Mittwoch, 17. Juni 2026

Klare Verhältnisse

Klare Verhältnisse

Bin ja immer für ganz
Klare Verhältnisse sagen
Echte Kerle gerne die dann
Ganz aufgeräumt wirken

Nur was soll klar sein
In der Liebe und überhaupt
Überlege ich noch und
Weiß es natürlich nicht

Weil im großen Nebel
Den Emotionen verbreiten
Alles nur verschwommen
Wie unsicher uns scheint

Eide schwören wir auf die
Ewige Liebe die dann durch
Kleinigkeiten wie Sex sich in 
Nichts was nie war auflösen 

So bleibt stets fraglich
Was sollen eigentlich die
Klaren Verhältnisse sein 
Ist es die wirkliche Liebe

Wenn es so etwas gibt
Fragt sich was bleibt
Was einfach geht weil die
Stimmung mal nicht gut ist

War dann wohl nie was 
Kann weg und ist egal
Sagen wir uns um den 
Schmerz leichter zu ertragen

Falls einer klare Verhältnisse kennt
Sagt mir gerne Bescheid und die Ehe
Ist keines bezeuge ich als Geliebter 
Von genug unbefriedigten Ehefrauen 

So grüße ich aus dem Nebel der
Großen Gefühle verwirrt die ganz
Klaren Verhältnisse die ich noch nie
Persönlich kennenlernen durfte 

Zumindest verschwanden sie immer
Um so schneller je mehr ich dachte 
Nun sei wirklich alles klar und die
Wäre es einfach es bleibt unklar

jens tuengerthal 17.6.26

Liebesverloren

Liebesverloren

Eine verlorene Liebe ist wie 
Ein Tod der dich überraschend
Aus dem Leben wirft dann 
Geht es einfach weiter
Oder endet still weil nun
Nichts mehr kommen kann
Was noch lohnen könnte
Jeder Herzschlag weh tut
Es besser einfach aufhört
Doch das gute am Tod ist
Mit ihm bist du nicht mehr
Dagegen sollst du ohne das
Was im Leben schön war
Weiterleben und fragst dich
Wozu den Unsinn noch 
Es gibt nichts neues mehr
Irgendwann war es das
Dann ist es gut so weil
Einfach nichts mehr ist
Und du gehen kannst
Was auch Freiheit ist
Die Liebe sich nahm

jens tuengerthal 17.6.26

Dienstag, 16. Juni 2026

Lektürentagebuch 16.5.26

Lektürentagebuch 16.5.26

Mit Franz Hessel über zwei Tage in
Spazieren in Berlin durch die Mitte 
Gefahren zunächst erzählt er vom
Grauen Kloster dem ältesten der

Berliner Gymnasien wo er zur Schule 
Noch ging was er nicht erzählt dafür
Von dem Kloster der Grauen Brüder
Also der Franziskaner was dort war

Es enthielte noch einen Konvent- wie 
Einen Kapitelsaal und im Hof erhebt
Sich die Klosterkirche sie blieb bis
Auf dem Turm vom Brand verschont

Nach dem Krieg ist nur noch eine
Ruine geblieben früher gab es dort
Im Chor die 50 Gestühle der Mönche
Aus Eichenholz mit Schnitzereien 

Darüber merkwürdige Sinnbilder der
Passionsgeschichte geschnitzt noch
Bei seiner Gründung bekam das alte
Gymnasium nur die Hälfte der Räume

Das andere bekam Tausendkünstler 
Leonhard Thurneysser aus Basel
Er machte Buchdruck Holzschnitt
Kupferstiche Goldtinkturen wie noch

Perlenelixiere Amethystessenzen
Oder Bernstein Schönheitswasser
Für Damen der hohen Gesellschaft
Und sonst alchemistischen Unsinn

Das Lagerhaus in dem er hauste war
Die Markgrafenresidenz die sie erst 
Verließen als ihre Zwingburg zu Cölln
An der Spree vollendet worden war

Wer in diesen Burglehen lebte war
Abgabenfrei daraus wurden später
Die Freyhäuser sind noch an ihren 
Inschriften am Eingang erkennbar 

Die Geschichte des Hauses wäre
Interessant erzählt Hessel,so wurde 
Dort der Schwanenorden gegründet
Am 29. September 1440 als damit

Erster Ritterorden der Hohenzollern 
Von Kurfürst Friedrich II Signet war
Das Bildnis der Gottesmutter und
Darunter der Schwan für Reinheit 

