Samstag, 7. März 2026

Liebesfrieden

Liebesfrieden

Frieden mit Liebe
Zu schließen könnte völlig
Zum Glück genügen

jens tuengerthal 7.3.26

Friedlich

Friedlich

Lebe ganz friedlich
Alleine immer lieber
Bis ich verschwinde

jens tuengerthal 7.3.26

Immer Tee

Immer Tee

Trinke schon immer
Tee am allerliebsten und 
Darum auch meistens

jens tuengerthal 7.3.26

Klimapreise

Klimapreise

Gerade rotieren aufgrund der
Iranischen Blockade der so
Wichtigen Wasserstraße an
Der Wüste die Preise wieder

Autofahrer die noch nicht auf
Elektro umstiegen stöhnen laut 
Besser sie fahren weniger nun
Statt in Polen zu tanken

Wind Sonne und Wasser haben
Das nur ganz nebenbei keine
Preise erhöht aufgrund Krieg
Der sicher noch dauern wird

Eine Bundesregierung die auf
Gaskraftwerke setzt statt die
Erneuerbaren auszubauen
Hat damit natürlich ein Problem

Lache darüber und denke möge
Der Krieg noch länger gehen um
Die letzten Idioten zu wecken die
Zukunft ist grün oder es gibt keine

Schön wenn die Welt uns zeigt
Wie schon kleine Krisen große 
Katastrophen verursachen dann
Können wir Lösungen uns suchen

Wer sich mit Erneuerbaren ganz
Einfach unabhängig macht ist frei
Von Schwankungen am Markt den
Korrupte Monopolisten bestimmen

jens tuengerthal 7.3.26

Lustgespräche

Lustgespräche

Es gibt so Bücher die auf dem Titel
Versprechen wie du jede Frau mit 
Gefühl nachhaltig befriedigst die
Bringen mich immer zum Lachen

Wenn einer meint zu wissen wo
Bei Frau gedrückt werden müsse 
Damit sie wirklich komme ist das
Selten mehr wert als das Altpapier

Sich darüber zu amüsieren aber
Lohnt wie mit Frau darüber reden
Um zu erfahren was sie eigentlich 
Wollen würde so rein theoretisch 

Kann mit Sicherheit bezeugen
Dass mehr Sex Folge solcher
Gespräche die neugierig waren
Wurde als je zu wissen wie es geht

Frau sagt schon was sie will
Wenn sie Gelegenheit dazu hat
Mann ihr nicht gleich erzählt
Wie es funktionieren könnte 

Lache darüber und denke das 
Reden zu mehr gutem Sex führt
Als alle Sex Ratgeber die keiner 
Bräuchte würden sie einfach reden 

Darum gebe ich mit 55 Jahren allen
Den Rat lest weniger Ratgeber dafür
Mehr Gedichte und redet darüber
Dann kommt der Sex von alleine

jens tuengerthal 7.3.26

Liebeslachen

Liebeslachen

Über Liebe lachen können
Könnte viel wichtiger sein
Als es zu ernst zu nehmen
Denke ich lachend dabei
Was soweit betroffen von
Großen Gefühlen gelegentlich 
Schwer fallen kann weil die
Beteiligung partiell blendet
Wie sonst könnte uns auch
Die Liebste als allerschönste
Scheinen was sich jedem
Objektiven Urteil entzieht
Gelegentlich auch komisch
Werden kann dachte ich nun
Als ich 15.000 großteils noch 
Ausgezogene Bilder einer 
Verlorenen Liebe bei Google
Alle löschte weil längst egal
Die damalige Anbetung heute
Nur noch komisch finden kann
Nicht mal besonders mir schien
Was vorher die allerschönste
Dem geblendeten Dichter war
Was ja verliebt ganz normal ist
Obwohl eigentlich völlig egal
So brauche eben alles seine Zeit
Auch über sich zu lachen dabei
War schon immer eher komisch 
Wie Liebe den Geist verrückt 
Der manchmal nur braucht um
Zu merken wie komisch es war
Dann aber hilft Liebeslachen
Genau wie dabei wenn es mal
Nicht so klappt wie geplant
Mit der Lust oder der Luft
Die in der Liebe auch von
Bedeutung wie alles ist
Scheint lachen ohnehin die
Beste Therapie für alle Leiden
Denen an der Liebe besonders
Denke ich heute und finde
Viele Lieben komisch statt
Es zu ernst zu nehmen
Wenn es ist was es ist 
Es geht ja schließlich
Auch um Frauen

jens tuengerthal 7.3.26

Freitag, 6. März 2026

Lektürentagebuch 6.3.26

Lektürentagebuch 6.3.26

Gilbert White schreibt in seiner
Erkundung von Selborne im 10. Brief
An Thomas Pennant Esquire über
Die Vögel der Region spannend

Unglücklicherweise hätte er nie
Nachbarn gehabt deren Studien
Sie zur Naturkunde führten so dass
Er aus Mangel an Weggefährten

Die seinen Fleiß anspornten oder 
Seine Aufmerksamkeit schärften
Darum nur magere Fortschritte in
Einem Wissensgebiet machte dass 

Ihn eigentlich von Kindheit an schon
In Beschlag genommen hätte darum
Berichten über Rauchschwalben die
Irgendwo in Kältestarre gefunden  

Nie größere Beachtung geschenkt
Doch hätte ihm ein Geistlicher von
Mauerseglern erzählt die Arbeiter im 
Frühen Frühjahr im Kirchturm fanden 

Sie schienen tot erwachten aber am
Feuer zu neuem Leben er steckte sie 
Um sie zu retten in eine Papiertüte die
Er am Küchenfeuer aufhängte wo sie

Dann leider erstickten während ein
Anderer gebildeter Mann ihm erzählte 
In Brighton in Sussex seien in einem
Wintersturm große Stücke aus den 

Dort Kalkklippen abgebrochen worin
Einige Leute Schwalben gefunden
Hätten die er aber leider selbst nicht
Gesehen hätte aber andere hätten 

