Dienstag, 12. Mai 2026

Normalverrückt

Normalverrückt

Bin ich noch normal 
Sind die anderen alle
Verrückt und was ist
Der Maßstab dafür
Überlege ich ohne mich
Dabei schon zu fragen 
Was erstrebenswert ist
Um damit zu leben ob
Der ganze Wahnsinn
Noch lohnt oder weniger
Als viele normal denken
Was Seinsfragen stellt
Deren Antwort befremdet 
Oder auch wahlweise
Verrückt machen kann
Dächten wir kritisch über
All das nach was täglich
Normaler Wahnsinn uns 
Eben ist unhinterfragt nur 
Manche fragen sich eben
Was für sie normal ist
Macht sie aber verrückt 
Anderen unverständlich
So stehen sie meist eher
Daneben als Beobachter 
Des ganzen Wahnsinns 
Was andere befremdet ist
Für mich normaler Wahnsinn
Weil wer daneben steht eben
Seinen Standort verrückte
Kann nichts mehr normal sein

jens tuengerthal 12.5.26

Montag, 11. Mai 2026

Lektürentagebuch 11.5.26

Lektürentagebuch 11.5.26

In den Ghost Stories von Siri Hustvedt
Einen weiteren Brief von Paul Auster
An seinen Enkel Miles gelesen über
Die Künstlerkarriere seiner Mutter

Wie Sophie Gesangsunterricht nahm
Dann auch noch Schauspielunterricht
Eine noch bessere Gesangslehrerin
Bekam und klassisch singen lernte

Warum sie so gut aus ihrer Brust
Singen kann eine starke Stimme hat
Ihre Lehrerin als sie mit 14 vorsang
Dachte sie wäre sogar schon 16

Er schwärmt von Sophies Talent wie
Ihrer Fähigkeit auch Niederlagen beim
Film gut wegzustecken deren einige
Kamen weil Hollywood Blondinen mag

Wie sie nach diesen Versuchen ihrer
Karriere als Sängerin endlich begann
In Europa erfolgreicher als in den 
USA dabei schon immer war

Gerade tourt sie durch Deutschland
Konzertierte auch in Prenzlauer Berg
Nur wenige hundert Meter von hier
Denke ich und freue mich darüber

Nie habe ich als Fan das Leben
Irgendwelcher Musiker studiert
Jetzt komme ich bei Sophie durch
Pauls Briefe dazu und es ist schön 

Es ist gut zu sehen wie lebendig
Die Figuren großer Literatur werden
Wieviel Liebe in diesen Briefen des
Großvaters an den Enkel steckt

Auch seine Begeisterung für den
Weg seiner Tochter der kein einfacher
Würde ist in jeder Zeile spürbar die
Der sterbende Paul für Miles schrieb 

Wenn Eltern ihren Kindern etwas mit
Auf den Weg geben können ist es
Das Vertrauen in eigene Fähigkeiten
Was diese Briefe wunderbar zeigen

Im großen Traum von Bildung des
Grafen Christian von Krockow ging es
Mit Forster und Cook diesmal nach 
Neuseeland und Tasmanien dazu

Kleine Abenteuer mit Eingeborenen
Die wieder diebisch sind was Forster
Pädagogisch klug rechtfertigt dabei
Aber mal wieder aus der Zeit fällt

Auch die Cook hier unterstellten 
Gedanken wirken eher pädagogisch
Als authentisch und passen in das
Bild das Krockow vermitteln will

Es liest sich nett aber bringt keine 
Große Spannung auch bei der
Beschreibung des überstandenen
Orkan die wenig neues dann bietet 

Botanisierung und Eingeborene aber
Keine schönen Prinzessinnen dafür
Die Bestätigung für Kannibalismus 
Auf den Vater Forster hysterisch eher

Reagiert und Cook natürlich ganz
Cool und abgeklärt und es fragt sich
Wie wir manche Tiere essen aber
Bei Menschen Probleme haben 

Die Darstellung der Personen in den 
Fiktiven Tagebucheinträgen ist nicht
Sehr glaubwürdig dabei diesmal
Werde es im Original noch lesen

Die Absicht von Krockow ist ja gut
Seine Versuche der Umsetzung die
Den Leser für dumm verkaufen sind
Dabei eher weniger noch tauglich 

