Dienstag, 1. April 2025

Liebessehnsucht

Liebessehnsucht

Die Sehnsucht nach Liebe scheint
In der Natur verankert zu sein doch
Ist das gut so und ganz natürlich
Oder eine seltsame Krankheit eher 

Sucht ist Zeichen von Abhängigkeit
Sie macht immer unfrei was zum
Gefühl vieler Liebender zwar passt
Gilt ansonsten eher als Krankheit

Das Gefühl geliebt zu werden wie
Verliebt zu sein ist ganz wundervoll
Hat dazu heilende Kraft für unsere
Psyche egal wie vernünftig das ist

Sehnsucht lässt die geliebte Person
Uns vollkommen schön erscheinen
Ganz egal wie vernünftig das ist macht
Der getrübte Blick die Welt schöner

Wer wollte sich nicht im Frühling nach
Neuer Liebe sehnen um sich vollen
Herzens glücklich finden zu können
Als schönstes Ziel aller Sehnsucht

Wie langweilig und bald öde werden
Alle nahen Beziehungen uns schnell
Wo jeder uns irgendwann nervt aber
Welch Glück ist die Liebe in die Ferne

Voneinander träumen wie sich voller
Sehnsucht begehren ohne diese gleich
Befriedigen zu können ist das größte
Glück was Liebe schaffen kann

Nie scheint uns eine Liebe größer
Noch ein Begehren je vergleichbar
Der unerfüllten Sehnsucht die sich
Nur gelegentlich kurz genießen kann

Wir ersparen uns die Erkenntnis der
Normalen Mängel der Liebsten aber
Lieben uns gefühlt am Telefon mehr
Als in Wirklichkeit erträglich noch wäre

So mag die Sucht in der Sehnsucht
Eine Krankheit vielleicht sein die sicher
Oft die Nebenwirkung hat zu verblöden
Aber nichts lässt Liebe schöner scheinen 

Wieviele Gedichte voller Sehnsucht habe ich
An die ferne Liebste nicht geschrieben wie
Wenig dagegen für gerade Anwesende
Warum der Dichter die Sehnsucht liebt 

Ob dies vernünftig je sein kann im oder
Selbiger Dichter längst infolge verblödete
Wäre eine andere Frage als die ob diese
Immer am glücklichsten mich machte 

So bleibt die Liebessehnsucht eine
Sucht die glücklicher macht als alle
Was zwar etwas verrückt werden lässt
Aber gefühlt besser tut sie schadet 

jens tuengerthal 31.3.25

Montag, 31. März 2025

Lektürentagebuch 31.3.25

Lektürentagebuch 31.3.25

Weiter ging es mit Franz Hessel im
Kramladen des Glücks aus dem nun
Studentenleben von Gustav in Freiburg
Wie seinen ersten Abenteuern dort

Der Brief an seinen Bruder ist schön 
In den nun erwachsenen Gustav fühlt
Hessel sich glaubwürdig ein und lässt
Die ersten Erlebnisse ihn schildern

Der Besuch in einer Studentenverbindung
Die der Bruder ihm empfohlen hatte wird 
Schön mit leichter Ironie beschrieben auch
Warum er sich im Korps wohler fühlte

Seine Begegnung mit einer Schönen im
Wirtshaus in dem er übernachtet wie seine
Dort noch völlig keusche Schwärmerei
Obwohl mehr möglich gewesen wäre

Zumindest mutmaßt er dies aber ist mit
Allem was er erleben durfte glücklich
Ein wenig verliebt in die Wirtstochter
Die ihn ganz rührend dort versorgte 

Die Fahrt mit der Eisenbahn ins nah
Gelegene Bern mit dem Ziel sich die
Alpen anzusehen verläuft überraschend
Anders als von ihm ursprünglich geplant 

Als er nach schwieriger Zimmersuche
Erfährt die Stadt sei wegen eines just
Zionisten Kongresses völlig ausgebucht
Beschließt er diesen zu besuchen

