Sonntag, 28. Juni 2026

Lektürentagebuch 28.6.26

Lektürentagebuch 28.6.26

Von Ludwig dem Bayer Konrad Groß
Wie dem Kochbuch des Michael de
Leone erzählt der bayerische Patriot
Erwin Seitz mal wieder einseitig 

In der Verfeinerung der Deutschen
Was schon an der Überschrift hier
Erkennbar war wäre der Autor ein
Echter Kenner der Geschichte

Doch er tritt scheinbar weiterhin
Noch lieber als Bayer auf ohne sich
Der Peinlichkeit dessen dabei noch
Bewusst zu werden Patrioten halt

Der Bayer war zu der Zeit als der
Herzog von Bayern nach einem
Interregnum römisch deutscher König
Werden sollte eigentlich nur Spott

Wie heute in großen Teilen des 
Landes was alle bemerken außer
Den Bayern die es als Ehre sehen
Was eine Welt für sich halt ist

Dies bemerkt jeder der nicht nur auf
Patriotisch bayerische Quellen zur
Information zurückgreift und merkte 
Der Name war keine Ehre zur Zeit

Bayern dagegen lernen bis heute
Stolz Ludwig der Bayer war der erste
Wittelsbacher Kaiser auch wenn die
Krönung und Wahl strittig schon war

Der schöne Friedrich aus dem Hause
Habsburg ein Wiener also stand mit
Dem Bayer in Konkurrenz wurde von
Einem Teil des Gremiums gewählt

Die beiden Vettern schlugen sich 
Mehrfach wobei Ludwig gewann
Einmal Friedrich gefangen nahm
Für drei Jahre infolge festsetzte

Doch davon erfährt die Leserin nur 
Am Rand weil Ludwig als der König
Gezeigt werden soll der viel für die
Städte tat ihnen Privilegien gab 

Seitz berichtet wie der Kaiser zu
Nürnberg was früher Franken
Heute auch Bayern geworden ist
Beim Bürger Konrad Groß speist

Dieser reich gewordene Patrizier
Der mit einem Hammer Walzwerk
Familienvermögen vermehrte um
Schließlich Bankier auch zu werden

Als solcher auch Kreditgeber des
Kaisers wie später die Fugger zu
Augsburg bei Karl V der noch kein
Thema hier und heute sein soll

Über die Speisen im Hause Groß 
Der auch ein vornehmer Stifter 
Seiner Heimatstadt wurde wird nur
Gemutmaßt sie waren wohl gut

Dagegen wird das älteste Kochbuch
Von Michael de Leone aus Würzburg
Vorgestellt der ursprünglich Jude hieß
Aus einer reichen Kölner Familie kam

Mehr erzählt Seitz leider nicht über
Den bischöflichen Pronotar mit dem
Wechselnden Namen von welcher
Religion auch immer er dann war

Hier werden die Rezepte schon sehr
Konkret wenn auch ohne Angabe
Genauer Mengen dafür sollte das
Gefühl und die Erfahrung reichen 

Er zitiert daraus einiges was schon
Spannend und interessant ist um
Ein Gefühl für die Küche in der Zeit
Des hohen Mittelalters zu bekommen

Warum Seitz hier Friedrich II den 
Großen kultivierten Staufer der in
Neapel eine medizinische Fakultät
Nach arabischem Vorbild gründete

Nahezu völlig ignoriert um dafür
Seitenlang über Ludwig den Bayern 
Die Leser zu langweilen bleibt unklar
Zumindest war Ludwig friedlich

Außer sein Ausschluss aus der
Römischen Kirche durch den Papst
Der da gerade in Avignon residierte
Wird als großer Verdienst gesehen

Am Ende des Kapitels kommt noch
Etwas zum geradezu königlichen
Grab des Nürnberger Bürgers Groß 
Alles etwas Bayernlastig wieder


Mit der Frage Wollen sie mein Sozius
Werden ist das Essay über die
Mitarbeiterinnen der Galerie Cassirer
Von Piotr Zygmunt Kowalski betitelt

