Donnerstag, 10. August 2023

Verkümmert

Verkümmert

Verkümmert der Kümmerer der
In mir steckt weil ich mich mehr
Wie lieber um andere kümmere
Als mich um mich zu sorgen der
Das was ihn angeht eher weniger
Wichtig nimmt und alles meidet
Was krank und schwierig an mir
Sein könnte dafür lieber ganz für
Die anderen da ist weil mir das
Kraft wie Zufriedenheit schenkt
Wie ich lange dachte der dies
Vorbild bei seinem Vater sah
Der immer für alle da war als
Arzt wie auch als Mensch außer
Vielleicht in der eigenen Familie
Wenn der Beruf alles forderte
Aber immer mehr tat als einer
Kann der sich fragt was geht
Weil es eben nötig war doch
Dennoch ein großer Genießer
Immer blieb wie keiner der je
Entsagung streng predigte so
Lebte und so starb er auch
Was vielleicht besser so war
Als das Versagen der Organe
Länger als nötig aufzuhalten
Kümmerte er sich meist mehr
Um andere als um sich wie er
Völlig verstrahlt keine Haare
An Armen und Beinen hatte
Weil er zu viel ohne Bleischutz
Gearbeitet hatte früher woran
Er aber nicht starb sondern weil
Sein großes voller Herz was
Immer für andere auch schlug
Plötzlich stehen blieb bevor er
Pflege brauchte und sich um ihn
Mehr gekümmert werden müsste
Und ich denke es war gut so wie
Ein Tod nach seinem Wunsch was
Zeigt ein Kümmerer verkümmert
Nicht weil er zu wenig an sich denkt
Sondern wenn er fürchtet sich nicht
Mehr kümmern zu können was dem
Tod wie dem Leben für mich eine
Gewisse Leichtigkeit wieder gibt
Es kommt und geht wie es passt
Dabei  verkümmert nur wer nicht
Lebt was seines ist

jens tuengerthal 10.8.23

Genusspfade

Genusspfade

Was ist der zuverlässigste Weg
Zum Genuss zu allen Zeiten
Also der quasi kategorische
Imperativ des Genuss voller
Lust an dem was uns Leben
Nach allem noch übrig lässt
Überlegte ich und fragte mich
Auf was er mir dabei ankommt
Ist es was ich mir leisten kann
Der verfügbare Sex oder eher
Bücher die vor mir liegen nur
Darauf wartend gelesen zu werden
Kann Genuss gekauft werden
Ist was am Markt erhältlich ist
Stets nur ein billiger Ersatz für
Den Genuss von Freiheit die
Ein selbstbestimmtes Leben
Allein bieten kann was eine
Fürsorglich verwaltete Gesellschaft
Soweit als möglich ausschließt
Damit alle normgemäß funktionieren
Welch Genuss ist es sich davon zu
Lösen und welche Qual der Isolation
Nehme ich dafür gerne auf mich
Was lohnt mehr und wirklich fragt sich
Wer nicht nur der Herde folgt sondern
Mit Hingabe lieber genießt was bleibt
Mehr als Genuss scheint unmöglich
Aber dieser zumindest erreichbar
Wenn wir es wagen ehrlich zu sein
Hinter die Fassaden zu schauen
Was nach weniger Genuss klingt
Als der Qual aufgedrängter Wirklichkeit
Die lieber keiner mehr sehen will
Aber vielleicht ist es auch besser so
Wegzusehen bei dem was keinem
Gut tut mit etwas unaufrichtiger Sicht
Auf die geschönte Welt die sich zu
Gerne Botox spritzt um glatt zu wirken
Was als Gift kein Genuss sein kann
Aber für manche der Preis des Erfolges
Sei es auch in der Horizontalen scheint
Wende mich gruselnd lieber ab von den
Korrigierten Nasen aufgeblasenen Brüsten
Verlängerten Penissen und ähnlichem um
Unabgelenkt zu genießen was ich bin
Wie ich nach meiner Natur bin aber
Weniger Missgunst gegenüber dem
Genuss der anderen könnte helfen
Alle mit ihrem glücklich sein zu lassen
Was mir der sicherste Pfad zum Genuss
Immer scheint mit mehr Toleranz als je
Wissen und Sicherheit aber dafür
Großer Gelassenheit lässt sich
Am besten genießen denk ich
Der mitten in Berlin lebt was für
Menschen im Umland unvorstellbar
Wäre scheint mir ganz normal weil
Jeder nach seiner Fasson kann ohne
Dafür von mir beurteilt zu werden
Noch eine Meinung dazu zu haben

