichtum der Welt umzuverteilen

Genug für alle wäre schon lange da
Keiner braucht solche Schätze je
Eigentum ist Diebstahl wie schon 
Proudhon uns lehrte aber hier

Blieb der angehende Pfaffe feige
Am nächsten Tag endet auch seine 
Quarantäne und er begibt sich nach
Rom und von da über Neapel nach

Sizilien wo er nach mühsamer 
Reise davon am Ende im Wagen
Seinen Bischof findet doch die
Verhältnisse dort sind ärmlich

Eine Messe hört er sich noch an
Betrachtet das elende hässliche
Publikum dann beschließt er dass 
Er ganz dringend weg müsse

Der Bischof der Schulden hat bleibt
Ein Jahr später ist er schon tot dafür 
Bleibt Casanova beim Bischof in 
Palermo für dessen Sohn der auch 

Ein Dichter wäre als Unterhaltung
Zumindest erstmal mit Quartier
So kommt es anders als gedacht
Aber immer auch mit Liebe dabei

Nun zum Abschluss noch wie schon 
Angekündigt zu Joris-Karl Huysmans 
Gegen den Strich jenem Meisterwerk 
Der Dekadenz in dem sich der vom 

Lärm und Treiben der Gesellschaft
Völlig ermüdete Jean Floressas des
Esseintes von der Gesellschaft in
Seine Bibliothek zurückzieht

Dort mit vielen heiligen Büchern
Aber auch ein wenig zeitgenössischer
Literatur der Band erschien 1887 wie
Personal zurückgezogen lebt 

In dem gestern gelesenen Kapitel
Hat er gerade ein teures Medikament
Aus Paris kommen lassen fühlte sich
Ein wenig erholt und begann seine

Bibliothek der Zeitgenossen zu 
Sortieren doch schon ganz bald
Ist der junge Adelige der den Autor
Robert de Montesquieu beschreibt

Schon völlig erschöpft legt sich
Auf seinen Diwan und gibt dem
Diener Anweisungen weiter seine
Bibliothek der Gegenwart zu sortieren

Es ist völlig dekadent und von sich
Erschöpft hat keinerlei Perspektive
Aber geht stilvoll zugrunde und lässt
Darum die Bibliothek noch sortieren

Das ist mit feiner Genialität die alle
Details des spleenigen Dandy aus
Uralter edler Familie beschreibt ein
Besonders feines Lesevergnügen 

jens tuengerthal 10.3.26


Liebesglück

Liebesglück

Liebesglück wäre
Bloßer Zufall unklar ob
Frau das genügte

jens tuengerthal 10.3.26

Zufriedenheit

Zufriedenheit

Zufriedenheit ist
Kunst der Bescheidenheit die
Länger glücklich macht

jens tuengerthal 10.3.26

Teetemperatur

Teetemperatur

Tee soll noch heiß sein
Damit er abkühlen kann
Wird Zeit gewonnen 

jens tuengerthal 10.3.26

Außer Konkurrenz

Außer Konkurrenz

Bin nur zu Besuch hier
Habe mit all der Gier
Wie dem Hass auf andere
Einfach nichts zu tun
Lebe quasi außer Konkurrenz
Gehöre zu keiner Partei mehr
Mache mir die Welt einfach
Wie sie mir für mich gefällt
Nehme an keinem Wettkampf
Noch an sonst Kämpfen teil
Sondern bleibe immer nur
Vorübergehend da als quasi
Flaneur des Lebens den das
Alles wenig tangiert der sich
Dafür ganz viel Zeit nimmt
Will und muss ja nichts
Dabei gewinnen noch will ich
Egal wen je schlagen und
Bleibe im Leben einfach
Außer Konkurrenz um
Zu genießen was bleibt
Als Flaneur des Lebens
Den nur die Liebe noch 
Wenn überhaupt bewegt 