Zuvor flaniert er noch durch die Stadt
Ist dabei schon ganz Flaneur wie es
Der Autor im Leben immer war mit
Feinem Blick für die Kleinigkeiten dort

Auf dem Kongress beeindruckt ihn die
Verschiedenheit der dortigen Besucher
Von schönen jungen Herren im Anzug
Wie sie sich auf Kongressen so zeigen

Bis zu offensichtlich orthodoxen aus 
Russland oder Galizien im Kaftan wie
Mit langen Schlefenlöckchen die noch
Miteinander in altem Jiddisch sprachen

Bei diesen blieb er stehen weil ihre ganz
Besondere Art ihn neugierig machte
Alle Männer unter ihnen trugen Hüte
Als er seinen absetzte wichen sie zurück

Berichtet von Diskussionen über das
Angebot vor der Rückkehr nach Zion
Land in einer Kolonie in Afrika noch
Zu bekommen worüber gestritten wird

Intensiv erlebt er als Konvertierter nun
Protestant die Auseinandersetzung in 
Der Gemeinschaft aus der seine Familie
Die längst säkular wurde ursprünglich kam 

Dann entdeckt Gustav einen sehr weise
Aussehenden Rabbiner mit dem er gerne
Gesprochen hätte doch traute er sich nicht
Der doch nicht mehr dazu gehörte

Berichtet von seltsamen Träumen in der
Nacht nach dem Besuch aber beschießt
Lieber zurück zu fahren statt noch im
Berner Hochland zu wandern

Sich überall fremd fühlend beschließt er
Zu seinem Vater in das Nordseebad nun
Lieber zu fahren statt in fremde Berge
Eine vielleicht Suche nach Heimat

Diese Auseinandersetzung mit dem eigenen
Fremd gewordenen Judentum beschreibt
Hessel als Autor mit ähnlichen Erinnerungen
Sehr fein und aufmerksam dabei

Der erste Roman von Hessel den er
Als Berliner in München lebend schrieb
Wird so zu einer kulturellen Begegnung
Auch mit den eigenen Wurzeln wieder

Das Fremde zieht ihn an aber zeigt ihm
Zugleich seine überall Fremdheit der für
Die einen ein Jude blieb trotz Taufe wie 
Unter Juden sich auch fremd fühlte 

Ein spannender Blick auf die eigene
Kulturelle Identität und was diese als
Geistige Heimat ausmacht wie fremd
Er dadurch in allen Welten sich fühlte

Wie sehr prägen religiöse Wurzeln
Das eigene Empfinden noch wenn
Längst säkular aufgewachsen eine
Begegnung mit Orthodoxen befremdet

Diese Auseinandersetzung beschreibt
Hessel sehr feinfühlig aufmerksam sie
War ihm aus seiner Biografie bekannt
Weckt in Gustav Sehnsucht teilzunehmen

Konsequent flieht er danach die Berge
Um zum Vater an die See zu fahren
Was Vertrautes wie Familie sucht
Nach der erschütternden Erfahrung

jens tuengerthal 31.3.25

Marianengraben

Marianengraben

Das Urteil gegen Marine Le Pen
Was erwartungsgemäß scharf ausfiel
Zeigt die Kraft des Rechtsstaats wie die 
Spaltung Europas zugleich auf

Während in Italien und Ungarn sich die
Regierungen solidarisch mit der Populistin
Zeigen ein Orban sogar mit je suis Marine 
An ein islamistisches Attentat noch erinnert

Begrüßen die Demokraten von links bis zu
Den konservativen der CDU das Urteil als
Ein Zeichen des Rechtsstaats gegen die
Selbstbedienungsmentalität der Populisten

Wichtig dabei ist es gibt Hebel gegen den
Populismus im Rechtsstaat wozu auch die
Verbote von Parteien zählen können welche
Grundwerte der Demokratie gefährden

