Freitag, 3. Juli 2026

Vertrauensgewinn

Vertrauensgewinn

Vertrauen ist die einzige Chance
Auf Liebe Freiheit und Kreativität
Autoritäre Aufsicht dagegen führt
Zur stumpfsinnigen Entmündigung 

Wer Eifersucht Neid und Misstrauen
Rechtfertigt stärkt nur diese Gefühle
Was dabei gewonnen werden soll
Bleibt rätselhaft für alle Menschen

Eine Regierung die auf Kontrolle
Wie Misstrauen mehr setzt statt
Auf kreative Gestaltung wird logisch
Wie Merz aussieht sauertöpfisch

Der Gewinn des Vertrauens hat 
Schon immer in der Geschichte
Der Menschheit die Ausbeute der
Peinlichen Kontrolle überwogen 

Die CDU und ihr Kanzler dagegen
Setzen auf Kontrolle und Misstrauen
Erreicht damit genau das Ergebnis
Eines unkreativen starren Staates

Ob tatsächlich noch viele Deutsche
Solchen Unsinn wollen bleibt offen
Habe die Hoffnung sie sind reifer 
Aber woher sollte es auch kommen

Ein überaltertes Land wählt sich die
Überholten Lösungen und bekommt
Einen Sauerländer der genauso ist
Wie er auch aussieht was ja passt

Vertrauen in die Zukunft gibt es
Mit diesem Kanzler nicht mehr
Allein das Misstrauen wächst und
Kontrolle die noch mehr kostet

Volkswagen und Daimler ernten
Die Folgen mangelnder Kreativität
Zerstören ihre Zukunft mit dem
Festhalten am Verbrenner noch

Dieses Festhalten aber was die
Nötige Entwicklung ausbremst
Schreibt sich die Regierung zugute
Die keine Perspektive mehr bietet

Statt Kreativität kommt Misstrauen
Gestaltung ersetzt durch Kontrolle
Gibt es keine Gründe für Vertrauen
Für eine Verbesserung der Zukunft

Der Zauberstab der allein die Zukunft
Kreativ gestalten kann heißt Vertrauen 
In dieses investiert mit Gewinn wer 
Die Zukunft noch gestalten will 

Vertrauen schafft Zutrauen statt der
Autoritären Aufsicht eines längst zu
Alten weißen Mannes braucht es
Freiraum für Freiheit und Liebe 

Der einzige Freiraum der unter Merz
Entstand war leichter den Boden
Zu versiegeln um die Zukunft wie 
Das Klima dauerhaft zu ruinieren 

Alte Rezepte haben keine Zukunft 
Sie zerstören die Chance zu einer
Kreativen Gestaltung nachhaltig
Gewinn bringt nur mehr Vertrauen

jens tuengerthal 3.7.26

Misstrauensvotum

Misstrauensvotum

Die Bundesregierung unter Kanzler
Merz arbeitet mit Misstrauenskontrolle 
Aber möchte mehr Leistung sehen
Gegen Krankschreibungen vorgehen

Teure Kontrolle statt Vertrauen ist ein
Überholtes Rezept das typisch für den
Bundeskanzler ist der meint er hätte
Es am schwersten und arbeite allein 

Es sind autoritäre Altherrenrezepte
Die den Staat zum Gegner machen 
Der dafür auf mehr Kontrolle setzt
Die viel kostet um wenig einzusparen 

Das Misstrauensvotum des Kanzlers 
Gegen sein Volk zeigt nur er ist völlig
Überfordert und überflüssig hat kein
Rezept mit Perspektive fürs Land

Autoritäre Kontrolle mit Misstrauen
Ist nicht kooperativ sondern schlicht
Kontraproduktiv in der Gestaltung
Schafft einen destruktiven Staat 

Wenn der Kanzler sich in dieser Rolle
Als Aufsicht und Mahner für faule 
Deutsche sieht kann sich das ganze
Kreative Land den Typen sparen 

jens tuengerthal 3.7.26

Donnerstag, 2. Juli 2026

Lektürentagebuch 2.7.26

Lektürentagebuch 2.7.26

Heute traf die Dunkle Renaissance 
Der Band von Stephen Greenblatt 
Bei mir ein wie Christopher Marlowe
Der größte Rivale von Shakespeare

Die Konventionen sprengte und die
Literatur so revolutionierte der nun
Horst Bredekamp gewidmet wurde 
Schon im ersten Kapitel sogleich

Eine sehr eigene Welt vorstellt und
Wie diese im wilden London wohl
Einem kultivierten Italiener auf den
Spuren des Vergil vorgekommen wäre

Wie schon das Wetter in der kleinen
Eiszeit im 16. Jahrhundert eine harte
Prüfung gewesen wäre welch brutal
Mörderische Spiele sie mit Tieren 

Dort veranstalteten zum Jubel des 
Publikums wie in den Kirchen schon
Englisch gesprochen wurde auch
Die dort sichtbaren Spuren der