jens tuengerthal 10.3.26

Einmalig

Einmalig

Verflucht nochmal
Wir leben nur einmal
Haben nur einmalig
Die Chance glücklich
Zu genießen was ist
Jede andere Behauptung
Ist lächerlicher Aberglaube
Gegen die Natur die sich
Allein aus sich beweist 
Nichts über sich braucht
Weil sie ist was sie ist
Vergesst alles andere
Keiner braucht Götter 
Liebe ist nur menschlich
Die Lust Teil unserer Natur
Frauen sind dabei potenter
Wie vielfältig begabter als
Männer die künftig besser
Keine Politik mehr machen
Das genügt verflucht nochmal
Vollkommen um glücklich
Ein Leben mit der Natur 
Voll Liebe und Rücksicht
Zu führen und nichts mehr
Neu wollen sondern lieber
Unser möglichst spurloses
Verschwinden zum Ziel am 
Ende des Lebens zu machen
Bis dahin können wir noch
Lustvoll genießen was bleibt
Ohne irgendwohin zu müssen
Weniger ist und bleibt mehr
Machen wir uns die Welt
Wieder klein sauber einfach 
Kommen wir mit weniger aus 
Machen Schrumpfen zum Gewinn
Können wir was einmalig schön
Gleich doppelt glücklich genießen
Weil mit weniger mehr bleibt

jens tuengerthal 10.2.26

Kriegschance

Kriegschance

Der Krieg gegen den Iran mit
Folgendem Ölpreise Lotto hat
Jedem gezeigt wohin uns die
Abhängigkeit vom Öl führt 
Warum dies die Chance ist
Diesen völligen Wahnsinn mit
Sauberer Energie zu überwinden 
Wind Sonne Wasser Luft stehen
Zur freien Verfügung und bergen
Keinerlei Risiko bei der Nutzung
Der Elektromotor ist vielfach noch 
Effektiver als jeder Verbrenner
Auf den nur eine mörderische
Industrie weiterhin setzt die
Unsere gemeinsame Welt so
Weiter zerstört weil wir es
Gegen alle Vernunft zulassen
Diese Industrie sollte nun für
Alle Schäden des Klimawandels
Haften was uns sehr schnell
Von dieser Branche ohne Zukunft
Auf Dauer und effektiv befreit
Nutzen wir die großartige Chance
Aus dem toten Pferd MAGA wird
MEGA make everything Green again
Konzentration statt Wachstum und
Nur alternative Energien boomen
Luft komprimiert wird der Speicher
Wir haben unendlich viel Energie
Kein Mensch braucht noch Öl wie
Wunderbar dies zu bemerken

jens tuengerthal 10.2.26

Montag, 9. März 2026

Lektürentagebuch 9.3.26

Lektürentagebuch 9.3.26

Über den Esprit in der französischen
Kultur schreibt mit diesem wieder der
Gute Egon Friedell in seiner so feinen
Kulturgeschichte der Neuzeit weiter

Dieser sei im 18. Jahrhundert geboren
Aber dieser Champagnergeist der
Schaum und Wein zugleich ist wie die
Sucht nach ständiger Erregung lässt

Andere Teile des Geistes verdorren 
Wie Monumentalität und Würde oder
Ernst und Tiefe diese werden dann
Hochmütig des Witz wegen gemieden

Der Glanz des scheidenden Barock
Sei Phosphoreszenz der Verwesung
Es wird nicht mehr in Systemen und
Schwer logischen Schlüssen gedacht

Sondern in gedrängter eher pikanter
Polemik in facettenreichen Bonmots
Kurzweiligen Satiren eher gepfefferten
Pamphleten scharfen Aphorismen 

Auch in poésie fugitives was kleine
Oft satirische Gedichte waren mit gern
Frivol ironischem Inhalt noch die im
Geselligen Kreis spontan entstanden

Leider schreibt Friedell über diese
Luftige Lyrik wenig doch gibt es ja
Andere auch virtuelle Quellen die das
Spannende Thema weiter vertiefen

Der frühe Voltaire ist der bekannteste
Vertreter dieser Gattung über die uns 
Friedell leider nicht mehr erzählt ihr
Geist war epikureisch als Carpe Diem

Nach Diderots Definition ist es die
Poesie die sich der Kontrolle des 
Autors entzieht und darüber hinaus
Weiter noch zirkuliert und sich wandelt

Diese namentlich leichte Poesie war
Viel langlebiger als gedacht weil sie
Im sozialen Zusammenhang dann als
Redensart weiter verwendet wurde

Mit gleich zwei Beteiligten aus den 
Bösen Philosophen von Philipp Blom 
War es mir eine Erwähnung doch wert
Um Brücken zur Aufklärung zu bauen

