Mittwoch, 29. April 2026

Lebenslauf

Lebenslauf

Das Leben läuft einfach
Egal ob gut oder schwer
Fragt nicht nach dem wie
Solange es nur läuft was 
Lebensmaßstab für Läufer
Die nie ankommen ist und
Darum kein Thema sein
Sollte wäre es nicht längst 
Normal für so viele die immer
In Bewegung durch ihr Leben
Hetzen als ginge es darum
Am Ende erster zu sein dabei
Ist logisch wer sich jetzt eilt
Zuerst kaputt statt alles was
Noch bleibt zu genießen
Warum ich den Lebenslauf
Eingestellt habe und lieber
Mehr genieße was weniger
Einbringt aber mehr erfüllt
Einfach stehen geblieben bin
Ohne jeden Lebenslauf nun
Jenseits von Gut und Böse
In der verlorenen Zeit die
Keiner mehr suchen muss
Existiere sonst nichts was
Genug ist zufrieden zu sein

jens tuengerthal 29.4.26

Lektürentagebuch 28.4.26

Lektürentagebuch 28.4.26

In Ghost Stories von Siri Hustvedt
Geht es im Kapitel Geister lesen um
Die gefühlte Präsenz verstorbener
Über die sie ernsthaft auch nachlas

Sie beginnt mit der Frage
Wo bist du Paul der sie dann durch
Lektüre auch nachgeht das Thema
Wissenschaftlich zu begreifen

Schon im ersten Absatz stellt sie die
Frage was er ist im Himmel heißt ob 
Es nicht ein anderer Name für das
Nirgendwo ist das nicht existiert

Sie erzählt von psychologischen 
Studien die sie zum Thema der
Erscheinung Verstorbener liest
Erzählt dann wie sie im Dämmer

Zwischen Lektüre und Halbschlaf
Paul präsent fühlte und erzählt von
Den Erfahrungen anderer damit
Nennt statistische Zahlen auch dazu

So versucht sie ihr Gefühl seiner
Präsenz zu erklären und erzählt
Noch von weiteren Erfahrungen
Mit diesem Thema als Kind

Die Suche nach einer Erklärung für
Das Gefühl der Nähe und Präsenz
Liest sich spannend und driftet dabei
Noch nicht ins esoterische peinlich ab 

Es ist die kritische Frau spürbar die 
Erlebnisse erhöhter Präsenz merkt
An Pauls Worte dabei denkt er wolle 
Als Geist wiederkommen ohne gleich

An Spukgeschichten oder anderen
Hokuspokus zu denken geht sie ihre
Emotionale Erfahrung auf ihre Art
Wissenschaftlich an und prüft was ist

Das ist gut geschrieben und erzählt
Ein heikles Thema das leicht in die
Spirituell schlichte Schiene rutscht
Auf literarisch gute Art fragend neu

Der große Traum von Bildung des
Christian Graf von Krockow ging
In Neuseeland weiter mit teils eher
Gewagten Tagebucheinträgen

Von Forster und Cook die sicher
Die gute Absicht des Autors doch 
Erkennen lassen pädagogisch noch
Positiv zum Thema aufzuklären

Der Geist der Aufklärung wird auch
Beim Kontakt mit Eingeborenen auf
Einer Insel nahe ihrer Bucht deutlich
Egal wie realistisch dies sein mag 

Alle imperialistischen Floskeln sind
Weggelassen worden der Freude
Über Entdeckungen wird das Leid 
An Krankheit und Umständen was

Sogar das Tierwohl der mitgeführten
Kreaturen erfasst die ebenfalls an 
Einer Form von Skorbut an ihren 
Zähnen vor allem zu leiden schien 

In wohl abgewogenem Maß dabei
Gegenübergestellt was die Eroberer
Als liebevolle Erforscher eher zeigt
Denn als Teile des stolzen Empire

Persönliche Anekdoten über die
Mitglieder der Mannschaft helfen
Diese Lenkung der Sympathien
Bei uns Lesern noch zu fördern 

Das ist gut und klug beschrieben
Geschieht sicher in bester Absicht
Scheint mir genial darum auch so
Verdächtig und auffällig unecht 

Aber von dieser kritischen eher
Postkolonialen Sicht auf zwei auch
Eroberer des Empire abgesehen ist
Der Text schön und unterhaltsam

jens tuengerthal 28.4.26

Dienstag, 28. April 2026

Geschichtslernen

Geschichtslernen

Aus der Geschichte lässt sich lernen 
Wie eine Diktatur perfekt betrieben
Werden kann ohne Bestrafung was
Massenmord legitim noch macht

