Freitag, 26. Dezember 2025

Donnerstag, 25. Dezember 2025

Lektürentagebuch 25.12.25

Lektürentagebuch 25.12.25

Mit Kapitel 3 im IV. Teil der großen 
Buddenbrooks begonnen wo es erst
Revolutionär und dann Platt wird im
Wilden Oktober 1848 in Lübeck

Es beginnt mit dem Gang des Herrn
Konsul Buddenbrook zur Sitzung
Der Bürgerschaft der Hansestadt
Auf dem er den Makler Gösch trifft

Hier entfaltet Thomas Mann wieder 
Sein großes Figurentheater auf der
Überschaubaren Bühne des Ratssaal
Werden Charaktere deutlich gezeigt

Auch dieses Kapitel über den leider
Vergeblichen Versuch Deutschland
Demokratischer zu machen ist eine
Schaubühne Mannscher Erzählkunst

Es beginnt schon mit der humorvollen
Beschreibung des Maklers Sigismund 
Gosch des Junggesellen von vierzig
Jahren mit grauen Haaren schon

Als ich die Buddenbrooks mit 17 noch
Das erste mal las uns so vieles aus
Der Familie wiedererkannt schien 40
Ein mir noch ganz fernes Alter

Graue Haare mit vierzig wunderten 
Den nicht mal zwanzigjährigen nicht
Während es mir heute mit Mitte 50
Eher etwas übertrieben schon scheint

So ist die wiederholte Lektüre eines
Großen Roman sehr lohnend dies 
Insbesondere auch beim Blick auf
Einen sich wandelnden Autor 

Thomas Mann war Mitte zwanzig 
Als er die Buddenbrooks schrieb 
Da scheint vierzig noch alt was 
Heute mit 55 eher jung scheint 

In den Sitzungssaal der sonst 
Zu einer Tanzwirtschaft gehört
Gelangen sie durch eine enge
Kleine Tür die Flucht erschwert

Dort werden bekannte Figuren
Wie sein Schwiegervater der
Vornehme Lebrecht Kröger aber
Auch neue Figuren mit sich 

Wiederholenden Wendungen
Vorgestellt die Teil ihres Charakters
Werden den Mann mit viel Humor
So karikiert dass es eine Freude ist

Die mögliche Flucht durch die Luke
Im Dach in der aber korpulentere
Senatoren fürchten stecken zu 
Bleiben ist so ein Ereignis

Einige Mitglieder der Bürgerschaft
Schnacken schon Plattdeutsch was
Mann schon wundervoll spielerisch
Aufnimmt in dieser Szene

Draußen skandiert die Menge hier
Sprüche der Revolution während
Drinnen Sorge und Aufregung über
Die problematische Situation wachsen

Senator Buddenbrook setzt sich
Nachdem er Bekannte begrüßte
Zu seinem Schwiegervater den 
Das Geschehen merkbar aufregt

Als dieser nach Hause will und
Fragt wo sein Wagen bleibt die
Vierspännige Kalesche mit der
Tony gen Travemünde führt

Entschließt sich der Konsul
Dem Theater ein Ende zu machen
Mit den Leuten vor der Tür zu reden
Dabei begleitet ihn der Makler Gosch

Während letzterer auf ein Drama hofft
Schnackt der Konsul mit seinen dort
Arbeitern auf Platt über ihre ihm
Albern erscheinenden Forderungen

Dies zumal Lübeck auch ohne eine 
Revolution die neue Verfassung mit
Dem allgemeinen Wahlrecht hatte
Damit also eine Demokratie war

Es wird damit einerseits noch die
Revolution aus bürgerlicher Sicht 
Verspottet und lächerlich gemacht
Wie auch das Parlament in der

Paulskirche als bloße Versammlung
Von Professoren verspottet wurde
Mit denen Großbürger wie es die
Buddenbrooks und Manns waren

Lieber nichts zu tun hatten und
Der herablassende Ton gegenüber
Allen Revolutionären ist mir auch
Aus meiner Familie nicht unbekannt

Stolz war meine Großmutter noch
Dass Hindenburg ihr Nachbar war
Irgendwo in Hannover nahe der
Eilenriede die heute inmitten liegt

Sie waren Deutschnational noch
Aber keinesfalls Nazis und später
In Bremen zog die Großmutter die
Jahrgang 1911 noch war einmal

Die deutsche Fahne schwarzrotgold
Am Bremer Kippenberg am 1. Mal ein
Um schwarz weiß rot aufzuhängen
Der Urgroßvater regelte dann alles

Der Schuldirektor war Clubkamerad
Der Urgroßvater verdienter Offizier
So etwas regelte die Klasse unter
Ihresgleichen ohne große Skandale

Daran denke ich wenn ich den
Konsul Buddenbrook mit seinen
Arbeitern reden hören dabei im
Platt quasi auf einer Ebene

Tatsächlich gab es in Lübeck
Am 9. Oktober 1848 wohl eine
Protestversammlung vor der hier
Bürgerschaft die reaktionär war

Dort wurde sich für die Beibehaltung
Des Ständewahlrechts stark gemacht
Aber sie war so erfolglos wie alle die
Sonst Versuche der Revolution dort 

Thomas Mann drehte also den realen
Historischen Kontext um macht aber
Die Revolutionäre zu ungebildeten
Arbeitern die das Bürgertum besiegt

Spannend ist auch weiter des Konsuls
Schwiegervater sich noch im damals 
Vornehmen französisch über die
Canalie draußen aufregt voller

Herablassung des Großbürgers der
Gerne vierspännig vorfährt und nun
Nervös mit den Edelsteinen auf seiner
Weste spielte als a la Mode Cavalier

Die Revolutionäre werden von ihrem
Chef im Alltag beruhigt und auch
Ein wenig bloßgestellt um sie dann
Gelassen nach Hause zu schicken 

Großes bürgerliches Theater was
In vielem dem entsprach was ich
Von meinen Großeltern noch über
Die Revolution in Deutschland erfuhr

Das wurde nicht ernst genommen
Großbürger waren kaisertreu noch 
Sozialdemokraten waren Gegner
Galten als Proleten wie im Untertan

Dieser etwas schlicht plakative
Roman von Bruder Heinrich ist
Zwar eher einer Karikatur des
Bürgertums aber teils treffend

Spannend ist beide schrieben
Ihre Werke parallel in Rom und
Werden sicher beim Vino oder
Cappuccino geplaudert haben

Dies in der eigenen Familie auch
Erkennen zu können die selbst
Tief im Standesdenken verfangen
Schafft eine spannende Position

Es hält die Buddenbrooks aktuell
Die zwar über hundert Jahre alt
Doch zu aktuellen Konflikten bis
Heute lehrreich komischer sind


Weiter mit Thomas Mann aber
Nun in Davos im Zauberberg
Der in den Zwanzigern vollendet 
Noch vor dem Weltkrieg spielt 

Hier tauche ich wieder in das
Sterben des Leutnant Joachim
Hans Castorps Vetter mit ein
Das unaufhaltsam nun kam

Lese wie Luise Ziemßen die
Pflege ihre Sohnes übernahm
Mit eifersüchtiger Energie wachte
Schwester Berta die eigentlich

Alfreda Schildknecht hieß hatte 
So eine Menge Zeit noch auf dem
Korridor zu stehen war mehr der
Stattlichkeit wegen bestellt worden

Auch das können wir uns am leisten
Für unseren Sohn ist uns nichts 
Zu teuer was noch retten kann dabei
Ging es nur um Zerfallsverwaltung

Die protestantische Diakonissin war
Eher nüchtern und war imstande 
Mit Joachim oder Hans allein im
Zimmer echte Knaller loszulassen