Ihm dies versichert dieses Jahr seien 
Zuerst am 11. Juli aufgetaucht als
Die Hausschwalben bereits flügge 
Wurden und beide brüten zweimal

Im Vorjahr seien nach seinem Notizen
Noch am 18. September welche 
Geschlüpft er fragt sich ob eine so
Späte Brut nicht eher für Unterschlupf

Sprechen würde als für Migration so 
Blieben einige junge Hausschwalben
Noch bis 29. September in ihrem Nest
Doch am 5. Oktober waren alle weg

White fragt ob es nicht erstaunlich sei 
Mauersegler oder Turmschwalben
Verließen uns vor Mitte August aber
Hausschwalben bis Oktober blieben

Einmal hätte er sie sogar noch im
November mit Wacholderdrosseln
In einem Schwarm fliegen sehen also
Sommervögel und Wintervögel

Von einem kleinen gelben Vogel der
Bei ihnen noch keinen Namen hätte 
Den Ray Fliegenfänger nenne der
Fange seine Beute im Flug ohne 

Dabei je den Boden zu berühren
Kehrt er immer auf seinen Posten
Wieder zurück der höher gelegen
Er gehe von mehr als einer Art aus

Mister Stillingfleet frage sich dagegen
Ob Mönchsgrasmückem Zugvögel 
Sind woran kein Zweifel bestünde
Für ihn denn sie tauchten in den

Ersten schönen Apriltagen alle auf 
Einmal auf und sein im Winter nie
Anzutreffen sie seien phantastische
Sänger von ganz zarter Schönheit

In den Moorgründen brüteten jeden 
Sommer große Mengen Schnepfen 
Es sei sehr unterhaltsam dann die
Männchen zu sehen und zu hören

Noch hätte er keine Gelegenheit
Gehabt eine der erwähnten Mäuse 
Zu besorgen sie kämen im Herbst
Dann könnten sie die Art prüfen

Stark vermute er dass es mehr als
Zwei Arten von Wasserratten gibt
Ray sagt sie hätte nach Linné eine 
Art Schwimmhäute an den Füßen

Er hätte aber in ihrem Fluss eine
Entdeckt die keine hätte trotzdem
Ein exzellenter Schwimmer und
Taucher sei er legte gerne eine vor

Den Falco den er ebenfalls hier 
Bereits erwähnte werde er ihm
Bald nach Wales schicken in der
Hoffnung er möge ihm verzeihen

Falls er ihn schon kennen sollte
Wie er ihn noch nicht kannte doch 
Seien es etwas verstümmelte Reste
Er lebte im Moor und jagte Enten 

Wie Schnepfen wenn diese da und
Als er geschossen wurde zerrupfte
Er gerade erst eine Krähe aber er
Entspricht keinen englischen Falken 

Auch in der Ausstellung ausgestopfter
Vögel in Spring Gardens war er nicht
Zu entdecken er hätte ihn an die
Wand der Scheune genagelt entdeckt

Diese Rückwand sei das Museum
Der Leute hier so liege Selborne in 
Einer zergliedert uneinheitlichen
Landschaft mit darum vielen Vögeln 

Dieser feine britische Humor der
Eher indirekt kommt zwischen den
Sonst so guten Naturbeschreibungen
Ist wirklich besonders liebenswert


Begonnen mit der Auslegung der 
Carta Marina der Olaus Magnus die 
Widmung an die Stadt Danzig voranstellt im Juni 1539 in Venedig 

Es sei die Auslegung der neuen Karte
Des alten Gotenreiches wie anderer 
Länder des Nordens samt all der dort
Wunderlichen Dinge zu Lande wie im

Wasser auch die bisher noch nie so
Klar beschrieben worden sind dies
Zum Lob der Stadt Danzig in Preußen
Wie zum allgemeinen Nutzen neu

Herausgegeben von Olaus Magnus
Götzis aus Linköping 1539 nun in 
Venedig mit päpstlichem wie auch
Venezianischen Privileg für ihn 

Danach sei der Nachdruck bei hoher
Strafe wie Pein also Folter auf zehn
Jahre verboten und dies Privileg sei
Von allen solange zu respektieren

Er widmete dies den umsichtigen
Edlen ehrenwerten Herren dem
Burggrafen Bürgermeister und Rat 
Der königlichen Stadt Danzig nun

Dies weil er in früheren Jahren so
Freundlichen Aufenthalt und ruhige
Wohnung in Danzig gehabt hätte wie
Von ihnen mit Gunst geehrt wurde

So wolle er ihnen seine Dankbarkeit
Erweisen weil er nicht weniger in der
Schuld der Stadt als seines eigenen
Vaterlandes stehe was hiermit sei

Dies um sie in großer Anzahl in allen 
Teilen und Kreisen der deutschen
Nation zu verbreiten zu der Danzig
Zu dieser Zeit noch zählte

Damit was bisher unbekannt blieb 
Von allen Lesern wohlwollend zur
Kenntnis genommen würde auch als 
Zeichen seiner ewigen Dankbarkeit

Weil er es erst dank ihrer Hilfe selbst
Zustande brachte bittet er nun die 
Frucht seiner jahrelangen Mühen
Wohlwollend auch anzunehmen

Er habe keinen Zweifel dass seine
Arbeit der Stadt mehr Nutzen bringe
Als wenn er sie mit Gold und Silber
Überhäufen würde doch überlässt er

Allen Umsichtigen und Weisen dies
Selbst zu erkennen und empfehle
Sich ihnen voller Dankbarkeit aus 
Dem Palast des Patriarchen Venedigs

Dem Leser erklärt Magnus noch die
Tafel und das Büchlein werden in 9
Große Buchstaben ABC geteilt wie in
Viele kleine nach abc was nun folgt

Zu den Erläuterungen komme ich
Bei der Lektüre mit Karte morgen
Oder die nächsten Tage in dem fast 
500 Jahre nun alten Werk