Laut anderer Quellen jedoch wurde
Der Orden in Brandenburg gegründet
Breitete sich auch in Süddeutschland
Noch weiter aus ist heute Geschichte 

Es hat verschiedene Nutzungen noch
Gehabt im Laufe der Geschichte sie 
Waren auch Geheimes Königliches 
Staatsarchiv sind nun zu vermieten 

Am mächtigen Gerichtsgebäude noch
Vorbei kommen sie zu den Bögen der
Stadtbahn und zum Alexanderplatz
Auf dem es unordentlich aussähe

Ein ganzes Stadtviertel würde dort
Eingerissen und umgebaut dabei ist
Leider keine Zeit die Heimlichkeiten
Dieses Platzes zu erforschen

Sie fahren neue Friedrich- und die 
Kaiser Wilhelm Straße entlang zum
Neuen Markt dabei erinnert Hessel
Noch an das was sie nicht sehen

Etwa die Kalandsgasse nach den 
Seltsamen Kalandsbrüdern von denen
Sie ihren Namen hat deren Hof hier 
Im Schatten von Sankt Marien stand 

Sie verwandelten sich von elenden
Priestern der Probstei zu einer wüsten
Rotte warum wilder Müßiggang noch
Kalandern hier auch genannt wird

Auf dem Neuen Markt steht vor der
Marienkirche ein Lutherdenkmal das
Den Reformator mit Bibel und seine
Mitstreiter auf dem Sockel zeigt

In alten Zeiten hätte hier ein Galgen
Gestanden der Peter den Großen als 
Er Friedrich Wilhelm I besuchte sehr
Interessierte und der vorschlug doch 

Einen der Langen Kerls aufzuhängen
Um den Apparat auszuprobieren als
Der König sich entrüstet weigerte
Meinten Peter sie könnten es ja auch

Mit einem aus seinem Gefolge mal 
Versuchen aber Hessel hofft die
Monarchen hätten davon dann doch 
Lieber Abstand nochmal genommen

Besser als ein Galgen sei zumindest
Ein Denkmal aber am besten wäre
Wenn nichts dort stünde als bunte 
Buden eines Marktes wie früher

Die Kirche müssten wir uns innen 
Anschauen es gäbe eine ganz
Wunderbare Kanzel von Schlüter
Der Bau selbst ist aus Granitfindlingen

Hessel schildert hier die Grabmale 
Mit schönen Anekdoten dazu noch
Doch begeistert ihn besonders der
Totentanz in der Turnhalle vorne 

Ein über zwanzig Meter langes Fresko
Das erst Ende des 19. Jahrhunderts
Wiederentdeckt worden ist der alle 
Vom Papst bis zum Narren zeigt

Dies sei die älteste Berliner Malerei
In Niederdeutsch stünden noch
Bittere Reime darunter es sei ein
Ergreifender Berliner Totentanz

Anschaulich erzählt er vom Reigen
Der anlässlich des großen Sterbens 
Während der Pest hier gefeiert wurde 
Bei dem wach geküsst werden sollte

Über die Spandauer Straße sehen
Sie die Heiliggeist Kapelle die nun
Teil der Handelshochschule wurde
Dort ein Vortragssaal wurde was

Doch der beste Weg ist den der
Aberglaube nehmen kann der zur
Wissenschaft nun wird im Mittelalter
Lag sie direkt am Armenhospital

An der Hauptpost vorbei geht es
Zum Roten Rathaus aus Klinker
Mit Terrakotta vom alten Rathaus
Steht noch die Gerichtslaube im

Schlosspark zu Babelsberg sie aber
Fahren die Königstraße zur Spree
Wo das Denkmal erklärt wird vom
Großen Kurfürsten nach Schlüter

Dabei denkt Hessel an die Volkssage
Dass der Reiter in der Neujahrsnacht 
Durch die Stadt reiten würde mit dem
Kind von Fehrbellin noch vor sich

Unter dem Sockel ruhte ein Schatz
Den nur der Preußenfürst in großer
Not noch heben darf während ihr
Führer Ausblicke aufs Schloss gibt

Erzählt von der Zwingburg und dem
Renaissanceschloss das noch für 
Joachim II gebaut wurde worauf
Straßenjungen sie verspotten

Während der Führer viel erzählt
Schaut Hessel auf den Balkon
Auf dem Friedrich Wilhelm IV
Den Toten der Revolution 1848

Die Ehre ohne Mütze erwies dann
Halten sie vor dem Eosanderportal
Wo der Führer ihre Blicke auf das
Nationaldenkmal hier richtet

