Sonntag, 26. Oktober 2025

Sonntagsverse

Sonntagsverse

Sonntags Verse mit
Leichtigkeit zu zaubern fällt
Manchmal noch schwerer

jens tuengerthal 26.10.25

Gefühlsgedanken

Gefühlsgedanken

Denke über meine Gefühle nach und
Frage mich ob das überhaupt geht
Denken und Fühlen sich nicht schon
Vom Wesen her widerspricht und
Frage mich was wenn nicht auch
Gedanken Gefühle noch sein sollen
Ob der Mangel an Logik dies nicht
Ausschließt oder Gedanken ganz
Natürlich auch unlogisch sein können
Es ohnehin meistens bei den meisten
Eher sind als das irgendwer noch 
Die Regeln der Logik verstünde
Merke wie die Grenzen hier leicht
Verschwimmen und frage mich was
Gefühle noch sein sollen wenn nicht
Gedanken über das was ich fühle
Womit ich immer noch nicht weiß
Was meine Gefühle genau sind
Aber darüber nachgedacht habe

jens tuengerthal 26.10.25

Malbececke

Malbececke 

Auf einen feinen Malbec um die Ecke
Ins Crossroads kurz nach Mitternacht
Tino und Phil I begrüßt der kaum saß ich
Schon den guten Rotwein brachte 

Die eher mäßig gefüllte Bar mit nur zwei
Drei bekannten Gesichtern aber da kommt
Schon Nina und verleitet Tino gleich zu
Albernheiten zur Begrüßung als Königin

Ein wenig erinnern mich die Rituale die
In Bars gepflegt werden immer an die
Figuren in Asterix und Obelix wo auch
Alle ihre Charaktere rituell quasi pflegen

Oben sitzen zwei Paare munter plaudernd
Unten acht Herren und mit Nina nun drei
Damen die Musik ist eher getragen zum 
Herbstlichen Wetter heute passend

Viel aufregendes gibt es nicht zu berichten
Die Frisur der einen Dame oben die zur
Hälfte einen rasierten Schädel hat ist da
Noch die größte Überraschung heute

Sehen wir von Ninas Ausschnitt ab der
Immer eine Erwähnung wert wäre was
Heute auch nicht vergessen wird weil
Wenig sonst von ihm hier ablenkt 

jens tuengerthal 26.10.25

Samstag, 25. Oktober 2025

Lektürentagebuch 25.10.25

Lektürentagebuch 25.10.25

Am Morgen den schon in der Nacht
Begonnenen neuen Asterix gelesen
Den es diesmal nach Lusitanien was
Heute Portugal ist verschlägt

Wieder sollen sie alte Freunde hier
Einen ehemaligen Sklaven aus dem
Frühen Band Trabantenstadt retten
Der sie im gallischen Dorf aussucht 

Es tauchen viele alte Bekannte auf
Aber die Sprüche sind zeitgemäß
Der Humor hintergründig gut dazu
Auch die Charakterisierungen sind

Wieder regional treffend mit Humor
Die Namen dazu passend wie auch
Der dort Dialekt treffend imitiert wird
Mit vielen kleinen Witzen auf dem Weg

Didier Conrad trifft den feinen Humor
Der die frühen Bände auszeichnete
Macht sich auch über die eigenen Figuren
Dabei immer wieder gerne lustig

Ein gelungenes humorvolles Abenteuer
Das einiges charakteristisches auch über
Portugal in unseren Tagen erzählt und
Dies mit viel Ironie und Humor tut


Vom amüsanten Comic ging es zum
Ernsten Florian Illies der in seinem
Buch Wenn die Sonne untergeht von
Familie Mann in Sanary-sur-Mer erzählt

Das ganze beginnt in München wo wir
Einen genervten Thomas Mann noch
Kurz vor der Abreise erleben dürfen
Weil sein heiliger Mittagsschlaf ausfiel

Das ist nett plaudernd erzählt zeigt
Einen stocksteifen etwas pedantischen
Familienvater vor einer längeren Reise
Von der es keine Rückkehr mehr gibt

Die sogenannte Machtergreifung der
Nationalsozialisten lässt eine Rückkehr
Nach Vortragsreise und Urlaub in Arosa
Völlig ausgeschlossen erscheinen

Doch davon weiß Thomas Mann bei der
Abfahrt noch nichts die mit nur kleinem 
Gepäck geplant ist und so bleibt auch
Das Manuskript des Josephsroman da