So etwas dass sie sich nicht träumte
Einen der Herren noch einmal zu
Tode zu pflegen was war wie es war
Auch wenn Hans ihr danach drohte

Sogar Hofrat Behrens machte den
Angehörigen keine Hoffnung auf
Heilung mehr meinte es könnte
Sich nur noch um Stunden handeln 

Hans Castorp fasste das Phänomen
Sachlich ins Auge trotz Trauer und
Brachte Betrachtungen dazu in die
Gespräche mit seinen Lehrern

Während er Naphta und Settembrini 
Über Joachims Zustand berichtete
Bekommt dabei einen Verweis für
Seine Sicht auf das Gute als gesund

Von einer idyllischen Herzaffäre
Spricht dagegen Hofrat Behrens
Während er die Hand der Mutter
Luise Ziemßen dabei in seinen hält 

Ungeheuer lieb sei ihm der kardiale
Verlauf den das ganze nimmt denn
So blieben Joachim viele Schikanen
Erspart das Herz ließe rapide nach

Er bekäme noch Kampferspritzen
Das wäre alles was sie tun könnten 
Ohne noch viel Aussicht dabei ihm
Noch Weitläufigkeit zu geben 

Er würde viel schlafen und zuletzt
Freundlich träumen glaubt er schon
Versprechen zu können wird einen 
Unmerklichen Übertritt dann haben

Ziemlich egal wird der Tod ihm sein 
Darauf könnte sie sich verlassen
Er kenne den Tod und sei quasi ein
Alter Angestellter von ihm

Dieser würde meist überschätzt
Es sei fast gar nichts damit los
Was schmerzt und litt lebe noch
Vom Tode käme keiner wieder

Es wüsste keiner was uns davon
Zu erzählen weil du ihn nicht erlebst
Wir kämen aus dem Dunkel und
Gingen in das Dunkel mehr nicht

Dazwischen liegen die Erlebnisse
Aber Anfang und Ende also auch
Geburt und Tod würden nicht erlebt 
Hätten keinen subjektiven Charakter 

Als Vorgänge fielen sie in das Gebiet 
Des Objektiven und so meinte der
Hofrat Trost zu spenden darauf kann 
Hier nur mit Vernunft gehofft werden

So neige ich mit eigener
Todeserfahrung bei einem
Herzstillstand nach Unfall dazu
Dem Hofrat Recht zu gehen

Von Nichts kommt nichts mehr
Entsprechend gibt es auch keine
Erinnerung an den Tod oder die
Momente ohne Herz und alle

Die anderes erzählen haben die
Träume von Geistersehern oder
Sonst einen Wahn auch wenn
Dieser sich Religion nennt

Vor Nichts aber müssen wir uns
Nie fürchten wie Epikur schon so
Richtig wie nüchtern feststellte 
Der Tod geht uns nichts an 


Vom Durst auf das Leben der
Nach der Zeit im KZ bei ihm nie
Gestillt wurde erzählt dagegen 
Stéphane Hessel in seinen so

So spannenden Erinnerungen dem
Tanz mit dem Jahrhundert der nun
In Kapitel 11 über seine Zeit bei
Den Vereinten Nationen erzählt

Er hätte die 50 Jahre nach seinem
Überleben intensiv von Tag zu Tag
Gelebt als würde sich die Zeit über
Ihn dabei einfach neu ergießen

Das seiner Mutter Helen gegebene
Versprechen glücklich zu sein
Sah er als wichtigen Beitrag
Eines jeden zum Glück aller

Er hatte die Offenheit für 3 Sprachen
Also 3 Poesien wie 3 Kulturen deren
Zusammenwirken ihn nie völlig
Mittellos oder einsam sein ließ 

Dies Gepäck und dieses Bedürfnis
Hätte ihm durch sein langes Leben
Geholfen sagt er heute mit achtzig
Darüber möchte er uns erzählen

Dann ein rasanter Sprung in das
Jahr 1995 zum 50. Geburtstag
Der Vereinten Nationen die er 
Von Anfang an mit begleitet hätte 

Staunte erst etwas war doch
Gerade noch die Reise nach
China als Diplomat geplant wie
Nur ein Zwischenstopp in New York 

Diesen hatte sich seine Frau auf
Dem Hinweg als Bedingung noch
Erbeten und er hatte zugestimmt
Erstaunt wie wenig sie widersprach

In New York aber stellte sein
Schwiegervater ihn Henry Laugier vor
Dem Stellvertreter des norwegischen
Generalsekretärs der neuen UN

Diese 1945 gegründete Organisation
Arbeitete zu dieser Zeit noch im 
Keller erinnert leeren Fabrikhalle 
Auf Long Island mit 50 Nationen 

Es war der Anfang und der Aufbruch
Dieser Organisation die so viele
Leben weltweit schon rettete die
Opfer trumpscher Missachtung ist

Er schildert wie Laugier ihn für die
Idee gewinnt die genau dem auch
Entsprach wovon er träumte als er
1945 aus dem KZ nach Paris kam

Diesen Traum hat er sich erfüllt
In verschiedenen Rollen wie
Aufgaben auch wenn auf Kosten
Der Karriere am Quai d'Orsay 

Stéphane Hessel plaudert so 
Ganz nebenbei wie ihn sein
Schwiegervater zur UNO so
Brachte der es lehrte was

Zu seiner bescheidenen
Dabei ganz natürlichen Art 
Passt die wirklich großes
Nonchalant eben macht

jens tuengerthal 25.12.25

Bibliotheksfrieden

Bibliotheksfrieden

Auf dem Diwan inmitten der
Kleinen Bibliothek heute um
Halb vier erholt erwacht weil
Bibliotheken so friedlich sind 

Schon ihrem Wesen nach ist
Eine Bibliothek als ein Ort der
Ruhe friedlicher als andere auch 
Gespräche sind gedämpft zu führen

Es geht dort um Lektüre zuerst
Was alle mit sich allein ausmachen
Wozu keiner schwätzen muss
Warum Lesungen nicht für Leser sind

Diese bedienen nur das schlichtere
Eben eventgeile Publikum das gern
Etwas erleben möchte mit Büchern
Aber nicht wirkliche Leser je

Eine frühere Geliebte die selbst auch
Buchhändlerin war riet mir mal doch 
Solche zu besuchen um Frauen dort 
Zu treffen doch nichts liegt mir ferner

Sie veranstaltet solche heute was mir
Ferner liegt aber halt was mit Büchern
Ist was manchen genügt dafür auch
Die Lektüre zu unterbrechen

Zwar mag die Wahrscheinlichkeit
Höher sein dort Menschen auch
Zu treffen die Bücher lieben und
Frauen die arme Poeten mögen

Doch ist der Preis dafür die Ruhe 
Der heimischen Bibliothek für einen
Bücher Jahrmarkt aufzugeben mir 
In Relation deutlich zu hoch

Bücher liebende Leserinnen fand
Der Flaneur auch der Liebe nie dort
Wo das Buch zum Happening wird
Sondern wo welche wirklich lesen

Leserinnen finden den Dichter und
Verlieben sich in seine Verse der
Rest ist keiner Mühe wert war das
Credo zumindest theoretisch dabei

Zeiten der Einsamkeit weichen 
Natürlich jedes Dogma auf doch 
Wenig bereute ich schneller als
Sex ohne geistige Welten zu teilen

Die Leere danach lässt das Echo
Aller noch lustvollen Stöße davor
Im Universum intellektuellen Nichts
Einfach spurlos nur verhallen

