Dienstag, 30. Juni 2026

Seckenheimsieg

Seckenheimsieg

Am 30. Juni 1462 besiegte in der
Schlacht bei Seckenheim Pfalzgraf
Friedrich I in der Mainzer Stiftsfehde
Eine Koalition seiner Gegner

Warum soll diese Schlacht in der
Kurpfalz lang bevor sie badisch wurde
Noch bedeutend erinnert werden wird 
Sich die Leserin vielleicht fragen

Nicht nur weil sie entscheidend im
Badisch-Pfälzischen Krieg war denn 
Nach dem Tod von Kurfürst Ludwig IV
Der auch der Sanftmütige hieß 

Hatte dessen Bruder Friedrich auch
Der Siegreiche genannt die Herrschaft
Für Ludwigs minderjährigen Sohn 
Übernommen die Pfalz erweitert

Wie zum modernsten Staat im
Westlichen Reich gemacht aber
Nach der Goldenen Bulle konnte er
Nur Verweser des Reiches sein für

Den noch unmündigen Neffen Philipp 
Dies zu umgehen beschloss er nie
Zu heiraten nannte sich darum auch
Kurfürst was wiederum die anderen

Kurfürsten anerkannten aber nicht
Der Kaiser einen Konflikt zu haben
Der ihm erlaube die Reichsacht
Gegen Friedrich zu erlassen

Der Kaiser war Friedrich III aus
Dem Hause Habsburg der auch
Als Reichserzschlafmütze noch
Fälschlich bekannt wurde

Dies weil er angeblich in seiner
Sehr langen Regierungszeit nur
8000 Urkunden zeichnete was 
Inzwischen aber widerrufen ist

Heute sind bis zu 40.000 von ihm
Erlassene Urkunden bekannt er
Gewann obwohl er Österreich nur
Zweimal nach Italien verließ

Schon Teile von Burgund dazu
Was seinem Sohn dem späteren
Kaiser Maximilian I den Ausbau der 
Hausmacht Österreichs ermöglichte

Der Sohn den dieser Maximilian mit
Einer Burgunderin hatte war dann
Philipp der Schöne der Johanna von
Spanien heiratete die wiederum

Tochter von Ferdinand und Isabella
War welche Kolumbus Reise zahlten
Warum der Sohn dieser Beziehung
Karl V der Kaiser wurde in dessen

Reich die Sonne nie unterging
Dessen Mutter nach dem frühen
Tod des schönen Philipp dann zu
Johanna der Wahnsinnigen wurde

So ist der berühmte Karl V ein
Urenkel von Friedrich III der mit dem
Pfälzer Friedrich Streit suchte der
Für ihn nicht gut ausging

Aber um Friedrich III geht es hier 
Weniger den letzten noch in Rom
Vom Papst gekrönten Kaiser als
Um Friedrich den Siegreichen 

Bereits 1460 hatte Friedrich die
Schlacht bei Pfeddersheim schon
Mit territorialem Gewinn für sich
Vorteilhaft entscheiden können 

Neue Konflikte kamen als der Papst
Pius II einen neuen Mainzer Bischof
Ernannte wodurch der Kaiser einen
Neuen Verbündeten wieder gewann

Neben Pfalzgraf Ludwig gewann er
So Adolf von Nassau den neuen
Mainzer Bischof sowie Markgraf Karl 
Von Baden Ulrich von Württemberg 

Sowie Bischof Ulrich von Metz für
Ein Bündnis gegen die Pfalz dieses
Bündnis wollte von Süden in die Pfalz
Einfallen und sammelten ein Heer

Von 10.000 Mann bei Pforzheim
Am 27. Juni 1462 belagerten sie
Die Stadt Heidelsheim errichteten
Ein Feldlager bei St. Leon was 

Heute direkt am Walldorfer Kreuz
Liegt und zu Walldorf gehört was
Auch dank SAP zur reichsten Stadt
In Deutschland wohl wurde

Während sie in St. Leon noch auf
Schweizer Reisläufer warteten
Brannten Verbündete berittene 
Ritter und Fürsten schon mal

Die umliegenden Dörfer ab und
Machten sie nieder dem Feind
So vorab zu schaden und der
Ort Walldorf war nicht weit 

Von seinen Gegnern unbemerkt
Konnte Friedrich seine Truppen
Bei Leimen sammeln mit noch
300 zusätzlichen Reitern und mehr