Noch warten wir auf den Bericht unseres
Verfassungsschutzes zur AfD der ein solches
Verbot legitimieren würde was auch die
Regierungen Deutschlands befreite

Parteiverbote klingen erstmal furchtbar
Undemokratisch warum auch unser 
Bundesverfassungsgericht hohe Hürden
Vor ein solches noch einst setzten ließ 

Doch wo im Kalten Krieg eine KPD 
Verboten werden konnte sollten wir
Zur Verteidigung der Stabilität nicht
Vor einem AfD Verbot zurückschrecken

Das Urteil von Paris gegen Marine Le Pen
Zeigt wie der Rechtsstaat sich wehren kann
Worauf zu lange gewartet noch wurde wie
Die Faschisten in Italien uns zeigen

Warten wir das endgültige Gutachten ab
Das die Verbindungen zu Putin uns auch
Offenlegen dürfte um unseren Freunden
Im Westen rechtsstaatlich zu folgen

Die stabile Mitte muss gut aufpassen
Nicht an die radikalen Ränder zu viel 
Kraft zu verlieren sich noch zu wehren
Deren Lügen uns alle gefährden

Die Verurteilung einer Täterin ist gut
Wie rechtsstaatlich geboten da sie
Offenbart die Rechten sind in nichts 
Besser nur dazu noch rassistisch

Was sich erhoffen soll wer diese wählt
Außer seinen Hass gegen alle Ausländer
Zu befriedigen wurde damit ganz deutlich 
Bloße Spaltung und Rassismus ist es

Diese gegen unsere Freiheit wie die
Idee von Europa gerichteten Ideen sind
Mit allen staatlichen Mitteln zu bekämpfen
Da die Politik versagte kommt die Justiz 

Wer nach diesem Urteil wegen der
Veruntreuung europäischer Gelder 
Die Täterin solidarisch bedauert hat
Sollte nicht mehr zur EU gehören

Die erklärte Solidarität mit Straftätern
Gegen Werte der Gemeinschaft die
Mittel der Bürger veruntreuten ist eine
Kriegserklärung an unsere Solidarität

Folglich sollten die Regierungen dieser
Staaten als Verdachtsfall gelten für alle
Fälle von Unterschlagung und Korruption 
Was als Abschreckung genügen könnte 

Das Urteil im Fall Le Pen könnte so
Erfreulich wegweisend für Europa sein
Missbrauch von Mitteln aller wird hart
Bestraft und Rechte sind nicht besser

jens tuengerthal 31.3.25

Liebeslohn

Liebeslohn

Lohnt Liebe jemals
Wer bezahlt den Liebeslohn
Etwa bei Herzbruch

jens tuengerthal 31.3.25

Preiswert

Preiswert

Leben sei preiswert
Meinen manche irrtümlich
Wo vögeln umsonst

jens tuengerthal 31.3.25

Lebenslohn

Lebenslohn

Lohnt Leben sich je
Wenn alles seinen Preis hat
Oder muss es nie

jens tuengerthal 31.3.25

Liebesmüde

Liebesmüde

Auf ein Leben zurück blicken
Durch das wunderbare Frauen
Tanzten und manchmal auch
Einige Runden mit mir drehten
Könnte zufrieden glücklich machen
Auch wenn das Wissen zu viel
Liebe leichtsinnig voller Gier
Nach mehr verspielt zu haben
Schmerzvoll schwerer wiegt
Sage ich mir zum Trost um so
Dankbar dafür zu bleiben einst
Geliebt worden zu sein statt nur
Liebesmüde sich zu fühlen von
Ewigen Wiederholungen die das
Große Spiel der Liebe prägen 
Das einmalig wunderbar scheint
Auch wenn einfach austauschbar
Dessen Beliebigkeit noch durch
Virtuelle Welten potenziert wurde 
Was bleibt von hunderten Frauen
Als eine nette Erinnerung die nie
Künftig einsame Nächte teilen wird 
Wie Casanova auf Schloss Dux einst
Erwarte ich nichts mehr was aber
Die beste Haltung zur Liebe ist 
Derer ich so müde wurde warum
Vermutlich nichts mehr passiert
Was zumindest entspannt ist um
Irgendwann allein einzuschlafen 

