Montag, 22. Dezember 2025

Liebesfrist

Liebesfrist

Die befristete
Liebe enttäuscht seltener
Sie erledigt sich

jens tuengerthal 22.12.25

Humor

Humor

Hummer und Humor
Verwechseln ist gefährlich
Der Scheren wegen

Bei Hammer und Hut
Ähnlich behaupten alle 
Ohne Schulenglisch

jens tuengerthal 22.12.25

Teezeit

Teezeit

Zeit nehmen für Tee
Schenkt ein vielfaches
Uns Trinkern wieder

jens tuengerthal 22.12.25

Berührungslust

Berührungslust

Lust auf Berührung wie damit
Sehnsucht nach mehr Nähe
Ist ein ganz wunderbares Gefühl
Das dem nur Sex sinnliche Flügel
Verleiht die tiefer noch gehen als
Heißeste Lust je gelangen kann
Weil es der nur Natur noch eine
Geistige Krone voller Schönheit
Aufsetzt die Freude an der
Natur mit der gefühlten Verbindung
Sinnlich schön verknüpft was
Berührend nah uns kommt
Jede Berührung verzaubert
Weil was sie trägt doch immer
Unberührbar Gefühl noch bleibt

jens tuengerthal 22.12.26

Liebesbrücken

Liebesbrücken

Liebe baut Brücken zueinander
Weil was verbindet viel wichtiger
Noch ist als trennendes je wird 
Solange Liebe dieses Gefühl
Beflügelt und trägt ist sie groß
Genug natürliche Konflikte
Sogar gestärkt zu überstehen
Wo die Verbindung wichtiger
Für uns ist als was entzweit 
Können wir ruhig vertrauen
Wenn dagegen der eigene
Standpunkt wichtiger als
Verständnis und Gefühl ist
Können wir besser mit unserer
Wechselhaften Meinung eine
Beziehung künftig führen
Während Liebe Brücken baut
Die einander gut wollen was
Genügt glücklich zu bleiben

jens tuengerthal 22.12.25

Lektürentagebuch 21.12.25

Lektürentagebuch 21.12.25

In Kapitel 8 und 9 berichtet der
Gefangene Stéphane Hessel unter 
Den Überschriften Buchenwald und
Rottleberode wie Dora aus dem KZ 

Mit der Eisenbahn ging es aus
Frankreich mit Unterbrechungen
Bis nach Weimar dort werden sie
Vor das Lager Buchenwald gehetzt

Im Tor geschmiedet noch die Inschrift 
Jedem das Seine dahinter werden sie
Durch einen langen Flur vor Duschen 
Gejagt wo sie die Nacht abwarten 

Am Morgen werden sie ausgezogen
Desinfiziert in die gestreiften Kleider
Gesteckt zu Block 17 geführt und dem
Kapo dort übergeben er dolmetschte

Sie sollen sich reinhalten morgens
Gymnastik mittags Suppe abends
Nach 20 Uhr Block nicht verlassen
Anweisungen werden klar erteilt

Sie sind alle verhaftete Agenten
Bekannte Franzosen Engländer
Belgier und drei Engländer noch
Ein Amerikaner und ein Kanadier 

Werden bald einem Arbeitskommando
Zugeteilt die Tage vergehen nur mit 
Nichtstun am 25. August 44 gibt es 
Einen Angriff auf die Gustloff-Werke 

Dies ist eine zum Lager gehörige
Waffenfabrik wo viele Deportierte
Arbeiten unter denen gibt es Tote 
Große Aufregung infolge auch

Er lernt die Lager Routine kennen
Trifft Bekannte wie den Autor und
Agenten Christian Pineau der später
Französischer Außenminister wird 

Gerade schreibt er ein Theaterstück 
Über jene Heldin deren Eifersucht den
Unbezwingbaren Herakles besiegt mit
Der unversöhnlichsten Leidenschaft 

Oder Maurice Hewitt den Dirigenten
Wie Geiger der ein Streichquartett
Dort gründete das in einem Block
Abends Stücke von Mozart spielt

Ein seltsames Lager in dem Musik
Erklingt und Tragödien verfasst 
Werden dazwischen ausgemergelte
Wesen die Wege entlang gehen