Frage mich als Autor was will der
Autor Krockow mit dieser Pädagogik
Auf Volksschulniveau erreichen vom
Großen Traum von Bildung

Hasen gäbe es ja nicht mehr in der
Hasenheide meint Franz Hessel der
In Spazieren in Berlin von dieser mit
Auch historischen Details erzählt

Wie es eine kurfürstliche Anordnung
Schon 1586 zu den Hasen gab auch
Friedrich Wilhelm I der Vater vom 
Später Alten Fritz anordnete es soll

Löcher im Zaun geben damit die
Hasen durchschlüpfen könnten wie 
Dann der Park der vor dem früher
Flugfeld Tempelhof liegt zu einer

Beliebten Vergnügungsstätte wurde 
An der zum Essen wie zum Tanz noch
Geladen wurde und was es hier alles
An Vergnügung für das Volk noch gab 

Hier hätte er erinnert sich Hessel
Das erste mal von Dante gehört
Bei einem der auf Gruselbildern im
Panoptikum in die Hölle blicken ließ

Von Turnvater Jahn erzählt er der hier
Die Wehrertüchtigung im Widerstand
Gegen Napoleon übte was ihm aber
Bald eher übel genommen wurde 

Erst nach 1848 gründeten sich die
Turnvereine und Verbindungen im
Ganzen Land und kam die Büste
Mit dem Denkmal mit vielen Steinen

Heute gibt es keinen Jahrmarkt mehr
Auch keine Lokale in der Hasenheide
Die ein schöner Park mit einem dazu
Abgegrenzten Hundeplatz wurde

Hasen könnte es gelegentlich geben
Es ist ein beschaulicher schöner Park
Neben dem riesigen leeren Fluggeld
Die einen kleinen Spaziergang lohnt

jens tuengerthal 11.5.26

Misstrauensende

Misstrauensende

Endet mit Misstrauen die Liebe
Oder belegt sie nur das bereits
Vorherige Ende weil sie zeigt
Dass fehlt was Liebe braucht um
Überhaupt sein zu können weil
Liebe das Vertrauen voraussetzt 
Es keinen anderen Beleg gibt 
Überlege ich und weiß aber
Lange schon dass ohne
Vertrauen nichts mehr ist
Was den Namen Liebe noch
Verdiente und dennoch werden
Trotz Misstrauen noch viele
Beziehungen weitergeführt
Halten zu viele Eifersucht
Für einen Ausdruck von Liebe
Die doch nur das Gegenteil
Belegt Misstrauen zeigt von
Besitzdenken mehr erzählt
Vielleicht täte es der Liebe gut
Würden wir mehr vertrauen
Damit sie auch sein kann

jens tuengerthal 11.5.26

Liebesverzeihung

Liebesverzeihung

Liebe verzeiht gerne und alles
Macht damit glücklich schenkt
So uns größte Zufriedenheit

Wir vertrauen auf ein Gefühl
Das höchstes Glück bedeutet
Warum Verzeihung mehr bringt

Wo wir nachtragend uns damit 
Schwer tun oder pädagogisch
Pokern um zu erziehen geht es

Nicht mehr um Liebe sondern 
Den Erhalt von Beziehungen
Was besser weg kann weil es

Der Liebe nie gut tut wären wir
In solchen Fragen je vernünftig
Wüssten wir Gefühl kann nur 

Mit Vertrauen weiter existieren
Aber lieber als uns verlorene
Wirklichkeit einzugestehen je

Lügen wir uns etwas vor von
Der Zeit die alle Fragen klärt
Was sie auch wirklich dann tut

Nur anders eben als gedacht
Ohne Verzeihung ist Erledigung
Lange vorher eingetreten wir

Verwalten nur die Reste als ob
Was vermutlich menschlich ist
Den Schmerz nur länger streckt 

Weil Liebe gerne alles verzeiht 
Halten wir auch das Nichts noch
Länger hoch als irgend nötig aber

Ohne Vertrauen blieb keine mehr
Was vieles einfach macht statt
Sich unnötig weiter zu quälen

Liebe ist Vertrauen und Verzeihung
Wollen und ohne ist nichts mehr was
Der Rede hier weiter noch wert wäre

Ach wären wir doch liebend nur je so
Vernünftig wie die Verse so klingen
Das Leben könnte so einfach sein

