Freitag, 30. Januar 2026

Verdammt

Verdammt

Verdammt nochmal denk ich
Wir leben nur einmal und das
Relativ kurz kaum 100 Jahre
Welche die wenigsten erreichen
Es geht nicht darum noch etwas
Zu erledigen oder sich zu quälen
Sondern verdammt nochmal nur 
Darum zu genießen was bleibt
Dies lustvoll mit Liebe zu tun
Ist wichtiger als alles andere
Auf Siege kannst du scheißen
Jedes gerettete Leben ist ein
Verlängerter Traum vom Glück
Jedes verspielte ein verlorener
Darum liebt euch egal wie und 
Seid glücklich mit dem was ist
Wie haben nämlich am Ende
Verdammt nochmal nur ein Leben
Alles andere ist Aberglauben nur
Der nur abhängig aber nie wen
Glücklicher gemacht hat und so
Ist das Leben ganz einfach
Fangt an euer Glück zu genießen
Bis es endet und dann ist auch gut
Alles ist Natur und sonst nichts

jens tuengerthal 30.1.26

Lustharmonie

Lustharmonie

Die höchste Harmonie hat die
Lust wenn sie zusammen kommt
Mehr ist auch mit viel Übung an 
Glück und Harmonie nie möglich

Doch auch ohne den Gipfel der
Lust je zu erreichen kann Sex
Harmonisch wohltuend sein oder
Kämpferisch und konkurrent

Habe mehr als eine Frau erlebt
Die sich wünschte dass etwas
Mit ihr gemacht wird dabei sie
Wollten einfach benutzt werden 

Zugegeben liegt mir das weniger
Benutze keine Frauen sondern
Verwöhne sie lustvoll zärtlich das
Schätzt sie oder es passt nicht 

Wie es Männer gibt die sich gerne
Von ihr quälen lassen oder auch
Erniedrigen was mir eher fern liegt
Begegne lieber frei auf Augenhöhe

Du kannst geistig oder sogar 
Biochemisch gut harmonieren
Wo die Haltung nicht passt ist
Es vergebene Liebesmüh

Ob diese Neigungen durch bestimmte
Prägungen verursacht werden oder
Schon in den Genen liegen habe ich
Keine Ahnung vermute eher alles 

Darum ist es so gut und wichtig frei 
Wie offen über Sex zu reden auch
Um die Vorlieben kennenzulernen
Statt ein Überraschungsei zu haben

Die meisten aber beginnen Sex so
Ohne vorher darüber zu reden aber
Wundern sich dann dabei wie fremd
Die oder der andere dabei wird

Es gibt natürlich Menschen die nie 
Über Sex reden wollen und können 
Die finden bestimmt Gleichgesinnte
Denke ich heute und spare es mir

Natürlich nicht nur und sehr selten
Als erstes sondern dann wenn ein
Vertrauensverhältnis miteinander
Beginnt also etwas fühlbar ist

Würde mir heute eher alle sparen
Mit denen ich nicht auch darüber
Ganz offen und frei reden kann
Weil dann im Kern mir etwas fehlt

Guter Sex beginnt im Kopf nach
Der bescheidenen Erfahrung die ich
In 55 Jahren machen durfte und
Wo dort nichts anfängt passiert nichts

Sex kann auch Knöpfchen drücken 
Oder manchmal auch rubbeln hat
Aber noch nie damit angefangen
Dafür immer ein Vorspiel im Kopf

Heute denke ich zurück und weiß
Was wunderschön war und wie
Dankbar ich bin für diese Erfahrungen 
Hatte es kenne es mehr kommt nie

Dies früher zu erkennen hätte mir
Vielleicht vieles ersparen können
Weil echt und harmonisch selten ist
Wo es einmal passt bleib dabei

Die Wahrscheinlichkeit dieses so
Seltene Glück miteinander zu finden
Nimmt mit jedem Lebensjahr ab 
Wer es hat braucht nichts anderes

Würde mich zufällig wer fragen was
Guten Sex ausmacht sagte ich wohl
Natürlich zusammen kommen und
Dann einfach immer dabei bleiben