Sie haben sich mit dem Tod bereits
Abgefunden und werden wegen ihres
Fatalismus Muselmänner genannt die
Gesunden gehen draußen arbeiten

Sie spielen trotz Verbot Karten und
Er legt anderen diese was ihm Helen
Einst beigebracht hat um ihnen ihre 
Zukunft als Amüsement zu lesen

In den deutschen Radio Nachrichten
Hört er dass die Alliierten inzwischen
Paris befreit haben sie bekommen ein
Typhuskrankes Kaninchen zu essen

Alfred Balachowski brachte es ihnen
Ein russischfranzösischer Entomologe
Der im Labor dort arbeitete und so
Seine Haare behalten durfte

Er ist eine Autorität im Lager und
Infiziert Läuse mit Krankheiten was
Zu dem Spruch führt 1 Laus dein Tod 
Am 8. September werden 16 ermordet

Über ihren grausamen Tod erfährt er
Las er drei Jahre später in den Buch
Der SS-Staat von Eugen Kogon ihrem
Zweiten Retter der über die dort 

Experimente in vivo informiert ist die
Ding-Schuler an Kriminellen macht
Edward Yeo-Thomas ein britischer
Spion für special operations noch

Im Vichy Frankreich der eines der
Vorbilder für Ian Flemings Figur
James Bond war hatte verstanden
Dass sie alle die Exekution erwartete

Er wendete sich zunächst an die
Kommunistische Lagerleitung welche
Ihre Interventionen Parteigenossen
Vorbehalten zu müssen glaubt

Sie planen dann den Identitätstausch
Mit Typhustoten drei sollen auf diese
Weise in Freiheit kommen dabei wird
Yeo-Thomas entschieden wer dabei

Die Wahl trifft auf Stéphane der nicht
Weiß warum gerade er dran sein soll
Vielleicht aus Freundschaft oder weil 
Er Deutsch kann und Franzose ist

Über seine Briefe dazu erfährt er
Später aus dem Buch von Kogon 
Nach langem Warten kommt er am
2. November ins Lager Rottleberode

Dort rettet ihm der Kontakt zu dem
Kapo Walter und dem Schreiber
Ulbricht als sein Körper schwach wird
Weil er ein guter Erzähler ist

Noch immer glauben viele Deutsche
An ihre Wunderwaffe V2 die in Dora
Unterirdisch produziert werden soll 
Hessel vermutet das Gegenteil

Er macht einen Fluchtversuch aber
Wird mit seinem Kameraden schon 
Im nächsten Dorf wieder gefangen
Zurück ins Lager gebracht

Die Aussicht Tod durch den Strang 
Oder Stockschläge ist bescheiden
Am nächsten Tag werden die 16
In Richtung Dora verladen

Von Dora berichtet er in Kapitel 9
Sie wussten nichts davon als sie
Auf dem Hügel ankamen weil die
Vernichtungslager geheim sind

Sie verbrachten die Nacht stehend
Während die Hunde der SS Leute
Sie von diesen aufgehetzt in die
Waden bissen die Narben blieben

Dora wird von Kriminellen geleitet
Die das grüne Dreieck tragen die
Grüne genannt werden und mit den 
Anderen Grünen dort im Kampf liegen 

Er kommt ins Strafkommando wie
Einen großen roten Fleck auf seine
Gestreifte Jacke den Fluchtpunkt
Als Kennzeichen der Ausbrecher

Sie haben dabei doppelt Glück
Werden weder erhängt noch müssen
Sie im Tunnel für V1 und V2 arbeiten
Darüber wird schreckliches erzählt

Alle die nach der Bombardierung
Von Peenemünde die unterirdische
Fabrik bauten starben auch diejenigen
Welche die Tötungsmaschine bauen

Wird die SS kaum als Zeugen noch
Überleben lassen Wernher von Braun
Hat die Orte selbst inspiziert und fand
Die Behandlung der Arbeiter normal

Trotz dieser Beteiligung an den
Verbrechen war er aufgrund seines
Wissens bei Russen und Amis heiß
Begehrt und setzte seine Arbeit fort

Täglich wurde von dort ein Quantum
Toter hergekarrt und ins Krematorium
Gebracht ihr Block war unter dem
Kommando eines grünen Kapo