Stattdessen quälen wir uns weiter mit
Verlorenen Träumen von ewiger Liebe
Dabei ist alle Natur endlich außer wir

Sterben aus Versehen vorher dann 
Sind wir nie wieder lebendig wie die
Liebe ohne Vertrauen immer weg ist

jens tuengerthal 11.5.26

Unschuldig

Unschuldig

Schuld zu sein
Heißt die Verantwortung
Tragen müssen für etwas

Einen Verstoß gegen Gesetze
Normen oder Moral was dann
Strafrechtliche Verantwortung 

Oder zivilrechtliche Haftung
Auch ein Gefühl von Reue weckt
Nicht mehr unschuldig sein lässt

Wie lange währt danach noch
Die deutsche Schuld für die
Taten des Nationalsozialismus

Für die Taten der Nazis
Trägt keiner der nach ihrer
Zeit geboren ist Verantwortung

Alle die nicht Täter oder Helfer
Waren von denen immer weniger
Noch leben trägt persönlich Schuld 

Aber Deutschland als Staat
Die Bundesrepublik als Erbin
Des Deutschen Reiches trägt

Rechtlich die Verantwortung
Für den Ausgleich der Schäden 
Wer den Schatz des Vermögens

Vom Reich übernahm muss auch
Die Schulden immer bezahlen
Und Mord verjährt nie

Darum ist kein Deutscher berechtigt
Einen Schlussstrich zu fordern 
Außer er schlägt das Erbe aus

Was das Ende unserer Geschichte
Damit wäre nach dem nichts bliebe
Solange sich wer Deutscher nennt

Wird sein Staat für die in seinem
Namen begangenen Verbrechen
Auch logisch haften müssen

Dies anzuerkennen befreit von
Der Illusion es gäbe ein Ende der
Geschichte und einen Neuanfang

Alle Geschichte ist Teil unseres Seins
Sie hat kein Ende und auch keinen
Anfang sondern währt darum ewig

Doch trägt meine Tochter so wenig
Wie ich für die Verbrechen in der
Zeit des Nationalsozialismus noch

Persönliche Schuld auch meine
Eltern waren noch zu jung dafür
Persönlich haften zu müssen 

Die Generation meiner Großeltern
Könnte persönlich schuldig sein
Weil sie erwachsen in dieser Zeit

Haben sich nach meinem Wissen
Zum Glück nicht persönlich noch
In dieser Zeit schuldig gemacht

Die meisten noch lebenden
Deutschen sind darum unschuldig
An den begangenen Verbrechen 

Aber ihr Staat der das Erbe antrat
Muss für alle Forderungen haften 
Bis jede Schuld beglichen wurde

Aus der historischen Schuld aber
Wächst ein mehr an Verantwortung
Für das nie wieder für alle Zeit

Keine junge Deutschen sind noch
Schuldig aber sie tragen immer
Die Verantwortung für ihr Erbe

Ihnen diese Verantwortung auch
Zuzutrauen zeugt von Reife dem
Einzig verdienten nationalen Stolz

Wer sich seiner auch historischen 
Verantwortung bewusst ist zeigt sich
Als guter Europäer für die Zukunft

Es wird nie einen Schlussstrich von
Deutscher Seite geben können aber
Immer ein mehr an Verantwortung

Wer diese auch übernimmt kann 
Sich auch unschuldig fühlen weil
Verantwortung getragen wurde

Wir Eltern können den Kindern dies
Mehr an Verantwortung vorleben um
Der Freiheit Flügel zu geben

jens tuengerthal 11.5.26

Sonntag, 10. Mai 2026

Lektürentagebuch 10.5.26

Lektürentagebuch 10.5.26

Nochmals Zeit und imaginierte Zeit
Heißt das Kapitel in Ghost Stories 
Von Siri Hustvedt in denen ein Bild
Von Miles ihrem Enkel auf dem

Schoss von Sophie Thema ist
Auf dem Paul im März 2024 noch
Vor dem Todesurteil zu sehen ist
Beim Schreiben der Briefe an Miles

Für sie ist es nun zuerst ein Bild
Von Paul und sie erinnert sich wie
Wunderbar er schwärmen konnte 
Sie immer die Schönste für ihn war