Frischen Reformation als zerstörte
Heilige noch herumlagen viele allen 
Fremden misstrauisch begegnen
Sie Unmengen von Fleisch aßen 

Ein Bier brauten das nach Auskunft
Des Italieners ekelhaft schmeckte 
Die englischen Frauen wären dabei
Beunruhigend frei und gingen alleine

Aus dem Haus und küssten sich oft
So hatte auch ein Fremder sogleich
Die Hausheim bei einem Besuch auf
Die Lippen zu küssen noch

Zugleich wurden die zänkischen 
Frauen mit einer Munknebel bedacht 
Die sexueller Unmoral verdächtigen 
Frauen wurden öffentlich geschmäht

Herrenhäuser wichen übergangslos
Ärmlichen Häusern und Hütten die
Straßen wären voller Exkremente
Wie Abfall neben Luxus hingen 

Auf der London Bridge noch die
Abgeschlagenen Köpfe auf Spießen 
An den Galgen gab es fast täglich 
Verstümmelungen und Hinrichtungen

Die Menschen sprachen eine der
Zivilisierten Welt fast unbekannte
Sprache noch fast nichts war bisher
Übersetzt worden davon 

Zu Beginn des Jahrhunderts noch
Hatte Thomas Morus Utopia in
Latein veröffentlicht dass ihm schnell
Anerkennung in Europa brachte

Morus jedoch wurde von Henry VIII 
Enthauptet dafür waren die Dichter 
Thomas Wyatt und Henry Howard
Mit italienischen und französischen

Gedichten erfolgreich so etwa das
Sonett durch Wyatt einige wurden
Noch zur Abschreckung hingerichtet
In Italien wurde schon geforscht

Dagegen waren die zwei englischen 
Universitäten eher provinziell sie
Waren von Konflikten zerrissen ob
Die Reformation weit genug ging

Die religiösen Konflikte dauerten an
Auf Henry VIII folgte sein Sohn
Eduard VI der nach sechs Jahren
Mit 16 an Tuberkulose starb 

Dem folgte für neun Tage seine
Erst 17 jährige Cousine Jane Grey
Die hingerichtet wurde worauf die
Schwester von Edward kam die

Katholische Bloody Mary doch schon
Fünf Jahre später starb Maria die 
England katholisch wieder wollte
Unter ihrer kleinen Schwester dann

Queen Elizabeth I wurde England
Wieder protestantisch doch gab es
Dabei viele dunkle Wellen noch von 
Verschwörung Verhaftung Hinrichtung

Greenblatt meint es sei unvorstellbar
Wie brutal diese Welt noch war dass 
Wir nichts vergleichbares hätten aber
Vergleicht es deutscher Geschichte

Die im 20. Jahrhundert noch ähnlich 
Wechselhaft gewesen wäre denke ein
Vergleich mit Islamisten wäre heute
Passender in Menschenverachtung

Dafür berichtet er aus dem Tagebuch
Von Henry Machyn mit Hinrichtungen
Verbrennung von Ketzern oder dem 
Pranger in London und Vierteilung 

Auf der London Bridge und wie deren
Köpfe danach dort aufgespießt waren
An das Holz genagelte Ohren dazu 
Der Ausbruch der Pest dann noch

Die Königin Elizabeth muss exotisch
Gewirkt haben weiß geschminktes
Gesicht zu leuchtend rot gefärbten
Haaren die Zähne schwarz verfärbt

Sie wurde regelmäßig vor dem Volk 
Noch in Szene gesetzt am Hof musste 
Sich ihr auf Knien genähert werden
Ihr dabei Liebe noch vorzuspielen

Mit sechzig noch empfing sie den
Französischen Botschafter in einem
Kleid aus Gaze bei dem ihr Busen 
Offen sichtbar ganz nackt war

Sie öffnete dabei ihr Kleid und zeigte
Dem erstaunten Botschafter noch
Mehr von sich dabei war diese 
Strategie wohlüberlegt und sollte 

Die Besucher verwirren ihre Portraits
Durften keine Schatten enthalten ihre
Schönheit makellos erscheinen lassen
Die Zeit sollte ihr nichts anhaben

Es war als wäre eine Schutzschicht
Über das ganze Kulturleben verteilt
Es gab nur künstlerisches Mittelmaß
Die einheimische Kultur war eher 

Rückständig als auf dem Niveau der
Renaissance in Europa doch es gab
Östlich der Stadt The Theatre als das
Erste frei stehende Schauspielhaus

In der Nähe wurde mit The Curtain
Ein weiteres Schauspielelhaus gebaut 
Doch die Stücke waren derb und die
Theater waren in Vororte vertrieben

Dann änderte sich erstaunlich schnell
Alles und der Panzer brach auf etwa
Ab 1580 brillante Dichter dazu die 
Größten Dramatiker und die Kolonien

Es kam ein Francis Bacon der sagte 
Dass Wissen Macht sei dafür gibt es
Keine einheitliche Erklärung aber
Eine bemerkenswerte Persönlichkeit