jens tuengerthal 31.3.25


Sonntag, 30. März 2025

Lektürentagebuch 30.3.25

Lektürentagebuch 30.3.25

Begonnen mit Franz Hessel im wieder
Wunderbaren Kramladen des Glücks 
In dem der Autor als erfahrener Flaneur
Erzählt wie Gustav nach dem Abitur

Mit seinem Freund Arthur loszieht um
Das Berliner Nachtleben zu erkunden
Was sie dabei alles in der damals so
Verruchten Friedrichstadt erleben 

Fein schildert Hessel unterschiedliche
Orte wie das wechselnde Publikum
Wen sie kennenlernen und wen treffen
Wohin das die Beteiligten dann führt 

Sehr gut ist auch sein Besuch im Bordell
Wo er gleich eine junge süße Hure noch 
Retten und freikaufen will um dann mit ihr
Seine ersten Erfahrungen zu sammeln

Bis zu diesem Treffen wo er sie dann
Ganz für sich haben möchte will er ihr
Noch nicht körperlich nah kommen auch
Wenn diese sich liebevoll um ihn bemüht

Damit dies gelingt leiht er ihr gleich noch
Einen hohen Betrag seines Taschengeldes
Sie verabreden sich für den nächsten Tag
Wo er sie nun leicht verliebt nicht antrifft 

Die Kolleginnen schicken ihn zu einem
Hotel vor dem er sie mit einem sichtbar
Wohlhabenden Kunden in ein Taxi noch
Steigen sieht seine erste Huren Lektion

Mit viel Humor beschreibt Hessel dann
Wie Gustav ein Zimmer in seinem 
Studienort sucht wobei die ersten Versuche
So schnell er kann wieder fliehen lassen

Dann findet er sein Traumzimmer in einem
Verwunschenen Garten der ihn faszinierte
Die erst planlose Suche zu einem doch 
Guten Abschluss noch dabei brachte

Sobald Hessel mit liebevoller Distanz über
Etwas schreibt findet er seinen feinen Ton
Der die Lektüre so wunderbar macht als
Direkt Beteiligter verliert er leider etwas

Bleibe gespannt wie sich das im Laufe
Des Romans noch entwickelt der sich
So für mich bisher zweiteilt bin nun auf
Die Briefe an den Bruder gespannt

Auch dazu wird wieder die Perspektive
Zum Ich-Erzähler Gustav gewechselt
Was bisher meist zweifelhaft war doch
Nun in neuer Konstellation geschieht


In Was ist Aufklärung noch über die
Kunsthistorischen Hintergründe zum
Begriff Aufklärung gelesen was mir nur
Bei der Enzyklopädie spannend schien

Die Ausführungen über die Symbolik im
Frontspitz des genialen Werkes von
Diderot das d'Alembert nur mit aufführt
Zeigen deren revolutionären Charakter

Am Ende kommt Daniel Fulda noch auf
Den Roman Aufklärung von Angela Seidel
Zu sprechen den ich auch begann aber
Etwas gelangweilt zur Seite noch legte

Da taucht die feministische Perspektive auf
Indem die Erzählerin eine Bach Tochter den
Begriff bei einer alphabetischen Ordnung
Fiktional verwendet und dann erläutern soll

Die dort feministische Perspektive der
Autorin und ihrer Ich-Erzählerin hat sicher
Auch ihre emanzipative Bedeutung in dem
Ihrer Frau gewidmeten historischen Roman