Wer meine Verse kennt weiß wie
Gerne der Dichter mit Worten seine
Muse liebkost und zugleich verehrt
Das liebt sie sehr oder ist egal

Aber hier geht es ja nicht um Frauen 
Um die es natürlich immer geht denn
In Wirklichkeit denken ja alle immer
Nur an das eine außer lesend

Sondern um den Frieden den mir
Bibliotheken schenken wie gute
Lektüre die meiner Natur näher
Liegt als jeder andere Traum je

Im Reich der Geschichten gibt es
Alles was ich nur träumen kann
Warten immer neue Geschichten
Auf den neugierigen Leser noch

Diese am besten in der eigenen
Bibliothek mit Hingabe zu genießen
Ist das schönste vorstellbare Glück
Das ich nun für mich genießen will 

Außer die bücherliebende Liebste
Kommt zufällig vorbei und wir lesen
Auf dem Diwan gemeinsam einander
Gegenüber irgendwann danach halt

In diesem Bibliotheksfrieden leben
Wie das Glück auch zu teilen wäre
Der zugegeben unwahrscheinliche
Traum vom perfekten Leben als Leser

jens tuengerthal 25.12.25

Büchergeschenke

Büchergeschenke

Schenke am liebsten Bücher
Was es an Weihnachten schon
Manchmal schwerer macht im
Gepäck aber mir entspricht

Ein gutes Geschenk ist das
Was du am liebsten selbst
Behalten möchtest steht auf
Einer Tafel am Buchladen hier

Nichts kommt Lesern so nah
Wie ein Buch das Stellen in
Uns berührt an die nur Hände 
Nie kommen in all ihrer Tiefe 

Gute Bücher können unser
Denken nachhaltig verändern
Werden damit wirklich intim
Wirken auch unsichtbar weiter

Ob das die Empfänger meiner
Mit Liebe ausgesuchten Bücher
Genauso sehen bleibt offen
Manche sehen nur den Ballast

Behaupte heute aber nicht mehr
Wer nicht liest sei nur eine quasi
Lightversion von Mensch aber wir
Sprechen verschiedene Sprachen

Das macht die Verständigung dann
Unnötig schwer warum es weiser
Sein kann darauf zu verzichten 
Lesend seine Ruhe zu genießen

Wen ich wirklich liebe bekommt
Bücher von mir der Rest nichts
Was alles einfacher macht und
Manche halt Kochbücher dann

Was heißen könnte dass ich sie
Zum Fressen gern habe oder mir 
Literarisch nichts einfiel als das
Gerade passende Rezept noch

Inwieweit Liebe bei Büchern auch
Durch den Magen geht weiß ich
Nicht zu sagen aber manche die
Nur vernascht wurde bekam Verse 

Dazu kommt am Ende noch das
Schöne Bücher schenken auch
Eine sinnliche Freude mir ist dies
Also lustvolle Geschenke sind 

Wer also Bücher bekommt weiß
Es kam wirklich mit Liebe während
Schmuck Autos Häuser nur für die
Durchschnittlichen Huren sind

jens tuengerthal 25.12.25

Mittwoch, 24. Dezember 2025

Weihnachtsruhe

Weihnachtsruhe

Weihnachten ist für ganz viele
Mit enormen Aufwand verbunden
Besuch Festessen Geschenke
Maximal festliche Stimmung

Die Aufregung davor führt oft zu
Typischen Weihnachtskonflikten
Weil sich alle so sehr bemühen
Wie genervt und enttäuscht sind

Paare mit Kindern ohne Zoff 
An diesem Tag sind selten weil
Alle da so gerne heilig tun was
Selten menschlich noch wird 

Verbringe es dieses Jahr allein 
Es kam ein Virus dazwischen
Genieße aber die Ruhe sehr
Mehr als alle großen Feste

Vielleicht weil ich ein Eremit bin
Der in seiner Bücherhöhle lebt
Einfach gerne für mich bin als
Einsamer Wolf im Winterwald 

Habe mit dem Hokuspokus des
Aberglauben nichts am Hut aber
Finde Stille an Weihnachten sehr
Passend um Festtage zu genießen 

Zeit zum Lesen und Dichten bei
Feinem Tee zum Spätstück ist die
Würdigste Begehung dieser Tage
Denke ich besinnlich für mich

Feste mit Verwandten wären doch
Im Sommer viel angenehmer als
In dunkler Zeit denke ich und sehe
Der Himmel ist noch hellblau heut

Ruhige Weihnachten für sich sind
Gegen alles was ich die letzten
55 Jahre gewohnt war aber es ist
Geradezu magisch gelassen 

Statt schon Heilig Abend in Gedanken
Das große Fest vorzubereiten nur
Spärlich essen und keine Zeit weil
Mit irgendwas dauernd beschäftigt

So redet der Dichter sich die reale 
Einsamkeit schön und lache mich
Auch dafür aus obwohl es mir viel
Besser gefällt als früher gedacht

Besinnlichkeit fängt bei dir an 
Wird mit anderen immer schwer
Dafür umso bemühter künstlich
Mit Deko als Ersatz hergestellt 

Das gemeinsame Singen fehlt
Weil es so befreiend schön ist
Außer für jene neben mir die des
Flaneurs atonalen Gesang hören

So gesehen ist es also für alle
Wohl entspannt besser so und 
Damit das gerade beste aller
Denkbaren Weihnachten wie

Candide es wohl sagen würde 
Um in Ruhe der Geburt dessen 
Zu gedenken der für andere ein
Heiland ist oder auch nicht

jens tuengerthal 24.12.25

Festlust

Festlust

Zum Feste mal wieder richtig
Feste vögeln am besten noch
Unterm Baum der gerade mal 
In der Stube steht wo’s wärmer
Was der Lust immer förderlich
Ist so naheliegend wie dabei
Längst abgelutscht auch was
Sich nicht auf oralen Sex hier
Bezieht sondern allein meint
Der Witz ist etwas abgestanden
Alte weiße Männer Niveau eher
Seid lustvoll und genießt es
Steht nicht in 1. Mose 1,28
Dort ist von fruchtbar und der
Vermehrung die Rede welche
Bald infolge die Lust dann 
Schrumpfen lässt was alle
Aus Ehen gut kennen die
Der Tod von Liebe und Lust
Zu allen Zeiten real waren
Doch sind wir längst genug
Sollten eher weniger werden
Statt uns noch zu vermehren 
Dafür mehr die Lust genießen
Ohne nervige Kinder wie ihr
Ewiges Geplärre zu haben
Auch wenn Kinder wunderbar
Wie immer eine Bereicherung sind
Ist weniger heute mehr sollten sich
Höchstens wenige hochbegabte
Akademiker ohne krankes Erbgut
Noch vermehren den Rest braucht
Die Welt eher dringend weniger
Aber so vernünftig das auch wäre
Die Aussichten auf Vernunft im
Gebiet der Lust sind doch eher 
Bescheiden warum es einfach
Eine Philosophie des weniger
Was natürlich mehr wäre
Braucht glücklich zu werden
Durch Sex der nichts sonst
Mehr will als einander von
Allen Seiten zu genießen
Und dabei schützt zumindest
Von hinten vorm mehr werden
Mehr als vieler anderer Unsinn
Der Hormone sich einflößt
So gesehen wäre vermutlich die
Festlust am besten für den
Arsch nur aufgehoben gut

jens tuengerthal 24.12.25

Weihnachtsgeschichte

Weihnachtsgeschichte

Wir kennen sie alle und haben sie
Hundertmal gehört denke ich
Zumindest in unserem Kulturkreis
In den gewohnt bürgerlichen Kreisen