Als die kaiserlichen Angreifer mit
700 bis 800 Reitern nun gen
Seckenheim zogen stellte sich
Ihnen völlig unerwartet aus dem

Schwetzinger Wald kommend 
Die Pfälzer Reiter mit noch 2000
Mann Fußvolk entgegen mit dem
Schlachtruf der Pfalzgrafen

Dieser lautete Hut paltzgraff vnd 
Nimmer mee also heute Pfalzgraf 
Oder nie mehr was den Kriegshaufen
Der Pfälzer Angreifer damit teilte

Den kaiserlichen Reitern wurde so
Der Rückweg ins Feldlager plötzlich
Abgeschnitten und der Pfalzgraf nahm
Persönlich an der Schlacht teil

Der Kampf war sehr heftig und lange
War nicht absehbar wer siegt dann
Brachte das Fußvolk aus Heidelberg
Wie der Umgebung die Entscheidung

Wie die Schweizer Landsknechte
Schlugen sie mit Morgensternen
Gegen die Schädel der Pferde
Rissen die Pferde mit Spießen auf

Mit den Haken ihrer Hellebarden
Holten sie die schwer gepanzerten
Ritter von ihren Pferden die sich dann
Meist wehrlos ergeben mussten

Es wurden etwa 400 Gefangene
Gemacht darunter der Bischof von 
Metz nur Ulrich von Württemberg 
Wollte die Niederlage nicht erkennen

Er kämpfte weiter gegen den Ritter 
Hans der Kecke von Gemmingen 
Was im Turnierbuch der Barone
Gemmingen-Hornberg gezeigt wird

Dieses Turnierbuch hatte ich das 
Glück bei einem der Nachfahren auf
Burg Hornberg noch zu sehen es ist
Ein einmaliges Dokument der Zeit

Als Hans nun Ulrich zum Zweikampf
Forderte ergab sich Ulrich und lieferte 
Handschuh und Waffen ab damit war
Die Seckenheimer Schlacht beendet

Es war ein voller Sieg der Pfälzer
Führte zu einer panischen Flucht
Nur einige erreichten das kaiserliche
Lager in St. Leon noch wo dann

Der Rest der kaiserlichen in Panik floh
Ungefähr 45 Reiter waren gefallen
Die drei Fürsten und 400 Edle Herren 
Kamen in Gefangenschaft dabei

Alle flüchteten panisch aus Angst vor
Der Rache des Pfalzgrafen erst im
Jahr 1504 gab es im Erbfolgekrieg
Zwischen Bayern und Pfalz noch eine

Neuauflage der Schlacht allerdings
Mit weniger glücklichem Ausgang 
Für die Pfalz Gustav Schwab hat die
Schlacht in einer Ballade verarbeitet

Diese heißt Das Mahl zu Heidelberg
Kurfürst Friedrich ließ noch auf dem
Schlachtfeld ein Gedenkkreuz was es
Heute nicht mehr gibt errichten

Dafür steht dort im Stadtteil 
Mannheim Friedrichsfeld ein Denkmal
Aus dem Jahre 1890 der Name des 
1682 gegründeten Dorf kommt daher 

So ist die Schlacht und ihr Sieger
Bis heute im Namen Friedrichsfeld
Präsent und erinnert so an den Sieg
Der Pfälzer über den Kaiser 

Ein schönes Stück lokaler Geschichte
Der Kurpfalz der auch die dort einst
Großen Wälder zum Sieg nutzte was
Bis heute der Erinnerung wert ist

jens tuengerthal 30.6.26



Loosernation

Loosernation

Selten bin ich mit der Bundeskanzlerin
Seit sie Merz heißt einer Meinung
Was wenig verwundert wer will schon
Der ewig überforderte Nörgler sein

Heute jedoch stimme ich ihm zu
Das Spiel war spannend hätte auch
Anders enden können sie haben sich
Bemüht wie sie konnten und gut ist

Verlieren zu können ist eine der
Größten und wichtigsten Qualitäten
Darin dürfen wir uns nun üben und
Dabei Weltklasse zu zeigen ist etwas

Wer auf die Nation dabei setzt statt
Europa zuerst zu sehen die Welt
Als Ganzes statt begrenzt hat schon
Verloren bevor das Spiel begann