So wurde der etwas professorale Ton am
Ende doch noch literarisch was mich aber
Nur begrenzt reizte den Roman gleich
Wieder weiterzulesen statt anderer Essays

jens tuengerthal 30.3.25

Weltpolitik

Weltpolitik

Wie sähe in Zeiten wie diesen eine
Vernünftige Weltpolitik aus die auf
Verständigung statt Provokation
Setzt das miteinander zu verbessern

Sie wäre das Gegenteil von Trump
Auch ein Putin würde bestraft für
Seine zahlreichen Verbrechen
Supermächte würden zerschlagen

Eine Herrschaft der UN in denen
Antisemitische arabische Kräfte 
Vorab ausgeschlossen würden 
Könnte dabei vernünftig sein

Ist Herrschaft nicht das Problem
Was einer Lösung entgegensteht
Wäre keine Macht für niemand
Dauerhaft die bessere Antworte

Braucht es eine Weltpolitik dann
Oder einfach Verabredungen von
Menschen die Interessen verfolgen
In der Sache gut Bescheid wissen

Vereinte Nationen aber braucht nur
Wer Nationen für notwendig hält
Diese Krücke aus alter Zeit die
Männer für ihre Herrschaft erdachten

Ausgelöst haben diese nichts als Kriege
Ein kultureller Gewinn ist nicht sichtbar so
Überflüssig vorgestrig wie alle Grenzen 
Die nur Narren noch bewachen wollen wenn

Benutzt nur von Populisten die mit der
Angst ihrer Gläubigen spielen welche
Größer ist als alle aufgeklärte Vernunft
Mit ihrem Geschrei alles übertönen

Was kann eine Politik künftig tun damit
Vernunft über Wahnsinn und Lügen siegt 
Menschen nach Frieden streben statt durch
Provokation Kriege noch zu riskieren 

Sie müsste in Bildung und Aufklärung 
Mehr als in Ausrüstung noch investieren
Die nur zu Schulden uns verführt welche 
Keinen Gewinn bringen dürfen weil die

Eroberung neuer Territorien also das
Klassische Raubgut ist was Europa einst
Als Hehler von Menschen und Waren 
Über Jahrhunderte so reich machte 

An diesem darf kein legitimer Besitz
Noch Eigentum je erworben werden
Was eine große Rückabwicklung wohl
Weltweit mit sich dann brächte 

Unklar bliebe wann und wo diese endet
Wie bald Königsberg danach wieder
Eine deutsche Enklave noch würde
Oder dies grenzenlos egal bald wäre 

Wieviel Politik braucht die Welt künftig
Um in Frieden miteinander zu leben
Wenn nur die Macht ausgehebelt wäre
Die solche so gerne missbraucht

Neige auch diesbezüglich eher zu
Zweifeln als zum Aberglauben an 
Die heilende Allmacht des Staates
Weniger in allem täte uns wohl gut

jens tuengerthal 30.3.25

Erinnerungsliebe

Erinnerungsliebe

Erinnerungen
Lassen weiter lieben was
Lange gestorben

jens tuengerthal 30.3.25

Naturchaos

Naturchaos

Natur ist einfach
So chaotisch liebenswert
Ganz ohne Gesetz

jens tuengerthal 30.3.25

Ordnungsliebe

Ordnungsliebe

Ordnung zu lieben
Illusion von Kontrolle 
Über ein Leben 

jens tuengerthal 30.3.25

Liebessatt

Liebessatt

Hatte ich genug Lieben
Ist das leicht lädierte Herz 
Nun endgültig satt vom
Ewigen Tanz der Geschlechter
Umeinander wie manchmal
Zugegeben selten miteinander
Ist Sättigung am Ende ein
Befriedigender Zustand so
Ganz ohne Hoffnung wie 
Vor allem ohne Sehnsucht
Sollte dieser Zustand einfach
Ganz unaufgeregt bleiben
Mit nichts mehr zufriedener
Als je vorher im Leben wäre
Nicht schon die Frage
Irgendwie verdächtig
Denke ich und beende 
Darum dies Gedicht

jens tuengerthal 30.3.25

Rieslingruhe

Rieslingruhe

Noch in Ruhe einen Riesling zu trinken
Ganz überraschend ins Crossroads um
Die Ecke gegangen wo es heute auch
Ausgesprochen ruhig ist für Samstag