jens tuengerthal 10.8.23

Verarbeitung

Verarbeitung

Muss ich Dinge verarbeiten
Oder ist Verdrängung viel besser
Weil die Zeit alles relativiert statt
Sich mit Problemen zu belasten
Diese einfach auszusitzen wo es
Keine Lösung mehr geben kann
Sich lieber so gut zu tun wie es
Nur möglich ist um zu genießen
Was noch an Leben mir bleibt
Die Psychoanalyse meinte noch
Medizinisch am Problem orientiert
Alles verdrängte tauche wieder auf
Fresse sich wie ein Tumor ins Sein
Sei nur ins Unterbewusstsein dann
Verschoben diesen frei erfundenen
Ersatz für die göttliche Seele im
Postreligiösen Zeitalter das sich
Noch neue ewige Antworten sucht
Statt Dinge sein zu lassen um sie
Als Genuss auf Zeit zu sehen für
Momente eben nur vermeintlich
Geteilter Ewigkeit was allem mehr
Leichtigkeit wie damit Genuss im
Augenblick geben kann was nun
Manche oberflächlich nennen ist
Zumindest mehr an der Realität
Orientiert als der Aberglaube an
Unterbewusstsein und Störung
Die das Problem vor das Glück
Zu sein stellt und so lieber leidet
Als zu genießen was sein kann
Womit alle glücklicher werden
Vielleicht ist die beste aller
Verarbeitungen Verdrängung bis
Probleme sich soweit mit der Zeit
Relativieren dass sie sich erledigen
Wie ganz nebenbei von uns dann
Entsorgt werden können auf der
Müllhalde geplatzter Träume im
Seifenblasenreich der Spiegelung
Das erwacht nur ein schlechter
Traum noch war von dem
Nichts bedeutend bleibt denn
Wer so erfolgreich verdrängte
Ist erst wirklich frei und hat
So konstruktiv verarbeitet

jens tuengerthal 10.8.23

Fürsorge

Fürsorge

Warum bin ich fürsorglich
Zumindest für manche
Sorge mich gerne um deren
Wohlergehen wie den Lauf
Ihres Lebens den ich so noch
Liebevoll begleiten darf für
Momente der Begegnung ohne
Eine Beziehung zu haben ist
Fürsorge etwas das gut tut
Denen die sie genießen wie
Jenen die sie schenken wo
Sie nicht widerwillig aufgedrängt
Nur das Gewissen zu entlasten
Sondern aus Menschenliebe kommt
Warum sie in Beziehungen meist nur
Erhoffter Spiegel des Eigeninteresses ist
Weil dort keiner selbstlos sein kann
Sondern in Beziehungen steht die
Ein Geben und Nehmen wollen wie
Auf Gerechtigkeit eher bedacht sind
Als Fürsorglich noch zu sein auch
Wenn sie es zu gerne vorgeben um
Den Erwartungen zu genügen
Finde Fürsorge ganz wunderbar
Wenn Menschenliebe sie trägt
Aber mit graut vor ihr wenn ich
Ihrer bedürftig wäre wie wo sie
Als Gegenleistung erwartet wird
Dann kommt nichts aus Liebe mehr
Aber alles aus Berechnung die sich
Einen Gewinn noch dabei erhofft
Was keine Sorge für andere ist
Sondern allein um sich nur das tut
Wo ein Erfolg zu erwarten noch ist
Wovor ich immer lieber weglaufe
Während mein Wesen fürsorglich
Sich gerne um andere kümmert
Ohne mir etwas dabei zu erhoffen
Wo ich es aber doch tue mich vor mir
Eher ekel als im Gleichgewicht der
Bedürfnisse fürsorglich zu sein
Weil diese bedingungslos ist
Was vielen heute verloren ging
Wo alles sich lohnen soll

