Lektürentagebuch 6.1.25
Heute wunderbar zwei Briefe aus der
Reise um meinen Garten vorgelesen
Damit tief in die Philosophie von
Alphonse Karr freudig versunken
Er fragt sich ob sein reisender Freund
Je die Fliegen um sich herum was
Alle Arten von Hautflüglern meint
Wahrnahm ihr Leben verfolgt hat
Von der Frage kommt er zu seinem
Teppich der in seinem Arbeitszimmer
Liegt und schon abgelaufene Stellen
Wie andere Schäden aufweist
Dazu auch langsam schon verblasst
Obwohl er teuer war auch in der nun
Bereits nötigen Reparatur wie schön
Dagegen der Rasen im Garten wäre
Dieser böte das ganze Jahr neue
Andere Reize und käme nach jedem
Winter im Frühling mit ganz neuer
Pracht daher immer schöner würde
Während sein viel teuerer Teppich
Immer blasser und abgeschabter
Aussähe würde die Wiese jedes
Jahr dichter schöner und bunter
Er zählt die verschiedenen Blüten
Auf dem Rasen über das Jahr auf
Im Frühling blassgrün mit weißen
Gänseblümchen denen kurz danach
Im dunkleren grün der Rasen die
Glänzenden Butterblumen folgen
Dann roter und weißer Klee um im
Herbst Herbstzeitlose zu zeigen
Diese kämen wie kleine violette Lilien
Einfach aus der Erde dort um sich im
Winter unter der weißen Decke des
Schnee zu verstecken immer anders
Wenn vom darübergeben bereits
Etwas zertreten bessert er sich
Selbst wieder aus um dann wie
Neu jedesmal wieder zu glänzen
Einfühlsam beschreibt er dann die
Verschiedenen Zustände seines
Gartens durch das Jahr der wie
Reisen in andere Klimazonen ist
Was wie das nördliche Norwegen
Aussieht ist sein Garten in schon
Sechs Monaten er müsse nur warten
Müsse nirgendwo dazu hinreisen
Dann müsse er nur etwas Geduld
Haben und sein Garten würde zum
Sonnigen Süden wieder zur dann
Passenden Jahreszeit käme alles
Die auch ablösenden Jahreszeiten
In seinem Garten sind reisende
Klimata die ihn besuchen kommen
Seine Reisen zeigten ihm nichts
Anderes als was mit der Natur von
Ganz allein zu ihm in seinen Garten
Kommt ohne alle ermüdenden
Besuche der Jahreszeiten andernorts
Doch nicht nur den wechselnden
Besuch der Jahreszeiten bietet ein
Garten als Vielfalt dieser wird mit
Erinnerungen der Liebe verbunden
Zum schönsten denkbaren Paradies
Uns werden egal wie schäbig real
Genügt unser Gefühl Orte auf immer
Für uns in Erinnerung zu verzaubern
Ist nicht auch das ganze Leben was
Die Natur uns durchschreiten lässt
Wie eine Reise mit wechselnder
Perspektive auf alles um uns dabei
Fast alle Menschen verstünden nicht
Zu sterben und verfaulten unreif wie
Bestimmte Früchte nennen es dann
Grausam aus dem Leben gerissen
Seien wir je noch heute jene die wir
Gestern noch waren fragt er ihn am
Ende des III. Briefes müssten wir
Nicht jeden Tag über uns staunen
Morgen will er seine Runde um den
Garten beginnen bevor er noch am
Ende auf die Idee kommt schon dies
Sei eine zu große Ortsveränderung
Den vierten Brief beginnt er nun von
Unterwegs in seinem Garten mit der
Frage wie weit er von Ausgangspunkt
Sein muss schon die empathische
Vergangenheitsform der Reisenden
Selbst nutzen zu dürfen was eine
Grammatische Form der Berichte von
Reisen im französischen meint
Das passé simple und das imparfait
Beschreiben eine Kette Ereignisse
Die zeitlich aufeinanderfolgen die es
Im deutschen aber leider nicht gibt
Hier bleibt nur das Imperfekt doch
Druckt der Text kursiv wie dazu eine
Fussnote erläutert wo Karr diese
Zeitform bewusst verwendet
Zum anderen könnte er nicht einfach
Wie alle Reisenden flunkern da deren
Aussagen nie überprüfbar sind seine
Dagegen vor der Tür ganz einfach
Nun beschreibt er sein Reisekostüm
Einen alten Schlafrock wie eine alte
Schlafmütze und Pantoffelnn dazu im
Gelbem Saffian wie er ihn kennt
So verlässt er um Viertel vor sechs
Sein Arbeitszimmer während am
Horizont die Sonne aufsteigt geht er
Drei Stufen herab und ist in China
Sein Haus ist von einer Glyzinie
Überwuchert die aus China kommt
Vielleicht bewundert er sie dort
Während er seine hier betrachtet
Er findet dies blühende Holzhaus
Jedes Jahr schöner als alle Paläste
Begrüßt den Zaunkönig der dort
Sein Nest gebaut hat zu Gast bleibt
Doch ist dieser nicht der einzige
Gast in seinem alten Haus er
Erzählt von einer Bienenart die
Dort ihr Nest für sich baut wie
Mit Nektar und Honig füllt für
Ihren Nachwuchs den sie nie
Kennenlernen wird wie dort
Ihr Ei zwischen Holz und Mauer
Im Nest im Gips ablegt aus dem