Deutsche lernten aus ihrer Geschichte
Nie wieder ist jetzt dafür haben die 
Bayern begriffen warum Bündnisse 
Mit totalitären Herrschern lohnen

Darum wollen bayerische Politiker
Ihre Polizei mit Palantir ausstatten 
Die totale Datenkontrolle zu haben
Literaten wissen 1984 lässt grüßen

Was Verteidiger der Freiheit fürchten
Gibt den Kontrollfreaks Hoffnung
Beide haben sicher Verdienste aber
Besser keiner setzt sich ganz durch

Die Tech Bosse in den USA haben
Ihre Lektion von Machiavelli gelernt
Dabei vergaßen sie völlig die ganze
Entwicklung der Geschichte 

Der Unterschied zwischen der Epoche 
Renaissance und der Aufklärung die
Erst ihren Reichtum ermöglichte ist
Den totalitären CEOs nicht bekannt

Staaten wie Unternehmen fürchten 
Nur auf die Bilanz schauend was 
Am Ende hinten rauskommt lenkt
Den Blick auf alle Scheisse der Welt

An Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit
Die politisch korrekt natürlich heute
Geschwisterlichkeit heißt was zu
Bemerken Mann eine Ehre sein sollte 

Reichen bloße Gewinne nicht heran 
Der Blick nur auf sie durch die längst 
Allmächtigen Controller die sagen was
Noch bezahlbar ist vergisst den Wert

Dessen was Menschen ausmacht
Der nie berechenbar wird warum
Kluge Menschen der Aufklärung lieber
Folgen statt Renaissance zu spielen

Nur die Befreiung aus der stets
Selbstverschuldeten Unmündigkeit 
Führt zu einem guten Leben wer dies 
Vergisst hat schon immer verloren

jens tuengerthal 28.4.26

Demokratievertrauen

Demokratievertrauen

Kann den Faschismus fürchten
Was angesichts der politischen
Lage in den USA relativ realistisch
Scheint mit kritischer Vernunft

Oder auf die Demokratie vertrauen 
Die Fehler wie Trump und die Macht
Der Tech Giganten wieder korrigiert
Durch eine neue Tea Party die dann

Freiheit im Netz verteidigt wie den 
Zugang für alle sichert und alle die
An der Diktatur verdienten enteignet
Womit genug für alle auch da wäre

Eigentum ist Diebstahl während die
Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit aller
Menschen sich für jeden lohnen wird
Nach der einfachen Logik der Natur

Vertraue lieber auf die Vernunft als
An den Sieg von Musk und Thiel zu
Glauben die bald enteignet historisch
Nur eine Fußnote bleiben werden

Die Zukunft gehört allein der Freiheit
Künstliche Intelligenz bleibt künstlich
Menschen machen es menschlich
Nehmen wir uns die Zeit dazu 

jens tuengerthal 28.4.26

Ansichtssache

Ansichtssache

Vieles ist wohl Ansichtssache
Meinen alle mit fester Meinung
Was die Frage stellen könnte
Ob Meinung dann entscheidet
Was etwas ist oder manches
Auch ein Ding an sich ist das
Jenseits aller Meinung besteht 
Etwa eine Moral oder das Gute
Auf die sich gerne die berufen 
Die mehr glauben als wissen
Worauf es wirklich ankommt
Ist aber am Ende wohl doch
Ansichtssache und damit egal 
Aber lieber noch enthalte ich mich
Als nur eine Ansicht zu haben
Nehme dafür ganz viele
Um meine Ruhe zu haben
Statt etwas dazu zu meinen 
Was letztlich egal doch ist
Wie das Leben eben

jens tuengerthal 28.4.26

Blickwinkel

Blickwinkel

Der Blickwinkel entscheidet
Wie uns etwas erscheint
Manches heißt nichts 
Ohne die andere Seite
Öffnet Welten miteinander
Was zeigt der Zustand
An und für sich könnte
Eine Illusion bloß sein
Auf die sich besser
Keiner mehr verlässt
Um lieber von allen
Seiten genau zu betrachten
Was am Ende wirklich war

jens tuengerthal 28.4.26

Lektürentagebuch 27.4.26

Lektürentagebuch 27.4.26

Schon heute Nacht mit dem Kapitel
Der Eisfahrt im großen Traum von
Bildung Christian Graf von Krockows
Zu lesen begonnen wo es endlich

Auf die Suche nach dem sagenhaften
Südkontinent ging geschildert in den
Teils fiktiven Tagebüchern von Georg
Forster und James Cook dazu kursiv