Kapitel 3 in Michael Bergmanns 
Roman Herr Klee und Herr Feld
Gelesen und noch etwas darüber
Gelächelt wie Frau Stöcklein auszog

Diesen Auszug beobachtete Alfred
Einen seiner drei täglichen Zigarillos
Auf dem Balkon rauchend erfreut 
Er hatte sich nun daran gewöhnt

Sein Bruder hatte darauf bestanden
Dass in seinem Haus nicht geraucht
Würde und sich damit durchgesetzt
Inzwischen liebte Alfred es so auch

Bergmann beschreibt dann hier
Detailliert was Alfred alles vom
Balkon der Villa im Westend noch
Beobachten kann erwartungsgemäß

Den Umzug machte der als schlicht
Muskulös beschriebene Freund der
Tochter mit einem Transporter voller
Aggressiver Graffiti was wieder gut 

In der Vorurteilskiste Erwartungen 
Mit Lachen bestätigen soll falls es
In diesem Stil weitergeht werde ich
Die Palästinenserin nicht treffen

Vermutlich brauchen Otto Filme
Diese ständigen Schenkelklopfer 
Die alle Vorurteile bestätigen was
Literarisch weniger bereichert

Die Brüder Kleefeld dürfen nun
Ein wenig Pause bei mir machen 
Lesezeit ist zu kostbar um sie mit
Schlichten Mustern zu verbringen 

Vermute aber als Verfilmung wäre
Dies Buch aus dem jüdischen Leben
In Frankfurt sehr erfolgreich und
Könnte Vorurteile beseitigen helfen

Im Buch nervte noch der Enkel 
Von Frau Stöcklein also der Sohn
Von Susanne aus der Kommune
Im Vogelsberg typisch antiautoritär

Am Ende rief noch Freundin Norma
Die sich um Moritz bemüht an und
Bot sogleich ihre Hilfe im Haus an 
Sie könnte auch eines ihrer Mädchen

Zur Unterstützung im Haushalt zu
Den Brüdern schicken und Stella 
Ihre Freundin erkundigte sich noch
Nach Alfred ob es ihm gut ginge

Der kleine Einblick ins jüdische Leben
In Frankfurt darf nun ein wenig auf 
Mascha Kaleko pausieren bis mich
Die Neugier ins Westend wieder ruft


Noch ein wenig bei Egon Friedell in
Der Kulturgeschichte der Neuzeit über
Die Chinoiserie gelesen die damals
Gerade ganz große Mode war

Vor der Entdeckung von Böttcher war
Porzellan aus China bezogen und die
Meißner Waren wurden lange noch 
Als chinesisch ausgeben was aber

Kein Geschäftstrick sondern im
Zeitgeist begründet noch war so galt
China im Rokoko als ein Musterland
Der Weisheit und der Kunst dazu

Anfang der 18. Jahrhunderts kamen
Die Chinoiserien in Mode also Bilder
Vasen Skulpturen Papiertapeten wie
Lackwaren und Seidenarbeiten

Auch Romane entführten den Leser 
In jenes Märchenreich wo ein Volk 
Glücklich heiter unter seinen hoch
Gelehrten Führern paradiesisch lebte

Historiker und Philosophen an deren
Spitze Voltaire stand verherrlichten
China als vortrefflichstes Land auch
Seiner Sitte und Verwaltung wegen

In den Gärten wurden Pagoden wie
Teehäuschen und Glockenpavillons
Errichtet selbst der modische Zopf
Habe noch chinesische Wurzeln

Auch der damals besonders beliebte
Pfau hatte etwas chinesisches war
Zugleich ein echtes Rokoko Tier also 
Dekorativ bizarr theatralisch genrehaft 

Über dieses Zeitalter der Petitessen 
Ließe sich sagen was Diderot 1765
Als bereits ein neuer Geist herrschte
Über Boucher gesagt hatte der ein

Viel zu kleinliches Minenspiel habe
Der Begriff la siécle de petitesses 
Stammt von Voltaire es habe überall
Nur charmanten Nippes gebracht

Der Barock schrie und plakatierte
Wo das Rokoko flüstert und dämpft
Beide seien schnörkelhaft aber im
Barock war es leidenschaftlich noch

Was im Rokoko ein diskret zierliches
Fragezeichen ist während im
Französischen Hochbarock noch
Die Regel tyrannisch herrschte

War Normwidrigkeit eine Sünde am
Geist während im Rokoko die Begriffe
Bizarr und geistreich verbunden sind
Es gleichsam spielerisch noch zugeht

Korrektheit und Symmetrie waren
Der Maßstab aller Werte noch im
Cartesianischen Zeitalter dagegen
Wandte sich das Genre Rocaille

Was der prägende Stil des Rokoko 
Wurde mit seiner Vorliebe für die
Kaprice unerwartetes willkürliches
Paradoxe eher bewusst nach Innen

Sie wären in der Philosophie vielleicht
Halbe Atheisten gewesen in der Kunst
Aber waren sie schon ganze es reizte 
Die Abweichung und der Sprung

Als eine italienische Dame einmal ein
Köstliches Fruchteis verzehrte tat es
Ihr leid dass dies keine Sünde wäre
Es gab eine Passion für Illegitimes

Diese steigerte sich nicht selten bis
Zur Perversion in keinem Zeitalter
War Flagellantismus so verbreitet
Als Neigung sich selbst zu quälen

Will jetzt nicht über unser Zeitalter
Abgesänge abstimmen aber die
Neigung zu BDSM hat auf eine
Erstaunliche Art zugenommen

Dies nicht erst seit dem grauenvoll 
Schlechten Buch fifty shades das
Keines Wortes wert ist sondern im
Geist der Menschen seit Jahren

Er wurde zur Massenpsychose doch
Sollte daran erinnert werden dass 
Hochkulturen in später Phase eine
Neigung zur Perversion noch hätten 