Zur Instandhaltung des Lagers also
Nicht unterirdisch dabei eingesetzt
Es gab 5 unzertrennliche Franzosen
Die in ruhigen Momenten redeten

Für zwei Scheiben Wurst die vom
Kapo versprochen wurden nahm
Er einen extra Auftrag an ohne zu
Ahnen was ihm dort bevorstand

Sie mussten kalte Leichen aus den 
Östlich vor der Roten Armee schon
Geräumten Lager ausziehen und
Für Scheiterhaufen neu stapeln 

In einer hermetisch verschlossenen
Ecke seiner Erinnerung hat er noch
Die Ankunft der Juden aus Auschwitz
Es waren Phantome wie Gespenster

Ende März begann in Dora die Panik
Die SS hatte die Tunnelarbeiter sehr
Effektiv vernichtet würden sie als die
Zeugen dessen überleben dürfen

Am 4. April große Aufregung das
Lager wurde evakuiert sie wollen
Vom Zug fliehen die Alliierten sind
Ganz nah was ihm auch gelang

Er weiß nicht mehr genau wie er
Die 150 km von Lüneburg nach
Hannover zurücklegte wie ihm
Dabei Polen und Franzosen halfen

Am 12. April 1945 ist er vor Hannover 
Die Stadt ist von der Armee geräumt 
Er knüpft ein Gespräch an um so zu
Erfahren wo sie Amerikaner stehen

An der Biegung einer Straße dann
Erkennt er Panzer mit dem US Stern
Welch Freude war es wieder englisch
Reden zu können er will kämpfen

Er bekommt eine GI Uniform und
Platz in einer motorisierten Einheit
Die Richtung Magdeburg geht wie
Die GI-Uniform und den Helm dazu

Es ist berauschend und sie machen
Auch Gefangene dann Übernachtung
In einem Dorf er schlief bis acht Uhr 
Die Amerikaner waren schon weg

Eine SS Einheit hatte den Ort wieder
Zurückerobert er wird sofort zum
Sturmbannführer gebracht der aber
Nicht weiß was er mit ihm tun soll

Zum erschießen ist es zu spät vertraut 
Ihn 5 seiner Untergebenen an denen 
Er von Zigarren und Whisky erzählt 
Sie hinter die Linien dafür bringen will

Er hatte zwar keine Ahnung aber
Sie glaubten ihm dann gegen elf
Treffen sie amerikanische Panzer
Sein texanischer Captain begrüßt sie

Dafür bekommt Stéphane Hessel ein 
Blendendes Zeugnis er hätte alleine
14 deutsche Gefangene gemacht 
Damit fand sein Feuereifer ein Ende

Er äußerte den Wunsch wieder nach
Frankreich geschickt zu werden und
Muss noch vier Tage in Hildesheim
Auf ein Transportflugzeug warten

Landung in Poix in der Picardie
Mit dem Auto ging es nach Amiens
Am nächsten Tag wird er ausgefragt
Ob ihn jemand in Paris erkenne

Als er de Gaulle nennt wird darüber
Höflich gelacht dann fällt ihm noch
Mme Mamy ein die ihn sofort erkennt
Hessel natürlich und schon geht es

Weiter im nächsten Zug nach Paris
Am 8. Mai fährt er am Gare du Nord
Ein wo er zwanzig Jahre zuvor als
Kleiner Junge erstmals auch ankam

Es ist der V.E. Day an dem Churchill
Den Sieg in Europa verkündet und
Auf dem Bahnsteig erwarten ihn Vitia
Seine Frau und Tony Mella schon

Sie betasten und mustern ihn der
Heil und ausgeruht ist ein seltsamer 
Deportierter schließt Hessel dieses
Aufregende Kapitel sehr humorvoll

jens tuengerthal 22.12.25


Sonntag, 21. Dezember 2025

Liebesironie

Liebesironie

Liebe ist selten
Ironisch häufiger nur
Zu ernst gemeint

jens tuengerthal 21.12.25

Liegengeblieben

Liegengeblieben

Liegengeblieben
Ist zuhause besser als
Allein unterwegs

jens tuengerthal 21.12.25

Positiv

Positiv

Positiv denken
Wirkt bei Corona bedingt
Eher umgekehrt

jens tuengerthal 21.12,25


Dunkeltag

Dunkeltag

Der kürzeste Tag des Jahres
Ist heute endlich und wir können
Ihn verschlafen oder in unserer
Höhle gewärmt verbringen