So beruhte der Erfolg der Galerie
Paul Cassirer nicht allein auf der
Vision ihres Inhabers sondern auch
Auf der Arbeit von hervorragenden

Spezialistinnen und Spezialisten
Die häufigen Wechsel im Personal
Weisen auch auf das schwierige
Wie impulsive Temperament von 

Paul Cassirer hin dennoch band er
Immer wieder auch bedeutende 
Persönlichkeiten an die Galerie die
Reputation und Programm prägten

Das Unternehmen Cassirer war
Die Galerie und der Verlag wobei
Die Grenzen fließen der Text legt
Dabei die Zeit ab 1926 zugrunde

Eine zentrale Quelle sind die noch
unveröffentlichten Erinnerungen von
Leo Blumenreich an den sich 1916
Cassirer mit obiger Frage wendete 

Dies bei einem Besuch von Leo
Blumenreich in der Viktoriastraße 35
Der Galerie Cassirer wobei der um
Ganze 13 Jahre jüngere Blumenreich

Bei dessen roten Kopf bereits einen 
Schlaganfall fürchtete war völlig
Überrascht davon sodann wird 
Blumenreich und sein Weg zur Kunst

Spannend und interessant vorgestellt
Der Antrag war damit begründet dass
Cassirer seine Einberufung bekam
Ab 1917 wurde Blumenreich auch

Mitinhaber der Galerie er traf dort
Auf Theodor Stoperan der bis 1920
Cassirers rechte Hand blieb wie auch
Alfred Gold im Graphischen Kabinett

Dieser geniale Kunsthistoriker hat sich
1917 mit Cassirer überworfen wie Leo
Kestenberg dessen Zeitschrift der
Bildermann die Galerie prägte 

Mit Kriegsausbruch änderten sich 
Die Bedingungen des Kunsthandels
Es begann die Zusammenarbeit mit
Dem Münchner Auktionator Helbing

Dabei unterstützte ab 1917 der
Kunsthistoriker Victor Wallerstein 
Sie gewannen Wilhelm von Bode
Für ein Vorwort eines Kataloges

Aufgrund der Versteigerung der
Sammlung Richard von Kaufmann
Kam es zum Konflikt mit Bode der
Einen antisemitischen Artikel zum

Thema Kunsthandel schrieb weil 
Die bei der Auktion erzielten Preise
Sein Budget weit überschritten hat
Er für ein Ausfuhrverbot plädiert

Zumindest was bedeutende Werke
Beträfe Griff dabei Harry Kessler an
Vergaloppierte sich in Spekulationen
Blumenreich reagierte darauf ruhig

Harry Graf Kessler nannte das
Schreiben von Bode einen Giftbrief
Der ihn mehr an Moliéres Komödie
Scapins Streiche noch erinnerten

Blumenreich verteidigte die Firma
Rettete durch seine besonnene
Reaktion deren Ruf noch stellte 
Damit eher Bode noch bloß

Wallerstein holte währenddessen
Mehr zeitgenössische Kunst ins 
Programm etwa Kokoschka wie 
Heckel und Otto Mueller 

Es kamen Ernst Barlach Karl Hofer 
Ludwig Meidner Max Slevogt mit
Der Freien Secession gemeinsam
Auch der Architekt Mendelssohn

Auf Wallerstein folgte Grete Ring
Eine promovierte Kunsthistorikerin
Sie war eine Schwiegernichte von 
Max Liebermann noch dazu

Sie war hoch gebildet und historisch
Sensibel belesen aufgewachsen sie
Hatte bei Friedländer gearbeitet und
Auch promoviert und kannte auch als 

Nichte von Liebermann die Szene gut
Was ihre Position bei Cassirer noch
Weiter verstärkte und arbeitete gut
Mit Blumenreich dabei zusammen

Sie war entscheidend für das 
Gelingen der Munch Ausstellung
Mitverantwortlich indem sie den
Künstler noch in Oslo besuchte

Im Verlag war Grete Fischer als
Lektorin für die Veröffentlichung
Der Werke von Else Lasker-Schüler
Verantwortlich die bedeutend war

