Montag, 11. Mai 2026

Liebesverzeihung

Liebesverzeihung

Liebe verzeiht gerne und alles
Macht damit glücklich schenkt
So uns größte Zufriedenheit

Wir vertrauen auf ein Gefühl
Das höchstes Glück bedeutet
Warum Verzeihung mehr bringt

Wo wir nachtragend uns damit 
Schwer tun oder pädagogisch
Pokern um zu erziehen geht es

Nicht mehr um Liebe sondern 
Den Erhalt von Beziehungen
Was besser weg kann weil es

Der Liebe nie gut tut wären wir
In solchen Fragen je vernünftig
Wüssten wir Gefühl kann nur 

Mit Vertrauen weiter existieren
Aber lieber als uns verlorene
Wirklichkeit einzugestehen je

Lügen wir uns etwas vor von
Der Zeit die alle Fragen klärt
Was sie auch wirklich dann tut

Nur anders eben als gedacht
Ohne Verzeihung ist Erledigung
Lange vorher eingetreten wir

Verwalten nur die Reste als ob
Was vermutlich menschlich ist
Den Schmerz nur länger streckt 

Weil Liebe gerne alles verzeiht 
Halten wir auch das Nichts noch
Länger hoch als irgend nötig aber

Ohne Vertrauen blieb keine mehr
Was vieles einfach macht statt
Sich unnötig weiter zu quälen

Liebe ist Vertrauen und Verzeihung
Wollen und ohne ist nichts mehr was
Der Rede hier weiter noch wert wäre

Ach wären wir doch liebend nur je so
Vernünftig wie die Verse so klingen
Das Leben könnte so einfach sein

Stattdessen quälen wir uns weiter mit
Verlorenen Träumen von ewiger Liebe
Dabei ist alle Natur endlich außer wir

Sterben aus Versehen vorher dann 
Sind wir nie wieder lebendig wie die
Liebe ohne Vertrauen immer weg ist

jens tuengerthal 11.5.26

Unschuldig

Unschuldig

Schuld zu sein
Heißt die Verantwortung
Tragen müssen für etwas

Einen Verstoß gegen Gesetze
Normen oder Moral was dann
Strafrechtliche Verantwortung 

Oder zivilrechtliche Haftung
Auch ein Gefühl von Reue weckt
Nicht mehr unschuldig sein lässt

Wie lange währt danach noch
Die deutsche Schuld für die
Taten des Nationalsozialismus

Für die Taten der Nazis
Trägt keiner der nach ihrer
Zeit geboren ist Verantwortung

Alle die nicht Täter oder Helfer
Waren von denen immer weniger
Noch leben trägt persönlich Schuld 

Aber Deutschland als Staat
Die Bundesrepublik als Erbin
Des Deutschen Reiches trägt

Rechtlich die Verantwortung
Für den Ausgleich der Schäden 
Wer den Schatz des Vermögens

Vom Reich übernahm muss auch
Die Schulden immer bezahlen
Und Mord verjährt nie

Darum ist kein Deutscher berechtigt
Einen Schlussstrich zu fordern 
Außer er schlägt das Erbe aus

Was das Ende unserer Geschichte
Damit wäre nach dem nichts bliebe
Solange sich wer Deutscher nennt

Wird sein Staat für die in seinem
Namen begangenen Verbrechen
Auch logisch haften müssen

Dies anzuerkennen befreit von
Der Illusion es gäbe ein Ende der
Geschichte und einen Neuanfang

Alle Geschichte ist Teil unseres Seins
Sie hat kein Ende und auch keinen
Anfang sondern währt darum ewig

Doch trägt meine Tochter so wenig
Wie ich für die Verbrechen in der
Zeit des Nationalsozialismus noch

Persönliche Schuld auch meine
Eltern waren noch zu jung dafür
Persönlich haften zu müssen 

Die Generation meiner Großeltern
Könnte persönlich schuldig sein
Weil sie erwachsen in dieser Zeit

Haben sich nach meinem Wissen
Zum Glück nicht persönlich noch
In dieser Zeit schuldig gemacht

Die meisten noch lebenden
Deutschen sind darum unschuldig
An den begangenen Verbrechen 

Aber ihr Staat der das Erbe antrat
Muss für alle Forderungen haften 
Bis jede Schuld beglichen wurde

Aus der historischen Schuld aber
Wächst ein mehr an Verantwortung
Für das nie wieder für alle Zeit