Der Wechsel des Lichts durch
Das ganze Jahr ist für mich
Eine faszinierendes Schauspiel
Das zeigt wie relativ die Zeit ist

Gerne tun wir so damit unsere
Global vernetzte Ökonomie auch
Überall immer funktioniert als ob
Zeit eine absolute Größe wäre

Worüber die Physik schon lange 
Beim Blick auf das Universum
Wie die kleinsten Teile nur lacht 
Gilt für Freiheit und Markt auch

Statt Winterschlaf haben wir die
Weihnachtsmärkte inzwischen zu
Verlängerten Jahrmärkten gemacht
Eine absurde Profitorientierung 

Ohne jede Verantwortung wird trotz
Beschränkter Ressourcen weiter 
Auf unbeschränktes Wachstum
Als Maßstab der Ökonomie gesetzt

Dies nur weil es Eigentum wie ein
Sonst Grundrecht schützt statt zu
Sehen dieses ist immer Diebstahl
Sein Schutz schützt nur Reiche

Wenn alles allen gehört wird statt
Wenigen weiter das allermeiste für 
Deren Schutz die Armen noch zahlen 
Wäre Ressourcenorientierung real

Auch deshalb wird es immer
Düsterer nun im sozialen Bereich 
Woran am dunkelsten Tag denken
Besser tut als an maximale Gewinne

Während Musk den Gewinn steigert
Zum Billionär wird außer die Mehrheit
Lässt ihn endlich einfach fallen und
Enteignet alles über einer Millionen

Der lichte Gedanke dass die gerade
Zufällige Ordnung des Eigentums
Nicht in dessen Natur liegt hilft an 
Dunklen Tagen Aussicht zu finden 

In der in Europa gerade kalten
Dunklen Jahreszeit ein Feuerwerk
Der Gedanken zu entzünden statt
Klimaschädlicher Raketen täte gut

Wann liegt es näher ganz zu sich
Zu kommen und zuhause zu bleiben
Als nun zwischen den Jahren um
Dort inneren Reichtum zu entdecken

Dies ist das einzige Eigentum was 
Immer Bestand haben wird weil es
Es aus geistigen Welten wächst
Die niemand beherrschen kann

Die Gedanken sind frei das Lied
Aus der Zeit von 1848 das als
Schmissiger Marsch gesungen wird
Bringt Licht in dunkle Zeiten

Es steht keine Ordnung felsenfest
Auch nicht die der Märkte wie der
Ratingagenturen die über unsere
Kreditwürdigkeit noch entscheiden

Das Licht der Freiheit gerade jetzt
In dunkelster Zeit wieder zu sehen
Verleiht bessere Flügel als jede LED
Passend zur Wintersonnenwende 

Stellen wir mit Max Stirner wieder
Unsere Welt allein auf uns kann 
Die Freiheit grenzenlos sein statt
Reiche durch uns zu schützen

jens tuengerthal 21.12.15

Hand an sich

Hand an sich 

Hand an sich legen liegt
In der Lust vielen viel
Näher als sie miteinander
Zu finden weil die Natur
Manche so konstruierte 
Dass Onanie für sie auch
Zur Liebe an und für sich
Werden kann auch wenn
Sie ungeteilt etwas verpassen 
Darum ist es gut gemeinsam
Hand an sich zu legen um
Die Chance so zu erhöhen
Einander gegenseitig auch
Manchmal sogar synchron 
Mit Höhepunkten ungezählt
Noch beglücken zu können
Dann liegt es wirklich einmal
Allein in unserer Hand was
Kommt oder zumindest wer