Wie sie mit Sophie nach seinem Tod
Darüber spricht und sich fragt wer 
Sie beide jetzt so vollkommen findet
Sie das wohl selber nun tun müssen

Aber weiß doch auch dies ist nun
Für immer verloren und so wird die
Geschichte vom Brief von Pauls 
Lektorin die ihn so unschuldig nannte

In einer lyrischen Mail für sie zum
Gedankenanstoß über seine große 
Unschuld nachzudenken die sie nie
So genannt hätte aber plötzlich sieht

Wie er voller Begeisterung noch für 
Sie Sophie und Spencer Ostrander
Den Mann von Sophie schwärmte
Auch dessen Familie hoch lobte 

Er war wohl wie mein Vater und ich
Früher noch ein echter Euphoriker
Der sich voller Gefühl begeisterte
Ohne jeden Arg schwärmen konnte

Dieser Ausdruck seiner Liebe die
Eben bedingungslos war ist es
Was ihr gefühlt am meisten fehlt 
Zugleich noch immer erfüllt

Wie sie dieses große Gefühl des 
Glücks im Schatten seiner Liebe
Gelebt zu haben weiterleben lässt 
Macht Ghost Stories so zärtlich schön

Es ist nicht nur Erinnerung an einen 
Toten sondern vielmehr das Denkmal
Einer großen weil bedingungslosen
Liebe was wunderschön dabei bleibt


In den Buddenbrooks kommt es zum
Lange erwarteten Eklat zwischen
Thomas und Christian bei dem der
Ältere den jüngeren zusammenfaltet 

Tom war gerade nach dem zweiten
Frühstück vom Lesezirkel für Herren
Zurückgekehrt und kochte merklich
Vor lauter angestauter Wut noch

Als sein Bruder Christian gemütlich
Am frühen Nachmittag schon aus dem
Club pfeifend den Stock schwingend
Ins Kontor kommt und Tom ihn nun

In den Garten bittet und ihn dort für
Die Aussage bei Licht besehen sei 
Doch jeder Kaufmann ein Ganove
Autoritär zusammenfaltet was der

Bruder zunächst gewohnt gelassen 
Erträgt weil es doch nur ein Scherz
Gewesen sei der aber meint Tom 
Der Ehre des Hauses schadete

Der korrekte verheiratete Kaufmann
Regt sich über den Spaßvogel der
Sich und die Firma damit lächerlich
Machte immer mehr auf und warf

Am Höhepunkt Christian hinaus
Worauf dieser endlich empört auch
Widerworte gab so müsse er sich
Nicht behandeln lassen er ginge 

Nun kann sich Tom wieder beruhigen
Schlägt vor Christian sollte sich mit
Seinem Erbteil in einer Hamburger
Firma einkaufen was auch geschieht

Zum Abschied von Christian am
Bahnhof kommen alle Herren aus 
Dem Club und ihm wird ein Orden 
Vom Bordell am Hafen verliehen

So endet eine Situation die für 
Tom unerträglich geworden war
Seinen Wünschen und Plänen gemäß
Nachdem auch Christian sich empörte

Hier fragt sich der Leser natürlich wie
Nah hier der da noch nicht Konflikt der
Brüder Heinrich und Thomas lag der
In den Bekenntnissen Ausdruck fand

Dabei schrieb Thomas Buddenbrooks
Während Heinrich den Untertan noch
Gemeinsam in Rom da schrieb was 
Fragt wer hier was unterdrückt

Weiter geht es im Zauberberg mit dem
Gespräch von Settembrini und Hans
Castorp bei dem Thomas Mann schon
Im Namen Castor und Pollux vereinte

Was ein deutliches Zeichen seines
Feinen immer wieder urkomischen
Humors ist in dem heute manche
Biografien nur noch den verklemmten

Schwulen sehen wollen als sei es
Das bedeutendste Merkmal so kluger 
Wie gebildeter Literatur wohin der
Autor seinen Schwanz stecken will

Dafür den tiefgründigen Humor der
Viel von Selbstironie hat verkennen
Ein spätes Coming-out eines eher
Verklemmten Spießers zu entdecken

Gerade in diesem Gespräch mit dem
Italiener Settembrini zeigt sich der
Witzig kluge Kopf Manns in der Art
Der Argumentation der Protagonisten 