jens tuengerthal 10.8.23

Lebenszyklen

Lebenszyklen

Läuft das Leben in Zyklen
Schließt sich ein Kreis im
Lauf von der Geburt zum Tod
In dem die Natur alleine regiert
Der Wille nur eine Illusion ist
Mit der Kontrolle der Ausscheidungen
Wenn dann wir laufen lernen wie
Unser Leben allein zu führen sollen
Erfolg sich allein am Geld misst
Beruf und Berufung wetteifern
Die Gesundheit verbrauchen
Wir uns fortpflanzen wie die
Kinder heranwachsen sehen
Sie uns schließlich verlassen
Als Besucher wiederkommen
Die nächste Generation kommt
Krankheiten und Schmerzen
Immer mehr werden wie das
Leben und Leiden bestimmen
Vertraute Menschen sterben
Das Gehen uns schwerfällt
Wir bettlägrig werden bis die
Pumpe am Ende versagt
Wir wieder verfaulen und so
Teil der Natur wieder werden
Aus der wir einst kamen die
Wir genau hingeschaut auch
Immer waren als Menschen

jens tuengerthal 10.8.23

Mittwoch, 9. August 2023

Teezeiten

Teezeiten

Tee braucht Zeit
Wird wohl temperiert aufgegossen
Zieht dann eine zeitlang in der
Sich die Blätter entfalten wie das
Wasser färben und aromatisieren
Guten Tee zu bereiten braucht
Geduld wie Erfahrung aber
Gerade Grüner Tee wird mit
Jedem Aufguss noch besser
Feiner Tee unterscheidet sich
Nach Gärten wie Erntezeit
Braucht ruhige Momente
Zur Zubereitung wie zum Genuss
Wer sich dafür genug Zeit nimmt
Gewinnt feinsten Genuss der
Noch dazu gut tut wie bei
Grünem Tee das Leben verlängert
Ohne auf Länge wert zu legen
Genieße ich Grünen täglich
Nehme mir Zeit für meinen Tee
Der mit jedem Aufguss noch
Feiner im Aroma wird die Art
Wie ich Tee trinke liebe ich
Kaffee ist mir völlig egal
Zeit für Tee findet sich immer

jens tuengerthal 9.8.23

Selbstbefriedigungsblick

Selbstbefriedigungsblick

Finde wenig erregender als den
Liebsten beim onanieren zuzuschauen
Im Wissen wie echt diese Lust ist
Wie aus dem Gefühl heraus dabei
Mehr über weibliche Lust zu lernen
Als noch so viele praktische Übung
Je lehrte weil Frauen beim Sex viel
Unsinn auch erzählen um dann so
Geliebt zu werden wie es ihrem
Gerade Bild von sich entspricht
Aber wenig je ehrlicher ist als die
Art wie sie onanieren um sich so
Gut zu tun was unverstellt meist ist
Ganz davon abgesehen aber sind
Frauen die sich selbst befriedigen
Glücklich bei sich ohne den ewigen
Kampf um Anerkennung und Konkurrenz
Wer das tut genießt eher entspannt
Was mit Gelassenheit Dauer verspricht
Ohne darum kämpfen zu müssen
Wie auch mit sich selbst zufrieden
Dabei ist eine Frau die sich berührt
Noch ein wunderschöner Anblick
Voller Zärtlichkeit und Hingabe auch
Wenn manche erstaunlich grob
Dabei noch mit sich sind was
Wohl eine Neigungssache ist
Wer richtig guten Sex will wie
Miteinander genießen möchte
Sollte sich die Zeit nehmen
Mit Lust und Liebe hinzuschauen