Sie verkörpert Energie und Wagemut
Für Englands verspäteten Aufbruch 
In den kulturellen Aufruhr es ist
Christopher Marlowe für Greenblatt

Von diesem war jener Aufbruch nicht
Zu erwarten gewesen in der Provinz
Geboren und mit 29 ermordet worden 
War er bemerkenswert produktiv

Er verfasste sieben Theaterstücke
Wie außergewöhnliche Gedichte 
Doch wurde nichts zu Lebzeiten
Veröffentlicht es gibt fast nichts

Keine Briefe Tagebücher Entwürfe 
Dennoch ist er Greenblatt ein
Leitfaden durch ein Labyrinth aus
Spärlich beleuchteten Korridoren

Marlowe erweckte im Laufe seines
Kurzen ruhelosen dem Untergang
Geweihten Leben mit seinem Geist
Den Genius englischer Renaissance

Das ist eine spannende Einleitung
Die zur Figur Marlowe führt die aber
Etwas im Bestseller Thriller Stil doch 
Inszeniert ist der viel unterschlägt 

Später werden wir hoffentlich noch
Mehr erfahren und warum Marlowe
Als genialer als Shakespeare gilt
Umfassend gebildet dazu noch war

Dies zum Einstieg erstmal noch
Mag mit der Dramaturgie die gern
Ein Gefühl für diese grausame Zeit
Geben will noch begründet sein

So liest sich Greenblatt gut und ist
Spannend für den Leser auch wenn
Dabei seltsame Spuren vorab noch
Gelegt werden die verwirren können

Zu wissen dass ein Marlowe anders 
Als Shakespeare studierte und den 
In der Renaissance fortschrittlicheren
Kontinent bereiste erklärte viel

Aber gerne lasse ich mich weiter
Auf das Theater von Greenblatt ein
Den Geist der eigenen englischen 
Renaissance neu zu erkunden

jens tuengerthal 2.7.26

Ereignisreich

Ereignisreich

Manche Tage sind wirklich sehr
Ereignisreich während andere
Kaum der Rede wert scheinen 
Warum der 2. Juli wieder so ein

Geballter Tag ist weiß ich nicht
Aber betrachte es neugierig um
Hier davon zu berichten als eine
Kleine Kulturgeschichte nach Laune

So etwa im Jahre 866 die Schlacht
Von Brisarthe bei der nur nicht ganz
Klar ist ob sie nun am 2. oder 25. Juli
Oder am 15 September stattfand

Dort schlugen Wikinger im Bündnis
Mit Bretonen die Franken die sich
Noch nicht Franzosen nannten was
Erstaunliche Folgen noch hatte 

Präziser wird es dabei nicht dafür 
Fiel Robert der Tapfere der für 
König Karl den Kahlen als König
Der Westfranken kämpfte

Er war Graf von Tours Anjou und
Paris begründete als Rheinfranke
Die Linie der Robertiner ist damit
Ahnherr des Maison de France

Der Großvater von Hugo Capet
Begründete die Linie der Kapetinger
Kam neben anderen in dieser
Schlacht ums Leben welche

Die Herrschaft der Normannen 
Noch festigte wie den König
Der Bretagne stärkte dafür wurde 
Der gefallene tapfere Robert zum

Gemeinsamen Vorfahren mit einer
Durchgehenden Linie der Häuser 
Anjou wie Bourbon die auch als
Grafen von Paris sehr mächtig waren

Der bretonische Fürst und spätere 
König Salomon hatte sich mit dem
Dänen Hasting den normannischen
Führer verbündet der war Häuptling 

Der auch als Wikinger bekannten 
Loire Normannen gerade hatte die
Fränkische Streitmacht noch die 
Normannen beim Plündern erwischt

Die darauf in eine Kirche flohen
Welche nun die Franken belagerten
Es sah nicht gut aus da machten die
Wikinger einen Ausfall bei dem sie

Auch drei fränkische Fürsten darunter
Den tapferen Robert niedermetzelten
Karl der Kahle musste nun Salomon
Als König der Bretagne anerkennen

Die Wikinger räuberten noch einige
Jahre erfolgreich an der Loire bis sie
Könige Siziliens wurden damit auch
Zu Vorfahren des Staufers Friedrich II

Ursprünglich stammte das Geschlecht
Von Robert aus Worms waren die
Grafen von Worms und Rheingau
Vorfahren damit auch der Salier 

Diese wiederum liegen in Speyer
Unter anderem auch Heinrich IV
Der für seinen Gang nach Canossa 
Zum geflügelten Wort uns wurde 

Trotz der Trennung der drei
Frankenreiche blieben die Häuser
Der Führung eng verbunden sind
Manche Grenzen verschwommen


Genau 70 Jahre später übernahm
Der Liudolfinger Otto I genannt der
Große die Macht von seinem Vater
Heinrich I geschehen im Jahr 936

Welcher Vogeler genannt wurde weil
Ihm die Nachricht von seiner Wahl in
Quedlinburg überbrachte wurde wo
Er gerade auf Vogelfang war aber