Dies weil es sich gegenseitig aus 
Dem sexuellen Vorgang Befriedigung
Schenkt was immer seltener wird 
Meist onanieren wir nur zusammen

Das ist auch nett natürlich und viel
Besser als gar kein Sex aber halt
Nur jeder für sich statt miteinander
Höhere Ebenen zu ervögeln

Aber weil die Erfahrung auch lehrt
Erwartungen sind immer der Tod
Der Liebe wie der Lust schweige ich
Im übrigen inzwischen eher dazu

Wer wissen will was ich denke
Auch über Sex kann mich lesen
Oder gerne mit mir reden denn 
Ohne passiert eher gar nichts

jens tuengerthal 30.1.26

Liebesgleichgewicht

Liebesgleichgewicht

Braucht die Liebe ein inneres
Gleichgewicht zwischen den 
Liebenden um dauerhaft gut zu tun
Überlege ich und frage mich dabei
Was ein solches überhaupt wäre
Ob es um Gerechtigkeit geht
Das Gefühl wichtiger ist als die
Tatsachen es darum keinen
Allgemeinen Maßstab gibt aber
Es nötig ist etwas zu ändern
Wenn eine Seite das Gefühl hat
Was ist wäre ungerecht dann 
Ist es nötig etwas zu ändern
Um sich auf einer Ebene die
Beiden gut tut treffen zu können
Es ist nicht einfach eines richtig
Bleibt es und ändert sich nicht
Wie viele Männer und vermutlich
Manche Frauen auch träumen
Sondern Liebe muss sich immer
Neu miteinander ausschaukeln
Um im Gleichgewicht zu bleiben
Weil wir uns auch verändern
Oder einen anderen Blick auf
Das gleiche bekommen der
Dann alles verändern kann
Die hohe Kunst ist dann auch
Darüber reden zu können um
Gemeinsame Wege zu finden
Wo das klappt alles wunderbar
Wenn nicht ist noch Arbeit am
Miteinander künftig nötig um
Liebe wertvoll zu halten für
Mehr als einen Augenblick

jens tuengerthal 30.1.26

Donnerstag, 29. Januar 2026

Lektürentagebuch 29.1.26

Lektürentagebuch 29.1.26

Gesprungene Liebe die wahre
Geschichte zu Jules und Jim von
Manfred Flügge traf heute als Tipp
Von einer Liebsten bei mir ein

Wie schwer es ist eine Liebe zu
Töten heißt das erste Kapitel das
Mit der Schlagzeile eines Mordes
In Paris beginnt den es nie gab

Eine Deutsche hätte ihren Geliebten
Einen Franzosen erschossen der
Ein Kind mit einer anderen hatte was 
Stimmte und viel fehlte wohl nicht

Der Geliebte war Henri-Pierre Roché
Die doch nicht Mörderin Helen Hessel
Die Frau des Autors Franz Hessel die 
Seit zehn Jahren diese Affäre hatte

Roché liebt nicht nur Helen daneben
Gibt es auch noch Germaine seine
Langjährige Geliebte und Ehefrau
Die auch eifersüchtig reagiert hat 

Seit zwei Jahren lebt Roché bei
Denise mit der er auch noch einen
Sohn hat was Helen noch nicht weiß
Er fürchtet ihre Wut und Eifersucht

Der spätere Autor von Jules und Jim 
Fühlt sich immer mehr verfolgt und
Beschließt Helen alles zu gestehen 
Auch von Denise aus dem Verlag 

Als Helen ihn fragt ob er nicht etwas
Vermisst weiß er sofort dass sie den
Revolver aus seinem Schreibtisch
Den er schon vermisste nun hat

Auf ihre wiederholte Nachfrage hin
Gesteht er ein Kind mit Denise zu
Haben nach einem ersten Schock
Schließt Helen die Tür einfach ab 

Dann wirft sie den Schlüssel aus
Dem Fenster er fürchtet ihre Rache 
Schließlich prügeln sie sich wirklich
Er schlägt sie als Boxer nieder

Danach versorgt er sie mit kalten 
Umschlägen für die geschwollenen
Augen und sie rufen ihre Freundin
Charlotte an um aufzuschließen 