jens tuengerthal 21.12.25

Fernstenliebe

Fernstenliebe

Wie naheliegend ist die 
Fernstenliebe eigentlich
Überlege ich und denke
Wie nahe uns doch liegt 
Was fern erst scheint das
Uns im Alltag vieles besser
Erspart was sonst schnell
In eine Beziehung führt die 
Aneinander gewöhnlich zieht 
Weil wir nüchtern betrachtet
Nicht zusammen passen nach
Der Natur Einzelgänger sind 
Die nur Herdentier spielen
Für soziale Anerkennung die
Sich verselbständigt hat
Warum ferne Geliebte die
Sich gelegentlich nur sehen
Dem Genuss viel besser tun
Als all inclusive Ehen die
Ganz schnell genug haben 
Voneinander und überhaupt 
Warum ich am Ende nach
Manch realen Dramen um
So schöne wie kluge Damen
Näherliegend finde diese für 
Dauerhaften Bestand nur als 
Fernstenliebe noch zu pflegen
Die uns so vieles auch erspart

jens tuengerthal 21.12.25

Samstag, 20. Dezember 2025

Lektürentagebuch 20.12.25

Lektürentagebuch 20.12.25

In Paris im Untergrund beschreibt 
Stéphane Hessel als 7. Kapitel seiner
Erinnerungen mit dem so passenden Titel Tanz mit dem Jahrhundert dies

Doch bevor er als Verbindungsmann
Greco in Paris tätig wurde wendet er
Nochmal den Blick nach London die
Gelassenheit der Briten zu bewundern

Die Welt brach überall zusammen
Niederlagen und Siege wechselten
Aber nachmittags um fünf Uhr wurde 
Im Pub Tee getrunken und debattiert

Sie mokieren sich über Amerika und 
Wer erzählt von dem GI den sein
Britischer Kamerad nach den drei
Medaillen die er dort trägt fragt

Die erste wäre für die Überquerung 
Des Atlantik die zweite für seine
Anwesenheit im Krieg und die dritte
Weil er eine Frau vor Vergewaltigung

Gerettet habe und auf Nachfrage wie
Er das geschafft habe nur meint sich
Lieber anders besonnen zu haben
Was sehr britischer Humor ist

Sie scherzten hörten BBC und waren 
Stolz auf ihren großen Mann wie sie
General de Gaulle nannten er war
Für sie unangreifbar auch wenn er

Umstritten war die Amerikaner noch
Petains ihm vorzogen und den Briten
Seine Unnachgiebigkeit übel aufstieß
Auch Franzosen ihm kritisierten 

Sie waren keine Realisten sondern
Verteidigten ihn voller Gefühl durch
Die Huldigung ihrer toten Helden 
Deren Tod nach Rache verlangte

Zugleich nahmen sie sich auch ein
Beispiel an den Engländern sich 
Selbst nicht zu ernst zu nehmen
Belebt von den Sternen und milchig

Die Mission Greco war ein von ihm
Gewähltes Pseudonym und bestand 
Aus drei Verbindungsagenten zuerst
Godefroy und zwei jungen Leuten

Der Maler und Spaßvogel Jean-Pierre
Couture und der ernsthafte Jaques
Bruno und er wollte seinen Bruder
Wie seine Mutter einbeziehen

Dabei war er seit März 1941 ohne
Jede Nachricht von ihnen wie er an
Ihre Adresse kam erinnert er sich
Nicht mehr doch er fand sie beide

Sie waren beide noch Deutsche und
Beim Versuch in die Schweiz zu
Gelangen gescheitert dafür im
Departement Haute-Savoie gelandet 

Helen war bei einer Freundin der
Besitzerin eines Schlosses in
Le Chablais aufgenommen worden 
Ulrich wohnte zur Untermiete

Sein Bruder war zu krank warum
Er sich mit Helen alleine nach Paris
Aufmachte die gerne helfen wollte 
Um für die Resistance zu arbeiten

Die Mission Greco sollte Kontakt
Mit den Verantwortlichen der Netze
Aufnehmen die Funker und Kuriere
Hatten sowie Gelder verteilen

Jeden Tag teilten sie beim Frühstück
In Courtures Wohnung die Aufgaben
Wie Kontakte knüpfen und Briefkästen 
Zu leeren neu untereinander auf 

Er lebte das Leben Verantwortlicher
Der Résistance in einer Mischung
Aus Nonchalance und Rigorosität
Harte Tage wechselten mit dafür