Keine junge Deutschen sind noch
Schuldig aber sie tragen immer
Die Verantwortung für ihr Erbe

Ihnen diese Verantwortung auch
Zuzutrauen zeugt von Reife dem
Einzig verdienten nationalen Stolz

Wer sich seiner auch historischen 
Verantwortung bewusst ist zeigt sich
Als guter Europäer für die Zukunft

Es wird nie einen Schlussstrich von
Deutscher Seite geben können aber
Immer ein mehr an Verantwortung

Wer diese auch übernimmt kann 
Sich auch unschuldig fühlen weil
Verantwortung getragen wurde

Wir Eltern können den Kindern dies
Mehr an Verantwortung vorleben um
Der Freiheit Flügel zu geben

jens tuengerthal 11.5.26

Sonntag, 10. Mai 2026

Lektürentagebuch 10.5.26

Lektürentagebuch 10.5.26

Nochmals Zeit und imaginierte Zeit
Heißt das Kapitel in Ghost Stories 
Von Siri Hustvedt in denen ein Bild
Von Miles ihrem Enkel auf dem

Schoss von Sophie Thema ist
Auf dem Paul im März 2024 noch
Vor dem Todesurteil zu sehen ist
Beim Schreiben der Briefe an Miles

Für sie ist es nun zuerst ein Bild
Von Paul und sie erinnert sich wie
Wunderbar er schwärmen konnte 
Sie immer die Schönste für ihn war

Wie sie mit Sophie nach seinem Tod
Darüber spricht und sich fragt wer 
Sie beide jetzt so vollkommen findet
Sie das wohl selber nun tun müssen

Aber weiß doch auch dies ist nun
Für immer verloren und so wird die
Geschichte vom Brief von Pauls 
Lektorin die ihn so unschuldig nannte

In einer lyrischen Mail für sie zum
Gedankenanstoß über seine große 
Unschuld nachzudenken die sie nie
So genannt hätte aber plötzlich sieht

Wie er voller Begeisterung noch für 
Sie Sophie und Spencer Ostrander
Den Mann von Sophie schwärmte
Auch dessen Familie hoch lobte 

Er war wohl wie mein Vater und ich
Früher noch ein echter Euphoriker
Der sich voller Gefühl begeisterte
Ohne jeden Arg schwärmen konnte

Dieser Ausdruck seiner Liebe die
Eben bedingungslos war ist es
Was ihr gefühlt am meisten fehlt 
Zugleich noch immer erfüllt

Wie sie dieses große Gefühl des 
Glücks im Schatten seiner Liebe
Gelebt zu haben weiterleben lässt 
Macht Ghost Stories so zärtlich schön

Es ist nicht nur Erinnerung an einen 
Toten sondern vielmehr das Denkmal
Einer großen weil bedingungslosen
Liebe was wunderschön dabei bleibt


In den Buddenbrooks kommt es zum
Lange erwarteten Eklat zwischen
Thomas und Christian bei dem der
Ältere den jüngeren zusammenfaltet 

Tom war gerade nach dem zweiten
Frühstück vom Lesezirkel für Herren
Zurückgekehrt und kochte merklich
Vor lauter angestauter Wut noch

Als sein Bruder Christian gemütlich
Am frühen Nachmittag schon aus dem
Club pfeifend den Stock schwingend
Ins Kontor kommt und Tom ihn nun

In den Garten bittet und ihn dort für
Die Aussage bei Licht besehen sei 
Doch jeder Kaufmann ein Ganove
Autoritär zusammenfaltet was der

Bruder zunächst gewohnt gelassen 
Erträgt weil es doch nur ein Scherz
Gewesen sei der aber meint Tom 
Der Ehre des Hauses schadete

Der korrekte verheiratete Kaufmann
Regt sich über den Spaßvogel der
Sich und die Firma damit lächerlich
Machte immer mehr auf und warf

Am Höhepunkt Christian hinaus
Worauf dieser endlich empört auch
Widerworte gab so müsse er sich
Nicht behandeln lassen er ginge 

Nun kann sich Tom wieder beruhigen
Schlägt vor Christian sollte sich mit
Seinem Erbteil in einer Hamburger
Firma einkaufen was auch geschieht

Zum Abschied von Christian am
Bahnhof kommen alle Herren aus 
Dem Club und ihm wird ein Orden 
Vom Bordell am Hafen verliehen