Ab 1919 kam der Volkswirt Walter 
Feilchenfeldt als Volontär dazu
Wurde dessen Geschäftsführer nach
Dem Abgang von Kestenberg 

Max Deri wurde ab 1922 Teilhaber
Des Verlages er war auf die Kunst
Aus dem 19. und 20. Jahrhundert
Spezialisiert und publizierte viel

Ab Oktober 1922 wurde dann Ella 
Wellhoener Prokuristin bis zur
Liquidierung 1937 dort tätig ab 1923
Wechselte Feilchenfeldt in die Galerie

Er bildete mit Grete Ring ein Tandem
Was die Galerie bis zum Ende leitete 
Wesentlich zu deren Blüte damit noch
Beitrug dann kam die Inflation 1923

Cassirer gründete noch eine weitere
Deckenhänger Dependance in 
Amsterdam der Krise zu entkommen
Dadurch kam es zur Entfremdung 

Zwischen Blumenreich und Cassirer
Es wurde immer spannungsreicher
Warum Blumenreich 1924 austrat
Ihm folgten Ring und Feilchenfeldt 

Im Abschluss zeigt sich der Salon
Cassirer als ein Ort enger Verbindung 
Mit immer wieder neuen personalen
Konstellationen gab es viel Dynamik

Paul Cassirer wird dabei als der
Katalysator bezeichnet in einem
Konfliktreichen Gefüge er war halt
Ein immer schwieriger Charakter wohl

Bedeutend war der Salon auch
Weil dort Künstler Kunsthandel und
Wissenschaft miteinander in Dialog
Über die Moderne immer traten

jens tuengerthal 28.6.26

Angekommen

Angekommen

Im Leben angekommen zu sein
Schenkt tiefe Zufriedenheit die
Weiter wirkt als alles mehr im
Gegenteil sogar mit weniger
Glücklich sein zu können weil
Alles im Ankommen erfüllt ist
Wo du das voller Liebe noch
Mit jemanden teilen darfst
Hast du den kostbarsten
Schatz für dich gefunden
Die höchste Kunst ist darum
Zu bemerken wenn alles
Gut so ist und du damit
Zufrieden bleiben kannst
Statt immer weiter noch
Zu wollen muss nichts 
Mehr sein um glücklich
Beieinander zu bleiben
Denke das ist alles und
Mehr gibt es im Leben nie

jens tuengerthal 28.6.26

Nachtegal

Nachtegal

Ob Nacht ist
Ist mir ganz egal
Lieber noch hab ich
Die Nacht für mich
Als täglich gestört 
Zu werden beim
Tagträumen auch
Weil andere lieber
Was vom Tag haben wollen
Nehme ich mir die 
Nacht nur für mich 
Egal welche Zeit
Ist es nachts eher
Kälter noch draußen
Statt unnötig überhitzt
Nutze die Nächte gerne
Ungestört für mich als
Tag und Nacht Dichter 
Kommt mir die Nacht
Dabei noch näher
Als Tage je blieben
Die am Ende auch
Nur zur Nacht werden
In der dafür die Nachtigall
Nahezu ungestört singt 
Was nicht egal ist

jens tuengerthal 28.6.26

Liebesorte

Liebesorte

Liege auf dem Diwan 
Der Ventilator bläst kühle Luft
An meine nackten Beine
Um mich geliebte Bücher
Wie geliebte Erinnerungen
An Lieben meines Lebens
Gewonnene wie verlorene
Lieben und Geschichten
Die hier zu leben begannen 
Vor allem meine große Liebe
Der ich immer treu blieb 
Die Bücher meines Lebens
Welcher Ort der Welt könnte 
Je besser oder schöner noch
Für mich sein oder werden
Denke ich und mit fällt keiner ein
Alles erreicht mit einer Bibliothek
Mit Leiter sogar für Hochstehende
Unter den geliebten Büchern
Auch diese mit lustvoller Erinnerung
Verbunden wie so vieles hier
Ist es der Ort den ich liebe
Ein wenig verstaubt aber echt
Das ganze Leben für mich
Denke ich und schau um mich
Zufrieden mit allem 
Hier kann ich bleiben
Muss nirgendwo hin
Was wichtig ist kommt
Der Rest verfliegt

jens tuengerthal  28.6.26

Samstag, 27. Juni 2026

Lektürentagebuch 27.6.26

Lektürentagebuch 27.6.26

Schon in der Nacht oder am frühen
Morgen mit Robert Byron weiter in
Der Weg nach Oxania gelesen dem 
Reisetagebuch aus dem Jahr 1933