Habe keine Ahnung von Fußball
Aber einen Trainer zu entlassen weil
Ein Spiel durch ein nicht gegebenes 
Tor verloren ging finde ich unreif

Wie es populistischer Unsinn wäre
Nun demjenigen den Job anzutragen 
Der ihn zuvor mit seinem noch ins
Grab schon halb getragen hat

Fußball ist nun wieder uninteressant 
Die Weltmeisterschaft beim mehr als
Ekelhaften Trump muss keinen mehr
Interessieren die Moral aber schon

Nation ist ein Looserbegriff und ich
Möchte künftig lieber eine gute
Europäische Mannschaft sehen die
Den Nationen weit überlegen ist

Merz ist ein nörgelnder Jammerer
Peinlich als Chef der Verwaltung
Aber wo er Charakter zeigt und auch
Verlierer gerecht lobt lob ich ihn gern 

Deutschland hat jetzt eine große
Chance und sollte sich mit Klasse
Als guter Verlierer zeigen und dabei 
Erkennen beten bringt nicht weiter

jens tuengerthal 30.6.26

DeutschlandParanoia

DeutschlandParanoia

Nach Rückstand in der 1. Halbzeit
Ausgleich durch Havertz in der 54.
Die sie vorher wohl schon dominant 
Gespielt haben sollen bleibt spannend

Ob die deutsche Mannschaft das 
Spiel noch drehen kann ein Angriff
Von Paraguay endet in Neuers Armen 
Die Deutschen bauen langsam auf

Schöner Freistoß der zur Ecke führt
Die zum Freistoß für Paraguay wie
Einem weiteren vorm deutschen Tor
Führt den Musiala gut abwehrt

Schon wieder Trinkpause weiter geht
Es mal wieder Chance für Havertz 
Wird für zu unplatziert gehalten nun
Guter deutscher Freistoß ohne Folgen

Deutschland versucht es noch in der
Verlängerung von 6 Minuten nun eine
Ecke für Paraguay endet mit Freistoß 
Für Deutschland kleiner Angriff ohne

Weitere Folgen nun kämpft Musiala
Das Spiel ist aus und geht mit 1:1
In die Verlängerung die Spieler
Trinken was und werden eingewiesen 

Schon geht es weiter in Boston und
Deutschland holt eine Ecke nach der
Anderen aber ohne Folgen leider
Dann Armberührung aber folgenlos

Paraguay wechselt dann Ecke ohne
Folgen wieder und viel beinahe und
Wieder eine Ecke und Tah köpft
Zum 2:1 für Deutschland in der 101.

Dann zeigt der Videoassistent das
Tor gilt nicht wieder 1:1 was keiner
Nachvollziehen kann weiter geht es
Und Ecke Paraguay ohne Folgen

Dann toller deutscher Konter und
Schon wieder Trinkpause wieder
Deutsche Ecken toller Freistoß
In der letzten Minute und Wechsel

Nun geht es ins Elfmeterschießen
Die Spieler bilden einen Kreis
Deutschland beginnt vor der 
Deutschen Kurve und los geht es

Havertz ist der erste deutsche
Schütze und der Torwart hält
Paraguay trifft nun kommt Kimmich
Und verwandelt mit Verzögerung

Und wieder Paraguay sicher getroffen
Jetzt Musiala und verwandelt sehr gut
Paraguay trifft auch Neuer sprang zu
Früh nun Woltermade und er hält

Paraguay schießt vorbei wieder gleich
Amiri trifft und wieder Paraguay und
Neuer hält den Matchball jetzt kommt
Tahr und schießt drüber ohne Worte

Nun verwandelt Paraguay und die 
Deutschen können nach Hause
Fahren die WM ist damit zu Ende
Gut so Zeit für schöne Bücher 

Debattiert wird jetzt vermutlich noch
Ewig ob das wunderbare deutsche Tor
Zu unrecht aberkannt wurde aber es 
Ist nun müßig Fußball ist vorbei

jens tuengerthal 30.6.26

Montag, 29. Juni 2026

Männerwahlrecht

Männerwahlrecht

Am Wochenende starben
In Deutschland 26 Männer
Beim Baden weil sie sich
Überschätzten oder wie
Idioten auffûhrten dabei

Frauen sind davon nahezu
Nie betroffen weil sie sich
Vernünftiger noch verhalten 
Sich nichts beweisen wollen
Mit idiotischem Verhalten