“Und es begab sich aber zu der Zeit
Da Quirinus Landpfleger in Syrien war
Dass ein Gebot ausging vom Kaiser
Augustus das alle Welt sich schätzen
Ließe und diese Schätzung war die
Allererste und jedermann ging dass
Er sich schätzen ließe da machte sich
Auch Josef aus Galiläa aus der Stadt
Nazareth auf in das jüdische Land zur
Stadt Davids die da heißt Bethlehem
Darum weil er vom Stamme Davids
War auf das er sich schätzen ließe
Mit Maria seinem vertrauten Weibe
Und die war schwanger und als sie
Daselbst waren kam die Zeit da sie
Gebären sollte und sie gebar ihren
Ersten Sohn und wickelte ihn in
Windeln und legte ihn in eine Krippe
Weil sie sonst kein Raum in der
Herberge mehr hatten”

Und so weiter und so fort der Ton ist
Bekannt die Formulierung hat sich
Manchmal wohl geändert vermutlich
So habe ich es auswendig im Kopf

Auswendig - ich - denke ich - ist ja
Unglaublich der sich sonst eher nie
Längere Verse merken kann und nur
Aus dem Faust zwei Promis kennt

Ach und den ollen Panther vom
Großmeister des Kitsch Rilke der
Trübsal hinter Gittern bläst für alle
Zoohasser wie mich am Anfang

Aber hundertmal gefühlt gehört
Was nicht stimmen kann denn
Wenn hörte ich diese Worte bei
Den Großeltern noch am Abend

Des 1, Weihnachtstages gelesen
Meist von meiner älteren Cousine
Weil es das Privileg der Ältesten war
Kam ich nie an die Reihe der nur

Das dritte der J von 1970 war in
Der Reihe der Ahnen also nicht
An erster Stelle für Lesungen stand
Beneidete still die Kusine noch

Habe das Trauma aber überwunden
Gefühlte 100 Bände 5 Freunde die ich 
Der besten aller Töchter vorlas halfen 
Wie Lesungen für die Liebsten auch

Sprach insgeheim auch wenn eher
Weniger fromm die Worte noch mit
Ohne was von Lukas und seinem
Evangelium da schon zu wissen

Lustig ist auch der Dreher den ich
Fest im Kopf eingebaut habe mit
Dem Quirinus vor Augustus der
So vermutlich nirgendwo steht

Vielleicht überlege ich weil ich den
Augustus irgendwie kannte aber
Mit Quirinus nichts anfangen konnte
War da nicht später ein Herodes

Aber das war ja 33 Jahre später
Fällt mir dabei ein und so lange
Waren wohl wenige Landpfleger
In Syrien wenn Rom noch lockte

Hab da leicht reden in Berlin was
Auch ohne sieben Hügel weiter
Im Norden liegt als Rom aber dem
Himmel über darum nicht näher

Was wohl heute aus den Engeln
Im Himmel über Berlin würde 
Hätte ich Wim mal fragen sollen
Neulich bei Giselas Vernissage

Hätte ja zum Thema der Ausstellung
Vom Weiterleben des Zwillings Jutta
Irgendwie gepasst mit Weihnachten
Nur weniger zu tun denk ich mal

Weihnachten feiert die Geburt des
Geaberglaubten jüdischen Propheten
Der ein Verwandter von König David
Also irgendwie wohl adelig auch war

Vielleicht diente die Behauptung auch
Nur dazu den Juden den eher armen
Propheten der Liebe schmackhafter
Zu machen als er von sich aus war

Eigentlich geht es um die heidnische
Wintersonnenwende natürlich die den
Alten Kulturen die sich noch mehr an
Der Natur orientierten so wichtig war

Der sogenannte Messias wie sie den
Nichtsnutz nannten dessen Vater zu
Seiner Geburt von Nazareth nach
Bethlehem lief zur Volkszählung halt

Sollte es in seiner Macht stehen
Verdammt viele Kriege und große
Gemetzel in seinem Namen noch
Anstellen lassen was peinlich ist

Gäbe es also den geaberglaubten
Gott tatsächlich muss er ein
Ziemlich großes Arschloch sein
All diese Gemetzel zuzulassen

Aber abgesehen von diesem eher
Albernen persönlichen Aberglauben
An den tätigen oder untätigen Gott
Fragt sich was die Idee mir bringt

Statt die Rückkehr des Lichts als
Teil der Natur zu feiern die eben
Ist wie sie ist und kommt und geht
Wird hier ein Prophet gefeiert

Ein Typ der über Jahre untertaucht
Dann mit Zaubertricks ein wenig für
Unruhe sorgt und dann noch meint er
Sei im Auftrag des Herrn unterwegs

Ist schon alles etwas seltsam auch
Mit der Geburt im Stall weil damals
Alle Hotels der Stadt ausgebucht was
Bei einer Volkszählung wohl möglich

Wenn er zur einst königlichen Familie
Gehörte fragt sich das schon aber
Lukas schreibt das ja wiederum nur
Über Josef nicht über Jesus 

Denn Maria war ja nicht von ihm
Schwanger sondern vom Herrn
Der nicht gut für seinen Nachwuchs
Offensichtlich sorgen konnte

So dolle war das wohl nicht mit
Der Allmacht des Herrn oder das
Galt nur für spirituelle Fragen aber
Nicht für irgend real wichtige Dinge

Halt Aberglaube denk ich immer und
Überall das gleiche Theater dabei
Glaubwürdig sind die Geschichten
Eher selten klingen halt nur toll

Zumindest ohne kritisches Denken
Was aber den Menschen erst zum
Menschen und besonders macht
Aber den Gläubigen noch nie gefiel

Wozu aber sollte ich mir noch einen
Gott ausdenken der nicht mal für die
Eigene Familie verantwortlich sorgt
Sich noch dazu völlig deantwortet

Es sei Gottes Wille ist ein typischer
Spruch der Gläubigen der besonders
Unter Muslimen weit verbreitet ist die
Dem Schicksal sich ergeben beugen

Etwas besseres zur Erzeugung von
Gehorsamen Untertanen konnte sich
Kein Herrscher ausdenken scheint mir
Leicht genervt vom Aberglauben hier

Das alles ist folgen wir Kant Unsinn
Weil es um Verantwortung vor dem
Eigenen Gewissen alleine geht die
Freiheit und Mündigkeit uns schenkt

Wer moralisches Handeln als nach
Der Natur so begründet annimmt
Muss sich fragen wozu diesen dem
Willen schädlichen Weg gehen

Wer das Gute Handeln in einem
Gott und dessen Willen begründet
Ignoriert damit die individuelle
Verantwortung bis zum Paradox 

Darum musste eine Hölle erfunden
Wie deren Drohung als Maßstab für
Gutes Handeln genommen werden
Weil es keine Freiheit geben soll

All das hängt an dieser uralten
Weihnachtsgeschichte mit dran
Die eine christliche Ethik verbreitet
Die von Deantwortung geprägt ist

Das fängt im Alten Testament an
Wo der Sündenfall mit dem Wunsch
Nach Bewusstsein und Erkenntnis
Also kritischem Denken beginnt

Eine unmögliche Geschichte aus
Der Zeit des babylonischen Exils
Mit der ein Hirtenvolk in einer
Städtischen Hochkultur sich zeigte

Wer glaubte eine solche Geschichte
Die den Mann an den Anfang stellt
Gegen alle Natur nach der allein
Die Frau gebären kann was wuchs

Wohin führt es wenn ich dem Volk
So eine männliche Erbfolge aus
Phantasie und Aberglaube gegen
Alle Natur vorgaukele als zum Wahn