jens tuengerthal 9.8.23

Sparprogrammlos

Sparprogrammlos

Die Bundesregierung muss sparen
Das ist bei Billionen Schulden gut so
Jammern werden dabei alle in der
Hoffnung noch etwas für sich
Herauszuschlagen was zeigt
Keiner ist besser nur wer am
Lautesten jammert bekommt
Am meisten noch heraus
In Zeiten der Bedrohung der
Demokratie von Innen bräuchte es
Klare Signale mit Investitionen in
Politische Bildung die aber nun
Besonders sparen sollen damit
Genug für Waffen und Wohnungen bleibt
Letztere braucht ein aussterbendes Volk
Was seit langem schrumpft für die
Erwünschten Migranten während
Erstere die deutsche Industrie stärken
Im noch lange währenden Krieg zählt
Das Bündnis aus Stahl und Technik
Seine Milliarden zusammen wofür
Der Bund Milliarden übrig hat mit
Keinem absehbarem Ende bisher
Was neue Flüchtlinge uns bringt
Während wir Mängel an Bildung bei
Jeder Wahl mit mehr Kreuzen bei
Radikalen von AfD über Wagenknecht
Bis zur Linken sich finden lassen
Der Populismus bunte Blüten treibt
Wer hier spart fördert dies aktiv was
Der Leitung der Verwaltung damit
Jede politische Weitsicht abspricht
Wenn nun allerdings die Bundeszentrale
Nicht laut genug klappert für mehr Mittel
Im Bundeshaushalt fehlt ihr auch
Jede mediale Kompetenz was den
Wert höherer Investitionen auch eher
Zweifelhaft machte nur was stattdessen
Die Alternative wäre bleibt unklar
Womit die Lage bescheiden ist
Wie noch katastrophaler wird
Dafür fließen Milliarden nun in
Überholte Industriezweige wie
Rüstung und energieintensive Produktion
Wie falsch das ist braucht es keine
Weitere politische Bildung noch
Wofür es eine Regierung als Leitung
Dieser Verwaltung dann braucht
Wird auch immer unklarer

jens tuengerthal 9.8.23

Radikalenverlass

Radikalenverlass

Auf Radikale ist wirklich Verlass
Sie verletzen am Rand unserer
Demokratie regelmäßig Grundrechte
Gerade wieder die Antifa Hessen
Die zum bewaffneten Widerstand
Gegen rechte Spießer aufruft
Wie Privatadressen der AfD
Und deren Treffpunkte veröffentlicht
Mit diesem Verhalten was Rechte
Radikale schon lange praktizieren
Sich auf deren Niveau begibt
Damit die parlamentarische Rechte
Unnötig stärkt wie diesen Munition
Im verbalen Kampf nur liefert was
Von doppelter Dummheit zeugt
Den Gegner stärken wie sich
Kriminell lächerlich zu machen
Knüpft an Weimarer Traditionen an
Mit denen die NSDAP aufräumte
Welch Vorlage für rechte Spießer
Die wieder zeigt Antifa und Linke
Als linke Entsprechung der radikalen
Rechten gefährden die Demokratie
Wie diese und sind ein Feind des
Friedlichen miteinander der mit
Gleicher Härte zu bekämpfen ist

jens tuengerthal 9.8.23

Migrationsflucht

Migrationsflucht

Früher starben im Deutschlandfunk noch
Flüchtlinge im Mittelmeer was tragisch war
Heute ertrinken Migranten auch dort was
Menschlich das gleiche bedeutet aber es
Fühlt sich viel besser an wenn weniger
Migranten kommen als wenn wir die
Menschenrechte aushöhlen die uns
Verpflichten Zuflucht zu bieten denn
Um bloße Migranten kümmern sich
Umzugsunternehmen sie abzuwehren
Ist unser gutes Recht doch wohl bitte
So gewöhnt uns mediale Sprache nun
An den für nötig gehaltenen Völkermord
Damit sich keiner aufregen muss
Wenn es dann soweit ist hat keiner
Was gegen Flüchtlinge nur auf dem
Grund der Meere stapeln sich Migranten
Damit es uns besser geht wie der
Wohlstand erhalten noch bleibt