Während Settembrini argumentiert er
Verkehrte wohl noch nicht in Kreisen 
Von Schauspielern von denen auch
Manche die Könige perfekt spielten

Aber persönlich völlige Versager sein 
Ohne alle königliche Würde dabei was
Den stotternden Mynheer Peeperkorn 
Als nur Narren bloßstellen möchte

Worauf Hans wieder in eine so kluge
Wie humorvolle Apologie für den
Holländer wie sein eigenes natürlich
Anderes Wesen philosophisch gerät 

So mag der andere inhaltlich ein 
Schwätzer sein der dennoch die
Menge seiner Anhänger um sich
Versammle auch mit nur Floskeln

Auch sei sein eigenes Blut weniger
Hitzig als das des Italieners warum
Er auch in Fragen der Liebe oder
Konkurrenz keine Leidenschaft zeige

Hierauf weiß der Aufklärer nun mit
Kritischer Vernunft nichts mehr zu
Sagen ohne selbst überführt zu
Werden weil Hans so klug war

So findet auch Settembrini zu einem
Versöhnlichen Ende des Disput ohne 
Sich oder die Aufklärung zu verraten
Streitet dafür erneut danach mit

Seinem Opponenten Naphta über den
Revolutionären oder reaktionären 
Charakter der Religion im Wesen 
Was wieder amüsant werden dürfte


Doch verlassen ich Davos an dieser
Stelle um lieber nach Ägypten noch
Auf einige Seiten weiter bei Mann zu
Joseph und seine Brüder zu reisen

Im Kapitel die Bedrohung geht es um
Das was die Geschichte berichtet als
Die der biblische Text gemeint ist 
Nach dem das Weib des Potiphar 

Die hier Mut gehießene weiter in ihn 
Drang er solle doch endlich bei ihr
Schlafen was mit natürlich meint 
Wonach ihr Schoss wohl schreit 

Sie drängt also danach er möge
Nun endlich in sie eindringen 
Um mit ihr eins zu werden was 
Sie immer deutlicher wünscht

Er gab ihr also Gelegenheit was 
Natürlich ist weil sie die Herrin war
Was wie Mann humorvoll erläutert
Ein weiblicher Herr natürlich wäre

Sie konnte ihn befehlen wie sie es
Gerade wollte und ihr gefiel nur 
Sie zu begehren zu befehlen gelang
Auch der ägyptischen Herrin nicht

Außerdem hatte er ihr versprochen
Sie in dieser Angelegenheit so gut
Zu trösten wie er nur könne auch aus
Schlechtem Gewissen dabei noch

Vor allem aber sah er es als Auftrag
Zur Verteidigung seines Gottes gegen
Die ägyptischen an warum er alles
Wagte wie sich der Gefahr aussetzte

Dazu kamen vermutet man mit Humor
Wie Lebenserfahrung noch Neugier
Mit Leichtsinn der ihn die Lage noch
Weiter genießen ließ trotz Gefahr 

Dabei provozierte sie ihn immer weiter
Wenn sie sich schon liebten und im
Geheimen sahen könnten sie dieses 
Gefühl genauso gut vollziehen

Wenn er sich dieser Logik mit Treue 
Entzog begann sie ihm mit seiner 
Schwachen Männlichkeit zu necken
Was sie natürlich nicht glaubte

Im Gegenteil wollte sie doch nur
Endlich diese Männlichkeit inmitten
Ihrer erhitzten wohl feuchten Lenden
Spüren ihn so nur mehr reizen

Sich dem immer wieder gegen alle
Vernunft auszusetzen war zumindest
Ein riskantes Spiel von Joseph was 
Den Wagemut vorwerfbar macht

So umkreist Mann langsam den 
Gipfel der Angelegenheit den die
Bibel nur sehr kurz abhandelt dabei
Geht es um nichts als geilen Sex

Sie verspricht ihm solchen und als
Er auch diesem Angebot widersteht
Erklärt die ältere Frau ihn für impotent 
Um das Gegenteil ihr zu beweisen