Es ist der 19. Oktober 1933 von dem
Robert Byron hier aus 1600 Meter 
Höhe in Qala Julk berichtet was nach
Gequältem Joghurt schon klingt 

Von der Landschaft wie dem dort 
Vermeintlichen Verlust ihres Geldes
Berichtet Byron dabei wie den etwas
Panischen Folgen der Entdeckung 

Die sich später als Fehler zeigen als
Sich das Portmonee unter dem Hemd
Irgendwo fand was seltsam klang
Auch von Plagen mit Flöhen in den

Natürlich völlig verschmutzten noch
Unterkünften berichtet er dabei was 
Für alle Leser abschreckend genug
Nie in die Berge zwischen dem Iran

Wie Aserbaidschan zu reisen wo sie
Am 20. Oktober aus Ak Bulagh auf
Auch 1600 Meter Höhe berichten
Wo Christopher besonders leidet

Dessen entzündete Flohstiche werden
Mit Whisky desinfiziert dazu gibt es
Flüssigen schwarzen Honig und 
Opium mehr konnten sie nicht tun

Am 22. Oktober berichtet er aus
Zinjan aus dem Grand Hotel Rathaus
Vom langen mühseligen Weg nach
Mianeh hinunter wie dort ein Junge

Papyrus von ihnen schnorren wollte 
Wohl Papirossa die Zigaretten aus 
Der ehemaligen Sowjetunion meint 
Was im polnischen heute tatsächlich

Als Wort für Zigarette verwendet wird
Der Einfluss der Sowjetunion im alten
Ostblock kennt auch sprachlich keine
Grenzen bis Ostdeutschland spürbar 

Auch in den Teehäusern werden sie
Unterwegs oft auf russisch noch
Angesprochen aber in den Bergen
Fand Byron es seltsam was nicht 

Erstaunt erfasste doch die alte
Sowjetische Ideologie alles ging
Ins private wie ins öffentliche total 
Als eben totalitäre Ideologie dabei

In einem seltsamen Blockhaus wurde
Von Abbas und den Maultiertreibern
Die Mittagspfeife geraucht der Rausch
Gehört zum normalen Alltag dort

Als seien sie vom Himmel gefallen
Wurden sie von Leuten umlagert
Misstrauische Polizisten wollten noch
Wissen was sie unterwegs fotografiert

Für die Nacht bekamen sie eine
Abstellkammer zugewiesen am 
Morgen erwischte Byron in seinem
Schlafsack 16 Wanzen 5 Flöhe wie 

Eine Laus und Christophers Beine 
Waren weiter dick geschwollen so
Reservierten sie einen Wagen nach
Teheran zurück war sehr lohnend

Wie schön dass Byron der britische
Archäologie meine Abneigung gegen
Jede Reise bestätigt wer muss sich
So etwas antun irgendwo zu sein

Rätselhaft bleibt das menschliche Tun
Für vernunftbegabte Beobachter wohl
In ganz vielem was Gefühl braucht 
Wie große Abenteuerlust noch dazu

So scheint das Reisen etwas eher
Triebhaft begründetes was sich nur
Schwer mit Vernunft erklären lässt
Zumal alle Ethik dagegen spricht


Weiter geht es am 16. September 
1802 in Heidelberg von wo das
Ehepaar Gondela auf der Reise
Ins Paradies der Erinnerung erzählt

Hierher war ihre Hochzeitsreise einst
Gegangen wie würden sie es nun
Viele Jahre später als älteres Ehepaar
Auf Reisen wohl erleben fragt sich

Um drei Uhr schon erwacht fuhren 
Sie in Vorfreude auf den Kaffee in 
Heidelberg wie den schönen Weg
Von Adelsheim im Mondschein los