Dabei behauptet er Portal und Kapelle
In der Kuppel kämen erst durch den
Abriss der Schlossfreiheit zur Geltung
Für die das Nationaldenkmal kam

Da ist Hessel lesbar anderer Meinung
Sehnt sich eher nach den noch
Bescheidenen Bauten vorher dort
Die doch preußischer noch waren 

Vom Portal aus geht es in das hier
Schlossmuseum das nicht lange her
Noch von der Familie bewohnt war
Die er noch dort auch erlebt hätte 

Es wäre ja nicht mehr leicht Schlösser
Zu betrachten alles mit einem Führer
Der nur erzählte was besser so auch
Im Baedeker stünde in seinem Tempo

Außer Schloss Monbijou wo du alleine
Gehen könntest was aber leider
Nicht mehr steht ein Freibad wurde 
Was sicher mehr Menschen vergnügt 

Hessel freut sich darüber dass die
Räume die der letzte Kaiser bewohnte
Wieder in dem Zustand sind indem es
Ihm seine Vorfahren hinterließen 

Diese kleine Spitze gegen den
Wilhelminismus ist wieder fein mit
Dezentem Humor vorgetragen er
Wäre lieber allein in diesen Räumen

Dies um mit den Geistern derer zu
Verkehren für die Schlüter und
Schinkel einst bauten als es noch
Große Zeiten in Berlin gab 

Erzählt von der Pracht des Rittersaals
Mit Schlüter Gruppe der vier Erdteile
Der Prinzessinnengruppe mit Luise 
Und Friederike von Schadow die

In den angenehmen Formen und
Farben des Parolesaals standen
Heute im Eingang schon in der
Alten Nationalgalerie zu sehen sind

Auch das Gold und Grün des runden
Kuppelkabinetts das Friedrichs des
Großen Schreibzimmer war auch
Wenn der dies Schloss eher mied

Nach Herzenslust aber könnte vor
Schlüters Bogenhallen im Hof dann
Verweilt werden ohne von wem
Gedrängt oder gestört zu werden

Am Lustgarten halten sie vor den 
Rossebändigern die der russischer
Zar dem preußischen König in den
Vierziger Jahren noch schenkte 

Der Berliner Volkswitz nannte sie
Den gehemmten Fortschritt und
Den beförderten Rückschritt was
In die Zeit ja perfekt passte

Aus dieser Zeit stammen auch die
Säulen aus geschliffenem Granit
An den Ecken der Terrasse auf 
Denen goldene Adler horsten 

Varnhagen den Hessel einen eher
Kritischen Zeitgenossen nennt fand
Sie geschmacklos das Volk nennt den
Goldenen Adler größten Eckensteher

Als ein Hofmarschall 1848 als es noch
Proteste gab Eisengitter an Portale
Montierte die wieder herausgerissen 
Und in die Spree geworfen wurden

Studenten entführen ein anderes 
Gitter in die Universität später ließen 
Sie es geschehen nannten es aber 
Einen Schildbürgerstreich wenn

Gitter kommen nachdem die Gefahr
Bereits vorüber das Schloss sei ein
Käfig dadurch geworden heute sind
Die Gitter Geschichte schrieb er 

Das Schloss sei vom Luftgarten
Gesehen schöner ehrwürdiger und
Historischer denn je Könige sind
In der Republik nun Geschichte

Die wieder aufgebaute Fassade
Des Schlosses das zum Humboldt
Forum heute wurde ist das große
Kolonial Museum nun geworden

Ob es besser war die entkernte
Ruine des Palastes der Republik
Der DDR abzureißen kann nun
Dahinstehen was steht ist da

jens tuengerthal 16.6.26

Putzkulturgeschichte

Putzkulturgeschichte

Frauen sind putzig 
Das Reinigen ihrer Höhle
Ist ihre natürliche Aufgabe 
Die sie auch krank noch
Übernehmen weil sie den 
Anschein wichtiger finden

Sie üben damit Herrschaft aus
Das alte schon germanische
Schlüsselrecht nach dem
Frau die Chefin im Haus war
Während Männer alle drei Jahre im
Sinne der Felderwirtschaft wechselten 
Blieben Frauen in ihrem Haus

Meinen bis heute noch sie
Müssen alles sauber hinterlassen
Statt Aufgaben zu übertragen
Üben sie ihre ganz natürliche 
Form von Herrschaft aus
Nehmen es einfach in die Hand