Dennoch wurde die elende Geschichte
Von Adam und Eva für alle großen
Monotheistischen Kulturen zum heute
Anerkannten Teil ihrer Kultur

Warum akzeptieren Menschen die ein
Bewußtsein haben und also damit
Kritisch denken können solche ganz
Offensichtliche Lügen als Wahrheit

Zweifel an der Schöpfung waren
Verboten und noch immer reißen
Die lächerlichen Kreationisten in
Den USA legitim das Maul auf

Obwohl spätestens seit Darwin
Jeder weiß Schöpfung ist Unsinn
Es ist Natur die sich reproduziert
Ist der Aberglaube verbreitet

Warum Menschen diesen ganz
Offensichtlichen Unsinn glauben
Den die Natur täglich widerlegt
Hat vermutlich andere Gründe

In der Weihnachtsgeschichte gebiert
Zwar die Mutter die aber zuvor nicht
Von ihrem Mann sondern von Gott
Geschwängert wurde was sonst

Ein großer Skandal wäre gerade
In der heißblütigen südlichen Welt
Wird hier gehorsam akzeptiert wer
Daran zweifelt zweifelt an Gott

Ja bitte erkennt den Unsinn der nur
Dazu dient euch Gehorsam werden
Zu lassen statt Menschen zu sein die
Nach ihrer Natur kritisch denken

Hinterfragt alle Religionen mit Logik
Auch wenn es nur um Gefühl geht
Beim großen Aberglauben der zur
Tradition mit Gewalt einst wurde

Mensch zu sein heißt frei zu sein
Sich aus der Unmündigkeit wieder
Befreien in die Glaube uns drängt
Vom Gott der für uns sorgen soll

Gerade zur Wiedergeburt des Lichts
Die wir im Winter leuchtend feiern
Wäre Mündigkeit in Freiheit damit
Ein würdiger Auftakt und Anfang

Selbstverschuldet ist die elende
Unmündigkeit die glauben lässt
Wenn es nicht an Blödheit liegt
Sondern an Faulheit nicht mehr

Kritisch zu denken womit die Idee
Der Aufklärung als Befreiung ein
Kompliment ist das uns genug
Verstand es zu ändern zutraut

Weihnachten mitten im Dunkeln
Nutzen um sich geistigem Licht
Also dem Verstand zuzuwenden
Der uns Freiheit schenkt wäre klug

Stattdessen wird nun alles mit
Der klebrigen Droge Liebe die
Alles kritische Denken mit viel
Gefühl betäubt vollgeschmiert

Es ist halt Weihnachten das
Große Fest der Liebe das alle
Vernunft im C-Dur ersäuft was
Jubelnd überall nun erklingt

Wenn die eine oder andere
Lesend zumindest für einen
Moment innehält wäre hier
Mehr gewonnen als sonst

Wir können auch die Vernunft
Lieben wie mit dieser lieben
Uns verantwortlich zeigen statt
Als Schäfchen hinterher zu laufen

Unsere Zeiten brauchen sicher
Mehr kritisches Denken als es
Der Aberglaube je brachte um
Sich aus Unmündigkeit noch
Befreien zu können

jens tuengerthal 24.12.25

Liebesfest

Liebesfest 

Weihnachten sei das Fest der Liebe
Behauptet die christliche Sekte ohne
Vernünftige Gründe als Aberglauben
Dafür noch anführen zu können

Drei Tage vor Weihnachten aber
Wendet am Himmel die Sonne
Der Winter beginnt und damit die
Allerkälteste der Jahreszeiten

Mehr Licht also die angeblich letzten
Worte Goethes sind der Grund hier
In dunkelster Zeit ein Lichterfest mit
Liebe weil es Nähe bringt zu feiern

In Wirklichkeit sagte der gude Goethe 
Vermutlich als aaler Hesse in Weimar 
Ma liecht hier so schlecht nörgelnd
Über seine Bettstatt was keiner weiß

Das wäre was alte Leute halt so
Sagen wenn es aufs Ende zugeht
Überall längst ein Zipperlein haben
Immer lieber meckern als loben

Goethe starb übrigens net im Winter 
Sondern zum Aequinoctium genauer
Am 22. März 1832 was auch eher für
Schlichtes Altengenörgel spricht

Die kälteste und dunkelste Zeit im
Jahr braucht Licht Nähe und Liebe
Sie unbeschadet zu überstehen
Sich darauf konzentrieren tut gut

Dazu müssen wir keine Götter
Erfinden noch eine Kirche haben
Denn es geht um nichts höheres
Sondern um menschliche Wärme

Spüre diese von der Liebsten auch
Wo nicht nah gerade was genügt
Lächelnd die Zeit zu überstehen
Weil Liebe der beste Heizstoff ist

Dazu lässt die Liebe mich strahlen
Bin glücklich und zufrieden mit dieser
So klugen wie schönen Frau egal
Wie alt wer von uns wirklich ist

Liebe ist menschlich und Teil der
Wunder unserer Natur die wir auch
Ohne etwas über uns zu erfinden 
Menschlich genießen können 

Wenn wir dabei noch auf guten
Wein achten soll es wer mag halt
Weihnachten nennen was immerhin
Kürzer als Wintersonnenwende ist

jens tuengerthal 24.12.25

Marktsegen

Marktsegen

Der Markt und die Nachfrage
Setzen einfach durch was 
Heute geboten und möglich ist
Aber blinde Manager nicht sehen 

Die langsame Meinung der nur
Nur Verbraucher ist völlig egal
Weil die Industrie vorausdenken muss
Damit sie eine Zukunft noch hat

Der Elektromotor ist viel effektiver
Als der Verbrenner es jemals war
Dieser hat keine Zukunft mehr
Ist dazu noch ungeheuer schädlich 

Die lange erfolgreiche wie auch den
Weltmarkt beherrschende deutsche
Autoindustrie hat dies völlig verkannt 
Setzte auf das war lange bewährt

Eine völlig verfehlte Strategie vor
Der Wirtschaftsminister Habeck sie
Noch ausdrücklich warnte warum er
Zur Hassfigur der Bosse wurde 

Alle wissen die Zukunft ist elektrisch
Nur die deutsche Autoindustrie hat
Keine und verpasst diese konsequent
Indem sie aufs falsche Pferd setzen

Gute Manager würden nun endlich
Ihre Fehler gestehen um auf die 
Gebotene Zukunft klar zu setzen 
Deutsche Automanager dagegen

Gehen zu Merz bekommen Gehör
Weil der alte weiße Mann ohnehin
Nicht begreift was die Zeit schlug
Und machen weiter wie bisher 

Doch oh Wunder des Marktes der
Politische Dummheiten wie die 
Nationalen Eitelkeiten korrigiert
Sie schreiben dennoch rote Zahlen

In konsequenter Strategie wird bei
VW beim E-Bus gespart statt ihn 
Günstiger noch zu machen wird 
Aufs falsche Pferd weiter gesetzt 

Dann wird behauptet sich an den 
USA wie Trumps Ideologie nun für
Eine sichere Zukunft anzupassen
Und China überholt uns rechts

In Deutschlands seit vielen Jahren
Erfolgreichsten Unternehmen SAP 
Das die Zukunft schon lange vorher
Sah zeigt sich was geboten wäre

Dort werden nur noch E-Autos von
Der Firma finanziert und dabei wird
Konsequent auf alles außer Tesla 
Gesetzt denn so geht Erfolg real 

Auf den effektivsten Antrieb setzen
Die eigenen Mitarbeiter dabei auch
Fit für die Zukunft machen wie den
Faschistischen Idioten ausschließen