Er geht zur Apotheke und kauft
Für ein groteskes Frühstück ein
Bei dem die beiden Frauen ihn 
Beschimpfen als Lügner und Monster

Helen erpresst von Henri das Geld
Für die Schule des Sohnes Stéphane
Den sie mit Henris Freund ihrem noch
Ehemann Franz Hessel in Berlin hat

Dann kommt Stéphane zurück aus 
Dem Pfadfinder Zeltlager und nach
Verschiedenen finanziellen Zusagen
Darf Henri endlich in seine Wohnung

Die Psychoanalytikerin Charlotte
Soll zu Helen später vermitteln sie
Stellt immer dreistere Forderungen
Er hinterlegt eine Notiz bei seinem

Rechtsanwalt Helen habe erneut
Versucht ihn umzubringen sie bleibt
Gefangene ihrer Todesgedanken und
Droht ihm sie beide zu töten

Henri der seit drei Jahren zwischen
Seinen drei Frauen jongliert bekommt
Nun auch noch Ärger mit Denise die
Bisher alles immer geduldig ertrug

Helen sucht Kontakt zu Denise wie
Zu Germaine die es beide verweigern
Denise wärmt einen alten Liebhaber
Auf verlässt Henri aus Rache erstmal

Die beiden kommen erst im Krieg
Wieder zusammen inzwischen hat
Denise noch eine Tochter mit Jean
Wie es eben manchmal so geht

Der 1,90 Meter große Henri der ein
Seit Jahren überzeugter Vegetarier ist
Nimmt auf 63 kg in dem Stress ab 
Ein großes Chaos der Gefühle

Die erkaltete Leidenschaft trifft auf
Niedrigkeiten und Erniedrigungen
Gesprungene Liebe und Scherben
Verlorener Liebe alles wirkt verrückt 

Henri liest in seinem Tagebuch nach
Von den schönen Zeiten dieser Liebe
Zu dritt und seine Freundschaft zu
Franz erste Gedanken an den Roman

Einen deutsch französischen Roman
Der diese sonderbare Geschichte
Zwischen Freunden erzählte die
Nacheinander dieselbe Frau liebten

Doch es wird noch zehn Jahre dauern
Bis Henri den Roman schreiben kann
Der Roman wurde Jules und Jim der
Durch die Verfilmung bekannt wurde

Dem wahren Roman hinter diesem
Geht dieses Buch von Flügge nun
Auf die Spur der eine Geschichte
Zwischen Paris Berlin München ist

Es wird eine Geschichte jenseits der
Überkommenen Moral wie zugleich
Eine moralische Geschichte weil sie
Die Möglichkeit einer anderen Moral

Auf den Prüfstand dafür stellt alle
Beteiligten dachten auch über die 
Literarische Umsetzung nach auch
Wenn es eine Geschichte nur aus

Dem Leben war hatten die Beteiligten
Doch als Literaten und Künstler noch
Besondere Leben lebten ihr Leben
Wie in einem Roman und erlebten es

Jules und Jim wäre eine Geschichte
Zwischen Deutschland und Frankreich
Wie zwischen männlich und weiblich
Als wären es verfeindete Nachbarn

Die Liebe zum anderen Land wie
Die Liebe im anderen Land und
Die Liebe als anderes Land stand
Hier wie das Leben auf dem Spiel

Ein schöner Einstieg denke ich
Ganz erfüllt von der Erinnerung
An die literarischen Grundlagen 
Die alle Beteiligten dazu legten 

jens tuengerthal 29.1.26


Liebesdialektik

Liebesdialektik

Gänseblümchen sind
Orakel tiefer Liebe
Liebt mich oder nicht

jens tuengerthal 29.1.26

Lichtdialektik

Lichtdialektik

Finstere Welten
Brauchen geistiges Licht für
Innere Hoffnung

jens tuengerthal 29.1.26

Teedialektik

Teedialektik

Teedialektik
Heißes an kalten Tagen
Eistee bei Hitze 

jens tuengerthal 29.1.26

Ernüchterung

Ernüchterung

Leben ist warten auf den Tod
Mehr wird es nie nur manchmal
Geben wir dem was es eben ist
Einen großen goldenen Rahmen