Sicher noch nicht mit Mozart und
Schikaneder sang er sei ein
Vogelfänger aber zumindest eine
Erste sächsische Herrschaft begann 

Otto wurde dann ab 951 zum König
Von Italien nachdem er Berengar
Besiegte der auf dem Bild noch
Um Gnade flehend vor ihm kniet

Wie fast 30 Jahre später 962 auch
Zum Kaiser in Rom gekrönt in der
Nachfolge des großen Karl dabei
Den wir mit den Franzosen teilen

Von Friedrich II dem klugen Staufer
Mit der normannischen Mutter der
In Sizilien aufwuchs und die Welt über
Sich und sein Wissen staunen ließ 

War oben schon die Rede gewesen
Bei den stürmischen Normannen 
Diesem unterwarf sich am 2. Juli
1234 sein Sohn König Heinrich IV

Dies geschah nach gescheiterter
Rebellion zu Wimpfen das heute 
Noch ein Bad davor trägt und den
Zauberhaftesten Weihnachtsmarkt

Zumindest in meiner Jugend hatte
Und liegt im Landkreis Heilbronn
Was dafür ausnehmend hässlich ist 
So ungerecht sind alle Güter verteilt

Während ich aus dem so hässlichen
Heilbronn eine ausnehmend hübsche
Prinzessin für zwei Jahre anbetete
Die gelegentlich sehr nah kam

Unfein gelangte der Habsburger 
Albrecht I von Österreich an die Macht
Indem er Adolf von Nassau erschlug
Damit alleiniger König wurde 

Die Macht der Habsburger wurde 
Relativ dauerhaft was zeigen könnte 
Gewalt lohnte im Deutschen Reich
Zumindest mächtig zu werden

Dies geschah am 2. Juli 1298 in der
Schlacht bei Göllheim oder auf dem
Hasenbühl die der Absetzung Adolfs
Durch die Kurfürsten noch folgte



Maximilian I auch genannt der letzte
Ritter welcher der Großvater von 
Karl V war unterteilte das Reich in
Reichskreise am 2. Juli 1500 diese

Der besseren Organisation dienende
Reform hielt bis zur Auflösung durch
Den Reichsdeputationshauptschluss
Also sogar bis ins Jahr 1802 noch 

Am 2. Juli 1505 wird der Jurastudent
Martin Luther nahe Erfurt beinahe 
Vom Blitz getroffen und gelobt darauf
Mönch zu werden und was daraus

Wurde ist in mehr als 95 Thesen 
Erhalten wurde zur Reformation die 
Weniger befreite als die Renaissance
Im Reich nachhaltig ausbremste noch

Auch am 2. Juli nur 1720 wurde der 
Grundstein der Mannheimer Residenz
Gelegt als neuer Sitz der pfälzischen
Kurfürsten wie einst in Heidelberg 

Am 2. Juli 1816 schließlich lief die 
Französische Fregatte Medusa auf
Grund aufgrund der Inkompetenz der
Befehlshaber vor Ort dabei kamen

Mehr als die Hälfte der 400 Personen
An Bord ums Leben die meisten auf
Einem notdürftig gezimmerten Floß 
Weil in Beibooten kein Platz war

Kunstgeschichte wurde dieses
Tragische Ereignis unnütz anderem 
Im Floss der Medusa von Théodore
Gericault sehr beeindruckend

Das am 2. Juli 1877 auch noch der 
Autor wie eher mäßige Dichter von
Platitüden Hermann Hesse geboren 
Wurde nimmt dem Tag nichts 

Dafür startete am 2. Juli 1900 mit
LZ 1 des Grafen Zeppelin das erste
Luftschiff als Zeppelin für seinen 
Ersten Flug über den Bodensee

Zum 2. Juli 1912 erschienen die 
Ersten 12 Bände der Insel Bücherei
Die noch vom Hand gesetzt wurden
Eine bis heute bestehende Reihe

Damit begründeten deren erster Band
Die Weise von Liebe und Tod des
Cornett Christoph Rilke war die noch
In manchen Tornister im Krieg kam

Deren Bände ich heute noch liebe
Wenn auch ohne sie exzessiv bisher
Gesammelt zu haben sind sie doch
Gutes literarisches Erbe immer

jens tuengerthal 2.6.26

Geschäftsleben

Geschäftsleben

Alles hat seinen Preis im Leben
Was als unbezahlbar gilt wie etwa
Die Liebe ganz besonders wird nur 
Mit anderer Währung gehandelt

Du spielst dieses Spiel nach den 
Verlogenen Regeln mit zu denen
Auch die Lügen der Liebe gegen
Alle Natur gehören oder bleibst

Besser einsam weil sonst der Preis
Der Liebe an Freiheit zu hoch wird
Sich unbezahlbar nicht mehr rechnet
Und irgendwie muss es sich ja lohnen