Frivolen Nächten den Restaurants
Des Schwarzmarktes seine Berichte
Wurden in London mit Ironie gesehen
Er machte Fehler beim Kodieren

Dies schreibt er mir wunderbarer
Selbstironie und erzählt dazu wir
Er selbst sich in London noch
Über solche Fehler aufregte

Zwischen Theorie und Praxis
Des Widerstandes lagen schon
Immer scheinbar große Welten 
Die auch bescheiden machen

Dies alles nach Landung der Alliierten
Wie den Siegen auch der Russen
Ihr Transportmittel war das Fahrrad
Die Pariser Avenuen blühten schon

Viele Nachrichtennetze wurden durch
Tragödien dezimiert und manche
Verschwanden einfach auch er sollte
Kurz darauf an der Reihe sein

Drei Wochen nach seiner Landung
Legte London ihm die Rückkehr nah
Doch nach der Landung in der 
Normandie waren alle euphorisch 

Jetzt wo die Alliierten auf Caen zu
Marschierten kam Rückkehr für ihn
Nicht infrage dann wurde der Funker
Bamboun der ihn kannte gefasst 

Nach Verhaftung und Folter redete er
Willigte ein sich noch zu verabreden 
Am 10. Juli sollten sie sich treffen
Er hofft der Verrat hätte diesem noch

Zumindest die Freiheit gebracht
Er hätte es nie erfahren es wurde
Keiner verfolgt der unter der Folter
Geredet hat eine Frage der Ehre

Wie seine Verhaftung lief zitiert er
Einen Artikel den er für die Zeitung
Le Temps modernes schrieb unter 
Dem Titel In ihren Händen

Es war der 10. Juli 1944 also genau
Zehn Tage vor dem Stauffenberg
Attentat der Operation Walküre er
Hat die Taktik der anderen akzeptiert 

Hessel trifft seine Verabredung im
Café und sie gehen ins Hinterzimmer
Dort bittet ihn der andere um Hilfe
Er sei erwischt und gefoltert worden 

Irgendwas hat er darauf geantwortet
Aber seine Erinnerung daran ist nach
Fünfzig Jahren wie ausgelöscht dann
Spürte er eine Pistole im Rücken

Die Gestapo nimmt ihn mit und er
Wird in Handschellen eingesperrt
Im Hauptquartier in der Avenue Foch
Langsam erst hätte er es begriffen

Dabei ahnt er was ihm bevorsteht
Beschreibt wie er die Angst vor
Der Folter schon körperlich spürte 
Nun folgt sein Bericht von 1946

Er hat es überlebt aber das wird
Verdunkelt durch die Idee des Todes
Wie erhellt durch das unmittelbare
Bevorstehen des Todes zugleich

Dies weil der Tod für diese Sache
Ihm ehrenvoll erschien ihn vor der
Verabscheuungswürdigen Feigheit
Bewahrte und sich ein Denkmal setzte 

Ihn stört 50 Jahre danach so manches 
An diesem seinen Bericht er käme zu
Gut dabei weg und die Gestapo hätte 
Dieser Sartrianer einfach hereingelegt

Er hätte nichts preisgegeben was nur
Irgend wesentlich gewesen sei auch
Hätte die Folter keinerlei Spuren
Bei ihm hinterlassen kaum zu glauben

Es waren die 29 Tage zwischen dem 
10. Juli und dem 8. August 1944 die
Er in der Avenue Foch verbrachte
Wo die Gestapo Terroristen verhörte

Bevor sie diese exekutiert deportiert
Oder einsperrt dabei erfolgte seine
Verhaftung um 6 Uhr im Café des 
Quattre-Sergents nahe der nördlichen
Ecke des Friedhofs Montparnasse

Jean-Pierre Coutures der von der
Verabredung mit Bamboun wusste
Kam noch dazu für den Funker
Einen Ersatzquarz zu bringen 

Davon hätte er nichts geahnt es war
Seine Initiative die ihn die Freiheit
Kosten sollte Hessel sah ihn sehr
Mitgenommen vom Verhör schon

Am nächsten Tag in der Avenue Foch 
Stéphane leugnete jedes Wissen um
Greco erklärte sich gesprächsbereit
Fing dabei an Deutsch zu sprechen