Ein Wurm einst schlüpft der
Erst später zum Insekt wird als
Sie wieder wegfliegt um Nahrung
Für ihr Kind zu sammeln kommt
Ein anderes wunderschönes Insekt
In grün und purpurrot die Goldwespe
Die das Nest der Biene für ihr Ei
Nun missbrauchen wird wie es der
Kuckuck unter den Vögeln tut wie
Die Biene sie dabei erwischt und
Mit Gewalt aus dem Nest wirft
Wie die Biene die so wunderschöne
Goldwespe fast umbringt aber diese
Die keinen Honig bilden kann um
Ihr Kind zu ernähren es danach
Wenn auch verletzt nur noch
Kriechend wieder versucht was
Beim nächsten Versuch gelingt
Womit das Kind der Biene verhungert
Weil die Goldwespenlarven eher
Schlüpfen die Nahrung welche die
Biene für ihr Ei deponierte einfach
Auffressen wird um zu überleben
Doch wollte er nun alle Insekten
Beschreiben die dort am Holzhaus
Lebten käme der Freund wohl schon
Zurück bevor er die Runde begann
Auf dem Weg in die Allee in seinem
Garten trifft er nun auf die Nachtviole
Welche Marie Antoinette bevorzugte
Erzählt eine Geschichte von ihrer Haft
Diese fast monarchisch am klingende
Erzählung um die Witwe Capet wie
Die Frau des hingerichteten Königs
Ludwig XVI vor ihrer eigenen genannt
Ist ganz erstaunlich einfühlsam dabei
Kommen auch noch Tuberrosen wie
Nelken vor die aber schon mit den
Großen Namen vor ihr verbunden
Marie Antoinette war die Tochter
Von Maria Theresia die diese Ehe
Angebahnt hatte um Friedrich der
Später der Große wurde zu schlagen
Dass dies im siebenjährigen Krieg
Dann doch nicht gelang weil die Zarin
Rechtzeitig starb deren Sohn nun
Friedrich bewunderte wird hier von
Alphonse Karr nicht erzählt was den
Tod von Marie Antoinette noch weiter
Relativierte und infrage stellte weil die
Ehe ihren Zweck so nie erreichte
Von den Nelken die der große Condé
In der Haft kultivierte erzählte er noch
Dies ist Louis II. von Bourbon der in
Vincennes 1650 inhaftiert war
In der Fronde der Prinzen versuchten
Die Prinzen von Geblüt ihre Macht
Gegen Mazarin durchzusetzen der
Mit der Witwe Ludwig XIII die mit
Anna von Habsburg auch eine
Österreicherin war für den noch
Minderjährigen Ludwig XIV regierte
Was historisch ihnen nicht gelang
Das Wort Fronde bezeichnete
Ursprünglich nur die Wurfschleuder
Der Kinder woraus das Verb fronder
Entstand das jede Meinungsäußerung
Gegen den Hof und den König
Meinte was später Fronde zum
Begriff für die Ereignisse zwischen
1648 in und 1653 werden ließ
Davon erzählt Karr hier nichts
Was der kleine historische Ausflug
Hier dafür erledigt der den großen
Condé dafür einordnen noch hilft
Von den Tuberrosen dagegen ging
Das Gerücht dass sie für schwangere
Frauen tödlich seien als Mademoiselle
De la Vallière in diesem Zustand war
Zumindest das Gerücht über das
Hoffräulein ging welche Mätresse
Von Ludwig XIV war ließ sie als die
Königin als sie unpässlich war sie
In ihrem Zimmer besuchen wollte
Dieses mit Tuberrosen füllen auch
Das Gerücht um Schwangerschaft
So besser zerstreuen zu können
Ob sie die länger mit Ludwig in
Fontainebleau war auch ihm dabei
Mehrere Kinder schenkte wirklich
Den Gerüchten glaubte erzählt
Karr hier leider so wenig wie die
Geschichte des Ablenkungsmanövers
Um Ludwig von Henrietta Stuart der
Frau Philipps von Orleans abzulenken
Bei diesen hatte der junge Monarch
Louise kennengelernt und sich wie sie
Wohl auch in die ganz zarte Blondine
Verliebt was zu der Liaison führte
Eine offizielle Mätresse die ihren
Vom König verursachten Zustand
Vor der Königin geheim halten will
Tuberrosen dazu wählt ist schon
So wunderbar französisch dass wer
Den Hintergrund kennt keine weitere
Erläuterung mehr braucht die Erotik
Zwischen den Zeilen zu spüren
Nur dezent vornehm dabei sich in
Andeutungen ergehend spielt Karr
Hier dezent die monarchistische
Karte auf typisch französische Art
Alphonse Karr war ein erbitterter
Gegner von Napoleon III und ging
Nach dessen Staatsstreich nach
Nizza ins Exil was heute auch zur
Französischen Republik natürlich
Gehört er war mit Victor Hugo auch
Befreundet und ersten Präsident
Einer Liga gegen alle Tierversuche
Seine letzten Jahre verbrachte Karr
An der Côte d’Azur wo er sich mit
Gartenbau beschäftigte und der
Kultivierung von Blumen widmete
Ob Alphonse Karr tatsächlich die
Blumenriviera begründete die ihm
Zugeschrieben bleibt unklar postum
Wurden 2 Pflanzen nach ihm benannt
jens tuengerthal 7.1.25