jens tuengerthal 9.8.23

Liebesverlust

Liebesverlust

Verlieren wir die Liebe im Alter
Haben wir statt lodernder Feuer
Nur noch gelegentlich Nebelkerzen
Welche der absterbenden Potenz
Den Weg zum Ende beleuchten
Frage ich mich und denke an den
Letzten noch jugendlichen Vulkan
Der mich mit Mitte vierzig entflammte
Heiß brannte ohne noch mehr als
Spuren von Asche zu hinterlassen
Die der Wind der Jahre verweht
Frei von allem was bleibt
Um durch lauwarme Flammen
Lieber ersetzt zu werden die
Nichts als gut tun statt mich
Zu verbrennen in kühlen Nächten
Angenehm mit Abstand wärmen
Sind was es heute eher braucht
Wo die Potenz abnimmt aber die
Sehnsucht nach Zärtlichkeit den
Gerade noch Trieb fast ersetzt
Der beim letzten Aufstand sich
Noch einmal vor der Erschlaffung
Erhebt doch braucht es da nicht
Viel dringender die Liebe wo die
Lust nicht mehr von alleine steht
Sondern mit gelegentlich Chemie
Sich mühsam aufrichtet noch um
Mehr Befriedigung zu schenken
Als je wieder zu finden überlege ich
Aber wer wollte die Hoffnung schon
Ganz aufgeben wenn es noch einen
Hauch von Möglichkeit gibt dass nicht
Alles wirklich vorbei ist wenn von der
Früher Standkraft nur noch die
Erinnerung uns blieb denke ich
Freue mich auf Tee und Bett wie
Bücher die Liebe die immer blieb

jens tuengerthal 8.8.23

Anderwelt

Anderwelt

Die Andere Bibliothek ist ein
Universum in meiner kleinen
Bibliothek die sich seit Jahrzehnten
Büchern annimmt die es wert sind
Gedruckt zu werden wie damit
Eine erwählte Kulturgeschichte schuf
Auch wenn diese nun bei Aufbau
Noch numeriert wurden was dem
Kreativen Chaos der Einzelbände
Einen zu deutschen Stempel aufdrückt
Bleiben noch genug zu erobern die
Bisher ohne gedruckt wurden
So eine Welt für sich eröffnen die
Zwischen Literatur und Kulturgeschichte
Jeder Band eigen gestaltet wie nun
Nummeriert für Sammler als Wert
Der kam um zu bleiben wie ein
Ganz besonderer Bücherschatz
Zu werden der glücklich macht
Wie immer wieder überrascht
In erlesenen Reisen um die Welt
Durch Kulturen wie weit über
Horizonte noch sich streckt
Mit der ich Montaigne entdeckte
Bücher jenseits der Beliebigkeit
Die es nur beschränkt gibt um
Einen erlesenen Kreis zu erfreuen
Was der Anderen Bibliothek eine
Kostbare Exklusivität schenkt die
Noch dazu inhaltlich beglückt den
Liebenden Leser selig macht