Es macht das Leben einfacher es
Als Geschäft zu betrachten was 
Seinen Preis hat und logisch ist
Auch und gerade bei Gefühlen 

Wenn beide das Gefühl haben 
Zu kurz zu kommen lohnt es sich
Offensichtlich für keinen mehr
Dann hat es sich meist erledigt

Würden wir das Leben nüchterner
Als einfach Geschäft betrachten
Könnten wir auch mit Gefühlen
Viel vernünftiger umgehen

Vielleicht sollten wir in allen Fragen
Mehr der logischen Natur vertrauen
Statt von Bauch und Gefühl zu reden
Was sich nicht lohnt ist erledigt

Diese vernünftige Sicht machte uns
Auch die Verständigung viel leichter
Statt als Mann Frau verstehen zu
Wollen um zu wissen was sie will

Ein Versuch der regelmäßig alle
Beteiligten verzweifeln lässt wäre
Es viel leichter es nüchtern wie 
Vernünftig geschäftlich zu sehen

Alles hat seinen Preis und dazu
Soll es sich lohnen für alle daran 
Beteiligten was der Gewinn wäre
Wer Befriedigung schenkt genügt

Ob emotional oder finanziell ist
Dabei im Ergebnis relativ egal
Nüchtern berechnet wird auch
Das Gefühl berechenbarer

Alles im Leben hat seinen Preis
Nichts ist je unbezahlbar nur kostet
Manches auch mal das Leben was 
Am Ende dann auch lohnend war

Romeo und Julia sind bis heute noch
Erfolgreich obwohl total unvernünftig 
Der Werther wird noch gelesen auch
Weil der Tod ohnehin unbezahlbar ist

Sich dessen bewusst zu bleiben
Erleichterte die Verständigung
Zwischen den Menschen enorm
Wir wären füreinander kalkulierbar

Der Grundsatz der Buddenbrooks
Nur des Tages solche Geschäfte
Zu machen dass du des nachts 
Gut schlafen kannst gilt immer

Einzig eine Bilanz braucht am Ende
Des Lebens wie der Liebe keiner
Wo nichts bleibt wird alles egal wir 
Können völlig entspannt bleiben

Gelohnt hat sich alles was gut tat
Der Rest kann künftig weg was
Genug Bilanz für unser Glück
Glücklicherweise immer bleibt

jens tuengerthal 2.7.26

Mittwoch, 1. Juli 2026

Lektürentagebuch 1.7.26

Lektürentagebuch 1.7.26

Über den Lebenslauf des Wonnebald 
Pück gelesen beginnend noch auf der
Bahnfahrt wo er am Bahnhofshalt im
Speisewagen sitzend und essend

Lux Berkule und ihre Kinder draußen
Vorbeilaufen sieht und darauf noch 
Den Kellner bittet den Wanderern eine
Flasche Wein von ihm zu bringen

Sie winken sich und gemütlich geht
Die Fahrt des lustvollen Genießers
Grimmig schaute nur der Knabe von
Zehn Jahren der ihn nur ignoriert

Was ihn so wenig stört wie ihre eher
Herablassende Reaktion die ihn reizt
Der nun Bischof von Klus werden soll
Nun blendet die Erzählerin zurück

Erzählt von den Eltern der Vater war
Ein erfolgreicher Kaufmann der noch
Gesellschaftlich aufstieg die Mutter
Kam aus altem Adel und sie hatten

Schon mehrere Kinder von denen
Das jüngste zwölf war als sie wieder
Schwanger wurde und aufgrund der
Glücklichen Umstände nannten sie

Den schließlich geborenen Sohn
Wonnebald und er wurde erst sehr
Verwöhnt was der Vater bald ließ 
Als er sah wie faul der Sohn war

Die Mutter jedoch zeigte sich gerne
Den Wünschen des Sohnes offen
Der überall untauglich war außer
Beim Aushecken böser Streiche

Der Vater überlegte was aus dem
Unbegabten Sohn noch werden sollte
Die Mutter sah den geistlichen Weg 
Was dem Vater gar nicht gefiel

Schließlich ließ er sich weil
Wonnebald überall untauglich war
Doch überreden und er kam ins 
Priesterseminar wo er weiter machte 

Die Erzieher im Seminar waren noch
Nachsichtig mit dem wollüstigen 
Knaben der später lange genug
Noch enthaltsam leben müsste 

Weil Wonnebald es immer weiter
So trieb erwogen die Priester seine
Weihe noch zu beschleunigen damit
Er lernte enthaltsam zu leben 

Dies war jedoch nicht der Fall
Ganz im Gegenteil trieb es der
Wilde Wonnebald nur noch weiter
Wurde darum als Pfarrer in ein Dorf 

Auf dem Land geschickt wo er sich
Weiter von den Bauern noch mit
Essen beschenken ließ und die
Jungen Frauen dort verführte 

Auch waren seine Predigten völlig
Hohl und leer worauf sie sich beim
Bischof beschwerten der Wonnebald
Darauf zum strengen Gespräch bat 