An der Bar die heute Mo und Phil machen
Sitzt eine Dame mit Herr plaudernd vorm 
Fenster an zwei Tischen zwei Knaben
Wie am anderen zwei Herren mit Dame 

Oben zweimal Paare am plaudern und
Inmitten beobachtet es der Flaneur der
Staunt wie wenig gerade los ist noch ein
Einzelner Herr mit Hut und Bier an der Bar

Die an der Bar sitzende Dame hat einen
Ziemlich voll tätowierten Arm und dazu
Die üblichen hochgesteckten Haare und
Erzählt von ihren Surf Erlebnissen

Mo auch mit Hut wie immer unterhält
Sich mit dem Herrn mit Hut an der Bar
Die tätowierte Surferin hat eine eher
Dreckige Lache ohne sinnlich zu sein

Das Date auf dem kleinen Ledersofa
Geht abwechselnd auf Klo und ist in
Der Abwesenheit des je anderen mit
Ihren Telefonen intensiv beschäftigt 

Wie hektisch schnell sie diese dann
Wegstecken wenn der andere kommt
Ist vielleicht noch das aufregendste
Was heute hier zu beobachten ist

So habe ich heute hier meine
Rieslingruhe die ich genieße
Was die Verse relativ kurz hält 
Was auch mal gut so ist

jens tuengerthal 30.3.25

Samstag, 29. März 2025

Lektürentagebuch 29.3.25

Lektürentagebuch 29.3.25

Begonnen heute mit Franz Hessel im
Kramladen des Glücks wobei Gustav
Als Ich-Erzähler von der Verlobung seiner
Marga erfährt die er erschüttert hinnimmt 

Dafür kommt es dann zum ersten Kuss
Mit einer Bekannten an der See die ihn
Zum Spaziergang mitnimmt nachdem er
Vorher von seinem Suizidversuch erzählt

Was Hessel weniger gut kann scheint es
Ist als Ich-Erzähler zu schreiben das wird
Wie vorher die Kinder Perspektive etwas
Mühsam dagegen spielerisch danach wieder

Wie eng dieser gescheiterte Versuch sich
Die Pulsadern mit dem Rasiermesser des 
Vaters aufzuschneiden mit seiner verlorenen
Liebe zusammenhing bleibt noch unklar

Was lässt es näher erscheinen nicht erst
Seit Romeo und Julia wie dem Werther
Sich das Leben zu nehmen als die Liebe
Die vorher alles in diesem doch war

Über diese erschreckende Allmacht
Die uns gerne in den Wahnsinn treibt 
Kritisch nachzudenken wäre sicher gut
Ob das realistisch ist bleibt fraglich

Wunderbar dagegen plaudert er wieder
Als Beobachter der beschreibt was ist
Ohne zuviel Gewicht auf die eigenen
Gefühle zu legen Flaneur zu bleiben 

Er ist ein sehr feinsinniger Beobachter
Doch wo er was biographisch passend
Erscheint als Ich-Erzähler sich bemüht
Wird es schnell schwer erträglich hier

Spannend ist jedoch sein Wechsel der
Perspektiven der das Bild von Gustavs
Welt noch intensiver fühlbar macht was
Aus gefühlter Nähe schnell zu viel wird


Eine neue wunderbare Geschichte aus 
Dem Papageienbuch gelesen in der es
Darum geht wie der Brahmane der Dieb
Wurde der Hinrichtung nochmal entging

Dabei sagte die Tradition doch wie
Im Buch als Verse noch angeführt:

Der Dieb wird durch Enthaupten bestraft,
Der Weise durch Nichtbeachtung,
Die Frau, wenn sie allein schlafen muss
Der Freund hingegen durch Schweigen