All diese Teilnehmer der Tafelrunde
Von Baron Holbach stehen auch für 
Den philosophischen Esprit der sich 
In den Salons von Paris entwickelte 

Es gab schreibt Friedell nun wieder
Lyrisch epigramatische Niaiserien 
Also Nichtigkeiten die nur noch den
Dünnschliff eines Ideengangs geben 

So würden Dialog Roman Novelle
Zum Gefäß der Philosophie selbst 
Der tiefgründige Montesquieu zieht
Durch seine Lettre Persanes noch

Das bunte Band einer lüsternen 
Haremsgeschichte die jedermann
Verstehen soll auch Halbgebildete
In den Salons und die Damen auch

Dieser Geist zeige sich auch in den 
Porträts so ließen sich Gelehrter nicht
Länger mit Buch und Brille abbilden 
Sondern eher nach ihrer Natur

Dafür als lächelnde nonchalante
Weltleute nichts durfte mehr an 
Die Produktion der Bilder erinnern 
Sie wurden leichte geschmackvolle

Galanterieartikel als eine der vielen
Überflüssigkeiten des luxuriösen wie
Genießerischen Lebens während die 
Gärten sich nun allen öffneten

Wobei jeder Adel gehobene Bürger
Mann und Frau Geistliche wie Laien
Meinte das Volk hatte noch keinen
Zutritt weil seine Existenz noch nicht

Bemerkt wurde was später erst kam
Eine eher gewagte These ist wo sie
Mit den Schriften Diderots verglichen 
Wie auch Friedells Schlussfolgerung

Das Volk würde es zur Waffe machen
Die zur Bedrohung eingesetzt wurde
Wie schließlich auch als Brennstoff
Um die Welt in Flammen zu setzen

Um das Leben in einem ständigen
Genuss zu verwandeln so würde sich
Nur zur Sicherheit auf Erden schon 
Das Paradies bereitet wie es dazu

Madame de la Verrue bemerkte die
Als Kind zur erzwungenen Geliebten
Am Hof von Savoyen wurde später
Von dort floh um in Paris einen der

Bekanntesten Salons zu führen wie
Sich eine große Sammlung an Kunst
Zuzulegen sie trug den Spitznamen 
Madame de la Volupte für Lebenslust

Spannend ist immer wohin mich führt
Was Friedell nicht weiter erläutert 
Das Weiterlesen ist eine stete Freude
Weil es neue Brücken in die Zeit baut

Die Menschen wollten sich in diesem
Paradies delektieren ohne dafür die
Kosten zu bezahlen die Früchte
Des Reichtums genießen ohne die

Strapazen der Arbeit eine soziale
Machtstellung ohne alle Pflichten
Die Freuden der Liebe ohne ihre
Schmerzen nimmt von ihr nur die

Süße luftige Creme so seien sie
Immer amourös aber nie ernstlich
Verliebt so nehmen sie einander
Ohne sich dabei zu lieben wie es

Bei Crébillon Fils heißt dem Autor
Und Sohn des damals bekannten 
Dramatikers verließ sich auch ohne
Einander dafür gleich zu hassen

Liebe und Hass seien Leidenschaften
Diese seien unbequem wie Zeichen
Von mangelndem Esprit so wollen sie
Die Liebe ohne Umstände genießen 

Wie ein pikantes Bonbon soll sie sein
Das rasch auf der Zunge zergeht nur
Um durch ein anderes ersetzt zu 
Werden von anderem Geschmack

Die Erotik wird ein graziöses
Gesellschaftsspiel das die Liebe nur
Amüsant nach bestimmten Regeln
Nachahmt eine Art Liebhabertheater

Eine abgekartete Komödie in der alles
Vorausbestimmt war wie Verteilung 
Der Fächer welche die Dame zur
Kapriziösen Gebieterin machte

Der Herr hat dabei die Rolle des 
Ritterlichen Anbeters es geht dabei
In der immer gleichen Reihenfolge
Auf Werbung Zögern Erhörung Glück 

Folgen Überdruss und Trennung eine
Durch lange Tradition mit Kunst dabei
Geschaffenes Szenarium worin alles
Seinen konventionellen Platz hat 

Alles ist erlaubt nur keine Szenen weil
Dem Partner ernste Erschütterung zu
Bereiten bewiese einen Mangel an 
Takt und Erziehung was keiner riskiert