In aller Kultur stecke nach Friedell 
Ein Stück an Perversion weil sie
Das Gegenteil von Natur eben sei
Was auch für die Perücke galt 

Dies zeige sich bei alternden 
Kulturen noch verstärkt weil der
Bereich des normalen erfüllt ist
Die Phantasie will darüber hinaus

Keine der alten Kulturen freute sich
An gesunden Verhältnissen noch
Das alte Rom erinnert besonders
An das Rokoko auch beim Sex

Dafür zitiert Friedell nun als Beispiel
Martial und Juvenal für römische 
Sitten die schon ziemlich locker
Wie lustvoll waren lange Zeit

So schreibt auch Voltaire in der
Verehrungswürdigen Enzyklopädie
In dem Artikel Divorce Scheidung
Diese stamme vermutlich aus der

Gleichen Zeit wie die Ehe aber er
Glaube die Ehe sei einige Wochen
Älter noch was Juvenal über Rom
Nahezu wortgleich schon berichtete 

Auch die Zirkusspiele hätten in den
Öffentlichen Hinrichtungen eine
Entsprechung bis in höchste Kreise 
Gehabt es war halt etwas pervers

So beschreiben zahlreiche der
Augenzeugen die hohen Damen
Gerieten durch die Erregung dabei
Bis zum Orgasmus sogar noch

Spannend ist dabei zu betrachten
Wie die sexuelle Vorliebe von Friedell 
Für kindliche balkanische Huren 
Ihn heute als kriminell diskreditierte

Werden unsere Zeiten also wieder
Moralischer und ist dieser relative
Maßstab je tauglich zur Bewertung 
Der Zukunft einer Hochkultur 

jens tuengerthal 6.3.26





Liebesdauer

Liebesdauer

Auf Dauer wird noch
Alle Liebe ganz sicher
Auch unerträglich 

jens tuengerthal 6.3.26

Kontinuitäten

Kontinuitäten

Immer wieder sind
Kontinuitäten bloß
Wiederholungen

jens tuengerthal 6.3.26

Teetäglich

Teetäglich

Täglicher Tee macht
Leben erträglicher für mich
Als nur Teetrinker

jens tuengerthal 6.3.26

Mehrweniger

Mehrweniger

Trump ist das Gegenteil von
Bescheiden vielmehr ein so
Peinlich wie großmäulig
Auftretender ungebildeter
Primitiver Ami der so billig
Wie seine Leibspeise die
Ekelhaften Hamburger sei
Ist sich die linksintellektuelle
Blase ziemlich sicher die sich
Bewusst vegan ernährt und
Politisch korrekt denkt was
Eine Mehrheit überforderte 
Teils absurde Ergebnisse 
Brachte die nirgendwohin
Nur führen könnten zumindest
Vernünftig betrachtet doch 
Politik ist mehr Gefühl
Denke ich beim Blick
Gen Westen der uns 
So fremd wie Russland
Inzwischen wieder wurde
Das alles ist mir klar aber
Er könnte strategisch klug
Erfolgreich sein und das
Weil er es einfach macht
Putin beschämen und damit
Blamieren und brechen bis
Der letzte Russe merkt 
Vladi ist ein Versager
Die einst rote Armee den
Wiedergänger Stalins erledigt
Der 100.000 Opfer wegen
Verglichen mit Trump ist
Putin ein sowjetischer Looser
Es gefällt mir keineswegs
Aber er scheint einen Plan
Den er verfolgt zu haben 
Bald verliert er vermutlich
Seine Mehrheit in beiden
Häusern dann bleibt bis
Zum Ende eine lame Duck
Schneller als jeder vor ihm
Mehr ist eigentlich nicht

jens tuengerthal 6.3.26


Lusteinfach

Lusteinfach

Lust ist ganz einfach
Sie liegt in unserer Natur
Strebt nach Befriedigung
Folgen wir ihr wird alles gut 
Dazu schenkt sie uns das
Billigste Gefühl der Erfüllung
Das kein Geschenk jemals
Aufwiegen kann unklar nur ist
Ob darum diejenigen die nie
Dabei kommen entsprechend
Mehr Geschenke verdienen
Oder nur erwarten was dann
Wie alle Erwartungen nur 
Enttäuscht werden sollte
Eigentlich sogar muss um
Nicht neue Erwartungen
Durch Ausnahmen zu erzeugen
Aber von dieser partiellen
Impotenz im professionellen
Bereich vorrangig abgesehen
Ist die Lust ziemlich simpel
Nicht nur rein raus natürlich 
Etwas mehr ist zu erwarten
Zumindest verbal denn dabei 
Wird wie mein Großvater so 
Treffend noch sagte das Hirn
Abgeschaltet und hilft schieben
Und es ging am Ende selten 
Um mehr wenn wir uns 
Brunftig stöhnend vereinten 
Nur sagen sollte es keiner um
Das einmalige Erlebnis nicht
Völlig durchschnittlich nur 
Erscheinen zu lassen bleibt
Die Lust immer einfach nur 
Reden sollten wir vorab darüber
Das Gefühl von Interesse zu
Suggerieren was immer weiter
Hilft als alle Technik dabei so
Lehrt tausendfache Erfahrung
Was wir dabei dann wirklich tun
Im Rausch der Lust bewusstlos 
Fast spielt keine Rolle mehr
Wenn das Gefühl stimmt
Dann erst kann alles
Weil nichts mehr muss

jens tuengerthal 6.3.26

Liebeskomplexität

Liebeskomplexität

Liebe ist immer kompliziert
Weil Gefühle am besten noch
Vernünftig passen sollen um
Einander damit gut zu tun 

Also Vernunft und Gefühl in
Ein harmonisches Verhältnis
Gebracht werden müssen um
Ein miteinander zu ermöglichen

Das heißt zwei Gegensätze die
Sich nicht verstehen zu vereinen
Bei Wesen von so verschiedenen
Planeten wie Venus und Mars