Als der Brahmane von dem Urteil erfährt 
Was der König nach dem Gesetz fällte 
Ließ er ihm ausrichten er könne die Welt vor
Dem Untergang retten so er auf ihn hörte

Dieser lässt den verurteilten Dieb kommen
Befragt den Brahmanen wie das möglich sei
Was er tun könnte die Welt zu retten worauf
Dieser erklärt er müsse nur ihn nicht töten

Sonst ginge mit ihm seine Welt unter da
Er dann nicht mehr wäre der König muss
Über diese Weisheit lachen und lässt den
Dieb laufen und rettet damit dessen Welt

Der Papagei sagt der Prinzessin wenn sie
So überzeugend für sich sprechen könnte
Solle sie ruhig tun was sie wolle was die 
Frage nach der Lehre daraus stellt

Ist alles erlaubt sofern wir uns nur mit
Überzeugung auf unseren Wert berufen
Kommt es eher darauf an seinen Richter
Zum Lachen zu bringen also für sich 

Einzunehmen statt noch zu kämpfen
Lieber für die eigene Frechheit dann
Begeistern zu können um auch eine
Lebensgefährliche Krise zu überstehen

Mögen sich die Leserinnen fragen wie
Sie mit Frechheit eine Notsituation
Durch gute Nerven besser überstehen
Als es Gesetze noch erlauben würden


Von Indien ging es zum Arabischen Diwan 
Wo es verschiedene teils blutige teils verliebt 
Zarte Verse vom Schwarzen Ritter wie
Antara ibn Schaddâd genannt zu lesen gab
 
In feiner Sprache ging es um Schlachten
Wird wieder über Kamele und blutige 
Schimmel Stuten wie Hengste dabei deren
Empfinden einfühlsam sinnlich bedichtet

Die Perspektive eines Dichters aus der
Vorislamischen Zeit um das Jahr 600 ist
Spannend zu betrachten und von großer
Lyrischer Schönheit noch dazu geprägt

So weitet der arabische Diwan sowohl
Den Horizont für eine andere Kultur zu
Einer fern uns liegenden Zeit die aber
In den Gefühlen uns so nah kommt


Von der arabischen Halbinsel ging es
Auf die wirkliche Insel Sardinien wo
Marcello Fois in seinem Familienroman
Mercede und der Meisterschmied erzählt

Wie Luigi Ippolito seinem Bruder Gavino
Die Geschichte von der Verhaftung des 
Großinquisitors die er auschrieb erzählt
Was zur Geschichte in der Geschichte wird

Sehr gut erzählt Fois von dieser wohl hochdramatischen Situation aus der
Vielleicht Geschichte der Familie die
Mit Dostojewskis Großinquisitor spielt

Zwischen weltlicher und göttlicher Macht
Wird hier im Heiligen Offizium gerungem
Wo sich die gefährlichste geistige Macht im
Damals noch spanischen Sardinien durch

Die weltliche Macht die sie verhaften will
Im Auftrag von Vizekönig und dem da
König Philipp III. von Spanien verfolgt sieht
Oder aufgefordert ein Urteil zu revidieren

Ein Konflikt der mit Worten ausgefochten
Sich einerseits auf Gott direkt beruft als
Großinquisitor andererseits auf den durch
Gott eingesetzten König als höchste Macht

Dieser Konflikt prägte das Mittelalter 
Ließ Kaiser Heinrich IV. nach Canossa gehen
Vergebung nach der Exkommunikation vom 
Papst persönlich dort noch zu erhalten

Die Reste dieses Saliers liegen übrigens
Unter dem so wundervollen Speyrer Dom
Was andere schöne Geschichten erinnert
Die hier auch keine Rolle mehr spielen

Hier kommen die Truppen des Königs
Des katholischen Spanien dafür zum
Gesandten des Papstes der gerade
Wohl dabei war noch zu foltern