So endet eine Situation die für 
Tom unerträglich geworden war
Seinen Wünschen und Plänen gemäß
Nachdem auch Christian sich empörte

Hier fragt sich der Leser natürlich wie
Nah hier der da noch nicht Konflikt der
Brüder Heinrich und Thomas lag der
In den Bekenntnissen Ausdruck fand

Dabei schrieb Thomas Buddenbrooks
Während Heinrich den Untertan noch
Gemeinsam in Rom da schrieb was 
Fragt wer hier was unterdrückt

Weiter geht es im Zauberberg mit dem
Gespräch von Settembrini und Hans
Castorp bei dem Thomas Mann schon
Im Namen Castor und Pollux vereinte

Was ein deutliches Zeichen seines
Feinen immer wieder urkomischen
Humors ist in dem heute manche
Biografien nur noch den verklemmten

Schwulen sehen wollen als sei es
Das bedeutendste Merkmal so kluger 
Wie gebildeter Literatur wohin der
Autor seinen Schwanz stecken will

Dafür den tiefgründigen Humor der
Viel von Selbstironie hat verkennen
Ein spätes Coming-out eines eher
Verklemmten Spießers zu entdecken

Gerade in diesem Gespräch mit dem
Italiener Settembrini zeigt sich der
Witzig kluge Kopf Manns in der Art
Der Argumentation der Protagonisten 

Während Settembrini argumentiert er
Verkehrte wohl noch nicht in Kreisen 
Von Schauspielern von denen auch
Manche die Könige perfekt spielten

Aber persönlich völlige Versager sein 
Ohne alle königliche Würde dabei was
Den stotternden Mynheer Peeperkorn 
Als nur Narren bloßstellen möchte

Worauf Hans wieder in eine so kluge
Wie humorvolle Apologie für den
Holländer wie sein eigenes natürlich
Anderes Wesen philosophisch gerät 

So mag der andere inhaltlich ein 
Schwätzer sein der dennoch die
Menge seiner Anhänger um sich
Versammle auch mit nur Floskeln

Auch sei sein eigenes Blut weniger
Hitzig als das des Italieners warum
Er auch in Fragen der Liebe oder
Konkurrenz keine Leidenschaft zeige

Hierauf weiß der Aufklärer nun mit
Kritischer Vernunft nichts mehr zu
Sagen ohne selbst überführt zu
Werden weil Hans so klug war

So findet auch Settembrini zu einem
Versöhnlichen Ende des Disput ohne 
Sich oder die Aufklärung zu verraten
Streitet dafür erneut danach mit

Seinem Opponenten Naphta über den
Revolutionären oder reaktionären 
Charakter der Religion im Wesen 
Was wieder amüsant werden dürfte


Doch verlassen ich Davos an dieser
Stelle um lieber nach Ägypten noch
Auf einige Seiten weiter bei Mann zu
Joseph und seine Brüder zu reisen

Im Kapitel die Bedrohung geht es um
Das was die Geschichte berichtet als
Die der biblische Text gemeint ist 
Nach dem das Weib des Potiphar 

Die hier Mut gehießene weiter in ihn 
Drang er solle doch endlich bei ihr
Schlafen was mit natürlich meint 
Wonach ihr Schoss wohl schreit 

Sie drängt also danach er möge
Nun endlich in sie eindringen 
Um mit ihr eins zu werden was 
Sie immer deutlicher wünscht

Er gab ihr also Gelegenheit was 
Natürlich ist weil sie die Herrin war
Was wie Mann humorvoll erläutert
Ein weiblicher Herr natürlich wäre

Sie konnte ihn befehlen wie sie es
Gerade wollte und ihr gefiel nur 
Sie zu begehren zu befehlen gelang
Auch der ägyptischen Herrin nicht

Außerdem hatte er ihr versprochen
Sie in dieser Angelegenheit so gut
Zu trösten wie er nur könne auch aus
Schlechtem Gewissen dabei noch

Vor allem aber sah er es als Auftrag
Zur Verteidigung seines Gottes gegen
Die ägyptischen an warum er alles
Wagte wie sich der Gefahr aussetzte

Dazu kamen vermutet man mit Humor
Wie Lebenserfahrung noch Neugier
Mit Leichtsinn der ihn die Lage noch
Weiter genießen ließ trotz Gefahr 