Unklar ist noch ob dies ein
Reflex ihrer Natur ist die
Eigene vaginale Höhle
Dabei verwaltet wird
Es also Hygiene ist
Die der Arterhaltung dient 

Oder eine kultureller Reaktion
Etwas lange Zeit erlerntes 
Um ihrer Rolle gerecht zu
Werden statt entspannt zu sein
Erwartungen erfüllen zu wollen
Ihre Macht im Haus zu erhalten

Auch darum verreisen 
Frauen zu gerne mit
Ihren Liebsten um ihren 
Vermeintlichen Pflichten
So entkommen zu können

Aber übernehmen sogleich
Am Urlaubsort wieder ihre
Form von Herrschaft auch
Gegen alle Vernunft dabei
So muss aufgeräumt werden
Wird ohne Vernunft behauptet

Oder die Gelassenheit dabei
In eine Beschimpfung von Mann 
Verkehrt da sie nicht so leben
Könne sondern anderes müsse
Voller Unverständnis füreinander 
Geraten sie dabei schon in Wut

Die völlig herablassend wird
Falls Mann es noch wagt die
Geplanten Ausflüge die ihm
Der nach der Natur jagen musste
Eher lästige Pflicht sind während
Es für sie Erfüllung und Freiheit
Bedeutete mal rauszukommen
Auch nur jemals infragezustellen 

Was von diesem Verhalten was 
Jeder beobachten kann der je
Emotional verbunden mit dem
Anderen Geschlecht verkehrte
Ist Natur und was erst Kultur
Ist eine spannende Frage dabei

Lebe in einer ziemlich verstaubten
Bücherhöhle und bin glücklich dort
Was Frau mehr oder weniger gut
Ertragen kann je nachdem wie sehr
Sie Herrschaft ausüben will oder
Sollte es hier Frauschaft eher heißen 

Frauen entspannen bei Ausflügen
Männer erinnern sie eher an den
Zug auf Jagd oder in den Kampf
Sie machen mit um dafür Liebe 
Von Frau zu bekommen die dafür 
Alles schön ordentlich macht

Ob Mann diese Unruhe die meist
Bewegung um der Bewegung willen 
Bloß ist erträgt dafür emotionale wie
Körperliche Zuwendung zu kriegen ist
Im Innenverhältnis häufig ein Thema
Das selten so kritisch hinterfragt

Dann heißt es er wolle nur das eine
Denke nur daran auch wenn sie
Alles dafür tut gewollt zu werden
Sich möglichst begehrenswert zeigt
Was schön aber immer riskant ist 

Wie weit dieses immer wieder bei
Menschen mit geschlechtlichem
Kontakt zu beobachtende Verhalten 
Natürlich ist oder nicht wäre dabei
Eine der spannendsten Fragen

Auch eine Statistik wieviele typische
Konflikte zwischen Paaren aus genau
Dieser Frage resultieren könnte uns
Helfen Kultur und Natur zu verstehen
Am Ende sind Frauen halt putzig 
Weil sie damit Herrschaft ausüben

Echte Männer bleiben gerne in Ruhe
An einem Ort weil sie im Leben schon
Genug auf der Jagd waren lieber den 
Frieden genießen statt noch etwas zu
Wollen oder wohin was das typisch
Weibliche Element unserer Kultur ist

Das großartigste aber dabei ist noch
Wer geistige Welten hat kann darüber
In Ruhe amüsiert nachdenken statt
Um Herrschaft noch zu kämpfen
Wo es um Liebe und Lust geht
Auch ohne je den Ort zu wechseln

jens tuengerthal 16.6.26

Ziellost

Ziellost

Wer sich noch Ziele setzt
Ist wirklich lost statt lieber
In Ruhe abzuwarten was
Von ganz alleine geschieht 
Wollen manche lieber noch
Die Welt mit aller Kraft formen 
Wollen unbedingt noch
Irgendwohin statt lieber
Zu bleiben wo sie sind um
Das mögliche zu genießen
Eine Wirtschaft die Ziele
Für Bilanzen fordert hat wohl
Ihre eigene Lächerlichkeit im
Blindflug noch nicht bemerkt 
Kann keiner ernst nehmen
Der das Sein je reflektiert 
Den Mut nun zu haben
Sich die Freiheit zu nehmen 
Ziellos zu leben könnte das
System mit einer Idee sprengen 
Wagte wer zu Ende zu denken
Bemerke ich dichtend lachend
Ob es wohl noch wer merkt
Frage ich mich nicht weil ich
Kein Ziel mehr damit verfolge
Nur tue was gut tut

jens tuengerthal 16.6.26

Konfliktvermeidung

Konfliktvermeidung

Jeder Konflikt kostet Energie
Wer sie vermeidet gewinnt
Damit sicher mehr Ruhe wie
Vermutlich auch Gelassenheit