Auch Eifersucht durfte nur einen ganz
Spielerischen Charakter haben so
Sagte schon Goldoni die Eifersucht
Sei eine ordinäre veraltete Passion 

Der venezianische Komödiendichter
Wird das Thema gekannt haben auch
Wenn verwundert dass er meinte als
Italiener davon völlig frei zu sein

Diese Größe und Großzügigkeit ist
Südlich der Alpen noch seltener wie
Ohnehin weltweit lächerlich verbreitet
Als sei sie nicht kindische Krankheit 

Diese Treibhausliebe gedeiht nur in 
Der schwülen Atmosphäre der steten
Illegitimität alles was an Familienleben
Erinnert gilt als schlicht stillos

Schwangerschaft machte unfehlbar
Lächerlich wurde daher möglichst
Vermieden und verborgen während
Liebe in der Ehe als absurd galt

In der guten Gesellschaft titulierten
Sich Paare in Gesellschaft auch noch
Als Monsieur und Madame so galt die 
Eheliche Treue als völlig unpassend

Höchstens viereckige Ehen bei denen
Die Paare changierten galten noch als
Tolerabel wie Frauen ohne Liebhaber 
Nicht als besonders tugendhaft galten

Sondern als bloß noch reizlos dafür
Der Ehemann ohne Mätressen als
Impotent oder ruiniert im Gegenteil
Gehörte es zum guten Ton für eine

Dame von Welt unerlaubtes Glück
Genossen zu haben warum sie die
Spuren ihrer Liebesnächte auch gern
Öffentlich zur Schau trug wie etwa

Schwarze Ringe unter den Augen
Die geschminkt wurden oder einen 
Angespannten Gesichtsausdruck
Anzunehmen um im Bett zu bleiben

Der Gatte hat dabei die Aufgabe mit
Verstand und Anstand über der
Situation zu stehen dies möglichst
Noch mit Witz zu tun war ein Gewinn

So lebte Voltaire bekanntlich ein
Halbes Menschenleben lang mit
Der Marquise du Chatelet auf deren
Schloss Cirey in Lothringen

Aber niemals hören wir von einer
Verstimmung der Marquise und seine
Toleranz ging noch weiter als Emilie
Ihn eines Tages betrog mit dem noch

Jungen Schriftsteller Saint-Lambert
Dennoch blieb Voltaire an ihrer Seite
Wurde dem jungen Autor zu einem
Väterlichen Freund noch dazu 

Das Verhältnis blieb jedoch nicht
Folgenlos vielmehr entstand nun
Eine charmante Rokokofarce die
Später Maupassant zum Sujet

Einer seiner besten Novellen noch
Machte und Voltaire erklärte dazu 
Er werde das Kind einreihen in die 
Gemischten Werke von Madame

Darauf wurde sogleich noch Herr
Du Chatelet nach Cirey geladen 
Der einige angenehme Tage hatte
Sie war äußerst liebenswürdig

Kurz nach seiner Abreise konnte 
Er seinen Gästen mitteilen selbst
Ein Kind zu erwarten wobei sich
Vermutlich alle Beteiligten noch

Gegenseitig eine Komödie vorspielten
Solche Vaudevilles des Lebens waren
Damals alltäglich worauf die auch die
Bemerkung aus einem Lustspiel 

Hindeutet in welcher der Gatte der
Seine Gattin in flagranti erwischte nur
Meinte wie unvorsichtig Madame
Bedenken sie es wäre ein anderer

Als er den es natürlich nicht weiter
Zu stören hatte als guter gelassener
Gatte so etwas höflich ignorierte denn 
Jede Frau musste mindestens einen

Liebhaber haben um nicht ohne als 
Gesellschaftlich kompromittiert zu
Gelten was in Italien teilweise sogar
In die Eheverträge noch kam

So berichtet Lady Montague in ihren 
Briefen aus Wien es sei dort eine
Schwere Beleidigung eine Dame ohne
Beide Männer zum Diner zu laden 

Also ihren Ehemann und ihren ganz
Offiziellen Liebhaber wobei sie noch
Darüber staunt weil diese Sitten nicht
Bis nach England gekommen wären

Was wohl meine Geliebte und ihr
Gatte darüber denken wüssten sie 
So bescheid wie es im Rokoko in
Wien noch völlig normal war