Von SAP lernen hieße für die
Zukunft des Landes lernen doch
Diese Regierung wird das nicht
Mehr rechtzeitig wohl merken

Der Markt wird es bald regeln
Die deutsche Autoindustrie wird
Aussterben oder sich ändern ob
Merz das noch versteht bleibt unklar

jens tuengerthal 24.12.25

Grönlandfrage

Grönlandfrage

Warum Grönland Grönland heißt
Also grünes Land wo es doch fast
Vollständig weiß und von Eis also
Bedeckt scheint schon fraglich

Darauf gibt es mehrere Antworten
Die wohl sicherste ist es stammt
Von Erik dem Roten einem Wikinger
Und Totschläger aus Norwegen

Dieser Draufgänger und Schläger 
War wegen Totschlags verurteilt wie
Damit aus Norwegen und Island
Rechtskräftig verbannt worden

Nicht weil er andere totschlug
Das war ja gute Wikinger Sitte 
Sondern weil der andere ein
Eigener war was Ärger gab

Weil ihm nichts anderes blieb
Segelte er gen Westen und 
Entdecke die riesige Insel die er
Aus Marketinggründen so nannte 

Damit wollte der Entdecker Grönlands
Die Insel aus seiner Sicht attraktiv für
Siedler erscheinen lassen dann wäre
Der Name eher ein schlechter Scherz

Wir kennen das von Zucker und Milch
Die als gesund uns verkauft wurden 
Damit schon Kinder nehmen was 
Für alle logisch schädlich ist

Dazu noch eine typische europäische 
Anmaßung von Menschen die noch
Meinen die Welt die sie entdecken
Wäre damit auch immer die ihre 

Eriks Sohn war der erste Entdecker 
Amerikas Leif Eriksson der damit fast
500 Jahre vor Kolumbus um das Jahr 
1000 Vinland entdeckte wie er es

Der dort blühenden Beeren wegen
Nannte der später nach seiner
Konvertierung zum Christentum
Island noch christianisiert hat

Er irrte wohl bei den Beeren wie
In der Meinung er hätte es als
Erster entdeckt aber so ist das
Ja meistens bei den Entdeckern

Inwieweit diese Haltung sowohl
Der Eroberung wie infolge auch
Der territorialen Defloration wieder
Typisch männlich ist bleibt spannend

Führte aber zu einem feministischen
Essay mich eher als zu Versen über
Grönland und wem es gehören könnte
Auf was der Weg gerade uns hinweist

Ob diese Macht des Aberglaubens 
Der zur Not mit dem Schwert kam 
Wie alte gewachsenen Kulturen dafür
Zerstörte ein Verdienst ist bleibt unklar

Hier glich das Christentum völlig
Taliban und IS über die sie sich heute
So gerne erheben weil die Intoleranz
Natürlicher Teil des Aberglaubens ist

Vorher schon hieß Grönland bei den
Inuit die dort Ureinwohner waren
Kalaallit Nunaat was Land der
Menschen auf Inuit heißt

Es gehört geographisch wie auch
Tektonisch zur Nordamerika Platte
Die Verbindung zu den USA liegt
Damit näher als zu Dänemark

Gebe ja ungern nur Trump Recht 
Doch die Verbindung zu den USA
Die sich noch als erste europäische 
Kolonie befreiten liegt damit näher

Dies nach der Natur des Kontinents
Ohne irgend über dänische Toleranz
Heute im Gegensatz zu früherer noch
Kolonialer Intoleranz zu urteilen

Es gibt übrigens auch Hinweise dass
Grönland zur Zeit von Erik tatsächlich
Grün und nicht nahezu nur weiß war
Der Name mehr als Marketing war

Wer an Fräulein Smilla denkt wie ihr
Gespür für Schnee die feine Dichtung 
Von Peter Hœg wird sich gut erinnern 
Wieviele Worte für Schnee es da gibt

Die Erderwärmung wird vermutlich
Zu mehr Grün in Grönland führen
Wie zur Zeit von Erik dem Roten
Bis die kleine Eiszeit dazwischen kam

Ob Dänemark als Kolonialmacht mehr
Anspruch auf Grönland hat als die 
USA zu deren Kontinent es gehört 
Könnte tatsächlich fraglich auch sein

Warum es zu den USA nicht aber zum
Kultiviert zivilisierten Kanada dazu 
Gehören sollte bleibt dagegen unklar
Trumps Frechheit begründet nichts 

Als demokratisch kultivierter Europäer
Der dazu noch deutsche Schuld als
Historisches Erbe mitschleppt scheint
Grönland mir allein dafür zuständig

Spannend ist übrigens und sollte
Ganz genau beobachtet werden
Dass Trump eigentlich die wirklich
Vereinigten Staaten damit anstrebt

Damit würde das Amerika nach der
Vorstellung von Trump sich dem
Modell der EU die er zu zerstören
Ständig bestrebt ist mehr annähern

Statt nur laut und hysterisch über
Den Idioten Trump zu schimpfen
Der so peinlich unkultiviert nur ist
Sollten wir schauen was er tut

Das gute an den dann riesigen 
Vereinigten Staaten von Amerika
Kontinental gedacht wäre dass 
Ein Trump dort keine Rolle spielte

Es ist die alte Frage ob Fusion
Zum Großkonzern oder lieber
Aufspaltung besser wäre die bis
Heute nicht vernünftig geklärt ist

Je nachdem welche neue Mode
Gerade den staatspolitischen Geist
Dominiert wird die Nation oder die
Fusionierte Union dabei überleben

Betrachte ich das ganze als Flaneur
Auch dieser verrückten Welt eher
Mit möglichst viel Abstand dann
Scheint die große Fusion mir klug

Genau wie die völlig lächerliche
Zollpolitik dem Zweck dienen könnte
Alle Zölle überflüssig zu machen im
Welthandel ganz ohne Nationen dann

So sehr es mir widerstrebt und so
Fern es noch zu liegen scheint
Könnte der unkultivierte Großkotz
Trump frech die Welt so vereinen

Gaza in eine blühende Landschaft
Mit Strandvergnügen aber ohne
Religiöses Dogma verwandelt wäre 
Dann die natürlich friedliche Folge

Jeder strebt nach seinem Vergnügen 
Es geht um Sex Unterhaltung Spaß 
Von mehr versteht ein Trump nichts
Aber es ginge allen besser dabei

Ahne schon den empörten dann
Aufschrei der Ethnologinnen die
Auch darum die Klitorektomie noch
Als bewährte Sitte verteidigen

Ehrlich gesagt liebe ich Frauen
Zu sehr diese kranke Sitte einer
Bloß religiösen Kultur irgend ernst 
Zu nehmen oder erhalten zu wollen

Trump will die Welt kaufen um sie
Unter US Verwaltung und Flagge 
Damit zu stellen und der Welt oder 
Zumindest den Menschen auf ihr

Könnte das friedlich besser tun als
Lächerlicher Nationalismus der sich
Um Verteidigung seiner Grenzen
Mehr sorgt als Zukunft zu gestalten

Eine Welt ohne Grenzen wäre viel
Freier und erledigte auch die heute
Nationalen Streitigkeiten damit oh 
Wunder könnte Trump weise sein

Zumindest könnte die Weltfusion
Uns dem Weltfrieden viel näher
Real bringen als jede Zeit vorher
Vielleicht sind es doch gute Zeiten

Europas Inkonsequenz die sich ihr
Geniales Modell bis heute nicht 
Eingesteht und konsequent lebt
Würde durch den US Mut belebt 

Nur postnational hat noch Zukunft
Weil es wie der Elektromotor auch
Tausendmal effektiver noch ist doch
Erreicht das schneller der Markt