Nahezu alle Kriege der Welt
Werden von Männern geführt
Die ihre Schwanzlänge damit
Beweisen wollen statt friedlich
Vernünftige Lösungen zu suchen

Nahezu alle radikale politische
Aggression geht von Männern aus
Beziehungsgewalt und mehr ist fast
Immer nur männlich was sich auch
Im Wahlverhalten zeigt im Osten

Wo kluge Frauen abwanderten sind
Populisten schon stärkste Kraft
Und die Parteien haben kein Rezept
Dabei die Freiheit zu verteidigen
Gegen ihre meist dummen Feinde

Die Ereignisse vom Wochenende
Bestätigen einfach Männer sind zu
Blöd um wählen zu dürfen es sollte
Ihre politische Teilhabe beschränkt
Werden für vernünftigere Frauen

Diese sind nicht von Äußerlichkeiten
Ablenkbar und haben ihre Fähigkeit
Zur Verantwortung seit Jahrtausenden
Besser bewiesen als Männer noch je
Die kein Wahlrecht mehr brauchen

Solange Merkel Europa führte wagte
Putin keinen Krieg mit ihrem Abgang
Wurde das Chaos immer schlimmer
Nehmt Männer aus der Verantwortung
Sie sind davon deutlich überfordert 

Die 26 Badetoten vom Wochenende
Beweisen Männerwahlrecht ist Unsinn
Es fehlt deutlich die sittlichen Reife 
Die Frauen uns täglich beweisen
Auch als Päpstin waren sie besser

jens tuengerthal 29.6.26


Regenlauschen

Regenlauschen

Lausche bei weit offenem Fenster
Dem stundenlangen Regen in Berlin
Wie wunderbar ist doch die Natur
Die alles regelt wenn wir sie lassen 
Den Boden entsiegeln und mehr
Bäume überall pflanzen wäre
Die einfachste Antwort auf alle
Politischen Fragen derzeit was
Heißt weniger Menschen auch
Währenddessen fließt der Regen
Friedlich und alles ist schön 
Berlin braucht mehr Natur
Weniger Menschen und Baustellen
Schrumpfen ist nötiger als jedes
Wachstum noch nur wer macht
Wem klar dass dies Gewinn
Genug für uns heute wäre
Der Regen tut so gut und
Spült die Erinnerung an die
Große Hitze einfach weg
Dann geht es weiter wie immer 
Politik bleibt kurzsichtig weil
Zu viele Idioten Populisten glauben
Ändert sich einfach nichts
Immerhin regnet es nun
Das ist doch schon was

jens tuengerthal 29.6.26

Nachthitze



Nachthitze 

Nachts soll es abkühlen
Um vernünftig zu denken
Ein wenig tut es das ja
Doch weniger als nötig
Sich erfrischt zu fühlen
In heißen Nächten was
Immer matter macht 
Ohne zu wissen ob dies
In der Natur auch liegt 
Alle unter Hitze matt sind
Bis das Wetter wieder
Vernünftig wird was das
Klima nicht erwarten lässt
Aber vermutlich bin ich auch
Nach Tagen der Hitze nun
Zu matt etwas zu erwarten
Und dämmere in die Nacht
Ohne weitere Worte dazu

jens tuengerthal 29.6.26

Liebeserwartungsfreude

Liebeserwartungsfreude

Freue mich auf die Liebste
Nach vielen Monaten wieder
Sich zu sehen und zu spüren
Ganz beieinander zu sein

Erwarte sie also voller Vorfreude
Obwohl ich genau weiß dass
Erwartung der Tod der Liebe ist
Ist dieses Paradox natürlich

Erwartungen sind nur dazu da
Enttäuscht zu werden was sich
Auch mit bestem Willen nicht
Ändern lässt nach der Natur

Die Ausrede es gäbe auch mal
Momente die jede Erwartung noch
Übertreffen die gerne gebraucht
Passt schon systematisch nicht

Insofern etwas schöner ist als je
Erwartet wurde keine Erwartung
Enttäuscht sondern es kam anders
Als erwartet wir haben uns getäuscht 

Nicht enttäuscht zu sein weil es
Wider alle Erwartung anders kam
Als zuvor erwartet zeigt allein
Wir haben uns vorher getäuscht 

Die Erwartung ist etwas in uns
Dem kann und soll nie etwas
Noch viel weniger jemand je
Entsprechen warum sie uns
Logisch nur enttäuschten kann