Das heißt die Beteiligten sprechen
Völlig verschiedene Sprachen die
Nur leider total gleich klingen aber
Meist das Gegenteil noch bedeuten

Dazu haben sie komplett gegenteilige
Ansätze zur Konfliktlösung nach ihrer
Je Natur mal rational dann wieder 
Völlig emotional unberechenbar

Doch winzig klein scheinen diese 
Probleme verglichen der Komplexität
Der bei Liebe beteiligten Areale der
Gehirne wir wissen nahezu nichts

Haben keine Ahnung was dieses
Komplexe wunderbare Gefühl auslöst
Können nur einige Folgen messen
Aber verstehen nichts vom Ganzen

Klug wäre also angesichts all dieser
Spekulativen Elemente lieber ganz
Die Finger von diesem unsicheren 
Thema künftig zu lassen um lieber

Neutraler Beobachter der eigenen
Gefühle zu sein was eine contra dictio
Also von vornherein unmöglich ganz
Nüchtern betrachtet Unsinn ist

Dennoch funktioniert es manchmal
Hält sich das Gerücht einer realen
Möglichkeit die Liebe zu leben so
Unvernünftig es klingen mag

Jeder kennt irgendwen der davon
Berichtet wie sie tatsächlich völlig
Glücklich waren bis der Tod sie
Schied was selten glücklich endet

Im Gegenteil leiden diejenigen die
Unglücklich verlassen sich durch
Den Tod fühlen unmäßig an der
Sonst so herrlichen Einsamkeit

Es gibt also wenig vernünftige
Gründe auf die Liebe zu vertrauen
Aber unschlagbar schöne emotionale 
Den Unsinn dennoch zu wagen

Dies ist nur ein winziger Aspekt
Der von der Liebe bewegten so 
Großen Emotionen die wir nicht
Annähernd bisher erklären können

Lasse es darum und gestehe lieber
Das ich es wie überhaupt nichts
Verstehe und füge mich einfach
Den so komplexen Gefühlen was

Am Ende am vernünftigsten scheint
Die real höchste Erfolgsquote hat
Weil noch keiner die Liebe so ganz
Verstand also Gefühl immer noch 

Wenn am ehesten richtig lag dabei 
Nur vernünftig ist und wird das
Ganze damit auch nicht aber egal
Wenn es sich so geil dafür anfühlt

Etwas zu begegnen was komplexer 
Ist als alles was ich denken kann
Noch dazu mindestens mal zwei
Nach Anzahl der Teilnehmer noch

Ist eine riesige Herausforderung
Der wir vermutlich am ehesten mit
Völlig dreister Irrationalität begegnen
Weil verstehen kann das keiner mehr

jens tuengerthal 6.3.26

Donnerstag, 5. März 2026

Versgedanken VI

Versgedanken VI

Seine Tochter meint Montaigne in
Seinen Gedanken zu einigen Versen
Von Vergil die ich hier in Verse bringe
Sei in dem Alter in dem sie gesetzlich

Wohl heiraten dürfte aber sie sei von 
So zarter Konstitution dass sie von
Ihrer Mutter privat erzogen wurde und
Beginnt erst die Naivität abzulegen 

Als sie ihm neulich aus einem Buch
Vorlas kam dort das Wort fouteau vor
Was provenzalisch Buche hieße aber 
Wie foutre also ficken klingen könnte

Sogleich fuhr ihre Gouvernante sehr
Schroff dazwischen und hieß sie die
Vermeintlich schlüpfrige Stelle lieber
Überspringen weil sie gefährlich sei 

Er ließ sie gewähren um nicht gegen
Die weibliche Erziehung zu verstoßen 
Denn damit gebe er sich nicht ab sie
Ginge wunderliche ihm verschlossene

Wege die er deshalb den Frauen
Selbst überlassen müsse aber auch
Der Umgang mit 20 Lakaien hätte der
Tochter den Begriff nicht noch näher 

Bringen können als dieser Verweis
Durch die gute Alte meint er und
Zitiert dazu passende Verse nach
Denen die Jungfrau schon als Kind

Lerne mit welcher Kunst sie einen
Mann gewinnen könne denn das sei
Worauf die Frau von klein auf sinnt
Eine sehr gewagte These denk ich

Bin Frauen begegnet die sagten
Schon als Kind immer Lust gehabt
Zu haben und sich darum streichelten
Andere sagten dies läge ihnen fern

Selbst hatte ich schon als Knabe
Ohne bereits über die dazu nötigen 
Gerätschaften zu verfügen große 
Lust gehabt Frauen zu berühren

Sie zu erforschen wie ihnen nah 
Dabei möglichst auch zu kommen
Ohne die emotionalen Folgen für
Den inneren Frieden zu bedenken

Es gab Frauen die gleiches auch
Von sich sagten und mit einigen
Probierte ich es auf kindliche Art
Anderen lag dies dagegen fern 

So mag es Frauen geben die schon
Als Kind auf nichts anderes sinnen
Anderen dagegen liegt es eher fern
Generelle Aussagen verbieten sich 

Lasst doch meint Montaigne Frauen
Alle Formen etwas lockern und kein
Blatt vor den Mund nehmen ihr würdet
Merken dass wir mit unserem Wissen 

Verglichen Kinder sind  hört euch an 
Wie sie über Nachstellungen reden
Wird euch klar dass wir ihnen nichts
Mitteilen können was sie nicht schon

Vorher bewusst verstanden hätten 
Ob sie im früheren Leben wie Platon
Meint Lotterbuben gewesen sein denn
Dieser hielt die erste Bestrafung für

Einen lasterhaften Mann nach seinem
Tod sei eine Frau zu werden und falls
Immer noch nicht geläutert ein Tier
Was mir wieder deutlich macht warum

Platon mir immer zuwider war mit
Seinen autoritären Vorstellungen wie 
Mehr mit seinem Bild von Frauen
Das Montaigne hier nur zitiert