Wer je mit Damen zu diesem Thema
Mit Mitteln der Vernunft argumentierte
Wird wissen wie bescheiden längst 
Die Aussichten von Joseph wurden 

jens tuengerthal 10.5.26

Mutterliebe

Mutterliebe

Ist Mutterliebe natürlich
Oder steht sie im Verhältnis
Zum Verhältnis das wir haben
Also im üblichen auf und ab
Könnte also auch unter den
Schlechtesten Bedingungen
Erlöschen von beiden Seiten
Was immer tragisch ist wie
Die einseitige Liebe dabei
Eher einsam macht warum
Besser tut sie als natürlich
Zu nehmen und zu geben
Als Liebe eben die bleibt

jens tuengerthal 10.5.26

Muttertäglich

Muttertäglich

Muttertag ist einmal im Jahr
Mütter sind es täglich und
Dazu ein Leben lang egal
Wie lang die Kinder leben
Warum der eine Tag der
Die Mütter ehren soll eher
Ein Hohn auf ihr Dasein ist
So mochte meine Mutter
Den Tag nie dabei war sie
Eine der engagiertesten
Mütter die ich kannte 
Sofern es nicht gerade
In ihren Mittagsschlaf fiel
Also sage ich heute einfach
Was sie immer sagte und
Stimme ihr damit auch zu
Und gratuliere im übrigen
Allen Müttern die es mögen 

jens tuengerthal 10.5.26

Nachtriesling

Nachtriesling

Kurz vor zwei noch im Crossroads 
Auf einen Riesling wo noch Selma
Heute als Gast unten war und sich
Mit Tino und Phil I unterhielt

Oben sind noch zwei Tische munter 
Besetzt mit deutsch-spanischen
Gästen die unterschiedlich laut sich
Unterhalten dann kam noch Melanie

Musik und Stimmung sind ruhig
Phil I putzt schon die Theke und
Plaudert mit den beiden Damen
Alles gelassen für Samstagnacht

Mehr dazu zu erzählen wäre schon 
Geflunkert aber die beiden Damen
An der Theke sind nun von hier aus
Der Flaneurloge ein schöner Anblick

jens tuengerthal 10.5.26

Samstag, 9. Mai 2026

Lektürentagebuch 9.5.26

Lektürentagebuch 9.5.26

Auf der Reise ins Paradies ging es
Am 9. September 1802 von Bayreuth
Nach Hohlfeld mit dem Ehepaar 
Gondela aus Bremen doch zuvor

Wird noch ein Bild vom preußischen
Bayreuth gegeben das teils kritisch
Die Zustände bei Licht betrachtet
Weniges so schön noch findet

Wie es bei der Ankunft in der Nacht
Bei Dunkelheit schien aber dafür auch
Einiges besonders lobt wie etwa das
Prächtige Opernhaus und der vom

Preußischen Verwalter Hardenberg
Eben jener der später Kanzler wird 
Oder vermutlich seiner Gattin nun
Umgestaltete Schlossgarten der

Früher in französischer Strenge noch
Angelegt sich in englischer Freiheit 
Viel schöner noch gestaltet dabei
Werden die künstlichen Höhlen

Mit raffinierten Wasserspielen gelobt 
Aber zugleich der peinliche Tritonen
Brunnen verspottet der sie eher an 
Bremer Fischweiber noch erinnert 

Die Fahrt mit der Kutsche durch das
Tal in dem Bayreuth liegt veranlasst
Heinrich Gondela über die Schönheit
Der dortigen Natur zu schwärmen

So bedauern sie angesichts ihrer
Nun schon Abreise nicht länger
Zeit für diese Naturschönheit noch
Zu haben doch war Eile nötig

Gerne wären sie noch geblieben
Doch Pferde und Postillon waren
Schon bestellt und so ging es los
In Richtung Hohlfeld das bereits

Zum Bistum Bamberg gehört doch
Bemerkte Henrich Gondela dass es
Bayreuth anzumerken sei dass die 
Fürstliche Residenz dort nun fehle

Stattdessen würde Preußen nun mit 
Militärischer Strenge verwalten wie 
Steuern herausholen ohne dafür in
Schönheit des Ortes zu investieren

Die Fahrt durch den Wald bringt dann
Wieder ein ungeplantes Abenteuer
Weil die Straße so schlecht war
Stiegen sie ab und liefen der Kutsche

Voraus wobei sie sich jedoch leider
Im dunklen Nadelwald verliefen und
Ihre Kutsche verloren was sie am
Geblasenen Signal hören konnten 

Leider konnten sie nicht durch den
Dichten Wald dann abkürzen und
Mussten den ganzen Weg wieder
Zurücklaufen wie dann hoffend