Da ich dieses Kapitel gerade erst bei
Georg Forster selbst las war es mir
Noch sehr präsent und ich konnte
Die literarischen Gedanken sehen

Das ist nicht schlecht gemacht auch
Wenn etwas bemüht teilweise und
Eher gegenwärtiges Denken über
Konflikte dabei offenbarend

Die Problematik sich in die Gefühle
Historischer Figuren einzufinden ohne 
Sie zugleich für unser Denken zu 
Vereinnahmen bleibt die Aufgabe

Ob es der kurzzeitige Verlust des
Vaters im Ruderboot im Nebel ist
Wie die Reaktion von Cook darauf
Die mir sehr pädagogisch vorkommt

Dennoch macht diese Gestaltung
Weiter neugierig auf das Verhältnis
Von Cook und Forster auch wenn
Vieles davon fiktiv sein mag 

Der unbemerkte Geburtstag an Bord
Die anonymen Glückwünsche dazu
Die undichte Kabine des Vaters ist
Eine gute Story die noch erzählt wird

Die dabei auch thematisierte ganz
Entsetzliche Langeweile in südlicher
Polarregion ist sehr gut beschrieben
Bestätigt den Flaneur ganz darin

Lieber an Land zu bleiben statt über
Bord zu kotzen was nie wirklich lohnt
So erleben sie auch erste Unwetter
Was viele Verwüstungen verursacht

Eine schöne Idee von Krockow die
Besser noch wäre wenn er sich mit
Schlichter Pädagogik mehr zurück
Hielte was ihm wohl nicht so liegt 

Weiter ging es mit Ghost Stories von
Siri Hustvedt mit einem Brief den
Paul Auster an seinen Enkel schrieb
Worin er von Sophies Kindheit erzählt

Das ist wundervoll wie liebevoll und
Zeigt was für süße und aufmerksame
Eltern Paul und Siri wohl schon waren 
Wie süß sie sich als Großeltern auch

Kümmern und Gedanken machen um
Den Enkel Miles wann auch immer er
Diese Briefe des dann toten Paul an 
Seinen Enkel vielleicht lesen wird 

Der Leser erfährt neues auch über
Die großartige Sängerin Sophie 
Auster wie den Stolz ihrer Eltern und
Ihre frühe Leidenschaft fürs Malen

Das ist voller Liebe und Zärtlichkeit
Aufmerksam und schön beschrieben
Eine herzerfüllend schöne Lektüre
Die so sehr rührt wie lächeln lässt

Diese Briefe zu veröffentlichen des 
Schon präfinalen Paul Auster ist eine
Wunderschöne Verneigung vor der
Liebe und Größe dieses Autors

Was davon wirklich ist und was
Der Phantasie der großartigen Autorin
Siri Hustvedt entspringt ist dabei viel
Weniger wichtig als die Liebe darin

Es sind Eltern die ihr Kind lieben
Wie eine Autorin die ihren am Krebs
Verstorbenen Mann liebt und beides
Ist in diesem Buch so spürbar

Auch weil dieses Buch von einer so
Schönen zarten Liebesgeschichte 
Erzählt ist es so wundervoll gemacht
Trotz des immer präsenten Tod 

Als letztes noch drei wunderbare
Geschichten von Peter Altenberg 
Dem großen Wiener gelesen aus 
Dem Band Diogenes in Wien

Neun und elf erzählt von zwei ganz
Zauberhaften genauso alten Mädchen 
Wie ihren Ausflügen mit einem Herren 
Sogar im Ruderboot mit zarter Erotik

Es passiert dabei nichts was irgend
Eindeutig sexuell gar pädophil wäre
Aber es schwingt die Erotik darin
Zwischen den Zeilen zärtlich mit

Wenn die ältere etwas ermüdet den
Kopf in seinen Schoß legt oder die
Jüngere hingebungsvoll singt wie
Dem Untergrund der großen Gefühls 

Das ist noch zarter und feiner als es
Nabokov in Lolita beschreibt ohne nur
Etwas sexuelles auszusprechen weil
Es ja noch Kinder sind vibriert es doch


In Siebzehn bis dreißig der nächsten
Feinen Geschichte geht es um die
Unausgesprochenen Wege der Liebe
Wie die ernüchternde Wirklichkeit

Dabei werden Begegnungen mit dem
Gleichen über Jahre wiederholt und
Der erwartbare Verlauf dazu erzählt
Von Liebe Lust und ihrem Vergehen 