Wenn wir von Liebe reden oder
Der Rettung der Welt fühlt sich
Das Sein nicht so sehr nach nur
Faulgasen an die immer da sind

Ohne Verdauung und Scheißen
Platzen wir irgendwann einfach
Dann würde sichtbar was wir
Lieber nur in eine Kiste packen 

Leben ist endlich und solange
Wir es so nennen fault es halt
Vor sich hin und nicht nur die
Deutschen sind dabei faul 

Wie der Kanzler irrtümlich meint
Alle auch er faulen vor sich hin
Würden sonst platzen wozu so
Mancher auch ohne Faulheit neigt

Doch wird es nicht anders wenn
Wir einmal nicht mehr sind dann
Geht das verfaulen richtig los bis
Die Natur uns eben platzen lässt

Irgendwas lebendiges nährt sich
Von den essbaren Resten bringt
Den Wurmkindern Leckerbissen 
Damit sie wachsen und gedeihen

Unklar nur ist ob die Würmer dann 
Vor dem Essen beten oder sich das
Als nur Natur lieber sparen aller
Alberner Hokuspokus menschlich ist

Arzt Benn beschrieb es gefühlvoll
Einer kleinen Aster gedenkend im
Bauch des toten Bierfahrers auch
Ein lyrischer Klassiker schon lange

Leben ist also am Ende nichts als
Verfaulen ob tot oder lebendig hat
Irgendwer immer noch was davon
Nur faul darf keiner dabei sein

jens tuengerthal 29.1.26

Lustordnung

Lustordnung 

Lust folgt der Ordnung der Natur
Die gerne Chaos stiftet um den eher 
Doch mechanischen Vorgang infolge
In eine größere Ordnung zu stellen

Ob die Lust eher der Fortpflanzung
Nach der Natur dient oder dies nur
Ein lästiger Nebeneffekt ist bei der
Suche nach Befriedigung ist unklar 

Natürlich versucht der Aberglaube
Die Priorität gerne von der Lust
Auf die Fortpflanzung zu setzen
Wobei das Kindchenschema hilft

Wir sind so konditioniert wie viele
Auch meinen Sex sei nach ihrer
Natur mit Liebe verbunden was 
Immer eine Lüge schon war

Weil manche Lügen aber dafür
Das miteinander erleichtern lohnt
Ihre Aufdeckung weniger als die
Fortsetzung weil es ist wie es ist

Schlimm wird es nur wenn wir
Nicht mal vor uns die Lügen
Lügen nennen um uns besser
So selbst täuschen zu können

Dann sind wir im normalen Wahnsinn
Den wir Beziehung nennen oder auch
Ehe um das Leben zu ordnen was 
Zum Ende der Lust meist bald führt

Der Sex kann durch Übung besser
Wie harmonisch schöner werden aber
Meist wird er nur zur Gewohnheit die
Dann irgendwann natürlich langweilt

Darüber reden kann helfen um die je
Bedürfnisse dabei zu erforschen
Das mögliche so zu optimieren was
Schon wieder unromantisch klingt

Ob Romantik und Erotik eher ein
Gegensatz oder eine natürliche
Ergänzung sind ist unklar auch
In der jeweils Wahrnehmung

Wer systematisch vorgeht ist beim
Sex nicht unbedingt erfolgreicher
Auch wenn schon unklar ist was der
Erfolg am Ende überhaupt sein kann

Was Frau von Mann dabei erwartet
Ist so unterschiedlich wie diese und
Wechselt nach Laune und Lage stets
Nur wehe er erspürt es nicht richtig

Während Mann eigentlich immer
Das gleiche sucht und es gerne 
Auch mit ihr dabei noch teilt und
Ungern seine Gewohnheit ändert 

In dieser Hölle der Gewohnheiten
Sind die meisten Paare gefangen 
Aber die wenigsten reden darüber
Warum sich nie etwas ändert

Vielleicht ist dies die Ordnung hinter
Der Lust die eigentlich das Chaos als
Teil ihres Wesens liebt und braucht
Was den Reiz des neuen ausmacht