Nichts kommt so wie erwartet
Weil alles und gerade die Liebe 
Ist wie sie ist weil es ist was es ist 
Sich das zu merken könnte helfen

Denke es ist natürlich sich 
Aufeinander zu freuen doch 
Darin erwartungslos zu bleiben 
Könnte die Kunst der Liebe sein

Zumindest könnte sie theoretisch
Helfen uns Enttäuschungen lieber
In der Liebe zu ersparen die sonst 
Natürlich und sicher kommen

Praktisch verhindert das Gefühl
Alles vernünftige Denken dabei
Warum diese Gedanken nett aber
Praktisch völlig irrelevant sind

jens tuengerthal 29.6.26

Sonntag, 28. Juni 2026

Lektürentagebuch 28.6.26

Lektürentagebuch 28.6.26

Von Ludwig dem Bayer Konrad Groß
Wie dem Kochbuch des Michael de
Leone erzählt der bayerische Patriot
Erwin Seitz mal wieder einseitig 

In der Verfeinerung der Deutschen
Was schon an der Überschrift hier
Erkennbar war wäre der Autor ein
Echter Kenner der Geschichte

Doch er tritt scheinbar weiterhin
Noch lieber als Bayer auf ohne sich
Der Peinlichkeit dessen dabei noch
Bewusst zu werden Patrioten halt

Der Bayer war zu der Zeit als der
Herzog von Bayern nach einem
Interregnum römisch deutscher König
Werden sollte eigentlich nur Spott

Wie heute in großen Teilen des 
Landes was alle bemerken außer
Den Bayern die es als Ehre sehen
Was eine Welt für sich halt ist

Dies bemerkt jeder der nicht nur auf
Patriotisch bayerische Quellen zur
Information zurückgreift und merkte 
Der Name war keine Ehre zur Zeit

Bayern dagegen lernen bis heute
Stolz Ludwig der Bayer war der erste
Wittelsbacher Kaiser auch wenn die
Krönung und Wahl strittig schon war

Der schöne Friedrich aus dem Hause
Habsburg ein Wiener also stand mit
Dem Bayer in Konkurrenz wurde von
Einem Teil des Gremiums gewählt

Die beiden Vettern schlugen sich 
Mehrfach wobei Ludwig gewann
Einmal Friedrich gefangen nahm
Für drei Jahre infolge festsetzte

Doch davon erfährt die Leserin nur 
Am Rand weil Ludwig als der König
Gezeigt werden soll der viel für die
Städte tat ihnen Privilegien gab 

Seitz berichtet wie der Kaiser zu
Nürnberg was früher Franken
Heute auch Bayern geworden ist
Beim Bürger Konrad Groß speist

Dieser reich gewordene Patrizier
Der mit einem Hammer Walzwerk
Familienvermögen vermehrte um
Schließlich Bankier auch zu werden

Als solcher auch Kreditgeber des
Kaisers wie später die Fugger zu
Augsburg bei Karl V der noch kein
Thema hier und heute sein soll

Über die Speisen im Hause Groß 
Der auch ein vornehmer Stifter 
Seiner Heimatstadt wurde wird nur
Gemutmaßt sie waren wohl gut

Dagegen wird das älteste Kochbuch
Von Michael de Leone aus Würzburg
Vorgestellt der ursprünglich Jude hieß
Aus einer reichen Kölner Familie kam

Mehr erzählt Seitz leider nicht über
Den bischöflichen Pronotar mit dem
Wechselnden Namen von welcher
Religion auch immer er dann war

Hier werden die Rezepte schon sehr
Konkret wenn auch ohne Angabe
Genauer Mengen dafür sollte das
Gefühl und die Erfahrung reichen 

Er zitiert daraus einiges was schon
Spannend und interessant ist um
Ein Gefühl für die Küche in der Zeit
Des hohen Mittelalters zu bekommen

Warum Seitz hier Friedrich II den 
Großen kultivierten Staufer der in
Neapel eine medizinische Fakultät
Nach arabischem Vorbild gründete

Nahezu völlig ignoriert um dafür
Seitenlang über Ludwig den Bayern 
Die Leser zu langweilen bleibt unklar
Zumindest war Ludwig friedlich

Außer sein Ausschluss aus der
Römischen Kirche durch den Papst
Der da gerade in Avignon residierte
Wird als großer Verdienst gesehen