Dieser redete sich heraus die Bauern
Seien zu dumm ihn zu verstehen er
Langweile sich auf dem Land sehr
Worauf er in die Stadt versetzt wurde

Doch wurde es dort nicht besser 
Im Gegenteil er nutzte vielmehr
Alle Möglichkeiten der Stadt um
Ein ausgelassenes Leben zu führen

Nun musste Abhilfe gesucht werden
Hier endet der erste Abschnitt aus
Dem Leben des verwöhnten Knaben
Der in der Kirche Karriere macht

Wunderbar ironisch erzählt hier 
Ricarda Huch aus dem Leben
Eines Scharlatans und Nichtsnutz der
Es sich in der Kirche gut gehen ließ 

jens tuengerthal 1.7.26

Enthaltsamkeit

Enthaltsamkeit

„Ich lebe mein Leben
in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten
vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.“

Rainer Maria Rilke im Stundenbuch vom mönchischen Leben


Diese wunderbaren ersten Verse
Stellten wir gemeinsam der
Todesanzeige meines Vaters voran
Auch weil er Rilke so liebte bei
Jeder Gelegenheit den Panther
Noch zitierte leicht romantisch
Verklärt im Wesen dabei als
Sonst Naturwissenschaftler
Doch diese obigen Verse
Sind auch mir ganz nah
Der sich nun lesend fragt 
Ist Enthaltsamkeit ein weniger
Oder die Chance nach mehr
Anders als mein Vater der immer
Auf alles neugierig durch die Welt
Wie die Natur zog neues dort zu
Entdecken genügt mir weniger
Scheint der Rückzug mir viel
Verlockender als jede Expedition
Außer vielleicht zur Erforschung
Der natürlich vollkommenen
Weiblichen Schönheit noch 
Wo sich die Gelegenheit ergibt
Doch im wesentlichen mehr in 
Geistigen Welten unterwegs statt
Durch die Welt noch zu hetzen 
Gehe ich lieber in mich und
Erweitere meinen Horizont
Lieber lesend als laufend
Weil ich im Geist erst wirklich
Grenzenlos frei bin scheint das
Gerenne lästiger Touristen mir 
Nur eine überflüssige Belastung
Durch Idioten die nicht lesen
Aber enthalte mich lieber nun
Um meine Ruhe zu haben und
Ungestört mit Fenster zum Hof
Weiter gute Bücher zu lesen
Von allem anderen könnte ich mich
Auch völlig enthalten weil alles
Weniger was es von außen zum
Inneren Glück braucht die Freiheit
Der Zufriedenheit nur vergrößert 
Enthalte mich von der Welt
Lebe zurückgezogen um im
Geistigen Universum meiner
Bibliothek zu reisen denn 
Mehr braucht es nicht

jens tuengerthal 1.7.26

Abundzusage

Abundzusage 

Die auf absteigendem Ast noch
Befindliche Sarah Wagenknecht 
Die ihre persönliche Rechtslinks
Partei von Putinfreunden mit Angst
Vor Impfung und Ausländern nun
An die AfD anschmiegen wollte
Bekam von dort eine Absage
Was zumindest deutlich macht
Wer mit wem gerne würde wie
Auf welcher Welle die AfD gerade
Schwimmt die der Kanzler noch
Zu imitieren versucht was mehr
Menschen nur dazu verführt gleich
Das Original des Hass zu wählen
Der populistische Ängste bedient 
Die Absagen sind Zusagen doch
Offenbaren uns viel über die
Putinisten in der Demokratie
Die als Feinde zu bekämpfen
Klug wäre wenn sie nicht so
Lächerlich alle wären dass dir 
Eher nach Lachen zumute ist
Außer du erinnerst dich zufällig
An die deutsche Geschichte
Die viele nicht gut kennen
Besonders im Osten sind
Defizite im Bewusstsein noch
Bis heute präsent und manche
Halten die eigentlich reaktionären
Sogenannten Linken die real auch 
Erben der SED sind für progressiv
Die sich als Antifaschisten gegen
Alle Rechten geben auch wenn die
Lange selbst Teil des Vereins waren
Zur Bewahrung des DDR Erbes das
Wir besser endlich BRDigen sollten
Zumindest politisch erledigen statt
Als linke Solidarität zu pflegen die
Den antifaschistischen Schutzwall 
Mit Schießbefehl dazu bauten
Denke ich dabei kritisch der 
Nach seiner Natur bürgerlich ist
Ohne je die CDU zu wählen
Lieber sich als Anarch aus dem
Schmutzigen Sumpf heraushält
In Ruhe was bleibt zu lieben 
Täte vielen Tätern besser
Denke ich der sich vor vielen
Jahren mal lange und gut noch
Mit Sahra Wagenknecht über
Literatur unterhielt ohne dabei
Von Politik zu reden war es
Wirklich sympathisch erträglich
Heute schmust sie mit Rechten
Ihre Partei noch zu retten denke ich
Angeekelt und wende mich ab das
Politische hörte auf menschlich zu
Sein als es parteiisch wurde auch
Hinterm antifaschistischen Schutzwall

jens tuengerthal 1.7.26

Dunkelgedanken

Dunkelgedanken

Die Nacht ist wunderbar klar
Kein natürliches Licht stellt sie
Den dunkelsten Gedanken noch
Entgegen in absoluter Freiheit