Das ist wohl gut recherchiert und auch
Schön beschrieben stellt jedoch Mann
Den so humorvollen Autor sehr einseitig
Wieder als weltfremden Pedanten dar 

Ein etwas schlichter unfreundlicher Einstieg
Für ein Buch über einen der auch größten
Humoristen der deutschen Literatur wie
Seinen besonderen Sinn für Humor

Die Freude von Klaus und Erika über die
Abreise der Eltern um sich endlich ihre
Drogen ungestört spritzen zu können ist
Auch etwas zu klischeehaft einseitig 

Zwar beschreibt es treffend das auch
Exzessive Leben der beiden ältesten
Kinder von Katia und Thomas Mann 
Aber tut dies mit schlichten Schubladen

Hier hätte ich mehr Feingefühl erwartet
Statt Klaus gleich in die Schublade des
Schwulen Mannes der sich an antiken 
Figuren aufgeilt nur zu stecken

Erika die eine große Rolle spielte bleibt
Hier blass und Katia hat alles im Griff
Thomas Mann bleibt völlig weltfremd
Was nur bekannte Klischees bestätigt 

Bin gespannt wie es dann weitergeht
In dieser spannenden Zeit in der sich
Die deutsche Literatur in einem kleinen
Südfranzösischen Fischerdorf trifft 


Der feine Humor von Thomas Mann
Zeigt sich dafür in dem just gelesenen
Kapitel über den Besuch von Grünlich 
Beim Lotsenkommandeur wieder

Die Beschreibung der Situation wie
Der Ton der Dialoge bei denen der
Empörte Lotsenkommandeur dann
Teilweise ins Platt rutscht sind genial

Der steife Grünlich der dort seine doch
Älteren Rechte auf Tony geltend macht
Zu denen er das Einverständnis ihrer
Eltern schon hätte ist zu komisch

Die feine Beschreibung des Büros
Wie der peinlichen Situation zeigt
Den Sinn für Ironie die Mann auch 
In heiklen Situationen nicht verlässt

Viel zu sehr wird auf die steife nur 
Bürgerliche Inszenierung geblickt
Zu wenig der Humorist gesehen
Der mit einem Zwinkern schreibt 

Wie Tony in die Katastrophe ihrer
Ersten Ehe gerät von ihrem Vater
Dabei verraten der blind nur auf die
Bekannte bürgerliche Form vertraut 

Das ist mit viel Humor auch gegenüber
Der eigenen Tradition erzählt die Tony
An diesen peinlichen Blender verkauft
Egal was sie glaubt fühlt oder schreibt 

Mann zeigt mit den nur Floskeln die
Ein Grünlich von sich gibt auf wie
Dünnem Eis diese Fassade ruht
Wie sich Menschen täuschen lassen

Der steife Grünlich zeigt deutlich die
Standesunterschiede in seinem hier
Auftreten und blamiert damit klar den
Dünkel gegenüber echtem Gefühl

Zwar schrieb Thomas Mann dieses Werk
Noch dreiunddreißig Jahre bevor er als
Schon Nobelpreisträger von Illies als
Steife formale Puppe gezeigt wird

Doch ist hier wie auch später immer
Wieder sein feiner Sinn für Humor
Die Freude am Theater zu bemerken
Bei dem den sie den Zauberer nannten 

Dieser Spitzname von Thomas Mann
Stammt noch von einem der berühmten
Kostümfeste in seiner Münchner Villa 
Bei denen Mann als Zauberer erschien


Den Humor dieses großen Autors auch
Zur Zeit in der Illies Buch nun spielt zu
Spüren geht es nun auf einige Seiten
In Joseph und seine Brüder voller Freude

Fein betont Mann wie das was er hier 
Als Ereignis beschreibt immer wieder
Geschah und wie Joseph versuchte 
Die Komplimente von Mut abzuwehren 

So beruft sich der Sklave als sie über
Das Erbe was von seiner schönen Mutter
Auf ihn kam überschwänglich bewundert
Auf die immer vergängliche Natur dazu 

Erklärt ihr von all dieser vermeintlichen
Schönheit bliebe nichts und er bestünde
Nur aus den gleichen schlichten Stoffen 
Die nach der Natur eben vergänglich sind

Darauf erwidert sie sehr klug wie voller
Gefühl gerade die Lebendigkeit mache
Seine Schönheit aus während doch nur 
Figuren der Kunst immer tot blieben