Dabei provozierte sie ihn immer weiter
Wenn sie sich schon liebten und im
Geheimen sahen könnten sie dieses 
Gefühl genauso gut vollziehen

Wenn er sich dieser Logik mit Treue 
Entzog begann sie ihm mit seiner 
Schwachen Männlichkeit zu necken
Was sie natürlich nicht glaubte

Im Gegenteil wollte sie doch nur
Endlich diese Männlichkeit inmitten
Ihrer erhitzten wohl feuchten Lenden
Spüren ihn so nur mehr reizen

Sich dem immer wieder gegen alle
Vernunft auszusetzen war zumindest
Ein riskantes Spiel von Joseph was 
Den Wagemut vorwerfbar macht

So umkreist Mann langsam den 
Gipfel der Angelegenheit den die
Bibel nur sehr kurz abhandelt dabei
Geht es um nichts als geilen Sex

Sie verspricht ihm solchen und als
Er auch diesem Angebot widersteht
Erklärt die ältere Frau ihn für impotent 
Um das Gegenteil ihr zu beweisen

Wer je mit Damen zu diesem Thema
Mit Mitteln der Vernunft argumentierte
Wird wissen wie bescheiden längst 
Die Aussichten von Joseph wurden 

jens tuengerthal 10.5.26

Mutterliebe

Mutterliebe

Ist Mutterliebe natürlich
Oder steht sie im Verhältnis
Zum Verhältnis das wir haben
Also im üblichen auf und ab
Könnte also auch unter den
Schlechtesten Bedingungen
Erlöschen von beiden Seiten
Was immer tragisch ist wie
Die einseitige Liebe dabei
Eher einsam macht warum
Besser tut sie als natürlich
Zu nehmen und zu geben
Als Liebe eben die bleibt

jens tuengerthal 10.5.26

Muttertäglich

Muttertäglich

Muttertag ist einmal im Jahr
Mütter sind es täglich und
Dazu ein Leben lang egal
Wie lang die Kinder leben
Warum der eine Tag der
Die Mütter ehren soll eher
Ein Hohn auf ihr Dasein ist
So mochte meine Mutter
Den Tag nie dabei war sie
Eine der engagiertesten
Mütter die ich kannte 
Sofern es nicht gerade
In ihren Mittagsschlaf fiel
Also sage ich heute einfach
Was sie immer sagte und
Stimme ihr damit auch zu
Und gratuliere im übrigen
Allen Müttern die es mögen 

jens tuengerthal 10.5.26

Nachtriesling

Nachtriesling

Kurz vor zwei noch im Crossroads 
Auf einen Riesling wo noch Selma
Heute als Gast unten war und sich
Mit Tino und Phil I unterhielt

Oben sind noch zwei Tische munter 
Besetzt mit deutsch-spanischen
Gästen die unterschiedlich laut sich
Unterhalten dann kam noch Melanie

Musik und Stimmung sind ruhig
Phil I putzt schon die Theke und
Plaudert mit den beiden Damen
Alles gelassen für Samstagnacht

Mehr dazu zu erzählen wäre schon 
Geflunkert aber die beiden Damen
An der Theke sind nun von hier aus
Der Flaneurloge ein schöner Anblick

jens tuengerthal 10.5.26

Samstag, 9. Mai 2026

Lektürentagebuch 9.5.26

Lektürentagebuch 9.5.26

Auf der Reise ins Paradies ging es
Am 9. September 1802 von Bayreuth
Nach Hohlfeld mit dem Ehepaar 
Gondela aus Bremen doch zuvor

Wird noch ein Bild vom preußischen
Bayreuth gegeben das teils kritisch
Die Zustände bei Licht betrachtet
Weniges so schön noch findet

Wie es bei der Ankunft in der Nacht
Bei Dunkelheit schien aber dafür auch
Einiges besonders lobt wie etwa das
Prächtige Opernhaus und der vom

Preußischen Verwalter Hardenberg
Eben jener der später Kanzler wird 
Oder vermutlich seiner Gattin nun
Umgestaltete Schlossgarten der

Früher in französischer Strenge noch
Angelegt sich in englischer Freiheit 
Viel schöner noch gestaltet dabei
Werden die künstlichen Höhlen

Mit raffinierten Wasserspielen gelobt 
Aber zugleich der peinliche Tritonen
Brunnen verspottet der sie eher an 
Bremer Fischweiber noch erinnert 