Die frühere Vorherrschaft auch des 
Bürgerlichen Elements in England
Verhinderte ein echtes Rokoko dort 
Während der Kontinent schwelgte

Ob dies leicht asexuelle dagegen
Dem englischen Wesen entsprach 
Sei hier nicht weiter vertieft aber
Manch sexuelles ist kulturell

So hieß der erklärte Liebhaber in 
Frankreich petit maitre dagegen
Nannten die Italiener ihn einen 
Cavaliere servente was dort auch

Häufig ein Abbé war der dann seine
Herrin wie einen Schatten begleitete
Auf allen Visiten und Promenaden ins 
Theater in die Kirche und zum Ball 

Er saß neben ihr im Wagen und
Schritt neben ihrer Sänfte betreute
Ihre Hündchen den gefährlichsten
Nebenbuhler im Herz der Dame

Am Morgen weckte er sie und zog 
Die Jalousien auf und brachte ihr
Die Schokolade später assistierte
Er sachkundig bei ihrer Toilette

Die Besucher wurden von ihm
An ihr Bett geleitet so empfingen 
Die Damen mit Vorliebe im Bett 
Oder sogar in der Badewanne

Dabei vermutet Friedell sogar in 
Anbetracht der Abneigung gegen
Alle Bäder in dieser Zeit dass sich
Darin nicht mal Wasser befand

Es war eine besondere erotische 
Demonstration nackter Körper die
So einen noch zulässigen Rahmen
Als sinnliche Spielerei noch erhielt


Passend dazu lese ich im Anschluss
Aus der geliebten Anderen Bibliothek 
In Die Amouren des Marschall von
Richelieu den Band Nummer 72

Hier wird von der Herzogin berichtet
Die er gegen ihren Willen nimmt 
Der er zunächst den Mund zuhält
Wie den Arm fest sie am Klingeln 

Noch zu hindern und nach langem 
Widerstände wie diversen Flüchen
Gab sie schließlich nach was wir
Eine sexuelle Nötigung heute nennen 

Hier heißt es nur Amor wurde Sieger
Und seine Schwüre taten noch mehr 
Wirkung als sie es je getan hätten 
Es wurde eine köstliche Nacht

Noch dreißig Jahre danach bereitet
Ihm das Andenken daran Freude
So sei eine verirrte tugendhaften Frau
Weit süßer als jedes Frauenzimmer

Die Herzogin überließ sich nun mit
Noch weniger Zurückhaltung ganz
Ihren Empfindungen ihm gegenüber
Die sie so lange noch besiegt hatte

Er liebte sie in dem Moment wirklich
So wahrhaftig dass sie ihn dabei
Noch für aufrichtig hielt und gab sich 
Schließlich seufzend ganz hin

Sie schmeckte wie er zum ersten
Mal die Süßigkeit die eine große
Befriedigte Leidenschaft gewâhrt
So verstrichen ganze vier Stunden

Bis sie dazu kamen sich zu sagen
Dass sie einander liebten endlich
Dachten sie über ihre Lage nach
Da kamen Furcht und Tränen

Sie hielt sich für verloren gleich
Auch er wusste nicht wie er sich
Aus der Sache ziehen sollte da
Überlegte er aus dem Fenster 

Zu springen doch dies wagte
Er im Zustand der Natur nicht
Die verlegene Herzogin sorgte
Sich dabei um ihren guten Namen

Dann sorgt sie sich um ihn und
Das er sich verletzen könnte 
Worauf sie unter Tränen bereut
Aber er beruhigte sie in allem 

So verbrannte die Liebe alle Furcht
Sie gaben sich nochmal einander
Voller Lust hin dann klingelte sie
Doch vernünftig nach ihrem Mädchen

Bis diese kam schwören sie sich
Noch mit nicht endenden Küssen 
Ewige Treue was damals wirklich
Sein Vorsatz gewesen war

Die Herzogin erklärte darauf ihrer
Kammerjungfer sie bräuchte weil
Sie Leibschmerzen hätte dringend
Ein warmes Bad dass sollte sie nun

Geschwind holen und bitte die Tür
Offen lassen um ungestört herein 
Kommen zu können und ihr hinter
Dem Vorhang versteckter Geliebter

Applaudierte ihr innerlich bei diesen 
Klugen Worten die wieder bewiesen
Lust und Liebe erfinden doch die
Besten Lügen zu jeder Zeit noch