Am Ende des Kapitels kommt noch
Etwas zum geradezu königlichen
Grab des Nürnberger Bürgers Groß 
Alles etwas Bayernlastig wieder


Mit der Frage Wollen sie mein Sozius
Werden ist das Essay über die
Mitarbeiterinnen der Galerie Cassirer
Von Piotr Zygmunt Kowalski betitelt

So beruhte der Erfolg der Galerie
Paul Cassirer nicht allein auf der
Vision ihres Inhabers sondern auch
Auf der Arbeit von hervorragenden

Spezialistinnen und Spezialisten
Die häufigen Wechsel im Personal
Weisen auch auf das schwierige
Wie impulsive Temperament von 

Paul Cassirer hin dennoch band er
Immer wieder auch bedeutende 
Persönlichkeiten an die Galerie die
Reputation und Programm prägten

Das Unternehmen Cassirer war
Die Galerie und der Verlag wobei
Die Grenzen fließen der Text legt
Dabei die Zeit ab 1926 zugrunde

Eine zentrale Quelle sind die noch
unveröffentlichten Erinnerungen von
Leo Blumenreich an den sich 1916
Cassirer mit obiger Frage wendete 

Dies bei einem Besuch von Leo
Blumenreich in der Viktoriastraße 35
Der Galerie Cassirer wobei der um
Ganze 13 Jahre jüngere Blumenreich

Bei dessen roten Kopf bereits einen 
Schlaganfall fürchtete war völlig
Überrascht davon sodann wird 
Blumenreich und sein Weg zur Kunst

Spannend und interessant vorgestellt
Der Antrag war damit begründet dass
Cassirer seine Einberufung bekam
Ab 1917 wurde Blumenreich auch

Mitinhaber der Galerie er traf dort
Auf Theodor Stoperan der bis 1920
Cassirers rechte Hand blieb wie auch
Alfred Gold im Graphischen Kabinett

Dieser geniale Kunsthistoriker hat sich
1917 mit Cassirer überworfen wie Leo
Kestenberg dessen Zeitschrift der
Bildermann die Galerie prägte 

Mit Kriegsausbruch änderten sich 
Die Bedingungen des Kunsthandels
Es begann die Zusammenarbeit mit
Dem Münchner Auktionator Helbing

Dabei unterstützte ab 1917 der
Kunsthistoriker Victor Wallerstein 
Sie gewannen Wilhelm von Bode
Für ein Vorwort eines Kataloges

Aufgrund der Versteigerung der
Sammlung Richard von Kaufmann
Kam es zum Konflikt mit Bode der
Einen antisemitischen Artikel zum

Thema Kunsthandel schrieb weil 
Die bei der Auktion erzielten Preise
Sein Budget weit überschritten hat
Er für ein Ausfuhrverbot plädiert

Zumindest was bedeutende Werke
Beträfe Griff dabei Harry Kessler an
Vergaloppierte sich in Spekulationen
Blumenreich reagierte darauf ruhig

Harry Graf Kessler nannte das
Schreiben von Bode einen Giftbrief
Der ihn mehr an Moliéres Komödie
Scapins Streiche noch erinnerten

Blumenreich verteidigte die Firma
Rettete durch seine besonnene
Reaktion deren Ruf noch stellte 
Damit eher Bode noch bloß

Wallerstein holte währenddessen
Mehr zeitgenössische Kunst ins 
Programm etwa Kokoschka wie 
Heckel und Otto Mueller 

Es kamen Ernst Barlach Karl Hofer 
Ludwig Meidner Max Slevogt mit
Der Freien Secession gemeinsam
Auch der Architekt Mendelssohn

Auf Wallerstein folgte Grete Ring
Eine promovierte Kunsthistorikerin
Sie war eine Schwiegernichte von 
Max Liebermann noch dazu

Sie war hoch gebildet und historisch
Sensibel belesen aufgewachsen sie
Hatte bei Friedländer gearbeitet und
Auch promoviert und kannte auch als 

Nichte von Liebermann die Szene gut
Was ihre Position bei Cassirer noch
Weiter verstärkte und arbeitete gut
Mit Blumenreich dabei zusammen

Sie war entscheidend für das 
Gelingen der Munch Ausstellung
Mitverantwortlich indem sie den
Künstler noch in Oslo besuchte