Eigentlich ist es nahezu immer das
Gleiche beim Sex es bräuchte nie 
Wechsel wenn es einmal gut läuft
Was tatsächlich selten genug ist

Bis du das eines Tages zufrieden
Merkst ist alles schon Geschichte
Was eigentlich perfekt war auch
Das ist Teil der Ordnung der Lust

So ist die Lust immer auch eine
Ordnung verpasster Chancen die
Hoffen lassen es ginge weiter
Warum alle noch was suchen

So zumindest geht es noch weiter
Auch mit der Menschheit die sich
Gerade beim Sex zu gerne belügt 
Wie belogen werden möchte

jens tuengerthal 29.1.26

Liebestohuwabohu

Liebestohuwabohu

Liebe kann dem Leben eine gute
Ordnung und Sicherheit geben
Warum Menschen dabei bleiben
Auch wenn es mehr Tohuwabohu 
Was im hebräischen ursprünglich
Die große Unordnung bezeichnet
Auch großes Chaos heißt früher
Noch für wüst und leer gebraucht 
Den Zustand vor der Schöpfung
Meint die wir heute Evolution nennen
Häufig im Leben stiftet könnte es
Glücklicher machen als alles sonst
Was sicher Grund genug wäre
Das Chaos hinzunehmen das
Vermutlich der Ordnung der Natur
In uns eigentlich folgt die wir
Nicht einfach logisch erkennen
Können weil unser Gefühl das 
Eigenen Regeln gerne folgt der
Schlichten Vernunft chaotisch
Erscheint obwohl es eigentlich
Ganz logisch ist wenn zwei sich
Halt zusammengehörig fühlen 
Frage mich nur ob die Toleranz
Gegenüber dem Chaos das Liebe
In uns immer wieder stiftet eher
Der Ordnung der Natur folgt also
Uns zu unserer wieder bringt
Ein Akt inneren Aufräumens ist
Der nur unserem Gefühl für
Alles was ordentlich wäre
Widerspricht weil wir dabei
Auch jede Kontrolle verlieren
Und habe noch keine Antwort
Warum wir es so oder so tun
Weiß es nicht mal für mich allein
Ist halt Gefühlssache denke ich
Was schon ein Widerspruch ist
Zumindest weiß ich wenn es so
Ein emotionales Tohuwabohu wird
War sicher auch Liebe beteiligt 
Vermutlich ist es klüger das Chaos
Als Teil unserer Natur zu sehen
Statt es verstehen zu wollen da
Es bekanntlich meistens genügt 
Wenn es ist was es ist

jens tuengerthal 29.1.26

Lektürentagebuch 28.1.26

Lektürentagebuch 28.1.26

Weiter ging es zuerst wieder mit
Philipp Blom und der Welt aus den 
Angeln dort mit den klugen Epilog
Als Nachtrag zur Bienenfabel

Heute tauchte ich mit dem klugen
Philosophen und Autor tief in das
Kollektive Jenseits als vorletztes
Kapitel des Nachtwortes noch ein

Am Anfang steht die Frage ob der
Liberale Traum wirklich gewonnen hat
Die ganze Welt natürlich nun dieser
Entwicklung auch folgen werde

Dies weil Menschenrechte universell
Sind jede Gesellschaft sie früher oder
Später natürlich wollen wird wie wir
Lange unwidersprochen dachten 

Doch kam es anders weil für einen
Großen Teil der Menschheit die
Präsenz des Westens weniger mit
Menschenrechten verbunden war

Vielmehr hatten sie über Jahrhunderte
Entrechtung Unterdrückung wie auch
Dazu Sklaverei erfahren müssen
Auch von Denkern der Aufklärung

Der universelle Anspruch auch der
Aufklärung wurde als Postkolonialer
Anspruch fortgesetzter Ausbeutung
Von nationalen Denkern abgelehnt

Nichts deutet noch auf eine neue
Bewegung zu Freiheit und Demokratie 
Hin im Gegenteil folgen immer mehr
Hier wieder der Religion meint Blom

Ehemals liberale Länder entdecken
Den Charme autoritärer Demokratie
Schrieb der Autor weitsichtig schon
2018 und die USA belegen es nun