Einmal hätte er erzählt Montaigne nun
Unbemerkt dem Gespräch der Damen
Lauschen dürfen und hätte gedacht
All unsere Lektüre zur Kunst der Liebe

Von Boccaccio oder Aretino mit der
Wir als Fachmänner gelten wollen sei
Müßig es gäbe nichts dabei über was
Frauen nicht besser Bescheid wissen

So sei die Liebeskunst ihnen schon
Angeboren zitiert dazu den Vers
Der Venus Glut sei in ihrem Blut
Sie brauchen nichts zu lernen mehr

Sie bringen das Feuer selbst hervor
Würde die natürliche Heftigkeit ihres
Begehrens nicht durch die ihnen 
Eingeredete Angst vor Ehrverlust

Im Zaum gehalten wären sie schon
Bloßgestellt meint Montaigne weil
Die Bewegung der ganzen Welt auf
Die Paarung stets nur hinausliefe

Alles sei von der Begierde danach
Durchdrungen sie sei der Mittelpunkt
Nach dem sich alles richtet es ginge 
Doch immer nur um das eine Sex

Es gäbe noch Anweisungen für den
Liebesdienst aus dem alten weisen
Rom ebenso die Vorschriften des 
Sokrates zur Unterrichtung der Huren

Zenon regelte sogar die Öffnungs-
Wie Stoßarten der Entjungferung
Worüber schrieb wohl Straton im
Buch über die fleischlichen Lüste

Wovon handelt Theophrast in seinen 
Schriften Der Liebhaber und Von der
Liebe wie Aristippos im Werk über die
Liebesfreuden der Altvorderen noch

Worum ginge es Platon mit seiner
Weitläufigen lebhaften Beschreibung 
Der gewagtesten Liebeshändel aus 
Seiner Zeit und es folgen noch einige

Die Aufzählung all der Philosophen
Welche der lustbejahenden Schule
Des Epikur folgen spart er sich sie 
Alle behandelten den Sex geistig

Fünfzig Gottheiten wären früher
Für die Liebe zuständig gewesen
Es hätte Völker gegeben die um
Die Wollust im Gottesdienst noch

Etwas zu dämpfen Jungen und
Mädchen bereithielten es wäre ein
Feierlicher Akt gewesen sie vor dem
Kult noch zu genießen wozu er

Wieder Verse zitiert nach denen die
Enthaltsamkeit der Unenthaltsamkeit
Bedürfe da ein Brand nur mit Feuer
Wirkungsvoll gelöscht werden könne

So hätten die meisten Völker noch
Das männliche Glied zur Gottheit
Erhoben und manche enthäuteten es
Und brachten die Haut als Opfer dar

Andere opferten ihren Samen auch
Die Götter zu versöhnen bei einigen
Durchbohrten es sich junge Männer
Mit Pflöcken zum Beweis ihrer großen

Tapferkeit und wer das nicht aushielt
Galt als nicht tugendhaft genug noch
Andere verehrten ihre höchsten
Beamten nach der Maßgabe ihrer

Geschlechtsteile und zahlreiche
Nachbildungen wurden zur Verehrung
Mit sich herumgetragen egal welchem 
Zweck diese sonst noch dienten

Ägyptische Frauen schmückten sich
Zu den Bachhanalien mit hölzernen
Penissen prachtvoll und so schwer
Wie sie es verkraften konnten dabei

Die Statue ihres Gottes stellte sogar 
Einen zur Schau dessen Ausmaße
Die des Körpers noch übertrafen
Auch hier gäbe es solche Sitten

Unverheiratete Frauen formen aus
Ihren Kopftüchern einen Penis über
Ihrer Stirn um so den Genuss zu
Rühmen den das Original böte

Sobald aber verwitwet schieben sie
Das Abbild nach hinten wo sie es
Unter ihrem Haar versteckten was
An die Dirndlschleifen erinnert

In Rom brachten tugendhafte Mütter 
Gott Priapus Blumen und Kränze
Dieser war ein Fruchtbarkeitsgott
Mit übertrieben großen Phallus

Jungfrauen sollten sich bei den
Hochzeiten auf dessen unanständige
Teile hocken er fragt sich ob die Mode
Männern dies betonende Beutel vorn 

Auf die Hosen zu nähen nicht einem 
Ähnlichem Zweck dienten zumal wo
Sie die Größe manipulativ dabei
Vergrößerten und vorspielten

Er möchte jedoch glauben dass dies
Weniger der Täuschung als der
Verhinderung diente jeder Mann solle 
Der Welt zeigen wie er ausgerüstet

Früher wollten sie die Größe genau
Kennen wie wir heute Arme oder
Füße genau vermessen würden 
Was eine lustige These wieder ist

Derjenige der alle Statuen in einer
Großen Stadt kastrierte darunter auch
Viele schöne alte damit die Augen
Daran keinen Anstoß nehmen

Hätte besser bedacht dass er dadurch
Nichts ausrichten kann wenn er nicht
Auch die Menschen alle kastrierte wie
Einige es lange Zeit noch taten

Platon sagte die Götter hätten uns
Mit einem aufsässigen tyrannischen
Glied ausgestattet das wie ein Tier
Sich alles Untertan machen wolle 

Wie die Frauen mit einem gefräßigen
Unersättlichen Tier das keinerlei
Aufschub der Fütterung dulde und 
Alles verschlinge falls diese nicht

Rechtzeitig erfolge völlig außer sich
Gerate dies würde ihren ganzen
Körper durchdringen verursache so
Tausenderlei Krankheiten die so 

Lange anhielten bis das Tier den
Erguss der unseren gemeinsamen 
Trieb befriedigt eingesogen und den
Schoss damit reichlich getränkt hat

Der Sittenrichter der die Schwänze
Alle abschlug hätte bedenken sollen 
Dass es züchtiger und erfolgreicher
Wäre Frauen lieber beizeiten mit dem 