Er kann nicht leugnen bei seiner
Verhaftung noch als Greco direkt
Angesprochen worden zu sein er 
Meint nur Verbindungsagent zu sein

Darauf wird der Ton rauher wenn er
Nicht Greco sei soll er verraten wo
Er ihn trifft worauf er sich weigert
Ihm direkt Gewalt angedroht wird 

Er soll sich die Badewanne ersparen
Sie hielten ihn für einen Feigling der
Er nicht sei darauf kam er in den
Keller mit Folter durch untertauchen 

Nach dem vierten mal erklärt er sich 
Bereit zu reden und denkt sich ein
Subtiles Szenario aus und nennt
Die falsche Hausnummer dabei

Er hoffte dadurch würden seine
Kollegen und Freunde gewarnt
Doch kannten sie die Adresse
Bereits und sahen sich bestätigt

Auf diese Weise wurde Jaques Brun
Auch noch verhaftet dann wird er
Auf einen Stuhl gefesselt und so
Vom einem anderen geohrfeigt

Schließlich gesteht er doch und
Dichtet immer noch auf deutsch 
Etliches noch hinzu dann kommt
Eine Gegenüberstellung dazu

Beide leugnen einander zu kennen
Er fragt sich wieviel die Gestapo
Wohl aus den Protokollen des
Verhörs hat schließen können

Wird es aber wohl nie erfahren 
Um den 20. Juli herum scheint
Sich etwas in der Unerbittlichkeit
Der Befragung geändert zu haben

Welche Gründe das hatte wird er
Wohl nie erfahren begann aber ab
Anfang August wieder auch an ein 
Überleben zu denken danach

Dennoch schob er sich ein Blatt
Mit Versen aus einem Sonett von
Shakespeare in sein Jackett klagt
Nicht länger um mich wenn ich dahin

Noch war der Tod doch das wohl
Wahrscheinlichste Ergebnis doch 
Hoffte er wenn mit Würde zu gehen
Es hinzunehmen ohne zu wanken

Fragt sich ob das alles war was ihm
Nach 50 Jahren an Erinnerung blieb
Erinnert sich an den Roman ohne ein
Deckblatt den er dort noch las

In Gedanken hätte er sich immer
Wieder Gedichte rezitiert die er
Noch auswendig konnte und dazu
Täglich Fluchtpläne entworfen 

Was wäre wenn die Alliierten sie
Befreiten würde er dann mit allen 
Konfrontiert die er aus Versehen
Aber dann doch verraten hat

Dieser Dolchstoß blieb ihm zum 
Glück erspart wie Stéphane Hessel 
Zum Abschluss des Kapitels schrieb 
Dafür ging es nach Buchenwald 

Eindrucksvoll erzählt in diesem
Kapitel Stéphane Hessel von der
Arbeit der Résistance wie auch
Die Qual der Folter fühlbar wird

Er tut dies dezent und bescheiden
Mit Abstand und der Gelassenheit 
Des Alters das sich nicht mehr zum
Helden für egal wen machen muss

Übernimmt Verantwortung und zeigt
Auch als ausgezeichneter Held
Frankreichs noch viel Verständnis
Klagt nicht mal den Verräter an

Spielt keinen Helden mehr und
Hat Verständnis für alle welche
Die Folter ganz brach hofft nur
Wenig geschadet zu haben

Hatte das Glück auch noch
Solche Kämpfer der Résistance 
Unter Brüdern des GO zu kennen 
Die viel für Versöhnung taten 

Auch mein Großvater wurde durch
Die Aussage eines belgischen
Résistance Kämpfers entlastet 
Sein Name war dort bekannt

Dem Terror der Nazis stolz noch
Widerstanden zu haben nach
Eigenen Möglichkeiten ist das
Was heute wieder wichtig wird 

Sich auch in so düsteren Zeiten
Von Putin Trump und Facebook
An den Widerstand zu erinnern 
Könnte in Zukunft wichtig sein

jens tuengerthal 20.12.25

Liebeslicht

Liebeslicht

Licht der Liebe kann
Finsternis erleuchten wenn
Wer den Schalter kennt

jens tuengerthal 20.12.25