Das Wirtschaftswachstum etwa von 
Autoritär regierten Ländern wie China
Scheint den Glauben an autoritäre 
Muster für viele noch zu bestätigen 

Diese Staaten lehnen weiterhin die 
Menschenrechte als westlich ab das
Wohlstandsversprechen wird mit
Unterhaltungselektronik abgepolstert

Auch die Bewohner westlicher Länder 
Nehmen schon wieder für ganz klare
Aussagen und Versprechen gerne
Autoritären Nationalstolz hin auch

Wenn diese lächerliche Idee noch nie
Irgendwem genutzt hat außer denen
Die an der Rüstung gut verdienten 
Was im Rausch wohl keiner erfasst

Die Aufklärung begann ihren Weg
Im 17. Jahrhundert als eine Form
Der Emanzipation der Bürger von 
Der Übermacht der Aristokratie

Die Bewegungen zur Freiheit die
Eine eigene Kultur oft auch suchen
Knüpfen daran teilweise zumindest
Von Vokabular her noch wieder an 

Sie tun dies jedoch real häufig unter 
Nutzung autoritärer Träume die dann
Schlichte Muster der Sprache nutzen
Welche erst Ausgrenzung betreiben 

Die Entwicklung der nächsten Jahre
Mit wirtschaftlichen Krisen wird mehr
Menschen autoritären Mustern hier
Folgen lassen Sicherheit zu finden


In der Kulturgeschichte der Neuzeit
Ging es bei Egon Friedell um den
Geistigen Hintergrund der Barocke
Wie der kukler aus ihm noch sagt

Während der Norddeutsche der dem
Duden noch heute so nah ist korrekt
Von dem Barock als Epoche spricht
Sagt der Wiener gern die Barocke

Was schon viel über die Intensität
Der Beziehung zu dieser Epoche 
Erzählen kann die gerne mit dem
Übermaß noch üppig spielt dabei 

Schauen wir uns nüchtern klare
Nordische Backsteingotik an die
Das Gegenteil südlichen Barocks
Ganz deutlich ist zeigt es sich 

So galt nach Friedell auch die
Ansicht zu dieser Zeit dass alles
Durch Fleiß und Studium erlernbar
Durch wissenschaftliche Virtuosität

Es ist es auch die Blütezeit der
Poetiken wie der ganz korrekten 
Kunstwerke Gemälde und Gärten 
Alles war mit Zirkel und Lineal gerade

Die Zünfte teilten die Zuständigkeiten
Detailliert und spezialisiert dabei auf
Es gab für jeden Bereich eine eigene
Die genau auf ihre Rolle dabei achtet

Über genau gegliederter Gesellschaft 
Steht dann einzeln absolut wieder ihr
Herrscher als ganz isolierte Gestalt
Was die Theorie dazu auch bestätigt

Der Staat war danach der freiwillige
Zusammenschluss von Einzelnen
Die automatische Welterklärung findet
Wieder allgemeine Anerkennung

Dies hatte sie schon in der Antike
Wie Epikur und Lukrez uns aus den 
Jahren vor der jüdischen Sekte
Christentum berichten konnten 

Deren Verbreitung warf Europas
Einwohner geistig für tausend Jahre
Etwa auf primitives Niveau zurück
Das viele Kulturen bis heute pflegen

Ob dies darum auch ernst genommen
Oder als bloßer Aberglaube bekämpft 
Werden muss ist bis in die Gegenwart 
Noch seltsam unsinnig umstritten

Zu den großen geistigen Leistungen
Des Zeitalters zählt Friedell nun auch
Die Gravitationstheorie von Newton
Sie spiegelt den Zeitgeist ideal wieder

Dies weil Weltkörper sich dabei nicht
Berühren sondern durch unsichtbare
Kräfte gelenkt und bewegt werden
Als seien sie gelenkte Marionetten 

Die Malerei drückt nur scheinbar ein
Entgegengesetztes Weltgefühl aus
Sie verwischte etwa die Kontur aber
Löst sie noch nicht ganz dabei auf

Die Figuren sind nicht mehr mit
Dem Messer aus dem Bild quasi 
Geschnitten aber die Lichtaura
Isoliert sie noch als Grenzzone