Wie Altenberg dies in dem kurzen 
Text voller Weisheit inszeniert ist
Von mitreißender Schönheit die dabei
Ganz zauberhaft schlicht bleibt


Als dritte impressionistische Skizze
In feiner kurzer Prosa las ich das 
Stück Café-chantant über ein Paar 
Das wunderbar aneinander vorbei

Sehr intensiv aber miteinander dabei
Redet in teilweise nur Andeutungen 
Was einen wunderbaren Moment hier 
Inszeniert der lohnend zu lesen ist

Peter Altenberg der eigentlich
Richard Engländer hieß ist einer
Der feinen Wiener Kaffeehaus
Literaten der eng befreundet

Mit Egon Friedell auch war der
Einige seiner Prosaskizzen nach
Seinem Tod 1919 herausgab blieb
Als Autor Zeitlebens auf Spenden

Angewiesen die besonders Friedell 
Verdienstvoll für ihn noch sammelte
Sitzt heute als Figur im Café Central
In dem er lange auch Stammgast war

War er real wie der Flaneur hier ein 
Gescheiterter Jurist und ebenfalls
Gescheiterter Buchhändler der ein 
Armer Autor bis zum Ende blieb 

jens tuengerthal 27.4.26

Montag, 27. April 2026

Lustgenussglück

Lustgenussglück

Lust ist das wichtigste im Leben
Um genießen zu können was ist
Kommt es darauf an es lustvoll
Wahrzunehmen was damit der
Einzig taugliche Maßstab ist für 
Ein erfülltes wertvolles Leben das
Sich und anderen Lust schenkte
Mehr ist dann nicht mehr möglich
Warum gönnen zu können für ein
Gutes Leben wichtiger ist als Recht 
Zu haben oder durchzusetzen mit
Der normativen Kraft des Faktischen
Ist lebe lustvoll mit Liebe der einzig
Wertvolle Rat für ein gutes Leben
Vom Ende her gesehen was bleibt
Statt vieler Worte fangt einfach an

jens tuengerthal 27.4.27

Zuvielosophie

Zuvielosophie

Leben hat und braucht keinen Sinn
Es ist was genügt um zu genießen
Was bleibt oder zu sagen es ist mir
Zuviel und ich verabschiede mich
Wenn es Zeit ist zu gehen was der
Klarste Ausdruck von menschlicher 
Freiheit immer sein sollte statt es
Für eine Krankheit zu halten weil 
Zuviel einfach zuviel ist aber über
Das was zuviel wirklich ist und wann
Sein nicht mehr lohnt nachdenken
Macht dem Genuss dessen was bleibt
Größer freier und wertvoller noch
Es kommt dabei nicht darauf an
Was hinten rauskommt wie Kohl
Der Pfälzer Spendenkönig meinte
Was meist nur Scheisse noch ist
Sondern wie ich mich dabei fühle
Wenn mir bewusst wird dass von
Allem weniger viel mehr wäre als
Noch eine Steigerung die kein mehr
An Glück mehr bedeutet sondern
Längst schon zuviel war was für
Die Menschheit auf der Erde schon 
Lange offensichtlich scheint warum
Weniger in allem auch mehr bleibt
Wenn am Ende nichts übrig bleibt
Doch die Freiheit dazu zu haben
Wie die Fähigkeit es zu erkennen
Zeigt mehr menschliche Größe als
Jeder Aberglaube schenken kann
Weil wir schon lange zuviel sind
Alles zuviel für die Erde auch ist
Weniger viel mehr für alle wäre
Könnte es klug sein über ein neues 
Bild vom Leben nachzudenken statt
Einfach noch weiter so zu machen
Wird zum Helden wer bewusst geht
Statt immer weiter zu spielen was
Eine auch ökologisch nachhaltige
Philosophie wäre auch wenn leider
Vermutlich nur die falschen blieben 
Die nicht merken wie entbehrlich
Ihr Dasein für die Erde ist aber
Egal wer zuerst geht es kommt
Nur Nichts und sonst nichts mehr
Und das ist in allem gut so weil
Zuviel einfach zuviel ist

jens tuengerthal 27.4.26

Lektürentagebuch 26.4.26

Lektürentagebuch 26.4.26

Am Sonntag mal wieder genüsslich
Thomas Mann gelesen begonnen mit
Den Buddenbrooks im ersten Kapitel
Des nun sechsten Teiles des Werks

Thomas Buddenbrook muss sein
Erstes Frühstück meist alleine haben
Weil früh morgens seine Gattin Gerda
Meist noch mit Migräne liegen muss