Die Fahrt mit der Kutsche durch das
Tal in dem Bayreuth liegt veranlasst
Heinrich Gondela über die Schönheit
Der dortigen Natur zu schwärmen

So bedauern sie angesichts ihrer
Nun schon Abreise nicht länger
Zeit für diese Naturschönheit noch
Zu haben doch war Eile nötig

Gerne wären sie noch geblieben
Doch Pferde und Postillon waren
Schon bestellt und so ging es los
In Richtung Hohlfeld das bereits

Zum Bistum Bamberg gehört doch
Bemerkte Henrich Gondela dass es
Bayreuth anzumerken sei dass die 
Fürstliche Residenz dort nun fehle

Stattdessen würde Preußen nun mit 
Militärischer Strenge verwalten wie 
Steuern herausholen ohne dafür in
Schönheit des Ortes zu investieren

Die Fahrt durch den Wald bringt dann
Wieder ein ungeplantes Abenteuer
Weil die Straße so schlecht war
Stiegen sie ab und liefen der Kutsche

Voraus wobei sie sich jedoch leider
Im dunklen Nadelwald verliefen und
Ihre Kutsche verloren was sie am
Geblasenen Signal hören konnten 

Leider konnten sie nicht durch den
Dichten Wald dann abkürzen und
Mussten den ganzen Weg wieder
Zurücklaufen wie dann hoffend

Die Kutsche würde auf sie warten
Was sie dann irgendwann auch tat 
Aber als sie erschöpft ankamen waren
Sie zu erhitzt um aufzusteigen ohne

Gleich eine Erkältung zu riskieren
So liefen sie weiter bis Hohlfeld
Wo sie nach Bayreuther Pracht
Ein sehr schlichtes Quartier erwartete

Sie loben dennoch die Höflichkeit
Ihrer Wirtsleute die alles teilten was 
Sie hatten aber das war nicht viel 
Mehr als Suppe und trockenes Brot

Das Bett war nur mit Stroh gefüllt
Bloß für einen Person gedacht
Aber erschöpft genug vom Tag
Würden sie dort schlafen können

Die Einblicke in die Mühsal des
Reisens um 1800 mit der Kutsche
Auch wenn es der eigene Wagen ist
Zeigt welch Angang jede Reise war 

Einer der wunderbaren Schätze aus
Der Anderen Bibliothek der noch bis
Heute vom Reisefieber heilen kann
Mit viel Humor dazu geschrieben 

In den Briefen eines reisenden
Franzosen einem weiteren der 
Schönen Bände der Anderen 
Bibliothek berichtet Johann Kaspar
Riesbeck vom Wiener Nationaltheater
Wie Harlekin lange das Theater zum
Spott prägte und wie sie heute dort
Diderots Hausvater sehr gut gäben
Wie schlecht es aber dem Theater

Täte wenn es Republik spielte was 
Zu seltsamen Entwicklungen führte
Wenn jene die Könige spielten sich
Auch wie solche aufführen würden 

Im einzelnen widmet er sich dabei
Besonderen Schauspielern die als 
Charakter und menschlich noch
Vorgestellt werden wobei er auch

Immer wieder über das Parlament
Des Theaters schimpft dem die klare 
Wie starke Führung fehlt der es so
Dringend zur Ordnung bedürfte

So würden Rollen mehr nach der
Persönlichen Laune und Eitelkeit
Besetzt als nach Talent für die Rolle 
Was keinem Theater gut täte

Genau werden dabei auch die
Körperlichen Mängel betrachtet
Und wie Talent diese ausgliche
Wo der gespielte Charakter auch

Dem im Leben gliche und wo es
Einen Gegensatz gibt aber die
Schauspieler es eitel nicht merken
Wie die Republik dem Theater schade

Das ist eine spannende und in vielem
Kenntnisreiche Kritik des königlichen
Theaters in Wien bei dem dann auch
Fürstlich dazu noch gezahlt würde 

Ein Blick auch hinter die Kulissen
Der Kabale und Intrigen offenbart
Welche die Theaterrepublik noch
Ohne Gewinn dabei verstärke

Dieser 27. Brief war eine Freude
Für alle Freunde des Theaters
Zeigt dabei hohe Kenntnis in 
Der Sache wie den kritischen Blick

Spannend ist wie kritisch der Autor
Riesbeck hier die Republik als völlig
Ungeeignet für das Theater betrachtet
Anders vermutlich als im Staat dabei