Sie gibt damit eine Liebeserklärung ab
Die er nur schwer noch ignorieren kann
Der sich nichts mehr wünscht als wieder
Zur Arbeit und zum Zweck zurückzukehren

Fein beobachtet sind diese Dialoge die
Von genauer Kenntnis des menschlichen
Wesens wie der Liebe im besonderen
Die etwas verrückt macht zeugen 

Angesichts der Dramatik der Situation
Die Frau deines Chefs der noch dazu
Dein Eigentümer ist hat sich in dich verliebt
Und versucht gezielt dich zu verführen 

Wie dem lavieren von Joseph dabei
Der all dies nicht will was noch dazu
In biblischer Sprache erzählt wird
Zeigt sich der feine Humor von Mann

Das ist ganz großes Theater was der
Autor hier veranstaltet wie damit um
Den dürren biblischen Text herum
Dichtet als tragische Komödie

Es ist bekannt wie beliebt auch im
Hause Mann die Lesungen des Vaters
Waren der humorvoll Geschichten mit
Viel Freude am Theater erzählte

Der so liebevolle wie humorvolle
Menschenkenner Mann wird heute
Durch inszenierte Skandale um den
Verklemmten Schwulen überlagert

Diese Konzentration auf Probleme
Wie der Glaube an seine Inszenierung
Führen immer weiter vom Werk weg
Verdecken den Blick auf Manns Humor

Über dieses eher gestörte Bild von 
Thomas Mann sollte kritischer lieber
Nachgedacht werden um den großen
Humoristen auch sichtbar zu machen 

Es ist ja schön auch über das Wesen
Des Autors nachzudenken wie dabei
Psychische Auffälligkeiten zu sehen
Aber im Zentrum sollte das Werk stehen

Thomas Mann als bloß verklemmter
Schwuler vergisst seine große Ironie
Den Spaß mit dem er auch sein Leben
Als Theater immer inszenierte

jens tuengerthal 25.10.25

Herbstliebhaber

Herbstliebhaber

Liebhaber des Herbst
Können genießen was bleibt
Ohne Erwartung

jens tuengerthal 25.10.25

Lebensherbst

Lebensherbst

Herbst des Lebens
Beginnt mit Zufriedenheit
Genug zu haben

jens tuengerthal 25.10.25

Herbstgefühl

Herbstgefühl

Graues Wetter ist
Grund genug lesend drinnen
Zu bleiben beim Tee

Immer die liebste
Beschäftigung schenkt Natur
Zufriedenheit mir 

jens tuengerthal 25.10.25

Nachterotik

Nachterotik

Die Nacht hat eine ganz eigene
Erotische Ausstrahlung schon durch
Ihre Dunkelheit verführt sie dazu 
An das zu denken was wohl alles
Im Unsichtbaren noch geschieht
Hinter den wenigen beleuchteten
Fenstern oder dort wo kein Licht
Mehr das Tun derer dort beleuchtet
Die sich mehr oder weniger harmonisch
Manchmal noch ineinander bewegen
Oder die letzten Gäste in den Bars
Die es noch nicht miteinander in
Die Horizontale geschafft haben
Mit getrübten Sinnen einander
Voll letzter Hoffnung betrachten
Doch nicht alleine einzuschlafen 
Machen sie ihre Nächte durch 
Irgendwann dann alleine in das
Reich der Träume zu wandern
Was erwachend doch eher eine
Erleichterung meistens war und
So endet die Erotik der Nacht
Gerne in harmlosen Träumen 
Von denen bei Licht nichts bleibt

jens tuengerthal 25.10.25

Liebesüberraschung

Liebesüberraschung

Liebe kommt immer überraschend
Wenn sie zufällig mal vorbeikommt
Die Beteiligten nicht vorher weglaufen
Oder leider ihren Absichten folgen 

Etwas voneinander wollen ist meist
Das sicherste Hindernis auch etwas
Miteinander zu beginnen außer die
Beteiligten wollen nur heiraten

Um so mehr ich wollte desto weniger
Geschah in Folge dafür kam meistens
Mehr ohne jede Absicht heraus wenn ich
Bereit für eine Überraschung mal war

Seltsam ist nur dass die Bereitschaft
Die Möglichkeit der Überraschung eher
Verhindert warum ich hier nun lieber
Nicht weiter denke es könnte schaden 

jens tuengerthal 25.10.25

Clubriesling

Clubriesling

Gegen Viertel nach zwölf im vollen 
Crossroads eingetroffen und nach
Der Begrüßung von Tino und Phil II
Oben im quasi Clubbereich Platz gefunden