So kann er schon Zeitung lesen bevor
Er in die Mengestraße spaziert um im
Kontor der Firma dort zu arbeiten und
Sein zweites Frühstück zu nehmen

Inzwischen eher allein mit seiner
Mutter weil Christian oft schon
Im Club frühstückt oder sich noch
Von der Nacht vorher erholen muss

Dafür kann er mit Gerda große 
Einladungen zum Essen zelebrieren
Zu denen die Oberen der Stadt alle
Eingeladen werden was er genießt 

In der Nacht nach einem solchen Fest
Lobt er Gerda im Gespräch noch sehr
Wie gut sie dies alles bewältigte und
Wie stolz er auf seine Frau ist

Bei einem zweiten Frühstück dann
Liest die alte Konsulin ihm einen Brief
Von Tony aus München vor in dem
Diese die Zustände dort beschreibt

Schon die Art wie sie schreibt kann 
Thomas köstlich amüsieren der seine
Schwester die er einfach lieben muss
In allen gut wiedererkennen kann

Dann berichtet sie noch wie sie einen 
Herrn Permaneder kennenlernte der
Da Protestant aus Nürnberg ihr doch
Sympathisch war und sogar die Firma

Buddenbrook aus dem Hopfenhandel
Kannte und lobte und überhaupt hätte 
Ihr München sehr gut gefallen bis auf
Den katholischen Erzbischof der ihr

Aus der Kutsche heiße Augen zuwarf
Was doch nun wirklich nicht ginge
Worüber Tom in Lachen ausbricht
Meint sie hätte ihn schon provoziert 

So beschreibt Thomas Mann wieder
Über das Mittel eines Briefes in dem 
Zwischen den Zeilen zu lesen ist die
Charaktere aller mit feinem Blick

Nach diesem Meisterwerk von einem
Familienroman noch auf einige Seiten
In den Zauberberg nach Davos in eine
Auch feine Charakterstudie getaucht

Wie Hans Castorp dieser doch ganz
Gewöhnliche Emporkömmling aus nur 
Guter Familie seine verschiedenen
Kontakte miteinander verbindet

Die Gegenüberstellung vom großen
Mynheer Peeperkorn und dessen 
Begleiterin Clawdia Chauchat zu
Settembrini und Naphta ist genial

Die anderen spielen dabei nur einen
Dekorative Nebenrolle während der
Italiener Settembrini Clawdia weiter
Mit höflicher Missachtung straft

Findet sich die Russin mit dem
Geistigen Terroristen Naphta in
Teilen des Extremismus zusammen
Aber haben sich eigentlich auch

Eher nichts wirklich zu sagen doch 
Noch amüsanter beschreibt Mann
Wie der beide weit überragende 
Holländer zwischen ihnen läuft

Dabei wird noch dazu die große
Persönlichkeit durch einen Hut der
Die wilde Silbermähne und die tiefen
Furchen der Stirn verbirgt seiner

Wirkung teilweise beraubt und liefe
Noch dazu leicht gebeugt was ihm
Einen Teil seiner Größe nähme die
Dadurch am Inhalt gemessen wird

Wie üblich gibt der nach dem Vorbild
Von Gerhart Hauptmann geformte 
Schwätzer nur Luftblasen von sich
Zu denen es nichts zu sagen gibt

Die beiden kleinen Männer sind sich
Über die geistige Winzigkeit dieses 
Nur aufgeblasenen Mannes einig
Und Settembrini warnt Hans noch

Der darauf ein feines Bonmot zum
Besten gibt so halte Settembrini wohl 
Peeperkorn für dumm aber die große
Gescheitheit sei nur eine Variante

Der Dummheit die so vieles doch sei
Was Settembrini lobend bemerkt aber
Dennoch vor dem Hohlkopf warnt von
Dem einfach nichts zu lernen sei 

Diese feinen Beobachtungen und
Klugen Gespräche machen die echte
Größe des Zauberberg aus der die
Personen different gegenüberstellt

Aus den immer humorvollen Dialogen
Viel kluges zu lernen gibt und dabei 
Zum Nachdenken über das Wesen
Der Menschen nachdenken lässt

Hans Castorp verbindet sie alle und
Lernt von jedem auf seine Art hat ein
Humorvolles kritisches Bewusstsein
Entwickelt was ihn groß werden lässt

Das ist großes Theater und zeigt auch
Die charakterliche Entwicklung der
Protagonisten wie ihrer Grenzen und
Das lachend liebevoll mit Humor

jens tuengerthal 26.4.26