Das Licht ist noch an die Objekte
Gebunden die es umspielt dabei
Hat jedes seinen Strahlenkegel als
Sei es als Monade ein kleines All 

Seine Harmonie mit anderen Objekten
Ist noch wie in der Renaissance durch
Den Künstler von außen prästabiliert
Nur schwankend religiöser mystisch

Mit Leidenschaft schreibt Friedell 
Dann über die neue Wissenschaft
Der Mechanik die typisch für die Zeit
Wäre weil sie vollständig erklärt

Nach dem Ideal der Zeit sollte die
Mechanik den gesamten Weltlauf 
Erfassen und beschreiben alles so
Berechenbar machen wie Puppen

Die Marionette wird so zum Spiegel
Des barocken Geistes der sich sowohl
Bei Descartes wie bei Moliere auch
Im Ausdruck ihrer Kunst spiegelte

Die Marionette für die Friedell hier
Zeitlich verfehlt Kleist zitiert wird so
Zu Abstraktion und Ausdruck der Zeit 
Paradox zeigt sie Barockmenschen

Weil jeder Mensch noch vollkommen
Solitär lebte wurde auch sein ganzes
Eigenleben ungeheuer fein entwickelt
Jeder war hier eine Welt für sich

Aber darum eben ein Mikrokosmos
Passend wurde damals auch noch
Das Mikroskop erfunden was wieder
Ein neues Reich im Kleinen öffnete 

Dazu passt auch die da erfundene
Infinitesimalrechnung und wichtiger 
Noch erwarb auch die Psychologie 
Witterungsvermögen für Differentiale

Die Psyche wurde erstmals als eine
Summe kleiner Vorstellungen sichtbar
Was eine Vorliebe für Miniaturen auch
In dieser Epoche noch begründete

Diese Neigung zeigt sich auch in den
Kostümen der Zeit mit ihren Spitzen
Tressen und Brokat auch sprachlich
Werden Wortspiele stets gesucht

Im Gesicht findet die Neigung zum
Ornament im Schönheitspflaster ihren
Seltsam eigenen Ausdruck das ganze
Weltbild der Zeit sei ein Mosaik

Jeder Mensch ist eine Monade die
In sich abgeschlossen ist ganz ohne
Fenster allein auf seinem Platz im
Sorgfältig abgestimmten Kosmos

Dieser nimmt in allem prästabiliert 
Vorherbestimmt seinen mechanischen
Lauf präzise wie ein Uhrwerk was zur
Darum besten aller Welten auch führt

Alle waren davon überzeugt dass
Prächtigste und bewundernswerteste
Wie kunstvoll geistreichste wäre doch 
Einer gutgehende mechanische Uhr

Dies spannende Ende mit dem sich
Der Mensch zum Herren der Zeit 
Machte ist ein Spiegel des Barock
Sei er nun weiblich oder männlich

Mechanisch wollen wir die ganze
Welt beherrschen und verstehen
Wie gerade im Bereich der KI die
Viele als Schlüssel der Zukunft sehen

Statt uns zu bemühen einfach das
Paradies was ist in Ruhe zu genießen
Wollen wir es beschleunigen wie
Noch dazu verbessern ohne bisher

Das Prinzip was allem zugrunde liegt
Was es womöglich gar nicht gibt weil
Alles natürlich bunt vielfältig ist je
Verstanden oder erkannt zu haben 

So werden wir vermutlich wieder am
Unverständnis scheitern nur wird der
Schaden etwas größer noch werden
Wie eben alles exponentiell wächst 

jens tuengerthal 28.1.26

Mittwoch, 28. Januar 2026

Liebesflucht

Liebesflucht

Vor Liebe fliehen
Führt selten zueinander
Aber immer weg

jens tuengerthal 28.1.26

Fluchtinstinkt

Fluchtinstinkt

Menschen fliehen zu
Autoritären Mustern 
Mit letzter Hoffnung

jens tuengerthal 28.1.26

Freiheitsangst

Freiheitsangst

Mehr Menschen haben
Angst Freiheit zu leben als
Leben genießen

jens tuengerthal 28.1.26