Gegen fünf bei Sonnenaufgang
Waren sie in Neckarelz schon weil
Die Chausseen im Odenwald wider 
Erwarten sehr gut doch waren

Sie sahen einen Berg den sie für den
Melibokus hielten auf der Höhe liegen 
Am Fuß des steilen Berges kamen 
Sie ins pfälzische Städtchen Mosbach

Sie wanderten dort ein wenig durch
Das herrliche Tal noch dabei steht das
Dunkle innere der Stadt in scharfem
Kontrast zur zart schönen Umgebung

Froh waren sie den Ort zu verlassen
Sie blieben nun bis Neckarelz im Tal
Überquerten in Wimmersbach mit der
Fähre noch den Neckar von da an

Scheint ihm der Weg ganz besonders
Schön über fruchtbare Täler hinweg
Geht der Blick in die so romantische 
Landschaft die Romantiker anzog

Noch bevor diese Epoche eigentlich
Benannt und bekannt fahren zwei
Aufgeklärt kritisch sonst denkende 
Bremer mit romantischen Gefühlen

Durch die wirklich zauberhafte
Landschaft des Odenwalds und
Freuen sich an ihren Erinnerungen
Der eigenen Hochzeitsreise noch

Sobald die Wagen langsamer fuhren 
Wanderten sie in den herrlichen dort 
Wäldern und trafen dabei noch zwei
Elsässer die hinter ihnen fuhren an 

Steilen Stellen das gleiche taten
Von Wimmersbach bis Heidelberg
Waren es noch fünf Stunden als sie
Neckargemünd sahen war es schon

Als würden sie ihre Heimat sehen
Sie lassen am Wirtshaus halten und
Sich Schoppen besten Neckarwein
Zur Feier reichen lese ich und bin

Selbst von lange heimatlicher noch
Erinnerung dort auch gerührt sie
Jedenfalls waren nach einigen dort
Gläsern fröhlich auf dem Weg

Schroffe Felsen wechseln dort mit
Zauberhaften Weingärten sich ab
So wurden die zwei Stunden Weg 
Bis Heidelberg zum Genuss für alle

Gegenwart und Erinnerung sind dort
Ganz innig miteinander verknüpft auf
Dem Weg durchs Neckartal noch lag
Schon bald Heidelberg vor ihnen

Gefühlt nach einer halben Stunde
Schon sahen sie Brücke und die
Ruine des Schlosses am Berg
Wie bekannt war ihnen das alles 

Lese es und denke nur ja wie gut
Kenne ich den Anblick der Stadt
Die wunderbare Romantik die
Heidelberg in Erinnerung weckt

Mit über 25 Jahren Abstand ist
Es eine schöne Erinnerung nur
Statt nie gewollte Qual die es viel
Länger mir noch war auch dort

Sie fuhren durchs römische Tor
Sahen Straßen wieder wie vor 
12 Jahren noch und kehrten auf
Empfehlung dort im Hecht ein

Den hatte ihnen B empfohlen
Von dem sie auch Briefe fanden
Der sie herzlich nach Mannheim
Einlud sie trinken erstmal Kaffee

Dann besuchen sie auf Empfehlung 
Gatterer einen Heidelberger Professor
Wie Oberforstrat noch dazu trafen
Dessen Frau auf dem Weg zu ihm

Dazu gehen sie über die Alte Brücke
Genießen die Aussicht dort um den
Guten Gatterer in seinem Gartenhaus
Mit Frau und Kindern zu überraschen

Sie genießen die Zeit im Garten mit
Blick aufs Schloss mit noch frischen 
Trauben dann kommt noch Hofrat
Medicus den sie schon kannten 

Mit ihm machen sie noch einen
Ausflug zum Schloss sehen dort
Das letzte Licht und violett lagen
Schon die Vogesen tief im Westen

Medicus zeigte ihnen wo etwa 
Konigsbach in den Vogesen lag
Das Ziel ihrer langen Reise am
Haardtgebirge als dessen Fortsetzung