Mit Johann Gottfried Seume wurde 
Nun Abschied von Wien genommen
Bis nach Schottwien gelaufen wo er
In einem Wirtshaus unterkommt

Von seinem Kameraden der vorher
Mit ihm marschierte trennte er sich
Weil dieser als Familienvater ganz
Andere Rücksichten nehmen musste 

Er dagegen fühlte sich frei und froh 
Wenn er starb wurde eben seine
Akte geschlossen und gut war es
Er genoss die Schönheit der Ebene

In dem Wirtshaus waren Soldaten
Untergebracht die am Kanal arbeiten
Der einmal von Wien nach Triest
Reichen sollte und feierten laut 

Immer wenn wieder eine Schlägerei
Drohte begann ein alter Mann in der
Ecke darum Akkordeon zu spielen
Worauf das fröhliche Tanzen kam 

Dabei wurden die Soldaten dann
Irgendwann zu wild so dass die
Mädchen wieder wegliefen und
Das Spiel begann von vorne

Später verzog er sich in sein Zimmer
Genoss auch am nächsten Tag bei
Schneeschmelze und Regen die
Lektüre von Juvenal und Horaz

Dabei findet er den Horaz eher
Anzüglich zotenhaft und Juvenal
Auch dabei viel freier und eleganter
Sieht seine Sicht aber auch kritisch

Noch einige Seiten Georg Forster 
Aus Ansichten vom Niederrhein 
Den Abschluss des Kapitels über
Lüttich gelesen das da noch

Die Reise fand April bis Juni 1790
In Begleitung des noch sehr jungen 
Alexander von Humboldt statt zum
Deutschen Reich gehörte als ein

Fürstbischöfliches Gebiet was die
Revolution probte wie dabei die
Vereinigung mit dem freien Flandern
Und wie er die Zustände beurteilt

Forster schreibt mit vielen Gedanken
Die sein sprachliches Genie zeigen
Alles auch philosophisch betrachten
Was den Reisebericht bald sprengt 

Doch diesen Gedanken zu folgen
Die mit viel Ironie vorgetragen lohnt
Lohnt sehr die auch herausfordernde 
Lektüre die neue Erkenntnisse bringt 

Über Beispiele aus der Landwirtschaft
Kommt er zur Philosophie wie aus 
Dieser wiederum zur Literatur dann 
Wieder in Lüttich zu landen wo die

Maas fließt die noch in der ersten
Heute ausgesonderten Strophe des
Deutschlandliedes genannt wird als
Grenze im Westen was aber egal ist

Über diese würde auch der Wein
Gehandelt wie der Champagner von
Dem er aber vermutet er käme von 
Den steilen Hängen Lüttichs eher 

Sei also ein Etikettenschwindel wie
Die vielen Druckwerke der großen
Französischen und englischen 
Klassiker die hier produziert werden

Dies auch soweit sie Texte noch
Produzieren die keinesfalls ein
Bischof oder Jesuiten zuließen
Wie auch früher der Aufklärung

So ließen Autoren wie Baron 
Holbach lieber dort oder in den
Niederlanden produzieren um
Jeden weiteren Ärger zu vermeiden

Angetan berichtet er von dem sehr
Noblen Haus einer Lütticher Leser
Gesellschaft denen es gut ginge
Was sie sorgsam achten sollten

Ganz nebenbei berichtet er noch
Von den preußischen Truppen
Welche die Stadt belagerten und
Wer von ihnen Hilfe erwarten kann

Zwar priesen die Revolutionäre im
Ersten Jahr nach der französischen
Revolution noch den preußischen
König als ihren Verbündeten

Jedoch geht Forster nicht davon aus
Dass Preußen sich in dieser Zeit 
Gegen Reichsinteressen stellte was
Unter Friedrich Wilhelm III klug ist

Berichtet noch vom Absturz des
Preußischen Generals hier dessen
Pferd mit ihm einen Abhang hinunter
Kugelte wobei dieser sich noch

Ein Bein brach das dann sogar
Lebensgefährlich wurde weil der
Preuße dennoch seinen Dienst tat 
Was dieser aber heiter überstand

Forster springt dabei zwischen den
Philosophischen Betrachtungen und
Der Beschreibung im historischen
Kontext mit sehr genialen Brücken 