Die Lampen erhellen nichts mehr
Tun so als sei da noch Licht
Auch in der tiefsten Finsternis 
Deines nüchternen Bewusstseins 

Doch säuerlich nur wird das Gemüt 
Seit der Machtergreifung des braunen
Sauerländers der auf Kosten anderer
Nur sich abgrenzend profilieren kann

Ermahnen und Nörgeln damit alle
Fleißig arbeiten für mehr Schulden
An denen die Banken verdienen auch
Wo sie Sondervermögen heißen 

Immer mehr Leben wird unerwünscht 
Hierzulande und noch nur heißt dort
Remigration offiziell Rûckführung
Guten Gewissens abzuschieben

Verantwortung Schuld Gewissen
Werden einfach verschoben damit
Minimalbeträge eingespart werden
Müssen Menschen erniedrigt werden

Dafür wird ein Vielfaches noch an
Mineralölkonzerne verschenkt die
Vorher sich schon ungerechtfertigt 
Bereicherten an der heiligen Kuh

Bezeichnend ist was die Regierung
Sich zugute hält noch die den 
Verbrenner verlängert und rettet
Der stets die Hälfte verschwendet 

Weil die deutsche Autoindustrie 
Den Anschluss effektiv verpasste
Wird ihr ein Aufschub gewährt um
Den Fehler weiter zu verlängern

Dafür wird mit Milliarden die fehlen 
Ein Tankrabatt gewährt der nichts
An Fortschritt im Land fördert nur
Veraltete ineffektive Systeme 

Weiter subventioniert auf Kosten 
Eines Sozialstaates der stabil das
System noch halten konnte ohne
Einen irgend effektiven Gewinn

Von den Ärmsten wird genommen
Um die Reichsten nicht anzurühren 
Veraltete Systeme subventioniert
Dafür effektive weniger gefördert 

In der Klarheit der Dunkelheit wird
Dir deutlich diese Regierung will
Alle Unangepassten ausrotten um
Was bleibt ins System zu pressen

Dabei geht es ihr nicht um Logik
Reale Effektivität ist völlig egal 
Flugbenzin und Verbrennungsmotoren
Werden weiterhin subventioniert

Dafür beim Klimaschutz wie der
Entwicklungshilfe gekürzt was in
Der Rüstung mehr investiert ohne
Jeden Plan oder Perspektive

Sich nicht ausrotten lassen sondern
Lieber den Unsinn selbst beenden
Weil es keine Aussicht mehr gibt als
Angepasst zu funktionieren ist

Was die Dunkelheit hell erleuchtet 
Geblendet von der Erkenntnis
Erwünscht ist nur noch was lohnt
Wird deutlich unerwünscht zu sein

Dieser Staat will nur noch jene
Die sich für ihn lohnen der Rest 
Ist in Merzistan unerwünscht was
Sie bitte schmerzhaft spüren sollen 

Dein Leben lohnt ohnehin nicht
Du erwirtschaftet nichts bist nur 
Natürlich kreativ was keiner
Sich heute mehr leisten kann

Weniger wird auch im Leben
In diesem Land immer mehr
Was bleibt lohnt keinen Gedanken
Ewige Ruhe ist zumindest friedlich

jens tuengerthal 1.7.26

Lektürentagebuch 30.6.26

Lektürentagebuch 30.6.26

Vier wunderschöne alte Bände aus
Der Insel Bibliothek sind nach langer
Reise aus der Ferne voller Liebe aus 
Einer aufgelösten Bibliothek im Süden

Zu mir gekommen und haben hier 
Ihren Platz gefunden begonnen mit
Dem schon vertrauten Essay von
Michel de Montaigne über die

Freundschaft das besonders seine
Mit Estienne de La Boëtie betrifft
Indem er über gewählte Nähe und
Die erzwungene Liebe nachdenkt

Mit natürlich zahlreichen Zitaten 
Die hier in den Anmerkungen sogar
Anders als bei Montaigne selbst
Benannt und übersetzt werden

Wer hat heute schon noch die
Belesenheit eines Montaigne 
Wie seine Kenntnisse im Latein 
Das bei mir eher sporadisch blieb 

Ein wunderbarer Einstieg der über
Die Freundschaft und die Liebe noch
Nachdenken lässt wobei Montaigne
Die zu Frauen dabei unterscheidet

Was mich nachdenken lässt der diese
Bände von einer klugen sehr nahen
Geheimen Geliebten erhielt die aber
Auch geistig tief verbunden ist 

Würde ich das wirklich unterscheiden
Hat es Montaigne nicht selbst mit
Seiner späten sehr jungen Geliebten
Maria de Gournay anders gelebt 