Dann brächte der Idiot Trump der
Primitive Ami ohne alle Kultur wie
Frei von jedem Geschmack den
Ewigen Frieden nach Kant den er

Als peinlich Burger fressender Ami
Weder las noch verstand aber lebte
Wie der Saumagen in sich stopfende
Kohl das Modell Europa erschuf

Damit erledigten beide die Nation
Die sie auf ihrer Fahne hoch hielten
Denke ich lachend dabei weil es
Ganz anders kommt als gedacht

jens tuengerthal 24.12.25

Dienstag, 23. Dezember 2025

Lektürentagebuch 22.12.25

Lektürentagebuch 22.12.25

Begonnen mit Stéphane Hessel im
Tanz mit dem Jahrhundert Kapitel 10
Das von der Laufbahn als Diplomat
Dem Titel nach schon viel erzählt

Es fängt für ihn damit an dass ein
Ehemaliger Deportierter sich den
Fragen etwa der Schüler nicht
Einfach entziehen könnte

Im Gegenteil fordere das Ministerium
Sie zur Teilnahme auf solange es sie 
Als Augenzeugen noch gibt und er
Sei eben solch ein Augenzeuge

Er warnt vor der Ohnmacht die dem
Absoluten der Leichenberge sich
Völlig hilflos gegenüber sieht warum
Er an die Erniedrigung gern erinnert 

Diese sei heimtückisch wie nahezu
Unumkehrbar in ihrer Wirkung wenn
Der KZ Häftling zugleich Wolf wird
Um im Kampf zu überleben

Ihm hätte Jorge Semprun geholfen
Schwierigkeiten zu erkennen wie
Zu beschreiben ohne zu entstellen 
Erläutern ohne sich zu verzetteln

Sein erstes Buch Die große Reise
Habe ihn sehr aufgewühlt dann in
Was für ein schöner Sonntag taucht
Sogar sein eigener Name wieder auf 

Das versetzte ihm einen leisen
Schock und nun mit dem Band
Schreiben oder Leben schließe
Sich der Zyklus dem er folgte

Dies fesselte ihn auch deshalb 
So sehr weil es um seine Lager
Dabei ging die er zu gut kannte 
Was die Identifikation erhöhte

Der in seinen Augen aber aller
Bewegendste war Primo Levi
Der eine zerstörerische Realität
Beschreibt die ihre Vernichtung

Schon als Keim in sich trägt der
Literarisch perfekt gefasst wurde 
Am schwersten fiel ihm als Opfer
Wenn sie sich ihre Peiniger mit

Ihrer präzisen Logik genau ansahen
Dies noch zu verarbeiten dabei hat
Das Buch von Eugen Kogon der
SS-Staat ihm Zugang verschafft

Da er ihm sein Leben verdankt
Musste er es lesen wie seine
Abneigung gegen wiederkehrendes
Aufwärmen alter Geschichten 

Für dieses mal überwinden um zu
Erkennen wie er minutiös wie ein
Gelehrter die Maschinerie des KZ 
Demontierte dazu liefert er noch

Einen der zutreffendsten Schlüssel
Zum Aufkommen der Nazi-Ideologie
In der Weimarer Republik wie er auch
Die Ideale der SS präzise analysiert

Hessel beschreibt warum seine
Deportation eher völlig atypisch war
Er kam nicht im Viehwaggon und
Erlebte nie das kleine Lager

Mit all seinem Schrecken auch die
Machtübernahme der Häftlinge wie
Die Todesmärsche erlebte er nicht
Selbst mit war nicht mehr dort da

Er schreibt als er Nacht und Nebel
Von Alain Resnais ansah hätten ihn
Die Leichenberge mit den noch weit
Aufgerissenen Augen wie jeden

Sonst Zuschauer der nicht selbst
Im KZ war schockiert was angesichts
Der Schilderung wie er für zwei
Scheiben Wurst Leichen auszog

Zumindest etwas erstaunlich klingt
Entweder schlecht lektoriert oder 
Ein seltsam unbedachter Fehler
Den ich aber nicht korrigieren muss

Was die Opfer der Deportation dabei
Verbindet fragt er sich zunächst
Würden sie einfach immer weniger
Doch bei Begegnungen leuchtete

Ein Signal auf gespeist durch die
Scham die Wiederholung dieses 
Grauens nicht verhindert zu haben
So spürt er daraus Verantwortung

Egal was die Opfer trennt oder auch
Verbindet hätten sie wohl alle einen 
Auch zwiespältigen Blick auf sich 
Er ist nicht sicher ob er sich versteht 

Egoistisch nennt er sich sodann
Weil er Vitia keinerlei Nachricht
Auch nach Kontaktaufnahme mit
Der US Army zukommen ließ

Sie wusste immer noch nichts
Von ihm und ob er noch lebte
Nach dem Archiv von Buchenwald
War er am 20.10.1944 verstorben

Das neu gewonnene Leben galt es
Sinnvoll zu nutzen ihn reizte darum
Die Philosophie doch er fragt sich
Ob er noch besteht ohne Übung

Seit seiner letzten ernsthaften Lektüre
Waren 5 Jahre vergangen sowohl das
Phänomenologische Denken wie der
Existentialismus wären nun weiter

Würde der den Stoff aufholen können
Sollte er sich nicht anderen Fragen
Lieber widmen wie nötigen Taten so
Brachte ihn das KZ zur Diplomatie

Davon hatte er bereits in London
Geträumt aber würde er Zugang
Zu ihr bekommen ohne juristische
Ausbildung er hatte nur für École

Fragen über Fragen trieben ihn in 
Der neuen Freiheit dann hatte er
Einige Tage nach seiner Ankunft
In Paris eine glückliche Begegnung

Er traf Jean Sauvagnargues einen
Kameraden der im Kabinett von
General de Gaulle arbeitet der die
Große Aufnahmeprüfung am

Quai d’Orsay bestand und hatte
Zum Widerstand gehört der ihm Mut
Machte dass junge Leute gebraucht
Würden die nicht mit Vichy paktierten

Er meldet sich zur Sonderprüfung für
Kriegsteilnehmer Widerstandskämpfer
Kriegsgefangene oder Deportierte um
Zutritt zum Quai d’Orsay zu finden

Dies war bevor die ENA gegründet
Aus der sich heute die meisten der
Diplomaten rekrutieren er hatte noch
Fünf Monate bis zur Prüfung Zeit

Nebenbei bemühte er sich noch um
Die Einbürgerung von Helen und Uli
Welche sie 2 Jahre später bekamen
Damit war die Familie französisch

Vitia die kurz nach der Befreiung 
Nach Paris kam hat den Rausch
Wie die Trostlosigkeit in dieser
Phase der Geschichte miterlebt

Die Säuberungen und die Konflikte
Zwischen Franzosen aus London
Und denen aus der Résistance auch
Bei der Jagd nach Wohnungen

Damit auch die Zeit der Freundschaft 
Mit Jean-Paul Satre Juliette Gréco Sidney Becher Boris Vian zu denen
Er voller Euphorie dazustößt

Nachdem die Arbeit an einem
Weißbuch über den Geheimdienst
Während des Krieges scheitert zu der
Vitia vom Dienst beauftragt war

Fahren sie einen Monat in die Berge
Des Haute-Savoie in ein Hotel das zur 
Erholung für Deportierte reserviert war
Lernen dort André Boulloche kennen

Der spätere Minister für Bildung und
Jugend war mit seinen Schwestern 
Dort die wiederum Vitia noch aus dem
Lycée Molière kannte und genossen