Die Kutsche würde auf sie warten
Was sie dann irgendwann auch tat 
Aber als sie erschöpft ankamen waren
Sie zu erhitzt um aufzusteigen ohne

Gleich eine Erkältung zu riskieren
So liefen sie weiter bis Hohlfeld
Wo sie nach Bayreuther Pracht
Ein sehr schlichtes Quartier erwartete

Sie loben dennoch die Höflichkeit
Ihrer Wirtsleute die alles teilten was 
Sie hatten aber das war nicht viel 
Mehr als Suppe und trockenes Brot

Das Bett war nur mit Stroh gefüllt
Bloß für einen Person gedacht
Aber erschöpft genug vom Tag
Würden sie dort schlafen können

Die Einblicke in die Mühsal des
Reisens um 1800 mit der Kutsche
Auch wenn es der eigene Wagen ist
Zeigt welch Angang jede Reise war 

Einer der wunderbaren Schätze aus
Der Anderen Bibliothek der noch bis
Heute vom Reisefieber heilen kann
Mit viel Humor dazu geschrieben 

In den Briefen eines reisenden
Franzosen einem weiteren der 
Schönen Bände der Anderen 
Bibliothek berichtet Johann Kaspar
Riesbeck vom Wiener Nationaltheater
Wie Harlekin lange das Theater zum
Spott prägte und wie sie heute dort
Diderots Hausvater sehr gut gäben
Wie schlecht es aber dem Theater

Täte wenn es Republik spielte was 
Zu seltsamen Entwicklungen führte
Wenn jene die Könige spielten sich
Auch wie solche aufführen würden 

Im einzelnen widmet er sich dabei
Besonderen Schauspielern die als 
Charakter und menschlich noch
Vorgestellt werden wobei er auch

Immer wieder über das Parlament
Des Theaters schimpft dem die klare 
Wie starke Führung fehlt der es so
Dringend zur Ordnung bedürfte

So würden Rollen mehr nach der
Persönlichen Laune und Eitelkeit
Besetzt als nach Talent für die Rolle 
Was keinem Theater gut täte

Genau werden dabei auch die
Körperlichen Mängel betrachtet
Und wie Talent diese ausgliche
Wo der gespielte Charakter auch

Dem im Leben gliche und wo es
Einen Gegensatz gibt aber die
Schauspieler es eitel nicht merken
Wie die Republik dem Theater schade

Das ist eine spannende und in vielem
Kenntnisreiche Kritik des königlichen
Theaters in Wien bei dem dann auch
Fürstlich dazu noch gezahlt würde 

Ein Blick auch hinter die Kulissen
Der Kabale und Intrigen offenbart
Welche die Theaterrepublik noch
Ohne Gewinn dabei verstärke

Dieser 27. Brief war eine Freude
Für alle Freunde des Theaters
Zeigt dabei hohe Kenntnis in 
Der Sache wie den kritischen Blick

Spannend ist wie kritisch der Autor
Riesbeck hier die Republik als völlig
Ungeeignet für das Theater betrachtet
Anders vermutlich als im Staat dabei

Mit Johann Gottfried Seume wurde 
Nun Abschied von Wien genommen
Bis nach Schottwien gelaufen wo er
In einem Wirtshaus unterkommt

Von seinem Kameraden der vorher
Mit ihm marschierte trennte er sich
Weil dieser als Familienvater ganz
Andere Rücksichten nehmen musste 

Er dagegen fühlte sich frei und froh 
Wenn er starb wurde eben seine
Akte geschlossen und gut war es
Er genoss die Schönheit der Ebene

In dem Wirtshaus waren Soldaten
Untergebracht die am Kanal arbeiten
Der einmal von Wien nach Triest
Reichen sollte und feierten laut 

Immer wenn wieder eine Schlägerei
Drohte begann ein alter Mann in der
Ecke darum Akkordeon zu spielen
Worauf das fröhliche Tanzen kam 

Dabei wurden die Soldaten dann
Irgendwann zu wild so dass die
Mädchen wieder wegliefen und
Das Spiel begann von vorne

Später verzog er sich in sein Zimmer
Genoss auch am nächsten Tag bei
Schneeschmelze und Regen die
Lektüre von Juvenal und Horaz