Sogar im Sessel gegenüber von Bowie
Um sogleich von Phil II den Riesling
Gebracht zu bekommen womit sich
Der Flaneur der Beobachtung widmet 

Direkt gegenüber zwei junge Paare
Mit niedlich tuschelnden Nymphen
Die mit je einem ihrer asiatischen
Herren mehr oder weniger flirten

Die Damen zusammen auf dem Sofa
Die Herren auf Stühlen daneben sie
Spielen Berührung über Figuren die
Sie mit den Fingern sich zeigen

In der Ecke ein mittelaltes Pärchen
Bei dem sie sich um Nähe bemüht
Während er cool hektisch raucht 
Ihr beim Weißwein gut zuhört

Auf dem Sofa ein frisch verliebtes
Paar oder Date das sich noch sehr
Engagiert im knutschen übt als er
Länger auf dem Klo verschwindet

Zückt sie sofort das Telefon und
Schreibt mutmaßlich einer Freundin
Über bisheriges wie hoffnungsvoll
Vielleicht auf Kommendes der Nacht

Beide sehen sehr brav und adrett aus
Was wenig aufregendes hoffen lässt 
Sie trägt einen Faltenmini was ihm
Zumindest wenig entgegenstellt

Im Rücken eine große gemischte Gruppe
Die sich lautstark unterhält ohne dabei
Besonders spannend zu wirken wie noch
Zwei Herren meines Alters im Gespräch

Der untere Bereich der Bar ist von hier
Nicht zu sehen was aber das Gedicht
Der Uhrzeit entsprechend abkürzt für 
Diesen Freitag bei guter Musik genug ist

jens tuengerthal 25.10.25

Freitag, 24. Oktober 2025

Asterixkultur

Asterixkultur

Der neue Asterix ist da und diesmal
Geht es nach Lusitanien was heute
Portugal heißt und erzählt wieder eine
Schöne Geschichte im Freiheitskampf 

Die aufständischen Gallier aus Aremorica
Was heute die Bretagne ist eilen einem
Alten Bekannten noch aus dem Band die
Trabantenstadt zu Hilfe was schon ganz

Wunderbar selbstbezüglich ironisch ist
Für diesen Klassiker der Comic Literatur
Auch das Spiel mit der immer Traurigkeit
Oder die Kutschen mit Oberleine sind

Ein herrliches Spiel mit der Vielfalt der
Kulturen Europas so zeigt Asterix uns 
Immer wieder die schönen Seiten von
Europa die manche fast vergessen

Bin mit Asterix groß geworden und
Erinnere mich genau wie die ersten
Bände zu uns kamen noch in den 
Siebziger Jahren geliebt wurden

Von Micki Maus und Donald hielten 
Die Eltern zunächst nicht viel aber
Asterix war ja echtes Kulturgut mit
Seinen Bezügen auf die Geschichte

Wie spannend musste dieses Buch
Von Julius Cäsar de bello gallico sein
Dachte ich fälschlich und wählte darum
Im Gymnasium erfolglos Latein 

Immerhin habe ich es mit der ersten
Vier meiner besten Lateinnote meiner
Sehr langen Schulkarriere abgewählt
Mit einem dann klitzekleinen Latinum

Die Freude am typisch französischen
Widerstandsgeist gegen die römische
Herrschaft über die Barbaren gefiel
Dem Anarchisten in mir gleich

Nachdem die Asterix leider etwas
Flacher geworden waren sind die
Neuen Bände wieder eine Freude
Die Europa lachend verbindet

Habe schon vor Jahren in Straßburg
Mit den Brüdern des Grand Orient 
Über den europäischen Geist darin
Wie das revolutionäre Feuer diskutiert

Asterix ist längst mehr als ein Comic
Es ist ein Stück europäische Kultur
Freue mich am französischen Humor
Wie dem Streben nach Gemeinsamkeit

jens tuengerthal 24.10.25

Lektürentagebuch 24.10.25

Lektürentagebuch 24.10.25 

Noch in der Nacht oder eigentlich am
Frühen Morgen Wolf von Niebelschütz 
Mit seinen enthusiastischen Worten über
Das Tagebuch gelesen und hier notiert

Er lobt es als Ort geistiger Freiheit der
Meist völlig belanglos für andere bleibt
Manchmal jedoch echten Mehrwert noch
Kann wenn mehr als nur Bericht

Als zeitweise Leser der Tagebücher von
Ernst Jünger und seltsam nie der des
Hochverehrten Thomas Mann habe ich
Auch selbst mal ein Tagebuch geführt

Dies immer in klar literarischer Absicht
Bedeutende eigene Gedanken noch
Für die Nachwelt zu erhalten worüber ich
Heute lieber schweigend lächeln muss

Niebelschütz schreibt wie immer sehr
Engagiert in der Absicht zu überzeugen 
Im Stil der Generation der Großeltern
Das ist unterhaltsam gut zu lesen


Weniger emotional dafür mit feinem
Wiener Humor schreibt Egon Friedell 
In seiner Kulturgeschichte der Neuzeit
Über die äußere Politik Ludwigs XIV.