Während ein primitiver Typ
Wie Trump zu seinem 80.
Sich öffentlich prügeln lässt
Weil Provokation sein Rezept ist

Tue ich lieber das Gegenteil
Weiche jedem Streit lieber aus 
Um meine Ruhe zu haben statt
Konflikte zu provozieren

Muss nicht meine Kräfte wie ein
Rudel primitiver Wesen beweisen
Weiß wo meine Stärken liegen
Literatur eher als Nahkampf

Wenn ich im Diskurs merke nun
Werde ich wütend ist es Zeit zu 
Gehen und jede Eskalation lieber
Zu vermeiden bis sich alles beruhigt

Bin ich nun ein Feigling oder aus
Erfahrung klüger geworden weil
Konflikte unvernünftig machen
Völlig unnötig anstrengen immer

Gehe tatsächlich lieber dann raus
Rauche eine und drehe eine Runde
Um den Platz was weniger schadet
Als aufgeregt zu reden je nutzte

Nichts muss unbedingt aber alles
Kann warten bis es sich beruhigt
Was nicht bedarf keiner weiteren
Gedanke oder Gedanken noch

Vielleicht lässt sich sogar die Formel
Bilden je größer die Provokation desto 
Länger der nötige Abstand um sich
Von nichts provozieren zu lassen

Insofern deren Größe vor allem
Am persönlichen Empfinden liegt
Gehört dazu auf sein Gefühl zu
Hören wenn es brenzlig wird

Spannend daran ist besonders
Das Verhältnis von Gefühl zum
Verstand der Gelassenheit stets
Braucht vernünftig zu reagieren

Mehr Innezuhalten bevor es dann
Zu spät ist und sich Zeit zu nehmen
In Ruhe runter zu kommen sind
Dabei ein bewährtes Rezept immer

Gemessen an der persönlichen
Lebensqualität schenkt jeder
Vermiedene Konflikt mehr als
Die Verzögerung je rauben kann

Dazu kommt noch dass weniger
Von allem die Zukunft ist um noch
Gut in Ruhe leben zu können nur
Mehr Langsamkeit lohnt noch

Es ist die logisch soziale Antwort
Auf die Grenzen des Wachstums 
Von denen wir seit 50 Jahren wissen
Nichts anderes hat noch Zukunft

Einziges Ziel des Lebens ist es
Was an Leben uns noch bleibt
Möglichst gelassen zu genießen
Damit für sich lustvoll zu nutzen

Konfliktvermeidung ist der Weg
Dahin weil immer weniger noch
Die Aufregung lohnt verglichen
Mit dem Glück friedlicher Ruhe

Nichts tun und sich lieber aus
Allem raushalten statt provozieren
Ist die Chance für jeden von uns
Mit weniger glücklicher zu leben 

jens tuengerthal 16.6.26

Montag, 15. Juni 2026

Traumbibliothek

Traumbibliothek

Was wäre meine Traumbibliothek
Überlege ich und gibt es sie 
Vielleicht schon irgendwo
Denke an Weimar wo einst
Goethe mit Anna Amalia schon
Den Traum einer weltlichen
Bibliothek im Rokoko baute
Im Geiste der Aufklärung
Denke auch an Wien oder
Die Staatsbibliothek in Berlin
Denke an den großen Traum
Von der unterirdischen Bibliothek
Den der Urgroßvater der noch
Ein Hofbibliothekar war bis
Die Revolution die Höfe
Wieder erledigte geheim lebte
Frage mich was meine wäre 
Ob es die schon ist in der ich
Mit meinem Diwan nun
Lebe dichte liebe
Alles gut so bereits ist
Nur das einmal ererbte
Kirschholz Arbeitszimmer
Als Bibliotheksanbau quasi
Noch Platz finden müsste 
Sonst alles vollkommen ist
Eine Traumbibliothek genügt 
Im Leben zufrieden zu sein
Statt immer mehr zu wollen
Möchte ich viel lieber noch
Für immer zufrieden sein
Bescheiden statt gierig
Das Gegenteil eines Musk
Um glücklich zu bleiben
Habe ich alles erreicht
Das reicht eigentlich 
Für den Rest Leben
Genug zu lesen da

jens tuengerthal 15.6.26

Nationalparty

Nationalparty

Beim Fußballschauen vor der
Sportslounge hier in Berlin
Saßen kultiviert gebildete Leute
Männlein wie Weiblein dort