jens tuengerthal 8.8.23

Dienstag, 8. August 2023

Komfortzonal

Komfortzonal

Früher gab es noch die Zone
Wie die SBZ als sowjetisch besetzte
Zone genannt wurde um der DDR so
Wenig Anerkennung wie möglich zu
Geben was die Realität dieser Diktatur
Der SED angemessen würdigte aber
Keinerlei Fortschritt lange brachte
Wie die Einwohner Zonis zu nennen
Ob der Wandel durch Annäherung
Geschah wie Willy noch behauptete
Oder die Wende schlicht das Produkt
Von Star Wars war was die Sowjetunion
Mit ihren Satelliten in den Konkurs dann
Stürzte somit der Grapscher Willy eher
Verzögerte als beförderte mögen die
Historiker von mir aus streiten aber
Kann dahinstehen denn hier soll
Es um gutes Leben gehen womit wir
In unserer Komfortzone stehen die ein
Wohlgefühl verbreitet warum wir besser
Nicht nur saisonal dort siedelten sondern
Unser Hauptquartier hier aufschlagen
Wo es uns wirklich gut geht um das
Vielfach unbekannte Land der
Zufriedenheit für uns zu erobern
Oder werde ich von dieser erobert
Wenn dies Glücksgefühl ganz von mir
Besitz ergreift auch ohne mein Zutun
Fragt das nach Henne oder Ei eher
Kann es dahinstehen oder könnte uns
Optionale Offenheit mehr Freiraum
Geben als serielle Entschiedenheit
Überlege ich und lasse dem Glück
Gerne den Vorrang vor meinem nur
Streben zu ihm was gut tut ist gut
Darf so gerne bleiben als ein mehr
An Wohlbefinden in und mit mir
So bin ich gerne ein Komfortzoni
Lasse die Harten in den Garten
Fand ja Gartenarbeit schon immer
Eine schreckliche Beschäftigung die
Bloß gekrümmt Schmerzen verursachte
Wie Allergien auslöste nicht nur gegen
Arbeit an sich sondern vieles mehr
Was dort blühte und kroch warum
Gärten für Gärtner sind während
Bibliotheken für Leser und Erzähler
Das richtige Biotop bleiben warum ich
Von guten Büchern umgeben am
Ehesten in meiner Komfortzone bin
Am freiesten und schnellsten denke
Alle anderen Ziele überflüssig finde
Um dort glücklich zu bleiben weil
Die Kunst der Zufriedenheit eben
Auch in der Beschränkung liegt die
Sich mit dem zufrieden gibt was ist
Um es als solches zu genießen
Auf genau das allein konzentriert
Statt sich in zu vielen zu zerteilen
Andere sind glücklich mit den Händen
In der Erde oder an sonst Orten die
Ihnen Lust oder Befriedigung schenken
Was bei mir die Bibliothek genügend ist
Alles andere wird nur wo notwendig auch
Erledigt während Lektüre und Dichtung
Das beste aller möglichen Leben ist
Warum sollte ich noch anderes oder
Mehr je wollen wenn mir das genügt
Gegen gelegentliche Lusterfüllung mit
Bücherliebender Frau vor Büchern ist
Dabei wenig einzuwenden insofern es
Eine Variante der Bücherliebe ist sich
Vor Büchern zu lieben sicher aber ist
Je bescheidener und kleiner meine
Komfortzone des Glücks ist desto
Mehr Erfüllung schenkt sie mir als
Baum der Erkenntnis in meinem
Bedruckten Paradies selig also

jens tuengerthal 8.8.23

Realitäten

Realitäten

Wie wirklich ist die Wirklichkeit
Was ist real und was nur Fiktion
Wofür ist es wichtig beide so zu
Unterscheiden wie zu bewerten
Kann Vielfalt durch Wahrnehmung
Statt als Fehler als Chance neu
Definiert werden weil es nicht eine
Wirklichkeit gibt sondern so viele
Wie Menschen die Welt betrachten
Ist eine Meinung dazu eher eine
Abweichung von der Natur als so
Normal wie es uns verkauft wird
Um angepasst zu funktionieren
Überlege ich und weiß nicht so
Genau was wirklich ist aber
Finde die Chance auf Vielfalt
Viel reizvoller als Uniformität
Ohne zu denken je sein kann
Warum es Realität für mich nicht
Mehr im Singular gibt ich lieber
Von Realitätenvielfalt rede alle
Sein zu lassen wie sie wollen
So lange sie andere sein lassen
Weil bei aller Vielfalt verdient nur
Toleranz auch Toleranz was die
Wirklichkeit spürbarer macht als
Die These von der Einfalt je war
Lassen wir uns sein wie wir sind
Könnte vieles bunter werden was
Nur fürchtet wer in der Realität
Noch nie ankam

jens tuengerthal 8.8.23