Viel kritisiert wurde Ludwig sowohl von
Zeitgenossen wie den Historikern für 
Seine Rücksichtslosigkeit was Friedell 
Für eine wohlfeile Kritik eher hält 

Solange Politik die Kunst sei seine Gegner
Zu täuschen wie seine Macht zu erhalten 
Bis stärkere Kräfte ihn verdrängen sollte
Es kein moralisches Konzil je geben 

Diese kleine Bemerkung von Friedell 
Scheint uns heute eher erstaunlich
Nach den Nürnberger Prozessen wir
Anderen Urteilen aus Den Haag

Friedell jedoch will Ludwig XIV nicht
Vor Gericht stellen trotz des Angriff
Gegen Holland und der Zerstörung
Von Heidelberg und Mannheim

Seine Pläne waren so großartig wie
Die von Philipp II er wollte den ganzen
Norden mit Holland und Belgien wie
Die spanische Krone mit ihrem Besitz

Dann unterstützte er die Türken noch
Bei ihrem Zug gen Wien als Partner
Um im letzten Moment als Retter dann
In Wien noch zu erscheinen dafür 

Hoffte Ludwig die Kaiserkrone zu erhalten
So das Reich Karls der Großen den die
Deutschen und Franzosen ja teilen als
Nun französisch wiederherzustellen

Er focht viele lange Kriege und bekam
Am Ende das Elsass und Straßburg wie
Die Franche Comté und einige eher
Unbedeutende belgische Festungen

Der letzte Teil seiner Herrschaft ist
Durch einen dreizehnjährigen Weltkrieg
Den spanischen Erbfolgekrieg gefüllt
Mit den bekannten Gegnern dabei

Wunderbar beschreibt Friedel hier
Kaiser Leopold I wie Wilhelm von
Oranien der England und zugleich
Die Niederlande mit Kolonien hatte

Erzählt von den trüben blauen Augen
Wie der hängenden Habsburger Unterlippe
Wie den genialen Feldherren beider 
Dem Prinz Eugen und Herzog Marlborough

Wie Frankreich erschöpft von Krieg wie
Hunger im Lande Frieden schließen muß
Wonach Leopolds Sohn König von Spanien
Geworden wäre und Austria Weltmacht

Doch kam es im Übermut doch anders
Weil andere Europäer wie insbesondere
Wilhelm von Oranien für mehr an
Gleichgewicht war statt Übermacht 

Am Ende erhielt doch Ludwigs Sohn
Die Krone Spaniens England bekam
Dafür als Festung Gibraltar damit der
Handel seiner Flotte frei auch blieb

Die Krone Frankreichs wurde streng
Von der Spaniens getrennt dafür bekam
Österreich die spanischen Niederlande
Was dem heute Belgien entspricht

England nahm sich Savoyen das
Vorher noch Sizilien bekam während
Spanien noch Sardinien behielt von
Italien war damals noch keine Rede

Der diplomatische Kompromiss war
Relativ fair für alle zeigte aber dass 
Der Stern Ludwigs XIV am sinken war
Von großen Zielen kaum was erreicht 

Der auch eine kritische Wertung hier
Nicht scheuende Friedell macht
Durch seinen weiten Blick einen hoch
Komplexen europäischen Konflikt

Welcher der spanische Erbfolgekrieg
Lange war und der viel veränderte
Bis in die Gegenwart verständlich
Wie in den Gründen nachvollziehbar

Bis heute hat dieser Krieg auch die
Grenzen Europas mitbestimmt wie
Das Verständnis der Staaten von sich
Aber auch das Verhältnis zueinander

Es lohnt darum und ist hochaktuell 
Über diese Fragen kritisch nachzudenken 
So ist die Außenpolitik Ludwigs XIV 
Noch für die heutige EU aktuell

jens tuengerthal 24.10.25