Wahren Wesen der Sache bekannt
Zu machen statt es nach Maßgabe
Ihrer erhitzten Phantasie erraten zu
Müssen was nur dazu verführe sich

Unsere Geschlechtsteile dreimal
Größer vorzustellen stellen als sie
In Wirklichkeit sind was alle nur
Frustrieren und enttäuschen kann

So hätte ein Bekannter von ihm
Verlorenes Spiel gehabt weil er 
Seine sehen ließ ehe sie für ihre
Wichtigste Verwendung gerüstet

Welch schädliche Vorstellung würden 
Die maßlosen Gebilde wecken die
Jugendliche Pagen in alle Gänge 
Königlicher Paläste noch malten

Von daher rühre die die maßlose
Verachtung und Enttäuschung mit
Denen Frauen unserem Gemächte
Begegneten was alle frustriere

Womöglich hat Platon im Hinblick
Daraufhin befohlen dass Männer
Und Frauen jeden Alters völlig nackt 
Sich beim Turnen zeigen sollten 

Auch Indianerinnen sahen ihre
Männer alle vorher unverpackt
Was zumindest den Gesichtssinne
Abkühle Enttäuschung verhindere

Eine sehr weise Bemerkung die auch
Aus heutiger Praxis bestätigt werden
Kann FKK oder Sauna machen uns 
Weniger geil als bloß natürlich noch

Ob wir noch die Zeiten erleben in
Denen verlogen prüde Amis oder
Südländische Katholiken dies noch
Verstehen werden bleibt unklar

Genau wie die Frage ob sie nicht
Dadurch den Reiz nur erhöhen 
Wollten dass sie verbargen was 
Offen gezeigt nur Natur noch wäre

Zumindest habe ich nie erlebt dass
Mit Verklemmten irgendwas dabei
Je gut wurde es scheint nur reizvoll
Um dafür sicher zu enttäuschen

jens tuengerthal 5.3.26


Lektürentagebuch 5.3.26

Lektürentagebuch 5.3.26

Gestern Abend und heute morgen
Schon etwas Henry Miller auf dem
Klo gelesen wo er gut hin passt mit 
Der Engel ist mein Wasserzeichen

Vor Wochen schon im kleinen Band
Immer mal eine Seite gelesen aber
Nie längere Sitzungen abgehalten
Mit der Scheißhauslektüre bisher

Munter erzählte er wie er mit dem
Rad die Seine entlang fuhr sich
Irgendwann entschloss noch etwas
Essen zu gehen was günstig war

All das schien mir noch nicht weiter
Berichtenswert war nur locker halt 
Geplaudert im Ami Stil halt der gern
Besonders cool bei allem dazu tut 

Doch dann kam der Moment der mich
Wie eine Wende an das Buch fesselte 
Als er plötzlich erzählt wie er gerade
Durch Saint Cloud radelte als er

Plötzlich pissen musste wie so etwas
Eben gelegentlich vorkommt aber
Auch nicht weiter berichtenswert wäre
Wenn die Verbindung nicht doppelt

Wichtig für mich plötzlich wurde der
Wie Henry manchmal dringend muss
Was schon schlimmer war aber im
Alter nun gewiss zunehmen wird

Dank wochenlanger Bewusstlosigkeit
Nach einem schweren Unfall 1987
Was bald schon 40 Jahre her ist
Hatte ich mal einen Blasenkatheter 

Dann musst du halt pissen egal
Ob du willst und das toll findest
Wie Henry mit seinem Engel als
Zeichen zum Wasserlassen

Der beschreibt sehr liebevoll wie er
Die öffentliche Bedürfnisanstalt zum
Pissen betrat vorher noch sein Rad
Am Gestell davor parkte und das

Alles am Fuß des Hügels auf dem
Saint Cloud bis zur Seine hinab liegt
Den ich gut kenne weil da oben die
Erste Verlobte von mir einst wohnte 

Sie in dem kleinen Schloss dort
Das einen befreundeten Baron XY
Gehörte in dem während der
Deutschen Besatzung noch die 

Gestapo ihr Hauptquartier hatte
Direkt nebenan wohnte Le Pen
Der mit seiner Tochter gerne im 
Garten spazieren ging aber vom

Fenster meiner Prinzessin aus
Schauten wir zum Eifelturm wie
Auf Montmartre im Hintergrund
War alles sehr romantisch noch

An diese bildschöne Prinzessin
Aus bestem Hause die dort bei
Einem Freund noch lebte dachte ich 
Als Henry vom pissen dort schrieb

Auch er wurde dabei beobachtet
Von einer schönen Dame oben
Am Fenster wobei leider unklar
Noch blieb wieviel sie dabei sah

Konnte sie jenen sagenhaften
Johnny Thursday vom dem Henry 
Auch in seinem Opus Pistorum
So lustvoll schwärmte sehen

Das bleibt an dieser Stelle noch
Offen auch war Henry Miller erst
In den Dreißigern länger in Paris
Als Franz Hessel in Berlin lebte 

Auch in Berlin hatten wir noch einige
Dieser wunderschön dunkelgrün
Gestrichenen Bedürfnisanstalten
Bis die überall Kuben auftauchten

Diese mögen insbesondere für die
Damen und alle sonst ohne Schwanz
Technische Vorteile wohl haben doch 
Ästhetisch fallen sie deutlich ab 

Als wäre beim pissen um es mit Henry
Im Wortlaut zu sagen weniger mal
Nicht mehr denke ich und muss
Schon wieder darüber lachen

Ist es schon sinnlich beim pissen
Von einer schönen Frau beobachtet
Zu werden fragt nur wer es nicht gut
Kennt denke ich heimlich lächelnd

Zu sinnlich aber sollte sie nicht sein
Weil sonst die Erregung statt der doch 
Nötigen Entspannung die erst alles 
Fließen lässt eintritt und so störte 