Stéphane blieben noch 5 Monate um
Für das Philosophie Examen wie die
Prüfung am Quai d'Orsay zu lernen
Was er nun parallel auch angeht

Er schrieb seine Arbeit über das
Allein ertragene wie das geteilte Leid
Welche das Werk Kierkegaards mit
Seinen KZ Erfahrungen vergleicht

Er nennt seine Arbeit oberflächlich
Wie schnell hingeworfen bewiese
Diese seine eher oberflächliche 
Kenntnis des dänischen Philosophen

Professor Le Senne hätte sie jedoch
Freundlicherweise dennoch akzeptiert 
So konnte er die Erinnerung an Dora 
Und Buchenwald distanziert nutzen

Zur Vorbereitung auf den wichtigen
Concours des Affaires étrangères
Gehörte Internationales Recht bei
Dem sein Schwiegervater ihm half

Dazu musste er möglichst viel über
Die Geschichte der Diplomatie noch
Lesen was er in London dazu lernte 
War in Paris wiederum völlig unnütz

Er erinnert sich nur sehr schwach an
Die schriftliche Prüfung dafür aber die
Mündliche mit äußerst nachsichtigen
Prüfern die es nicht wagten ihn als

Krieger welcher die Ehre des Landes
Rettete in Verlegenheit zu bringen 
So hätte er mit Leichtigkeit bestanden
Bekommt nun auch Posten angeboten

Er wählt Tschungking wo damals die 
Regierung von Tschiang Kai-schek
Ihren Sitz hatte das aber dann schon
1949 von den Kommunisten erobert

Dies bedeutete das baldige Ende der
Nationalchinesischen Republiken im
Gebiet des früheren Kaiserreichs
Wovon Stéphane noch nichts wusste

Der französische Botschafter in China
Empfängt ihn mit großer Höflichkeit
Macht ihn auf Bücher aufmerksam
Wie die chinesische Kultur dazu

Vitia war über die Wahl dieser als
Schwierig geltenden Hauptstadt
Mitten im Reisbecken Chinas dann
Auch alles andere als erfreut

Jedoch hatte sie beschlossen sich
Völlig aus seinen Entscheidungen
Im Beruf herauszuhalten und so
Vertieften sich beide in Werke

Zur Sprache und Kultur Chinas sie
Hatte nur die Bedingung gestellt
Über die USA zu reisen um vorher
Ihre Eltern dort zu besuchen

Sie gingen am 2.2.1946 an Bord
Eines liberty ship das den Krieg
Wohlbehalten überstanden hatte
Die Überfahrt in 21 Tagen machte

Sie haben eine wilde Überfahrt bei
Rauher See die sie sehr genießen
Lernen dort zwei Ehepaare kennen
Bei denen er nur die Männer nennt

Es ist der ehemalige Offizier des
Freien Frankreich Jean-Mathieu Boris
Wie Jaques Kosciusko-Morizet der
Vertreter Frankreichs bei der UNO

Sie landen nördlich von New York
In Portland Maine von wo aus der
Zug zehn Stunden bis Manhattan 
Brauchte was heute so ähnlich ist


Von Hessel mit einem großen Sprung
Durch die Jahrhunderte nach Neapel
Zu Giovanni Boccaccios Filocolo oder
Die verschlungenen Wege der Liebe

Sein umfangreichstes Werk schrieb
Boccaccio wohl zwischen 1336 und
1338 als Student was sowohl für sein 
Genie wie für die Liebe auch spricht

Es war eine vielfältige Neuheit dabei
Auch ernsthafter königlicher Roman
In der Volkssprache italienisch noch
Dazu nicht in Versen sondern Prosa 

Die schöne Ausgabe der geliebten
Anderen Bibliothek ist also eine
Besondere editorische wie auch
Literarische Glanztat zur Liebe

Hier zu Anfang des Romans der wohl
Boccaccios geheimer Geliebter wie
Dem König von Neapel gewidmet ist
Gibt es ein Feuerwerk an Fußnoten

Dies in Anmerkungen am Ende des
Kapitels oder des Bandes mit dann
Zweitem Lesezeichen wäre besser
Für Lesbarkeit und Konzentration

Doch die bis zu zehn Fußnoten
Mit spannenden auch wichtigen 
Erläuterungen ziehen sich durch
Den ganzen Band als Fleißarbeit

Was der Autor hier an Wissen über
Römische und griechische Mythologie
Erwartet ist heute kein Standard mehr
Bedarf schon noch der Erläuterung

Dies ist spannend aber unterbricht
Auch die Lektüre um wieder die
Eigenen Mängel an Bildung in den
Gehäuften Fußnoten zu erspüren 

Beides schmälert die Leselust an
Einer sehr schönen Ausgabe die
Nicht gerade preiswert war leider
Lenkt vom Inhalt etwas doch ab

Ein Roman sollte ohne alle Zusätze 
Gut lesbar sein und wer gerade etwas
Nicht versteht fragt im Netz nach die
Sehr gute präzise Arbeit nervt etwas

Das ist schade weil solche wichtigen
Erläuterungen gut tun wäre hier ein
Essay mit Anmerkungen zu jedem
Kapitel vorab lesbarer und schöner

Insofern diese Einführung Boccaccios
In seinen Roman der Erläuterung 
Dringend bedarf die auch zur noch
Weiteren Lektüre geistig einlädt

Ist der inhaltliche Fortschritt eher
Bescheiden in der Lektüre die sich
In italienisch bombastischen doch 
Unbedeutenden Andeutungen ergeht 

Dennoch ist dieses bildungsreiche 
Buch eine große Freude auch wenn
Der eigentliche Roman noch weit
Hinter der Kulturgeschichte bleibt


Auf den ausschweifend unter dem
Götterhimmel alter Mythen hier seine 
Bildung zeigenden Boccaccio folgt
Ironisch nüchtern Friedrich Luft

Der Band über die Berliner Luft
Ist Nummer 405 der geliebten
Anderen Bibliothek wo nun zur
Diskussion geschritten wird

Der herrlich ironische Spott den
Luft über öffentliche Diskussionen
Die Teil der Demokratie halt wären 
Ausgießt ist selbstironisch schön 

Aber nun wollen wir zur Diskussion
Schreiten ist der vielversprechende
Titel unter dem als Untertitel noch
Anmerkungen zur Demokratie folgen

Dies insbesondere für den Fall wenn
Zu viele reden und zu wenige reden
Können wie es alle Medien täglich
Uns zu gerne vorführen bis heute

Am Ende kommt Luft zu dem Schluss
Demokratie sei der Zustand eines
Gemeinwesens in dem jeder spricht
Der es will besser nur würde diese

Sprächen nur jene die wirklich etwas
Zu sagen haben wovon wir noch fern
Sind dem kann ich hier leider nicht
Widersprechen ganz im Gegenteil

Trump und die AfD zeigen uns ja
Das auch dummes Gerede ohne
Sachliches Fundament heute viele
Anhänger schon längst hat

Ob das an den hier fein ironisch
Angegriffenen öffentlichen Diskursen
Wirklich liegt oder eher doch an der
Pausenlosen medialen Berieselung

Wäre der Diskussion wert weil es 
Dabei um den Kern der Freiheit
In einer Demokratie auch geht die
Von Putin und Musk angegriffen 

So regt der gute Friedrich Luft
Zu etwas mehr Geist im Diskurs an
Rät dazu den Kopf vor dem reden
Einzuschalten was vielfach gut wäre

Eine gewisse Selbstironie steckt
Natürlich darin wenn die berühmte
Stimme der Kritik des RIAS die
Bürger zum Denken auffordert

jens tuengerthal 23.12.25