Nach dem Spiel rief plötzlich
Eine blonde junge Dame die
Direkt gegenüber von mir saß 
Aus vollem Hals Deutschland

Das war in Ordnung und andere
Hüllten sich dort in ihre Fahne
Feierten den sportlichen Erfolg
Als nationale Fußballparty

Solange die Nation und alles an 
Nationalem Taumel auf Fußball
Wie internationale Meisterschaften
Sich beschränkt ist das Risiko gering

Manche tragen Trikots andere malen 
Sich ihre Gesichter bunt an um die
Bunte Fußballmannschaft zu feiern 
Das finde ich ziemlich erträglich

Ob die Identität um schwarzrotgold
Immer ganz lupenrein war oder der
Kritischen Betrachtung wert ist kann
Friedlich dabei auch diskutiert werden

Ein positives Sommermärchengefühl
Schadet sicher keinem und könnte
Die Mannschaft durchs Turnier tragen
Wie hier viel Spaß mal verbreiten 

In düsteren Jahren des bereits völlig
Überarbeiteten zu alten Kanzlers ist
Was positives zu Deutschland doch
Eine wirklich schöne Abwechslung

Und keine Sorge sie werden schon
Nicht gleich Weltmeister werden
Wenn sie die Vorrunde überstehen 
Können doch alle zufrieden sein

Danach ist die Werbe WM beim
Oberekel Trump völlig egal nur 
Bis dahin gibt es etwas Party
Von mir aus in schwarzrotgold

jens tuengerthal 15.6.26

Aberglaubenstheater

Aberglaubenstheater

Immer wenn Stätten des Aberglauben
Beschädigt werden wie gerade wieder
In Kiew das Höhlenkloster ist auch
Das Geschrei besonders laut

Ist die Beschädigung einer Kirche
Schlimmer als Wohnhäuser gar 
Krankenhäuser Bibliotheken 
Denke ich und frage es mich

Notre Dame in Paris brannte ab
Wurde statt vieler wichtiger noch
Projekte mit riesigem Aufwand auch
Durch Spenden wieder aufgebaut

Wer hat Geld für so etwas übrig
Wozu braucht es noch Kirchen
Welchen Nutzen erfüllen sie statt
Bäumen und Grün in der Stadt

Brände in Kirchen gelten noch als
Besonders niederträchtig insofern
Es alte Stätten der Kultur sind
Warum Russland gleich sagte 

Die Amis sein Schuld deren eigene
Abwehrrakete hätte den Brand hier
Verursacht was noch auf einen alten
Konflikt in der je Orthodoxie hinweist 

Den hier weiter auszubreiten scheinen 
Die Interna des Aberglaubens dort
Zu unwichtig Worte noch zu verlieren 
Brennende Kirchen sind Befreiung

Geben den Gläubigen angesichts
Weltlicher Allmacht die Chance die
Realen Grenzen des Aberglauben
Zu erkennen der nur menschlich ist

Statt wie die Franzosen eine Kirche
Für zu viel Geld wieder aufzubauen
Hätte der Raum kreativ kommunal
Genutzt werden können als Park 

Ein laizistischer Staat braucht keine
Kathedrale mehr inmitten und wenn
Sie da eben noch herumstehen sollen
Sie Bibliotheken der Aufklärung sein

Kirchen zu Bibliotheken machen
Wäre eine vernünftige Alternative
Nur Aufklärung und Vernunft sichern 
Frieden und Freiheit dauerhaft

Welchen Vorteil Kirchen haben
Außer den Aberglauben zu feiern 
Wurde mir noch nicht deutlich aber
Was feiert eine Demokratie dort

Brennende Kirchen sind tragisch 
Wie alle Großbrände darum besser
Kirchen zu Bibliotheken machen 
Gäbe ihnen einen guten Zweck

Nur der Berliner Dom in seiner 
Ganzen grauenvollen Hässlichkeit
Des Wilhelminismus darf gerne
Zu Asche und einem Park werden

Auch eine Gemäldegalerie dort auf
Der Insel wäre besser als dieses 
Peinliche Gebäude des Aberglauben
Kann ihn nicht wer sprengen endlich

jens tuengerthal 15.6.26