Ein weites Feld vermutlich hätte
Fontane dazu gesagt aber nicht
Der alte Baron zu Effi darüber wurde 
Damals eher noch nicht geredet

Henry stand dabei aufrecht und 
Hockte sich nicht wie eine Frau
Zum pissen verschämt hin sondern
Blickte ihr lieber ins Gesicht

Das alles bei Saint Cloud wo ich einst
Aber lassen wir das Henry ist noch
Am Fuß des Hügels am Ufer der 
Seine wir aber lebten ganz oben

Das ist nun lange Geschichte lebe
Wieder auf dem Berg nur in Berlin
Inzwischen über ein Vierteljahrhundert
Was eigene Geschichten schrieb 

Aber Henry Miller ist nicht schlecht 
Ami halt und tut gerne cool auch
Wenn das meist peinlich endet nur 
Gut darüber gesprochen zu haben 

Vom pissen an der Seine wie den 
Sonst Geschichten von dort wo 
Sie gerne von Liebe und Lust reden 
Aber am Ende auch alle müssen

Im zweiten Kapitel des Buches von
Michel Bergmann über die beiden
Brüder Moritz und Alfred Kleefeld 
Mit dem Titel Herr Klee und Herr Feld

Erfahren wir mehr über das sonst
Soziale Leben der Brüder wie der
Hausarzt von Moritz der nun auch
Der von Alfred war dafür sorgte 

Dieser war ein gemeinsamer Freund
Noch aus Kindertagen der von vielen 
Der Freunde und Bekannten aus der
Jüdischen Gemeinde mehr wusste

Wohin sie heirateten und womit sie
Ihr gutes Geld verdienten organisierte
Sogar ein Treffen mit allen Bekannten 
Die überhaupt noch erreichbar waren 

Alfred hatte gehofft als Schauspieler 
Im Mittelpunkt des Interesses dabei
Zu stehen was eine Täuschung war
Vielmehr hatten sie nur gefragt was

Er in seinen Filmen verdiente und
Als er deutlich übertrieben schon log
Nur gemeint so wenig nur dann 
Verkaufe er sich wohl zu schlecht

Alfred beschloss dies sei das letzte
Solcher Treffen gewesen dafür gab
Es eine Witwe in der Nachbarschaft
Die Mitte der fünfziger wohl war

Sie sorgte für viel Charity in der
Gemeinde und war sehr um Moritz
Bemüht angeblich wäre sie ja die
Beste Freundin seiner Frau gewesen

Einmal lud sie beide Brüder ein
Sie hatte eine Cousine auf Tel Aviv 
Zu Besuch die mit Alfred flirtete sie
Betrieb eine Pension im Westend

Nach diesem Abend bietet sie an
Die Brüder heimzufahren weil es
Etwas regnet was diese erfrischend
Nennen aber Moritz erkältet sich 

Nettes Geplauder aus dem Leben
Zweier älterer Herren die eng mit
Der jüdischen Gemeinde in Frankfurt
Noch verbunden waren ist es

Diesmal mit deutlich weniger Tempo
Auch die Ballung der Ereignisse
Nahm etwas ab aber es blieb noch
Ironisch und jüdisch humorvoll

Eine Mischung aus Frankfurter Kishon
Mit Anklängen von Amos Oz wobei 
Manch gut gedachtes auch von der
Nächsten Pointe erschlagen wird 

Das bringt sicher Lacher hat aber
Literarisch was von Schenkenklopfer
Wie das filmische Oeuvre des Autors
Bergmann der auch für Otto schrieb 

Dennoch bleibt es ein liebevoller Blick
Auf zwei Brüder und ihr Alter was mit
Viel Humor schön zu lesen ist noch
Warte ich auf die Palästinenserin


In Gesprungene Liebe noch ein wenig
Vom Bericht von Ulrich Hessel aus
Seiner Kindheit wie Manfred Flügge 
Sie sich vorstellt gelesen was nett war

Es tauchte der Pierre genannte Henri
Roché auf wie der Archäologe Herbert
Also die Protagonisten und Geliebten
Von Helen wobei er Henri direkt lobt

Finde es immer etwas bemüht wenn
Erwachsene Kindergeschichten wie
Deren Erleben beschreiben aber sie
Ergänzen die bekannten Geschichten 

Ob das nun zeigt dass es wirklich so
War oder die Erinnerung einfach nur
Voneinander abschrieb um ihr Leben
Mit dem Roman zu synchronisieren

Bleibt dabei so unklar wie manche
Geschichten um Hessels ihre Kinder
Wie die Geliebten von Helen doch 
Das Netz webt sich immer enger

Beschrieben wird Kindheit in Bayern
Kindliches Erleben des Hauses was 
Relativ gelungen mir erscheint wie
Der Blick auf die Erwachsenenwelt

Die Erfahrung von Angst und Strafe
Aber auch die Umkehrung wenn die 
Erwachsenen einen plötzlich ernst
Nehmen und sogar noch verteidigen

Dies tat Helen gegenüber Ulrich vor
Der bayerischen Lehrerin die ihn zu
Unrecht bestraft hatte aus seiner wie
Aus ihrer Sicht wohl auch noch

Damit erhält eine Geschichte große
Bedeutung die Erwachsenen wohl
Schon längst wieder vergaßen aber
Helen nahm ihre Kinder ernst

Interessant auch die Geschichte
Über Kadi also Stéphane Hessel
Den Helen verprügelte als er den
Plattenspieler beschädigte und

Das war wohl der Grund ihres
Zorns darüber log so dass Helen
Robert beschuldigte der beleidigt
Darauf weggefahren wäre

Helens hoher Sinn für Gerechtigkeit
Die sogar den jüngsten Sohn den 
Späteren Diplomaten und Kämpfer
Der Résistance verprügeln ließ 

Ihr impulsiver Charakter gemischt
Mit einem preußischen Sinn für 
Gerechtigkeit waren gewiss eine
Immer wieder explosive Mischung

jens tuengerthal 5.3.26