Damit tarnte der Autor auch seine
Klaren politischen Aussagen wie
Seine Sympathie mit der Sache
Der Revolution in Frankreich

Gegen diese zogen noch die 
Reaktionäre in den Krieg doch 
Rät er Lüttich in Anbetracht der
Lage in Frankreich zur Vorsicht

Dies alles ein Jahr nach der
Französischen Revolution mit da
Noch 35 Jahren mit einem ganz
Erstaunlichen Weitblick 17 Jahre

Nach seiner Weltreise mit Cook
Über die ich bald wieder berichte 
Studiert er hier mit einem jungen 
Preußen an der Seite die Grenze

Des Reichs und die Auswirkungen
Der Revolution nebenan auf die
Menschen vor Ort und ihr Denken
Fragt ob der Aufstand sich lohnt

Vier Jahre später starb Georg Forster 
Noch keine vierzig und die Revolution
Hatte im Terreur schon ihre hässliche
Mörderische Fratze auch gezeigt 

Die Lektüre der Ansichten vom
Niederrhein ist vielfältig lohnend
Politisch philosophisch und auch
Als kluge Reiselektüre dazu 

jens tuengerthal 9.5.26

Bestimmungsgemäß

Bestimmungsgemäß

Bestimmungsgemäß sollen wir
Die Dinge gebrauchen damit sie
Ordnungsgemäß funktionieren 
Was das ganze Leben erfasst 
Vom Wohnen über Essen bis
Zum Verkehr mit anderen ob
Mit oder ohne Geschlecht
Ohne danach zu fragen wer
Damit über mein Leben bestimmt 
Was ich bestimmt nicht will also
Sollte ich nie bestimmungsgemäß
Was auch immer gebrauchen
Sondern machen was ich will
Was nur leider meistens nicht 
Funktioniert warum ich dann 
Doch wieder bestimmungsgemäß
Handel egal was ich will damit
Es nicht nur allein funktioniert
Und will das dann lieber weil 
Dann funktioniert zumindest
Was ich will

jens tuengerthal 9.5.26

Schicksalsfragen

Schicksalsfragen

Gibt es ein Schicksal 
Oder ist alles kausal 
Weil in der Natur alles
Zusammenhängt und
Nichts außer Natur ist
Wie Epikur uns lehrte
Wofür vernünftigerweise
Mehr spricht allerdings
Hat Schicksal dabei den 
Vorteil alles erträglicher
Noch zu machen weil
Es eben ist wie es ist 
Nicht vernünftig sein muss
Dann nennen wir einfach
Schicksal was ist auch
Wenn es natürlich nach
Der Chaostheorie alles
Irgendwie kausal war
Was mir viel lieber ist 
Als eine Macht über mir 
Manche mögen das halt
Lieber als verantwortlich
Zu sein für das was ist
Während ich mir am liebsten
Die Welt mache wie sie mir
Gefällt was dann kausal ist
Selbstbestimmt statt Schicksal
Aber was weiß ich schon

jens tuengerthal 9.5.26

Liebesbleiben

Liebesbleiben

Liebe ist was bleibt
Alles andere verfliegt 
Reiht sich ein in die
Reihe der Versuche
Mit mehr oder weniger
Schönen Erinnerungen 
Gut war was schön bleibt
Auch wenn nichts mehr ist
Über alles andere dürfte
Besser sein zu schweigen
Und so ist alles gesagt 
Liebe war was blieb

jens tuengerthal 9.5.26

Mitternachtriesling

Mitternachtriesling

Genau um Mitternacht im Crossroads
Angekommen das unten gut gefüllt ist
Tino Selma und Nina begrüßt wie so
Einige der Herren an der Theke noch

Diese ist nahezu voll besetzt wobei
Nina und eine Nachbarin die einzigen
Damen heute sind außer den jungen
Damen am Tisch vorm Fenster 

Die Herren plaudern für sich und Nina
Knutscht die meisten zum heut frühen Abschied womit ihr Stammplatz nun
Wieder frei ist oben ist völlig leer

Die Stimmung ist so gelassen wie
Die Musik alle feiern ihr Wochenende 
Tinos Hosen sind schon wieder ¾
Selma natürlich im schönen Kleid 

Dann kommen noch zwei Damen
Die auch schon gut bekannt sind
Begrüßen alle auch den Flaneur
Beim üblich hier nötigen Weg 

jens tuengerthal 9.5.26