Während seiner nackten Flucht
Von seiner Herzogin hörte er im
Flur ein Geräusch und wirklich
Kam nun ein Diener an der seine

Rauchpause bevor sein Herr erwacht
Mit einer Tobakspfeife genoss und
Den Ich-Erzähler zur Flucht in eine
Kammer zwingt die voller Holz

Natürlich holt er sich dort nun einen
Splitter in den Fuß und das Holz 
Drückt schmerzhaft gegen seinen 
Nackten Körper es wird ein Grauen

Nach dem allerschönsten Sex nun
Die unangenehmste Stunde seines
Ganzen Lebens heilige Dialektik 
Dachte ich lesend was muss der

Sex davor wunderbar gewesen sein
Dies unendliche Leiden zu begründen 
Er hält es ewig aus gefühlt aber bricht
Irgendwann unter Schmerzen auf

Lieber erwischt werden als das noch
Einen Moment länger ertragen dachte
Er und wurde nicht erwischt sondern
Ging friedlich am Morgen zu Bett


In Fortsetzung der großen Zeit der
Aufklärung nun ein Kapitel aus dem
Candide von Voltaire gelesen in dem
Erzählt wird wie Candide den 

Bulgaren entkam und was aus ihm wurde nichts sei so schön glänzend
Beweglich geordnet wie die beiden
Heere mit einer Harmonie die es 

Niemals zuvor in der Hölle gab
Zunächst warfen die Kanonen 
Etwa 6000 Mann auf jeder Seite
Nieder der die Musketen folgten

Worauf die beste aller Welten von
Etwa neun bis zehntausend Schurken
Befreite die ihre Oberfläche zuvor
Noch verpestet hatten

Das Bajonett tötete noch einige
Tausend so mochte sich alles auf
Etwa 30.000 Opfer belaufen während
Candide wie ein Philosoph zitterte

Versteckte er sich lieber weiter so
Gut er konnte während dieser
Heroischen Schlachterei indessen
Die beiden Könige noch jeder

In seinem Lager ein te deum singen 
Ließen entschloss Candide sich lieber
An einem anderen Ort über Ursache 
Und Wirkung weiter nachzudenken

So stieg er über ganze Haufen vom
Toten und Sterbenden und erreichte
So das nächste Dorf das die Bulgaren 
Nach dem Völkerrecht anzündeten

Hier sahen von Stichen bedeckte 
Greise ihre gewürgten Frauen mit
Kindern an blutenden Brüsten noch
Vor sich hin sterben während junge

Mädchen die gerade noch die ganz
Natürlichen Bedürfnisse einiger 
Helden befriedigen durften ihre
Letzten Seufzer unerhört ausstießen

Andere halb verbrannt bettelten um
Den Gnadenstoß Hirnmassen lagen
Neben abgeschnittenen Armen und
Beinen während Candide floh 

Nach diesem abarischen Dorf kam er
In ein bulgarisches das die abarischen
Helden genauso behandelt hatten
Immer über noch zuckenden Glieder

Endlich gelangte er noch viele
Ruinenfelder durchschreitend 
Außerhalb des Kriegstheaters
Mit etwas Vorrat im Rucksack

Er dachte ununterbrochen an 
Kunigunde während er weiter
Lief bis ihm in Holland endlich
Die Vorräte ausgingen aber

Er war guten Mutes weil er hörte 
Dies sei ein reiches christliches Land
Wie sie ihn vorher auch bei sich
Gut behandelten bevor er sich

In Kunigunde verliebte und sie ihn 
Aus der Heimat verjagten so bat er
Würdige Personen um Almosen die
Ihm versprachen wenn er damit

Weiter mache käme er bald in eine
Besserungsanstalt darauf sprach
Er einen an der gerade über eine
Stunde über Barmherzigkeit predigte

Als dieser ihn fragte was er hier wolle 
Ob ihn eine gute Sache hergeführt
Meinte Candide es gäbe keine 
Wirkung ohne Ursache alles sei 

Notwendig und verknüpft wie damit
Aufs beste eingerichtet so war es
Notwendig dass er aus Kunigundes
Nähe verjagt wurde er danach noch

Spießruten lief wie es jetzt notwendig
Sei um Brot zu bitten bis er welches
Erwerbe es könne nicht anders sein
Worauf der andere ihn fragt ob er