Im Verlag war Grete Fischer als
Lektorin für die Veröffentlichung
Der Werke von Else Lasker-Schüler
Verantwortlich die bedeutend war

Ab 1919 kam der Volkswirt Walter 
Feilchenfeldt als Volontär dazu
Wurde dessen Geschäftsführer nach
Dem Abgang von Kestenberg 

Max Deri wurde ab 1922 Teilhaber
Des Verlages er war auf die Kunst
Aus dem 19. und 20. Jahrhundert
Spezialisiert und publizierte viel

Ab Oktober 1922 wurde dann Ella 
Wellhoener Prokuristin bis zur
Liquidierung 1937 dort tätig ab 1923
Wechselte Feilchenfeldt in die Galerie

Er bildete mit Grete Ring ein Tandem
Was die Galerie bis zum Ende leitete 
Wesentlich zu deren Blüte damit noch
Beitrug dann kam die Inflation 1923

Cassirer gründete noch eine weitere
Deckenhänger Dependance in 
Amsterdam der Krise zu entkommen
Dadurch kam es zur Entfremdung 

Zwischen Blumenreich und Cassirer
Es wurde immer spannungsreicher
Warum Blumenreich 1924 austrat
Ihm folgten Ring und Feilchenfeldt 

Im Abschluss zeigt sich der Salon
Cassirer als ein Ort enger Verbindung 
Mit immer wieder neuen personalen
Konstellationen gab es viel Dynamik

Paul Cassirer wird dabei als der
Katalysator bezeichnet in einem
Konfliktreichen Gefüge er war halt
Ein immer schwieriger Charakter wohl

Bedeutend war der Salon auch
Weil dort Künstler Kunsthandel und
Wissenschaft miteinander in Dialog
Über die Moderne immer traten

jens tuengerthal 28.6.26

Angekommen

Angekommen

Im Leben angekommen zu sein
Schenkt tiefe Zufriedenheit die
Weiter wirkt als alles mehr im
Gegenteil sogar mit weniger
Glücklich sein zu können weil
Alles im Ankommen erfüllt ist
Wo du das voller Liebe noch
Mit jemanden teilen darfst
Hast du den kostbarsten
Schatz für dich gefunden
Die höchste Kunst ist darum
Zu bemerken wenn alles
Gut so ist und du damit
Zufrieden bleiben kannst
Statt immer weiter noch
Zu wollen muss nichts 
Mehr sein um glücklich
Beieinander zu bleiben
Denke das ist alles und
Mehr gibt es im Leben nie

jens tuengerthal 28.6.26

Nachtegal

Nachtegal

Ob Nacht ist
Ist mir ganz egal
Lieber noch hab ich
Die Nacht für mich
Als täglich gestört 
Zu werden beim
Tagträumen auch
Weil andere lieber
Was vom Tag haben wollen
Nehme ich mir die 
Nacht nur für mich 
Egal welche Zeit
Ist es nachts eher
Kälter noch draußen
Statt unnötig überhitzt
Nutze die Nächte gerne
Ungestört für mich als
Tag und Nacht Dichter 
Kommt mir die Nacht
Dabei noch näher
Als Tage je blieben
Die am Ende auch
Nur zur Nacht werden
In der dafür die Nachtigall
Nahezu ungestört singt 
Was nicht egal ist

jens tuengerthal 28.6.26

Liebesorte

Liebesorte

Liege auf dem Diwan 
Der Ventilator bläst kühle Luft
An meine nackten Beine
Um mich geliebte Bücher
Wie geliebte Erinnerungen
An Lieben meines Lebens
Gewonnene wie verlorene
Lieben und Geschichten
Die hier zu leben begannen 
Vor allem meine große Liebe
Der ich immer treu blieb 
Die Bücher meines Lebens
Welcher Ort der Welt könnte 
Je besser oder schöner noch
Für mich sein oder werden
Denke ich und mit fällt keiner ein
Alles erreicht mit einer Bibliothek
Mit Leiter sogar für Hochstehende
Unter den geliebten Büchern
Auch diese mit lustvoller Erinnerung
Verbunden wie so vieles hier
Ist es der Ort den ich liebe
Ein wenig verstaubt aber echt
Das ganze Leben für mich
Denke ich und schau um mich
Zufrieden mit allem 
Hier kann ich bleiben
Muss nirgendwo hin
Was wichtig ist kommt
Der Rest verfliegt

jens tuengerthal  28.6.26