Dabei findet er den Horaz eher
Anzüglich zotenhaft und Juvenal
Auch dabei viel freier und eleganter
Sieht seine Sicht aber auch kritisch

Noch einige Seiten Georg Forster 
Aus Ansichten vom Niederrhein 
Den Abschluss des Kapitels über
Lüttich gelesen das da noch

Die Reise fand April bis Juni 1790
In Begleitung des noch sehr jungen 
Alexander von Humboldt statt zum
Deutschen Reich gehörte als ein

Fürstbischöfliches Gebiet was die
Revolution probte wie dabei die
Vereinigung mit dem freien Flandern
Und wie er die Zustände beurteilt

Forster schreibt mit vielen Gedanken
Die sein sprachliches Genie zeigen
Alles auch philosophisch betrachten
Was den Reisebericht bald sprengt 

Doch diesen Gedanken zu folgen
Die mit viel Ironie vorgetragen lohnt
Lohnt sehr die auch herausfordernde 
Lektüre die neue Erkenntnisse bringt 

Über Beispiele aus der Landwirtschaft
Kommt er zur Philosophie wie aus 
Dieser wiederum zur Literatur dann 
Wieder in Lüttich zu landen wo die

Maas fließt die noch in der ersten
Heute ausgesonderten Strophe des
Deutschlandliedes genannt wird als
Grenze im Westen was aber egal ist

Über diese würde auch der Wein
Gehandelt wie der Champagner von
Dem er aber vermutet er käme von 
Den steilen Hängen Lüttichs eher 

Sei also ein Etikettenschwindel wie
Die vielen Druckwerke der großen
Französischen und englischen 
Klassiker die hier produziert werden

Dies auch soweit sie Texte noch
Produzieren die keinesfalls ein
Bischof oder Jesuiten zuließen
Wie auch früher der Aufklärung

So ließen Autoren wie Baron 
Holbach lieber dort oder in den
Niederlanden produzieren um
Jeden weiteren Ärger zu vermeiden

Angetan berichtet er von dem sehr
Noblen Haus einer Lütticher Leser
Gesellschaft denen es gut ginge
Was sie sorgsam achten sollten

Ganz nebenbei berichtet er noch
Von den preußischen Truppen
Welche die Stadt belagerten und
Wer von ihnen Hilfe erwarten kann

Zwar priesen die Revolutionäre im
Ersten Jahr nach der französischen
Revolution noch den preußischen
König als ihren Verbündeten

Jedoch geht Forster nicht davon aus
Dass Preußen sich in dieser Zeit 
Gegen Reichsinteressen stellte was
Unter Friedrich Wilhelm III klug ist

Berichtet noch vom Absturz des
Preußischen Generals hier dessen
Pferd mit ihm einen Abhang hinunter
Kugelte wobei dieser sich noch

Ein Bein brach das dann sogar
Lebensgefährlich wurde weil der
Preuße dennoch seinen Dienst tat 
Was dieser aber heiter überstand

Forster springt dabei zwischen den
Philosophischen Betrachtungen und
Der Beschreibung im historischen
Kontext mit sehr genialen Brücken 

Damit tarnte der Autor auch seine
Klaren politischen Aussagen wie
Seine Sympathie mit der Sache
Der Revolution in Frankreich

Gegen diese zogen noch die 
Reaktionäre in den Krieg doch 
Rät er Lüttich in Anbetracht der
Lage in Frankreich zur Vorsicht

Dies alles ein Jahr nach der
Französischen Revolution mit da
Noch 35 Jahren mit einem ganz
Erstaunlichen Weitblick 17 Jahre

Nach seiner Weltreise mit Cook
Über die ich bald wieder berichte 
Studiert er hier mit einem jungen 
Preußen an der Seite die Grenze

Des Reichs und die Auswirkungen
Der Revolution nebenan auf die
Menschen vor Ort und ihr Denken
Fragt ob der Aufstand sich lohnt

Vier Jahre später starb Georg Forster 
Noch keine vierzig und die Revolution
Hatte im Terreur schon ihre hässliche
Mörderische Fratze auch gezeigt 

Die Lektüre der Ansichten vom
Niederrhein ist vielfältig lohnend
Politisch philosophisch und auch
Als kluge Reiselektüre dazu 

jens tuengerthal 9.5.26