Den Abend verbrachten sie dann bei
Gatterers mit weiteren Gästen und
Mussten versprechen morgen schon
Wieder zu Besuch zu kommen

Was wie Henrich Gondela schreibt 
Ihre Pläne etwas durcheinander warf 
Aber wer konnte eine so herzliche 
Einladung noch je ablehnen

So reiste ich in Gedanken wie mit
Erinnerungen mit den beiden in die
Alte Heimat und fand alles dort mit
Genug Abstand ganz wunderschön 


Auch im Jahr 1802 geht es mit Johann Gottfried Seume auf dessen Spaziergang nach Syrakus dem nun
Heute 3. Band der Anderen Bibliothek

Es ging von Triest nach Venedig über
Seinen 39. Geburtstag am 29. Januar
1802 den er mit Fastenessen in Udine
Relativ unfeierlich einfach beging 

Immerhin in netter Gesellschaft einer
Jungen Mutter und ihres Kindes
Bekamen sie gute Pasta mit Fisch
Er unterhielt sich gerne mit dem Kind

Natürlich war er vorher wieder vor
Räubern gewarnt darum zuerst
Nebenwege der Küste folgend 
Gegangen die aber alle wieder

Auf der großen Straße endeten
Der er im weiteren folgte er traf
Noch Wanderer aus Venedig die
In umgekehrter Richtung genauso

Gewarnt worden waren aber die
Präsenz der Polizei wie auch der
Österreichischen Truppen sorgten 
Für relative Ruhe es ging also gut 

In einem Ort gab es keine Herbergen
Oder sie waren überfüllt mit zuviel
An Betrunkenen dass er sie lieber 
Mied bei der Polizei nachfragte

Nach einigen Umständen die ihn 
Zur Hauptwache der Polizei führte
Fand doch jemand ein gutes Quartier
Weil er auf der Wache nichts frei war

Vor der Überfahrt nach Venedig muss
Er seinen Ausweis bei der Polizei dort
Abgeben und soll ihn später abholen
Die Überfahrt wird sehr unterhaltsam

In Venedig logiert er direkt am
Markusplatz besichtigt viele Kirchen
Die sicher alle sehenswert wie auch
Besonders wären zumindest wenn 

Kirchen einen interessieren was
Bei ihm wohl nicht der Fall war
Ansonsten sei außer auf dem
Markusplatz dort nicht viel los

Venedig sei für Besucher mit
Einigen Kirchen schnell erledigt
Besonders gefällt ihm das Kloster
Der Kapuziner mit schönem Garten

Einmal machen ihn zwei junge
Prostituierte wohl an und wollen
Nicht locker lassen schmiegen
Sich schon ganz eng an ihn 

Doch bevor es zu spät ist und
Auch um ihn geschehen wäre
Stampfte er mit seinem Knotenstock
Auf russisch fluchend laut auf

Darauf hätten sie die Flucht
Ergriffen was ihn auch vor
Allen weiteren Nachstellungen
Bewahrte besonders begeistert

Schien er von der Lagunenstadt
Nicht und im übrigen könnte ja
Alles dazu in bekannten Führern
Auch nachgelesen werden

Besonders aber schwärmt er von
Der Figur der Hebe von Canova dem 
Zeitgenossen der inzwischen in Rom
Lebte den er dort besuchen will

Beim Auslösen seines Ausweises
Gab es erst Probleme bis er auf
Französisch mit dem Polizisten
Sprach der darauf freundlich wurde

Die Italiener unter der Besatzung 
Österreichs seien auf Deutsche
Nicht sonderlich gut zu sprechen
Als Franzose wurde er gut behandelt