Der mögliche Vorfahr der Familie will
Damit eine Exkommunikation mit der
Notfalls erforderlichen Gewalt revidieren
Was schon ein Paradox verdeutlicht

Nehmt bestrafte wieder auf in die
Gemeinschaft der Kirche oder wir 
Werden euch Gewalt antun während
Ihr gerade einen anderen gefoltert habt

Die weltliche Macht bettelt dabei nicht
Um Wiederaufnahme wie es noch die
Kaiser des Mittelalters vielfach taten
Sondern zeigt ihre Kräfte deutlich

Wie es auch schon Karl V. durch seine
Plündernden Truppen beim sacco die Roma
Einst zugelassen hatte der Großvater wie
Zugleich Urgroßvater von Philipp III.

Wohin die Inzucht im Hause Habsburg
Führte zeigen Portraits der Zeit deutlich
Ist aber hier gerade kein Thema wo der
Mögliche Vorfahr den Inquisitor verhaftet

Eine spannend erzählte Geschichte mit
Historischen Bezügen die auch mit dem
Eigenwillen und Stolz der Familie spielt die
Sich nicht scheute die Kirche zu verhaften 

Der Konflikt zwischen Aberglaube und
Weltlicher Macht wird dort ausgefochten
Die Dialoge sind dabei sehr stark als
Ausdruck eines uralten Konfliktes

Sehr schön ist diese Geschichte die
Der eine Bruder dem anderen erzählt
In die Handlung eingeschoben als 
Historische Exkurs der mehr zeigt

Es wird darin mit der dunklen Seite
Der Kirche so gespielt wie mit dem
Stolzen Widerstände gegen sie von
Denen die doch dazugehören wollen

Heute gibt es keinen Grund mehr
In einer Kirche sein zu wollen außer
Aus Tradition oder als spirituelles Hobby
Damals hingen noch Existenzen daran

Dazu kam die verbreitete Furcht vor
Der Hölle oder der Strafe Gottes die
Machtmittel der Kirche lange waren
Von der die Mündigkeit uns befreite



Die Frage nach der Befreiung aus der
Unmündigkeit in der uns der Aberglaube
Auf Wunsch der Herrscher lange hielt
Führt mich zur nächsten Lektüre

In dem Katalog zu Was ist Aufklärung 
Das erste Essays zur Klärung des Begriffs 
Von Daniel Fulda begonnen der als dabei als 
Kunsthistoriker sehr klug erläutert

Aus dem Bereich der Wetterkunde kam das
Wort Aufklärung das dann 1708 erstmals 
Auch philosophisch in einem Konflikt nur 
Umgekehrt noch verwendet wurde

Zwischen dem Pietisten Joachim Lange und 
Christian Wolff in Halle ging es um dessen 
Logischen Rationalismus der den Theologen
Empörte der damals laut forderte Aufklärung

Eine Bestimmtheit durch Gott zu nennen
Von welcher der pietistische Aberglaube 
Ausgeht die überall gelten würde was
Sich zum Glück nicht durchsetzte

In allen anderen europäischen Sprachen
Wird dagegen sprachlich an das Licht 
Was die Aufklärung brächte als damit
Erleuchtung sprachlich noch erinnert

Aus dem sprachlichen Ursprung in der
Wetterkunde heraus werden im deutschen 
Gerne Frontspitze mit meteorologischer 
Symbolik von Aufklärern lange genutzt

Auch deshalb eröffnete die Ausstellung
Mit einem solchen Stich als Frontspitz im
Großformat von Chodowiecki der die
Aufklärung durch Licht am Himmel darstellte

Die vertiefenden auch sprachlich historisch
Interessanten Gedanken sind dabei teilweise
Ein wenig professoral aber dennoch auch
Für Laien der Kunstgeschichte gut lesbar

jens tuengerthal 29.3.25

Liebesleben

Liebesleben

Kein Liebesleben
Könnte mehr erfüllen als
Alle Versuche

jens tuengerthal 29.4.25