Sie die Frau zur Wächterin seiner
Ausgaben gemacht die seinem Geist
Treu blieb in ihrem langen Leben auch
Wenn ihr wohl sein Humor fehlte

Kann es nicht entscheiden und muss
Zum Glück keine Wahl treffen sondern
Freue mich an vielfältiger Nähe auch
Zu so klugen wie schönen Frauen

Er hinterfragt die Liebe in der Familie
Die ein natürlicher Zwang wäre der
Keine Verbindung schafft nur weil
Zwei aus dem selben Loch krochen 

Montaigne spricht auch Dinge an 
Die wir gewohnt sonst hinnehmen
Was lohnend und klug ist weil er
Die Gewohnheit dabei hinterfragt

Die Sonette aus dem Portugiesischen
Von Elizabeth Barrett-Browning in der
Übersetzung von Rainer Maria Rilke 
Sind der nächste wunderbare Schatz

Dieser lange so kranke Engländerin
Die in der ersten Hälfte noch des 19.
Jahrhundert lebte hat Rilke zart erfühlt
Wer hält sie so der Tod oder die Liebe

Fragt sie am Ende und wieder klang
Es dabei sanft und nah nach lichtlos
Vielen Jahren sie durch ihr Weinen 
Leise die süßen Jahre nun sieht

Wunderschön und aus sich selbst
Ganz tief in mir nachklingend darf
Diese große Dichtung ganz für sich
Als große stehen sowohl als auch

Der Lebenslauf des heiligen
Wonnebald Pück ist eine ganz
Wunderbare Satire von Ricarda Huch
Über den Bischof und seine Geliebten

Wie die sich daraus ergebenden 
Verwicklungen bis zur schließlich
Heiligsprechung des lustvollen
Kirchenmanners der ein übler Sünder

Immer war und es beginnt diese
Satirische Biographie über den 
Sündigen Heiligen fast lyrisch wenn
Lux Berkule über die Berge geht

Auf denen der Schnee noch nicht
Geschmolzen war gen Klus zu ihrem
Uralten Schwiegervater dem dort
Mäusescherer und Maulwurfsfänger

Nachdem ihr Mann der Hofjäger war
Von einem Wilderer getötet wurde 
Sie mit ihren Kindern Obdach wie
Sicherheit beim Unbekannten sucht

Hier kritisiert die Protestantin Huch
Die katholische Kirche humorvoll in 
Einer erdachten Kirchenprovinz was
Kluge schöne Lektüre verspricht

Glücklich dankbar macht auch dieser
Mit Liebe ausgewählte Band der hier 
Ein Heim voller Bücherliebe fand
Freue mich auf mehr Lektüre

Dieser Band ein ganz früher noch
Der Insel Bücherei ist Nummer 58
Eine vielfältig schöne Freude von
Doppelt klugen Frauen erschien 1916

Ein Buch aus dem Weltkrieg dem
Todesjahr meines sehr belesenen
Urgroßvaters vor Verdun in dem
Der Großvater nach Lichterfelde kam 

In zartem grün kommen nun noch
Die Augen des ewigen Bruders von
Stefan Zweig die 1922 erschien also 
Auch zu den frühen Bänden gehört

Die Legende vom frommen Sucher
Virata der unwissentlich in der 
Schlacht seinen eigenen Bruder tötete
Gehört zu den unbekannteren Werken

Des großen Stefan Zweig so wird 
Virata sein Leben lang von den Augen
Des Getöteten verfolgt bis er erkennt
Das Erfüllung nur ein gottgefälliges

Leben ihm schenken kann was schon
Den Atheisten genug abschrecken
Könnte auch wenn es zu den tiefsten
Fragen des Menschseins führen soll

Diese zu beantworten bin ich selbst
Manch verwirrende Wege gegangen
Freimaurern Theosophen Druiden
Rosenkreuzern zeitweise gefolgt 

Lieber ohne allen Hokuspokus am
Ende bei der Philosophie geblieben
Die dem Geist genug Freiheit gibt
Zu meinen in der Liebe zu wählen

Der Vergleich den andere Autoren
Dabei zu Hesses Siddhartha ziehen
Würde die Abschreckung noch weiter
Verstärken vor sicheren Antworten 

Doch da ich Zweig als klugen Autor 
Schätze der fein zu erzählen weiß 
Freue ich mich auch auf die Lektüre
Dieses Bandes aus dem Jahr 1922

Noch lange vor dem Grauen des 
Nächsten Krieges und dem Holocaust
Zwanzig Jahre vor dem Freitod des in
Wien geborenen Zweig in Brasilien

So bin ich glücklich voller Freude
Über vier neue Bände die mich
Überraschend von Süden her 
Erreichten und dankbar darüber

Gerne so den Flüchtlingen aus
Einer aufgelösten Bibliothek nahe 
Dem Meer hier Asyl gewährt mit
Liebe werde ich sie genießen 

jens tuengerthal 30.6.26