Glaube dass der Papst der Antichrist
Sei wovon Candide meint noch nichts
Gehört zu haben aber egal wie habe
Er kein Brot worauf der andere meint

Er verdiene keines zu essen und
Solle sich fort machen als Schurke
Wenn ihm sein Leben lieb sei die
Frau des Redners schaute aus 

Dem Fenster sah einen Mann
Der zweifelte dass der Papst
Der Antichrist sei und schüttete
Ihm einen vollen Nachttopf

Aus dem Fenster aufs Haupt zu
Welchen Taten verführt religiöser
Eifer nur die Damen steht als 
Aufruf hier dazwischen noch

Ein nicht getaufter Mann ein niederer
Anabaptist namens Jakob sah wie 
Grausam einer seiner Brüder hier 
Behandelt wurde von den beiden

So nahm er ihn mit nach Hause
Säuberte ihn gab ihm Brot
Bier und zwei Gulden und wollte
Ihm sogar in die Lehre nehmen

Darauf warf sich Candide beinahe
Vor ihm auf dem Boden und rief sein 
Lehrer Meister Pangloß hätte es ihm 
Gesagt alles sei zum besten bestellt 

In dieser Welt und sein Großmut
Bewege ihn mehr als die Härte der
Anderen dann trifft er am nächsten
Tag einen schrecklichen Bettler

Diese Beschreibung des Grauen des 
Krieges diente zwar dazu die Naivität 
Des Candide ironisch zu offenbaren 
Aber kritisiert auch mutig den Krieg

jens tuengerthal 9.3.26

Liebesfrieden

Liebesfrieden

In Frieden lieben
Ist mehr wert als jede nur 
Beziehung sein kann

jens tuengerthal 9.3.26

Krieg und Frieden

Krieg und Frieden

Zu Krieg und Frieden 
Enthalte ich mich lieber
Des Friedens wegen

jens tuengerthal 9.3.26

Teeblätter

Teeblätter 

Genießer trinken
Tee Teeblätter entfallen
Langsam zart Geschmack

jens tuengerthal 9.3.26

Hoffnungsgrün

Hoffnungsgrün

Mitten im Krieg gewinnt ein Grüner
Realo eine Wahl im Ländle bei der
Es weniger um internationale Politik
Ging als um Vertrauen in die Zukunft

Die CDU verspielt einen bequemen
Vorsprung durch Arroganz die sie
Auch mit Mühe nicht ausglich aber
Gewann dennoch spürbar hinzu

Der Wahlsieger Grüne verlor und
Gewann mit einem der eben nicht
Typisch Grün sondern Realo ist
Für bodenständige Politik steht

Ein Schwabe mit migrantischen
Wurzeln in der Türkei der dazu
Muslim ist kann dort gewinnen
Was ein gutes Zeichen auch ist

Die SPD die gerade wieder den
Feigen Pazifismus propagiert schafft
Mühsam noch die 5% Hürde was 
FDP und Linke nicht gelingen

Von verdoppelten Rechtsradikalen 
Sei lieber geschwiegen vielleicht
Begreift Merz endlich es braucht
Ein Verbot von Putins Truppe

Natürlich fallen in Krisenzeiten auch
Mehrheitlich ungebildete Männer auf
Schlichte Antworten der Populisten
Herein statt noch kritisch zu denken 

Darauf gibt es auch keine schnellen
Antworten sondern braucht Geduld
Vertrauen der Feigen zu gewinnen 
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen

Der Krieg und die Angst vor ihm
Die explodierenden Energiepreise
Stärken die Grünen die genau die
Richtige politische Antwort haben

Erneuerbare Energien machen uns 
Unabhängig vom Öl das keinerlei
Zukunft besser haben mehr sollte 
Grüne Politik hat eine Perspektive

Die CDU steckt fest im Sumpf der
Provinziellen Männlichkeit die den
Ton der Zeit nicht mehr trifft was 
Dafür Cem Özdemir perfekt tat

So gesehen zeugen die Ergebnisse
Von vernünftigen Wahlen im sonnigen 
Südwesten der Republik ob aber der
Kanzler daraus lernt ist ungewiss 

Inwieweit die Grünen nun merken
Mit vernünftigen bodenständigen
Realos können wir Wahlen noch
Gewinnen ist auch relativ offen

jens tuengerthal 9.3.26