Diese politischen Trotzreaktionen
Sind spannend in einer Zeit noch
Bevor es Italien wieder gab kurz
Nach der französischen Revolution

jens tuengerthal 27.6.26



Hitzehass

Hitzehass

Hasse die Hitze
Gegen Kälte kannst du
Etwas mit Vernunft tun
Hitze musst du ertragen
Möglichst bewegungslos 
Was mir wiederum liegt
Der nackt auf dem Diwan
Möglichst nichts tut nur 
Abwartet hinter dem Ventilator
Die Hitze gleicht dem Leben
Musst du auch ertragen
Bis es einfach endet
Dann ist zumindest Ruhe
Was eine gute Aussicht ist
Zumindest am Ende
In sechs Monaten ist
Weihnachten schon vorbei

jens tuengerthal 27.6.26

Menschenhass

Menschenhass

Wenn du schwitzend den totalen
Wahnsinn des Klimawandels erlebst 
Aber die Idioten immer noch weiter
Leben Fliegen Autofahren Reisen
Wie immer als ändere sich nichts
Wäre Menschenhass die vermutlich
Einzig angemessene Antwort
Sollen diese Idioten doch alle
Verrecken in der Katastrophe
Die sie selbst verursachten 
Als sie ihre Wälder fällten
Die Klimaanlagen anmachen 
Damit sie es drinnen kühl haben
Während es draußen infolge noch
Wärmer überall wird dann denkst du
Es geschieht ihnen ganz recht
Wenn sie alle leiden die Idioten
Leider nur leiden die Armen mehr
Geht es den Reichen besser
Die Urlaub am Meer machen
Darum geht es einfach weiter so
Bis alle endlich tot sind die ihr
Paradies zuvor verwüsteten
Hoffentlich sterbe ich vorher
Denke ich dabei nur weil das
Leben unter Idioten unerträglich 
Für jeden mit Verstand ist aber
Es ändert leider auch nichts
So begründet es wohl wäre
Darum kannst du sie auch lieben
Denken es sind halt Idioten
Sie wissen nicht was sie tun
Dann siegt zumindest die Liebe
Am Ende das ist doch was

jens tuengerthal 27.6.26

Sommernacht

Sommernacht 

In einer Sommernacht im Park
Am Helmholtzplatz sitzen die
Lauten Tiere im Gebüsch hören 
Wie die letzten hier anwesenden 
Ruhig auf Bänken plaudernd
Hat eine besondere Stimmung
Verklebt noch vom Tag relative
Kühle dabei genießend am
Metall der Bank zumindest 
Immer wieder Tatütata von
Den großen Straßen hallt
Durch die dörfliche Nacht
Denke an die vielen Dates 
In Corona Zeiten auf einer Bank
Erste Küsse oder Versprechen 
Von ewiger Liebe die mit dem
Nächsten Wind wieder verflog
Als wäre nie etwas gewesen
Wie diese milde Sommernacht
Bald dem heißen Tag weicht
Sitze ich hier ganz allein für mich
Glücklich in der relativen Ruhe 
Gelegentlich noch Spaziergänger
Die heimwärts schwanken doch
Alles leiser nun als vor der
Großen Hitze in Berlin 
Hebe den Blick und sehe
Sterne zwischen den Bäumen
Weibliches Lachen vom Platz
Hinter mir leuchten Laternen
Im milden Ostlicht und
Wieder raschelt es in den
Büschen als feierten die Tiere 
Die kurzen Nächte noch

jens tuengerthal 27.6.26

Liebesentscheidung

Liebesentscheidung

Ist Liebe eine Entscheidung
Die ich treffe oder nicht 
Habe ich überhaupt die Wahl
Ergreift mich die Liebe nicht
Egal was ich will einfach
Wenn sie kommt ganz egal
Was wirklich daraus wird
Könnte die Liebe auch
Stärker sein als jeder Wille 
Dann machte sie willenlos
Was ja gelegentlich vorkommt
Aber sie zu leben könnte eine
Entscheidung füreinander sein 
Was wir dann Beziehung nennen
Musst du schon wollen um es
Miteinander auch auszuhalten
Ob wir also wahr sprechen
Wenn wir sagen wir hätten uns
Füreinander entschieden scheint
Nach allem mehr als fraglich
Warum die Ehe eher nur 
Eine vertragliche Willenserklärung ist
Die emotional relativ wertlos ist
Weil wir nur willenlos wirklich
Tief vermutlich auch lieben
Und so bleibt am Ende alles 
Unklar und wir können uns
Entscheiden wie wir leben
Solange wir nicht lieben 

jens tuengerthal 27.8.26